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Bockcast #075

Nach der Niederlagen gegen Hamburg und Freiburg spreche ich mit Thomas über die Gründe und die möglichen Konsequenzen daraus. Eigentlich gibt es gar nicht so viele. Wir sprechen die Fehler an und die systemischen Probleme, die mit einer schmalen Personaldecke einhergehen aber letztlich sagen wir auch: Nix passiert. Die nächsten drei Wochen werden hart, mal schauen wie wir da rauskommen. Danach sind wir auf jeden Fall ein Stück klüger.

Einen Gast gibt es diese Woche aber auch noch: Andreas (meinsportradio.de) spricht mit mir über das Spiel in Hamburg und den HSV im ganzen. Zum Darmstadt Freiburg haben wir leider niemanden akquirieren können, das passiert dann das nächste Mal.

Viel Spaß beim 75. Bockcast.

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Come on effzeh!


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Freiburg – FC: Ein Selbstgespräch

So schnell geht das manchmal, wenn man Blut geleckt hat. Letzte Woche noch sprachen wir im Bockcast über die Gefahr eine bisher grandiose Saison enttäuschend zu finden, weil ein Sprung auf die internationalen Plätze am Ende vielleicht doch nicht drin ist und schon heute, ein paar Tage und zwei Niederlagen später, ist es soweit. Nachdem (außer Bayern aber die spielen keine Rolle) vor uns wirklich alles für den effzeh spielte, bot sich die Gelegenheit auf Platz 3 zu springen. Natürlich, es ist immer noch der 1.FC Köln, wussten wir alle schon vorher, dass das nicht passieren wird. In Freiburg, wo wir seid 21 Jahren nicht gewonnen haben? Mit der Chance einen direkten Champions-League-Platz zu erreichen? Wir? Der 1.FC Köln? Unmöglich. Undenkbar. Was auf Twitter und in der WhatsApp-Selbsthilfegruppe nur halb im Scherz artikuliert wurde, ist aber leider Teil der Psyche jedes einzelnen von uns. Natürlich wissen wir, dass der effzeh nicht die drittbeste Mannschaft im deutschen Profi-Fußball ist. Natürlich wissen wir, dass eine direkte Qualifikation für die Champions League in etwa so wahrscheinlich ist wie rationale Entscheidungen des aktuellen US-Präsidenten und natürlich lachen wir auch ein wenig über uns selbst und versuchen das alles runter zu spielen.

Aber, scheisse isses trotzdem.

Ja, das ist es. Und es hat auch seine Gründe. Heute ist die Geschichte schnell erzählt. Thomas Kessler mit zwei dicken Böcken, Frederik Sörensen mit einem Spiel aus dem sechsten Kreis der Hölle (wie wunderbar Dante damals schon “Dissen” einbauen konnte, nicht wahr – aber das nur am Rande), Unsere Flügel weiter gestutzt, Standards, die jeder Beschreibung spotten und mit Yuya Osako eigentlich nur einen Spieler in absoluter Topform auf dem Platz, der nach Marco Högers erneuter Verletzung (jede Woche eine neue Kleinigkeit) von Stöger taktisch zurück beordert wurde und damit nicht mehr die gleichen Möglichkeiten hatte kreativ ins Spiel einzugreifen. Dazu eine eher mäßige Chancenverwertung durch Clemens, Rausch und auch Modeste, große Laufbereitschaft der Freiburger, gepaart mit dem geschickten Inszenieren von gefährlichen Freistößen, die die überkochende badischen Landseele herbeischrie als würde der effzeh mit Kettensägen auf die zarten Freiburger losgehen, tja, dann haste halt mal schnell verloren.

Und jetzt? Ist es Zeit das Requiem vorzubereiten? Müssen wir uns jetzt schon wieder an dunkle Tage gewöhnen obwohl es gerade wieder heller wird?

Nein, das ist alles nicht schlimm, das ist alles immer noch viel mehr, als ich vor der Saison erwartet habe. Wir spielen immer noch die beste Saison seit dem Aussterben der Dinosaurier, sind weit weit weg von gefährlichen Zonen und mit der dünnen und zum Teil auch nur semi-bundesligatauglichen Personaldecke ist das aller Ehren wert. Niemand ist ja in die Saison gegangen und hatte auf eine auch nur annähernde Situation gehofft, oder? 20. Spieltag, 3 Punkte von Platz 3 weg, plus 11 Tore. Das ist überragend.

Ich weiß das alles, das sind vailde Argumente.

Aber ich kann mir nicht helfen, ich kann einfach nicht aus meiner Haut, ich will endlich mal wieder einen Erfolg. Das Pokalaus am Dienstag hat unglaublich weh getan und heute das Spiel hat die Wunden leider nicht geheilt. Das ist jammern auf extrem hohem Niveau, ich weiß. Aber es ist eben so verflucht lange her, dass wir überhaupt in Reichweite des internationalen Geschäfts waren. Herrgott, vor genau vier Jahren haben wir in Cottbus 0:0 gespielt und waren 9. in der zweiten Liga. Das ist noch gar nicht so lange her. Wir müssen dran denken wo wir herkommen, bevor wir unzufrieden werden mit der aktuellen Situation.

Und warum sind wir es dann?

