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Bockcast #078

Nach dem Sieg gegen Hertha spreche ich mit Thomas über Herzinfarktsituationen und irrationale Ängste trotz komfortabler Führung, feiern Tony Modeste und schauen einfach sehr, sehr positiv in die Zukunft. Die Länderspielpause kommt uns gelegen und auch der Blick auf die unteren Regionen der Tabelle macht uns nicht depressiv.

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Come on effzeh!


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FC – Berlin: Tony, Timo und ein Halleyuya

In der 77. Spielminute reicht es mir und meinem nicht mehr ganz jungen Herz plötzlich. Ich halte es nicht mehr aus und muss kurz weg vom Spielgeschehen. Gerade hat die Hertha den Ball wieder mal in Richtung 30-Meter-Grenze vor dem Kölner Tor geschlagen, da steht eigentlich niemand der den Ball verwerten kann, einzig Yuya Osako ist in Reichweite. Er hat Zeit zur kontrollierten Ballannahme, kann sogar schauen ob ein Konter eingeleitet werden kann und wenn nicht, auch nicht schlimm, dann wird eben ein wenig quer gepasst. Aber was passiert? Osako nimmt den Ball nicht an, sondern will ihn wieder in die Hälfte der Berliner zurück hauen, trifft ihn nicht richtig und nach ungefähr fünf Metern Raumgewinn nimmt ein Berliner die Pille wieder auf um den nächsten Angriff auf Timo Horns Tor zu starten. Ich raste dezent aus. Ich muss raus, ich kann das nicht mehr sehen. Wir führen 4 zu 2 gegen die Hertha und dennoch habe ich bei jedem gegnerischen Ballbesitz das Gefühl, dass irgendeine Katastrophe kurz bevor steht. Es wird noch was passieren, ich kann es praktisch in der Luft schmecken und dieser Klärungsversuch von Yuya bestärkt mich nur in meiner Annahme. Verdirb mir bloß nicht das Wochenende, effzeh. Macht es nicht. Lass es dir nicht einfallen.

Ich stehe auf, gehe mir einen Kaffee machen. Zum Glück muss ich nur einen Knopf drücken, denn motorische Aufgaben wären wohl nicht drin gewesen in dieser 77. Spielminute. Vielleicht war es auch schon die 78., wer weiß. Nach einer gefühlten Ewigkeit gucke ich wieder auf das Bild. Immer noch 4 zu 2, es läuft die 82. Minute. Okay, Okay. Wenn bis zur 91. Minute kein weiteres Gegentor fällt, erlaube ich mir an die drei Punkte zu hoffen, alles andere wäre töricht und naiv.

Die Zeit vergeht nicht. Ich beobachte die kleinen häßlichen Sekundenanzeiger oben rechts. Wie viel in fünf Sekunden auf dem Platz passieren kann. Unzählige Szenarien gehe ich in Gedanken durch. WhatsApp auf, was geschrieben, Twitter kurz durchgescrollt, aufgestanden, vier Runden ums Sofa getigert. Wieder ein Blick auf die Uhr. Das hat mir eine Minute gebracht. Noch fünf. Plus Nachspielzeit. Längst schon herrscht auch auf dem Feld keine stringente Ordnung mehr. Der effzeh stellt sich in den Weg, macht die Räume in der Mitte einigermaßen eng und haut die Bälle halt raus. Versucht sich seiner Haut zu retten wie Sigourney Weaver im ersten Alien: Situation erkennen, handeln. Keine Sekunde wird in die Zukunft geblickt. “Tor in Bremen” wird eingeblendet als ob es mich interessieren sollte. Tut es nicht.

Noch zwei Minuten. Ecke für die Hertha. Brooks geht wieder zum Kopfball, in mir bricht alles zusammen. Nein, Mann. Zu früh, das wären dann noch fünf Minuten. Oh Gott. Als nächstes sehe ich nur dass Maroh(?) den Ball raushaut, für den Augenblick klärt. Tiiiiiiimmmooooo ruft es in meinem Kopf. Wie geil der Typ ist. Gehalten.

Tick, Tack. Immer noch die Nachspielzeit. Ein Foul der Hertha, wir haben einen ruhenden Ball. Kommt schon Leute, das muss es doch sein. Der SKY-Reporter, ich glaube es war Roland Evers fängt schon mit dem Fazit an. Verdienter Sieg für den 1.FC Köln sagt er und ich versuche mich zu mäßigen um die Fernbedienung nicht ins Gerät zu schmeissen. Mann, halt den Mund, es sind noch zwei Minuten.

Noch mal ein Ballgewinn, ich stehe hinter dem Sofa, die Hände über dem Kopf, ich gucke nur noch halb hin. Jetzt müsste es eigentlich reichen. Ein paar Sekunden noch, das schafft nicht mal der effzeh noch zu verkacken, komm, flööt aff. Bitte.

Und dann ist es vorbei. Gewonnen. Ich sacke zusammen, kann mir nur ein “Puh” rausdrücken und schlage eine gefühlte Minute auf ein armes, eigentlich sehr unschuldiges und für Züchtigungen gar nicht vorgesehenes, Couchkissen ein. Mann, ey. Was der Fussball, nein, was der 1.FC Köln aus mir macht, Woche für Woche.

Dann setzt es langsam ein: Gewonnen, drei Punkte, vier Tore, Anthony Modeste, der effzeh auf Platz 6 nach 24 Spieltagen, was sind da schon die acht bis zehn Lebensjahre, die mich diese 90 Minuten (eigentlich nur die letzen 45 Minuten) gegen die Hertha gekostet haben? Nichts.

Ich überlege, ob ich diesen Text hier schreiben soll. Ich lasse es sein, ich bin zu müde.

Wow, was für ein Spiel. Wenn man es kurz zusammenfassen möchte, dann haben Tony Modeste und Timo Horn den Unterschied gemacht, denn Tony ist wirklich und wahrhaftig ein Magier in diesen Tagen. Er verwertet alles. Guckt euch mal das 2:0 an, dieses Tor ist absolute Weltklasse, genauso wie die Ballannahme vor dem 3:0. Fünfzig Millionen? Am Arsch, liebe Chinesen. Es gibt, ich bleibe dabei, kein Szenario in dem ich einen Wechsel in der laufenden Saison toleriert hätte. Der Mann ist mit Gold doch gar nicht aufzuwiegen. Er ist unsere Lebensversicherung, unser Herzschrittmacher. Auf der anderen Seite des Feldes ist Timo Horn gestern genau so wichtig gewesen, denn die drei Plus von Tony gleicht er mit Drei Minus für die Hertha aus. In der ersten Halbzeit hält er überragend gegen einen Ibišević-Kopfball, in der zweiten Halbzeit lenkt er -mit einem Monsterreflex- einen Ball über das Tor, der kam ebenfalls von Ibišević und wie oben beschrieben hält er auch noch den Kopfball von Brooks kurz vor Schluss. Das können genauso gut drei Gegentore sein.

