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Preussen Berlin – effzeh: Das schwimmt sogar in Milch

Auf dem Weg zum Traumfinale gegen den FC Sankt Pauli in Berlin, auf dem Weg Richtung Baku und der ersten Europapokal-Teilnahme seit dem 30.09.1992, hat der Fußballgott eine Erstrundenpartie in Berlin angesetzt. Beim sechstklassigen BFC Preussen musste der effzeh die Pflichtspiel-Saison 2016/17 beginnen und tat, was ihm aufgetragen: Gewinnen, ohne Verletzung aus dem Spiel kommen, unnötigen Quatsch vermeiden. Alles gut.

Ich hab’ das Spiel irgendwann um die 65. Minute ausgemacht um auf die Konferenz-Option zu wechseln, weil bis dahin eigentlich die Geschichte erzählt war. In der ersten Halbzeit rennen die Amateure halt wie blöd, versuchen fast ein Pressing, aus dem sich unsere Mannschaft aber (natürlich) recht leicht mit Flankenwechseln und einfachen Zweikämpfen befreien kann. Befreien ist hier vielleicht sogar das falsche Wort, weil eine Befreiuung ja eine Notsituation voraussetzt aber dem war eigentlich nicht so. Natürlich hatte der BFC die ein- oder andere Situation vor dem Kölner Tor aber letztlich war es nie so, dass wir uns Gedanken um ein Weiterkommen hätten machen müssen. Zu groß waren dann doch die Unterschiede. Sowohl körperlich, technisch als auch spieltaktisch war klar, dass der 1.FC Köln keine Probleme mit dem Gegner hat.

Ja, die Chancenverwertung zu Beginn war etwas mau, Tony Modeste und Artjoms Rudnevs hätten früher den Deckel drauf machen müssen.
Ja, in der Rückwärtsbewegung wurde teilweise recht schlampig gehandelt, was aber natürlich auch der Ausgangssituation geschuldet war. Da können die Spieler und Verantwortlichen noch tausend Mal davon reden, dass man den Gegner ernst nimmt und dass man seriös an die Aufgabe herangeht aber letztlich wissen Bundesliga-Spieler, dass sie kollektiv nicht gegen einen Sechstligisten verlieren können. Da kann einer mal einen so gebrauchten Tag haben, dass es vielleicht doof aussieht aber elf gegen elf muss der Erstligist das Spiel gewinnen. Da gibt es keine Zweifel. Spätestens mit dem zu erwartenden Kräfteverlust der Amateure wird es eine klare Sache.

Und genauso kommt es dann auch. Hatte der effzeh bis zur 60.,70. Minute nicht wirklich viel aus seinen Chancen gemacht, wird es danach zum Trainingsspiel, weil es kaum mehr zu Zweikampfsituationen kommt, weil die Freizeitkicker viel zu weit vom Ball weg sind, um die Pässe zu unterbinden, weil die Laufduelle nicht mehr fair sind und weil sich -nachdem der einzige Trumpf, der Kampfgeist, gespielt ist- ganz simpel die fußballerische Klasse durchsetzt.

Das war nicht mehr und nicht weniger als eine Pflichtaufgabe für den 1.FC Köln, die im Standgas heruntergespielt werden konnte. Ganz unspektakulär.

Und natürlich ist das Spiel auch ein Muster ohne Wert, da müssen wir ja nicht drüber reden, oder? Ob sich die Umstellung Hectors in eine etwas offensivere, zentralere Rolle auszahlen wird? Ob die Abwehr mit Dreier- oder Viererkette in die Saison starten wird? Ob Peter Stöger wirklich mit zwei Stoßstürmern anfangen will? Ob Rausch schon das Duell gegen Mladenovic gewonnen hat? Alles Fragen, auf die das Pokalspiel in der alten Försterei keine Antworten liefern kann.

Um bei den Trümpfen zu bleiben: Der effzeh hatte einen Grand mit Vieren und 72 Punkten auf der Hand, konnte zwei Asse drücken und hatte Aufspiel. Das Spiel musst du gewinnen ohne zu überlegen und ohne Grund sich danach auf die Schulter zu klopfen.

Aufgabe erfüllt, weitermachen.

Die 2. Runde wird am Freitag vom ehemaligen Schokopudding- und Schuppenshampoo-Testimonial Oliver Bierhoff gezogen und alles andere als ein weiteres Auswärtsspiel würde schockieren. Das Spiel in Berlin war das 14. Pokalspiel in Folge, das auswärts bestritten werden musste. Komm, Olli, schenk uns ein Spiel bei Lotte oder so. Danke.

Come on effzeh!

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10 Jahre Bloggerei

Happy Birthday to me.

Heute vor 10 Jahren habe ich mit “Lost in Nippes” (huch, der Blog hieß damals noch gar nicht so, hab ich komplett verdrängt. Der erste Blogname war “Secret Squirrel” aus dem ist dann erst später “Lost in Nippes” geworden. Jaja, das Alter… es ist nicht alles schön… ) Naja, auf jeden Fall war das bei blogger.com.
Die “Version b von Lost in Nippes”  ist sogar immer noch online 🙂
Im März 2010 bin ich dann hierhin umgezogen, ich weiß gar nicht mehr genau warum. Hatte auf jeden Fall irgend etwas mit Technik-Zeugs zu tun.

Ich hab mal ein bisschen in den Statistiken gewühlt:

Seitdem sind 712 Blogeinträge, 63 Bockcasts und 11 Doppelfass veröffentlicht worden. Macht 786 Einträge.

Insgesamt durfte ich in den Jahren hier 962.084 Besucher (also Aufrufe der Startseite) begrüßen. Danke dafür!

Kommentare gab es bisher 745. Das macht immerhin eine Besucher / Kommentar – Ration von 0,077% aus.

Tja, kommentiert wird halt kaum und Rückmeldungen auf anderen Plattformen gibt es auch eher selten aber damit muss wohl jeder kleine Blogger kämpfen, ich hab mich mittlerweile damit abgefunden, es hilft ja auch nix. Auch verlinkt wird nix. Ach, egal…

Der erfolgreichste Artikel war dieser hier, der durch Verlinkung auf b**d.de 21.073 Abrufe abgriff. Purer Kommerz eben. 15:30 war aber auch echt nicht so schlecht, wie es von den verbitterten, reaktionären Kräften immer gemacht wurde. Naja, tot ist tot, nützt ja nix.

Die erfolgreichste Referrer-Seite ist mit weitem, weitem Abstand Twitter. Etwa 80% des Gesamttraffics kommt von dort. Facebook macht etwa 10% aus und der Rest kommt von Verlinkungen in Foren oder anderen Blogs. Das hat aber stark nachgelassen, die letzte Foren-Verlinkung ist schon ein paar Monate her. Sonstige Portale und Blogrolls bringen genau gar nichts.

Und wie fällt jetzt mein Fazit aus? Nach 10 Jahren? Also ein klein wenig stolz bin ich ja schon dass ich es solange durchgezogen habe. Ich habe durch die Bloggerei überragende Leute kennen- und schätzen gelernt, habe viele tolle (und ein paar eher doofe) Momente erleben dürfen, kämpfe immer mal wieder mit mir selbst, besonders dann, wenn ich mir so richtig viel Mühe gegeben habe und die Reaktionen ausbleiben, überlege ob der Aufwand nicht zu groß ist, komme aber bisher immer wieder zu dem Ergebnis, dass es mir noch zu viel Spaß macht, dass ich diese kleine Ecke des Internets einfach behalten will um hier ungestört meine Gedanken fließen zu lassen. Ob es jetzt um den effzeh geht oder um die Verkehrsüberwachungssituation in Hürth. Der Blog ist mein Luxus und wie mit allem was man lieb gewonnen hat, möchte ich ihn nicht aufgeben.