Wir sind verwöhnt. Wir wollen es jetzt. Es soll unser Jahr werden. Und dann gewinnt unter uns alles, Freiburg ist nur noch drei Punkte weg, Schalke und Gladbach kommen langsam in die Gänge und bei uns sieht es so aus, als würden wir seit dem Hamburg-Spiel etwas vermissen. Ich kann es noch nicht ganz umreissen aber irgendwas ist anders. Hat sich innerhalb der Mannschaft die Einstellung vielleicht ein ganz kleines Stückchen zu weit Richtung Komfort-Zone verschoben? Ich weiß es nicht, ich kann es mir auch nicht wirklich vorstellen, ich kann es nur erahnen. Innerhalb von einer Woche lange ich hart auf dem Boden der Tatsachen und es gefällt mir ganz und gar nicht. Vielleicht -ich hoffe das sehr- ist es nur einer Phase, die jede Mannschaft während der Saison, meistens sogar mehrmals, durchläuft. Vielleicht ist der Rhythmus durcheinander, vielleicht ist auch die aktuelle Belastung zu hoch? Vielleicht ist es einfach nur ein bisschen Pech, wie heute bei Thomas Kessler. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mich nervt.

Nerven ist ein gutes Stichwort. Man kann sich ja manchmal an kleinsten Dingen aufregen.

Mich nerven die Gladbach- und HSV-Trolle auf Twitter, die jetzt einzeln aus ihren Höhlen hervor gekrochen kommen und sich bemüssigt fühlen sich zu freuen. Mich nerven die drei90-Kollegen, die sich kaputt lachen, mich nervt der Blick auf die Tabelle und der Spielbericht, mich nervt, dass wir jetzt gegen Schalke, München und Leipzig spielen müssen und mit Pech danach nur noch 10. sind. Und mich nervt die eigene Erwartungshaltung und die Hoffnung in den 1.FC Köln. Das vielleicht am meisten. Dieses Himmelhochjauchzend-Zutodebetrübt ist zwar ein rheinischer Charakterzug, das weiß ich wohl, aber es geht mir so unglaublich auf den Keks. Es ist doch nichts passiert, der effzeh ist weiter Siebeter. Mann, Axel, reiß Dich mal zusammen, Du schreibst schon wie ein Bayernfan, der nur mit sieben Punkten Vorsprung Tabellenführer ist.

Also doch die Flinte ins Korn werfen? ist alles umsonst?

Nein, natürlich nicht. Wie sagt man so schön: Mund abputzen, weitermachen. Es war ja nicht so als dass Freiburg uns geschlachtet hätte.

Es wird also alles gut?

Ja selbstverständlich. Aber es ist einfacher gesagt als getan. Doch, ich versuche es. Ich habe weiterhin größtes Vertrauen in Peter Stöger, ich mag die Mannschaft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) immer noch sehr, ich finde unseren Spielplan völlig okay, da ist noch alles drin. Allein heute bin ich piefig. Kann man nix machen.

Come on effzeh!

HSV – FC: Viva la Resignacion

Ich bin immer noch reichlich angefressen von der Leistung, die der effzeh am Dienstagabend auf den Platz gebracht hat. Es stimmte von der ersten Minute an nichts aber auch gar nichts im Spiel. Im Zentrum hatte man null Zugriff, keine Kontrolle über das eigene Spiel, lief dem Ball immer nur hinterher. Auf den Flügeln, wenn man sie denn so nennen möchte, geschah außer Stolpern gar nichts. Was Zoller und Rudnevs da fabrizierten, zeigt sehr deutlich, dass eine zweite Reihe im Prinzip noch nicht vorhanden ist, jedenfalls nicht, wenn sie an drei neuralgischen Punkten gleichzeitig eingesetzt werden soll. Vielleicht kann mal einer rein geworfen werden aber gleich auf der Sechs und auf beiden Flügeln das Team auseinander zu meißeln, war vielleicht nicht die beste Idee, die Peter Stöger jemals hatte.

Wir können über schlechte Tage diskutieren, das mal etwas nicht so klappt, wie es sein soll, dass der Fußballgott einmal nicht auf unserer Seite ist usw. Da können wir uns den Mund fusselig reden und am Ende doch sagen: Nun gut, ist passiert, weitermachen. Solche Tage gibt es, das ist auch nichts besonders Überraschendes, gerade bei einer noch so jungen und immer noch im Aufbau befindlichen Mannschaft wie dem aktuellen 1.FC Köln.

Klar.

Was aber nicht geht und was ich auch nicht akzeptieren will, ist die Einstellung, die am Dienstag ein dicker Mittelfinger an die 5-6.000 Fans des effzeh war, die bei eiskaltem Schmuddelwetter die 450 Kilometer in den Norden gefahren sind. Ich kann verlangen, dass im Achtelfinale des DFB-Pokals wenigstens im Ansatz eine Bereitschaft da ist den Kampf anzunehmen, wenn schon spielerisch nichts gelingen will. Wenn ich mir angucken muss mit welchen Nonchalance ein Simon Zoller über den Platz trabt, den Ball immer als Feind, den Mitspieler nie im Blick, dann regt mich das auf. Da ist mir ja Rudnevs noch lieber, der wenigstens versuchte so zu tun als würde ihn der ganze Scheiss irgendwas angehen. Er lief zwar durch die Gegend wie ein Blinder in Zwangsjacke aber wenigstens lief er irgendwohin. Wenn ich mir anschaue mit welchem Unverständnis die Abwehr auf die Aggressivität des HSV nicht reagierte, wie wenig Gegenwehr insgesamt zu erkennen war…

Ach, hör doch auf.

