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  • Du bist der 345923 . Offizielle am Spielfeldrand

Taktikgeflüster

Es geht schon los. Kaum ist die Saison vorbei, machen wir uns schon alle wieder einen Kopp, wie es im nächsten Jahr mit dem 1.FC Köln weitergeht. André vom Spielfeldrand fragte in den Kommentaren zum Ex-Trainer-Artikel wie ich denn einen möglichen Transfer von Andreas Ivanschitz als “Königstransfer” bezeichnen kann, wo ich mich doch immer für die Integration der Jugend ausgesprochen habe. Eine (wie mir aber erst durch eben diese bewusst wurde) dann schon einigermaßen berechtigte Frage. Die Antwort ist zu lang für die Kommentare geworden also machen wir doch ein kleines Was-wäre-wenn-Spiel daraus.

Ivanschitz ist in meinen Augen “nicht nur” ein 10er, sondern eher ein flexibel einsetzbarer offensiver Mittelfeldspieler. Als Kompensation für Clemens. Sicher, als zentrale Anspielstation vor den Sechsern ist das eine Möglichkeit aber das schließt einen Einsatz unserer jungen Spieler nicht aus.

Schnellhardt kann als Chihi-Ersatz / Alternative wunderbar Linksaußen eingesetzt werden, mit Risse würden wir einen Mann bekommen der sich Rechtsaußen bewährt hat. Zudem hat man dann (sagen wir mal, dass mit 4-2-3-1 gespielt wird) eine wunderbare Kreuzugsmöglichkeit, da alle drei genannten auch auf den jeweiligen anderen Positionen spielen können. Man wäre deutlich flexibler im Spiel nach Vorne, da die Außen schnell genug sein dürften sich auch fallen zu lassen und so eine alternative Anspielstation für die 6er zu sein und im 4-4-2 kannst Du problemlos auf die “flache Vier” umstellen. Bigalke könnte man in der Grundformation sogar dazu nehmen. Schnellhardt und Risse außen, Ivanschitz und Bigalke in der Mitte. Damit hätten wir dann auch unser lahmendes Doppelsechs-Konzept-Problem gelöst.

Wir fangen -wie Du (gemeint ist André) selbst gesagt hast- wieder bei komplett Null an. Ich habe doch auch nie behauptet, dass man mit 11 Nachwuchsspielern auflaufen muss, sondern nur dargelegt, dass der Ex-Trainer stur auf “seinem Personal” beharrte und für unsere jungen Spieler nie die Chance eine Entwicklung vorhanden war. Was hätte Bigalke schlimmer machen können als Lehmann? Welchen Schaden hätte Przybylko im Gegensatz zu Maierhofer anrichten können? Und warum versuchte man es nicht mal mit Schnellhardt auf der “10″, als man sah, dass im off. Mittelfeld nichts als blutleere Stille herrschte?

Aber gut. Es ist zu spät sich jetzt darüber noch Gedanken zu machen, wir drehen die Zeit nicht zurück.

Jetzt muss (wieder mal) endlich eine Spielphilosophie her und damit brauchst Du natürlich Leute, die auch ein wenig Erfahrung haben. Warum sonst sollte Brecko weiter spielen? Er hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass man mit ihm in der zweiten Liga planen kann, also gut ist. Für einen neuen Anfang kannst Du nicht auf drei, vier “Führungsspieler” verzichten, die “schon alles gesehen haben” und auf dem Platz die Nerven behalten. Dazu würde ich dann auch Andreas Ivanschitz zählen.

Von einem “Königstransfer” sprach ich, da ich Ivanschitz für einen einigermaßen cleveren Spieler halte, der mit 28 eben noch keine 31 ist, also viel näher an dem, was ich mir vorstelle als bspw. ein Maierhofer, der ablösefrei wäre und der genau die Lücke besetzen könnte, die uns schon seit Jahren quält und auch durch Clemens nicht immer bestens besetzt war. Ein weiterer Grund für die Wortwahl ist, dass ich mir eigentlich vorgestellt hätte, dass er auch in der ersten Liga hätte bleiben können und ich erstmal nicht sehe, was am 1.FC Köln so interessant für ihn sein soll.

Gehen wir mal davon aus, dass sowohl Risse als auch Ivanschitz kommen dann hätten wir eine durchaus solide Zweitliga-Mannschaft auf dem Platz. Also, als Spinnerei ohne Anspruch auf Umsetzbarkeit:

Im 4-4-2 als Raute:


grundf Die Abwehr stellt sich von alleine auf, Bigalke sehe ich hier nicht in der Startelf. Matuschyk auf der Sechs ist zwar nicht mein Lieblingsspieler aber nun, gut, was willst machen? An Jajalo glaube ich im Moment leider auch nicht mehr richtig auch wenn er seine besten Spiele auf der Doppelsechs hatte (mit Riether zusammen). Dann haben wir mit den drei angesprochenen offensiven Mittelfeldspielern ein wirklich gutes, (zumal für Zweitliga-Verhältnisse) dichtes zentrales Mittelfeld. Da kann nach Belieben gekreuzt werden. Brecko kann sich zudem genauso wie Hector bei eigenem Ballbesitz relativ gemütlich mit nach Vorne aufmachen, denn Risse und Schnellhardt dürften schnell genug sein einzuspringen, wenn der Ball verloren geht. Ivanschitz dann auf der “richtigen” 10 und im Sturm müssen wir halt schauen ob Ujah dableibt oder nicht. Falls er gehen sollte, kann ich mir vorstellen, dass da noch ein Ersatz geholt wird. Przybylko daneben.

(Im 4-2-3-1 muss man eben schauen, wer die Spitze gibt. Hier ist i.M. Ujah vorne aber man weiß ja nicht, wie es weitergeht…)

Im 4-4-2 mit flacher 4:

4Hier kann man Bigalke zentral für Matuschyk einsetzen und somit eine nochmal offensivere Variante wählen. Das könnte bei Heimspielen gegen (vermeintlich) leichte Gegner die Startformation sein.

 

Aber, das ist natürlich alles Zukunftsmusik. Wichtig wird jetzt erstmal sein, dass man so schnell als möglich einen neuen Trainer findet, der dann auch einen tatsächlichen Aufbauplan hat und diesen auch wirklich verfolgt. Damit wäre uns schon ungemein geholfen.

