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Kleine Kneipenkritik: Dicker Hund, Köln

In (sehr) loser Folge schreibe ich ja gerne mal über Kölner Kneipen und Restaurants, die ich gut finde, wo ich Spaß hatte, wo es lecker war. Ich bin mir gar nicht sicher ob ich schon mal einen Verriss geschrieben habe. Hmm. Muss ich mal nachschlagen. Jedenfalls, heute soll es dann soweit sein. Ich hatte gestern den schlechtesten Burger seit McDonalds das Afrika-Special bei irgendeiner Fußball-WM hatte (ich meine der hieß sogar McAfrika, oder? Das Ding in dem Fladenbrot… naja, egal, das auf jeden Fall). Und da ich ja ein guter Mensch bin, will ich Euch vor Schaden bewahren und meine Erfahrungen aufschreiben. Also:

Dicker Hund, Neusser Str. 87, Köln, Agnesviertel.
Seit Juni unter neuer Führung, streng hipster-kompatibel aufgestellt. Keine Chili-Cheese-Fries mehr, kein Pulled Pork (dazu später mehr), keine Sandwiches mehr. Burger sollen weiterhin bestellbar sein, was ich seit gestern Abend aber nur für einen schlechten Marketing-Gag halte. Dafür viel veganes Zeugs und Preise als ob es sich lohnen würde. Als Fleischgericht wird Spaghetti Bolognese, Pasta mit Tomatenpesto und Kokos-Hähnchen-Gemüse angepriesen. Normalerweise hätte wir direkt wieder rauslaufen müssen aber man will ja aufgeschlossen sein, nicht wahr? Nachdem die Bedienung dann acht, neun mal an unserem und den anderen leeren Tischen vorbei gelaufen war, kam dann jemand anders (keine Ahnung ob er da arbeitet, wir haben ihn danach nicht mehr gesehen) und hat die Getränke-Bestellung aufgenommen. Da saßen wir aber auch schon knapp zehn Minuten. Naja. dafür hatte er einen sehr schönen Bart. Muss man ja auch mal sagen.

Wir waren kuschelig zu zweit unterwegs und bestellten:
– 1 Weizen 0,5
– 1 Radler 0,3
– 1 Cheeseburger
– 1 Pulled Pork Burger
– 1 normale Fritten
– 1 Süßkartoffelfritten
– 1 kl. Beilagensalat

Hört sich erstmal machbar an, oder?

Dazu gab es “frisch selbstgebackenes Brot”, welches quasi zeitgleich mit dem Essen auf den Tisch gestellt wurde, eine halbe Stunde nachdem wir das Lokal betreten hatten. Man kann sich als hipper Laden nicht um Gäste kümmern, das sehe ich ja ein, man muss schon gut aussehen und sich an der Theke oder an einem Tisch verquatschen, klar. Für Gäste die nicht dem inner circle angehören ist das aber natürlich doof.

Nach einem Biss in der “Brot” konnte man ahnen wie sich der Abend entwickelt. Es staubte im Mund. Dazu gab es eine undefinierbare hellgrüne Masse, die entfernt an Kräuterbutter erinnert aber wahrscheinlich irgendwas ohne Butter war. Hat auf jeden Fall geschmeckt als wäre dem Teufel langweilig gewesen. Furchtbar. Zum Glück (wir waren ja so naiv) kam dann aber auch das reguläre Essen 30 Sekunden später an den Tisch. Das heißt, stimmt nicht, es kam erst mal der falsche Burger. Aber gut, das kann passieren, wenn man so viel andere Dinge zu tun hat.

Fangen wir mal mit dem Cheesburger an, den ich mir bestellt hatte. Sieht okay aus, oder? Das erste, was auffällt ist die kleine Bun-Größe. Es ist mehr ein Slider als ein Burger, dafür wird das Fleisch halt als Frikadelle gereicht. Muss man mögen. Das Brötchen an sich ist dann schon der erste Super-Gau. Ich weiß nicht was die da verbacken aber es muss ein sehr, sehr trauriges Schauspiel sein. Sagen wir mal, es schmeckte gesund. Wenn Ihr schon mal mit Germanwings geflogen seid, denn kennt Ihr bestimmt die kleinen Snacks, die auf Kurzstrecke gereicht werden. Diese eingepackten Brote mit der einen traurigen Scheibe Käse oder Pute dazwischen. Wo man nach dem ersten Bissen denkt: Herrjeh, hiermit kannste auch erdbebensicher bauen. Diese Dinger, sind pures Gourmet-Brot gegenüber der Frechheit, die da gestern aufgetischt wurde. Ernsthaft, das kann man nicht servieren. Ein Stück Pappe wäre fluffiger, leckerer und wahrscheinlich auch einfacher zu essen gewesen, als diese Ausgeburten der Brot-Hölle. Weiteres Problem: Nimmt man das Brot weg, nimmt man gleichzeitig auch 100% der Soße weg, weil nichts am Fleisch haftete, sondern sofort von der Teigmasse absorbiert wurde. Hat bestimmt was mit Physik zu tun. Wahrscheinlich habe die Teile einen eigenen kleinen Ereignishorizont aus dem nichts entfliehen kann.

Das Fleisch an sich machte einen okayen Eindruck, war aber viel zu durch gebraten und hat Salz wahrscheinlich nur als der Entfernung kennengelernt. Das Ding hat nach nichts geschmeckt. Ich mein, es ist ein frickin’ Burger, das ist ja nicht so schwer. Die einsame Scheibe geschmacklosen Käse, die halb angebacken auf dem Fleisch ihrem Ende entgegen sah, müssen wir hier gar nicht weiter erwähnen. Der Salat lag neben dem Burger, Gurken und Zwiebelringe habe ich nicht finden bzw. identifizieren können und eine dicke Scheibe Tomate quälte sich neben dem Fleisch den Abhang zum Teller runter. Lieb- und geschmacklos. Das ist gut, wenn Du für den DFB arbeitest aber eher schlecht für ein Restaurant.