Ja, ich gebe zu, das ist etwas kurz gegriffen. Die Mannschaft war als ganzes besser als in Ingolstadt aber das war auch nicht sonderlich schwer, denn wie jeder von euch gesehen hat, ist eine Verschlechterung zu diesem Auswärtsspiel letzte Woche wahrscheinlich qua Naturgesetze gar nicht möglich. Aber es gab schon ein paar Auffälligkeiten: Pawel Olkowski hatte seine Seite gut unter Kontrolle, machte wenige Fehler, auch weil er sich sehr streng auf seine Defensivaufgaben beschränkte und den Weg nach vorne nicht aktiv suchte. Im Mittelfeld hatte Matthias Lehmann endlich wieder die Zügel in der Hand, verteilte (natürlich besonders in der ersten Halbzeit) die Bälle geschickt und sicher. Milos Jojic rannte und kämpfte und hatte auch ein paar gute Szenen im Vortrag nach vorne, die jedoch leider oft im Ballverlust endeten, da er sich eine halbe Sekunde zu spät vom Spielgerät trennen wollte. Thomas und ich sprachen darüber ja schon im letzten Bockcast. Dennoch denke ich, dass es kein wirklich schlechtes Spiel von Jojic war. Jedenfalls war es kein Qualitätsverlust zu Rausch. Und dann ist da ja noch Yuya Osako, der wieder ein gutes Spiel machte. Nicht nur sein Tor zum 1:0, sondern auch seine Ballsicherheit und die Fähigkeit die durch Modeste gerissenen Lücken zu nutzen machen ihn im Moment wahnsinnig wertvoll für den effzeh.

Doch, es lässt sich nicht vermeiden, wir müssen auch ein paar Dinge ansprechen, die nicht so hundertprozentig gut laufen im Moment: Seit dem Debakel in Hamburg haben wir in sieben Spielen 15 Gegentore kassiert. Nur in einem Spiel (dem 1:1 in Freiburg gegen Schalke) blieb der effzeh ohne mindestens zwei gefangene Treffer. 15 Gegentore haben wir in der gesamten Hinserie kassiert. So viel zum Vergleich. Das ist zu viel, denn nicht in jedem Spiel kann Modeste drei Tore schießen. Woher kommt es, dass das einstige Prunkstück des 1.FC Köln, die stabile Abwehr so unsicher wirkt, dass wir diese oben beschriebene Angst haben müssen? Woher kommt die Unruhe, dass gefühlt jeder Ball, der auch nur annähernd in Richtung eigenes Tor geht ein potenzieller Gegentreffer ist?

Ich denke, dass die Erklärung gar nicht zuvorderst in der Abwehr zu suchen ist, denn auch wenn quasi in jedem Spiel eine andere Kette spielen muss, so sind die Protagonisten doch individuell nicht die schlechtesten in der Liga. Egal ob Maroh, Olkowski, Sörensen, Subotic, Heintz oder Hector, die Zusammenstellung kann nicht der Grund sein. Und dass Mavraj weg ist, dürfte auch keine Entschuldigung sein. Für mich liegt die Krux in der Unterstützung durch das Mittelfeld, die uns durch die vielen Verletzten immer mehr abhanden gekommen ist. Rausch, Zoller, Clemens, das ist leider keine Qualität (auch wenn Clemens gestern sein vielleicht bestes Spiel in dieser Saison machte), die uns hilft. Es werden einfach im Mittelfeld zu viele Bälle verloren, die dann zu einer Masse an Angriffen führen und die Abwehr mit laufender Spielzeit vor immer größere Probleme stellt. Die Laufleistung muss sich anpassen und das ist, vornehm ausgedrückt, nicht unbedingt die Stärke unserer Abwehr, die ja eher über das genaue Stellungsspiel und das geschickte Verschieben kommt.

Zum Glück ist jetzt erstmal eine Woche Pause. Leonardo Bittencourt dürfte in Hamburg wieder dabei sein, genauso wie Frederik Sörensen. Dann kann Hector wieder auf die Sechs um den Ausfall von Matthias Lehmann, der sich dummerweise die fünfte gelbe Karte abgeholt hat, zu kompensieren und dann gucken wir mal, dass es etwas stabiler ist, denn, wie gesagt, mit einem Zwei-Gegentore-Schnitt kommst du eigentlich nicht sonderlich weit in der Liga. Trotz eines Tony Modeste.

Doch heute können wir schon noch zufrieden sein. Der Sieg gibt uns Hoffnung, dass es vielleicht doch etwas werden könnte mit dem ganz großen Wurf dieses Jahr. Vor der Partie war es für mich das wichtigste Spiel des Jahres, denn bei einer Niederlage wäre Europa wohl kein Thema mehr gewesen. So aber lebt die Saison weiter.

Und auch wenn Carolin Kebekus, sich vor dem Spiel nicht entblödete bei SKY zu sagen: “Europa, Europa, wir brauchen Europa nicht, Europa soll zu uns kommen”, was mich so unglaublich aggressiv machte, dass ich am liebsten durch den Fernseher gesprungen wäre (wahrscheinlich wollte sie witzig sein und kommt doch nur rüber wie ein ignorantes, prolliges, vor allen Dingen dummes Asiweib – und zwar nicht als Rolle, sondern als reale Person, was es so traurig macht), so beharre ich auf dem Gegenteil: Doch, wir brauchen Europa. Ich brauche Europa. Bald.

Come on effzeh!

Bockcast #077

Nach dem furchtbar schlechten Spiel in Ingolstadt sitzt der Frust bei Thomas und mir tief. Wir versuchen zwar ein wenig zu analysieren woran es lag, kommen aber über ein “so Tage haste halt” nicht wirklich hinaus. Tja. So ist das.

Darüberhinaus gibt es gar nicht viel zu besprechen, ein kurzer Blick auf das verdammt wichtige Spiel gegen die Hertha und dann war es das auch schon für diese Woche. Wir hatten beide keine rechte Lust. So Tage haste halt…

Dennoch wünschen wir auch mit dieser etwas verkürzten Ausgabe viel Spaß und freuen uns, wenn ihr uns auch weiter empfehlt. Verlinkungen und Likes sind gerne gesehen.

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Més que un club

Barca schafft historisches. 6:1 schlägt das Team aus Qatar Katalonien den -nach dem 4:0 Hinspiel-Sieg- favorisierten PSG aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Frankreich. Ein Fußballfest, nicht wahr? Die UEFA wird es als das “Comeback des Jahrhunderts” verkaufen, drunter wird es nicht gehen. In Asien werden die Schulkinder gleich aufwachen und in ihre 150 Euro Trikots schlüpfen, sich vielleicht vorher noch den Kopf Neymar-like rasieren lassen und, wer weiß, vielleicht fällt die erste Stunde in der John-Woo-Grundschule für schöne Künste zu Langfang auch aus, wenn der Lehrer selbst das Spiel noch mal nachschauen möchte. Die ganze Welt müsste auf den Tischen tanzen und jubeln, sich jedes Haar einzeln vom Kopf reißen ob  des Wahnsinns, ob der infernalischen Kraft, die ein 6:1 auslöst. Zwei der besten Mannschaften der Welt, im wahrscheinlich besten Wettbewerb der Welt (die Copa ist in der Spitze zwar nicht weit weg aber insgesamt ist die UCL wohl doch noch stärker) und dann fällt da in der 95. Minute der Treffer für die Hausherren, für die schon mausetoten  rot-blauen vor ihrem 99.000 Köpfe zählenden Heimpublikum. Europa müsste beben unter dem Jubel.