Wie gesagt, ein mieses Spiel ist immer drin, eine Niederlage kann in diesem fragilen Gebilde, das wir Fußballclub nennen immer passieren. Ja. Aber nicht so. Nicht im dieser unterirdischen Einstellung. Es zog sich durch die gesamte Mannschaft, es war nirgendwo ein Aufbäumen zu sehen. Wenn ich mir einen Lichtblick rauspicken müsste, dann wäre das Joans Hector, der nach seiner Verletzung immerhin weiter Einsatz zeigte auch wenn ihm ebenfalls gar nichts gelang. Und Thomas Kessler vielleicht noch, der in der zweiten Halbzeit ein Totaldebakel verhinerte (nachdem das 1:0 allerdings auf seine Kappe ging).

Nee, effzeh, ich kann ja verstehen, dass die Liga Vorrang hat und wir haben uns auf der Hinfahrt auch gefragt, ob uns ein Sieg im Pokal oder ein Sieg im Ligaspiel Anfang April lieber ist. Einstimmung war die Meinung, dass die Liga wichtiger ist. Ja. Aber, Freund Christoph sagte es: “Wenn ich die Aufstellung in Köln schon gewusst hätte, wäre ich zu Hause geblieben”.

Dann sag uns das, lieber effzeh! Sag Deinen Fans: Guckt mal, wir wollen ein bisschen rotieren, mal was ausprobieren, unser Fokus liegt auf der Liga, erwartet nicht zuviel. Es werden Zoller und Rudnevs spielen. Dann weiß ich was mich erwartet, dann kann ich mit Glück noch das Hotel stornieren und mir den ganzen Rotz sparen.

Junge, Junge, wenn ich dran denke, ich hab immer noch Puls.

Der HSV, immer noch eine vollständige Trümmertruppe, war uns an diesem Tag in allen Belangen überlegen. Von der Laufbereitschaft über den Willen nach vorne zu spielen, den Kampf, einfach überall. In keiner Situation hatte ich das Gefühl, dass wir irgendetwas entgegen zu setzen haben. Das ist das wirklich schlimme an dem Ergebnis: Nicht die Niederlage, die Art und Weise wie diese zustande gekommen ist, gegen eine schlechte, eigentlich völlig kopf- und hirnlos laufende Mannschaft. Da war ja keine Qualität auf dem Rasen beim HSV, wo wir sagen müssten: Ja jut, der war gut, da kannste mal verlieren. Nix. Und doch müssen wir eingestehen: Die Niederlage hatte nichts mit Pech zu tun, sondern war vollkommen verdient und auf ihre eigene, sehr masochistische Art und Weise erhellend.

Glückwunsch an den HSV. Verdienter Sieg.

Hoffentlich gibt das Spiel keinen Knick in der Saison. Hoffentlich präsentiert sich der effzeh am Sonntag in Freiburg wieder von einer besseren Seite.

In anderen Nachrichten: Natürlich ist Hamburg ohne den Fußball immer eine Reise wert. Danke für den insgesamt doch immer noch tollen Tag an Frank, Maik, Florian, Tim, Lis und Saskia. Ehrenhafte Erwähnungen an Bucki und Mirja und Oasis ist besser als Blur. So. Musste ja mal gesagt werden.

Herr Stöger, übernehmen sie bitte.

Come on effzeh!

Bockcast #074

Nach dem 1:0 Sieg gegen den VfL Wolfsburg wird der Traum von Europa immer konkreter. Peter Stöger wird nach seiner Prämie gefragt, die Kölner Reisebüros stellen Recherche-Teams mit Schwerpunkt Aserbaidschan ein und die Fans singen sich schon mal warm. Berechtigt? Wir versuchen eine erste frühe Antwort zu finden, scheitern aber erwartungsgemäß. Dabei sezieren wir das Spiel heute zu dritt, denn nach einiger Abstinenz ist Martin wieder mit dabei. Außerdem haben wir Dre (DAZN, FIVE) zu Gast, der uns einen umfassenden Einblick in das Innenleben des VfL Wolfsburg gibt. Dazu gibt es wie immer einen Blick nach vorn und zur Seite, das kennt ihr ja.

Da es diesmal wieder etwas länger geworden ist und wir auch ein paar Hörer-Fragen mit in die Sendung genommen haben, gibt es nach langer Zeit wieder Kapitelmarken. Wer also spulen möchte, der weiß jetzt wenigstens wohin.

Wir wünschen viel Spaß!

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FC – Wolfsburg: Maybe we have a little bit lucky

Am Ende gab es für die Südkurve in Müngersdorf kein Halten mehr. “Und dann fahren wir nach Mailand, um den effzeh Köln zu sehn…” hallte es minutenlang und mit ohrenbetäubender Lautstärke durch das Stadion. Längst hatte auch die anderen Himmelsrichtungen in den Chant mit eingesetzt, Schals flogen in den Kölner Vorabend-Himmel, es gab kein Halten mehr. Der VfL Wolfsburg hat noch einmal den Ball, es läuft die 94. Spielminute. Auf rechts, eine letzte Flanke in den Strafraum, ein letzter kurzer Herzinfarkt-Moment, dann begräbt Thomas Kessler den Ball sicher unter sich und 48.000 Fäuste-Paare ballen sich zusammen. Abpfiff, Feierabend, Mailand. In Kölner Reisebüros knallen die Sektkorken.