Der Pulled-Pork-Burger bestand aus den gleichen Zutaten mit ein paar Stückchen Pulled Pork on Top. Ihr hättet mal unsere Gesichter sehen sollen. Nach der Karte gingen wir davon aus, dass es sich um Pulled-Pork im Brötchen handelt, nicht um eine, mit ein wenig PP drapierte, Frikadelle. Dafür hat der Käse auf dem Burger gefehlt. Gut, ist eins von vier Elementen, das kann passieren. Leute, Leute… Für uns machte die Kombination “Burger plus Pulled Pork” überhaupt keinen Sinn, weder geschmacklich noch sonst irgendwie. Es wird auch nicht mit Coleslaw angeboten, es gibt das Pulled Pork nur in diesem Burger. Auf Nachfrage am Ende der Reise wurde dies aber als normal und dem Konzept angemessen bewertet. Gut, wenn das Konzept ist keine Gäste zu haben, mag das stimmen.

Die Pommes waren nicht anständig ausgebacken, und bestenfalls mittelmäßig, Salz auch hier nicht vorhanden. Keine Knackigkeit, kein Crunch, nur Kartoffelmasse (hoffentlich waren es Kartoffeln und kein Ersatz-Produkt) in Form. Die Süßkartoffel-Pommes waren hingegen gut, die Dinger sind eigentlich nicht meins aber die haben selbst mir geschmeckt, waren schön kross gebacken und haben einfach lecker geschmeckt. Dazu gab es vier Soßen (2×2).
Curry: Zum vergessen. Hat geschmeckt wie angerührtes Curry-Pulver. Keine Nuancen drin, einfach nur volle Pulle Currypuler ins Maul
BBQ: Ebenfalls mies: Sehr süß, sehr dunkel. Kein Rauchgeschmack. Mehr eine Marmelade.
Majo: Handelsübliche 10-Liter-Eimer Mayo. Bisschen dünn, wahrscheinlich hat man das ein wenig gestreckt.
Fat Dog: Gut. Eine Art Majo / French Dressing Hybrid. Alles in allem das Highlight des Abends.

Der Salat: War halt ein Salat.

Fazit: So leid es mir tut, der Laden ist echt schön und hätte besseres verdient aber die “neue Führung” macht im Moment alles, dass man schnell wieder verschwindet. Das Brot ist eine Abscheulichkeit, das Fleisch geschmacklos, der Service und die Gastlichkeit lässt schwer zu wünschen übrig und die Preise sind hipster-heftig. Wir haben jetzt für unser Menü 38,- Euro bezahlt. Das ist dann schon ärgerlich, wenn wirklich gar nichts geschmeckt hat.

Vielleicht ist das Konzept ein “veganes und omnivores” Restaurant gleichzeitig betreiben zu wollen einfach zu anspruchsvoll. Vielleicht sind die veganen Gerichte der Hit, kann ja sein. Vielleicht ist das Brot das, was Veganer als leckeres Brot empfinden, ich weiß es nicht. Für Fleischfresser ist es auf jeden Fall ein Debakel, so viel kann ich sagen.

2 von 10 (die Fat-Dog-Soße und die Süßkartoffelfritten haben es rausgehauen)

Guten Appetit!

Spielplan 17/18

So, da isser also, der neue Spielplan. Überraschung zu Beginn: Derby in Gladbach. Damit reagiert die DFL sehr löblich auf den Terminstress der letzten Jahre und gibt satte 2 Monate Vorbereitungszeit jeden Unfug zu planen. Nach der langen Sommerpause gibt es doch nichts schöneres als zwei ausgehungerte, rivalisierende Szenen, die den Herbst begrüßen wollen. Gratulation, ich freue mich.

Erstes Heimspiel dann gegen den bereits durch die nur knappe Niederlage am ersten Spieltag zu Hause gegen Augsburg durch das Torverhältnis geretteten HSV, der höchstwahrscheinlich auch schon mit neuem Trainer anreist. Irgendeinen schwer alkoholkranken, sehr, sehr teuren Engländer vielleicht. Man wird sehen. Auf jeden Fall schon mal herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt, ihr macht nen tollen Job da oben und Kühne ist supi.

Entgegen der letzten Jahre prognostiziere ich dieses Jahr nicht die Meisterschaft für den 1.FC Köln, dafür sind die Bayern dann doch zu stark. Gratulation zum sechsten Titel hintereinander nach München.

Der Rest ist Langeweile. Ich tippe den FC auf einen 7.-13. Platz. Absteigen wär doof aber letztlich auch verschmerzbar nach der letzten Saison. Was sollen wir gewinnen? Wir haben doch jetzt das Maximum aus unseren Möglichkeiten rausgeholt und damit sollten wir doch auch zufrieden sein.

Dazu passend merkwürdige Kunde. Ich dachte immer, dass das uns der Chemnitzer FC damals ein Denkmal hätte bauen sollen, weil wir im Zuge des Alles-Was-Aus-Dem-Osten-Kommt-Und-Nicht-Bei-Drei-Auf-Den-Bäumen-Ist-Hype für (damalige Verhältnisse) obszönes Geld Rico Steinmann kauften aber was sich Schmadtke, Stöger und Wehrle bei Córdoba gedacht haben, muss ich erst noch herausfinden. Ich glaube in Mainz wird noch den ganzen Sommer gelacht. 15 Millionen? 16 Millionen? 17 Millionen? Irgendwas in der Richtung. Junge, Junge. Für einen furchtbar ungefährlichen und dazu noch andauernd schwalbenden Schauspieler ist das eine Menge Kohle. Naja, ich hatte ja schon mehr als einmal Unrecht, wir werden sehen.

Dazu noch das Modeste-Theater, das mir so unfassbar auf den Senkel geht. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und wer wem am Ende ein blaues Auge haut.