Gut, bis auf die Île-de-France, vielleicht.

Jaha, das Spiel wird uns verfolgen. In dreihundert Rückblicken, auf BlueRay und wahrscheinlich auf Oculus Rift. Wir werden zu hören bekommen wie magisch der Fußball sein kann. Wie unübertrieben schön nur dieses eine Spiel, diese eine Nacht war. Bilder mit nach dem 3:1 weinenden Kindern, die nach dem Schlusspfiff ihrem greisen Großvater in die Arme fallen, der das Spiel nur noch mit einem halben Auge aber mit vollem Herzen begleiten kann, werden um die Welt gehen. Die Promotionmaschine des Weltfußballs wird anlaufen, so sicher wie das Amen in der Kirche.

Dass die UEFA, die gestrigen Proteste der Bayernfans in London mit einer Untersuchung würdigt (offiziell weil eine Klorolle auf das Feld geworfen wurde – ein Klorolle, das muss man sich mal vorstellen!) und anscheinend nicht sonderlich amüsiert über die deutliche Kritik an den Eintrittspreisen war (ich nehme an der 7jährige Muhbashir, der für Adidas die Championsleague-Bälle in Pakistan für siebzig Cent am Tag zusammennäht, wird ebenso empört, ja fast aufgebracht sein, ob der Ungerechtigkeit die der UEFA da widerfahren ist), diese Steilvorlage aus dem Camp Nou aufnimmt, mit schwitzigen Händen und großen Augen, sie ausschlachten wird und die Geschichte mit einer -ich spekuliere nur- “Never give up” Bravo-Foto-Love-Story in die sozialen Medien und in die Welt bringt… Nein, meine Freunde, daran gibt es keine Zweifel.

Der Fußball als Traumwelt, als paradiesische Erfüllung unserer Hoffnungen und Träume. Alles ist möglich, man muss nur daran glauben. Und es wird sich verkaufen, keine Frage. Es ist und bleibt eben das wunderschöne Spiel…

Bockcast #076

Nach der Niederlage gegen die Bayern und insgesamt einem mageren Pünktchen aus den letzten vier Spielen kommt es für den effzeh so langsam darauf an. Man mag dazu geneigt sein zu sagen, dass die nächsten Spiele für den Ausgang der Saison einigermaßen entscheidend sein werden aber wenn wir ehrlich sind, haben wir doch jetzt schon das Saisonziel eine ruhige, nicht im Abstiegskampf verhedderte Saison zu spielen, schon erreicht, oder? Naja. Mal schauen.

Thomas spricht mit mir über die Verletzenmisere, die kommenden Aufgaben und die unschönen Begleitumstände der Woche, hält sich aber überraschenderweise mit Schmähgesängen zurück. Die wären bei unserem heutigen Gast auch alles andere als angebracht, denn Alex von Collinas Erben gibt sich die Ehre im Bockcast und lässt uns ein wenig in das verstörende Seelenleben eines Bayernfans blicken. Das macht er aber natürlich überaus charmant.

Wir wünschen viel Spaß mit der 76. Ausgabe des Bockcast und freuen uns, wenn ihr uns auch weiter empfehlt. Verlinkungen und Likes sind gerne gesehen.

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FC – München: Der Tod auf Raten

Als es nach dem Schlußpfiff in Müngersdorf noch einmal laut wurde, als die Fans noch einmal zum “Erster Fußballclub Köln” ansetzten, wurde es wieder einmal klar: Ein Spiel gegen die Bayern ist für den Gelegenheits-Rosinenpicker-Zuschauer das Spiel des Jahres. Man ist stolz mit den Bayern formal in einem Wettbewerb zu stehen und kann auch mit einem 0:3 zu Hause ganz schön gut leben, weil man ja weiß, dass alles andere eine Komplettsensation wäre. Um die Bayern zu bezwingen brauchst du einen Sahnetag, während gleichzeitig beim Gegner keine Lust, keine Motivation und kein Glück mitspielen muss. Nach Spieltag 28, wenn die Bayern Meister sind und sich voll und ganz auf die Champions League konzentrieren, wird es einfacher. Ob ein Bundesligist also eine Chance haben kann, liegt zuvorderst am Spielplan, dann an den Bayern selbst, ein bisschen am Glück und erst ganz am Ende kommt das eigene Können ins Spiel. Es ist völlig egal ob es für die Münchener dabei gegen Köln, Frankfurt, Wolfsburg oder auch Dortmund geht. Niemand in der Liga ist auch nur ansatzweise in der Lage völlig aus eigener Kraft die Bayern zu schlagen. Es braucht immer die Idealkonstellation aus allem vorgenannten. Der BVB hat das Hinspiel auch nur gewonnen, weil die halbe Kreativ- und Offensivabteilung der Bayern im Krankenhaus lag. Nein, in halbwegs Normalbesetzung, mitten in der Saison, ist gegen die Bayern kein Kraut gewachsen.

Man weiß das ja vorher. Es ist ja nicht so, dass wir uns auf das Spiel freuen und sagen: Hach, toll, die Bayern. Das unterscheidet uns dann vielleicht vom Pokal-Erstrunden-Publikum, die die Karten in Müngersdorf kaufen um einmal dabei zu sein wenn der große FC Bayern in die Stadt kommt. Da wird gelacht und gefeixt, guckt mal dä Ribbärih und dä Müller, der Thomas, der Spitzbub. Jaja, ist ja alles okay. Aber wenn wir uns ernsthaft über Wettbewerb unterhalten wollen, dann müssen wir doch konstatieren: Überflüssigsten zwei Spiele des Jahres. In der Hinrunde hat der effzeh ja sogar in München einen Punkt geholt, weil Tony Modeste eben Tony Modeste ist und weil die Bayern dreihundertsiebenzwanzig Mal den Pfosten getroffen haben, statt das Netz. Siehe oben, Punkt drei. Aber gestern war eben ein ganz normaler Tag, da ist nix drin.

Sportlich ist der Sieg de Bayern natürlich völlig unbestritten, zu gut ist das, was sie auf den Platz bringen (können), wenn sie denn Lust haben. Der effzeh versuchte es mit massivem Rückwärtsgang, verschob recht schnörkellos immer Richtung ballführendem Bayernspieler, was recht schnell von den Münchnern ausgeguckt wurde, so dass die Vorträge alle über rechts begannen, bis die beiden Kölner Ketten genug auf rechts geschoben haben, dann ein langer Ball auf links, Richtung Bernat oder Thiago, lange Hälse beim effzeh, vierzig Saarlandflächen Platz. Dass das nicht auf Dauer gut gehen kann, war eigentlich nie eine Frage. Der Druck der von den Bayern aufgebaut wird auch wenn mal ein Ball von der Abwehr abgefangen wurde ist so immens, da kommt man einfach nicht mit.

