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Ende 16

Einen guten Rutsch, liebe Leser / Hörer / Freunde. Nächstes Jahr wird noch besser!

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Mavraj, Kühne und das Fliewatüüt

Ich hab eben mal kurz auf Twitter reingeschaut, das Büro ist eh leer, da kann man es ja mal ein wenig entspannter angehen lassen. ich las einen Tweet der (sehr geschätzten) Tanja, HSV-Fan, Bloggerin und universal nette Person zum Transfer von Mergim Mavraj zum HSV

und widersprach diesem.

Im folgenden brach eine wilde Diskussion aus, an der alle Beteiligten, das ist jedenfalls mein Gefühl, mehr oder weniger aneinander vorbei redeten. Damit ich das mal geordnet kriege und weil es mir zu mühsam ist das in x Tweets mit 140 Zeichen zu quetschen also das was ich sagen wollte:

1. Aus Sicht des effzeh: Es gibt (kolportierte) 1,8 Million Euro Ablösesumme, dazu Sonderzahlungen, wenn der HSV die Klasse hält (was Gott verhüten möge aber sich wohl leider nicht vermeiden lässt). Natürlich muss der effzeh dieses Geld nehmen, da die Vertragsverlängerungsgespräche nicht fruchteten, der Spieler weg will und im Sommer dann also ablösefrei gewechselt wäre. Keine Widerrede, das ist sinnig und stimmig und muss getan werden. Allein: Ist das sportlich verkraftbar und wäre ein störrisches Beharren auf Vertragserfüllung nicht eine Option gewesen? Wahrscheinlich nicht. Ich tue mich da -wie gesagt- sehr schwer mit, weil ich die 1,8 Millionen in den heutigen Zeiten nicht mehr als fantastische Summe im Fußball sehe. Bekommen wir dafür gleichwertigen, sofortigen Ersatz? Eher nicht. Wir können nur hoffen, dass die Verletzungsseuche aufhört und wir mit Maroh und Heintz die Innenverteidigung dauerhaft besetzen können. Ich bin wirklich der festen Überzeugung, dass das halbe Jahr weiter in Köln uns eher geholfen hätte als die 1,8 Millionen Euro aber der effzeh handelt wirtschaftlich korrekt und es ist eh ein fifty-fifty Gefühl bei mir.

2. Der Spieler: Klar kann ich verstehen, dass man ein Angebot annimmt, das einem das Jahresgehalt verdoppelt oder gar verdreifacht. Mein Chef könnte gar nicht so schnell “Moment mal” rufen, wie ich weg wäre. Um Himmels Willen, ich kritisiere Mavraj keine Sekunde. Der Mann ist Profi und verdient Geld mit dem Fußball.

3. Der HSV: Dem HSV kann halt alles egal sein. Bilanzen spielen keine Rolle, Transfers müssen sich nicht selber tragen, denn der “Kreditgeber”, wie Kühne in Hamburg ganz gerne mal genannt wird (man will ja nicht mit Red Bull und / oder SAP in einen Topf geschmissen werden, obwohl man die beiden Konstrukte von der Arschigkeit her schon fast überholt hat), bezahlt halt immer brav die Rechnungen, die Beiersdorfer oder jetzt Bruchhagen vorlegen. Klar, kann man machen. Sportlich macht der Transfer absolut Sinn und da Geld halt egal ist, ist der Wechsel aus HSV-Sicht völlig legitim. Und bitte, Tanja, komm mir nicht mit “wurde aus Cleber-Geld bezahlt”. Nichts, absolut gar nichts, nicht ein Kuli, nicht ein weißes Blatt Papier auf der Geschäftsstelle wird mit Cleber Geld bezahlt, denn der HSV hat 75 Millionen Euro Verbindlichkeiten und ein operatives Minus vor Steuern von 19,1 Millionen Euro. Jeder Transfergewinn geht erstmal da rein und um den Rest kümmert sich Kühne. 38 Millionen im Sommer, was soll’s, ist ja ein “Kredit”, ne? Belügt Euch doch nicht selber.

Das Problem: Ja, es ist der Lauf der Zeit. Der effzeh kann -als wirtschaftlich von Einzelpersonen unabhängiger Verein- das Geld nicht aufbringen mit diesen Konstrukten mitzuhalten. Thomas merkte an: Dann frag doch mal bei Fürth nach, wie die das fanden als der effzeh Mavraj abgeworben hat. Ja, völlig legitimer Einwand aber mit einem großen Unterschied zum jetzigen Transfer nach Hamburg: Der effzeh konnte dem Spieler wirklich eine sportlich bessere Perspektive bieten als dies der HSV heute kann. Beim heutigen Transfer ging es rein ums Geld (s.o., völlig in Ordnung), das sich noch nicht mal erwirtschaftet werden muss, weil es halt eben unbegrenzt zur Verfügung steht. Der HSV kackt halt auf alles mit dieser Politik der Verschwendung, es werden die stützenden Grundpfeiler des Wettbewerbs genauso ausgehoben wie bei Werksvereinen und Marketingkampagnen. Das macht auch völlig Sinn, weil die DEL DFL (Danke, Christian, nicht dass die DEL da anders wäre aber es geht schon um Fußball) ja alles mit sich machen lässt und wie ein lahmer Auerochse am Nasenring über das bereits bestellte Feld gezogen wird, beziehungsweise, sich auch furchtbar gerne ziehen lässt, das Geld kommt ja, egal von wem. Aber dieses bigotte Bestehen auf der 50+1 Regel, macht dann eben einen nicht auszugleichenden Unterschied aus, der “normale” Vereine, zu denen ich den effzeh diesmal bizarrerweise zählen möchte, daran hindert wettbewerbsfähig zu bleiben.