Mit seinem 15. Saisontor, diesmal vom Elfmeterpunkt, schießt Tony Modeste den effzeh auf den… ja, auf welchen Platz schießt er uns? Wahrscheinlich bleibt es beim siebten Tabellenplatz, weil einfach alle vor uns auch gewonnen haben. Hertha, Hoffenheim, Dortmund, heute spielt noch die Eintracht gegen Darmstadt und alles andere als ein klarer Sieg der Frankfurter wäre schon eine ziemliche Überraschung. Damit ist der Tabellenstand unverändert aber der Abstand nach unten bleibt wenigstens auch mindestens gleich (Freiburg) oder beträgt nun schon extrem lustige acht Punkte auf Leverkusen, die sich am Freitag in Hamburg präsentierten wie Kellyanne Conway in einem TV-Interview. Dazu kommt die Gewissheit, dass 32 Punkte wohl jetzt schon reichen werden um die dieses Jahr die Klasse zu halten. Diese am 19. Spieltag auf dem Konto zu haben ist nichts anderes als die bisher beste Saison seit 27 Jahren. Seit gottverdammten 27 Jahren! Da war ich 14, der 1.FC Köln wurde in der Saison 1989/90 Vizemeister, der Europapokal war jedes Jahr ein fester Bestandteil in der Jahresplanung meines Clubs und ich sah nicht kommen, dass es einmal nicht so sein würde.

27 Jahre!

Herrgott. Die Hälfte der heutigen Stadiongänger war nicht mal geboren. Eine große Anzahl Fans hat noch nie im Leben eine bessere Saison des 1.FC Köln gesehen. Was für die etwas älteren Menschen 1978 ist, was für mich 1983 ist, ist vielleicht für diese Klientel 2017? Erleben wir ein Annus mirabilis? Ist es wirklich dieses Jahr soweit?

Ich will mich immer noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber die Mannschaft macht es mir schwer nicht an sie zu glauben. Selbst gestern, als in Strafraumnähe wirklich nicht viel ging, hat sie mich mitgenommen. Der Druck auf Wolfsburg war eigentlich über das gesamte Spiel konstant, es wurde wunderbar gegen den Ball verteidigt, die Mitte war praktisch immer zu, Gomez wurde komplett aus dem Spiel genommen und auch wenn ich zwei Chancen für den VfL zähle, ist das -gemessen an den Namen in dieser Mannschaft- nicht wirklich viel.

Es gab genau eine Phase im Spiel, es muss die 55. – 65. Minute gewesen sein, in dem der Gegner etwas mehr Zugriff hatte. Mir kam es so vor als hätte uns Wolfsburg eingeschläfert mit ihrer Art des Ballvortrags. Ein paar Abspielfehler, ein paar ungenaue Laufwege, Missverständnisse und dann baut sich das auf wie eine Welle. Kleine Fehler führen zu weiteren kleinen Fehler, alles summiert sich und auf einmal ist der Wurm drin und niemand weiß genau warum. Aber auch hier zeigt sich die neue Qualität meines Lieblings-Fußballvereins: Sie haben die Fähigkeit zu vergessen. Der letzte Angriff war scheisse, egal, der nächste wird besser. Ich habe mittlerweile echt das Gefühl, dass ich der Mannschaft vertrauen kann. Dass sie an sich selbst glaubt, dass sie von ihrer eigenen Stärke überzeugt ist. Dass sie es will. Und kann.

Dazu kommen Spielzüge, die eines modernen Fußballs absolut würdig sind. Das Tempo über die teilweise die Vorträge über links (Rausch & Bittencourt) vorgetragen werden ist (immer vor dem Hintergrund unserer Geschichte) atemberaubend auch wenn gerade Bittencourt im Moment noch manchmal den Eindruck eines Wile E. Coyote macht und die Wand gegen die er in drei Sekunden laufen wird nicht sieht. Das sind aber Feinabstimmungen. Wichtig ist erstmal, dass das Tempo da ist, dass das Selbstvertrauen da ist, denn nur so kannst du aufbauen. Aber nicht nur im Vorwärtsgang ist der effzeh eine solide Nummer, nach hinten ist der Verein ebenfalls immer noch prächtig aufgestellt. 16 Gegentore in 19 Spielen (dabei die 4 in Sinsheim nicht vergessen) sind ein absoluter Spitzenwert. Bayern hat 12, Frankfurt 15 und dann kommt schon der effzeh. Das Fundament auf dem Peter Stöger seine Kathedrale baut ist immer noch solide und gibt nicht nach. Da kann man auch mal Thomas Kessler loben, der einen unaufgeregten Horn-Ersatz abgibt und insgesamt eine feine Serie spielt. Gefällt mir gut.

Ich glaube wirklich, dass die Mannschaft als ganzes unser größter Faustpfand ist. Die Geschlossenheit aber auch der geringe Leistungsabfall innerhalb er einzelnen Mannschaftsteile ist ein enormer Vorteil. Ob nun z.B. Dominic Maroh oder Frederik Sörensen spielt, ist anscheinend kein großer Unterschied mehr. Auch hier geht der Gruß an die Spieler-Entwicklungs-Künste von Peter Stöger. Was ich seit Jahren sage: Er macht Spieler besser. Er verwaltet nicht nur eine Mannschaft, er entwickelt sie. Wahnsinnstyp.

Natürlich haben wir auch ein paar Säulen im Team, die ich nie missen möchte: Tony Modeste mit vielleicht der Saison seines Lebens, Marco Höger, der sich um absoluten Führungsspieler entwickelt hat, Jonas Hector, der läuft wie ein Duracell-Häschen und dabei auch spielerisch besser wird. Das sind Eckpfeiler die du aber auch als junges Bundesligateam brauchst, die dir die Sicherheit geben auch mal ins Risiko zu gehen, weil du weißt, da ist jemand, der dich im Zweifel auffängt, der dir hilft.

