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Arsenal – FC: Champagne Supernova

How many special people change?
How many lives are living strange?
Where were you while we were getting high?

Wo will ich anfangen? Ich bin unstrukturiert und aufgewühlt, ich kann noch gar keinen klaren Gedanken fassen, so überlebensgroß war das gestern. So jenseits von allem, was ich bisher im Fußball erleben durfte. Ich habe Aufstiege gefeiert, ich war mit einem einzigen 30er Bus bei einem Hallenturnier in Leipzig, habe Spiele vor 3.000 und Spiele vor 80.000 Zuschauern gesehen. Ich war beim Spiel um Platz 3 bei Olympia ’92, ich bin mit dem 1.FC Köln viele tausend Kilometer durch Deutschland gereist und mein letztes Europapokalspiel im Stadion war das Heimspiel gegen Atalanta. Ich bin 23 41 Jahre alt und gehe seit 27 Jahre regelmäßig zum Fußball. Nichts, keine einzige Erinnerung, kommt auch nur nah dran an das, was ich gestern in Islington erleben durfte. Beim Einlaufen der Mannschaften hatte ich Tränen in den Augen. Das ist jetzt nicht nur so dahin geschrieben, nein, ich musste mich von den um mich herumstehenden Damen sogar ein wenig belächeln lassen. Ich war so derart aufgewühlt, die Energie, die in diesem magischen Moment von den Rängen kam, war überwältigend. Ein “Come on effzeh” Wechselgesang zwischen den Clock End Blöcken H-J und K-N raubte mir fast alle Sinne. Es war so laut, so intensiv, so… einzigartig. Ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen, fast ungläubig ob der puren Wucht der Emotionen. Nach 25 Jahren läuft der 1.FC Köln im Emirates auf und ich bin dabei. Es war elektrisierend.

Slowly walking down the hall
Faster than a cannonball
Where were you while we were getting high?

Ich will jetzt keinen großen Reisebericht schreiben, wer sich für die vielen skurrilen Geschichten interessiert, die ich in den 32 Stunden des Trips erlebt habe, der möge am Montag drei90 einschalten, dort werde ich ausführlich erzählen. Von entnervten Zugbegleiterinnen, von englischer Provinzialität, von neuen Bekanntschaften und engen Zeitplänen, von Flugverspätungen und unverschämten Lufthansa-Mitarbeiterinnen. Es könnte etwas länger werden.

Nein, ich will nur erzählen wie ich London erlebt habe, will meine Eindrücke wiedergeben, denn auch wenn deutsche und englische Zeitungen übereinstimmend von einer Nacht der Schande sprechen, es war das genaue Gegenteil. Es war ein friedliches, lautes, intensives Fest, es war ein freundschaftliches Miteinander, es war ein wortwörtliches Anstoßen, verbunden mit einem “Cheers Mate”. Nacht der Schande. Am Arsch. Während des Oktoberfests müsste die Bild-Zeitung jeden Tag mit “Fest der Schande” aufmachen, denn es benehmen sich jeden Tag deutlich mehr Menschen in den Saufzelten daneben als gestern Abend in London. Hab ich noch nie gelesen. Ist halt Brauchtum, da kann das mal passieren, ne? Es gab gestern 5 Festnahmen. Bei geschätzten 20.000 Kölner. Fünf. Nacht der Schande.

Und dennoch möchte ich nicht relativieren: Die Leute, die da in die Polizei reingestürmt sind, die die Kioske überfallen haben und Gewalt ausübten sind Arschlöcher. Ich habe es selbst nicht gesehen, deshalb möchte ich da auch gar nichts weiter zu schreiben, sondern lasse einen Augenzeuge zu Wort kommen:

Ich kam mit Freunden um kurz nach 18.00 h Ortszeit am Stadion an. Wir sahen, dass die the Danny Fiszmann Bridge scheinbar abgeriegelt war mit den Leuten, die den Fanmarsch vollständig mitgegangen waren und beschlossen daher, uns direkt am Eingang zu Block L für den Gästeblock anzustellen, bevor die Schlangen lang werden. Vor uns standen höchstens 15-20 Leute an der linken Schlange bis zum Einlass. Es geschah hier jedoch über 10 Minuten nichts, keiner wurde reingelassen. Dann wurden anscheinend die Leute von der Brücke gelassen und alle strömten Richtung Blockeingang. Hier kam es dann wohl dazu, dass eine Handvoll Leute versuchte, über die Absperrung zu gelangen. Das konnten wir aber nicht genau sehen. Es passierte darauf hin Minuten lang wieder nichts, außer dass sich um uns herum eine Riesenmasse an Menschen angesammelt hatte, die aufgestellten Gitter wurden geschoben. Die Leute hielten immer wieder ihre Tickets hoch um deutlich zu machen, dass man eines hatte. Dann kam die berittene Polizei und drängte uns alle zusammen, so dass wir kaum auf zwei Beinen stehen konnten. Von vorne und der Seite hieß es immer „go back“, aber es ging nicht zurück oder zur Seite, weil hinter einem ja gefühlt hunderte Leute standen und auch Gitter, gegen die man gequetscht wurde. Wir versuchten, der Polizei deutlich zu machen, dass hinter uns und an der Seite Gitter standen, und wir uns nicht weiter bewegen konnten. Auch Leute aus der Fanszene versuchten per Megaphon, die Masse ein Stück nach hinten zu bewegen und zu beruhigen. Hier ging jedoch nichts, von hinten Menschen und Gitter, von der Seite die berittene Polizei. Dieser Zustand dauerte über eine Stunde an. Die Leute wurden immer unruhiger, es gab die ersten, die versuchten, aus diesem Pulk heraus an die Seite zu kommen, da sie keine Luft mehr bekamen, Panik hatten oder ihre Notdurft verrichten mussten.