Ich hoffe Ihr, liebe Leser, liebe Hörer, habt auch (weiter) Spaß an der Seite und/oder an den Podcasts, vielleicht auf weitere 10 Jahre, man weiß es ja nie…

 

 

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Bockcast #063

bockcastEs wird ernst, die Saison startet in genau vier Tagen mit dem Pokalspiel in Berlin. Jetzt müssen wir wirklich mal Tacheles reden. Wie sind die Zugänge einzuschätzen? Wie sehr schmerzen uns die Abgänge? Wo landet der 1.FC Köln in der Bundesliga und so weiter und so fort. Um das alles einordnen zu können habe ich mir prominente Unterstützung geholt, denn Christian Sprenger von der DFL war so nett mir mit seiner Expertise unter die Arme zu greifen.

Wir klären warum wir Rudnevs als Chance sehen müssen, warum Gerhardt gar nicht so schmerzt, wie es vielleicht aus Fansicht normal wäre und warum Peter Stöger eher Entwickler als Lehrer ist. Aber das müsst Ihr alles selbst hören.

Falls Euch gefällt was Ihr hört freue ich mich natürlich über Likes auf Facebook, Herzen und Retweets auf Twitter und ganz besonders über Rezensionen und Bewertungen auf itunes.

Jetzt aber viel Spaß und

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Paradise Lost – Olympia am Ende?

1Als Jan-Ove Waldner 1992 in Barcelona gegen Jean-Philippe Gatien in einem Finale für die Ewigkeit (jedenfalls in meiner Erinnerung) olympisches Gold holte, saß ich im ehemaligen Nordbahnhof von Barcelona ca. 30 Meter von der Platte weg und war gebührend ergriffen. Olympia, der ewige Traum, das Nonplusultra im Sport. Wir waren damals über die gesamten Spiele in Barcelona, sind praktisch täglich auf dem Montjuïc flaniert, waren beim Judo, beim Schwimmen, haben unfassbar langweilige Fußballspiele gesehen, die dennoch vom Zauber, vom Pathos Olympische Spiele vereinnahmt waren und deshalb zu etwas Besonderem in meiner Erinnerung geworden sind. In jeder Straße, in jeder Bodega in Barcelona konnte man diesen Stolz spüren, den die Stadt zusammenzuführen schien. Es knisterte an allen Ecken und Enden und während ich diesen Satz schreibe, läuft es mir immer noch eiskalt den Rücken herunter. Ich werde diese Tage nie vergessen, sie waren magisch.

Jetzt ist es natürlich etwas anderes wenn man als Gast bei den Spielen vor Ort ist oder sie “nur” als Konsument vor dem TV verfolgt aber Olympia war immer ein Fixpunkt in meinem passiven Sportleben. Für Sydney 2000 habe ich mir -ob der eher unglücklichen Zeitverschiebung- Urlaub genommen und bereute es keine Sekunde (Aussi, Aussi, Aussi!), an Athen habe in leider wenige Erinnerung (die Hockeydamen ausgenommen) und Peking 2008 bleibt natürlich wegen des Gigantismus und Britta Steffen, Jan Frodeno und Hinrich Romeike in einem kleinen Eck des olympischen Gedankenmuseums haften. Meine Liebe zu den Spielen war da schon etwas abgeschlafft. Natürlich nimmt man sie noch mit aber dieser bedingungslose Willen auch noch den dritten Kubaner in Superfliegengewicht boxen zu sehen war nicht mehr da.

Dann kam London und alles wurde wieder anders. Nach ca. 10 Minuten der Eröffnungsshow war ich gefesselt von allem was da passierte. Ich verweise noch einmal gerne auf meinen Blog vor vier Jahren. Als dann Team UK zu “Heroes” in das Stadion einlief, war das für ich fast eine Erinnerung an 1992. Es knisterte. Auch bei mir. Ich habe London quasi komplett verfolgt. Ich zitterte mit Miriam Welte und Kristina Vogel im Bahnradfahren, ich jubelte mit Julius Brink und Jonas Reckermann im Beachvolleyball (Beachvolleyball, das muss man sich mal vorstellen, der langweiligste Sport der Welt – allerdings vor überragender Kulisse am Old Admiralty Building) und litt ergriffen mit Lilli Schwarzkopf und Ole Bischof. Die 10.000 Meter von Mo Farah, die Elektrizität im Stadion, der Super Saturday zur Halbzeit der Spiele, all das ist mir noch so präsent, dass ich nicht glauben kann, dass es schon vier Jahre her sein soll. London hat Olympia für mich revitalisiert, hat dafür gesorgt, dass ich für vierzehn Tage nicht viel anderes im Kopf hatte. Ich war praktisch der Prototyp des olympischen Gedankens, denn wer nur Sport guckt, kann nicht groß Scheiße bauen. Kriege anfangen oder so.

Aber: London ist vorbei, der olympische Geist ist weitergezogen und irgendwie hat er vergessen mich mitzunehmen. Schon vor Beginn der Spiele war ich skeptisch was den Austragungsort Rio angeht. Ich war nie der Samba-Typ, habe genau null Berührungspunkte mit dem Land und die allgegenwärtige Gottesfürchtigkeit schrecken mich eher ab. Aber das sind ja nur meine persönlichen Empfindungen. Dass das Land andere Probleme hat als olympische Spiele auszutragen war wohl auch allen Beteiligten bewusst aber so ist es nun mal, die Spiele waren vergeben, jetzt muss mal halt das beste daraus machen. Und -versprochen- ich habe es versucht. Ich versuche es sogar weiterhin, denn natürlich läuft auch abends bei mir das TV. Aber von einem Zauber, von einer Ergriffenheit kann nicht mal im Ansatz die Rede sein. Die Spiele in Rio erscheinen mir sowohl vor Ort als auch bei mir zu Hause nichts anderes als eine Pflichtübung zu sein. Ganz so wie der Besuch des 85. Geburtstags des Bruders des Opas. Samstagabend natürlich. Eigentlich will man gar nicht hin, man muss aber, trinkt drei Bierchen, redet ein wenig mit der buckligen Verwandschaft, trinkt noch drei Bierchen und am Ende war es dann zwar ganz nett aber dennoch hätte man mit der Zeit auch etwas besseres anfangen können. Um auf Rio zu kommen: An dem Punkt an dem ich es “ganz nett” finde, bin ich leider noch lange nicht angekommen. Im Moment fühlt es sich fast mehr wie die halbjährliche Routine-Untersuchung beim Gastrologen an.

Das hat ganz viele Gründe. Jeder einzelne ist vielleicht nur eine Baustein aber zusammen bilden sie dann eben eine Mauer, die ich im Moment noch nicht durchschlagen konnte.