Das ist jetzt alles etwas ausgeartet aber: Deshalb könnte Ivanschitz ein “Königstransfer” werden :-)

Eine Spur Nichts

Das war ja schrecklich! Schei..benkleister. Diese kannste wegmschmeissen! In die Tonne mit allem Elan, das ist gar nichts gewesen! Das ist ja furchtbar! Och neeeeee.”

Carsten Sostmeier kommentiert hier zwar “nur” eine “Bockigkeit in der Piaffe” von Satchmo während der olympischen Spiele 2008 als das “beste Pferd der Welt” in Hongkong seiner Reiterin Isabell Werth die Goldmedaille stahl und dem Erbfeind in Person von Anky van Grunsven überließ. Ein Drama aber…

…diese Worte könnte er natürlich auch gestern Abend (saisonabschließend) gesprochen haben, als “Stani”, der Kumpel, der brutal ehrliche Trainerdarsteller des 1.FC Köln sich entschlossen hat die Konsequenzen aus dem verpassten Aufstieg / Relegationsplatz zu ziehen und das Weite zu suchen. Nicht dass ich das nicht goutieren möchte, nein, das ist für mich die beste Nachricht der Saison, ohne Frage aber ich will nicht nachtreten. Ich verspüre noch nicht mal wirkliche Genugtuung, weil ich es Euch die ganze Saison über gesagt habe. Es ist wie es ist und damit basta. Danke für Nichts!

Wer sich die Mühe machen möchte, kann ja mal die Erklärung auf der Homepage des effzeh durchlesen und sich seinen Teil denken. Oder man lässt es einfach sein. Das wäre mein Rat für alle Bluthochdruck-Patienten. Aufbauarbeit und so…

Ishak weg, Roshi weg, Lehmann da. Bröker da. Applaus, Applaus, Applaus!

Sollen wir jetzt schon über einen Nachfolger spekulieren? Mein Wunsch ist ja immer noch Ewald Lienen, der seit April in Athen freigestellt ist, weil es keine Kohle mehr gibt. Gut, das bin wieder nur ich, aber was soll’s, darum schreibe ich es ja. Ewald ist mein Mann!

Es werden wieder die üblichen Verdächtigen im Kornkreis landen: Mike Büskens und Marcel Koller. Matthias Hönerbach wäre eine Überlegung wert und Lothar Matthäus wird auch schon mal bei der 11880 angerufen haben um die Handynummer von Jörg Jacobs und Werner Spinner raus zu finden. Wir werden es früh genug erfahren.

Tja, so gehen wir dann in das letzte Spiel gegen Ingolstadt und stehen vor einem wilden Sommer. Sollten sich die Gerüchte um Andreas Ivanschitz bestätigen, wäre das ein Königstransfer, ich glaub’ aber noch nicht recht dran. Zusammen mit Marcel Risse wär das schon kein schlechtes Paket, was wir da aus Mainz bekommen würden. Vielleicht darf Ujah dann auch noch bleiben, dann hätten wir wenigstens ein Fundament. Und damit vielleicht auch die Möglichkeit in der Zukunft weitere Spieler zu holen, die uns verstärken. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Allein: Wer soll es bezahlen? Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema…

Finale oho…

Die Saison ist vorbei, mindestens eine weitere Saison in der zweiten Liga ist fix. Wie es weitergehen wird rund um’s Geißbpckheim werden wir früh genug erfahren.
Im Zweifel wird einfach weiter gemacht wie bisher, et iss ja noch immer jot jejange, Jung!

An irgendwelchen grundlegenden Analysen zu Hertha oder Ingolstadt reicht es nicht mehr. Erstens will das doch keiner lesen und zweitens gibt’s ja nichts zu sagen. Der effzeh ist genau da wo er hingehört, irgendwo in der zweiten Liga.

Jetzt warten wir mal die Kaderplanung ab, gucken uns mal die “gestandenen Profis” an, mit denen wir das Projekt nachhaltiger Aufstieg angehen werden. Das wird ein Spaß. In Österreich wird es bestimmt den ein oder anderen hungrigen Vierundreißigjährigen geben, der nur auf den Anruf wartet.

Ansonsten gucken wir halt wieder in den Ostblock, da kann man bestimmt auch mit dem guten Namen des 1.FC Köln punkten (ich will nicht wissen was an den Tischen diverser Nationalmannschaften für Geschichten erzählt werden. Echt nicht). Und wenn es alles nix hilft, dann müssen wir halt mal schauen, ob Stanislawski nicht noch irgendwo alte Freunde hat. Vielleicht kommt ja auch mal der Bruder vorbei und macht Stimmung wie weiland in Hoffenheim.

Das wird ein Spaß…

Ich wünsche einen schönen Sommer!

Auf Asche

Erstmal Lattenschießen um herauszufinden, wer als Erster in’s Tor muss. Damit fing jeder Tag auf dem Bolzplatz an. Niemand wollte den Eike Immel geben, also musste das Geschick entscheiden. Wer vom Elfmeterpunkt als Letzter das Quergebälk traf, musste sich die verranzten Handschuhe anziehen und sich auf eine Menge fieser Direktabnahmen aus kürzester Entfernung einstellen. Hoch 1 hieß das Spiel und praktisch jeden freien Tag haben wir es gezockt. Fünf, manchmal sechs Jungs, ein Ball, ein unbewachter Fußballplatz irgendwo nahm am Wald, nahm am See. Techniker vor dem Herrn allesamt, Fallrückzieherspezialkicker.

Mittwochs- und Freitagsabends kam dann noch “Training” dazu, Sonntags war Meisterschaft oder Turnier. Wie lange das schon her ist. Eine Ewigkeit und zwei Jahre. In der Schule die Fussball-AG, glorreiche Siege und eine dumme, vermeidbare Halbfinal-Niederlage bei den Diözesan-Sportfestspielen in Bad Münstereifel, endlose Stunden auf moosüberwucherten, von der Wirklichkeit vergessenen Steintribünen, Sonntage im Auto um drei Spiele um 10, um 13 und um 15 Uhr zu schauen und eine BiFi für den Weg. Those were the days my friend…

Heute ist das Spiel in meinem Leben zu großen Teilen Hochglanz. Gut, der effzeh ist nicht mehr das schönste Postergirl des deutschen Fußballs aber er dennoch so weit weg von früher, wie es nur sein kann. Die Champions League kommt über SKY in’s Haus, alle großen Ligen ebenfalls, es gibt Magazine für Fußballkultur und TV-Sendungen mit Oliver Pocher. Es ist alles sehr passiv geworden. Freunde von mir spielen ab und an noch in der Halle und ich nehme mir auch immer wieder vor da mal wieder hinzugehen aber letztlich siegt auch hier die Bequemlichkeit. Knie tut weh, langer Arbeitstag, müde, grad’ gegessen, irgendwas ist immer. Ich muss das ändern, merke ich gerade. Es fehlt mir doch sehr.