Da ich es irgendwann auch nicht mehr aushielt und in Panik verfiel, versuchte ich ebenfalls an den linken Rand zu gelangen, die umstehende Leute halfen mir dabei. Dort angekommen konnte mir eine Ordnerin nur den Weg zu Toilette gegenüber vom Einlass zeigen, sonstige Hilfe gab es nicht, obwohl die Leute, die mir daraus halfen den Ordnern erklärten, dass ich ggf. Hilfe brauche. Nachdem ich mich dort übergeben hatte und andere Freunde kontaktiert hatte, fragten diese sowohl Ordner als auch Polizisten nach Sanitätern. Als Antwort kam, dass es um das Stadion weder Sanitäter noch „Ambulances“ gab, wir sollen doch zur First Aid Station im Stadion gehen. Tja, da kamen wir jedoch nicht rein.

Die vorbeschriebene Einlasssituation habe ich als sehr gefährlich empfunden und ich kann nicht nachvollziehen, wieso man Menschen über 1,5 Stunden so einquetscht. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass man außerhalb des Stadions keinerlei medizinische Versorgung zur Verfügung stellt.

Ich glaube, dass eine anders geregelte Einlasssituation das Ganze – auch im Hinblick auf die nun anstehende UEFA Untersuchung und die nicht nachvollziehbaren Berichte aus der Presse -wesentlich entschärft hätten. Im Übrigen habe ich am Stadion und im Vorhinein Niemanden getroffen, der kein Ticket hatte.

Natürlich rechtfertigt all dies keine Gewalt, bitte versteht das nicht falsch aber es wäre ein leichtes gewesen die Situation erst gar nicht entstehen zu lassen. Mit einer anderen Ticketpolitik, mit weniger Drama und weniger Angst vor Eventualitäten, mit weniger Eventdenken und weniger Arroganz wäre es zu keiner Eskalation, so klein sie am Ende auch gewesen sein mag, gekommen. Das ist einfach ein Versagen von Arsenal.

Dass dann am Ende die Kölner Fans mit Tickets für den Heimbereich sogar von dieser Situation profitiert haben, weil die Sicherheitsbehörden sich entschieden haben die Kontrollen Kontrollen sein zu lassen und einfach alle Menschen ins Stadion gelangen zu lassen, ist dann eine Bewertung über die ich mir noch Gedanken machen muss. Aber -und ich finde das darf man nicht vergessen- wir kommen nicht umhin uns zu wundern, was sich Arsenal und die Polizei von London gestern gedacht hat. Naja, es werden wohl ein paar mehr als die 3.000 kommen aber so wild wird es nicht werden? Waren sie wirklich so blind? Waren sie wirklich so arrogant? Ich weiß es nicht. Klar ist, dass das “Sicherheitskonzept”, wenn man es denn so nennen will ein Komplett-Desaster war. Die Stewards waren vollständig überfordert und zahlenmäßig so hoffnungslos unterlegen, dass sie ihre Autorität schon mit dem Überziehen der neongelben Warnwesten verloren haben. Die Polizei zeigte -zwar spät- ihre Präsenz (allerdings, das möchte ich betonen, mir und meinem Umfeld gegenüber freundlich, hilfsbereit und ohne jede Aggression. Kein Vergleich zu deutschen Ordnungshütern. Wenn man die höflich angesprochen hat, kam eine zuvorkommende und freundliche Antwort, gefolgt von einem aufrichtigen “have fun”. Ich habe gesehen wie Bobbys sich mit Kölner Fans haben fotografieren lassen und für das Foto die Mützen getauscht haben. (Frag mal hier einen Ninja Turtle ob er das macht…) aber alles in allem war die Situation von Anfang an hoffnungslos. Arsenal und London war schlicht nicht vorbereitet auf das was da gestern angereist kam.

Soviel mal dazu.

Someday you will find me
Caught beneath the landslide
In a champagne supernova in the sky

Vor dem Spiel gab es einen Fanmarsch auf der Oxford Street, bevor sich dann alles an den Highbury Fields und in den umliegenden Kneipen sammelte:

Ich traf mich mit den guten Leute im Brewhouse and Kitchen, das -natürlich- fest in kölscher Hand war. Ein paar Einheimische mischen sich unter die Auswärtsfans aber das war auch kein Problem.

Gegen 16 Uhr kam es zur Schocknachricht, dass kein Bier mehr ausgeschenkt werden dürfte. Ahso. Essen durfte auch nicht mehr bestellt werden, weil, sind wir mal ehrlich, was kann es schlimmeres geben als einen satten Fußballfan? Stimmt schon. Den Beweis traten dann ein paar Stunden später die Arsenal-Fans an. Egal, dann gehen wir mal ein paar Meter die Straße runter, vorbei an einer wunderschönen Schule, deren Kinder einen schwarzen Anzug mit irritierend hellpinken Applikationen trugen (ich mag Schuluniformen sehr aber die war hässlich) und fanden selbstverständlich noch einen Laden, der uns freundlich und zuvorkommend aufnahm. The Alwyne Castle. Etwas arg hip aber dann doch ganz nett mit sehr leckerem IPA (The Camden Town IHL) und noch leckererem Cider (Orchard Pig Reveller Cider), dazu Fish & Chips oder Burger oder Pulled Pork, ach das war schon nett. Draußen geb einen netten Biergarten, die Stimmung war auch hier friedlich bis ausgelassen, Arsenal Fans haben Fotos mit uns gemacht, alles gut.

Nach dem obligatorischen Regenschauer machten wir uns dann auf Richtung Stadion. Wir wanderten die Holloway Road entlang, tranken noch ein Wegbier, schlenderten vorbei an Arsenal Kneipen und Take Aways, bogen rechts ab auf die Hornsey Road und plötzlich, ganz nah, erhaschst Du einen ersten Blick. Da hinten, links an den Bäumen vorbei, durch den Rauch der Streetfood-Stände hindurch kannst du es sehen, bis die Strasse plötzlich und fast schlagartig einen kleinen Knick macht und du davor stehst: Emirates Stadium. Da spielt gleich der 1.FC Köln. Unfassbar.