1. Das IOC

Thomas Bach und das IOC machen viel falsch derzeit. Durch den Nachweis des Staatsdopings in Russland hätte das IOC ein Statement abgeben müssen. Es ist die Frage ob man einen Teilnehmer, der bereits einmal betrogen hat (z.B. Isabell Werth) die Ehre der olympischen Spiele vorenthalten kann und soll. Darüber kann man streiten, denn sicher gibt es Grenzfälle, sicher gibt es Athleten, die gar nicht wussten, dass sie etwas illegales tun und sicher ist nicht jede Vorverurteilung gerechtfertigt. Aber: Russland ist nachweislich aufgefallen, Russland hat in einem Maß betrogen, dass es an organisierte Kriminalität erinnert und Russland kommt damit durch, weil Thomas Bach und dieses vergreiste Komitee aus Postenklebern und Funktionärsmillionären nicht an die olympische Idee glaubt, sondern an Vermarktung und Politik, an Profit und Seilschaften. Die Jugend der Welt – my ass. Dass mit dem Ausschluss der Whistleblowerin Yuliya Stepanova, die den Skandal aufdeckte und von der IOC-Ethikkommission mit der Begründung, dass sie “Teil des Systems war […] erfüllt sie nicht die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten” dem ganzen die zynische Krone aufgesetzt wird ist, macht das IOC endgültig zu einer Lachnummer. Welche Botschaft steckt dahinter: Gut, du hast betrogen aber du versprichst, dass es jetzt besser wird, wir glauben dir zwar kein Wort aber eigentlich ist uns das auch ziemlich egal, denn in erster Linie geht es uns um die Kohle, Herzlich Willkommen. Und du? Du hast dafür gesorgt, dass wir uns mit kritischen Fragen auseinandersetzen müssen, du sorgst für Besorgnis beim Zuschauer? Hau bloss ab, du Nestbeschmutzer. Herzlichen Dank, IOC. Ihr seid wirklich ein Vorbild an Sportsgeist.

Das ist jetzt alles sehr laienhaft zusammengefasst aber so kommt es eben bei mir an. Wer sich wirklich umfassen und aus erster Hand über den ganzen IOC-Dreck informieren will, der möge bei Jens Weinreich vorbeischauen und ihn auch unterstützen!

2. Brasilien

Ich bin nun wirklich kein Südamerika-Experte und mit Brasilien verbindet mich so gut wie gar nichts aber man bekommt es ja als -halbwegs am Weltgeschehen interessierter Mensch- doch wenigstens am Rand mit: Brasilien hat andere Probleme als die olympischen Spiele. Dilma Rousseff zeigt sich nicht mal bei der Eröffnungsfeier, sie ist seit 2004 als korrupt (Petrobas) bekannt, ihr Vorgänger Lula da Silva (unter dem die Bewerbung vorbereitet wurde) ist eng mit dem Mensalão-Skandal verknüpft, die verfügbaren Staatsfinanzen sind irgendwo im Bereich meines aktuellen Kontostands anzusiedeln, der Umgang mit den Ureinwohnern, der Umgang mit dem Regenwald, all das sind Umstände, die das Land eigentlich zur Ausrichtung von olympischen Spielen ausschließen sollten. Gut, jetzt kann man Sotchi anführen und sagen: Hallo? Dann darf in Russland erst recht nichts stattfinden. Jahaha, das ist richtig. Nützt nur nix, weil… wir drehen uns im Kreis… die Millionen, die Millionen. Letztlich ist es sicher auch unfair Brasilien als Land eine solche Veranstaltung abzusprechen, das will ich auch gar nicht. Es ist nur die Frage ob man sich, nach der WM 2014, mit Olympia nicht zu viel aufgehalst hat. Die aktuellen Entwicklungen rund um die Paralympischen Spiele sprechen eher dafür als dagegen. man sieht ja auch an den häufigen Protesten im Land selbst, dass es durchaus unterschiedliche Einstellungen zur Durchführung dieser Art von Events in der aktuellen Lage gibt.

3. Die Zuschauer

Oder besser: Die leeren Ränge. Kaum eine Veranstaltung ist gut besucht, überall sieht man leere Tribünen. Beim Bogenschießen im riesigen Sambadrom konnte man teilweise den Einschlag der Pfeile in die Scheibe hören. Und wehe da hat sich jemand der hundert anwesenden Funktionäre/Journalisten/Verwandten mal geräuspert. Abseits der brasilianischen Athleten kommt genau null Begeisterung für die Spiele auf. Im Beachvolleyball an der Copacabana sitzen ein paar versprengte rum, wenn nicht gerade die lokalen Helden spielen, beim Marathon sah es aus als würden die Läufer durch eine Geisterstadt laufen. So zieht sich das durch alle Wettbewerbe. Gestern beim Ringen saßen im Unterrang ein paar Leute mit Fahnen (vornehmlich Türken) und sorgten etwas für Stimmung aber wehe die Kamera versuchte mal eine Totale einzuholen. Da ist der Spielplatz von Silent Hill ein lebhafter Ort gegen. Zudem ist das brasilianische Publikum extremst parteiisch, was mir normalerweise gut gefällt aber bei olympischen Spielen irgendwie am Thema vorbei scheint. Es werden Fehler der anderen beklatscht und es wird versucht Einfluss zu nehmen. Das macht man einfach nicht. Für mich kommt bei den Wettkämpfen genau gar keine olympische Stimmung an. Es sieht eher aus wie eine von sportdeutschland.tv gestreamter B-Event.

4. Der Sport

Leider macht es der gezeigte Sport gar nicht viel besser. Er steht nun mal unter Generalverdacht. Jedenfalls bei mir. Ist das unfair? Aber klar, ohne Frage. Aber glaube ich noch an gute gute, saubere Extremleistung im Sport? Zumindest fällt es mir schwer. Da wirft Anita Wlodarczyk den Hammer über 82 Meter, da läuft Wayde van Niekerk 43 Sekunden auf 400 Metern, im Schwimmen pulverisieren die Amerikaner -allen voran Katie Ledecky- die vorherigen Bestzeiten, im Radfahren machen es ihnen die Briten gleich und über 10.000 Meter erfindet Almaz Ayana gleich mal eine neue Sportart. Die Häufung dieser Sensationsleistungen genau in Rio können natürlich auch ganz andere Ursachen haben: Optimale Vorbereitung auf Olympia, optimale Wettkampfbedingungen und der Wille zum Saisonhöhepunkt nochmal alles und ein bisschen mehr zu geben als eigentlich als Benzin im Tank ist. Ja, kann sein. Jede einzelne dieser Leistungen ist für einen normalen Menschen nicht nachvollziehbar und erfordert maßlosen Respekt an die Athleten. Ohne jede Frage. Aber: Glaube ich an das Gute? Nach allem was man z.B. aus Äthiopien oder Jamaika hört und liest? Nach allem was im amerikanischen Hochleistungssport Jahr für Jahr aufgedeckt wird? Bei Radfahrern? Ich will es wirklich glauben aber es fällt mir schwer. Vielleicht wäre weniger mehr, ich weiß es nicht.

5. Das TV

Ja, ich weiß, schwieriges Thema und ich will es auch kurz halten: Ich kann mit dem analogen Übertragungskonzept der deutschen Sender nichts anfangen. Scheinbar planlos wird Aufzeichnung hinter Aufzeichnung gehangen, der Fokus liegt 90% auf den deutschen Sportlern, da wird ein Fußballspiel zwischen Deutschland und Fiji über 90 Minuten im Hauptkanal live gezeigt und die angebotenen sechs Streams sind auch nicht immer mit Leben befüllt. Dazu kommen etlich Lieblosigkeiten vom besoffenen Antwerpes (“mittlerweile ist es ja fast schon hip in Favelas zu wohnen”), über den unerträglichen Bommes, der versucht mit billigsten Oma-Gags sowas wie Frische auszustrahlen über Fehler in der Aufbereitung und… und… und… Es gibt zum Glück andere Möglichkeiten Olympia zu verfolgen aber ich gestehe, dass ich abends meist dann doch auf den Hauptkanal blicke, einfach weil ich zu faul für die Streams bin (gestern war eine Ausnahme als ich mir erst Tischtennis und dann Bahnradfahren in voller Länge angeschaut habe) und ab und an vielleicht auch mal zappen möchte. Mein TV hat keinen hbbTV-Knopf, daher muss ich mir das alles über eine App selbst zusammenfrickeln und das kann dann doch manchmal unbequem sein. Zudem kommt eben die allgemeine Unlust dazu. Mir fehlt das Leuchtturm-Event, das mich zwingt. Alles scheint so belanglos zu sein in Rio.