Wenn ich ab- und zu an einem unserer alten “Spots” vorbei komme, dann kann es schon sein, dass der Schritt mal langsamer wird, dass ich drüber nachdenke. Dieser eine magische Moment, dieses Tor, dass man nie vergisst. Ihr wisst, was ich meine, oder? Heute sind die meisten Plätze schrecklich verwaist. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine Horde Kinder mit einem Fußball gesehen habe. Vielleicht ist das in anderen Bereichen Deutschlands anders aber hier, am Rand der großen Stadt, gibt es praktisch keinen Straßenfußball mehr. Dafür weiß natürlich jeder Sechsjährige dass Messi in Barcelona spielt und Robben in München. Wie langweilig. Aber: The Times They Are a-Changin’.

Nun gibt es ein neues Buch, dass die “alten Zeiten” wieder in die Erinnerung zurück holt. Vielleicht nichts für die “Generation Ultras”, sondern eher etwas für die Kinder der 70er und frühen 80er Jahre, die die Ascheplätze noch selbst erleben durften. Ich nenne uns mal die “Schürfwunden-Generation”. Eine blöde Kunstrasen-Reizung kannst Du Dir heute an jeder Ecke, in jeder hochsterilisierten (Labbadia) Soccerhalle zum Nulltarif anlachen aber so eine richtige schöne, dreckige Schürfwunde zum Auswaschen am Oberschenkel, nach einer Blutgrätsche über zehn Meter auf dem trockensten Stück Boden, dass unser Planet hergibt, das gibt’s doch heute gar nicht mehr! Da käm’ doch heute sofort das Jugendamt angelaufen oder die Grünen würden den Platz sperren lassen, weil die Kinder in Gefahr seien!

Ich schweife ab.

Also, ein Buch, ja genau. Für uns, für die Nostalgiker, für die Romantiker. “Auf Asche” heißt es und beinhaltet 22 Geschichten aus der “guten alten Zeit”. Zusammengestellt von Sascha Theisen (Torwort) und Ben Redelings (Scudetto) kommen viele bekannte Fußballconnaisseure zu Wort und erzählen ihre persönliche Geschichte vom Ascheplatz.

Wenn Axel Formeseyn von den Alkoholeskapaden der 3. Mannschaft von Altona 93 erzählt oder Frank Baade das kleine 1 mal 1 der “Halle der Gasftfreundschaft” erklärt, dann habe ich sofort die Bilder dazu im Kopf. Der schlimme Kater der 1. Herrenmannschaft der SpvgG Vochem nach einer langen Thekenschlacht und einer unglücklichen Sonntagsmorgensansetzung: “Schön Spill Schiri, wa? Schad’ dat de et nit sinn kannst!“. Klares Rot. Drei Minuten gespielt. Oder die Mehrzweckhalle in Kerpen. Heimstatt eines Turniers für weitestgehend lustige Freizeitmannschaften. Bei solchen Gelegenheiten findest Du immer mindestens einen Idioten, der es nicht versteht und den heiligen Ernst auspackt. Schöne spitze Schreie lassen einem die Bockwurst vom Teller fallen.

Es ist genau dieses: “Ja, klar, so war das damals”-Gefühl, was das Buch ausmacht. Du erkennst Dich wieder, du hast das alles selbst schon erlebt, du weißt, wovon die Menschen da sprechen. Das macht das Buch extrem kurzweilig. Dazu kommt noch, dass es in den einzelnen Geschichten kaum Qualitätsunterschiede der Autoren gibt. Ich meine, klar, die Stile sind schon andere aber das soll ja auch so sein, es ist ja ein Querschnitt. Besonders zu erwähnen ist noch, dass 1 Euro pro verkauftem Buch und alle Autorenhonorare an die Sepp-Herberger-Stiftung gehen. Ihr unterstützt mit dem Kauf das Projekt “Fußballfreunde“, das behinderte Kinder mit gesunden zum gemeinsamen Fußballspiel zusammenbringt.

Also, Leute, klare Empfehlung: Kauft Euch dieses Buch, schwelgt mal wieder in Erinnerungen, lasst Messi Messi sein und erinnert Euch an den kleinen, dicken, cholerischen Torwart der dritten Herrenmannschaft, der keinen Ball halten konnte aber immer der Innenverteidigung die Schuld gab.

Damals, Sonntagsmorgens um zehn, in der Kreisliga C. Auf Asche.

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Und, weil der “Verlag Die Werkstatt” und die Agentur “STAMMPLATZ Kommunikation” nicht knausrig waren, gibt es jetzt ein Exemplar hier zu gewinnen.

Frage: Wie viele Tore fallen am 23. Spieltag der Kreisliga C, Staffel 9, Mittelrhein?

Einfach euren Tipp in den Kommentaren posten (eMail-Adresse nicht vergessen!).
“Einsendeschluss” ist Sonntag, 12.05., 9 Uhr (weil das erste Spiel um 9:30 Uhr(!) losgeht)

17 Mannschaften, acht Spiele, Vochem hat spielfrei!

Bei gleichen Tipps entscheidet das Los, Videoübertragung ist geplant!

Viel Glück!

1
“Auf Asche”
Verlag Die Werkstatt
Ben Redelings / Sascha Theisen (Hrsg.)

Bochum – FC: Final Destination

Oki, es geht diesmal relativ schnell, denn nachdem der FCK gestern die drei Punkte gegen Frankfurt eingetütet hat und “nur” noch ein Unentschieden gegen Regensburg und St. Pauli braucht, sollten wir die Saison abhaken. Eine Relegation wird es nicht geben, sie wäre auch nicht verdient gewesen. Zu unkonstant spielte der 1.FC Köln über die gesamte Spielzeit.