Auch hier: Null Aggressionen (wenn man mal davon absieht dass die Idioten von Zwei Kölsch nur fünf Meter neben uns ihre Show abgezogen haben und heftig debattiert wurde ob man mit der Polizei sprechen könne, ob diese mal kurz wegschauen könnte. Der Plan wurde aber verworfen), sondern friedliche, ausgelassene Stimmung. Man hörte und sah fast nur kölsches Publikum, die paar Arsenalesen die vor Ort waren wollten eigentlich nur ihre Tickets verkaufen. Ich bin noch nie so oft angesprochen worden ob ich ein Ticket haben will. Noch nie. Naja, muss jeder selber wissen. Dem Schwarzmarkt nicht unbedingt zuträglich war die Tatsache dass die Tageskasse geöffnet hatte. Eine merkwürdige Sache eigentlich, hatte Arsenal doch erklärt, dass das Spiel lange ausverkauft sei. Auch hier gilt: Der AFC hat sich einiges selbst zuzuschreiben.

Im Stadion dann der Schock. Das Clock End war fest in Kölner Hand. Sowohl Ober- als auch Unterrang waren okkupiert. Das Lied vom Europapokal schallte durch das halbleere Stadion, die Pufferlinien an Ordnern, die man sonst gerne in englischen Stadien sieht war nicht mehr vorhanden. Es war -man muss es so sagen- eine friedliche Übernahme. Die unmittelbaren Momente vor dem Spiel waren dann -wie eingangs erwähnt- das allergrößte, was ich bisher erleben durfte.

Das Video kann es nur unzureichend übermitteln, weil das schon gegen Ende des Gesangs war. Es ist aus meiner Perspektive:

Ich habe jetzt noch Gänsehaut.

Über das Spiel will ich nicht viele Worte verlieren, denn wie es der eine oder andere schon mitbekommen hat, war ich Trottel beim Tor des effzeh auf Toilette. Da fällt mir dann auch nix mehr zu ein. Ein Mal im Europapokal, der effzeh geht in Arsenal in Führung und Axel ist schiffen. Jedes weitere Wort ist Zeitverschwendung, denn diesen Trottelfaktor gibt es eigentlich gar nicht. Ich sah die Wiederholung im Arsenal TV auf dem Weg zurück in den Block, mitleidige Blicke von den umstehenden Polizisten begleiteten mich dabei. Whatever.

Arsenal gewinnt das Spiel, weil wir die Tore wieder viel zu einfach hergeben aber an Analyse ist gepfiffen, das krieg ich eh im Moment nicht hin. Unschöne Begleiterscheinung: Syndesmosebandriss bei Jonas Hector. Das hat uns gerade noch gefehlt. Verdammt.

Ab der 80. Minute machte sich dann der geneigte Heimfan auf den Weg nach Hause, die FC-Fans blieben noch ein bisschen und als dann das Stadion ca. drei Minuten nach Spielende komplett leer war passiere das:

Ich sage Euch, das hat geschallt, das kann man sich gar nicht vorstellen. In der ersten Einstellung des Videos kann man ganz gut sehen wie viele wir waren. Zur Erklärung: Der Gästebereich ist nur der Block im Unterrang rechts neben der linken Eckfahne bis linker Torpfosten. Das ist schon gut.

Alles in allem kann ich mich nur wiederholen: Es war fantastisch, es war grandios und umwerfend. Ich werde lange von dieser Erinnerung zehren. Vielen Dank an alle die dabei waren, vielen Dank an die vielen netten Engländer, die ich kennen lernen durfte (die übrigens übereinstimmend nichts als lobende Worte für den FC und seine Fans fanden) und vielen Dank an den 1.FC Köln, dass er mir das noch einmal möglich gemacht hat.

Mir kommen schon wieder die Tränen.

Wake up the dawn and ask her why 
A dreamer dreams, she never dies 
Wipe that tear away now from your eye
Slowly walking down the hall 
Faster than a cannonball 
Where were you while we were getting high? 
Someday you will find me
Caught beneath the landslide 
In a champagne supernova in the sky 

Augsburg – FC: London Calling

“Und?” fragte er. “Alles okay?” Der Mainzer Sparkassen-Angestellte klang nervös am Telefon, ganz so als könne er nicht glauben, was da gerade passiert. “Alles okay, Herr Schmadtke, das Geld ist da, ich werde das sofort weitermelden.” Zufrieden legte der feixe Düsseldorfer das Telefon zur Seite. Er hörte das glucksende Lachen am anderen Ende der Leitung nicht mehr…

Es wird eine lange, hässliche Saison, die Mannschaft ist aktuell schlecht, es passt in keinem Mannschaftsteil und vorne haben wir eben keinen Torjäger mehr. Da machste nix. Nächste Woche gibt es gegen Dortmund so richtig auf die Kappe und dann gucken wir uns doof an. Aber, okay, was soll’s? Der effzeh macht ja im Moment wirklich alles um uns die Niederlagen so emotionslos wie möglich zu gestalten.

Donnerstag ist Arsenal.

“Meinst Du wir sollten noch was für unser offensives Mittelfeld tun?” Peter Stöger versuchte das Gespräch langsam in seine Richtung zu lenken. “Ach was, wovon denn? Wir haben jetzt 17 Millionen für Córdoba und 8 Millionen für Meré ausgegeben, das reicht.” Der Trainer legte das Gesicht in Falten, fügte sich jedoch dem Machtwort des grinsenden Masterminds. “Wir holen jetzt noch ein paar 19jährige, das ist gut für’s Image.” Stöger blieb auf dem Weg zur Tür noch einmal stehen: “Meinst Du nicht, dass wir wirklich noch was machen sollten? Guck mal wie viele etablierte Spieler gerade wechseln, meinst Du nicht, dass vier 19jährige und ein Fünf-Tore-Stürmer etwas riskant sind?”. Die Gesichtsfarbe des fröhlichen Anfang-Fünfziger wurde rosa. “Jetzt stell Dich mal nicht so an, wen soll ich holen? Kevin-Prince Boateng?” Ein hässliches Lachen glitt wie ein Messer durch den Raum. Ohne Antwort fiel die Tür in das Schloss.

“Endlich Ruhe”, dachte sich der starke Mann des Geißbockheims. “Frollein Brigitte, wann kommen die Chinesen morgen?”

 

Да поклони

Well, I don’t speak serbian and I don’t trust google translate enough, so I hope english will do.