6. Die Begleitumstände

Ein Punkt ohne Schuld. Weder Rio noch irgendwer kann etwas dafür wenn es zu einem Verkehrsunfall mit tödlichen Folgen kommt. Dennoch ist der Tod von Kanu-Trainer Stefan Henze ein weiterer Punkt, der die Spiele 2016 für mich überschattet. Der Vorfall um den französischen Physiotherapeuten Patrick Bordier, der mit Herzinfarkt ohne anständige medizinische Versorgung im Olympischen Dorf unter den Augen der deutsche Schwimmerin Sarah Köhler verstarb, kommt erschwerend hinzu. Wie gesagt, ich will mich auf keinen Fall anmaßen über die Notfallversorgung in Brasilien und speziell in Rio zu urteilen und Unfälle passieren überall aber der Schatten ist da. Ob man die Markise nun selbst aufgespannt hat oder nicht.

Nein, bisher ist Rio 2016 nicht meins. Aber ist Olympia nun also tot, wie in der Überschrift gefragt?

Nein, tot ist übertrieben, dafür gibt es immer noch die paar Momente, die es zu etwas besonderem machen. Aber es entwickelt sich alles in die falsche Richtung. Ich wünsche mir dass die Worte „Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft“, mit Leben befüllt werden, dass nicht alles so gottverdammt durchchoeographiert ist, dass man den Sportlern Raum und Respekt gibt, statt über einen sechsten Platz mit neuem deutschen Rekord zu mosern und dass das IOC endlich wieder dem Auftrag Pierre de Coubertins nachkommt einen sportlichen Wettkampf der Jugend der Welt zur Völkerverständigung auszutragen. Da muss dann auch McDonalds nicht unbedingt mit an Bord sein.

Das war jetzt vielleicht ein bisschen zu dick aufgetragen.

Wenn ich ehrlich bin, will ich wieder zurück ins Estacio del Nord Sports, ich will da sitzen und Waldner einen seiner Konterbälle spielen sehen, während hinter mir ein betrunkener Surfer Aussi, Aussi, Aussi brüllt und Danny Boyle im weißen Frack vorbeischlendert, mit einer Gesamtausgabe von Shakespeare in der Hand. Über die Boxen singen Freddie Mercury und Montserrat Caballé von ersten Begegnungen und nachts, wenn die Stadt langsam zur Ruhe gekommen ist, kann man in den Wäldern im Serra de Collserola einen Wolf heulen hören. Ganz leise zwar aber man denkt an Bobfahren. Warum auch immer. Das will ich.

Aber ich will so viel…

Natürlich ist das naiv und natürlich wird es nicht passieren aber irgendwann gewinnt dann eben die Belanglosigkeit.

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Bockcast #062

bockcastDie neue Saison startet in gut fünf Wochen, es wird also langsam Zeit den Bockcast wieder aus der Mottenkiste zu holen.

Martin und ich besprechen die Neuzugänge, machen uns Gedanken über die Saisonziele und streiten vortrefflich über so manches. Martin ist z.B. zwar auch nicht mega happy mit dem Rudnevs-Transfer, sieht die Dinge aber nicht ganz so schwarz wie ich. Dafür sind wir uns auch in mehr als einem Thema einig. Aber hört selbst.

Leider ist die Tonqualität trotz aller Nachbearbeitungsmühen sehr bescheiden, weil meine Tonspur nur sehr leise aufgenommen wird. Ich habe da im Moment auch keine Lösung, weil alles was ich probiere zum gleichen Resultat führt. Ich befürchte, dass es an der Skype-Aufnahme-Software liegt auch aber alles was ich ausprobiert habe, hat den gleichen Effekt. Falls ein Hörer hier eine Lösung hat, bitte gerne melden. Dennoch ist das Ding hörbar, ihr müsst vielleicht Euer Volume eine wenig hochstellen.

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Jetzt aber viel Spaß und

Come on effzeh!


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Wetten und was Gutes tun

Im Laufe des Nachmittags erregte eine Meldung auf Twitter meine kurze Aufmerksamkeit. Die Eintracht aus Frankfurt holt sich leihweise Guillermo Varela aus Manchester vom dortigen Verein United. Nachdem sie vorher schon bei Real Madrid mit der Schrotflinte einkaufen waren nun also auch noch ManU. Ich konnte nicht anders und musste meinen Neid auf die Einkaufspolitik der SGE kundtun.

Und natürlich kommt direkt die Häme von den üblichen Verdächtigen…

Ich hab ja meine Meinung zu Rudnevs aber da versteht so mancher keinen Spaß…

Und, klar, da bin ich dabei. Noch nie war ich so sicher eine Wette überhaupt nicht verlieren zu können. Das wäre vergleichbar mit einer Niederlage Englands gegen Island. Oder einem Europameister Portugal. Das kann und wird nicht passieren. Natürlich mache ich da mit!

Sehr schnell waren Andreas und ich uns einig.

Also: Schießt in der kommenden Saison Rudnevs mehr Tore als Modeste (nur für den Bundesliga-effzeh wohlgemerkt, wenn der im Winter in die Regionalliga wechselt und dort 30 Buden macht, dann zählt das nicht!) spende ich 25 Euro, umgekehrt spendet Andreas 25 Euro.

So weit der spaßige Teil aber wir möchten mit dem Geld ja auch etwas Gutes tun.

Unabhängig voneinander entschieden wir uns für eine Spende an Kinder- und Jugendhospize.

Ich habe selbst die Arbeit im Hospiz miterleben müssen, damals als mein Vater starb. Die Eindrücke der Menschlichkeit und Wärme, der Versuch den letzten Lebensabschnitt so angenehm wie möglich zu gestalten, sind mir geblieben auch wenn die Erinnerung natürlich alles andere als glücklich ist. Ich kann mir die Ansprüche, die an ein Kinder- und Jugendhospiz gestellt werden gar nicht vorstellen, ich kann die Arbeit der Menschen, seien es Ehrenamtliche oder Angestellte nicht hoch genug bewerten und finde daher, dass dieser Zweck bei allem lustigen Anlass ein ganz vorzüglicher ist und möchte Euch aufrufen mitzumachen. 25 Euro sind ein Betrag, den wir hoffentlich alle stemmen können um vielleicht ein wenig dazu beizutragen, dass vielleicht mal ein Ausflug organisiert werden kann oder eine Feier stattfinden wird.

Falls Ihr Lust habt, bei dieser kleinen Wette mitzumachen, dann tragt Euch doch in den Kommentaren mit entweder #TeamRudnevs oder mit #TeamModeste ein. Das Team bestimmt wem Ihr mehr Tore zutraut.

Sollte #TeamRudnevs gewinnen gehen alle Spenden an das Kinder-Hospiz Sternenbrücke in Hamburg,
sollte #TeamModeste gewinnen gehen alle Spenden an den Dt. Kinderhospizverein Köln

Ich würde mich ernsthaft freuen, wenn wir aus einem milden Gag vielleicht eine kleine tolle Sache machen können!