Tja. Machste nix.

Mehr wollte ich eigentlich gar nicht sagen. Wäre bei Twitter reichlich unwirtschaftlich gewesen. Und so schließt sich der Kreis zum HSV.

Wir werden Mavraj kompensieren können, es ist nicht der wichtigste Spieler im Kader. Ich wünsche ihm persönlich alles Gute, soweit ich das beurteilen kann, hat er sich hier in Köln tadellos benommen, war immer da, wenn er gebraucht wurde und hat eine wirklich gute Hinrunde gespielt. Es gibt nicht mal eine hochgezogene Augenbraue in seine Richtung. Er setzt sich auf das Fliewatüüt und ist weg. Gute Reise.

That’s the way the Cookie crumbles.

Come on effzeh!

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Bockcast #071

Nach dem dritten 1:1 in Folge, zum Jahresabschluss sprechen wir über die Spiele gegen Bremen und Leverkusen, warum wir uns teilweise ärgern auf der anderen Seite aber doch ganz zufrieden sind, reden über Personalien und Wünsche und kommen zum Fazit, dass das alles im Moment doch sehr, sehr gediegen beim 1.FC Köln zugeht.

Wir machen jetzt auch eine kleine Winterpause, wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, wenn es Euch gefällt, was wir hier machen, freuen wir uns über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Auch über ein paar Verlinkungen und oder Mundpropaganda beschweren wir uns nicht uns wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Jetzt wünschen wir aber viel Spaß mit dem letzten Bockcast 2016, wir hören uns im neuen Jahr!

Come on effzeh!


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FC – Leverkusen: Peter Stöger and the funky Bunch

Heute kein wenig Text. Keine Zeit. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Heute Abend sollte es einen neuen Bockcast geben. Nur soviel: Alles ist gut. Gegen ein starkes (jedenfalls deutlich stärkeres als zuletzt) Leverkusen ‘nen Punkt geholt, Traumtor von Tony Modeste (über dessen Reklamier-Aktion nach seinem Ausrutscher ich mich gestern fürchterlich aufgeregt habe, denn, wir sind die Guten, verdammt nochmal, wie haben das nicht nötig!), wieder gute und geschlossene Mannschaftsleistung, wenn man bedenkt, dass auch Höger gefehlt hat und im Mittelfeld ein ums andere Mal vermisst wurde. Alles okay.

Zu den gestrigen Personalien:
Mladenovic: war klar, ist okay, spielt keine Rolle.

Mavraj: Kann ich nur bedingt verstehen, von seiner Warte her schon, wenn das stimmt, dass er beim HSV mindestens ‘ne Million im Jahr verdient, dann muss er das machen. Aus effzeh-Sicht etwas schwieriger weil unsere Personaldecke ja wirklich dünn ist und Mavraj eine gute bis sehr gute Saison spielt. Ob wir direkt gleichwertigen Ersatz bekommen? Gut, Schmadtke knows, ich weiß, ich weiß. Dennoch stellt sich für mich die Frage ob die kolportierten 1,5 Millionen Ablöse es wert sind die Rückrunde ohne ihn anzugehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass da die Gespräche mit dem Spieler, der ja nun offensichtlich gehen will, schwierig sind aber letztlich ist er ein Profi und ich bin mir sicher, dass er keine Verweigerungshaltung an den Tag gelegt hätte, wenn der effzeh gesagt hätte, dass er die Saison noch bei uns zu Ende spielen muss. Keine Ahnung. Ich wünsche ihm nichts schlechtes aber dass diese Abwerbaktion den HSV nochmal ein Stück weit unsympathischer macht, ist ja auch ein schöner Nebenenffekt.

Clemens: Keine Meinung. Er hat den effzeh verlassen, weil er sich beim Angebot von Schalke “riesig freute königsblau zu tragen“, ist nach Mainz gewechselt, weil er sich “als junger Spieler optimal weiterentwickeln” konnte und kommt nun zurück, weil er beim Angebot von Schmadtke “nicht lange überlegen musste“. Warum eigentlich nicht? Nun gut. Er hat diese Saison kaum gespielt, war verletzt, ist aber jetzt anscheinend wieder fit. Muss man abwarten. Der Transfer hat für mich nicht ganz das Schockmoment eines Rudnevs, ist aber auch nichts, was mich jubilieren lässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den effzeh auf ein anderes Niveau hebt. Liest sich für mich wie ein “kommen-wir-mit-durchs-Jahr”-Transfer. Aber, ich habe mich ja schon mehr als einmal getäuscht. Hoffen wir, dass ich einfach viel zu wenig Ahnung habe.

Das Fußballjahr 2016 ist vorbei, es war tatsächlich ein gutes Jahr. 25 Punkte nach 16 Spielen, Platz 7, Europa im Blick, alles ist gut, bleiben Sie ruhig.

giphy

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünsche ich Euch. Wir lesen uns im nächsten Jahr. Haut rein.

