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FC – Roter Stern: Fire in the hole

Machen wir uns nichts vor: Der 1.FC Köln im Herbst 2017 ist schlecht. Tore werden mit der gleichen schlafwandlerischen Sicherheit gefangen wie Frösche mit klebriger Zunge Insekten einholen, vorne passiert nichts und wenn dann mal durch Zufall eine Chance herausgespielt wird, dann ist das Tor zu klein. So wird das alles nix. Gegen einen bestenfalls zweitklassigen Gegner kassieren wir ein Tor aus dem absoluten Nichts, weil -mal wieder- der ballführende Spieler nicht angegriffen wird. Diesmal war es Meré, im Sommer teuer eingekaufter spanischer Jugend-Nationalspieler, der gebannt zuschaute als Richmond Boakye draufschoss und der Ball in einer wunderschönen Kurve den Weg in den Winkel fand. Kann man machen, ist natürlich einfacher wenn man bei FIFA auf easy gestellt hat. Boakye ist so ein Typ zentralafrikanischer Stürmer, der in Bergamo gescheitert ist und jetzt seit Jahren zwischen der Serie B und Osteuropa hin und her pendelt. Der schießt uns ab. Passt aber natürlich.

In der zweiten Halbzeit gab es ein paar Versuche das Spiel zu drehen aber, Leute, Leute, seinen wir doch mal ehrlich und versuchen einmal nicht zu beschönigen: Wenn du drei Mal den Pfosten triffst (davon mindestens zwei mal ohne Bedrängnis), wenn du nicht eine, nicht eine gottverdammte Flanke, in den Strafraum kriegst, wenn alle, wirklich alle deine Standards schon beim ruhenden Ball einen Konter einleiten und wenn deine Zielspieler einen Radius von einem Bierdeckel haben ohne auch nur den Willen erkennen zu lassen vielleicht mal in die Räume zu gehen, dann ist das einfach nicht genug. Da kann man mir so viel man will von großem Kampf und Pech und blöden Umständen erzählen, das ist schlicht und einfach nicht wettbewerbsfähig, was der effzeh da aktuell liefert. Wir haben jetzt in acht Spielen zwei Tore geschossen (davon eins gegen den HSV, das zählt also noch nicht mal und eins aus 250 Metern Entfernung, das ist also auch nur bedingt aussagekräftig), kassieren wie die Blöden und haben eine Körpersprache die eigentlich nur ‘Hilfe, ich will hier weg’ schreit. Dazu eben die fehlende individuelle Klasse und eine völlig am Anforderungsprofil vorbei zusammengestellte Mannschaft. Tja, da kannste dich dann auch irgendwann nicht mehr beschweren.

Es wäre jetzt einfach auf Meré und Córdoba einzudreschen aber das will ich gar nicht. Meré ist ein junger Spieler, der mir bisher eigentlich ganz gut gefallen hat, er zeigt Präsenz und Einsatz und es müssen ihm Fehler zugestanden werden, das ist doch gar keine Frage. Hilft uns aber nicht. Córdoba ist die ärmste Sau der Veranstaltung, weil er so hilflos ist, dass es fast schon körperlich weh tut. Er sollte Modeste ersetzen, wo ein Blinder sah, dass das gar nicht möglich ist. Córdoba ist kein Zielspieler, kein Stoßstürmer, eher eine verkappe 9, der sich wohl fühlt, wenn er mit dem Rücken zum Tor den Ball annehmen kann und dann Mitspieler hat, die Lücken reißen können. Bei aller Liebe, was hat man sich gedacht? Dass Zoller, Guirassy oder Rudnevs hier Faktoren werden könnten? Himmel hilf. Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht. Ja, natürlich, Schmadtke hat immer Recht und yadda, yadda, yadda. Alles klar. Was macht eigentlich Christian Clemens oder Jannes Horn? Geht mir weg.

Das frustriert mich so ungemein, weil es uns doch eigentlich klar war. Vor der Saison, im Sommer, drehten sich alle Gespräche um die (fehlenden) Transfers und die Stimmung war einstimmig schlecht: Das wird katastrophal haben wir gesagt. Und selten hatte ich weniger Freude in der Bestätigung. Wenn Konstantin Rausch noch einen Freistoß oder eine Ecke schie… ach, ich sag nichts mehr.

Doch, Freude über Freude, der 1.FC Köln scheint zu reagieren und zaubert mit Claudio Pizarro den Heilsbringer aus dem Hut. 39 Jahre, vereinslos, untrainiert, letztes Jahr bei Bremen 607 Einsatzminuten, ein Tor. Knaller. Und er passt so gut in unser System der weiten planlosen Bälle. Dieser Transfer ist nichts anderes als eine Bankrotterklärung der Transferpolitik, es wird versucht in Meiererscher Manier Fehler zu kitten, die gar nicht zu kitten sind. Da fällt mir nichts mehr zu ein. Natürlich kann man jetzt sagen: Ist ein kleines Risiko, wir sind verzweifelt, wir müssen was machen. Ja, klar. Und wenn er dann am Sonntag Leipzig zurück in die RBZ ballert, dann ist alles gut aber es ist eben nichts anderes als Aktionismus und das tut weh, denn ich habe wirklich gedacht, dass diese Zeiten beim 1.FC Köln vorbei sind.