Okay, eine Sache gibt es noch: Schon wenn Rudnevs mehr als drei Tore schießt, gibt es von mir 15,- Euro und ein Entschuldigungsschreiben. Deal? Deal!

Achja, bevor das ernst genommen wird: Natürlich sind das Krampen, die die Eintracht da holt. Sind wir uns einig, ne…

[Update: Wäre natürlich super, wenn Ihr Euch mit einem recht eindeutig zuweisbaren Namen eintragen würdet 🙂 ]

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Spielplan 2016/17

Die DFL hat heute den Spielplan für die kommende Saison veröffentlicht und, wie nicht anders zu erwarten, kommt uns -als Fans des 1.FC Köln- jeder einzelne Spieltag quasi wie gerufen. Ich kann wir wirklich nicht mal mit viel Phantasie vorstellen, dass der effzeh irgendwo Punkte liegen lassen sollte aber das ist ja das Schöne am Fussball: Selbst wenn wir auf dem Papier in jedem Match haushoher Favorit sein werden, die Kacke muss dennoch erstmal gespielt werden.

Wie jedes Jahr erzähle ich auch dieses Jahr wie es laufen wird, also seid gewarnt, wer sich die “Überraschung” nicht verderben lassen will hört jetzt auf zu lesen, denn der folgende Text enthält Spoiler.

Los geht es mit einem Heimspiel gegen Darmstadt 98. Auch wenn generelle Sympathie für die Mannschaft vom Böllenfalltor vorhanden ist, steht der effzeh in der Pflicht einen souveränen Start hinzulegen. Allein für Albert Streit. Der neue Trainer der Lilien, Norbert Meier, versucht in der zweiten Halbzeit den wieselflinken Risse auf der rechten Außenbahn umzugrätschen, wird aber vom herbeieilenden Toni Schumacher mit einem Battiston-Gedächtnissprung daran gehindert. Am Ende steht ein recht normales 4:0 für die Heimmannschaft. Peter Stöger sieht in der Pressekonferenz noch “eine Menge Luft nach oben” wünscht aber fairerweise seinem -mittlerweile operierten- Kollegen Meier eine schnelle und vollständige Genesung.

Das erste Auswärtsspiel der Saison findet am zweiten Spieltag in der Autostadt statt. Klaus Allofs dämpft vor der Partie die Erwartungen der vielen hundert Wolfsburg Fans. Durch die Strafzahlungen von VW in den USA und der Unsicherheit wie es in der Abgasaffäre weitergeht, standen im Sommer nicht mehr als 400 Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung, die umgehend in den Sand gesetzt wurden. Um den Gegner nicht zusätzlich zu demütigen verzichtet der effzeh in der zweiten Halbzeit auf seinen Sturm und schont Modeste für kommende Aufgaben. Sein Ersatz Artjoms Rudņevs bleibt zwar ohne Tor, setzt aber einen schönen Akzent als er in der 88. Minute mit dem Ball im Vollsprint am Tor vorbei läuft. Im Interview bekennt der Lette selbstkritisch dass er “demnächst den Kopf wieder oben haben will”. Dennoch gewinnt der effzeh souverän durch einen Dreierpack von Simon Zoller mit 3:0. Schnell weg.

Am dritten Spieltag kommt der Aufsteiger aus Freiburg an den Rhein. Bisher eine der Überrschungsmannschaften der Saison, weniger wegen der Ergebnisse, als durch die Tatsache dass Christian Streich noch nicht in der Geschlossenen sitzt. Am ersten Spieltag kam es zwar zu einem kurzen Zwischenfall mit einem Polizeihund aber das Tier verzichtete nach einer Entschuldigung Streichs dann doch auf eine Anzeige. Sportlich gibt es für die Breisgauer in Köln natürlich nichts zu holen, der effzeh schaltet nach 5 schnellen Toren in der ersten Halbzeit einen Gang zurück und lässt das Spiel austrudeln. Kräfte sparen ist angesagt.

Es folgt ein Auswärtsauftritt bei Schalke, die nach drei Spieltagen im totalen Chaos versinken. Der 19jährige Neuzugang Embolo hat Heimweh nach der Schweiz, Ex-Manager Heidels Kolumne im aktuellen Kicker sorgt für Aufregung und Ex-Trainer Weinzierl tritt gegen Clemens Tönnies im Sport1 Doppelpass nach. Er beklagt mangelnde Geduld im Umfeld. Auch der Aufsichtsrat der Schalker kann trotz besonnenem und unaufgeregtem Handeln den Platzsturm der Haupttribüne nach der Niederlage gegen den effzeh nicht verhindern. Wenigstens ein Tor hätte man sich in Gelsenkirchen gewünscht aber die Kölner Abwehr um den -wieder einmal- überragenden Maroh ließ dem Gastgeber keine Chance. Das 3:0 für die Kölner ist gerade genug um Peter Stöger nicht wütend zu machen.

Nächster Gegner in Müngersdorf ist Red Bull Leipzig, die mit 45 Helikoptern anreisen und die Jahnwiese kaputtmachen. Scheissverein. Zum Glück macht der effzeh ernst und haut mal richtig einen raus. Rangnick versucht nach der 0:7 Niederlage noch Hasenhüttl den Rücken zu stärken aber die ganz in schwarz gekleidete Red Bull-Security begleitet den Ex-Trainer sehr schnell in die Transall. Destination unknown.

Nach den fünf Auftaktsiegen kommt es am sechsten Spieltag zum Spitzenspiel bei Bayern München. Deutlich knapper als erwartet gewinnt der effzeh nur 2:0 in der mit 30.000 Zuschauern gut gefüllten Allianz Arena. Nach umkämpfter erster Hälfte schwinden den Bayern in Halbzeit zwei sichtbar die Kräfte. Das Kölner Mittelfeld um Matze Lehmann lässt den Ball gekonnt laufen so dass sich zwangsläufig Lücken auftun, die von Modeste und Zoller schlau genutzt werden. Peter Stöger kündigt aufgrund der schwachen ersten Halbzeit Konsequenzen an. Derweil hat Rudnevs in der Regionalliga seine zweite rote Karte gesehen und steht dem Verein bis auf weiteres nicht zur Verfügung.

Spieltag sieben findet nach einer Länderspielpause statt. Leider ist der Reisestress für das Team des effzeh auch spürbar so dass man sich das erste Gegentor der Saison einfängt. Gegen den FC Ingolstadt lassen in den letzten 20 Minuten Konzentration und Ausdauer stark nach, so dass der Gegner in der 88. Minute zu seinem Ehrentreffer kommt. In der Folge sieht Dominic Maroh die rote Karte, da er sich ein nicht enden wollende Schimpftirade leistet und wie von Sinnen auf Sörensen eindrischt. Nach dem Spiel ist die Aufregung aber schnell verflogen, denn der Däne erkennt seinen Stellungsfehler, der zum Gegentor führte, an und erklärt dass die Prügel verdient waren und er seine Lektion gelernt hat. Maroh wird vom DFL-Kontrollausschuss freigesprochen und erhält nur ein Spiel Sperre. Letztlich steht am Ende ein ungefährdeter 4:1 Sieg in dem Marcel Risse drei direkt verwandelte Freistösse auf sein Guthabenkonto verbuchen kann.