Und da nicht nur die Gesamt-, sondern natürlich auch die individuelle Qualität nicht im Ansatz mit dem Humankapital Personal (ich wurde darauf hingewiesen, dass “Humankapital” in der Wirtschaftswissenschaft die “personengebundenen Wissensbestandteile in den Köpfen der Mitarbeiter” ausdrückt. Das passt nicht ganz. Glaube ich. Ich hab’s mal geändert. Danke, Klaas! Folgt ihm alle, er ist sehr klug. Und nett.) des Gegners mithalten kann, fallen eben Tore. Das 0:1 nachdem Rausch einen seinen vielen Mittagsschläfchen im Strafraum hielt und Kessler wieder mal nicht weiß, dass er im Strafraum seine Hände benutzen darf…

Einschub:
Okay, das ist vielleicht unfair, so richtig eine Mitschuld hat er eigentlich nicht aber er sieht halt seit ein paar Spielen bei jedem Gegentor schlecht aus. Das ist mehr ein subjektiver Eindruck, als dass ich das festmachen kann aber die vielen, vielen kleinen Fehler, die Unsicherheiten einen Ball festzuhalten, der fehlende Überblick über seinen Fünfmeter-Raum, die unglaublich schwache Abfangquote bei Hereingaben, die Faustabwehren bei Fernschüssen… ach, ich bin schon froh, wenn Timo Horn wieder zurück kommt
/Einschub

…das 0:2 nach Schema F wie oben beschrieben, Bernat hat auf links Platz für die größte Paellapfanne der Welt, nutzt diesen und Kessler kann auch diesen Ball nicht halten und so weiter und so fort. Dass es nur 0:3 ausgegangen ist, ist eine Nebensache. Es hätte genauso gut 0:5 ausgehen können oder mit ganz viel Glück 2:3 aber machen wir uns nichts vor: Wenn die Bayern richtig hart gewollt hätten, hätten sie auch noch mehr Tore gemacht. Was haben wir entgegen zu setzen?

Nichts.

Auf der Bank der Münchner sitzen Leute wie Hummels, Robben und Xabi Alonso, die von Ancelotti in einem solchen stinknormalen Bundesligaspiel einfach gar nicht gebraucht werden. Ribery kommt für Douglas Costa, Kimmich für Vidal und Rafinha für Coman. Herzlichen Glückwunsch. Der 1.FC Köln hatte zum Ende der Partie mit Klünter(21), Ciftci(19) und Hartel(21) drei Ersatzspieler dabei, die ihr normales Habitat (noch) im Franz-Kremer-Stadion haben.

Und wir machen uns Gedanken über ein Spiel gegen die Bayern?

Quatsch. Der Wettbewerb in der Bundesliga ist von einer Sinnlosigkeit geprägt, die es sonst quasi nirgendwo gibt. Die Bayern werden dieses Jahr zum fünften Mal in Folge Meister, nächstes Jahr dann zum sechsten Mal und übernächstes Jahr zum siebten Mal. Auch Leipzig wird nie die Möglichkeit haben an die Bayern ran zu kommen, weil die etablierten Spieler, die wirklichen Weltstars nicht zu Red Bull gehen werden, sondern im Zweifel zu den Bayern. Die können genauso viel bezahlen und haben eine Strahlkraft, die Leipzig abgeht und die sie nie erhalten können. In den Osten gehen dann die jungen aufstrebenden Stars von morgen und so Kaliber wie Carlos Tevez oder Obafemi Martins kurz bevor sie dann in China in den Sonnenuntergang reiten. Das wird wahrscheinlich auf Dauer ein Platz unter den ersten vier sein – immer – aber eben nicht mehr. Nein, der Vorsprung der Bayern ist so signifikant groß, dass wir uns von einem Meisterschaftskampf in der Bundesliga verabschieden können.

Vielleicht ist das aber auch okay so. Vielleicht ist die fehlende Spannung genau das, was die durcholiverbierhoffisierte Bundesliga braucht um zum implodieren.

Wie schon ein paar Mal hier geäußert, kann die eigentliche Rettung für die Liga nur darin bestehen, dass die Bayern mit den anderen gesetzten europäischen Topteams ihre Superliga machen, Sonntagsmorgens um halb acht, damit in Asien zugeschaut wird und der Rest der Liga dann einfach wieder einen deutschen Meister austrägt. Einfach so. Mit Auf- und Abstieg, mit vielleicht zwei, drei Klassen schlechteren Fußballspielern aber vielleicht auch mit weniger Theater und Prunk und Protz und Drama drumherum.

Vielleicht.

Keine Ahnung.

Ich weiß nur, dass ich die Spiele gegen Bayern nicht genießen kann. Ich bin kein Fan von einem kleinen Dorfverein, der im “Spiel Deines Lebens”-Wettbewerb von SKY gewonnen hat und dadurch einmal gegen München spielen darf. Nein, ich bin Fan des 1.FC Köln, Deutscher Meister 1962, 1964 und 1978. DFB-Pokalsieger 1968, 1977, 1978 und 1983. UEFA-Pokal-Finalist, acht Mal Halbfinale Europapokal, Florida Cup Sieger und deutscher Hallenmeister 1993! Heute eine Nichtigkeit in der Fußballwelt, abgehängt durch eigene Unfähig- und Eitelkeiten, durch biederer Vereinsmeierei und bis an die Grenzen des menschlichen Verstands reichende Dummheit. Gerade dabei sich wieder etwas zu konsolidieren aber immer noch am Rande des Wahnsinns. Nein, ich freue mich kein bisschen auf Spiele gegen die Bayern, weil sie mir auf zu einfache Art klar machen, wie weit wir weg sind, wie groß, wie unkittbar die Gräben sind.

Aber das ist der Lauf der Zeit, wie sagte mein Kollege Willy immer so schön, wenn er mal einen Kunden am Telefon hatte, der einen unserer zahlreichen Abrechnungsfehler anprangerte: “Ja, verstehe, is ärgerlich, ne? Ja. Nee, machen können mer nix. Tschöööhööö.”

So ist das. Machen können wir nix.

Für den 1.FC Köln geht nach den zwei Testspielen die Saison jetzt weiter. Jetzt geht es um Punkte. Noch ist der Traum von Europa nicht ausgeträumt.

Lass uns noch einmal zusammen feiern, effzeh. Einmal noch. Und dann kann die Bundesliga auch untergehen, so schlimm wär’s nicht.

Come on effzeh!

Eine Kapitulation

Bevor ich mir ein Magengeschwür züchte, muss ich doch was schreiben. Ich hatte mir eigentlich geschworen das Spiel gegen Leipzig zu ignorieren, mich auf die Seite der Vernunft zu schlagen und einfach mit Ignoranz auf dieses Fußball-Desaster, auf diese Obszönität der Regeldehnung zu reagieren. Allein, es klappt nicht. Während des Spiels war ich tapfer und habe nicht einen Tweet abgesetzt. Es waren die vielleicht schwersten 90 Minuten, die ich, seit ich Twitter nutze, durchgemacht habe. Natürlich wollte ich auf Kessler schimpfen und auf alles andere aber ich hab es mir verkniffen. Genauso wie ich auch jetzt nicht mehr viel zum Spiel sagen will. Rein sportlich geht die Niederlage völlig in Ordnung, wie brutal schnell und heftig Leipzig gegen den Ball spielt, wie blitzsauber umgeschaltet wird und mit welcher enormen Laufleistung alle Räume unglaublich flexibel zugestellt werden, das ist höchst beachtlich. Das ist gutes europäisches Niveau und als jemand, der das schöne Spiel mag, nötigt mir der reine Fußball, losgelöst von allem schon einigermaßen Respekt ab.