So ist er, mein Verein. Er überrascht dich auch nach 27 Jahren noch immer.

Hach.

Ich will aber nicht auf einer negativen Note enden, denn bei allem Driss, es gibt schon noch etwas, auf das wir stolz sein können. Die Fans präsentierten sich gestern über große Teile des Spiels wieder hervorragend, das Veedelslied nach Abpfiff war so unfassbar laut, ich hätte als Spieler Rotz und Wasser geheult. Die Hoffenheimisierung der Liga ist in Köln noch nicht angekommen und das ist auch verdammt gut so auch wenn ich glaube, dass es so etwas wie das letzte Halali sein wird, denn es macht mir den Eindruck, dass eine Konfrontation mit Verein und Verbänden durchaus breite Zustimmung in der aktiven Fanszene findet. Ich persönlich setze mal einen Zehner auf “es knallt dieses Jahr noch richtig”.

Nichts desto trotz, hier ein Video von vor dem Spiel. War geil.

1 comment to FC – Roter Stern: Fire in the hole

  • Pätzman

    Es läuft derzeit sooo viel schief, dass man gar nicht weiß, wer soll einem noch leid tun und wen dafür hassen? Bis jetzt habe ich mich, bis auf das Spiel gegen Arsenal, jedes Mal dafür gehasst, den langen Weg in die Fankneipe (“Rheinländer” Hamburg) auf mich genommen zu haben. Und gleichzeitig tat man sich dann auch wieder selbst leid. Auch nicht schlecht. Dieses Gefühl, wenn du deinen FC anfeuerst und bei jedem “Angriff” mitfieberst. Dann fällt das Gegentor -mal wieder- aus dem Nichts und du kannst für die restlichen 75 Minuten mit dem GeißbockEcho unterm Arm gepflegt kacken gehen. Weil, das wars dann. Diese Unfähigkeit, einen Rückstand noch zu drehen. Wie auch? Gegen Belgrad wird aus dem gegnerischen Halbfeld heraus erstmal ängstlich zum Torwart zurückgeeiert, statt den Vorstoß zu wagen. Einziger Lichtblick waren da tatsächlich noch die zwei Ecken von Clemens in den letzten Minuten. Die fanden wenigstens mal den Schädel der Mitspieler. Dann wurde allerdings schon wieder das nächste Armutszeugnis offen gelegt… Bei Cordoba habe ich ja noch ein Einsehen und entschuldige seine “Leistungen” mit der fehlenden Fähigkeit seiner Mitspieler, ihn mit Flanken oder tiefen Pässen zu füttern. Aber nu ist das Problem ja (zum Glück) auch erstma für ein paar Wochen auf Eis gelegt… Der einzige, der ein bisschen für Aktionismus auf dem Platz sorgte, liegt leider auch schon wieder mit Knie brach und kommt, darauf wette ich einfach mal ´nen Zehner, nie wieder in der Verfassung wie 2017/2018 zurück. Da sahen die Laufbewegungen schon vor der neuerlichen Verletzung nicht mehr gesund aus. Die Hoffnungen ruhen auf einem uralten Peruaner. Tatsächlich auch meine. In spätestens 4 Wochen sind diese dann aber auch wieder verflogen. Mittlerweile weiß ich nichma mehr, ob die Vertragsauflösung von Rudnevs nicht sogar noch ein Fehler gewesen sein wird. Keine Ahnung. Da stellt sich meine Verzweiflung ja eigentlich schon am besten dar. Vor nicht allzu langer Zeit sagte man sich noch: “Ach naja, kennen wir ja seit 20 Jahren nicht anders. Dann halt wieder nach Bochum.” Aber diesmal nervt es echt gewaltig. So schwachen Fusi sehe ich sonst nur in meiner alten Heimat auf mecklenburgischen Äckern… Aktuell macht der FC absolut keinen Spaß und wird einem zunehmend egal, wie zuletzt beim dritten oder vierten Abstieg…ich weiß es nicht mehr. An Spieltagen kommt die Lust und Laune immerhin für 20 Minuten (bis zum nächsten unnötigen Gegentor) zurück. Noch… Man kann es nur mit Humor nehmen.

    Danke für deine Beiträge. Probiere es mal mit ein wenig mehr Ironie. Das macht das Lesen für uns und das Verfassen für dich erträglicher. 😉
    MfG aus der überheblichsten Stadt Deutschlands !!!

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