Ein Viertel der Saison ist gespielt und der 1.FC Köln ist wie erwartet verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Liga. Auch im nächsten Auswärtsspiel bei Hertha BSC bleibt die Weste des Real Madrids des Westens sauber. Nach einer schnellen 2:0 Führung durch Zoller und Hartel nimmt Stöger Tempo aus dem Spiel, denn die Reisestrapazen werden nicht weniger. Der Rückflug aus dem polnischen Posen gestaltet sich dann aber immerhin komplikationsloser als der Hinflug, der außerplanmäßig auf einer brandenburgischen Autobahn zu Ende ging. Gut gelaunt in Köln angekommen beschließt das Team noch einen kurzen Abstecher in das belgische Viertel zu unternehmen.

Am neunten Spieltag gastiert der bis dahin punktelose HSV in Köln. Bruno Labbadia ist nach seiner Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte faktisch noch im Amt, wurde aber vom neuen Interimsmanager und Trainer Klaus-Michael Kühne zum Bälleaufpumpen in Hamburg gelassen. Vor dem Spiel gibt es einen emotionalen Moment als Rudnevs vom Sicherheitsdienst des Stadions nicht in den Innenraum gelassen wird. Dabei wollte er nur seine alten Kollegen aus Hamburg begrüßen. Das Spiel ist natürlich nichts für Feinschmecker, der HSV verteidigt mit Mann und Maus ist aber am Ende hoffnungslos unterlegen. Das 5:0 ist nur ein schwaches Spiegelbild der Überlegenheit des effzeh.

Auswärts geht es am 10. Spieltag nach Frankfurt wo Sportvorstand Fredi Bobic nach Handgreiflichkeiten mit Mitgliedern des Eintracht Frankfurt Podcast beurlaubt wurde. Bobic gibt sich verbittert, denn sein Besuch beim Herbstfest der Volksmusik stand schon lange fest und steht in keinem Zusammenhang mit seiner Arbeit bei der Eintracht. Dass dieser “schöne Anlass” von einer “Horde Störer und Hooligans” dazu genutzt wurde “Randale zu machen” konnte er “so nicht stehen lassen”. Der effzeh lässt sich durch die Nebengeräusche natürlich nicht aus der Ruhe bringen und schaukelt das Spiel souverän nach Hause. 3:0 heißt es nach 90 Minuten. In der Regionalliga erzielt Rudnevs sein erstes Tor. Bei der 4:0 Niederlage gegen Borussia Freialdenhoven steuert der Lette ein schön herausgespieltes Eigentor bei.

Das Derby findet in der Hinrunde am 11. Spieltag statt. Der effzeh mit einem zweiten Auswärtsspiel in Folge muss zuerst nach Mönchengladbach reisen. Am Abend vor dem Spiel trifft sich die Mannschaft zum gemeinsamen Essen in der Kölner Südstadt. Etwas angetrunken verpassen Risse, Höger, Maroh und Modeste den Bus am Geißbockheim und reisen mit dem Taxi nach. Peter Stöger ist fuchsteufelswild und verzichtet auf alle vier Spieler. Die Konsequenz ist das bereits zweite Gegentor der Saison zum zwischenzeitlichen 0:1. Durch kurzes Nachjustieren gelingt dem Trainer aber die Trendwende, das Spiel wird gedreht und im Kölner Block freuen sich über 200 Supporter über ein verdientes 2:1. Im Nachgang werden interne Strafen ausgesprochen. So geht es nicht weiter.

Die Quittung für den Schlendrian der letzten Woche muss der FC Augsburg bezahlen, die am 12. Spieltag nach Müngersdorf reisen müssen. Auch wenn Manager Reuter schon vor dem Spiel ankündigte “nicht mit der ersten Mannschaft” in Köln anzutreten, ist das Ergebnis doch deutlicher als es hätte sein müssen. Im Gegensatz zu den überlegt geführten Spielen vorher lässt der effzeh über 90 Minuten nicht locker und schießt sich den Frust von der Seele. Modeste mit vier Toren und drei weiteren Vorbereitungen ist der Mann des Spiels, dass vom schwachen Schiedsrichter Aytekin nach 88 Minuten abgepfiffen wird. Das 8:0 ist der bisher höchste Sieg des 1.FC Köln in der Saison.

Am 13. Spieltag muss das Team in den Kraichgau zur TSG Hoffenheim reisen. Die Mannschaft, die “noch unnötiger ist als Fußpilz” wie Timo Horn vor dem Spiel vom EXPRESS zitiert wird ist aber natürlich ebenso chancenlos wie alle ihre Vorgänger. Nur der Gestank im Dietmar-Hopp-Stadion gepaart mit dem fürchterlichen “Musik”-Geschmack des Stadion DJs veranlassen das Team schnell abzureisen und das Auslaufen auf den nächsten Morgen zu legen. Dietmar Hopp lässt über seinen Anwalt ausrichten, dass der Pansenauflauf seiner Mutter nunmal sein Leib- und Magengericht sei und dass er die frühe Abreise der Kölner als respektlos und unangebracht empfand. Das riecht nach Ärger in der Rückrunde. Im Haben steht immerhin ein 3:0 Auswärtserfolg.

Vor dem Spiel gegen den BVB warnt Peter Stöger vor der Tuchelschen Rattentaktik. Der Dortmunder Trainerfuchs hatte, nachdem im Sommer 22 Spieler den BVB verließen, ein Jugendkonzept vorgestellt, dass ihm bis hier hin den ein oder anderen Achtungserfolg einbrachte. Die Dortmunder gehen wie die kleinen, fiesen Nager immer aus zwei Richtungen auf einen Gegner, treten diesen um und laufen dann ängstlich wieder zurück wenn der Schiedsrichter pfeift. So wird dem Gegner der Spaß am Fussball genommen und eben ab und an ein Unentschieden erkämpft. Stöger setzt dem eine neue Taktik mit vielen langen Bällen entgegen, die von Tony Modeste zwei Mal verwertet werden können. Nach 14 gelben und einer roten Karte (der eigewechselte Rudnevs) gewinnt der effzeh 2:0. Thomas Tuchel wird am Kölner Hbf im Gemüseladen verhaftet, wo er wütend versucht eine halbe Möhre zu kaufen, bis schließlich Susi Zorc die Situation beruhigt und den erbosten Naturkostefan freikauft. Darauf ein Export.

Der nächste Auswärtstrip für den 1.FC Köln nach Bremen, in das Stadion mit dem idiotischsten Gästeblock der Liga. Aber gut, für irgendwas muss Bremen ja auch gut sein, die nach dem Auftaktsieg beim FC Bayern keinen Punkt mehr erzielt und mit drei Punkten abgeschlagen 17. vor dem immer noch punktelosen HSV sind. Tony Ujah wird in der 72. Minute eingewechselt und -wie sollte es anders sein- macht sein Tor gegen uns. Fassungslos werden die restlichen Minuten heruntergespielt, denn auch wenn das Spiel schon vorher zu unseren Gunsten entschieden war, ist das Gegentor pures Gift für die Stimmung in der Mannschaft, die sich zur Weihnachtsfeier am Abend dennoch aufgeräumt zeigt und verspricht dass sich solch eine Schmach nicht mehr wiederholt. Man glaubt es ihnen.

Die Halbserie neigt sich langsam dem Ende entgegen aber noch sind zwei Spiele zu spielen. Am 16. Spieltag kommt Leverkusen die 20 km in die Stadt gefahren und beugt sich fair der Übermacht des effzeh. Manager Völler schwärmt von der grandiosen Kölner Mannschaft, von der tollen Atmosphäre im Stadion und gibt dann im Aktuellen Sportstudio zu, dass er sich manchmal still und heimlich auch ein wenig von diesem Spaß in Leverkusen wünscht. Zu einem unschönen Zwischenfall kommt es nach dem Spiel als Roger Schmidt sich in der Pressekonferenz mit einem Bild-Journalisten um das letzte halbe Käsebrötchen streitet und dem Schreiber letztlich mit seinen spitzen Zähnchen in den Hals beißt. Das Urteil des Landgerichts steht noch aus, wir drücken die Daumen. Achja, das Spiel endet 3:0.