Ach, ich weiß doch auch nicht, es macht einfach viel zu viel Spaß im Moment.

27 Jahre!

Über den Elfmeter müssen wir auch gar nicht groß reden, im ersten Moment war es für mich keiner (allerdings auch keine Schwalbe!), sondern ein Kampf um den Ball, bei dem Benaglio vielleicht eine Zehntelsekunde zu spät kommt und dabei Modeste berührt, der das annimmt. Nach siebenhundertzweiundzwanzig Zeitlupen kann man den Elfer dann vielleicht doch eher geben, weil der Torwart schon recht klar auf Tonys rechten Fuß haut aber gut, was soll ich da jetzt analysieren? Tun wir es unter “zum Glück war es für uns” ab und freuen uns, dass Modeste den Ball ins Netz geschossen hat.

Und denken dabei an Mailand.

Am Dienstag geht es für den effzeh weiter im DFB-Pokal. Natürlich auswärts. Natürlich in Hamburg. Ich werde da sein. Ich habe noch nie eine Niederlage des 1.FC Köln in Hamburg gesehen. Weder im Volkspark, noch in der Arena, noch am Millerntor. Mal schauen ob die Serie hält.

Zum letzten Mal im DFB-Pokalfinale stand der 1.FC Köln am 22.06.1991. Mucki Banach gleicht aus, Elfmeterschießen, Litti scheitert an Reck…

Es wird Zeit.

Come on effzeh!

Bockcast #073

Nach dem 6:1 Sieg in Darmstadt spreche ich mit Thomas über leere Räume, Darmstädter Härte, Modestes Chancen gesperrt zu werden und halt alles, was da am Samstag so passiert ist.

Wir wünschen viel Spaß!

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Wir sehen uns in Baku.

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Darmstadt – FC: Sechsmachine

30 Minuten sah das alles gar nicht mal so gut aus, was der ruhm- und glorreiche 1.FC Köln auf den frostigen hessischen Rasen zauberte. Wenig klare Aktionen nach Vorne, viele “Stockfehler”, würde man im Eishockey sagen, fahriges Passspiel und viele, viele kleine Dinge, die das Spiel eher an ein zähes Stück altes Speck, statt an ein saftiges Steak erinnern lassen.
[Keine Ahnung warum mir in letzter Zeit so viele Essens-Vergleiche einfallen, oder ich sie einbaue, irgendwas muss ich anscheinend kompensieren aber das steht ja zum Glück auf einem anderen Blatt.]
Nun gut, zurück zum Spiel: Nach dieser recht grauen halben Stunde gibt es Freistoß, Konstantin Rausch denkt sich: Da baller ich das Ding doch mal halbhoch in die Mauer und weil es so schön war macht er das gleich nochmal, verwirrt mit dieser gewagten Taktik anscheinend die komplette Darmstädter Hintermannschaft, so dass die Olkowskische Hereingabe -von Flanke sprechen wir hier noch nicht- das Schienbein des, ins luftleere grätschenden, Aytac Sulu trifft und der Ball zum ersten Mal im Jahr 2017 den Weg ins Tor des Gegners findet. 1:0 aus dem ziemlichen Nichts heraus und doch war zu diesem Zeitpunkt das Spiel schon gelaufen, ob wir es ahnten oder nicht, das Schicksal nimmt keine Rücksicht.

Dass es zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch 0:0 stand ist zwei Umständen geschuldet, zum einem versemmelte Gondorf vor dem Kölner Tor eine Chance, an der man erkennen konnte, warum Gandalf dem nach ihm benannten Land zur Hilfe kommen musste und dann war da auch noch Christian Clemens, der mit einem netten Dropkick-artigen Schuss an Esser scheiterte. Ja jut, kann passieren. Mehr war bis dahin nicht geschehen, wenn wir mal die Nickligkeiten außer Acht lassen, die dafür sorgten, dass selten länger als zwei Minuten am Stück gespielt werden konnte. Irgendeiner lag immer auf dem Rasen und schrie wie eine Fuhre Hammel auf dem Weg in die Dönerfabrik.

Aber, so stand es dann eben 0:1 und der 1.FC Köln nutzte die kurzfristige Hühnhaufen-Mentalität des SVD gnadenlos aus. Das Kopfball(!)-Tor(!!) von Osako nach Flanke(!!!) von Bittencourt fällt so nicht mal im Training, da herrschte keine Zuordnung, kein Druck auf den Flankengeber, das sah aus als würde Darmstadt mit drei Mann weniger spielen. Ich kann ja im Ansatz verstehen, wenn man reagieren will und in der Vorwärtsbewegung bei Ballverlust ein wenig überrascht wirkt aber zwischen Ballverlust und Abschluss liegen fünfzehn Sekunden, in denen die Lilien-Spieler auf alten Röhrenfernseher gar nicht im Bild gewesen wären. Das ist dann doch eine Spur zu naiv, sorry.