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Bremen – FC: The Rains of Osterdeich

Wir können uns jetzt stundenlang aufregen, tagelang wehklagen und die Nächte mit dem Zerbeissen von Tischplatten verbringen. Wir können uns Voodoo-Puppen kaufen und Dartpfeile werfen, wir können nach Ergolding fahren und uns schreiend auf die Käufelkofen-Strasse stellen. Wir können über die Ungerechtigkeit der Welt motzen, vor Wut platzen und uns schmollend in die Ecke setzen. Können wir alles machen. Allein, es nützt nix. Es wird nicht nachträglich Elfmeter gepfiffen, es wird sich am 1:1 nichts ändern. So ist das eben, so ist das Wesen des Spiels.

Ich persönlich hadere jedes Mal mit mir, ob ich denn einen Videoschiedsrichter haben will, oder eben nicht. Auf der einen Seite hätte es nach Videobeweis relativ sicher Elfmeter gegeben (ob der dann reingegangen wäre, steht ja nochmal auf einem anderen Blatt), andererseits hätte ich dann heute nicht mehr diese heilige Wut im Bauch und wüsste wahrscheinlich gar nichts mit mir anzufangen. Wir hätten so viel weniger zu diskutieren, uns würde ein essentieller Bestandteil des Spiels fehlen. Und tief in mir bin ich ja fussball-konservativ, will das alles so bleibt wie es ist, will mir an den Kopf fassen und mich ärgern und wie wild toben ob der Weltverschwörung gegen den effzeh. Natürlich will ich das. Liegt das nicht in der Natur eines Fußballfans? Bestehen wir nicht zu 80% aus Wut und Misanthropie? Sind wir nicht alle zu Fußballfans geworden weil es etwas aus uns macht, was man rational nicht erklären kann? Weil es nicht klinisch ist, weil es nicht durch-choreographiert ist? Weil es beeinflusst wird von Einzelpersonen und immer, wirklich immer, ungerecht ist? Heimlich wollen wir benachteiligt werden, wollen uns betrogen fühlen von Gott und der Welt, denn nur so können wir uns abgrenzen von der Welt da draußen. Gerade als Kinder, die wir zum Fußball gefunden haben, gab und gibt es noch heute, diese gewaltigen Unterschiede zwischen der echten, geborgenen Welt, die ansatzweise gerecht ist, die immer revidiert werden kann und dem irrationalen, wunderbaren Spiel, das abgepfiffen und vorbei ist. Das nicht mehr gutgemacht werden kann. Und das in uns brodelt, an uns nagt und uns bittere Tränen vergießen ließ. Und heute, als halbwegs erwachsener Mensch, ist es ja nicht viel anderes: Vielleicht weinen wir nicht mehr bei jeder spielentscheidender Fehlentscheidung gegen die eigene Mannschaft aber der Puls geht dennoch nach oben, die Augen blicken immer noch flehend in den Himmel und die Artikulationsfähigkeiten sind immer noch nicht sonderlich besser geworden. Verdammt nochmal.

So viel dazu. Wir müssen mit der Fehlentscheidung leben, es nützt ja nix. Es tut weh, es ist ungerecht, ja. Aber es ist der Fußball. Ich habe mir selbst geschworen, nicht mehr zu dieser mimimi-Fraktion zu gehören, der ich bis jetzt (ja, ich weiß) auch ab und an (eher öfter als weniger) angehört habe. Die sich über jede Fehlentscheidung gegen die eigene Mannschaft aufregt. Ich will -jedenfalls nach Außen- gelassener wirken. Natürlich brodelt es weiter in mir und ich werde auch nicht aufhören können das Schiedsrichterwesen -und seine absolute Verweigerungshaltung sich weiter zu entwickeln- zu kritisieren, wenn etwas so offensichtliches wie Gestern passiert aber ich will versuchen auch Fehlentscheidungen gegen uns als gottgegeben zu akzeptieren. Was Schiedsrichter-Podcasts aus einem machen können. Schlimm.

Dennoch ein kurzer Exkurs: Der Fußball ist nicht mehr der Fußball von 1950, 1970, 1990, ja nicht mal mehr der Fußball von 2010. Jedes Jahr wird das Spiel schneller, es werden Bälle entwickelt, die den Schnitt unberechenbar machen, es gibt Fußballschuhe, die bei der Weltraumforschung übrig geblieben sind, es gibt dreitausend Kameras bei jedem Spiel, es gibt Superzeitlupen und die Spieler werden auch von Saison zu Saison gerissener, lernen schon als Kinder wie man richtig fällt und scheinen mittlerweile auch von jedem Unrechtsbewusstsein befreit zu sein. Warum, gibt es bei den Schiedsrichtern auf dem Platz keine Anpassung, keine Entwicklung? Weil es immer so war? Ist das wirklich noch zeitgemäß? Unabhängig vom Videobeweis, dessen Einführung ja beschlossene Sache zu sein scheint, frage ich mich ob es nicht auf dem Platz eine Entwicklung geben könnte, die es sowohl den Schiedsrichtern leichter, als auch den Spielern schwerer machen würde. Das fängt damit an, dass ich mich frage ob man nicht zwei gleichberechtigte Spielleiter einsetzen könnte. Sie wissen schon: Vier Augen sehen mehr als zwei. Was spricht dagegen? Oder zwei extra Linienrichter für jeweils eine linke und rechte Hälfte? Es ist eben nicht mehr das stehende Spiel, mit dem Franz Beckenbauer Fußball des Jahrhunderts werden konnte, es werden 220, 230 km zusammen von beiden Mannschaften pro Spiel gelaufen, wie soll ein einzelner Schiedsrichter da immer alles und jeden im Auge behalten können? Weiterhin würde ich versuchen für Transparenz zu sorgen: Gebt dem Schiedsrichter ein Außenmikrophon wie beim Rugby, bei dem strittige Situationen direkt für den Stadionbesucher erklärt werden können. Das würde so viel Druck von den Unparteiischen nehmen. Und zu guter Letzt: Ich würde die individuellen Strafen für offensichtliche Betrüger drastisch erhöhen. Weg mit der heiligen Kuh der Tatsachenentscheidung, her mit den nachträglichen Sperren. Erfolgreiche Schwalbe im Strafraum gibt direkt zwei Spiele Sperre, bei spielentscheidender Beeinflussung (also durch den erfolgreichen Elfer Punkt geholt oder gewonnen) vier Spiele Sperre. Ratz-Fatz. Ich rede nicht von Grenzfällen, die immer noch auftauchen werden und man sollte im Zweifel auch immer pro Stürmer entscheiden aber bei klaren Dingern (Möller, Werner etc) sofort handeln. Vielleicht würde ja ein Umdenken einsetzen? Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, finde ich.

