Social Media:





FC Augsburg – FC: Gerettet

Kurz vor Schluß hab ich mich dann doch wieder aufgeregt. Über Meinungen auf Twitter, über den Schiedsrichter, über diese komische Augsburger Truppe, die so gar nicht nach Spaß- und Genußfußball aussah, sondern eher nach einer knüppelnden Serie B-Mannschaft, über Marcel Risse sowieso und über Stefan Reuter. Aber das war nur kurz, denn der Chinamann hat gekocht und eine leckere Ente Szechuan Style kann mir nicht mal der Fußball verderben, da bin ich Calmund näher als mir lieb ist. War ja dann auch zügig Schluß. Einmal noch übers Tor gebolzt, und Ende. Das neunte 0:0 in der Saison für den 1.FC Köln. Als Aufsteiger. Eine Spielzeit wie ein Roman von Ken Follett. Endlos lang, manchmal sehr ununterhaltsam aber mit Höhepunkten durchsetzt, zerstückelt und am Ende doch größtenteils zufriedenstellend. Peter Stöger soll sich bei den Fernsehrechten von SAT1 bloß nicht verarschen lassen.

Die Geschichte des Spiels können wir in einem Satz zusammenfassen: In der 56. Spielminute wechselt der Trainer Mavraj für Ujah ein. Understatement ist seine Sache nicht. Er ist ja auch Wiener, was soll der Mann machen? Mehr gibt es wirklich nicht zu erzählen. Punktgewinn stand an erster, zweiter, dritter und jeder folgenden Nummer der Tagesordnung. Also werten wir das Erfolg? Naja, nicht so schnell…

Ich versteh nicht so ganz, warum wir soviel Demut vor einem bestenfalls mittelmäßigen Gegner zeigen, denn, seien wir doch mal ehrlich, der FC Augsburg ist nix tolles. Die haben halt ein paar Freakergebnisse hingelegt (Gladbach, Hoffenheim und Dortmund in Folge besiegt, gegen uns in der Hinrunde in 90. den Sieg erzielt, komplett idiotischer Sieg in Stuttgart usw.) und stehen damit gut da. Mehr ist das nicht. Kein Grund sich in die Hose zu machen. Vielleicht, ganz, ganz vielleicht hätte ich mir einen Auftritt des effzeh wie gegen Hoffenheim gewünscht. Ich weiß es nicht, denn letztlich ist mir der Punkt immer lieber, als das schöne Spiel. Verdammte Fußballromantik.

So schleppt sich der effzeh also über die Ziellinie ohne auch nur im Ansatz etwas für das Spiel getan zu haben. Vogt und Gerhardt ordneten das Spiel nur nach hinten, Ujah und Osako waren auf sich alleine gestellt und wenn man was über die Außen gehen könnte, steht das Miso Brecko und macht das Spiel langsam bevor er einen Gegenspieler anschießt. Puh. Brecko ist halt ein Sinnbild dieses alten, bestenfalls (und das ist wirklich liebevoll gemeint) mittelmäßigen effzeh. Irgendwie bin ich schon froh, dass seine Zeit vorbei ist. Und in zehn zwanzig Jahren werde ich wehmütig an ihn zurückdenken, wie ich heute an Alfons Higl und Rico Steinmann denke. Ich sehe es schon kommen. Gebt mir nicht die Schuld für eure Alpträume, ihr wisst genau, dass ich recht habe!

Naja, hoffen wir einfach mal dass das eine Saison ist, die der FC Augsburg nicht wiederholen kann, denn selten (eigentlich kommen mir nur Freiburg, Bayern, Leverkusen und Gladbach in den Sinn), fand ich eine Mannschaft unsympathischer. Okay, Kaiserslautern noch. Aber dann wird`s echt dünn. Augsburg legt da schon ne ganz schöne Latte. Jede Berührung führt zu schlimmsten Stürzen, jede Entscheidung gegen die Mannschaft erzürnt das gesamte Team, die dann mit 4-5 Mann auf den Schiedsrichter einschreien, jede Gelegenheit zum häßlichen, nickeligem Spiel wird genutzt (immer auf die Zehen, immer die Arme in Schwungbewegung, sowas halt) und ein hysterisches Publikum das aus einer Vorstadt-Hölle in Amerika stammen könnte und von gelangweilten Hausfrauen angemessen empört eine “lass-mein-Kind-in-Ruhe”-Atmosphäre kreiert, die ich hochgradig ätzend finde. Wie Freiburg halt.

Ich weiß nicht, ob diese ganze Hysterie sein muss. Man kopiert halt die Bayern und ihren Stil der Einflußnahme aber das macht es ja nicht besser. Wenn ich mir den Feulner anschaue, der schreit als würde ihm die Haut vom Leib gerissen, wenn er eine Hand im Rücken spürt, wünsche ich mir manchmal echt Fußball ohne Regeln. Was ein Kack. Und wenn man dann noch einen Schiedsrichter hat, der sich beeinflussen lässt von dieser Dauerstimmung gegen ihn, dann passieren halt komische Dinge. Nur Kleinigkeiten waren es aber diese Kleinigkeiten entscheiden halt manchmal über das Wohl und Wehe einer ganzen Saison. Zum Glück war das diesmal alles nicht so entscheidend. Aber, wer weiß denn was passiert, wenn wir auch mal den ein oder anderen Freistoß aus dem Halbfeld bekommen würden?

Oh, da fällt mir ein: Jonas Hector hat eine Ecke geschossen, die nicht scheiße war! Krass.

Wo war ich? Achja, der Schiedsrichter. Ich hoffe Collinas Erben erklären mir mal den Schiedsrichterball, den hab ich nicht verstanden. Echt nicht. Was war da los?

Egal. Jetzt haben wir also mindestens 6 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bei noch 9 zu vergebenen Punkten. Der VfB muss schon mal komplett Punkten und 16 Tore aufholen um uns zu knacken. Wird eng. Dazu müssen die restlichen Teams mit 30 Punkten jeweils mindestens zwei Siege und ein Unentschieden holen (die Tordifferenz!) und wenn man bedenkt, dass am nächsten Spieltag der HSV gegen Freiburg, am 33. Spieltag der VfB und der HSV gegeneinander und am 34. Spieltag Hannover gegen Freiburg und Paderborn gegen den VfB spielt, ist es wohl nicht vermessen zu sagen, dass das nicht passieren wird. Wir sind gerettet.

Oder sieht das jemand anders?

Nein? Gut.

Juhu.

Come on effzeh!

1 comment to FC Augsburg – FC: Gerettet

  • Max

    Eines der wenigen Spiele, die ich diese Saison verfolgen durfte, da Frau und Oma auf die Kinder aufpassten.
    So ein Spiel kann man nur gut finden, wenn der Klassenerhalt dabei rausspringt. Was aber ja wirklich so gut wie sicher ist.
    Jetzt fange ich schon an mich auf die Sommerpause zu freuen und auf die Turbo-Transfers die Schmadtke für den Effzeh einstielen wird.

Haut rein, schreibt mir was!