We just bought tickets for the away game in Belgrad. They are only avaiable in a package for all three home games of Zvezda. If you are a fan and you can’t afford tickets or for whatever reasons you don’t have one, but you’d like to see the matches against Bate and Arsenal anyway, we’ll give you ours. No charge. You only have to take care of changing the names on the tickets as they are personalized.

In total we have three tickets for each game. It would be nice if those will get to as many fans as possible, so i won’t give away all six at once.

Feel free to wirte me at axel[at]dervierteoffizielle.de to get in contact. The tickets are for print at home.

I sure hope we’ll have a good time in Belgrad and maybe get to know each other having a drink.

Dear Arsenal Supporters…

Well, it’s only 14 more Days until the first Match back in Europe for my Club and I’m really, really looking forward to visit the great City of London for the first time since the early 1990s. I’m not sure if my memory will misguide me at first because back then, when I’ve been a regular guest (my aunt lived in Shepherds Bush on Bloemfontein Road, so Loftus Road was just a minute away) i reallly fell in Love with the City of London. It was so big, so busy, so out of my world. For christ sake, there was a freaking Kentucky Fried Chicken around the Corner, which I’ve never seen before. London was a different Universe. I admit, I was a bit younger and a little bit less experiencend in exploring the world but you get my point. I was blown away.

Now, 25 years later, which is coincidentally the exact period for which FC Cologne did not make it to the european competitions, I’m coming back and this time it’s for football. Who could have thought? Five years ago we were down to rock bottom, we honestly never believed in visiting another away game in Europe. We joked about it, we laughed, we drank a little bit too much and all in all these were dark days. You might compare it with the time between 1971 and George Graham. Those endless years of nothing. Yeah, I read my Hornby…

It’s going to be great. I can’t wait.

There’s just a slight little downside to it: I didn’t win in the ticket lottery. And that’s where you come into play. I’d really like to think, that there is one of you out there who can help me out with a ticket for the match. You Sir or Madame will be in my book of cool people for the rest of our lives. I will be in St Pancras around 1pm on the 14th, I will bring German Beer (Kölsch of corse) and if you visit Cologne for the Rematch I will treat you with a visit to one of our famous Brauhäusern (beer breweries), if you want.

25 years I waited for this moment and I’m not going to miss it.

Drop me a line at axel[at]dervierteoffizielle.de if you like to help me out.

Thank you so much.

[Update]
You’re brilliant! I got my ticket and made some great contacts with some of you lads! Thanks to Ian, Roger and Dustin for your kind offers!
There are some people who still need help, so if you like to help further, write me and I will forward your contact to those how still need tickets. Three or four more should do the trick.

We will be drunk and loud and funny and passionate about our team, but we also will raise our glasses with you and hope that this evening will exactly be, what we all dreamed about for 25 long years. Football has always been a simple game and it should be simple outside the rules too. It attracts all kind of people, no matter of race, gender, age or religion. It should be a game for us, for the fans, not for SKY, not for ITV or the fucking £2000 seat bastards.

Thanks for sharing, thanks for caring.

Let’s do this.

Lostopf Lethargie

Arsenal, Borisov, Belgrad. Drei Worte nur aber sie bedeuten aktuell die Welt für uns. Was interessiert mich der graue Himmel oder die furchtbare Luftfeuchtigkeit? Was soll ich mich über den Auftritt der Mannschaft im gestrigen “Spiel” gegen den HSV ärgern? Wir wussten ja vorher, dass es dieses Jahr eher schwer sein wird. Okay, zugegeben, mit einem solchen Debakel habe ich nicht gerechnet aber was willste machen? Mir ist es gestern extrem aufgefallen: Ich stand ausnahmsweise in der Südkurve, merkte wieder wie wenig das doch meine Welt ist, konnte keine Minute genießen und hatte auch während des Spiels nicht viel zu sagen. Die paar Chancen, die unsere Goalgetter da vorne so unglückli… ach hört doch auf 🙂

Natürlich ist es zu früh den Stab über die Mannschaft zu brechen, aber das sah schon sehr, sehr bitter aus. Selbst nach dem PLatzverweis kam der effzeh zu keinen gefährlichen Aktionen. Was da an “Flanken” in den Strafraum segelte, spottete jeder Beschreibung. Dazu null Tempo, null Ideen, Zuspiele in die Spitze waren unpräzise, so dass sie nicht angenommen werden konnten und wenn dann mal was durchkam, wird halt nicht mal das leere Tor getroffen. Das hatte schon was von auf’m offenen Meer von Bord springen und das Wasser nicht treffen. Leider bewahrheiten sich bis jetzt unsere schlimmsten Befürchtungen.

Und komischerweise ist es mir egal. Wenn Cordoba die Kurve kriegt: Super. Und wenn nicht? Ja, dann nicht. Dann können wir uns ja nochmal über die Transferbilanz von Jörg Schmadtke unterhalten. Rudnevs, Clemens und Cordoba sind dann schon sowas wie drei Siebener beim Grand. Aber das ist ja ein Thema, das in Köln gerade nicht angesprochen werden darf. Tut mir leid, ich hör schon auf.

Der Sieg des HSV war verdient, die Mannschaft zeigte mehr Willen, mehr Einsatz und im eigenen Drittel die konzentriertere Verteidigungsleistung. So wie wir die Bälle vor dem 0:2 und 1:3 hergegeben haben, das hatte wenig mit Bundesliga-Fußball zu tun. Aber, hey, dafür gab es gestern morgen noch einen lustigen Clip zur Auslosung. Da lacht der Chinese und das neue Stadion in Kall baut sich fast von alleine.

Ach, wie gesagt, im Moment macht mir das alles nix mehr aus. Arsenal, Borisov und Belgrad nimmt uns keiner.