Okay. Genug jetzt. Unentschieden in Bremen. Joa…

Das Spiel an sich hat mir unglaublich gut gefallen. Wenn man bedenkt mit welcher Truppe der effzeh antreten musste, wie viele Stammkräfte uns fehlten, wie mit purem Willen und Kampfgeist dieses Team spielt, mit welcher Souveränität teilweise aufgetreten wird, dann macht mir das -ergebnisunabhängig- einfach nur großen, großen Spaß. Wenn ich die spielerische Evolution des 1.FC Köln auch in diesem Jahr betrachte, dann kommt es mir immer noch unwirklich vor. Wer die Bewegungsabläufe eines Dominique Heintz analysiert und nicht ad hoc weiß, dass er ein Fußballprofi ist, würde wahrscheinlich nicht darauf kommen. Und dennoch ist er mittlerweile eine Stütze der Mannschaft, ein Vorbild an Einsatzwillen, mit unbändigem Glauben in die eigenen Fähigkeit, mit Mut und Kraft. Das ist bewegungs-therapeutisch nicht zu erklären.

Wer sich Yuya Osako anschaut und mit dem Osako vor anderthalb Jahren vergleicht, der wird sich verwundert die Augen reiben, ob seiner Bereitschaft sich aufzuopfern, den nächsten Schritt zu gehen. Technisch war er immer schon nicht der schlechteste aber mittlerweile hat er auch ein Auge für Mitspieler, lässt sich zurückfallen, wenn es gefordert wird, scheut keine Zweikämpfe mehr und wenn er jetzt noch ab und zu abschlusssicherer wird, wird er uns noch viel Spaß machen.

Schauen wir auf Frederik Sörensen und seien einmal ehrlich: Wer hätte dem schlacksigen Dänen zugetraut seine Rolle so befriedigend auszuführen, wie er es mit ganz wenigen Ausnahmen die ganze Saison über tut? Ich nicht. Für mich war er ein Notnagel, eine letzte Abwehr-Patrone, wenn sieben Mann am eigenen Strafraum platziert werden müssen. Nichts da. Er spielt grundsolide, nicht mal sonderlich unfair körperbetont, kann mittlerweile sogar ein, zwei schöne Pässe ins Spiel nach vorne einbringen und macht insgesamt deutlich mehr richtig als falsch.

Das sind jetzt nur drei exemplarische Beispiele, die man beliebig erweitern kann: Höger, Hector, Mavraj, nehmt wen ihr wollt, ich bin jede Woche neu verliebt in die Mannschaft.

Auch gestern hat der effzeh eigentlich nur Ergebnis-technisch enttäuscht, denn wenn man ehrlich ist, fühlt sich das Unentschieden wie eine Niederlage an. Ich spreche jetzt nicht von dem nicht-gegebenen Elfmeter, sondern von den vielen, vielen guten Gelegenheiten das Spiel selbst zu entscheiden. Rudnevs (wieder gutes Spiel btw) köpft dem Torwart in die Arme, Tony Modeste versucht auf biegen und brechen seine Torflaute zu durchbrechen und scheitert, Osako setzt den Ball um Zentimeter am Tor vorbei, Heintz scheitert an Drobny, ach es gab viele Chancen das zweite Tor zu machen.

Bremen war in der ersten Hälfte komplett überfordert mit dem Kölner Spiel, mit dem aggressiven gegen-den-Ball des effzeh, hatte kaum Luft, verlor gefühlt jeden Zweikampf und musste sich von Minute zu Minute hangeln. Der 1.FC Köln mit einem unglaublich souveränen Auftritt, der nur unterbrochen wird durch das Gegentor, das aus dem sprichwörtlichen Nichts fiel. Klar, war ein Torwartfehler, da gibt es nichts zu beschönigen aber es wird mir im Traum nicht einfallen auf Kessler zu schimpfen, denn spätestens mit der Parade im Derby, hat er bei mir noch drei, vier Klöpse gut. Kann passieren, Mund abputzen, weitermachen.