Am letzten Spieltag der Hinrunde reist der effzeh nach Mainz. Ungelöst bleibt weiterhin der Verbleib des Mainzer Stadionsprechers, der im Vorfeld der Partie von Unbekannten bei Ankunft am Stadion aus seinem Auto verschleppt wurde. So kommt es zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit zu einem halbwegs kirmesfreien Spiel in Mainz, dass der effzeh locker und leicht mit 4:0 gewinnt. Zum Abschied aus Köln wird der -für 2,5 Millionen zurück zum HSV wechselnde- Rudnevs noch einmal eingewechselt und holt sich erneut eine rote Karte ab, als er gegen Karius eine halbe Minute zu spät kommt aber dennoch durchzieht. Hart aber vertretbar. Der effzeh wünscht dem sympathischen Letten alles Gute auf seinem weiteren Weg.

Und so endet die Halbserie des 1.FC Köln in der Saison 2016/17. Müßig zu erwähnen dass die Meisterschaft lange entschieden ist. Durch den Crash der englischen Liga werden im Winter weitere Stars an den Rhein wechseln, Peter Stöger und Jörg Schmadtke stehen vor der Herausforderung das perfekt harmonierende Mannschafsgefüge nicht zu überstrapazieren, damit auch in der Rückserie die totale Dominanz weitergeht. Aber, ehrlich gesagt, wer zweifelt daran?

Come on effzeh!

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Hyundai Fanpark revisited

Morgen geht es endlich los. Das Warten hat ein Ende! Gastgeber Frankreich bestreitet das Eröffnungsspiel der UEFA EURO 2016 gegen Rumänien. Millionen Fans warten seit Wochen auf diesen Moment. Wenn morgen Abend Viktor Kassai seine Pfeife in den Mund nimmt um das Spiel anzupfeifen erreicht das Kribbeln, das wir schon seit Wochen in unseren Bäuchen herumtragen endlich seinen Höhepunkt. Jetzt heißt es Hoffen und Bangen, Anfeuern und Singen, ob im Stadion oder zu Hause am Grill.

Diese Vorfreude auf das Event des Sommers hat Hyundai mit seinem neuen Video “The Wait” eingefangen. Für Hyundai, dem offiziellen Sponsoren der UEFA EURO 2016 kommt die Leidenschaft für Fussball von den ‘wahren Fans’, auch bekannt als “Real Fans”, egal ob alt oder jung. Wir, die wir alle vier Jahre die UEFA EURO mit dem Herzen begleiten, werden sich sicher wiederfinden:

Für alle Fans hat Hyundai ebenfalls den digitalen Fanpark eingerichtet, den wir schon im April besucht haben. Hier kann mit etwas Glück sogar ein Hyundai i20 gewonnen werden. Um mitzuspielen klickt einfach hier. Viel Glück!

[Disclaimer: Dieser Post ist gesponsert von Hyundai]

Drei90

Wir konnten nicht anders.

Das Doppelfass ist zwar tot aber sein Spirit lebt weiter. Unter neuem Namen, mit eigener Seite, mit eigenem Feed geht es weiter.

Meine Damen und Herren, liebste Hörer, darf ich vorstellen:

drei90.de

Wir freuen uns auf Euch 🙂

Folgt uns auf Twitter und Facebook und schaut auch mal bei der schnuckeligen Patreon-Kampagne vorbei, denn nur IHR könnt unser Bier bezahlen.
Es gibt sogar schon eine Nullnummer aber itunes zickt noch. Wie immer. Die überprüfen noch, ob es auch ja ihren ethischen und moralischen Standards entspricht. Wir tippen ja mal auf ‘Nein’ aber vielleicht hat der Übersetzer schon Feierabend. Daumen drücken.

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We are going to War, Stadt Hürth

Ruhig, Axel, ruhig. Atme mal tief durch. Ommm. Happy Place.

Es ist ja so: Ich bin Autofahrer und daher daran gewöhnt einigermaßen uneingeschränkt schikaniert und drangsaliert zu werden. Sei es von Behörden oder Kommunen oder von der gottverdammten Cobra 11. Immer ist irgendwas. Irgendeine Vorschrift, irgendein Blitzer, irgendwas. Sie wollen an mein Geld und natürlich sind sie formal im Recht. Ich fahre einmal im Monat in so ein Blitz-Ding rein, weil ich nicht permanent mit den Augen auf dem Tacho bin, sondern auch ab und zu auf die Strasse schaue und mich an dem fließenden Verkehr orientiere. Wisst Ihr warum? Weil ich sonst Unfälle baue und Menschen töte. Jahaaa, so sieht das nämlich aus. Ich habe keine Punkte und ich habe auch noch nie mehr als 30 Euro bezahlen müssen. Es sind immer so 15-20-30 Euro. Ich rase nicht. Es kann also sein, dass ich mal 55 in ner 50er Zone fahre und 38 in ner 30er Zone. Jo, passiert. Und dann werde ich geblitzt und bezahle, weil es ja überhaupt kein Grund gibt zu argumentieren. Da steht 50, ich halte mich nicht dran, Pech gehabt. Sehe ich ein.

Beruhig Dich jetzt endlich! (Die Stimme in meinem Kopf ist selber nicht ruhig, ich weiß also nicht warum ich auf sie hören sollte)

Wo war ich? Achja, Pech gehabt. Isso. Abgehakt.

Heute ist mir aber was passiert, was ich so einfach nicht widerspruchslos akzeptieren werde und wenn es mich zehn Stunden meines Lebens kosten wird. Ich raste gleich aus.

Es geht um 10 Euro.

Angetrieben von dem Verlangen mir eine Tüte Milch (1,5% – dafür die gute Andechser Natur) zu kaufen, machte ich auf dem Heimweg einen kleinen Schlenker in Alt-Hürth um den dortigen REWE aufzusuchen. Das ist nicht der REWE zu dem ich normal gehe aber er liegt halt recht praktisch auf dem Weg, weil ich über die Luxemburger fahre und nicht über Fischenisch, weil Fischenisch um die Tageszeit ne Katastrophe ist… aber ich schweife ab. Also fahre ich zum REWE in Alt-Hürth in die Lindenstrasse. Hans W. Geißendörfer wäre stolz auf den folgenden Drama-Plot.

1Vor dem REWE gibt es zwei Parkplätze (von mir hier rot eingezeichnet). Zwei. Das Ding liegt in einer verkehrsberuhigten Strasse, es ist so eine halbe Fußgängerzone. Aber es gibt zwei Parkplätze. Nun gut. Ein Auto fährt raus, ich fahre rein. Die Parkplätze sind nicht Teil der eigentlichen Strasse, sondern sind in die Kurve gebaut. Dahinter die Strasse ist nicht einfahrbar. Von beiden Seiten also Einbahnstraße und quasi als Trennung (mit Pöllern umrandet) liegen diese beiden Parkplätze. Sie grenzen direkt, wirklich direkt an den REWE. Sie sind ganz augenscheinlich für Kunden dieses Ladens gedacht und bis eben habe ich auch geglaubt, dass diese Parkplätze auf dem Gelände der REWE seien. Weil rechts daneben sind Tische des REWE-Bäckers für die Außengastronomie aufgestellt. Es gibt keine Abgrenzung zwischen den Parkplätzen und den Tischen. Jedenfalls für mich keine ersichtliche. Ich hab da schon ein, zwei Mal was eingekauft (und heute sicherlich zum letzten Mal) und habe immer dort gestanden.