Ich bin als Fan des 1.FC Köln immer noch so zerfressen von Selbstzweifeln, dass eine Zwei-Tore-Führung beim, wahrscheinlich, schwächsten Mitglied der ersten Fußball-Bundesliga bei mir nicht mehr auslöst als ein inneres skalieren der Gewinnchancen auf 35-40%. Es ist deutlich besser als die 10% Chance, die ich dem effzeh vor Beginn jeder Partie gebe aber es ist weit davon entfernt, dass ich mich wohl fühle. Das Leben als Fußballfan in Köln hat mich in etwa so empfänglich für die Realität gemacht wie privilegierte Sklavenhalter-Töchter aus Süd-Alabama, die Trump gewählt haben, damit der einfache Amerikaner wieder eine Stimme bekommt. Nur eben andersrum. Ich verdränge die Möglichkeit einer kontinuierlichen Besserung, weil mich die Geschichte gelehrt hat, dass irgendwo Frau Daum mit Hanutas auf mich lauert. Vielleicht nicht heute, und vielleicht auch nicht morgen aber ich weiß, dass sie da ist und nur darauf wartet, dass ich es mir in meinem Happy Place zu gemütlich gemacht habe.

Ist das Quatsch?

Natürlich sehe ich die Entwicklung und natürlich kann ich mich der Realität nicht entziehen. Ich verstehe schon, was da passiert, ich sehe die Entwicklung und doch habe ich immer diesen Schiss, das da noch irgendwas schief gehen kann, dass sich der Himmel öffnet und Gottes Hand selbst den Ball in unserem Netz platziert, weil es ihm gefällt. Nach dem 0:3 durch Modeste, war der Puls schon ein wenig runter, bis ich dann in der Pause die ersten Tweets las, die mit dem Spiel abgeschlossen haben, die sich schon auf die Schulter klopften und den Sieg feierten, die Bier in Baku tranken und überhaupt und alles. Das macht man doch nicht als effzeh-Fan, ihr wisst es doch besser. Stromausfall, Spielabbruch, vier Tore Heller, es ist doch nicht so, dass wir hier von einem rational erklärbaren Club reden. Immer noch nicht.

Oder doch?

Nach der Halbzeit gab es eine Phase von zehn, fünfzehn Minuten, die dafür sorgten, dass ich mir schon in Gedanken die Schlagzeilen für ein Comeback der Darmstädter ausgemalt habe, die mich schimpfend auf Gott und die Welt auf die Couch schlagen ließen. Darmstadt kommt mit einer scheiss-drauf-ist-eh-alles-am-arsch-Mentalität aus der Pause, tritt auf alles was Füße hat, kauft dem effzeh den Schneid ab und kämpft sich wie ein sehr begrenzt talentierter aber wild entschlossener Gallier durch römische Kohorten zurück in das Spiel. Jedenfalls kommt mir das in dem Moment so vor, was aber natürlich komplett überbewertet ist, denn, wenn ich ehrlich bin, macht der effzeh halt nur genau das, was er machen muss um das Spiel möglichst verletzungs- und sorgenfrei über die Bühne zu kriegen. Es war ja nicht so, dass Darmstadt Chance auf Chance hatte, sondern -ganz im Gegenteil- eigentlich war bis auf blindes Anrennen da nicht viel. Von Spielkultur müssen wir nicht reden, das ist allerdings auch etwas, was der SVD gerade so gar nicht braucht. Dennoch war ich völlig unsinnigerweise immer noch nervös. Als das 1:3 fiel (ja, kein Elfer, wieder blödes Gelb für Höger – aber dafür war es fünf Minuten vorher ein klarer Elfer, der nicht gegeben wurde), eskalierte ich kurzfristig innerlich. Kann doch wohl nicht wahr sein, holt die doch nicht in das Spiel zurück. Und wer bitte schön soll denn für uns noch treffen? Modeste ist ja schon raus. Mann, ey…

Und dann läuft Osako auf das Tor zu, ja, dieser Osako. Unser Osako. Yuya Osako. Geboren am 18. Mai 1990 in Kaseda, Japan. Kein anderer. Läuft, schießt, Torwartfehler, Tor, 1:4, zufrieden. Ich stand vom Sofa auf, schrieb noch etwas in die WhatsApp-Selbsthilfegruppe, die schon längst -ohne mein Zutun- in einer Art Feierstarre gefallen war, ging zum Fenster und holte ein gute französische Zigarette aus der Packung. Sie schmeckte nach drei Punkten, nach Abenden am Mittelmeer, kurz vor einem Flutlichtspiel im Stade Vélodrome. Sie schmeckte nach Weltherrschaft und russichem Vodka. Nach Fährfahrten in Skandinavien und Tapas in Andalusien.

No one can stop us now.

So ist das manchmal, zwischen einer Es-ist-alles-verloren 3:1 Führung und einer wir-verlieren-nie-wieder-ein-Spiel-Zigarette liegt manchmal nur ein Torwartfehler und ein kleiner Japaner.

Der Rest ist Schaulaufen. Milos Jojic beweist, warum ich ihn so mag, die Ballannahme vor dem 1:5 bekommt im Team des 1.FC Köln so kein anderer hin. Vielleicht gäbe es viele häßliche Verletzungen, wenn Peter Stöger diesen Move beim Training als Pflichtübung einführen würde. Besser nicht. Dass Rudnevs noch das 1:6 folgen ließ kostet mich zwar 25 Euro, es war schließlich sein drittes Tor im Trikot des 1.FC Köln aber gut, es freut mich doch.

Ihr denkt ja immer, dass ich ihn nicht mag, was so ja gar nicht stimmt. Aber da schreibe ich dann irgendwann mal etwas ausführlich drüber. Bestimmt.