Außerdem hängt mir das Wochenende noch in den Knochen und meine Lust auf ein weiteres Stanislawski-Bashing strebt gegen Null auch wenn er es sich diese Woche wieder redlich verdient hätte. Zwei Stichpunkte: Hector die Schuld für die Niederlage zu geben (Print-Express vom Sonntag) und dann die Dreistigkeit zu besitzen heute in der Online-Ausgabe derselben Zeitung zu fordern, dass man “den nächsten Schritt” gehen soll. Das ist ja nur noch besoffen zu ertragen, was der Mensch da von sich gibt. Aber feiert ihr nur weiter den sympathischen Kumpeltyp. Fragt mal bei St. Pauli nach, wie die den “Stani” im Nachgang sehen. Ohne Worte, der Mensch.

Dann handeln wir nur noch kurz die Punkte, die ich am Samstag schon online stellte ab:

- Nur eine Spitze gegen Bochum?
Genau! So spielt ein Aufsteiger! Mutig, mit konsequentem Drang zum Tor. Mit Bröker und Chihi zwei Komplettversager auf den Außen, Lehmann und Matuschyk als Doppelsechs und ohne irgendwelche Ideen im Spiel nach Vorne. Leute, das war der 32. Spieltag! Es sieht immer noch so aus wie in der Hinrunde gegen Aalen. Verbessert hat sich genau nichts. Super Trainerjob!

- Genau eine Chance aus dem Spiel heraus (Clemens)
Ergibt sich aus dem fehlenden Mittelfeld. Es kommen keine verwertbaren Bälle und es ist bezeichnend, dass Clemens die Chance ohne jede Assistenz hat. Den Schuss von Matuschyk werte ich nicht als Torchance, dafür war mir das 12 km/h-Geschoss nicht plaziert genug.

- Zuordnung in der Abwehr
Ein Trauerspiel. Zwar steht Maroh wirklich konstant gut und zeigt auch immer Einsatz aber es kann doch nicht sein, dass wir uns dreitausend Gegentore nach Standards einfangen. Das muss doch Teil des Trainings sein, oder irre ich da?

- Keine Ideen im Spielaufbau (32. Spieltag!)
Nichts. Gar nichts. Über Außen kann nichts kommen, durch die Mitte wird erst gar nicht versucht. Das sieht teilweise aus wie Millwall Anfang der 80er. Nicht schön.

- Laufwege stimmen nicht (Chihi – Matuschyk – Ujah)
Auch hier eine Frage wie sehr Automatismen greifen müssen. Völlig verständnislos bin ich, wenn Matuschyk kreuzt und Chihi ihm dann in die Füße läuft. Da muss es doch Anweisungen geben oder läuft da jeder wie er will?

- Weitere Unzulänglichkeiten des spielenden Personals
Wenn sogar Ulli Potofski in der SKY-Übertragung beim ersten Ballkontakt von Maierhofer entsetzt fragt: “Was war das denn jetzt?” (als er einen Ball an der Torauslinie ungefähr 1,5 Meter gegens Außennetz “schlenzte”), dann erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

- Phrasendrescherei des Vortstands und Trainerteams
Umbruch, Aufbau, junge Mannschaft. Heute wird Jacobs zitiert mit: Zwei, drei gestandene Spieler für das nächste Jahr kaufen. Wissen wir also, wo die Reise hingeht. In Slowenien, Moldawien und Kasachstan werden es die Berater mit großer Freude vernommen haben. Juhu!

- Zukunft in Liga 2
Keine Ahnung

- Der schlechteste effzeh aller Zeiten?
Ja

Und sag ja niemand, man hätte es nicht wissen können!

50 Jahre Bundesliga in einem Spielzug. Vol.3


FC – 1860: Brutalst vercoacht

Heute verspielt der 1.FC wohl seine letzte Chance den Relegationsplatz zu erreichen mit einem 1:1 zu Hause gegen 1860 München und irgendwie ist das so ziemlich der dümmste Fall, der eintreten konnte. Einerseits hat die Mannschaft nach schwachem Start eine Serie hingelegt, die alles andere als ein Angreifen auf die Relegation nicht erklärbar gemacht hätte, auf der anderen Seite kann man das Spiel heute als Nachweis für die fehlende Klasse / Qualität des Teams heranziehen. Ein Relegationssieg wäre schwer genug geworden und in der nächsten Saison hätte es Klatschen gegeben. (Stand jetzt – Beruhigt Euch, jaja, ich weiß, es kann alles anders kommen).

So wäre eigentlich die Saison für mich als einigermaßen erfolgreich einzustufen. Die Mannschaft hat Erfahrung gesammelt, man hat wieder die uneingeschränkte Liebe der Stadt und seiner Einwohner zurück gewonnen und im nächsten Jahr greifen wir dann an. Oder?

Irgendwann zu Anfang der Saison hatte ich mich -Abends, beim Bier- mit zwei Freunden in die Haare bekommen, ob denn der effzeh dieses Jahr um den Aufstieg mitspielen muss. Tenor der Beiden war: Natürlich! Der 1.FC Köln muss immer versuchen aufzusteigen. Mein Gegenargument: Ist sinnlos, Mannschaft viel zu übel. Besser man konsolidiert sich mal richtig, macht mal Nägel mit Köpfen und nicht immer nur das halbgare Rumgewurstel der letzten Jahre. Ich hatte die Hoffnung, dass man diesen Weg geht. Mein Problem damals und auch heute war und ist, dass ich für diesen Schritt Stanislawski für den komplett falschen Trainer hielt und halte. Heute sehe ich mich da bestätigt (ohne hämisch klingen zu wollen!) auch wenn ich mir soeben bei twitter wieder eine ziemlich blutige Nase geholt habe, deswegen muss ich ganz kurz was für die Diskussionsteilnehmer dort klar stellen:

Also: Mein tweet, dass die einzige Chance für den effzeh ein Rauswurf des Trainers wäre, war wohl der Auslöser der ganzen Debatte. Ich meinte damit, dass ich Stanislawski nicht zutraue eine Mannschaft aufzubauen. Ich habe schlicht keinerlei Vertrauen in ihn als Spieler-Former, als jemanden, der jungen Spieler Schliff geben kann, der Risiken eingeht, der auch mal schlechte Spiele verzeiht und einfach komplett unbeirrt versucht “den Weg zu gehen”. Der Vertrauen aufbauen kann. Dazu gehört auch die Integration des Nachwuchs. Gerade in der (ACHTUNG!) prekären finanziellen Situation, in der sich der effzeh befindet, muss ich doch schauen, dass ich auch vor der eigenen Haustüre mal schaue, was da so los ist.