Gut, weiter im Text: Also, Auto geparkt, in den Laden rein, Milch gekauft, ca. 45 Sekunden später wieder am Auto gewesen. Steht da eine Solarium-Frau (okay, in Hürth, dessen Population eh zu guten 90% aus Kevins und Sandys besteht, ist die Gefahr auf eine solarium-gebräunte Frau zu treffen ungleich höher als in… sagen wir mal… Deggendorf) und tippt etwas in ein Gerät. Ein ungutes Gefühl beschleicht mich. Wie ich zur Fahrertür wandere, sehe ich schon den verdächtigen Fetzen hinter den Scheibenwischern klemmen. Ordnungswidrigkeit. Falsch geparkt.

Bitte was?

Ich möchte mit der Dame reden und fragen was ich denn falsch gemacht habe, bekomme aber nur ein gebelltes “hier ist Parkzone!” zur Antwort. Okay, sag ich mir, vielleicht sind das ihre ersten Worte in sehr, sehr langer Zeit, gibt ihr noch eine Chance. “Und ich parke hier. Ist das nicht der Sinn einer Parkzone?”

Sie lächelt. Ich bin ihr in die Falle getappt.

2– “Keine Parkscheibe!”
– “Klären Sie mich bitte auf. Ich war für 45 Sekunden…”
– (wütend) “Kann ich was dafür?”
– “…in dem Laden, hab mir Milch gekauft, stehe extra auf dem REWE-Parkplatz…”
– (sehr wütend) “ist kein REWE-Parkplatz!”
– “nein?”
– “NEIN!”
– “Okay, das wusste ich nicht. Und was habe ich jetzt falsch gemacht? Woher soll ich wissen, dass es sich nicht um einen REWE-Parkplatz handelt und woher soll ich wissen, dass man hier nur mit Parkscheibe stehen kann? Ich bin nicht von hier.”
– “Steht vorne!”
– “Vorne?”
– “An der Kirche!”
– “Äh. An der Kirche?”
– “Ist Zone!”
– “Ja aber das sind vier, fünf Strassen dazwischen…”
– “Sie bekommen Post!”
– “Okay, ich würde mich gerne vorher schon an die Stadt Hürth wenden und eine wirklich umfassende Erklärung bekommen. Sagen Sie mir bitte mal ihren Namen.”
– “Nein!”
– “Wieso nicht?”
– “Nein, Sie sagen mir ihren ja auch nicht!”
– “Kann ich gerne machen (sage meinen Namen)”
– “Egal”
– “Dann zeigen Sie mir doch mal bitte Ihren Dienstausweis.”
– (jetzt sehr, seeeehr wütend) “Nein!”
– “Warum das denn nicht? Sie sind doch vom Ordnungsamt, oder? Sie haben doch bestimmt einen Dienstausweis?”
– “Der liegt im Auto”
– “Da liegt meine Parkscheibe auch”
– “Es regnet”
– “?” (ernsthaft ich muss geguckt haben wie eine Kuh auf deren Acker Aliens landen)
– “Sie bekommen Post”
– “Sie zeigen mir also ihren Dienstausweis…”
– “Anhörungsbogen kommt, können sie sich beschweren!”

Damit lässt sie mich stehen und wackelt weiter auf der Suche nach unschuldigen Seelen, die sich vielleicht ein Brötchen beim Bäcker gekauft haben und auf die Gnade Gottes gehofft haben, dass Frau Solarium heute vielleicht Wellness-Tag hat. Pech gehabt, Freunde. Heute wird Geld verdient.

3Ich bin 100% sicher, dass die Verwarnung niet- und nagelfest ist, das sah mir zu sehr nach sicherer Einnahmequelle aus, als dass da Unsicherheiten bestehen aber ich habe dennoch ein paar Fragen an die Stadt Hürth:

1. Ihre Mitarbeiterin muss mich gesehen haben als ich das Auto parkte. Ich weiß nicht ob die Dame über Predator-ähnliche Tarntechniken verfügt aber sie muss ganz in der Nähe gewesen sein, denn ich war nicht länger als 45 Sekunden in dem Laden. Eher sogar kürzer. Ist es da zuviel verlangt (im Sinne einer bürgerfreundlichen Kommune) mich auf mein Verbrechen hinzuweisen und mir die Gelegenheit zur Korrektur zu geben? Ich mein ja nur.

2. Im Verwaltungsvorschriften zum Verwaltungsvollstreckungsgesetz (VV VwVG NRW, Stand 20.05.2016, abrufbar hier) steht unter §12 Punkt 2: “Der Vollziehungsbeamte muss bei der Ausübung seiner Tätigkeit auf Verlangen jederzeit einen mit Lichtbild und Dienstsiegel versehenen Ausweis der Vollstreckungsbehörde vorzeigen, der ihn zur Vornahme von Vollstreckungshandlungen allgemein ermächtigt (Dienstausweis für Vollziehungsbeamte). Ein anderer „behördlicher Ausweis“, z.B. ein Personalausweis oder ein allgemeiner Dienstausweis für Behördenangehörige, genügt nicht.”
Der kommunale Ordnungsdienst untersteht ja normalerweise dem POG, oder? Also sind damit doch auch Ordnungsamt-Mitarbeiter eingeschlossen, oder? Ich wollte den Dienstausweis sehen, wurde mir verweigert. Woher weiß ich jetzt ob die Dame wirklich im Auftrag der Stadt gehandelt hat und nicht eine freilaufende Irre ist, die selbstbedruckte Zettel hinter Scheibenwischer klemmt? Helfen sie mir, bitte.

3. Die beiden Parkplätze vor dem REWE sind so angelegt, dass es offensichtlich Kundenparkplätze sind. Auch das am linken Parkplatz angebrachte Schild mit der Aufhebung der Parkzone (man muss ja auch erstmal alle Schilder in Deutschland kennen um überhaupt halbwegs am “ordentlichen Verkehr” teilnehmen zu können aber das steht auf einem anderen Blatt) suggeriert mir -als halbwegs naivem Mensch- dass ich hier bedenkenlos parken kann. Es sind schöne Striche auf das Kopfsteinpflaster gemalt und auch sonst sieht es eben wie ein Parkplatz aus. Muss das sein? Müssen sie -als Stadt Hürth- ihre ansässigen Kaufleute so schädigen, dass sie die Kunden aus den Geschäften vertreiben, weil sie sich gegängelt fühlen? Sie glauben doch nicht, dass ich auch nur noch einen Euro in diesem REWE lassen werde. Oder daneben beim Bäcker Klein. Oder gegenüber in der Eisdiele. Nix da. Muss das wirklich sein? Wegen 45 Sekunden parken ohne Parkscheibe?

Ich höre das gebellte: “Völlig egal wie lange…” schon bis hier. Jaja, ich weiß.

Und an den REWE: Ich würde da ein Schild malen: “Achtung: Parkscheibenpflicht!” Kostet nix und könnte eventuell noch Kunden retten.

Ja, nochmal, alle Klugscheißer der Welt: Es war bestimmt falsch von mir und es wird keine Chance geben, dass ich die Kacke nicht bezahlen muss, soviel Realitätssinn habe ich dann gerade auch noch aber ich musste mir Luft machen.

Ich bin so wütend.

Gute Nacht.

Und Du, Stadt Hürth, Du kannst mal schön Deinen Scheiß alleine machen.

Gottverdammt…

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