Und doch ist alles falsch an Leipzig.

Nehmen wir exemplarisch die Szene von Timo Werner. Falls (und das ist in meinen Augen ein sehr großes “falls”), es ein Foul war, er also von Maroh berührt wurde, dann, okay, Freistoß und gelb. Was macht aber Emil Forsberg? Er läuft wie ein kleines Kind auf den Schiedsrichter zu, meckert, dass es kein Rot gibt, schlägt sich die Hände vor das Gesicht, schreit Zeter und Mordio ob der grauenhaften Ungerechtigkeit, die seinem Team dort gerade auf dem Platz widerfährt. Entrüstet rotten sich weitere Leipziger Spieler zusammen. Wie kann man denn hier nicht auf Notbremse und Rot entscheiden? Der Timo, der war doch durch. Die Welt, sie ist aus den Fugen.

Und das, meine lieben Freunde ist der Nukleus von Rasenballsport Leipzig. Es ist ihre DNA, ihr Wesen. Wir gegen die Welt. Alles was man über uns erzählt sind Lügen und Märchen. Wir haben die besseren Fans, wir haben das bessere Konzept, wir haben nie Regeln gebrochen und überhaupt riecht unsere Scheiße nach Rosen. Und wer etwas anderes erzählt ist ein “Hater”. Wer auch nur ansatzweise die Narrations-Richtlinie verlässt, ist ein ewiggestriger Serientäter. Wahrscheinlich schmeißt er regelmäßig Steine. Auf Frauen und Kinder!

Es ist die vorgegeben Richtung, die sich bei Rasenballsport Leipzig durch alles zieht. Wir sind die Guten und nichts kann uns etwas anhaben. Vom offiziellen Account, der eine Arroganz ausstrahlt, die nicht mal Hertha BSC hinbekommt (und das ist schon echt ‘ne Kunst) über die Fans, die dieses Mantra der Unfehlbarkeit völlig für sich eingenommen haben. Die mit einer Gläubigkeit, mit einer Naivität ihre Rolle spielen, dass man ihnen fast schon helfen möchte. Mensch, wacht doch mal. Ihr seid einfach nicht allein auf der Welt.

Dieser unerschütterliche Glauben auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen ist ja an sich nichts Verwerfliches, nein. Das ist Überzeugungssache und soll auch nicht falsch verstanden werden. Kann jeder machen wie er lustig ist. Problematisch wird es, wenn wir uns in Richtung Abschottung bewegen. Diese mag sogar als Wagenburg-Mentalität, als Schutz des Inneren vor den bösen, bösen Menschen da draußen gemeint sein, ist aber nichts anderes als eine Verklärung der Umstände. Man baut sich seinen Happy Place aus Arroganz und Ignoranz und badet im sicheren Gefühl, dass alles richtig ist, was man selber denkt, denn die Blase bestätigt das ja ständig und der Verein, das Konstrukt um im richtigen Term zu bleiben, füttert diese Opfer-Mentalität mit allem was geht. Ob nun Timo Werner auf den Fuß getreten wird und der dadurch umfällt als wäre er Statist in einem Bud Spencer-Film (guckt Euch die Szene gegen Schalke nochmal an. Und dann überlegt mal, was ihr macht, wenn euch Jemand auf den Fuß tritt. Ihr springt hoch, haltet euch den Fuß und wackelt auf einem Bein durch die Gegend. Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist jemand hingefallen, weil man ihm AUF den Fuß getreten hat. Ich muss mal bei Harald Lesch anfragen, ob das überhaupt möglich ist…) oder ob Ultras anderer Vereine ihren Unmut über Leipzig ausdrücken, es gibt immer nur eine Reaktionskette:
1. Wir sind die Opfer
2. Sowas würden wir nie machen
3. Wir sind besser als ihr
Das kann man an allen beliebigen Themen wunderbar nachvollziehen. Das Internet vergisst ja nicht. Guckt Euch einfach mal fünf Minuten die chronologischen Nachrichten nach dem Dortmund-Spiel an. Empörung ob der Randale (völlig zurecht) und der Plakate (naja) -> sowas würde es in Leipzig nie geben -> Wir sind die neue Fankultur. Das ist Schema F.

Und wenn Euch das bekannt vorkommt, dann guckt einfach mal rüber, Richtung USA. Ist genau das gleiche Phänomen. Gruppe eigentlich bedeutungsloser Clowns kommt irrsinnigerweise in eine Machtposition, haben ihre Art und Weise die Geschichte zu verändern schon klar umrissen, erzählen auch nur ihre Seite der Story, bekommen von überall Gegenwind ob ihrer Untergangspolitik, werden dadurch in ihrem inneren Kreis nur noch verbissener und lassen schließlich keine Gegenrede, keine Kritik mehr zu. Üben ihre “Power” mit einer Verve aus, die verstört und erschreckt und scheren sich nicht mal im Ansatz darum, ob ihre Version überhaupt stimmig ist. Habe ich jetzt über die Trump-Administration oder über Leipzig gesprochen? Die Gleichschaltung der Medien ist da nur der nächste Schritt und auch wenn Rasenballsport Leipzig zumindest in naher Zukunft keine Nuklearmacht wird und damit für den Weltfrieden eher unbedeutend ist, sehen wir das hier doch im Kleinen. Guckt doch mal nach, wie bei SKY, bei der ARD, im ZDF über Leipzig berichtet wird. Kritiklos ist da fast ein zu harmloses Wort. Wenn Rangnick verlangen würde dass Poschmann das Sportstudio nur noch mit Gagball im Maul und hinten offener Lederhose moderieren darf, damit er zum Interview kommt, dann ist das eben so. Poor Poschi.

Dass wir, als Fans von Fußballvereinen die irgendwann mal gegründet wurden damit sportlicher Erfolg zum Ruhm des Vereins, der Stadt erzielt werden sollte, auf der falschen Seite stehen, das dürfte wohl mittlerweile jedem klar sein. Dass der 1.FC Köln, so wie er aktuell strukturiert ist nie wieder Deutscher Meister werden kann, das ist eben so. Das ist der Lauf der Zeit, da können wir heulen und wehklagen wie wir wollen. Müssen wir uns dran gewöhnen. Dann aber den Hohn und Spott des neureichen Nachbarskind abzubekommen, das ist es eben, was es so schwer macht. Diese fast inquisitorisch marodierende Art alles und jeden in seine Schranken weisen zu wollen ist einfach unerträglich.