Weird Wednesday

Übermorgen wird also gelost. In Monaco. 13 Uhr. Und? Vorfreude? Aber ja. Aufgeregt bin ich. Wie Sau. Fahren wir nun irgendwo nach Kasachstan? Oder wird es Zulte Waregem? Müssen wir hektisch Flugreisen planen oder reicht der 9er Bus? Ich werde vor dem Fernseher sitzen und mir wird das Herz im Hals schlagen. Ja, doch, ich freue mich sehr auf Freitag. Abends dann noch das Spiel gegen den HSV, ein paar Bierchen trinken und sich in die Arme fallen. ‘Haste schon gebucht?’ ‘Alter, hast Du die Liste gesehen?’ ‘Mann, Mann, Mann, ich kann es nicht erwarten’. Und dennoch ist da der ‘kleine nie zufrieden Mann’ in meinem Kopf, der sich heute wieder Futter bekam. Der effzeh hat den ruhigen Mittwoch Vormittag genutzt um ein paar Sachen kundzutun:

1. Es wird ein Premium-Reiseangebot des effzeh geben. Heißt übersetzt: Karten sind geblockt und werden in diesem Bundle verkauft. Man muss sich also als Neckermann nicht mit dem Mitglieder-Pöbel in den Lostopf begeben, sondern bekommt seine Karten ganz bequem in der Pauschale. Interessant auch, dass der effzeh diese Angebot nicht nur an Mitglieder, sondern auch an Partner richtet. Es bietet sich also an zu denken, dass das z.B. für Firmen eine schöne Art und Weise ist mit Geschäftspartnern einen kleinen Trip zu unternehmen, oder? Diese geblockten Karten gehen vom Kontingent weg (wie soll es sonst sein?), also bleiben weniger für den Lostopf. Mein Problem damit ist nicht die Reise an sich, mein Problem sind die geblockten Karten. Warum hat der Mensch der diese Pauschalreise (gemeinsames Tages- bzw. Abendprogramm – heilige Scheisse) kaufen kann ein anderes Anrecht auf den Besuch des Spiels als ich. Oder als der Opa, der seit 1963 nach Müngersdorf geht und seine schmale Rente jedes Jahr im Sommer einmal stauchen muss, weil die neue Dauerkarte fällig wird? Natürlich kann ich den effzeh wirtschaftlich verstehen. Das nimmt man gerne mit und mit jedem verkauften Premium-Paket hat meinen einen potenziellen Asi aus dem Stadion raus. Nee, nee, das macht schon Sinn. Nur, muss ich das goutieren? Muss ich da dem Verein auf die Schulter klopfen?

Nehmen wir einmal an, wir bekommen wirklich Zulte Waregem zugelost. Das Regenboogstadion fasst 9.540 Plätze. Davon gehen 10% anscheinend sind es nur 5%, wie mir gerade gesagt wurde an den effzeh. Macht lässige 954 477 Auswärtskarten. Und von den paar Karten sind dann also nochmal was weiß ich wie viel (der effzeh gibt natürlich keine Auskunft – er antwortet einfach nicht) schon für die Premium-Reise geblockt? Na herzlichen Glückwunsch.

Natürlich könnte man mit einem Partner eine solche Reise auch nach Verlosung anbieten. Wer Glück hat, eine Karte bekommen hat aber keinen Bock auf Stress und Planung hat, wer es sich leisten kann, der kann das dann buchen und alles wäre gut. Natürlich würde diese Angebot angenommen werden, denn wie eben schon auf Twitter diskutiert ist nicht jeder Fan abenteuerlustig oder geldtechnisch nicht in der Lage das Angebot anzunehmen. Ich gehe stark davon aus, dass das für mich auch im Bereich des machbaren wäre aber darum geht es doch gar nicht. Die Diskussion hat nichts mit Sozialneid zu tun, sondern mit der Bevorzugung bei der Kartenvergabe.

Leute, Leute, ich warte genauso wie alle anderen seit 25 Jahren auf diesen einen Tag. Und weil ich vielleicht mit einer Gruppe allein anreisen will, weil ich keine Lust auf ein gemeinsames Tagesprogramm mit Animation und Toni Schumacher als Grüßaugust habe, habe ich auf einmal schlechtere Chancen? Und das wird auch noch verteidigt? Ja geht’s denn noch?

Nö. Es zeigt sich, dass die Entfremdung zwischen Vereinsspitze und “normalem Fan” so weit fortgeschritten ist, dass ich schwarz sehe, ob da in Zukunft noch etwas zu kitten ist. Es geht um Kohle, nicht mehr um “spürbar anders”. Das ist jetzt nicht sonderlich überraschend aber gerade beim Thema Europa tut es schon sehr weh. Der 1.FC Köln als romantischer Fußballverein ist eine lange entschwundene Phantasie. Haste Kohle und machst unseren Scheiss mit, hier, bitte, Deine Karte. Ansonsten ziehen wir halt noch ein paar Karten für den Pöbel, es soll ja auch stimmungsvoll werden. Diese Denke geht heute noch gut. Morgen nicht mehr.

2. Hier schließt die zweite Meldung des Mittwoch nahtlos an: Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Stadionausbau liegt vor und ist (vorsichtig umschrieben) eher ernüchternd für den Standort Müngersdorf. Es war ja schon seit Monaten so, dass wir mit dem schlimmsten rechnen mussten aber in dieser Stellungnahme des 1.FC Köln ist so wenig Platz für Interpretation, dass es schon fast wohltuend ehrlich ist: Müngersdorf wird nix, wir müssen einen anderen Platz finden. Ob nun Kerpen oder rechtsrheinisch ist egal, es wird weg aus Müngersdorf gehen und damit macht der effzeh wahrscheinlich den Schritt, der ihn für mich völlig kaputtmachen wird. Vielleicht ist das neue Stadion immer noch voll. Vielleicht wächst eine neue Generation von Fans heran, die Müngersdorf nur aus Erzählungen kannten, vielleicht wird das alles so geräuschlos ablaufen wie in München. Kann sein. Es wird für mich das Ende des Fansein sein. Der 1.FC Köln gehört nach Müngersdorf. Das ist in meinen Augen auch gar nicht diskutabel. Da kann es doch keine zwei Meinungen geben. Und wenn man nicht größer bauen kann, dann bleibt man eben bei 50.000 Zuschauern. Liverpool sitzt seit 1884 in Anfield und auf 45.000 Zuschauern fest. Jetzt bauen die zwar auf 60.000 aus aber glaubt ihr jemand käme auf die Idee zu sagen: Jungs, wir können für jedes Spiel 100.000 Chinesen einschiffen lassen, lasst mal ein neues Stadion in Kirkby oder so bauen? Natürlich nicht. Weil es identitätsstiftend ist, weil es zur Geschichte des Vereins gehört. Fragt mal 100 Leute in welchem Stadtteil von Bremen / Augsburg / München / Stuttgart etc.pp. das Stadion des Vereins liegt. Ich weiß es nicht. Fragt die gleichen 100 Nicht Kölner Fußballfans und jeder weiß, dass es Müngersdorf ist (okay, der alte Name ist ein Hinweis aber der ist ja auch schon lange nicht mehr da). Es gehört zur DNA des 1.FC Köln, dass die Heimspiele in Müngersdorf ausgetragen werden. Alles andere ist unvorstellbar.