Aber ein bisschen motzen muss ich doch:

Mir gefällt Rausch nicht. Er ist auf links wirklich eine Bürde. Schon nach drei Minuten als er in der Bremer Hälfte zum dritten oder vierten Mal den Ball entweder verlor oder mit einem Risikopass seine Mitspieler so unter Druck setzte, dass eine anständige Verwertung nicht mehr möglich war, schrieb ich dies in die Whats-App-Selbsthilfegruppe. “Ist ja noch früh” kam als Antwort aber leider zog sich seine Leistung durch das ganze Spiel. Vor dem 1:1 z.B. gab es Einwurf drei Meter von der eigenen Torauslinie für uns. Rausch wirft den Ball unnötigerweise an einen sich gerade im Freilaufen befindlichen Tony Modeste, der diesen natürlich gar nicht annehmen konnte und der Ball ist weg. Das war so unnötig, ich wusste irgendwie direkt dass uns das in den Arsch beißen wird. Ernsthaft, mir war klar, dass da was passieren wird. Nun gut, machste nix.

Das ist es dann aber auch schon mit der Motzerei (abgesehen natürlich von der eigenen Chancenverwertung), denn in der zweiten Hälfte war das Spiel ausgeglichener, Werder hatte sich ein bisschen besser auf das Kölner Spiel eingestellt aber dennoch bin ich der Meinung, dass wir auch hier die stärkere Mannschaft waren, das Spiel eher kontrollierten als Werder und letztlich an uns selbst gescheitert sind. Das sind wir wieder bei dem Lernprozess, der hier im Blog ja Woche für Woche ein Thema ist. Wir müssen halt Geduld haben. Was Alexander Nouri in der Pressekonferenz mit dem Satz “Gefühlt war hier mehr drin” meinte, soll er mir mal erklären, ich meine wirklich, dass, wenn es einen verdienten Sieger hätte geben müssen, dass das der effzeh hätte sein müssen aber genug des Konjunktivs, das Spiel ist vorbei, es ist wie es ist.

24 Punkte auf dem Haben-Konto, noch zwei Spiele in der Hinrunde, 14 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, es ist immer noch alles gut aber natürlich erwische ich mich auch dabei zu hadern: Das last-minute-Gegentor gegen den BVB, jetzt die Fehlentscheidung in Bremen, wären vier Punkte mehr… wo war ich? Ach ja, ich hatte ja gesagt, dass es jetzt genug ist mit dem Konjunktiv.

Okay.

Mittwoch geht es gegen Leverkusen zu Hause. Der Höger-Ausfall tut unglaublich weh aber auch hier wird Peter Stöger wieder eine Lösung finden. Was soll uns passieren, uns gehört ja eh schon die Welt.

Come on effzeh!

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Bockcast #070

Heute sind wir ohne Gast, probieren aber dennoch einen umfassenden Blick auf das Spiel (und die Begleitumstände) gegen den BVB zu werfen. Natürlich gucken wir auch kurz auf die kommenden Aufgabe in Bremen und bleiben mehr oder weniger optimistisch, was die Gesamtgemengelage angeht.

Die angesprochene Fotostrecke zur Choreographie der Wilden Horde findet Ihr hier.

Wir wünschen viel Vergnügen und freuen uns wenn Ihr uns Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook hinterlasst. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Das hilft uns ungemein vielleicht auch ein paar neue Hörer zu akquirieren.

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FC – BVB: Artjoms Unchained

Viel hat nicht gefehlt. Echt nicht. Eine Unkonzentriertheit weniger, ein Ball im Aus, ein langes Bein, ein angekommener Pass. Mehr war es nicht, was den 1.FC Köln vom Sieg gegen den BVB trennte. Nach 90 hochklassigen Minuten Fußball bringt uns Reus (der Asi) um die drei Punkte und hinterlässt uns semi gut gelaunt in den restlichen Abend. Mann, Mann, Mann. Ein Ausgleich in der Nachspielzeit hat tatsächlich immer was von einem Wes Craven-Moment. Also einen von damals, als er noch gut war. Jedenfalls wenn er für den Gegner fällt. Ich will nicht leugnen, dass ein eigener Ausgleich in der Nachspielzeit (oder besser noch der Siegtreffer) nahe an einen richtig guten Porno rankommt, um mal im Bild zu bleiben. Aber so sahen wir am Samstag halt eine häßliche Fratze aus dem Nebel kommen. Verdammt.

Über das gesamte Spiel zeigte die Rumpfmannschaft des effzeh eine exzellente Leistung. Ich war vom Einsatzwillen des Teams begeistert, ich sah einen ganz klaren Matchplan, der hochkonzentriert umgesetzt wurde, sah Kampf und Leidenschaft, Laufbereitschaft und eine geschlossenen Mannschaftsleistung, die so typisch für den aktuellen effzeh ist. Natürlich klappt nicht alles und -na klar- ist der BVB immer noch die bessere Mannschaft aber über die gesamte reguläre Spielzeit ließ das Stöger-Team so gut wie nichts zu. Wie viele Torchancen hat sich Dortmund denn bis zum 1:1 rausgespielt? Keine? Das war einfach ein richtig gutes Spiel von uns.