Egal, darum sollte es eigentlich gar nicht gehen. Spielplan war ja das Thema.

Ich hab uns (also eigentlich mir und meinem Termin-Chaos-Ich) mal einen Kalender gebaut, alle (Rahmen)-Termine findet Ihr

entweder per Direktlink hier

oder zum download für ical hier

Alle Europapokal-Termine sind ebenfalls eingetragen. Nach Veröffentlichung der genauen Anstoßzeiten wird das Ding aktualisiert.

Come on effzeh!

Das Restaurant am Ende des Universums

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.

Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.

Es geht auf das Ende zu, das ist offensichtlich. Wir sind gerade irgendwo zwischen Hauptgang und Nachspeise, vielleicht noch eine halbe Stunde, dann ist es soweit, dann macht es “zoing” oder “blaff” oder “puff”, wer weiß schon mit welchem Geräusch sich das Universum verabschiedet, es ist ja auch egal. Der Punkt ist: Es wird passieren (und wenn mir jetzt einer von Euch Klugscheissern mit Expansion und Verkümmerung usw kommt, dann setzt es aber was…) und wir können nichts dagegen tun. Wir können uns nur zurücklehnen (was wir machen sollten), ein letztes Schnitzel bestellen (ebenfalls empfehlenswert) und darüber lachen, weinen oder tanzen (je nach Gusto und Grad des Wahnsinns). Das Fußball-Universum, unser… nein, mein Fußball-Universum verabschiedet sich gerade ohne Knall und ohne Gedöns aber es ist eben unausweichlich. Das schreibe ich ja schon etwas länger, ich kann die Gähner bis nach Brühl hören, aber es ist eben so. Es ist ein Thema, das mich beschäftigt, das mich kaputt macht, weil es eben so ein großer Teil meines Lebens war.

Ist.

Verdammt nochmal.

Ich will gar nicht von Modeste und dem Theater um seinen Wechsel nach China anfangen, ich will gar nicht über die UEFA, Red Bull, die allgemeine Verarsche schreiben, weil es blödsinnig ist. Wir werden sehenden Auges belogen, betrogen und für dumm verkauft, die unsägliche Arroganz der anderen Seite verhindert auch weiterhin jede ernsthafte Auseinandersetzung und damit ist es dann halt auch gut. Es macht schlicht keinen Sinn. Wir müssen damit leben. Wenn wir uns denn weiter mit dem Thema beschäftigen wollen.

Nein, ich wollte heute nur mal kurz meine Gedanken zu Eurosport aufschreiben. Twitter eignet sich dafür nur sehr bedingt.

Vorweg: Ich bin ein großer Fan von Eurosport. Ich mag die Senderfamilie sehr, sie übertragen Sport, sie machen das was sie sollen in anständiger Qualität, sie sind nicht so deutschdusseligverliebt wie die öffentlich-rechtlichen Sender, sie scheuen auch keine langen Strecken und die Kompetenz der jeweiligen Moderatoren ist okay. Ich beschwere mich nicht über Eurosport, ganz im Gegenteil, ich habe mich wie Bolle gefreut, dass sie die Olympia-Rechte bekommen haben und auch die Vergabe von 45 Spielen der Bundesliga an Eurosport / Discovery und weg von SKY wurde hier im Haus mit Standing Ovations und dem Öffnen einer (sehr leckeren) Fritz Limo Zitrone zur Kenntnis genommen. Alles was SKY ein bisschen unter Druck setzt seine unwürdige Abspiel-Routine der Bundesliga, des Fußballs an sich, zu überdenken ist gut. SKY kauft Buschmann und Dahlmann, setzt weiter auf Zuschauerverblödung und unterstes Niveau, der Bundesliga-Kanal ist unter der Woche eine simple analoge Mediathek ohne Mehrwert und über die Qualität der Experten vor, zwischen und nach dem Spiel haben andere schon viel bessere Wort gefunden, als ich das je könnte.

SKY ist ein notwendiges Übel, nicht mehr. Es ist die Grundbesitzabgabe für Fußballfans. Niemand freut sich darüber aber du musst sie nun mal zahlen, weil es eben keine andere Möglichkeit gibt. Jedenfalls keine bequeme. Und damit sind wir auch schon am entscheidenden Punkt: Die Bequemlichkeit. SKY liefert mir die Bilder via Kabel oder Satellit ruckelfrei mit Fernbedienung schnell umschaltbar auf das TV, ich kann mich Samstags Nachmittags auf die Couch legen, erst zweite Liga gucken, dann Konferenz oder den effzeh, ich kann mir danach das Topspiel anschauen oder ASAT, ich kann auch mal schnell umschalten, wenn ich Tagesschau sehen möchte, es ist ein Fernsehprogramm. Ihr wisst, was ich meine, Ihr kennt das Konzept. Das ist was ich möchte und wofür ich gerne bezahle. Okay, so gerne nun auch wieder nicht aber da sind wir wieder bei der Unausweichlichkeit der Dinge.

Eurosport will das jetzt ändern. Eurosport will die 45 Spiele, die sie eingekauft haben nicht über ihren Pay-TV-Kanal Eurosport 2 senden, sondern ausschließlich über OTT. Das halte ich für einen mittelschweren Fehler. Für den Fußball, für die Bundesliga, für die Vereine und nicht zuletzt auch für Eurosport selbst, denn wenn man eins vom DSF bzw. von Sport1 lernen kann, dann, dass Image tödlich sein kann. Dass ein verdorbener Ruf so ziemlich das Schlimmste ist, was man sich im Medienzirkus aneignen kann. Da kommt man schnell in die Schmuddelkinder-Ecke und wie sich das für Constantin-Medien und eben Sport1 bezahlt macht, sieht man ja gerade sehr schön. Sie sind am Ende. Und das ist ein Schicksal, das ich weder Eurosport noch dem Fußball wünsche aber… hey, da kommt der Nachtisch.