Und doch wird es so kommen. Wir werden den Verein nicht mehr wiedererkennen. Karten für Europa? Garantiert nur für Sponsoren, Firmen und Geldsäcke. Müngersdorf? Überbewertet. Darum: Dieses Jahr noch alles mitnehmen. Einmal noch durch Europa tanzen. Ein letztes weißes Taschentuch schwenken und tschüss sagen.

Es waren aufregende Jahre.

Gladbach – FC: Der Charme des Nutzlosen

Das erste Spiel der Saison wird ja gerne mal als “Gradmesser”, als “Standortbestimmung” bewertet. Offizielle, Spieler und Fans können die Vorbereitung auch nur als Indizienprozess für den tatsächlichen Leistungsstand des Teams nehmen. Und dann musst du nach Gladbach und bist nach dem Spiel auch nicht viel klüger als vorher. Es ist jedes Jahr so: Die Stärke des Teams wird sich Ende September herauskristallisiert haben, bis dahin ist das alles nur Kaffeesatzleserei. Natürlich ist eine Derbyniederlage nie schön und natürlich stellt man sich den Saisonauftakt anders vor aber auf der anderen Seite müssen wir uns auch immer wieder vor Augen führen, dass Borussia Mönchengladbach ein paar Jahre Vorsprung in der Entwicklung hat, dass der 1.FC Köln völlig natürlich nicht auf Augenhöhe mit Borussia ist. Sein kann. Es benötigt kein Geheimwissen um zu verstehen, dass die letzte Saison ein Ausreißer war, sowohl im positiven vom effzeh als auch im negativen von Gladbach. Als effzeh ist es eigentlich völlig natürlich auswärts in Gladbach zu verlieren, da können wir Zeter und Mordio schreien, wie wir wollen, da können wir von Freistoßtoren träumen und beten und uns selbst geißeln, es ist schlicht und ergreifend keine Überraschung, dass die Saison 2017/18 mit einer Niederlage startet.

Trotzdem tut es natürlich weh. Wenn ich die Hand in kochendes Wasser halte, dann ist es keine Überraschung, wenn mir danach die Haut in Fetzen vom Fleisch hängt, es soll niemand sagen, dass es nicht abzusehen war. Aber gut, Schmerzen hat man dennoch. Nehme ich an, ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen.

Die Borussia war bis zum 1:0 die spielbestimmende Mannschaft, sie hatte die besseren Ideen, mehr Ballbesitz, kamen mir auch giftiger und entschlossener vor als der 1.FC Köln. Sie hätten in der ersten Halbzeit schon ein paar Tore schießen können, wir hätten uns über einen Pausenrückstand nicht beschweren dürfen auch wenn auf der anderen Seite Cordoba ein paar Chancen hatte, die aus Kontersituationen entstanden aber nicht verwertet wurden.

Ich habe mich schon geärgert, das muss ich ja zugeben, weil eben die Chancen nicht genutzt wurden aber mir liegt es fern die Schuld an der Niederlage an Cordoba fest zu machen. Ich sage aber (und ich denke einfach, dass das auch gar nicht so falsch ist), dass ein Stürmer eben daran gemessen wird, was am Ende rauskommt und wenn er sieben Torchancen hat und dabei kein Tor schießt, dann ist das eben keine richtig gute Leistung für einen Stürmer. Da kann er Räume schaffen wie er will, da kann er arbeiten und rackern und laufen wie ein Zucht-Kaninchen, wenn am Ende nur Fehlschüsse rauskommen, dann kann man das ruhig ansprechen.

Natürlich hängt die geisteskranke Ablöse wie ein Damoklesschwert über ihm aber das ist dann eben auch Teil des Geschäfts, da kann ich ja nix für, dass die Erwartungen an ihn andere sind als an… sagen wir mal… Christian Clemens. Mainz wie es singt und lacht. Aber so ist es nun mal. Die Angst, dass der effzeh einen engagierten, jungen aber völlig nutzlosen Spieler gekauft hat, ist einfach da. Ich hoffe einfach, dass das nicht so ist, denn natürlich ist es bei allem Ärger um nicht genutzte Chancen schon mal ein gutes Zeichen, dass er die Chance überhaupt hatte. Gegen einen starken Gegner, der nach dem Führungstreffer zugegebenermaßen ein wenig passiver wurde und in der letzten Viertelstunde in den Heckingschen Überlebensmodus überging (was übrigens der Grund sein wird, dass die Borussia auch dieses Jahr keine große Rolle in der Liga spielen wird – vielleicht reicht es für Europa aber nicht für mehr. Man gab das Spiel völlig unnötig aus der Hand, zog sich viel zu weit zurück und eine bessere, bzw. abschlusssicherer Mannschaft bestraft das).

Nein, eigentlich kann man Cordoba gar nicht viel vorwerfen. Außer dass er halt sieben Chancen hatte und am Ende dennoch die Null steht. Am Ende ist das aber gar nicht so tragisch, denn Tore werden kommen, wenn die Chancen weiter so kreiert werden. Irgendwann kommt das eine Prozent mehr Entschlossenheit ganz automatisch. Jedenfalls wünsche ich mir das und mit Peter Stöger an der Linie haben wir natürlich genau den richtigen Mann zur Spielerentwicklung.