Der Qatar-Airways-betrikote Fußball-Connoisseur wird jetzt aufstöhnen und von Verhinderungsfußball sprechen, von einer Augsburgisierung vielleicht, weil wir ja vor nicht allzu langer Zeit über Kampf und Einsatz abseits jeglicher spielerischen Mittel geschimpft haben, aber das würde der Sache nicht gerecht werden, denn das Spiel des 1.FC Köln war viel mehr als ein stumpfes auf-die-Knochen-und-vorne-hilft-der-liebe-Gott-Gekicke, es war ein starker Gesamtvortrag mit spielerisch überzeugenden Ausschlägen nach oben. Nein, da könnt ihr hippen Leute mir erzählen was ihr wollt, das war einfach gut.

Und manchmal soll es halt nicht sein. Ist eben so. Die (Riesen)-Chancen von Özcan, Höger, Modeste, die zurückgepfiffenen Nicht-Abseits, ach, der effzeh hatte genug Chancen das Spiel vorzeitig zu entscheiden, scheiterte aber an sich selbst. Das ist denn letztlich noch der Unterschied zu einem Team aus der erweiterten Bundesliga-Spitze. Aber auch das wird kommen, wenn die Entwicklung so weiter geht. Wir können nicht alles sofort und auf einmal bekommen.

Statt enttäuscht zu sein, sollten wir uns auf die guten Dinge konzentrieren. Erstens hätte wohl jeder von uns vor dem Spiel das Unentschieden unterschrieben (nach der Demütigung von letzter Woche, die in der Nachbetrachtung allerdings viel mehr Pech als alles andere war, erst recht) und zweitens haben wir die Bestätigung, dass trotz allem Verletzungspech, die Mannschaft auf Bundesliga-Niveau weiter mitspielen kann. Dass ein funktionierendes Mannschaftsgefüge in Kombination mit den magischen Fähigkeiten von Peter Stöger der Faustpfand des Vereins ist, dass der effzeh den absoluten Willen zeigt erfolgreich Fußball zu spielen.

Das ist für mich in Teilen immer noch unglaublich. Ernsthaft.

So, heute ist es mal etwas kürzer, die Zeit läuft mir weg aber natürlich kann ich nicht aufhören um ein Sonderlob an Artjoms Rudņevs abzugeben. Der Lette mit seinem besten Spiel bisher, arbeitete viel und erkämpfte sich seinen ersten Saisontreffer. Fein. Meine Reaktion auf das Tor muss man sich vorstellen wie eine Mischung aus Rick Grimes, der feststellt dass er in einer Zombie-Apokalypse aufgewacht ist und Hermine Granger, die einen Zauberwettbewerb gewonnen hat. Es war reichlich merkwürdig.

Schon nächste Woche in Bremen wird Rudnevs zeigen können, dass er solche eine Leistung wiederholen kann. Ich wünsche es ihm und uns!

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Bockcast #069

Nach der Klatsche in Hoffenheim, den immer größeren Verletzungssorgen und den anstehenden Aufgaben in der Liga kann die Winterpause eigentlich nicht schnell genug kommen. Darüber wird geredet. Im kleinen wie im großen Ganzen. Natürlich ist die ganz große Euphorie im Moment nicht zu spüren aber wir haben immer noch keine Angst um die Saison. Neben dem Rückblick auf das Sinsheim-Gastspiel blicken wir auch auf das kommende Wochenende, auf das Heimspiel gegen den BVB. Dabei werden wir prominent unterstützt von Stephan, den Ihr aus so erfolgreichen Kassenschlagern wie “Dembowski ermittelt” oder natürlich von ESPNFC kennt. Wir lernen eine ganze Menge über Borussia Dortmund und nachdem alles gesagt ist, müssen wir dran denken: Auch das Spiel am Samstag muss erst gespielt werden, noch ist nichts verloren.

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Hoffenheim – FC: Everybody Hurts

“Oh fuck, das sieht nicht gut aus. Wenn uns jetzt auch noch der Risse liegen bleibt, oh Mann”. Die SKY-Kamera zoomt nah an Marcel Risses Gesicht, dieser hält sich die Hände vor die Augen, einen Bruchteil einer Sekunde sieht man wie diese zucken. Da ist keine Schauspielerei bei, denke ich mir sofort, das ist große Kacke. “Hoffentlich kein Kreuzband. Hoffentlich kein Kreuzband!” sage ich zu Freund Christoph, der schulterzuckend und angemessen frustriert neben mir auf der Couch sitzt. Hoffentlich kein Kreuzband wiederhole ich auf Twitter. Die Sorge, dass nach Maroh, Bittencourt, Horn, Lehmann und Höger ein sechster Leistungsträger ausfällt, ist enorm. Das Spiel in Sinsheim ist da erstmal egal. 50 Meter entfernt liegt auch Tony Modeste auf dem Rasen und lässt sich die langen Stelzen untersuchen. Ach, Mann, was haben wir denn der Welt getan, dass es uns so hart trifft? “Komm, lass eine rauchen gehen”. Es ist kalt und ungemütlich auf der Terrasse, der Himmel schenkt uns kaum Licht. “Hoffentlich kein Kreuzband”. Wir reiben uns die Hände um wenigstens etwas Wärme zu spüren. Winter is coming.