Eurosport verlangt vom Fußballfan, dass er sich einen Player anschafft. Dieser soll vorerst 30 Euro im Jahr kosten, was nicht zu teuer ist. Eigentlich ist es sogar ein ziemlich guter Preis, wenn man die anderen Inhalte bedenkt. Wenn sie einen denn interessieren. Und selbst wenn nicht, 30 Tacken für 45 Spiele ist kein Preis, das kann man sich ohne Frage leisten, wenn man alle Spiele sehen will. Der Preis oder das Argument “da muss ich ja ein weiteres Abo abschließen” ist obsolet. Wer im Jahr 300 Euro oder mehr für SKY ausgibt, damit er Fußball gucken kann, der sollte sich über die zusätzlichen 30 Euro keine Gedanken machen. Das ist unkritisches Investment. Nein, nein, wie oben beschrieben hakt es für mich an der Bequemlichkeit.

Jetzt bin ich niemand, dem OTT fremd ist. Ich habe mlb.tv und DAZN, ab und an auch mal für ein Jahr den NFL Gamepass (ich fürchte dieses Jahr ist es wieder soweit, wenn da keine große Scheisse passiert – aber das ist ein anderes Thema) und auch Netflix sowie Amazon Prime Video haben auf meinem Fernseher eine Heimat gefunden. Das geht schon. Aber ich bin nicht meine Mutter oder mein Onkel oder von mir aus Schmitze Jupp aus Sülz. Für mich könnte das klappen. Aber schon bei mir ist die Frage ob ich ich das wirklich will. Wie viele Spiele sehe ich denn wirklich aufmerksam? Nur die des effzeh. Da sagen wir mal, dass mein Verein bei fünf der 45 Spiele dabei sein sollte. Das wär schon eine fiese Quote aber durch die Teilnahme am Europapokal…

[WIR SPIELEN WIEDER IM EUROPAPOKAL!]

…sind die Chancen eben ein Stückchen größer bei den Sonntags- und Montagsterminen berücksichtigt zu werden. Okay. Dann sind das fünf Spiele, für die ich den Eurosport-Player bräuchte. Die restlichen Spiel interessieren mich in etwa so viel, wie ein Finale im Feldhockey unter Beteiligung von Rot-Weiß Köln. Wenn es kommt und ich habe nix besseres vor, dann schalte ich es ein, ich twittere ein bisschen zwischendurch, zappe mal weg, zappe wieder zurück, was auch immer. Es läuft aber ich bin nicht versessen darauf. Freitagsabends kann ja z.B. auch mal ein Bierchen dazwischen kommen und Sonntags um 13:30 Uhr muss ich auch nicht zwingend Hoffenheim gegen Freiburg gucken. Aber gut, es gibt keine Einstiegshürde. Ich mache den Fernseher an und dann ist das Ding halt da.

Beim Eurosport-Player ist das eine ganz andere Sache. Ich muss mich bewusst dafür entscheiden eine Sache zu schauen. Ich muss ein Programm aufmachen (an welchem Gerät auch immer), ich muss mich einloggen, ich muss mich durch ein Menü wählen (nehm ich mal an, ich bin kein Kunde aber wie soll es sonst sein?) und dann habe ich einen Stream auf dem PC oder auf dem TV. Jetzt fällt mir aber nach fünf Minuten ein, dass ich doch noch kurz nachschauen wollte, welche Hitler-Doku heute bei N24 läuft. Oder wie die Küchenschlacht ausgegangen ist, wer der neue Präsident der USA wurde und warum auf Twitter gerade der Hashtag #prayforgieslerkölsch trendet. Ich nehme mir die Fernbedienung… ach Shit, ich bin ja gar nicht im Fernsehprogramm, ich bin ja in einer Anwendung. Also diese beenden, TV auswählen, auf’s ZDF schalten, ach guck, die Sophia aus Eckwarderhörne hat mit dem Fisch-Eintopf tatsächlich gewonnen. Sachen gibt’s. Okay. Das war das. Jetzt wieder Fußball. App auswählen, einloggen, Spiel auswählen, buffern. Ich tippe mal auf einen Zeitaufwand von zwei Minuten. Das hört sich nicht viel an aber was meint ihr, was einem zwei Minuten auf den Geist gehen können, wenn es vorher nur zwei Sekunden gedauert hat. Das ist mMn eine nicht zu unterschätzende Barriere. Und ich bin noch einer, der damit jetzt schon lebt. Ich bin das gewohnt, ich kann zur Not auch einen zweiten Screen ertragen. Das ist für mich alles kein wirkliches Problem und mir geht es schon auf die Nüsse. Und jetzt stellt Euch bitte mal den völlig technik-unaffinen 55jährigen Klaus-Dieter vor, der einen Scheißtag in der Buchhaltung der Hosenfabrik Buntfalter hatte, nach Hause kommt, keinen Bock auf Frau und Kinder hat und nur seine zwei Stunden Freitagsabend-Fußball-Hirnfreimachen-Beschallung haben will. Der rastet doch aus, wenn die Frau in der Halbzeitpause mal in die neue RTL Casting-Show für Tiere ohne große Reputation zappen will. Da werden Morde passieren.

Nein, ich halte es für einen wirklich existenziellen Fehler von Eurosport die Spiele nicht über das “normale” TV zu verbreiten. Ja klar, die “Nerds” werden das mitmachen, die Filterblase der hässliche-Hemden-Träger ist aber kein Maßstab. Wir reden hier von 4,81 (Stand Januar 2017) Abonnenten. Wobei ich keine Ahnung habe, wie viele davon Bundesliga nicht haben. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass mindestens 50% der SKY-Abonnenten auch Bundesliga kaufen. Da kann ich mich aber auch täuschen. Auf jeden Fall ist es eine Menge an Menschenmaterial, was heute alle Spiele gucken kann. Und damit sind wir ja noch nicht bei den Sportsbars angekommen, denn wie das für die laufen soll, da habe ich auch nicht die geringste Ahnung. Falls Eurosport jetzt -sagen wir mal- 50.000 mal den Player verkauft, dann sind wir auf DEL-Niveau. Lass es 100.000 werden, dann nähern wir uns der BBL oder HBL an. Nur als Gegenbeispiel: Am 32. Spieltag der abgelaufenen Saison sahen 680.000 Menschen via SKY den effzeh zu Hause gegen Bremen siegen. Neben dem Reichweiten- und damit Einflussverlust fangen wir besser von den Premium-Werbepartner der DFL gar nicht an, die sich sicher ein Loch in den Bauch freuen, wenn ihre Werbung aus dem TV verschwindet und als Ruckel-Stream in die unausgebaute Uckermark versendet wird.