Auffällig war mMn auch wie sehr Yuya Osako dem Team im offensiven Mittelfeld gefehlt hat. Jonas Hector, der versuchte sich mehr und mehr in der Spielgestaltung einzubringen und dabei ein ums andere Mal etwas fahrig wirkte. Bälle in den Rücken, falsche Pass-Entscheidungen, ein paar Stockfehler in der Ballannahme. An dieser neuralgischen Position an der Hector agierte, ergaben die aus den Fehlern resultierenden Ballverluste immer wieder gefährliche Umschalt-Situationen für den Gegner, die dann wenig Mühe hatte unsere Außen zu überspielen, weil ja alles in der Vorwärtsbewegung war. Osako hätte Hector eine völlig andere Entlastung in der Zentrale und im Spiel nach vorne geben können.

Ach scheisse, es hat mich trotzdem geärgert wie nichts gutes. Am Ende hatte Gladbach Glück. Mann ey.

Naja. Wie sagte Lothar Matthäus gestern so schön: “Wäre, wäre, Fahrradkette”. Machste nix.

Am Freitag startet die Saison dann auch in Müngersdorf, der HSV ist zu Gast und wir haben in allen Mannschaftsteilen Luft nach oben. Ich hoffe die Mannschaft nimmt die positiven Aspekte des Spiels mit, erkennt, dass die Chancen ja da waren und einfach nur mal genutzt werden müssen. Das hört sich jetzt nach einem Spiel harscher an, als es gemeint ist, das müsst ihr mir glauben. Risse und Jojic haben ebenfalls noch etwas Platz auf der Leiter in den Legendenhimmel aber auch hier ist es viel zu früh zu meckern, deshalb lass ich das auch sein. Wir sind die bessere Mannschaft, davon bin ich fest überzeugt.

Ebenfalls am Freitag findet die Auslosung zur Europa League statt. 13 Uhr. Vielleicht freue ich mich darauf sogar noch mehr als auf das Spiel. Ich kann es kaum abwarten.

Damit ist die neue Saison auf dem Weg, es wird sich schon alles ausgehen, da bin ich sicher, viel zu groß ist mein Vertrauen in die Mannschaft und den Trainer. Das Spiel in Gladbach wird keinen roten Faden für die Saison starten. Im Gegenteil, manchmal hat das Nutzlose ja sogar einen gewissen Charme.

Come on effzeh!

Bockcast #089

Die neue Saison steht vor der Tür und irgendwie ist die Stimmung nur so lala. Eigentlich sollten wir jetzt schon mit angespitztem Bleistift über dem Diercke Schulatlas hocken und uns die idealen Reisewege in alle möglichen Destinationen erarbeiten aber so richtig hat sich die Euphorie noch nicht über den Sommer gerettet. Natürlich freuen wir uns auf den Europapokal und natürlich ist das alles etwas ganz besonderes aber leider gibt es auch jede Menge Nebenkriegsschauplätze.

Zusammen mit Martin und Thomas spreche ich sowohl über die sportlichen Aspekte der kommenden Saison als auch über alles andere.

Zum Schluss gibt es dann noch ein kleines persönliches Statement.

Maat et joot und Come on effzeh!


Fidget Spinner

Ganz kurz, ich hab keine Zeit aber es ist wichtig:

Wir betrachten den Antrag als Misstrauen. Und das ist nicht nur meine Überzeugung, sondern die des gesamten Vorstandes und der Geschäftsführung. Der Verein wurde zudem nicht über die Flyer-Aktion informiert. – Werner Spinner

Dieses Zitat kann man sich ausschneiden und an die Wand heften. Es zeigt konsequent die Entwicklung im Fußball generell und beim 1.FC Köln im speziellen. Die öffentliche Diskussion ist geprägt von einem Kampf um Deutungshoheit und Diskreditierungen. Wir gehen unseren Weg, alles andere ist böse, gefährlich und bringt “das Projekt” in Gefahr. Diese Art der Konfliktbewältigung ist ja mittlerweile so etwas wie der Standard geworden. Eine gesunde Streitkultur, eine Auseinandersetzung mit fremden Positionen findet nirgendwo mehr statt. Das kann man in allen gesellschaftlichen Rahmen erleben, angefangen von völlig lern- und argumentresistenten Kindern, die von ihren Helikopter-Eltern nur gelernt haben, dass alles was sie wollen auch zu geschehen hat, über die Politik, bis hin zu öffentlichen Debatten über was auch immer. Wahrscheinlich findet man unter einem Artikel zu einer Brückensanierung genau die gleichen “Argumente” wie unter einem Beitrag zur Befreiung von Mossul. Es ist alles ein großes, leeres Nichts. Es geht nur um Hysterie und Meinungsmache und Crash Boom Bang. Am besten auch keine langen Sätze, die Leute haben ja die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens, das in einen Topf flüssiges Crack gefallen ist. Werner Spinner bedient sich dieses Mechanismus. Und das, liebe Freunde, können und sollten wir nicht kommentarlos hinnehmen. Es geht auch anders.

Was ist passiert?

Es gibt aktuell eine Initiative von Fans, die unter dem Label “100% FC – Dein Verein” einen Antrag zur Satzungsänderung (eigentlich sind es mehrere aber der Einfachheit halber fass ich das jetzt mal zusammen) eingebracht haben, der sicherstellen soll, dass bei einem Anteilsverkauf die Mitglieder involviert werden. Dies ist jetzt wieder stark vereinfacht ausgedrückt, bitte geht auf 100profc und lest Euch die FAQ, den Antrag und die Übersicht über die aktuelle Situation durch, dort steht alles ausführlich beschrieben. Schon beim Südkurven-Cup waren die Verantwortlichen mit einem Stand vertreten (im Gegensatz zu Offiziellen des 1.FC Köln übrigens) und nun bei der Saisoneröffnung wurden Flyer verteilt.