Am Abend dann die Nachricht, vor der wir uns gefürchtet haben: “Vorderes Kreuzband gerissen. Monatelange Pause. Saison beendet”. Wir sitzen in einer Kneipe in Sülz zusammen mit Fortuna und HSV-Fans, die feixend die 4 Hoffenheimer Tore bejubeln und sich freuen wie Bolle, dass wir mal nicht wie Könige am Tisch sitzen, sondern tief getroffen sind. Das muss man sich mal vorstellen, da lachen uns HSV-Fans aus. HSV-Fans von allen Menschen! Aber letztlich sind wir souverän, lassen uns auf keine Scharmützel ein, loss se schwaade, se hann jo sünnss nix. Aber heimlich, ganz tief in uns drin, ist eine latente Aggression. Gottverdammt, was ein beschissener Tag. Da bekommst du in Hoffenheim vier Dinger und verlierst Marcel Risse für den Rest der Saison, jetzt kommt Dortmund, dann nach Bremen, dann kommt Leverkusen. Und wir gehen am Stock, laufen ins Ziel wie weiland Uta Pippig in Boston. Die Winterpause ist noch so weit weg.

Das hört sich jetzt alles sehr nach Nick Cave auf Heroin-Entzug an, zugegeben, aber es ist ja wirklich so, dass wir gerade dabei sind ein tolles Halbjahr in die Tonne zu treten, bzw. getreten zu bekommen. Uns fehlt die halbe Mannschaft, alle Schlüsselpositionen sind betroffen, alle Mannschaftsteile und damit das gesamte Spiel des 1.FC Köln. Wir haben keine Substanz auf der Bank um dies auch nur ansatzweise auszugleichen. Salih Özcan ist in seinem ersten Bundesligajahr, genauso wie Sehrou Guirassy. Marcel Hartel hatte letztes Jahr zwar schon ein paar Einsätze aber ist auch noch als Rookie anzusehen, Simon Zoller läuft und rackert zwar, ist aber letztlich kein Bundesliga-Spieler und über Artjoms Rudņevs müssen wir echt nicht mehr reden, oder? Ich bleibe dabei, dass das ein Transfer ist, den ich vielleicht Holger Fach in Darmstadt zugetraut hätte oder Fredi Bobic in Frankfurt aber Schmadtke und Stöger? Vielleicht war es eine verlorene Wette mit Didi Beiersdorfer, bei Bier und Schnaps und mittelmäßiger Musik, das kann sein aber eine andere Erklärung finde ich nicht. Furchtbar. Gleichfalls muss ich mir die Frage stellen wie unfassbar schlecht Miloš Jojić und Filip Mladenović trainieren müssen um nicht mal in die Nähe eines Einsatzes zu kommen. Gerade bei Jojic sitzt der Stachel der Enttäuschung doch schon einigermaßen tief, denn -und damit war ich nicht alleine- ich dachte wirklich, dass es sein Jahr werden könnte. Anscheinend nicht. Und dann ist da noch Paweł Olkowski, den ich am Samstag wohl Marcel Hartel vorgezogen hätte aber auch da scheint irgendwas nicht zu stimmen, denn auch er spielt beim aktuellen effzeh nicht mal eine Statistenrolle. Und das war es dann auch. Wir haben einfach nicht den Kader um diese Flut an Ausfällen angemessen kompensieren zu können.

Das soll jetzt auch gar nicht weiter in irgendwelche Wehklag-Orgie ausufern, letztlich sind wir immer noch ein Verein, der sich in der Liga konsolidieren will, der mit einer entspannten Saison nach unten gut leben kann und der in der Saison bisher alles aber auch wirklich alles richtig gemacht hat. Wir dürfen uns nicht beschweren und wir müssen aufpassen nicht in alte Mecker-Muster zu verfallen, denn wir haben nichts zu meckern. Vielleicht können wir wütend die Faust gen Himmel recken und die Fußballgötter verfluchen aber das nützt halt nur sehr begrenzt etwas. Wir müssen da jetzt durch und müssen versuchen die Halbserie möglichst geräuschlos zu Ende zu spielen. Peter Stöger wird in der Montags-EXPRESS mit dem Satz zitiert:

„Wir können uns jetzt jeden Abend treffen und uns in den Schlaf weinen. Oder wir machen unseren Job. Und der ist, dass wir es versuchen, sportlich aufzufangen.“

Und so sieht das aus. Wir haben schon schlimmere Situationen erlebt, wir hatten schon deutlich verzweifeltere Tage, wir klagen aktuell auf hohem Niveau, denn mit weiterhin 22 Punkten ist doch alles gut. Ja, vielleicht wirft uns die Verletzen-Situation ein Stück zurück, ja vielleicht verlieren wir dadurch wirklich den Anschluss an die internationalen Plätze und ja, verdammt, natürlich tut das weh. Aber wir werden auch das überstehen, wir werden eine Lösung finden. Daran zweifele ich keine Sekunde. Und wenn es nach den letzten drei Spielen in diesem Jahr immer noch 22 Punkte sein sollten, dann ist das eben so. Irgendwann werden die Tage wieder länger werden, keine Sorge.

Jetzt habe ich mich selbst in diesem Blog-Eintrag von zu Tode betrübt auf kämpferisch gesteigert und ihr solltet das auch tun. Vielleicht kommen durch die erzwungenen Einsätze von Özcan, Hartel und Guirassy schnellere Entwicklungsprozesse zu Stande als geplant, vielleicht bekommen wir im Winter einen oder zwei neue Spieler, die dann wieder das Normal-Niveau eines Schmadtke-Transfers erreichen und vielleicht rückt die Mannschaft noch enger zusammen, kämpft und sagt sich: Ey, verdammt, wir sind der 1.FC Köln. Los geht’s.