Ich bin sicher kein Fan vom FC Bayern, kann mich aber mit allen Bayernfans, die ich kenne ganz wunderbar unterhalten. Da wird gefrotzelt und natürlich auch mal der ein oder andere derbere Spruch gebracht aber zum einen wissen die Leute, von wo der kommt und wie er gemeint ist und zum anderen geht es umgekehrt ja auch so. Ich verachte den HSV mittlerweile in ähnlichem Ausmaß wie ich Sellerie verachte, das ist schon nahe Endgegner aber dennoch kann ich doch weiter mit den Menschen, die nunmal diesem Verein zugetan sind auf normalen Wegen kommunizieren, ich kann mit denen Bier trinken gehen und wir können lachen und am Ende des Abends gibts ne Umarmung und alles ist gut. Fußball ist nur sehr selten das echte Leben. Und das ist auch gut so. Diese Art und Weise sich auszutauschen ist mit Leipzigern schlichtweg unmöglich. Zugegeben, im echten Leben kenne ich nur eine Person, die Leipzig-Fan ist und da gibt es keine Berührungspunkte aber auf Twitter kommt man sich ja schon mal in die Quere und das einzige, was man liest ist die oben beschriebene Wagenburg-Mentalität. Völlige Abschottung und Verachtung der anderen Fans. Ja, ich rede hier ausdrücklich von den Leipziger-Accounts. “Ihre” Verachtung “uns” gegenüber ist genauso groß und wird wahrscheinlich sogar noch verbitterter ausgetragen als umgekehrt. Falls das zufällig ein Leipziger liest und sich denk “was ein Blödsinn”: Doch, ist so. So kommt es rüber. So kommuniziert “ihr”.

Mag sein, dass das nur meine subjektive Sichtweise ist, ich lebe ja genauso in einer Blase, die in etwa so tickt wie ich, vielleicht liegt es daran. Kein Ahnung. Es macht mir nur den Umgang und das Tolerieren unfassbar schwieriger, weil ich ja selbst auch nichts anderes als Ablehnung von der Gegenseite erfahre. Gewollte Ablehnung wohlgemerkt. Und dann frage ich mal ganz naiv in die Runde ob das der richtige Weg ist, eine Entspannung in den Szenen herbeizuführen. Wenn man von dem offiziellen Account nach einer Niederlage noch verarscht wird, wenn im Leipziger Twitter-Kosmos es sich nur darum dreht wie scheisse die anderen Kinder schon wieder waren aber wie geil man selber ist. Ja? Stellt man sich so wie der Neue in der Klasse vor? In Papas Mercedes vorfahren lassen, den vergoldeten Montblanc-Füller stolz vor sich hertragend und dann dem Klassendepp, der aber eigentlich ganz nett ist und beliebt, erstmal beim Lehrer anschwärzen, weil er bei einem anderen Kind abgeschrieben hat? Macht man das? Ist das erstrebenswert? Müsst ihr selbst wissen, liebe Rasenballisten.

Wahrscheinlich werdet ihr Erfolg haben. Deutscher Meister werden und in der Champions League angreifen. Ihr werdet in eurem Elfenbeinturm sitzen und von oben auf die Welt pissen und den Bettlern in den Hut spucken. Und lachen werdet ihr dabei, weil die Welt ja so dumm ist und nur ihr die Cleveren.

Und dann? Was kommt dann? Ihr werdet immer noch niemanden haben, der zum Geburtstag kommt. So ist das nun mal.

[Update] Nach einer Nacht kommt es, wie es kommen musste und auch niemanden überraschen darf. Zustimmung aus der eigenen Blase, Ablehnung aus Leipzig. Völlig normal und auch verständlich, gar keine Frage. Nur ist die Art und Weise der Reaktionen (leider?) genau das, was ich oben beschrieb: Das ist ein dummer, kruder und selbstgefälliger Text eines neidischen Wessis, der halt einfach um seiner selbst Willen die Opferrolle annimmt. Leute, Leute. Wisst Ihr was ich als eine erfrischende Reaktion empfunden hätte? Wenn irgendeiner sich den Text mal anständig durchliest, mehr als zehn Sekunden drüber nachdenkt und dann eine anständige Replik formuliert. Das ist bisher ein Mal geschehen (Danke, @jimmy), ansonsten kommt halt nur das Gewäsch, dass ich halt ein Idiot bin. Wie gesagt, no hard feelings, das ist völlig okay, ich will da auch auf keinen Fall irgendeine “ich-bin-hier-das-Opfer”-Situation draus kreiert wissen, denn ich sehe mich in dieser Rolle überhaupt nicht. Allein, es kommt halt nichts an Gegenargumenten außer “Ist das Schwachsinn”. Und das macht es dann schwer, nicht wahr? Um wieder die Brücke zum Schema Trump zu schlagen: “Nein, stimmt nicht, nächste Frage”. Ist halt substanzlos, ne? Wer die richtigen Perlen sucht, schaue in meinem Twitter-Stream nach, ich hoffe ihr habt genug Popcorn zu Hause. Irgendjemand auf Twitter liest hier sogar einen Ebenen-Vergleich zwischen RBL und Trump. Da musste auch erst mal drauf kommen.

Gestern Abend hatte ich noch ein, zwei halbwegs angenehme Gedankenaustäusche mit RB-Fans auf Twitter, die den Text einfach nicht nachvollziehen konnten, weil sie es eben subjektiv überhaupt nicht so wahrnehmen. Wir einigten uns dann auf verschiedene Sichtweisen und ich denke, dass das der Hauptpunkt ist: Lieber Leipziger, die ihr das jetzt hier lest: Das ist meine Sichtweise auf RBL. Und nach allem was ich aus meinem Umfeld höre, ist die Deckungsgleichheit enorm hoch. Da könnt ihr auch nix dran ändern, es geht darum, wie man “euch” wahrnimmt. Und das habe ich versucht zu beschreiben. Es geht dabei ausschließlich um subjektive Eindrücke. Diese Außenwahrnehmung wird von euch nicht geteilt, was ich durchaus nachvollziehen kann. Was für mich arrogant und ignorant rüberkommt, ist für euch vielleicht spitzfindig und clever. Mag sein. Was für euch eine Gegenrede sein soll, lese ich als reinen Abwehrmechanismus. Und so weiter und so fort. Vielleicht ist es an der Zeit einzugestehen, dass ein Dialog nur scheitern kann, weil die Sicht- und Denkweisen einfach viel zu weit auseinander liegen. Ihr versteht nicht, warum man euch so wahrnimmt, ich verstehe nicht, dass ihr das nicht versteht. Und dann stehen wir blöd da, müssen mit den Schultern zucken und Rücken an Rücken getrennte Wege gehen, weil es einfach keinen Sinn hat. Keine Ahnung.

Ich bin mir sicher, dass es unter den RBL-Fans tolle Leute gibt, die mit Leidenschaft und Stolz an dem Projekt hängen, die einfach nur glücklich sind, ob der Situation, die rein sportlich, gerade in Leipzig stattfindet. Klar. Genauso wird es Arschlöcher geben und alles graue dazwischen. Was in der ganzen Diskussion nicht vergessen werden sollte: Natürlich verallgemeinere ich, weil ich einen Text über mein Empfinden gegenüber der Gesamt-Situation beschrieben habe. Es geht doch nie um den einzelnen Menschen in der Kurve, es geht um das allgemeine Gesamtbild. Und das ist eben so, wie ich es oben beschrieben habe und der Eindruck, dass ich damit gar nicht so weit weg bin, bleibt.