Print-EXPRESS 28.04.13

Print-EXPRESS 28.04.13

Seit Stanislawski im Amt ist, hat sich in Sachen “Neuaufbau” genau gar nichts getan. Im Gegenteil: Der Neuaufbau ist durch die Siegesserie nahezu torpediert worden. Woche für Woche müssen wir uns Matthias Lehmann im Mittelfeld anschauen. Das kann doch nicht wahr sein. Okay, Jajalo war auch letztlich katastrophal aber dann ist es eben die Aufgabe des Trainers Vertrauen zu schaffen und nicht sofort wieder zu Lehmann zurück zu kehren. Soll ich noch was zu Maierhofer schreiben? Nee, ne. Ist alles gesagt, oder? McKenna? Vertragsverlängerung? Ja? Okay. Hört doch auf, dass ist doch nichts, womit ich Zukunft gestalten kann.

Also: Für alle, die es nicht verstanden haben oder es nicht verstehen wollten: ES GING IN DEM TWEET NICHT DARUM, DASS WIR HEUTE DEN AUFSTIEG VERKACKT HABEN! DAS IST MIR KOMPLETT EGAL! ES GING UM DIE NÄCHSTE SAISON UND ICH KEINERLEI VERTRAUEN HABE, DASS IRGENDWAS BESSER WERDEN KÖNNTE. Got it? Ja? Danke!

Das ist einfach meine Meinung und zum Glück sind die Gedanken ja noch frei. Kann jeder anders sehen, bitteschön. Nur würde ich dann wirklich gerne mal ausführlich wissen, worauf sich die Hoffnungen stützen. Auf Hector und Horn? Hört auf, das ist zu billig und zu wenig.

Noch was: Natürlich ist mir klar, dass es keinen Trainerwechsel geben wird. Ich bin nicht doof. Erstens kannst Du Dir den schlicht nicht leisten und es ist natürlich auch nicht glaubwürdig, weil die Ergebnisse ja ganz eindeutig für Stanislawski sprechen. Natürlich war der tweet polemisch. Aber: Er war ernst gemeint und bis mich jemand vom Gegenteil überzeugt bleibe ich auch dabei.

Damit endet der twitter-Einschub. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sollte es nächstes Jahr in der zweiten Liga weitergehen und ich denke mit dem Gedanken können wir uns langsam anfreunden, wird es nicht leichter. (Mindestens) Clemens, Ujah und Brecko werden weg sein. Das ist schon mal ein Pfund, denn auch Magic Miso ist für die zweite Liga schwer zu ersetzen. Clemens erst recht nicht und Ujah hat halt doch ein paar Tore geschossen. Der Rest unserer “Stürmer” ja eher nicht.

Der Etat wird nochmal zusammengestutzt werden (müssen), die Attraktivität des Standorts Köln wird für Talente sicher nicht besser werden und so müssen wir schauen mit welchem Team wir nächstes Jahr angreifen wollen. Ist es dann an der Zeit nochmal komplett auf Null zu fahren, eventuell sogar eine Saison nur knapp über dem Strich zu erleben oder werden wir versuchen kurzfristig wieder Ergebnisse zu erzielen? Ich glaube nicht mehr an den Mut des Vereins, daher werden wir uns wohl mit ein paar ausgedienten Recken “verstärken”, die für die zweite Liga noch gut genug sein werden aber eben keinerlei Zukunftsperspektiven für höhere Aufgaben bieten. Das ist auf Dauer ermüdend und frustrierend aber ich sehe im Moment kein Entkommen aus diesem Kreislauf, oder wie es der Thomas ausdrückt:2

Nur ganz kurz zwei Sätze zum heutigen Spiel, das ja auch noch da war:
20, 25 Minuten sahen wir einen schönen Vortrag des 1.FC Köln, es wurde Fußball gespielt, der Ball lief, den Löwen wurde kaum Zeit gegeben irgendwas mit dem Ball anzustellen, weil die Räume schnell zugestellt wurden, unsere Außen viel Platz hatten, und insgesamt viel zu stimmen schien, im Spiel des 1.FC Köln. Nach der knappen halben Stunde Hoffnung justierte 1860 ein bisschen, stellt die Außenbahnen zu, geht früher auf den ballführenden Kölner und schafft es in der eigenen Hälfte nicht zu sehr in Unterzahl zu geraten.

So schlendert das Spiel in die zweite Hälfte in der 10 Minuten wieder ganz okayer Zweitligafuppes zu sehen ist aber dann in der 57.(!) Minute der tatsächlich recht schwache Przybylko raus-genommen und Strobl in die Partie geworfen wird. In der 57. (!) Minute! Gegen die technisch wohl beste Zweitligamannschaft hinter der Hertha versucht also der Trainer zu verwalten. Brutal verwalten statt brutal marschieren. Brutaler Schwachsinn! Natürlich geht das nach hinten los: Dem FC fehlt eine Anspielstation 25 Meter vor dem gegnerischen Tor, es folgen nur noch und ausschließlich hohe Bälle auf Ujah, der natürlich komplett aufgeschmissen ist, weil so doof sind die 60er dann doch nicht. Das fällt dann auch neun Minuten später der Kölner Bank auf und der Major wird ins Spiel gebracht. Damit die Chance mal einen hohen Ball auf einem Kölner Kopf aufspringen zu lassen sich verdoppelt. Nützt zwar nix, weil ja niemand da ist, der dann weiter spielen kann aber die Weisheit der Entscheidung dieser Wechsel verschließt sich mir wahrscheinlich nur, weil ich so ignorant bin.

Natürlich fällt der Ausgleich und genauso natürlich kann der FC nicht mehr reagieren. Chihi kommt zwar noch rein aber dem gelingt ja auch genau gar nichts zur Zeit. Feierabend, kein Trömmelche.