Zwei Dinge noch, die in diesem Spiel für Diskussionen sorgten: Die Aktion von Modeste gegen Sulu sieht in der Zeitlupe bescheuert aus, ist aber völlig aus dem Kontext gerissen, weil, wenn man sich die Szene in Realgeschwindigkeit und in Gänze anschaut, dann sieht man, dass Sulu sich in den Laufweg von Modeste stellt, dieser im Lauf ist und versucht sich mit den Armen Platz zu machen. Ja, ich finde auch, dass Modeste Glück gehabt hat, dass er nicht vom Platz geflogen ist, weil er schon sehr robust und unmissverständlich vorbei will, ich sehe aber keine Tätlichkeit. Das mag ein wenig mit der rosaroten effzeh-Brille geschrieben sein aber ich meine es aufrichtig. Ohne das Sperren von Sulu kommt es nicht zu der Szene. Aber gut, ich bin gespannt wie die DFL mit der Szene umgeht, ich weiß immer noch nicht, ob sie überhaupt nachträglich bewertbar ist aber nach der abermals fürchterlich tendenziösen Zeitlupen-Berichterstattung sowohl von SKY als auch von der ARD könnte ich mir vorstellen, dass da noch was kommt. Und das ist etwas, was wir uns eigentlich nicht leisten können.

Außerdem ging mir Darmstadt heute ziemlich auf den Keks. Ich kann verstehen, wenn man versucht mit Geschlossenheit und Kampf und Einsatz die Klasse zu halten. Ist doch völlig klar. Und auch wenn Frings versucht eine Körperlichkeit als Grundtugend auszugeben, habe ich null Probleme mit. Eigentlich ganz im Gegenteil, es ist Fußball und nicht Basketball, da gehört ein gewisses Maß an Härte meiner Meinung dazu. Aber das heute war ziemlich übertrieben. Es war fast Ingolstadt. Und das ist kein Kompliment. Viele, viele dreckige Fouls, immer die Hand am Trikot, immer auf die Füße steigen und selbst bei der kleinsten Berührung den sterbenden Schwan markieren um Karten zu provozieren. Was ein Scheiss. Ich wünsche den Lilien immer noch alles Gute für den Rest der Saison, ich finde den Gesamtverein immer noch hoch sympathisch und wünsche ihnen, dass es noch das viel beschworene Fußballwunder gibt aber heute ging es mir auf den Keks.

Ist aber ja nicht schlimm, das Ergebnis stimmt mich milde.

18 Spiele, 29 Punkte, plus 11 Tore, Platz 7.
1 Punkt auf Platz 6
2 Punkte auf Platz 4
3 Punkte auf Platz 3
5 Punkte Vorsprung auf Platz 8

Ich glaube ich mach mir noch eine Zigarette an. Vielleicht schmeckt sie diesmal nach einem milden Wind, der über sizilianische Olivenbäume weht. Man weiß es nicht…

Come on effzeh!

Bockcast #072

Mit dem sechsten sieglosen Spiel in Folge, dem fünften Unentschieden hintereinander, startet das Fußballjahr 2017. Endlich wieder Bundesliga, endlich wieder effzeh. Der Bockcast beendet die Hinrunde mit einer etwas anderen Ausgabe, die sich nur in kleinen Teilen mit dem effzeh beschäftigt, sondern mal einen etwas intensiveren Blick über den Tellerrand zum gestrigen Gegner dem FSV Mainz 05 bietet. Zu Gast ist nämlich Mara Braun, deren Blog ihr unbedingt anschauen solltet.

Mara erzählt über die merkwürdige Beziehung zu Yunus Malli, über Konkurrenzkampf im Team, Mainzer Selbstbewusstsein, scheut sich nicht ‘ihren’ Stadionsprecher und ‘ihre’ Hymne zu verteidigen (ich gebe zähneknirschend zu, dass die Argumente auch valide sind….) und -ihr werdet es hören- ist allgemein schon reichlich fußballbekloppt. Da kommt man dann schon mal ans Erzählen, ganz so wie Ihr das vom Bockcast gewohnt seid. Thomas ist diesmal leider nicht dabei, da ein Termin dazwischen gekommen ist.

Ich hoffe Ihr habt mit dieser etwas ungewöhnlichen Bockcast-Folge genauso viel Spaß wie ich, entschuldigt bitte die paar kleinen Aussetzter, die Technik war heute wieder komisch.

Wenn es Euch gefällt, was wir hier machen, freuen wir uns über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Auch über ein paar Verlinkungen und oder Mundpropaganda beschweren wir uns nicht uns wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Jetzt aber viel Spaß mit Bockcast, Ausgabe 72, Auswärts in Mainz.

Come on effzeh!


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Ende 16

Einen guten Rutsch, liebe Leser / Hörer / Freunde. Nächstes Jahr wird noch besser!

2

Mavraj, Kühne und das Fliewatüüt

Ich hab eben mal kurz auf Twitter reingeschaut, das Büro ist eh leer, da kann man es ja mal ein wenig entspannter angehen lassen. ich las einen Tweet der (sehr geschätzten) Tanja, HSV-Fan, Bloggerin und universal nette Person zum Transfer von Mergim Mavraj zum HSV

und widersprach diesem.