Die Infrastruktur in Deutschland ist da ja nochmal ein ganz anderes Thema. Es gibt Gegenden in diesem Land, wo es auch heute noch technisch gar nicht möglich ist den Eurosport-Player anständig zu nutzen. Diese Zuschauer grenzt man also schon mal per se aus. Aber das nur am Rande.

Nein, ich sehe beim besten Willen keinen Erfolg auf uns zu kommen. Die Verhandlungsposition von Discovery gegenüber SKY ist mir klar, genauso wie vice versa, ich habe auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man sich einigen wird aber der aktuelle Stand der Dinge ist übel. Nur mit dem Player wird es Eurosport nicht gelingen Werbung für ihr Programm zu machen. Das klappt vielleicht im Randsport aber nicht im Fußball. Nicht mit der Bundesliga, will ich sagen, denn DAZN geht den Schritt mit internationalen Ligen schon länger aber auch hier sind wir bei einer Zielgruppe, die den oben erwähnten Klaus-Dieter gar nicht kennt. DAZN richtet sich nicht an die breite Masse, sondern an den Vollpfosten-Fan. An mich. Die Bundesliga ist aber in Deutschland fast schon Allgemeingut.

Das wird nicht gut gehen.

So, und jetzt überlegen wir uns noch schnell ob wir vor dem großen Knall einen Absacker trinken und dann gucken wir uns das mal an.

Gläser glitzerten, Silber schimmerte, Gold strahlte, Arthur Dent glotzte.

4 Jahre

Der 12.06.2013 war eigentlich kein besonders herausragender Tag. In Köln war es bewölkt, mit 21°C jedoch noch einigermaßen angenehm und geregnet hat es auch nicht. Große Weltpolitische Ereignisse fanden nicht statt, außer dass in Japan der älteste Mann der Welt, Jiroemon Kimura, mit 116 Jahren starb. Der EXPRESS beschäftigte sich in seinen Schlagzeilen mit der Gefahr von Küssen und SMS-schreiben während der Autofahrt (Küssen?) und verriet die “Geheimsprache der Reisekataloge”. Der Tag könnte in der Wikipedia als Paradebeispiel für ein belangloses Sommerlochs-Datum herhalten. Und doch war es ein Tag, den wir als Fans des 1.FC Köln eigentlich jedes Jahr feiern sollten wie Weihnachten und Ostern zusammen. Heute vor vier Jahren, am 12. Juni 2013 wurde Peter Stöger neuer Trainer des ehemals ruhm- und glorreichen effzeh.

Wir kamen aus einer enttäuschenden Zweitliga-Saison, am Ende stand der fünfte Platz in den Geschichtsbüchern. Heimniederlagen gegen Energie Cottbus oder Auswärts-Unentschieden beim SV Sandhausen waren der rote Faden der Saison. Christian Eichner, Adil Chihi, Thomas Bröker. Es kommt uns vor wie eine Ewigkeit, nicht wahr?

Der Verein stand am Scheideweg. Noch ein Jahr zweite Liga und es wird immer schwerer. Die Altlasten aus der Sonnenkönig-Zeit drückten wie zentnerschwere Gewichte auf den handelnden Schultern. Wir mussten dringend raus aus dem Unterhaus, denn eine Saison kannst du vielleicht noch auffangen, eine zweite mit viel Mühe auch noch aber dann wird es irgendwann hart. Der Etat wird von Jahr zu Jahr kleiner, du wirst als Verein immer unattraktiver für Spieler, die Fans sind irgendwann auch mal unzufrieden und plötzlich bist du der VfL Bochum oder Nürnberg oder Kaiserslautern und fragst dich, wann alles schief gegangen ist.

Zum Glück muss ich jetzt nicht schreiben, dass man bei uns diesen Zeitpunkt ziemlich genau auf den Juni 2013 festlegen kann, denn mit Peter Stöger kommt ein Mann an den Rhein, der in der heimischen Liga, mit einem recht kleinen Etat, gegen das scheinbar übermächtige Red Bull Salzburg, die Austria mit den meisten Punkten, die je ein österreichischer Meister erzielte, zum Titel geführt hatte. Viele Tore, viele Siege. Okay, es war Österreich aber dennoch. Ich hatte schon Hoffnung, dass der Mann was kann. Für mich war erstmal alles besser als Stanislawski, der für mich einer der furchtbarsten Trainer in der Geschichte des Clubs war. Ich weiß, dass das viele Fans anders sehen aber das kann ich ja nicht ändern. Soll er seinen Supermarkt machen, hab ich mir gedacht. Viel Glück und denk dran immer das faule Obst nach unten zu legen.

Handlungsspielraum hatten wir nicht groß, nur Hoffnung auf bessere Zeiten.

Mehr blieb ja nicht. Das war unser Wesen die letzten zwei Jahrzehnte. Hoffnung und Enttäuschung.

Ein Jahr später standen wir auf den Ringen, feierten wieder uns selbst und die Rückkehr zur Normalität. Unter Peter Stöger steigt der effzeh souverän als Meister auf. Dem schleichenden Tod noch mal knapp von der Schippe gesprungen.