Uns, als Fans, bleibt in der aktuellen Saison nichts anderes übrig als ruhig zu bleiben und Niederlagen zu akzeptieren. Wie jetzt in Hoffenheim. Solche Spiele passieren, es wurden viele Fehler gemacht, es wurde auf das Spiel des Gegners nicht angemessen reagiert und man konnte die Defizite, die aus der Verletzen-Situation entstanden sind schön rausschreiben. Da verliert Özcan ein ums andere Mal den Ball im Mittelfeld, weil er die Gegen-den-Ball-Aktionen des Gegners so nicht kennt, gar nicht kennen kann. Da verläuft sich Marcel Hartel mit dem Ball und hält seine Seite nicht konsequent genug, da haben wir kaum ein Spiel auf Außen, im Zentrum fehlt das ordnende Füßchen von Lehmann enorm und in einer Viererkette mit Maroh als Innenverteidiger wäre das 2:0 so auch nicht gefallen. Das sind halt Dinge mit denen wir aktuell leben müssen.

Auf der anderen Seite war auch nicht alles schlecht. Was passiert mit dem Spiel wenn Tony Modeste in der 2. Minute nicht fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen wird, als er alleine aufs Tor zu läuft? In seiner aktuellen Form würde ich tippen, dass es eine 75-80%ige Chance auf das 0:1 gegeben hätte. Und dann? Entwickelt sich das Spiel komplett anders. Was passiert, wenn Risse die 100%ige macht? Oder Modeste nochmal? Oder Hartel? Chancen hatte der effzeh auch in diesem Spiel, allein es sollte nicht sein. Und die Effizienz, mit der Hoffenheim die Schwächen unserer Mannschaft ausgenutzt hat, war schon gut. Da wurden die sich ergebenen Räume konsequent genutzt, da wurde die Verteidigung im Raum cleverst überspielt und dann war die Abschlussquote auch nicht so schlecht.

War es eine verdiente Niederlage? Ja. Mit vier Toren Unterschied? Auf keinen Fall. Nur, nützt ja nix, jetzt isses passiert. Wenn es nicht so platt wär, würde ich gerne schreiben: “Mund abputzen, nach vorne gucken”, aber da es so platt ist, lass ich das lieber.

Am Samstag kommt Dortmund. Wird schwer. Aber der Fußball ist der Fußball, weil man nicht weiß wie es ausgehen wird. Auch das Spiel muss erst gespielt werden.

Come on effzeh!

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Bockcast #068

Es gibt eine Änderung im Bockcast. Thomas aka @koelnsued ist unter Aufbringung aller zur Verfügung stehender Bestechungsmittel dazu verpflichtet worden nicht mehr nur als Gast, sondern fürderhin als zweiter Gastgeber neben dem Verfasser dieser Zeilen zu fungieren. Es war zum einen nicht immer leicht einen Gast für die Sendung zu finden, zum anderen klappt das mit Thomas und mir ganz gut, denn wir haben komplett andere Fußball-Sozialisierungen genossen, sind daher -gerade was Fanthemen angeht- nicht oft einer Meinung und können uns so ein bisschen die Bälle zuspielen. Es soll also ein wenig konstanter werden. Ich Wir hoffen einfach mal, dass Euch das gefällt.

Aber natürlich wollen wir nicht unter uns bleiben auch in Zukunft werden wir uns auf die Suche nach Gesprächspartner begeben und Eure Lieblinge, seien es Martin oder Peter oder Heiko oder oder oder werden nicht vergessen und weiterhin hier regelmäßig zu Gast sein, so sie denn Zeit und Lust haben.

Den Anfang der Gästeliste macht heute Kristell, die in ihrem Podcast “Auf die Zirbelnuss” über den FC Augsburg redet und mit uns das staubtrockene Spiel des vergangenen Samstags analysiert. Ein Blick aus der eigenen Filterblase schadet ja nie.

Außerdem gibt es eine Menge zu bereden: Rettet den Grüngürtel, der effzeh geht einen Deal mit China ein, das Lazarett wird immer größer, die Liga ist oben eng und unten scheisse und dann geht es ja auch noch gegen Hoffenheim. Es ist also was geboten.

Wir wünschen viel Spaß und freuen uns wenn Ihr uns Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook hinterlasst. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Das hilft uns ungemein vielleicht auch ein paar neue Hörer zu akquirieren.

Was gesagt werden muss: Es wird auch hier viel zu wenig interagiert. Das ist verdammt schade, denn -wenn ich das richtig sehe- ist der Bockcast der einzige Podcast zum 1.FC Köln und da muss doch sowas wie Meinung, Lob oder Kritik abgebildet werden können. Kann doch nicht wahr sein, dass wir hier ins Leere senden. (Ist auch nicht wahr, ich kenne ja die Abrufzahlen aber manchmal kommt einem das schon so vor)

Also: Redet mit uns, verlinkt uns, empfehlt uns weiter oder sagt halt wenigstens dass es scheisse ist, wenn es euch nicht gefällt. Ist doch nicht so, dass wir eine Doktorarbeit von Euch haben wollen. Mann, ey.

Danke!

Falls Ihr uns wirtschaftlich helfen wollt, im Blog gibt es einen Spenden-Button, der freut sich genauso über Euren Besuch wie wir.

Gut, genug der Worte. Viel Spaß beim hören!

Come on effzeh!


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