Also, sammelt mal eure Argumente, nehmt den Text auseinander, erklärt mir, was ich falsch verstehe und dann gucken wir mal. Nur, was bisher kam, sind halt reine Reflexhandlungen. Und die sind eben meistens nicht kopfgesteuert.

Bockcast #075

Nach der Niederlagen gegen Hamburg und Freiburg spreche ich mit Thomas über die Gründe und die möglichen Konsequenzen daraus. Eigentlich gibt es gar nicht so viele. Wir sprechen die Fehler an und die systemischen Probleme, die mit einer schmalen Personaldecke einhergehen aber letztlich sagen wir auch: Nix passiert. Die nächsten drei Wochen werden hart, mal schauen wie wir da rauskommen. Danach sind wir auf jeden Fall ein Stück klüger.

Einen Gast gibt es diese Woche aber auch noch: Andreas (meinsportradio.de) spricht mit mir über das Spiel in Hamburg und den HSV im ganzen. Zum Darmstadt Freiburg haben wir leider niemanden akquirieren können, das passiert dann das nächste Mal.

Viel Spaß beim 75. Bockcast.

Wenn es Euch gefällt, was wir hier machen, freuen wir uns über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Auch über ein paar Verlinkungen und oder Mundpropaganda beschweren wir uns nicht uns wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Come on effzeh!


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Freiburg – FC: Ein Selbstgespräch

So schnell geht das manchmal, wenn man Blut geleckt hat. Letzte Woche noch sprachen wir im Bockcast über die Gefahr eine bisher grandiose Saison enttäuschend zu finden, weil ein Sprung auf die internationalen Plätze am Ende vielleicht doch nicht drin ist und schon heute, ein paar Tage und zwei Niederlagen später, ist es soweit. Nachdem (außer Bayern aber die spielen keine Rolle) vor uns wirklich alles für den effzeh spielte, bot sich die Gelegenheit auf Platz 3 zu springen. Natürlich, es ist immer noch der 1.FC Köln, wussten wir alle schon vorher, dass das nicht passieren wird. In Freiburg, wo wir seid 21 Jahren nicht gewonnen haben? Mit der Chance einen direkten Champions-League-Platz zu erreichen? Wir? Der 1.FC Köln? Unmöglich. Undenkbar. Was auf Twitter und in der WhatsApp-Selbsthilfegruppe nur halb im Scherz artikuliert wurde, ist aber leider Teil der Psyche jedes einzelnen von uns. Natürlich wissen wir, dass der effzeh nicht die drittbeste Mannschaft im deutschen Profi-Fußball ist. Natürlich wissen wir, dass eine direkte Qualifikation für die Champions League in etwa so wahrscheinlich ist wie rationale Entscheidungen des aktuellen US-Präsidenten und natürlich lachen wir auch ein wenig über uns selbst und versuchen das alles runter zu spielen.

Aber, scheisse isses trotzdem.

Ja, das ist es. Und es hat auch seine Gründe. Heute ist die Geschichte schnell erzählt. Thomas Kessler mit zwei dicken Böcken, Frederik Sörensen mit einem Spiel aus dem sechsten Kreis der Hölle (wie wunderbar Dante damals schon “Dissen” einbauen konnte, nicht wahr – aber das nur am Rande), Unsere Flügel weiter gestutzt, Standards, die jeder Beschreibung spotten und mit Yuya Osako eigentlich nur einen Spieler in absoluter Topform auf dem Platz, der nach Marco Högers erneuter Verletzung (jede Woche eine neue Kleinigkeit) von Stöger taktisch zurück beordert wurde und damit nicht mehr die gleichen Möglichkeiten hatte kreativ ins Spiel einzugreifen. Dazu eine eher mäßige Chancenverwertung durch Clemens, Rausch und auch Modeste, große Laufbereitschaft der Freiburger, gepaart mit dem geschickten Inszenieren von gefährlichen Freistößen, die die überkochende badischen Landseele herbeischrie als würde der effzeh mit Kettensägen auf die zarten Freiburger losgehen, tja, dann haste halt mal schnell verloren.

Und jetzt? Ist es Zeit das Requiem vorzubereiten? Müssen wir uns jetzt schon wieder an dunkle Tage gewöhnen obwohl es gerade wieder heller wird?

Nein, das ist alles nicht schlimm, das ist alles immer noch viel mehr, als ich vor der Saison erwartet habe. Wir spielen immer noch die beste Saison seit dem Aussterben der Dinosaurier, sind weit weit weg von gefährlichen Zonen und mit der dünnen und zum Teil auch nur semi-bundesligatauglichen Personaldecke ist das aller Ehren wert. Niemand ist ja in die Saison gegangen und hatte auf eine auch nur annähernde Situation gehofft, oder? 20. Spieltag, 3 Punkte von Platz 3 weg, plus 11 Tore. Das ist überragend.

Ich weiß das alles, das sind vailde Argumente.

Aber ich kann mir nicht helfen, ich kann einfach nicht aus meiner Haut, ich will endlich mal wieder einen Erfolg. Das Pokalaus am Dienstag hat unglaublich weh getan und heute das Spiel hat die Wunden leider nicht geheilt. Das ist jammern auf extrem hohem Niveau, ich weiß. Aber es ist eben so verflucht lange her, dass wir überhaupt in Reichweite des internationalen Geschäfts waren. Herrgott, vor genau vier Jahren haben wir in Cottbus 0:0 gespielt und waren 9. in der zweiten Liga. Das ist noch gar nicht so lange her. Wir müssen dran denken wo wir herkommen, bevor wir unzufrieden werden mit der aktuellen Situation.

Und warum sind wir es dann?

Wir sind verwöhnt. Wir wollen es jetzt. Es soll unser Jahr werden. Und dann gewinnt unter uns alles, Freiburg ist nur noch drei Punkte weg, Schalke und Gladbach kommen langsam in die Gänge und bei uns sieht es so aus, als würden wir seit dem Hamburg-Spiel etwas vermissen. Ich kann es noch nicht ganz umreissen aber irgendwas ist anders. Hat sich innerhalb der Mannschaft die Einstellung vielleicht ein ganz kleines Stückchen zu weit Richtung Komfort-Zone verschoben? Ich weiß es nicht, ich kann es mir auch nicht wirklich vorstellen, ich kann es nur erahnen. Innerhalb von einer Woche lange ich hart auf dem Boden der Tatsachen und es gefällt mir ganz und gar nicht. Vielleicht -ich hoffe das sehr- ist es nur einer Phase, die jede Mannschaft während der Saison, meistens sogar mehrmals, durchläuft. Vielleicht ist der Rhythmus durcheinander, vielleicht ist auch die aktuelle Belastung zu hoch? Vielleicht ist es einfach nur ein bisschen Pech, wie heute bei Thomas Kessler. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mich nervt.

Nerven ist ein gutes Stichwort. Man kann sich ja manchmal an kleinsten Dingen aufregen.