In seiner ersten Bundesliga-Saison halten wir mit 40 Punkten und Platz 12 die Klasse und erkennen die Mannschaft fast nicht mehr wieder. Gefühlte dreißig 0:0 Unentschieden ermauert sich der Klub, der im letzten Jahr noch mit +33 Toren aus der Saison geht. Peter Stöger zeigt wieder seine besondere Gabe eine Mannschaft an die Umstände anzupassen, nicht die Umstände auf Gedeih und Verderb einem bestimmen System unterwerfen zu wollen. Er lässt völlig undogmatisch spielen, fast opportunistisch hässlichen Fußball. Er ordnet dem Ergebnis alles unter. Und auch wenn sich Hipster und Connoisseure nicht für die Spielweise des 1.FC Köln begeistern können, auch wenn sich gegnerische Fans regelmäßig ob des destruktiven Spiels beschweren und auch aus Köln die ein oder andere Stimme den Verhinderungsfußball ablehnt, so war es doch genau das, was diesem Verein gefehlt hat. Eine Saison, die Stabilität bringt, die ein Überleben in der obersten deutschen Spielklasse möglich machte. Die uns ein bisschen Luft zum atmen gibt und den Fahrstuhl anhält. Wir haben uns danach gesehnt und waren zufrieden. Mehr als das sogar, denn man konnte über die gesamte Saison eine Entwicklung erkennen. Spieler wurden sicherer, die Pass- und Laufwege etablierten sich mehr und mehr, die Zuordnungen, die Ketten, die Mannschaft wurde zu etwas Harmonischem.

Die Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 waren die vielleicht wichtigsten in der Geschichte unseres Vereins. Ich meine das komplett ironiefrei und im vollen Bewusstsein der Überhöhung aber ein Nicht-Aufstieg 2013 wäre ein absolutes Debakel gewesen und ein direkter Abstieg im Jahr danach vielleicht der eine Abstieg zuviel, den man nicht mehr korrigieren kann. Peter Stöger meisterte beide Herausforderungen mit der Ruhe und Gelassenheit eines buddhistischen Mönchs und machte uns den Mund wässrig auf kommende Jahre.

Und jetzt, vier Jahre nach dem Verpflichtung sehen wir uns auf dem 5. Platz der Bundesliga. Nach 25 Jahren spielt der 1.FC Köln ab dem Herbst wieder in Europa. In nur vier Jahren dreht Peter Stöger den Verein auf links, holt uns persönlich raus der Vorhölle, jeden einzelnen von uns, mit der Hand. Jedes Jahr wurde der Verein besser, jedes Jahr sahen wir eine Entwicklung des Spiels. Ja, des Spiels. Schon lange ist der Verhinderungsfussball nur eine von unzähligen Alternativen, die wir spielen können. Wir können uns anpassen, wir können im Spiel umstellen, wir können die Ketten ändern, wir können das Umschaltspiel schneller oder langsamer machen, wir können mit zwei oder drei oder auch nur einem Sechser spielen, wir können mit einem oder zwei zentralen Stürmen agieren, wir können die Außen ins Halbfeld beordern und umgekehrt wir sind vielleicht die taktisch flexibelste Mannschaft in der Bundesliga. Nennt mir eine andere Mannschaft, die losgelöst von der Qualität ihr Spiel so an die Herausforderung anpassen kann.

Und das ist Peter Stöger. Er ist ein Fußball-Lehrer, ein Trainer im wahrsten Wortsinn. Er macht Spieler besser, er macht Mannschaften besser. Er liest das Spiel und weiß, was er zu tun hat. Er ist pragmatisch und clever. Er ist einfach das beste, was dem 1.FC Köln passieren konnte.

Natürlich hat so ein Erfolg nicht nur einen Vater. Wir wollen das Team um Stöger nicht vernachlässigen, wir wollen Jörg Schmadtke, den Vorstand und das Präsidium nicht vergessen aber wie bei jedem Projekt braucht es einen Projektleiter, der dann am Ende für das Resultat gerade stehen muss. Und das ist nun mal Peter Stöger ohne den wir heute nicht dort ständen, wo wir stehen. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben.

Vier Jahre kommen mir vor wie eine Geschichte aus dem letzten Jahrhundert.

Am 12. Juni 2013 begann für den 1.FC Köln eine neue Zeitrechnung.

Danke Peter Stöger! Ich kann mich nicht tief genug verbeugen.

Bockcast #088 – Team Gutes Tun

Vor der Saison haben Andreas und ich ja die Torwette abgeschlossen und jetzt, es ist mittlerweile ja amtlich Sommerpause, ist es Zeit Euch liebe Leser und Hörer an Eure Wettschulden zu erinnern. Wir hoffen Ihr macht alle mit, denn seien wir ehrlich, mit einem relativ kleinen Betrag können wir vielleicht eine echt schöne Geschichte erzählen. Natürlich freuen wir uns beide, wenn wir vielleicht noch ein paar Mitspender durch diesen kleinen Bockcast-Spezial akquirieren könnten um die Sache noch etwas runder zu machen.

Schön wäre es, wenn das noch ein wenig mehr Verbreitung finden würde. Ein paar Likes oder geteilte Inhalte auf Facebook, ein paar Retweets auf Twitter und natürlich gerne auch anderweitige Verlinkungen können ja gar nicht schaden. Wer weiß, vielleicht gibt ja sogar der effzeh oder der HSV ein bisschen was, das wäre schon einigermaßen großartig.

#TeamModeste hat die Wette knapp gewonnen, darum sollten die #TeamRudnevs Menschen genau jetzt ihr Online-Banking anschmeissen und 25 Euro an folgende Bankverbindung überweisen:

Deutscher Kinderhospizverein e.V.
Kölner Bank eG
BLZ: 371 600 87
Konto-Nr.: 929933001
SWIFT-BIC: GENODED1CGN
IBAN-Nr.: DE98 3716 0087 0929 9330 01
Verwendungszweck:
Spende
Bockcast Torwette

(Das “Spende” ist wichtig, bitte nicht vergessen!)