Dies hat Werner Spinner wohl mächtig wütend gemacht, so dass er es sich nicht verkneifen konnte vor 50.000 Menschen, von denen -und das ist jetzt wohl nicht allzu populistisch bei einer Show-Saisoneröffnung- der Großteil wohl eher in den Konsumentenbereich fällt gegen diesen Antrag zu keilen, Stimmung zu machen, ihn mit dem oben genannten Zitat als Unruheherd zu brandmarken und damit einfach ein furchtbar schlechtes Verständnis von öffentlichem Diskurs innerhalb eines Vereins offenbarte. Selbstverständlich ist der Antrag nicht das, was die Geschäftsführung sich wünscht. Natürlich will der Vorstand möglichst bequem das Heft des Handelns in der Hand halten aber ich wünsche mir auch eine Softeismaschine und hab sie nicht. Es ist nicht immer alles olé olé und schallala.

Werner Spinner nutzt seine Bühne für -nicht durch Argumente belegte- Diskreditierungen eines Mitgliederantrags und das ist schlimm. Er nutzt praktisch eine Trump-Rhetorik: “Das ist schlecht, Ende!”. Warum ist das schlecht? Worum geht es überhaupt? Was können sie als Argumente gegen den Antrag in den Raum werfen? Das alles findet gar nicht statt. Natürlich kann man über den Antrag streiten. Es wird Mitglieder geben, die ihn für absurd halten, die sich den Einstieg eines Investors lieber heute als morgen wünschen um die Chancen auf andauernden sportlichen Erfolg wenigstens ein wenig zu vergrößern. Klar. Und das ist ja auch legitim. ich spreche ja niemandem ab für sich selbst zu denken und für sich selbst die Entscheidung zu treffen, dass das okay wäre. Genauso ist es aber auch umgekehrt. Ich erwartet ebenfalls, dass man Argumenten gegen die eigene Meinung wenigstens zuhört, dass man sich mit den Punkten auseinandersetzt. Die Macher von 100% FC machen es den Mitgliedern und dem Verein dabei noch sehr einfach, weil der Antrag durchdacht und formal bereits als beschlussfähig durchgewunken wurde. Hier hat sich nicht irgendein frustrierter Mensch in einer halben Stunde etwas ausgedacht um den 1.FC Köln zu ärgern und die Mitgliederversammlung zu stören, nein, hier saßen Leute mit einem klaren Plan, ausformulierten Zielen und einem Verständnis für die Satzung am Werk und versuchen ihre Rechte als Mitglieder zur Mitgestaltung des 1.FC Köln wahrzunehmen. Das gehört respektiert und nicht vorab medial diskreditiert.

Vielleicht sollte sich Werner Spinner auch noch einmal vor Augen führen, dass er der gewählte Präsident ist, dass er durch die Mitglieder legitimiert wurde und dass erst die Mitglieder mit ihrem Aufbegehren gegen Overath dafür sorgten, dass er nun dort steht, wo er steht.

Der 1.FC Köln ist kein Kanninchenzüchterverein, der bei einem Fässchen beschließt, dass der Antrag vom Karl-Heinz, jetzt auch Bieber züchten zu dürfen, Blödsinn ist. Wir stehen vor einer entscheidenden Gabelung und jeder sollte für sich entscheiden dürfen, wie er die Zukunft des 1.FC Köln sieht. Dafür bedarf es aber einer Auseinandersetzung mit der Gegenseite. Und diese findet aktuell nicht statt. Bitte geht auf die Seite von 100profc, bitte informiert Euch, streitet, diskutiert, hört zu aber lasst Euch nicht vom Vorstand einreden, dass die Welt untergeht. Seid nicht bescheuert, lasst Euch nicht vereinnahmen.

Am Ende müssen wir gucken, was dabei herauskommt, ich weiß wie ich abstimmen werde.

Umfrage zur Akzeptanz von medialen Innovationen im Fußballstadion

Gestern kam eine eMail reingeflattert, mit der Bitte bei einer Master-Arbeit zu helfen. Und da ich ja ein großer Fan der Ökumene und der Bildung bin, mache ich doch gerne ein bisschen Platz auf dem Server, damit Michael gute Ergebnisse bekommt. Es geht um… ach, das erzählt er Euch am besten selbst:

Die neue Bundesliga-Saison bringt nicht nur auf dem Platz mit der Einführung des Videobeweises eine erneute, technische Weiterentwicklung des Sports mit sich. Auch die Zuschauer in den modernen Fußball-Arenen könnten bei einem Stadionbesuch zeitnah von medialen Innovationen profitieren.
Schon jetzt haben Vereine wie Borussia Dortmund und FC Bayern München ihre Arenen mit einem eigenen WLAN-Zugang ausgerüstet, den Zuschauer während ihres Stadionbesuchs kostenfrei mit ihrem Smartphone nutzen können. Doch dies ist erst der Anfang.

Mit einer Stadion-App wird es beispielsweise bald möglich sein, vor dem Spiel gezielt einen freien Parkplatz am Stadion zu finden, sich während dem Spiel Essen und Getränke direkt an seinen Platz liefern zu lassen oder sich Live-Statistiken zum Spiel auf seinem Smartphone anzeigen zu lassen. Aktuell bereits ebenfalls möglich gemacht durch die Wearable-Technologie, ethisch und regeltechnisch aber sehr umstritten: Die Anzeige von Körperwerten der Spieler (z.B. Pulsschlag) während eines Spiels.

Darüber hinaus könnte es die Technik der Holographie sogar ermöglichen, ein Auswärtsspiel als holographische Übertragung, lebensgroß und in 3D, im heimischen Stadion zu verfolgen. Doch wollen wir Zuschauer das alles überhaupt? Schon die Einführung von Hawk-Eye oder Videobeweis wird unter den Traditionalisten des Fußballsports kontrovers diskutiert.

Der Mainzer Student Michael Neidel untersucht in seiner Masterarbeit aktuell die potenzielle Nutzerakzeptanz der eben beschriebenen Innovationen in Fußballstadien. Leserinnen und Leser sind herzlich dazu eingeladen, unter folgendem Link an der Befragung teilzunehmen:
https://www.unipark.de/uc/fussball_MA_54321/

Unter allen Teilnehmern verlost der Student auch zwei 15 €-Gutscheine von Amazon.
Teilnehmen kann jeder, der in der vergangen Bundesliga-Saison 2016/2017 einmal ein Stadion der 1. Bundesliga besucht hat.

Also, Leute, macht da mit!