Mich nerven die Gladbach- und HSV-Trolle auf Twitter, die jetzt einzeln aus ihren Höhlen hervor gekrochen kommen und sich bemüssigt fühlen sich zu freuen. Mich nerven die drei90-Kollegen, die sich kaputt lachen, mich nervt der Blick auf die Tabelle und der Spielbericht, mich nervt, dass wir jetzt gegen Schalke, München und Leipzig spielen müssen und mit Pech danach nur noch 10. sind. Und mich nervt die eigene Erwartungshaltung und die Hoffnung in den 1.FC Köln. Das vielleicht am meisten. Dieses Himmelhochjauchzend-Zutodebetrübt ist zwar ein rheinischer Charakterzug, das weiß ich wohl, aber es geht mir so unglaublich auf den Keks. Es ist doch nichts passiert, der effzeh ist weiter Siebeter. Mann, Axel, reiß Dich mal zusammen, Du schreibst schon wie ein Bayernfan, der nur mit sieben Punkten Vorsprung Tabellenführer ist.

Also doch die Flinte ins Korn werfen? ist alles umsonst?

Nein, natürlich nicht. Wie sagt man so schön: Mund abputzen, weitermachen. Es war ja nicht so als dass Freiburg uns geschlachtet hätte.

Es wird also alles gut?

Ja selbstverständlich. Aber es ist einfacher gesagt als getan. Doch, ich versuche es. Ich habe weiterhin größtes Vertrauen in Peter Stöger, ich mag die Mannschaft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) immer noch sehr, ich finde unseren Spielplan völlig okay, da ist noch alles drin. Allein heute bin ich piefig. Kann man nix machen.

Come on effzeh!

HSV – FC: Viva la Resignacion

Ich bin immer noch reichlich angefressen von der Leistung, die der effzeh am Dienstagabend auf den Platz gebracht hat. Es stimmte von der ersten Minute an nichts aber auch gar nichts im Spiel. Im Zentrum hatte man null Zugriff, keine Kontrolle über das eigene Spiel, lief dem Ball immer nur hinterher. Auf den Flügeln, wenn man sie denn so nennen möchte, geschah außer Stolpern gar nichts. Was Zoller und Rudnevs da fabrizierten, zeigt sehr deutlich, dass eine zweite Reihe im Prinzip noch nicht vorhanden ist, jedenfalls nicht, wenn sie an drei neuralgischen Punkten gleichzeitig eingesetzt werden soll. Vielleicht kann mal einer rein geworfen werden aber gleich auf der Sechs und auf beiden Flügeln das Team auseinander zu meißeln, war vielleicht nicht die beste Idee, die Peter Stöger jemals hatte.

Wir können über schlechte Tage diskutieren, das mal etwas nicht so klappt, wie es sein soll, dass der Fußballgott einmal nicht auf unserer Seite ist usw. Da können wir uns den Mund fusselig reden und am Ende doch sagen: Nun gut, ist passiert, weitermachen. Solche Tage gibt es, das ist auch nichts besonders Überraschendes, gerade bei einer noch so jungen und immer noch im Aufbau befindlichen Mannschaft wie dem aktuellen 1.FC Köln.

Klar.

Was aber nicht geht und was ich auch nicht akzeptieren will, ist die Einstellung, die am Dienstag ein dicker Mittelfinger an die 5-6.000 Fans des effzeh war, die bei eiskaltem Schmuddelwetter die 450 Kilometer in den Norden gefahren sind. Ich kann verlangen, dass im Achtelfinale des DFB-Pokals wenigstens im Ansatz eine Bereitschaft da ist den Kampf anzunehmen, wenn schon spielerisch nichts gelingen will. Wenn ich mir angucken muss mit welchen Nonchalance ein Simon Zoller über den Platz trabt, den Ball immer als Feind, den Mitspieler nie im Blick, dann regt mich das auf. Da ist mir ja Rudnevs noch lieber, der wenigstens versuchte so zu tun als würde ihn der ganze Scheiss irgendwas angehen. Er lief zwar durch die Gegend wie ein Blinder in Zwangsjacke aber wenigstens lief er irgendwohin. Wenn ich mir anschaue mit welchem Unverständnis die Abwehr auf die Aggressivität des HSV nicht reagierte, wie wenig Gegenwehr insgesamt zu erkennen war…

Ach, hör doch auf.

Wie gesagt, ein mieses Spiel ist immer drin, eine Niederlage kann in diesem fragilen Gebilde, das wir Fußballclub nennen immer passieren. Ja. Aber nicht so. Nicht im dieser unterirdischen Einstellung. Es zog sich durch die gesamte Mannschaft, es war nirgendwo ein Aufbäumen zu sehen. Wenn ich mir einen Lichtblick rauspicken müsste, dann wäre das Joans Hector, der nach seiner Verletzung immerhin weiter Einsatz zeigte auch wenn ihm ebenfalls gar nichts gelang. Und Thomas Kessler vielleicht noch, der in der zweiten Halbzeit ein Totaldebakel verhinerte (nachdem das 1:0 allerdings auf seine Kappe ging).

Nee, effzeh, ich kann ja verstehen, dass die Liga Vorrang hat und wir haben uns auf der Hinfahrt auch gefragt, ob uns ein Sieg im Pokal oder ein Sieg im Ligaspiel Anfang April lieber ist. Einstimmung war die Meinung, dass die Liga wichtiger ist. Ja. Aber, Freund Christoph sagte es: “Wenn ich die Aufstellung in Köln schon gewusst hätte, wäre ich zu Hause geblieben”.

Dann sag uns das, lieber effzeh! Sag Deinen Fans: Guckt mal, wir wollen ein bisschen rotieren, mal was ausprobieren, unser Fokus liegt auf der Liga, erwartet nicht zuviel. Es werden Zoller und Rudnevs spielen. Dann weiß ich was mich erwartet, dann kann ich mit Glück noch das Hotel stornieren und mir den ganzen Rotz sparen.

Junge, Junge, wenn ich dran denke, ich hab immer noch Puls.

Der HSV, immer noch eine vollständige Trümmertruppe, war uns an diesem Tag in allen Belangen überlegen. Von der Laufbereitschaft über den Willen nach vorne zu spielen, den Kampf, einfach überall. In keiner Situation hatte ich das Gefühl, dass wir irgendetwas entgegen zu setzen haben. Das ist das wirklich schlimme an dem Ergebnis: Nicht die Niederlage, die Art und Weise wie diese zustande gekommen ist, gegen eine schlechte, eigentlich völlig kopf- und hirnlos laufende Mannschaft. Da war ja keine Qualität auf dem Rasen beim HSV, wo wir sagen müssten: Ja jut, der war gut, da kannste mal verlieren. Nix. Und doch müssen wir eingestehen: Die Niederlage hatte nichts mit Pech zu tun, sondern war vollkommen verdient und auf ihre eigene, sehr masochistische Art und Weise erhellend.

Glückwunsch an den HSV. Verdienter Sieg.

Hoffentlich gibt das Spiel keinen Knick in der Saison. Hoffentlich präsentiert sich der effzeh am Sonntag in Freiburg wieder von einer besseren Seite.

In anderen Nachrichten: Natürlich ist Hamburg ohne den Fußball immer eine Reise wert. Danke für den insgesamt doch immer noch tollen Tag an Frank, Maik, Florian, Tim, Lis und Saskia. Ehrenhafte Erwähnungen an Bucki und Mirja und Oasis ist besser als Blur. So. Musste ja mal gesagt werden.

Herr Stöger, übernehmen sie bitte.

Come on effzeh!