Damit Ihr nicht nachgucken müsst, #TeamRudnevs waren:
– Marion
– fschmidt77
– austaust1
– Der Übersteiger
– Naara1909
– BauerJaM
– Jürgen Libertus
– WalterGreen
– Stefan Keller
– maik216
– runnertobi
– Arne1904
– MrsCgn
– vanJupp
– Astimumm
– madmax1896
– Artjoms Rudnevs

Dazu gab es noch diverse Sonderwetten und unklare Absichten, die allesamt als verloren gelten.
– Saskia
– Dagobert95
– Holger
– Uehmche
– ich selbst

Und natürlich darf man auch ruhig als #TeamModeste mitmachen. Es muss ja nicht unbedingt der volle Betrag sein 🙂

Andreas und ich hoffen auf rege Beteiligung und überlegen uns für nächstes Jahr etwas neues.

Danke!


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In der Stadt

Ich bin ja kein Fotograf, das wirklich Künstlerische fehlt mir. Aber heute, bei einem kleinen Spaziergang rund um den Eigelstein, da musste ich dann doch mal knipsen. Ein herrlicher Tag in der Stadt. Immer wieder erstaunlich, auf welche unterschiedliche Art und Weise selbst eine -auch für den Kölner- nennen wir es mal herausfordernde Stadt wie Köln verzaubern kann, wenn man sie im rechten Licht und in Ruhe betrachtet. Klick für groß.

Ruhe im Veedel

Blick in den Innenhof der alten Hansa-Brauerei

Stadtleben

Stadthaus am Hansaring

Kölner Rum Kontor

Die Oma sitzt in der Sonne

Anno Pief

Im Stavenhof

Eigelstein-Torburg

Bockcast #087

8999 Tage nach der 0:3 Niederlage im Celtic Park ist es also passiert. Und wir können es noch gar nicht richtig fassen. Mit mir freut sich Thomas, Martin und Heiko. Ein Fest. Wir sprechen eigentlich nur über unsere Gefühle, das Spiel an sich kommt -glaube ich- in einem Satz vor.

Leute, Europapokal. Es hört sich immer noch unwirklich an.

Das war der Bockcast für die Saison 2016/17, wir gehen in Sommerpause. Wir hoffen Ihr hattet auch dieses Jahr wieder euren Spaß mit uns, wir freuen uns über Eure Kommentare und wenn Ihr den Podcast etwas unterstützen wollt, dann würden wir uns natürlich auch nicht ärgern.

Ich hoffe inständig, dass es auch nach dem Sommer weitergehen wird, dass sich der effzeh nicht auf das Abenteuer chinesischer Investor einlassen wird. Das wird aber abzuwarten sein. Also, wir, Thomas und ich und ganz bestimmt auch unsere Gäste wünschen Euch einen grandiosen Sommer, die Auslosung der Gruppenphase ist am 25. August in Monaco. Spätestens danach sollte es auch hier weitergehen.

Haut rein. Come on effzeh!


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Europapokal

So langsam setzt das Verstehen ein. Es ist jetzt drei Tage her seit der 1.FC Köln 2:0 gegen Mainz gewann und zum ersten Mal seit 25 Jahren den Einzug in einen europäischen Wettbewerb festmachen konnte. Am Samstag war es unwirklich. Es war eine pure Explosion der Freude. Wie sagte es Nick Hornby damals so wunderbar:

I fell in love with football as I was later to fall in love with women: suddenly, inexplicably, uncritically, giving no thought to the pain or disruption it would bring with it.

Wir verliebten uns zuerst in den Fußball und dann in einen Verein (obwohl ich mir bei mir da nicht ganz sicher sein kann, weil der effzeh schon der Auslöser war Fußball überhaupt wahrzunehmen. Siehe hierzu den Text, den ich damals JJ geschrieben habe), wir vergaßen über die Jahre warum und weshalb wir diese Obsession, diese Besessenheit in uns tragen. Sie wurde einfach ein Teil von uns. Wir akzeptierten den Fakt, dass wir uns von allen Scheiß-Dingen, die man machen kann ein besonders desaströses Hobby ausgesucht hatten: Wir hatten unser Herz an einen Fußballverein verloren und keine Chance es zurück zu bekommen.

Auf unserem Fan-Konto gab es bisher nur Einzahlungen zu verzeichnen. Über Jahrzehnte im immer gleichen Takt: Abstieg, Aufstieg, Blamage, Abstieg, Blamage, Aufstieg, Blamage, Zypern, Abstieg. Es ging in einem fort und als vor fünf Jahren der Verein am Boden lag, als wir fassungslos vor den Ruinen unseres sozialen Lebens standen, als wir uns in den Arm nahmen und ein Bier tranken, weil es ja sonst nichts zu tun gab, da wurde uns klar, dass es fast schon egal war. Dass es eben dazugehört, dass wir uns damit abzufinden haben. Nächstes Jahr geht es dann eben wieder gegen wasweißichdennwerausderdrittenligaaufsteigt und am Ende werden wir wahrscheinlich wieder über die Ringe toben und von Europa singen und von Nie mehr zweiter Liga und so weiter und so fort. Und ein Jahr später stehen wir wieder da und verzweifeln. Es war in Stein gemeißelt und eben von einer höheren Macht so entschieden worden. Wir lachten bitter und bestellten noch ein Bier. Scheiß drauf, es nützt ja nichts.

All diese endlosen Eskapaden waren am Samstag mit einem Schlag vergessen. Als um 17:22 Uhr die Stadt zu beben begann.