Im folgenden brach eine wilde Diskussion aus, an der alle Beteiligten, das ist jedenfalls mein Gefühl, mehr oder weniger aneinander vorbei redeten. Damit ich das mal geordnet kriege und weil es mir zu mühsam ist das in x Tweets mit 140 Zeichen zu quetschen also das was ich sagen wollte:

1. Aus Sicht des effzeh: Es gibt (kolportierte) 1,8 Million Euro Ablösesumme, dazu Sonderzahlungen, wenn der HSV die Klasse hält (was Gott verhüten möge aber sich wohl leider nicht vermeiden lässt). Natürlich muss der effzeh dieses Geld nehmen, da die Vertragsverlängerungsgespräche nicht fruchteten, der Spieler weg will und im Sommer dann also ablösefrei gewechselt wäre. Keine Widerrede, das ist sinnig und stimmig und muss getan werden. Allein: Ist das sportlich verkraftbar und wäre ein störrisches Beharren auf Vertragserfüllung nicht eine Option gewesen? Wahrscheinlich nicht. Ich tue mich da -wie gesagt- sehr schwer mit, weil ich die 1,8 Millionen in den heutigen Zeiten nicht mehr als fantastische Summe im Fußball sehe. Bekommen wir dafür gleichwertigen, sofortigen Ersatz? Eher nicht. Wir können nur hoffen, dass die Verletzungsseuche aufhört und wir mit Maroh und Heintz die Innenverteidigung dauerhaft besetzen können. Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass das halbe Jahr weiter in Köln uns eher geholfen hätte als die 1,8 Millionen Euro aber der effzeh handelt wirtschaftlich korrekt und es ist eh ein fifty-fifty Gefühl bei mir.

2. Der Spieler: Klar kann ich verstehen, dass man ein Angebot annimmt, das einem das Jahresgehalt verdoppelt oder gar verdreifacht. Mein Chef könnte gar nicht so schnell “Moment mal” rufen, wie ich weg wäre. Um Himmels Willen, ich kritisiere Mavraj keine Sekunde. Der Mann ist Profi und verdient Geld mit dem Fußball.

3. Der HSV: Dem HSV kann halt alles egal sein. Bilanzen spielen keine Rolle, Transfers müssen sich nicht selber tragen, denn der “Kreditgeber”, wie Kühne in Hamburg ganz gerne mal genannt wird (man will ja nicht mit Red Bull und / oder SAP in einen Topf geschmissen werden, obwohl man die beiden Konstrukte von der Arschigkeit her schon fast überholt hat), bezahlt halt immer brav die Rechnungen, die Beiersdorfer oder jetzt Bruchhagen vorlegen. Klar, kann man machen. Sportlich macht der Transfer absolut Sinn und da Geld halt egal ist, ist der Wechsel aus HSV-Sicht völlig legitim. Und bitte, Tanja, komm mir nicht mit “wurde aus Cleber-Geld bezahlt”. Nichts, absolut gar nichts, nicht ein Kuli, nicht ein weißes Blatt Papier auf der Geschäftsstelle wird mit Cleber Geld bezahlt, denn der HSV hat 75 Millionen Euro Verbindlichkeiten und ein operatives Minus vor Steuern von 19,1 Millionen Euro. Jeder Transfergewinn geht erstmal da rein und um den Rest kümmert sich Kühne. 38 Millionen im Sommer, was soll’s, ist ja ein “Kredit”, ne? Belügt Euch doch nicht selber.

Das Problem: Ja, es ist der Lauf der Zeit. Der effzeh kann -als wirtschaftlich von Einzelpersonen unabhängiger Verein- das Geld nicht aufbringen mit diesen Konstrukten mitzuhalten. Thomas merkte an: Dann frag doch mal bei Fürth nach, wie die das fanden als der effzeh Mavraj abgeworben hat. Ja, völlig legitimer Einwand aber mit einem großen Unterschied zum jetzigen Transfer nach Hamburg: Der effzeh konnte dem Spieler wirklich eine sportlich bessere Perspektive bieten als dies der HSV heute kann. Beim heutigen Transfer ging es rein ums Geld (s.o., völlig in Ordnung), das sich noch nicht mal erwirtschaftet werden muss, weil es halt eben unbegrenzt zur Verfügung steht. Der HSV kackt halt auf alles mit dieser Politik der Verschwendung, es werden die stützenden Grundpfeiler des Wettbewerbs genauso ausgehoben wie bei Werksvereinen und Marketingkampagnen. Das macht auch völlig Sinn, weil die DEL DFL (Danke, Christian, nicht dass die DEL da anders wäre aber es geht schon um Fußball) ja alles mit sich machen lässt und wie ein lahmer Auerochse am Nasenring über das bereits bestellte Feld gezogen wird, beziehungsweise, sich auch furchtbar gerne ziehen lässt, das Geld kommt ja, egal von wem. Aber dieses bigotte Bestehen auf der 50+1 Regel, macht dann eben einen nicht auszugleichenden Unterschied aus, der “normale” Vereine, zu denen ich den effzeh diesmal bizarrerweise zählen möchte, daran hindert wettbewerbsfähig zu bleiben.

Tja. Machste nix.

Mehr wollte ich eigentlich gar nicht sagen. Wäre bei Twitter reichlich unwirtschaftlich gewesen. Und so schließt sich der Kreis zum HSV.

Wir werden Mavraj kompensieren können, es ist nicht der wichtigste Spieler im Kader. Ich wünsche ihm persönlich alles Gute, soweit ich das beurteilen kann, hat er sich hier in Köln tadellos benommen, war immer da, wenn er gebraucht wurde und hat eine wirklich gute Hinrunde gespielt. Es gibt nicht mal eine hochgezogene Augenbraue in seine Richtung. Er setzt sich auf das Fliewatüüt und ist weg. Gute Reise.

That’s the way the Cookie crumbles.

Come on effzeh!