Nochmal: Das Ergebnis ist mir letztlich egal, es ärgert mich einfach, dass es so blöd zu Stande kam.

Und jetzt los…

London vor dem Champions League-Finale

2

Tage des Donners

Und ein Unentschieden in Duisburg:
Tja, sowas passiert. Ein spätes Tor. Diesmal auf der Gegenseite. Statt eines sicheren Sieges kommt nur ein mickriger Punkt auf die Habenseite. Wenn der Trainer es für angebracht hält 79 Minuten ohne Stürmer zu spielen, dann ist das halt die logische Konsequenz. Vorne haste sieben, acht Riesenchancen, machst nur ein Tor weil Bröker mal wieder den Ball trifft, der MSV schießt zwei Mal aufs Tor und köpft halt in der Nachspielzeit den Ausgleich. Sonst machen wir halt immer das entscheidende Tor aber diesmal fangen wir schon in den 85. Spielminute an an der Eckfahne Mätzchen zu machen. Natürlich erfolglos. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich zufrieden bin, dass der effzeh noch einen auf’n Deckel bekommen hat aber es stört mich auch nicht so richtig. Man ist halt alles, alles, alles selbst schuld. Feierabend. Sollte man noch die Relegation erreichen und wirklich aufsteigen: Wunderbar. Kämpfen und wenigstens die Kohle, die die erste Liga für ein Jahr einbringt mitnehmen. Falls man aber dann doch nicht zum Aufstieg kommt, muss mal wieder ein Neuanfang her. Dass dieser mit Stanislawski nicht durchführbar ist, sollte mittlerweile allen klar sein, ich sag da jetzt nichts mehr zu, denn es gab auch noch andere Themen am Wochenende, die ich wenigstens kurz anschneiden möchte.

Machen wir heute mal einen Kessel Buntes draus:

Uli H., ein Abgesang:
Ich war nie feindlich gegenüber Uli Hoeneß. Ich habe ihn tatsächlich immer bewundert. Habe an sein soziales Engagement geglaubt, habe mich auf die vielen, vielen Medienberichte und Interviews verlassen, die das Bild eines sehr erfolgreichen Geschäftsmanns zeichneten, der in dieser kalten Zeit immer noch Platz für Menschlichkeit fand, über den Niemand, der privat mit ihm zu tun hatte ein schlechtes Wort sprach, der alte Weggefährten nicht vergaß, der jedem Benefizspiel zusagte und der mehr als einmal kluge Statements zur Lage der Nation, zum Zustand der Gesellschaft und zu den Ungerechtigkeiten in der Welt von sich gab. Alles hörte sich plausibel an und wohldurchdacht und ehrlich. Wenn er vom “Zurückgeben” an die Gesellschaft sprach, wenn er wieder einmal ein soziales Projekt mit begleitete. Ich habe ihm das abgenommen. Immer. Für mich war er der Prototyp der ausgestorbenen Spezies des Unternehmers mit sozialer Verantwortung. Dass er dabei den FC Bayern zu dem machte, was er heute ist, nunja, das war eben auch seine unternehmerische Brillanz. Das habe ich nicht in Frage gestellt, denn für mich war immer klar, dass das Ei in diesem Fall vor dem Huhn da war. Nur durch Erfolge kam Geld. Oder Sponsoren.

Das ist vorbei.

Mit seiner Selbstanzeige zerlegt sich Uli Hoeneß selbst in alle Einzelteile. Er hat Geld zur Seite gebracht, er war (oder ist?) Steuerflüchtling. Feierabend. Es gelten keine Unschuldsvermutungen oder Phrasen wie “unschuldig solange er nicht verurteilt wurde”, nein, der Mann hat bereits Geld gezahlt und will mit möglichst wenig Aufwand und Schaden aus der Sache rauskommen, geifert schon gegen Medien, die er “rechtlich in die Schranken weisen will” und sieht auch überhaupt nicht ein von seinen Ämtern beim FCB zurück zu treten. Mir kommt das so vor wie das Kind, dass mit Spickzettel erwischt wurde: Okay, die Klausur hab’ ich jetzt in den Sand gesetzt aber ist ja nix verloren, beim nächsten Mal darf ich mich eben nicht erwischen lassen.
Hoeneß hat jahrelang den guten Menschen gegeben. Hat sich mit hochrotem Kopf vor die Mikrophone gestellt und jede Ungerechtigkeit gegen ihn oder seinen Fußballverein löste einen heiligen Krieg aus. Jetzt hält er hoffentlich mal die Klappe.

In der Sendung SportInside im WDR wurde gestern ein Fachanwalt für Steuerrecht interviewt der anmerkte, dass ab einer Größenordnung von einer Million hinterzogener Euro das Gericht automatisch eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung auszusprechen habe. Da bin ich ja mal gespannt. Vielleicht macht Hoeneß demnächst noch einen Deal mit dem Land Bayern und liefert in Zukunft die Würstchen in die Stadlheimer Straße in Giesing. Klang das jetzt zynisch? Ja? Ach, was soll’s. Von mir aus. Warum sitzt er eigentlich nicht in Untersuchungshaft? Besteht nicht die erhebliche Gefahr der Verdunklung?

Nicht das “ob” wird interessant, sondern das “wie” und “womit”. Was liegen in der Schweiz für Gelder? Wo kommen diese her? Ist es ausschließliches Privatvermögen? Und wenn ja: Wo kommt dieses her? Gehalt vom FCB und Selbstentnahme Wurstfabrik? Oder liegen da auch ein paar “Gefälligkeiten”? Von Adidas zum Beispiel? oder von der FIFA? Ob wir das je erfahren werden?

Die Bayern haben es auf jeden Fall geschafft schnell zu reagieren und das Thema des Tages weit weg von Uli Hoeneß zu platzieren. Gestern Abend, lange nach dem Zweitligaspiel, platzt die Bild mit der Exklusiv-Meldung raus, dass Götze im Sommer vom BVB zu eben jenen Bayern wechselt. 37 Millionen Euro. Wunderbar.