Wir verstanden noch nicht genau was da passiert ist. Wir konnten es noch nicht genau fassen, nicht abschätzen, was es aus uns machen würde. Als die Cubs im letzten Herbst zum ersten Mal seit 108 Jahren die World Series gewannen, saß ich morgens um 7 vor dem TV und hatte eine Träne im Auge. Einmal weil es so ein überragender Sieg war aber zu anderen auch, weil ich daran dachte, dass ich genau so etwas auch noch einmal in meinem Leben mit dem effzeh erleben möchte. Einmal noch auf die Straße gehen, wildfremden Menschen in die Arme fallen, mich völlig hingeben in den Jubel und die Erleichterung nicht ein gutes Stück meines bisherigen Lebens einem lost cause gewidmet zu haben. Ich wollte noch einmal sagen können: Siehste, Christoph, siehste, Stefan, das war es wert. All der Mist, den wir uns angetan haben über all die Jahre, der war es wert. Wir haben es uns verdient. Heute ist unsere Nacht.

Der Samstag war praktisch der -man verzeihe mir hier den Vergleich, ich habe darüber nachgedacht, mir fällt nichts passenderes ein- Orgasmus nach einer endlosen, fünfundzwanzigjährigen Fickerei. Man möge sich diese Erleichterung bildlich vorstellen.

Jetzt, mit etwas Abstand weicht die Erleichterung schleichend dem Glück, denn wir realisieren langsam, dass es kein Traum war. Oder ist. Dass wir wirklich ab Herbst nach Europa fahren werden, dass am 25. August in Monaco wirklich einen Kugel den mit “1.FC Köln” beschrifteten Zettel in sich tragen wird. Vielleicht werden wir es erst im September, wenn wir uns dann auch wirklich aufmachen, ganz begreifen können. Ich weiß es nicht, ich kann das noch nicht genau einschätzen, ob es eine Steigerung der aktuellen Gefühlswelt geben kann.

Auf jeden Fall ist es Zeit ‘Danke’ zu sagen.

Danke an Peter Stöger. Für die jahrelange akribische Arbeit. Für eine spielerische Entwicklung, die mit Ruhe, Verstand und Einfühlungsvermögen durchgeführt wurde. Für taktische Disziplin, die wir in Köln sonst nur aus dem Fernsehen kannten. Für die Empathie zu seiner Mannschaft aber auch zu unserer Stadt.

Danke an Manfred Schmid, Yann-Benjamin Kugel, Marcel Abanoz und Alexander Bade. Ein Cheftrainer alleine reicht nicht.

Danke an Jörg Schmadtke. Für kluge Entscheidungen und professionelles Management. Auch so etwas, was wir vor ihm immer in den Bereich der Mythen abgetan haben.

Danke an Alexander Wehrle. Für eine finanzielle Konsolidierung, die ich nicht für möglich gehalten habe. Seien wir ehrlich, die Bücher sahen nicht gut aus.

Danke an Toni Schumacher, Markus Ritterbach und Werner Spinner. Für einen skandallosen Vorstand. Das reicht ja manchmal schon.

Danke an
Timo Horn
Thomas Kessler
Sven Müller
Neven Subotic
Dominique Heintz
Frederik Sörensen
Dominic Maroh
Jonas Hector
Pawel Olkowski
Lukas Klünter
Konstantin Rausch
Marco Höger
Marcel Risse
Milos Jojic
Christian Clemens
Salih Özcan
Leonardo Bittencourt
Marcel Hartel
Matthias Lehmann
Artjoms Rudnevs
Simon Zoller
Yuya Osako
Sehrou Guirassy und
Anthony Modeste

Jungs, was IHR diese Saison geleistet habt, das kann Euch niemand mehr nehmen. Ihr könnt Euch das ganze Ausmaß dieses Triumphes vielleicht noch gar nicht vorstellen. Ihr habt uns glücklich gemacht. Ihr habt uns etwas gegeben, was wir Euch nie zurückzahlen können. Danke! Ihr seid die Geilsten!

Danke an Frank Almstedt, Kresimir Ban, Paul Schiedges, Dr. Paul Klein, Klaus Maierstein, Dr. Peter Schäferhoff, Thorsten Klopp und Maximilian Vollmar. Nichts geht ohne Menschen im Hintergrund. Man bekommt keinen Ruhm aber ohne sie kann gar nichts entstehen.

Danke an Bayer Leverkusen und Bayern München für ein professionelles Verhalten am letzten Spieltag.

Danke an die Fans des 1.FC Köln, die Müngersdorf Woche für Woche in ein Tollhaus verwandeln, die sich nie von ihrem Weg abbringen ließen und die nun endlich auch in Europa zeigen können, warum sie den Ruf haben etwas ganz besonderes zu sein.

Europapokal. Großartig.

FC – Mainz: 25 Jahre

Plötzlich denkst du an 1998. An den ersten Abstieg. An Oliver Held und Jürgen Kohler. An dieses schäbbige 2:2 zu Hause gegen Leverkusen. Dann denkst Du an Spiele in Aue, wo es zwar den leckeren Nudeltopf gibt, der alleine aber nicht Anreiz sein sollte öfter als unbedingt nötig dorthin fahren zu müssen. Du denkst an Dietmar Artzinger-Bolten und Wolfgang Overath. An Volker Finke und Holger Stanislawski, erinnerst Dich an dieses Spiel bei Rot Weiß Essen, an 1033 Minuten ohne Tor, an die endlosen Niederlagenserien an all den irrationalen Schmerz, den dieser Scheißverein dir über die Jahre bereitet hat. Du denkst an die schwarze Wand und an die Ausschreitungen gegen Duisburg. An 25 Jahre Durst und Sehnsucht.

Und dann läuft Yuya Osako alleine auf das Tor zu.

25 Jahre.

Ich habe keine Worte.

Bockcast #086

Mit einem Schlag können heute 25 Jahre weggewischt werden. Mit einem eigenen Sieg und ein bisschen Glück auf den anderen Plätzen könnten wir es tatsächlich schaffen einen Platz im europäischen Wettbewerb oder zumindest in der Qualifikation für selbigen abzustauben. Thomas und ich sind kaum aufgeregt.

Come on effzeh!
Lass uns träumen.


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