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Serientäter: Chuck

Chuck, NBC:
Ich hatte mich lange gegen die Serie gesträubt, weil mir der Plot doch allzu sehr konstruiert erschien. Dann auch noch auf NBC, die eigentlich generell ein Problem mit Serien haben (30Rock mal ausgenommen). Hab mich aber dann doch hinreissen lassen und muß sagen, daß ich es nicht bereut habe.

Die Story ist hanebüchen aber effektvoll:
Chuck Bartowski (Zachary Levi) ist ein Mittzwanziger, der im örtlichen “Buy-More” als Computerspezialist / Troublehooter angestellt ist. Die Unterabteilung des Ladens nennt sich “Nerd-Herd”…und das ist es dann auch.
An seinem Geburtstag erhält Cuck eine eMail von einem alten Freund/Feind aus Studientagen. Dieser sorgte damals für seinen Rauswurf aus Stanford, nahm sich Chucks Freundin und ist so ziemlich der Grund dafür, daß er sein Leben der freudlosen Aufgabe der Festplattenreparatur und Handykonfigurierens widmen muß.
Der Ex-Freund (Bryce Larkin) arbeitet mittlerweile für die CIA und hat, als letzte Tat in seinem Leben, die Geheimnisse der Homeland Security, der NSA und des CIA als verschlüsselte Bilderbotschaft an seinen alten Buddy Chuck geschickt. Warum bleibt erstmal offen. Nachdem Cuck die mail geöffnet hat, die Bilderflut gesehen hat und kurz ohnmächtig wurde, hat er nun alle Geheimnisse der amerikanischen Geheimdienste in seinem Kopf gespeichert. Da der gute Bryce ganze Arbeit geleistet hat und nebenbei dafür gesorgt hat daß Zentralcomputer in die Luft gesprengt wurde, ist Chuck die einzige Quelle für Staatsgeheimnisse. Zu seinem Schutz werden ihm eine NSA-Agentin und ein CIA-Agent (oder umgekehrt?) an die Seite gestellt. So werden Waffenschmuggler, Terroristen oder andere Staatsfeinde zur Strecke gebracht.
In jeder Folge geht es um einen konkreten Fall. Die eigentliche Storyline ist jedoch die Entwicklung von Chuck zum Spion wider Willen, seinen Umgang mit den Personen seines wirklichen Lebens (die natürlich nichts von seinem Geheimniss wissen dürfen) und die äußerst geschickt angelegte “Menschwerdung” der Bundesagenten.

Wer jetzt gähnt, den kann ich erstmal verstehen. Mir ging es genauso und es hat mich auch drei Folgen Überwindung gekostet aber dann hats irgendwie klick gemacht und seitdem finde ich die Serie äußerst gelungen.

Die beiden Bundesagenten leben als Tarnung in Chucks unmittelbarer Nähe. Der grobklötzige John Casey (Adam Baldwin – er gehört nicht zur Baldwin-Sippe -) muß im Buy-More als Verkäufer arbeiten und das Eyecandy der Serie, die Agentin Sarah Walker (überaus reizend: Yvonne Strahovski) arbeitet im gegenüberliegenden HotDog laden “Wienerlicious”. dazu kommen als Sidekick Chucks Schwester Ellie samt Freund Captain Awesome (typischer All-American-Frat-Boy, der jedoch überhaupt kein “Bully” ist, sondern einfach nur “Awesome“!) und die Kollegen aus dem Buy-More / Nerd-Herd, alle einen an der Klatsche haben. Sein bester Freund Morgan (“call me Organ”) ist der größte Verlierer des Planeten, die anderen stehen in der Nahrungskette und sehr bedingt vor ihm:

Lester: “Hey Cuck, you need to get to this adress. There´s installation to be done.”
Chuck: “Ya. I see. But you know what? I don´t have the time right now. Would one of you guys please take care of it?”
Lester: “What? Are you crazy man? This is Linux! We are Mac Guys! Don´t you get it? We are IT-Artist. We don´t do that kind of stuff. Tss…Freak!”

Naja, man kann sich denken daß es eine Menge Dialoge dieser Art gibt und die meisten sind auch wirklich witzig. Dazu kommt daß die Serie gut produziert ist, die Schauspieler sehr gut agieren und es durchaus auch spannende Passagen gibt.

Kritikpunkte sind die, meiner Meinung nach, arg schnellen Auflsöungen der Fälle und Morgan. Der erinnert mich irgendwie an Jar Jar Bings. Und jeder normale Mensch haßt Jar Jar Bings, hab ich Recht?

Trotzdem für Serienfreunde eine absolute Empfehlung.
80 von 100

Chuck, 2007, NBC
1. Staffel: 13 Episoden, ca. 45 Minuten pro Folge (2007-2008)
2. Staffel: 13 Episoden, ca. 45 Minuten pro Folge (2008-2009)

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