Wa(h)re Liebe:
Ach Bayern. habt ihr das denn wirklich so dringend nötig? Anscheinend schon, die Geschichte mit Hoeneß ist zu eklig, nicht wahr. Heute spielt ihr ChampionsLeague-halbfinale gegen den FC Barcelona und das reicht nicht als Nebenkriegsschauplatz? Da muss die Bild nachts um zwölf noch eine Sondermeldung raushauen? Na gut, na gut, ihr werdet am besten wissen, was da noch alles auf Euch zukommt. Natürlich ist der Zeitpunkt schäbig gewählt, denn der BVB spielt ja morgen auch gegen Real und wenn man sich die Reaktionen auf Mario Götzes Facebook-Seite anschaut, dann wird das kaum für eine ruhige Vorbereitung in Dortmund sprechen. Ist die Angst so groß, dass der BVB Euch, den Überbayern, die Rekordsaison versauen kann, dass jetzt mit den ganz billigen Tricks gespielt wird? Scheint fast so, ne?

Vor Wochenfrist, als noch alles wunderbar war, forderte der heilige Uli “Solidarität” ein. Die Liga würde unspannend werden. Als nicht jeder Vereinsboss sabbernd und arschleckend angerannt kam und Watze sich genötigt sah zu sagen, dass er eine andere Meinung vertritt, zog der Fabrikant seine Überlegungen ganz schnell und sehr beleidigt zurück. Kaufe ich halt den Götze. Kennt ihr das hier?

So wird das sein. Langfristig ist die Liga tot. Die Entwicklung, die in England begann und dort gerade anfängt die ersten Opfer zu produzieren wird in Deutschland weitergehen. Nur schlimmer, weil wir ein vermeintliches Kontrollinstrument haben, welches sich aber nur als zahnloser Papiertiger entpuppt: Die 50+1 Regel. Solange “Vereine” wie die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga mitspielen dürfen und nicht im geringsten kontrolliert werden (wie war das damals mit dem Gustavo-Transfer?) hat der Rest der Liga gegen die Macht der Konzerne keine Chance mehr. Sei es Leverkusen, Wolfsburg oder eben Bayern München, die ja mittlerweile mit Geld aus allen Richtungen zugepflastert werden. Telekom, Audi, Adidas. Welche Gegenleistung dieses Partner erwarten weiß ich nicht aber eins dürfte doch klar sein. Das sind alles keine “guten Menschen” die Geld zum Fenster rauswerfen. Hinter jedem Euro steckt eine Kosten-Nutzen-Analyse. Und da haben dann Vereine wie Schalke, Dortmund, Frankfurt und ja auch Köln keine Chance mehr gegen anzustinken, weil es eben zu viele Menschen betrifft. Die Anzahl der Fans ist kontraproduktiv zu den Gestaltungsmöglichkeiten der Geschäftsführung.

Ob sich “der Fußball” erholen wird? Es wird immer kleine romantische Ausreißer geben. Der SC Freiburg spielt eine super Saison. Da sich der Verein aber durch diese eine Saison quasi selbst auflöst, weil alles was wichtig war weggekauft wird, wird das im nächsten Jahr nicht zu wiederholen sein. Klar, solche einzelnen “Wunder” wird es immer geben aber dieses Salz, was die Bundesliga-Suppe erst interessant macht, wird sehr sparsam verteilt werden, da werden die Bayern schon für sorgen.

Um die Kurve zu kriegen: Ich hab’ die Bayern nie sonderlich “gehasst” wenn man einen Fußballverein hassen kann und sollte aber mit den Ereignissen der letzten Tage, hadere ich wirklich mit mir ob ich ihnen einen Sieg gegen Barcelona gönne. Ich tendiere eher zum “Nein”.

Da war doch noch was in München:
Ja, richtig. Heute Mittag hat der jordanische Investor des TSV 1860, Hasan Ismaik, durch seinen Anwalt ein Schreiben übermitteln lassen, dass alle Darlehnsverträge aufgekündigt werden und zum 25.05.2013 zurückgezahlt werden müssen, da sie sonst tituliert werden.
Die Begründung ist eine wahre Wonne: Man hätte “Herrn Ismaik” nicht wie vereinbart in die Gespräche zur Personalpolitik mit einbezogen und habe zu wenig Einsichten in die Gesamtsituation der KG.

Damit können die Türen bei den Löwen auch abgeschlossen werden. Die Bayernliga freut sich grandiose Fanscharen und die “Freunde des Grünwalder Stadions” bekommen endlich, was sie sich so lange gewünscht haben: Heimspiele in Giesing! Doch halt…

…eine Möglichkeit hat der “Retter”, wenn man den Jordanier denn heute noch so nennen will, dem TSV noch gegeben um das finanzielle Engagement weiter führen zu können: Neuer Geschäftsführer nach seinem Gusto, finanzielle Aktivitäten nur noch über sein Büro usw. Schlicht: Erpressung. Wer sich das ganze epische Ausmaß durchlesen will, der möge nach dem Ticker der AZ googlen. Links gibt’s hier nicht mehr.

Das ist sie dann also die schöne neue Fußballwelt. Ein Steuerhinterzieher, ein Verbrecher (so muss man das sagen), sitzt heute in der Allianz Arena auf der Tribüne und wedelt mit der Klatschpappe (mal schauen wie weit Markwort entfernt sitzt), ein jordanischer Investor sorgt dafür dass der andere Münchner Verein handlungsunfähig wird, in Dortmund wird überlegt mit was man alles auf Götze schmeißen kann und in Köln überlege ich mir warum ich doch lieber nach München fahren würde als nach Aalen. Und ich habe keine Antwort.

FC – VfR Aalen: Die Null steht

Okay. Fangen wir vorne an: Drei Punkte sind drei Punkte sind drei Punkte. Stimmt. Wie die zustande gekommen sind fragt niemand mehr nach, die Tabelle gibt auch keinen Aufschluss über Glück und Pech. Drei Punkte sind drei Punkte. Ob ich 7:0 in einem rauschhaften Traum von Fußballspiel gewinne oder den Ball in der 93. Minute zu einem 1:0 über die Linie krüppele spielt keine Rolle. Drei Punkte sind drei Punkte. I get that. Jetzt haben wir heute weder ein rauschhaftes Fußballspiel erlebt noch ein krüppeliges Tor, sondern ein krüppeliges Spiel mit einem wunderschönen Tor zum Sieg. Das erste Tor gegen den VfR Aalen in dieser Saison bringt den 1.FC Köln zumindest für eine Nacht wieder auf den Relegationsplatz. Die Stadt tanzt, die Sonne scheint und Stanislwaski freut sich brutal. Na dann.

Nach dem traurigen Auftritt in Kaiserslautern wird die Mannschaft geringfügig umgebaut: Hector ersetzt Eichner, Lehmann und Royer spielen für Matuschyk und Jajalo und Maierhofer darf anstelle von Bröker durch den Straraum irrlichten. Bringt zwar alles nix aber Rotation sieht immer gut aus, oder?

Der Beginn ist dann auch durchaus vielversprechend. In den ersten zehn Minuten macht der effzeh einigermaßen Druck, presst, versucht Überzahlen zu schaffen und lässt den Ball auch ganz anständig durch die eigenen Reihen laufen. Clemens fängt rechts an, spielt ein paar Mal mit Ujah einen schnellen Doppelpass, setzt sich auch ein paar Mal Richtung Eckfahne durch aber große Chancen ergaben sich daraus nicht. Die erste Torgelegenheit hat Maierhofer, der sein Timing beim Kopfball so optimierte, dass er sich tatsächlich mal gegen einen Abwehrspieler durchsetzen konnte und nur durch eine schöne Parade des Aalener Keepers Bernhardt am Torerfolg gehindert wurde. Dann schreiben wir noch einen abgefälschten Torschuss von Clemens auf unserem Chancenkonto gut aber danach wurde es düster. Aufregung ensteht nur durch eine absurde gelbe Karte für Ujah, der damit in Dusiburg gesperrt ist. Genauso wie Strobl, der drei Minuten später die grell leuchtende Kartonage sah.

Nach der Halbzeit passierte erstmal gar nichts. Der effzeh war zwar bemüht einigermaßen Ruhe ins Spiel zu bringen, hat aber schlicht nicht das Personal für einen souveränen Auftritt zu Hause gegen Aalen. Lehmann verzögert das Spiel, passt lieber drei Mal quer oder zurück, statt einen Wechsel zu probieren oder einen Ball in die Spitze (oder zumindest mal in den Lauf) zu spielen. Das macht es für Royer und Clemens nicht einfacher, denn sie wissen nie, wann sie starten können. Letztlich ist das schlicht unbrauchbar, was Lehmann da auf den Platz bringt. Er gibt dem Mittelfeld keinerlei Sicherheit und Impulse das Offensivspiel zu beleben sucht man auch vergebens.

Eklatant schlecht wird es dann, wenn wir uns dreißig Meter weiter Richtung gegnerisches Tor bewegen. Maierhofer ist alles aber kein Profifußballer. Okay, er rennt, er kämpft, er scheint auch eine gewisse Unternehmensberater-hafte Motivations-Tschakka-Einstellung zu haben aber das nützt ja nix, wenn er die einfachsten Bälle nicht stoppen kann. Major hin oder her, der Transfer Kauf ist so unfassbar traurig, spiegelt aber den Dilettantismus der letzten 23 Jahre wunderschön wieder. Hätten wir eine Transferflop-Hall of Fame in Köln käme da zum 01.07. ein neues Trikot dran.

Leider macht er nicht nur sein Spiel kaputt, sonder durch sein durchgeknalltes Laufverhalten sorgt er auch immer wieder für falsche Laufwege in der eigenen Mannschaft. Niemand weiß, wo er stehen wird oder wo er in den nächsten zehn Sekunden auftauchen wird. Wunderbar zu sehen war das in den letzten fünf Minuten als sowohl Ujah als auch Przybylko plötzlich ihren Laufweg verlassen mussten, weil am Horizont Wile E. Coyote auftauchte um den Ball ins Aus abtropfen zu lassen. Hört mir auf aber das kann man ja noch nicht mal mehr wohlwollend schönreden.

Dass Stanislawski Bröker vor Przybylko einwechselt ist für mich wieder so ein Mysterium, das nicht aufzulösen lohnt, weil es sich nicht ändern lässt. Ein Satz: Nach dem Spiel freute er sich “brutal für Pritsche” um dann zu sagen, dass es Zeiten gab “wo Kacper schlecht trainierte, nicht da war”. Jetzt wär das wieder besser. Hmm. Wenn meine Spieler schlecht trainieren, dann verkünde ich das über SKY? Nachdem eben jener Spieler das spielentscheidende Tor geschossen hat? Nee, klar, Stani, alter Kumpeltyp. Nicht dass mal jemand auf den Gedanken kommt nachzufragen warum ständige das talentfreie Danger-Duo Bröker und Maierhofer eingesetzt werden. Und: Wer ist Schuld, wenn ein Spieler schlecht trainiert? Wird schon seine Gründe haben. Perspektivlosigkeit kann ein ganz schöner Motivations-Killer sein!

Der Sieg wird also in der 80. Minute als letzte Option eingewechselt, wahrscheinlich weil kein anderer 30jährige mehr auf der Bank saß. Ein schöner Schuss in den Winkel und that’s all she wrote.

So, was zeigt das Spiel? Gar nichts. Die letzten Heimspiele waren ein 2:1 gegen Regensburg und ein 1:0 gegen Aalen mit Siegtoren jeweils kurz vor Toresschluss. Wer heute Augsburg gegen Frankfurt geschaut hat, wer Hoffenheim gegen Wolfsburg oder Bremen gegen Düsseldorf gesehen hat, wird feststellen müssen, dass der Weg in die erste Liga weit ist. Sehr, sehr weit, denn selbst wenn wir Lautern noch abfangen sollten: Junge, Junge, das könnte ein Schlachtfest werden. Die größten Chancen sehe ich momentan noch bei einer Relegation gegen Düsseldorf, die eher medioker durch die Rückrunde laufen. Aber, lassen wir das. Ungelegte Eier und so…

Nächste Woche geht es also nach Duisburg, die auch schon mal mehr Angst versprüht haben als dieses Jahr aber in den letzten Wochen den Abstand zu den Abstiegsplätzen weit vergrößert haben und sicher darauf brennen werden ihren Anhängern einen Festtag gegen den 1.FC Köln zu bereiten. Der MSV steht bei 37 Punkten, da dürfte kein Druck mehr sein und ein Sieg gegen “uns” würde zu Hause die 40 Punkte-Grenze knacken. Kann sich jeder ausmalen, dass das kein Selbstgänger wird.