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Freiburg – FC: Ein Selbstgespräch

So schnell geht das manchmal, wenn man Blut geleckt hat. Letzte Woche noch sprachen wir im Bockcast über die Gefahr eine bisher grandiose Saison enttäuschend zu finden, weil ein Sprung auf die internationalen Plätze am Ende vielleicht doch nicht drin ist und schon heute, ein paar Tage und zwei Niederlagen später, ist es soweit. Nachdem (außer Bayern aber die spielen keine Rolle) vor uns wirklich alles für den effzeh spielte, bot sich die Gelegenheit auf Platz 3 zu springen. Natürlich, es ist immer noch der 1.FC Köln, wussten wir alle schon vorher, dass das nicht passieren wird. In Freiburg, wo wir seid 21 Jahren nicht gewonnen haben? Mit der Chance einen direkten Champions-League-Platz zu erreichen? Wir? Der 1.FC Köln? Unmöglich. Undenkbar. Was auf Twitter und in der WhatsApp-Selbsthilfegruppe nur halb im Scherz artikuliert wurde, ist aber leider Teil der Psyche jedes einzelnen von uns. Natürlich wissen wir, dass der effzeh nicht die drittbeste Mannschaft im deutschen Profi-Fußball ist. Natürlich wissen wir, dass eine direkte Qualifikation für die Champions League in etwa so wahrscheinlich ist wie rationale Entscheidungen des aktuellen US-Präsidenten und natürlich lachen wir auch ein wenig über uns selbst und versuchen das alles runter zu spielen.

Aber, scheisse isses trotzdem.

Ja, das ist es. Und es hat auch seine Gründe. Heute ist die Geschichte schnell erzählt. Thomas Kessler mit zwei dicken Böcken, Frederik Sörensen mit einem Spiel aus dem sechsten Kreis der Hölle (wie wunderbar Dante damals schon “Dissen” einbauen konnte, nicht wahr – aber das nur am Rande), Unsere Flügel weiter gestutzt, Standards, die jeder Beschreibung spotten und mit Yuya Osako eigentlich nur einen Spieler in absoluter Topform auf dem Platz, der nach Marco Högers erneuter Verletzung (jede Woche eine neue Kleinigkeit) von Stöger taktisch zurück beordert wurde und damit nicht mehr die gleichen Möglichkeiten hatte kreativ ins Spiel einzugreifen. Dazu eine eher mäßige Chancenverwertung durch Clemens, Rausch und auch Modeste, große Laufbereitschaft der Freiburger, gepaart mit dem geschickten Inszenieren von gefährlichen Freistößen, die die überkochende badischen Landseele herbeischrie als würde der effzeh mit Kettensägen auf die zarten Freiburger losgehen, tja, dann haste halt mal schnell verloren.

Und jetzt? Ist es Zeit das Requiem vorzubereiten? Müssen wir uns jetzt schon wieder an dunkle Tage gewöhnen obwohl es gerade wieder heller wird?

Nein, das ist alles nicht schlimm, das ist alles immer noch viel mehr, als ich vor der Saison erwartet habe. Wir spielen immer noch die beste Saison seit dem Aussterben der Dinosaurier, sind weit weit weg von gefährlichen Zonen und mit der dünnen und zum Teil auch nur semi-bundesligatauglichen Personaldecke ist das aller Ehren wert. Niemand ist ja in die Saison gegangen und hatte auf eine auch nur annähernde Situation gehofft, oder? 20. Spieltag, 3 Punkte von Platz 3 weg, plus 11 Tore. Das ist überragend.

Ich weiß das alles, das sind vailde Argumente.

Aber ich kann mir nicht helfen, ich kann einfach nicht aus meiner Haut, ich will endlich mal wieder einen Erfolg. Das Pokalaus am Dienstag hat unglaublich weh getan und heute das Spiel hat die Wunden leider nicht geheilt. Das ist jammern auf extrem hohem Niveau, ich weiß. Aber es ist eben so verflucht lange her, dass wir überhaupt in Reichweite des internationalen Geschäfts waren. Herrgott, vor genau vier Jahren haben wir in Cottbus 0:0 gespielt und waren 9. in der zweiten Liga. Das ist noch gar nicht so lange her. Wir müssen dran denken wo wir herkommen, bevor wir unzufrieden werden mit der aktuellen Situation.

Und warum sind wir es dann?

Wir sind verwöhnt. Wir wollen es jetzt. Es soll unser Jahr werden. Und dann gewinnt unter uns alles, Freiburg ist nur noch drei Punkte weg, Schalke und Gladbach kommen langsam in die Gänge und bei uns sieht es so aus, als würden wir seit dem Hamburg-Spiel etwas vermissen. Ich kann es noch nicht ganz umreissen aber irgendwas ist anders. Hat sich innerhalb der Mannschaft die Einstellung vielleicht ein ganz kleines Stückchen zu weit Richtung Komfort-Zone verschoben? Ich weiß es nicht, ich kann es mir auch nicht wirklich vorstellen, ich kann es nur erahnen. Innerhalb von einer Woche lange ich hart auf dem Boden der Tatsachen und es gefällt mir ganz und gar nicht. Vielleicht -ich hoffe das sehr- ist es nur einer Phase, die jede Mannschaft während der Saison, meistens sogar mehrmals, durchläuft. Vielleicht ist der Rhythmus durcheinander, vielleicht ist auch die aktuelle Belastung zu hoch? Vielleicht ist es einfach nur ein bisschen Pech, wie heute bei Thomas Kessler. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mich nervt.

Nerven ist ein gutes Stichwort. Man kann sich ja manchmal an kleinsten Dingen aufregen.

Mich nerven die Gladbach- und HSV-Trolle auf Twitter, die jetzt einzeln aus ihren Höhlen hervor gekrochen kommen und sich bemüssigt fühlen sich zu freuen. Mich nerven die drei90-Kollegen, die sich kaputt lachen, mich nervt der Blick auf die Tabelle und der Spielbericht, mich nervt, dass wir jetzt gegen Schalke, München und Leipzig spielen müssen und mit Pech danach nur noch 10. sind. Und mich nervt die eigene Erwartungshaltung und die Hoffnung in den 1.FC Köln. Das vielleicht am meisten. Dieses Himmelhochjauchzend-Zutodebetrübt ist zwar ein rheinischer Charakterzug, das weiß ich wohl, aber es geht mir so unglaublich auf den Keks. Es ist doch nichts passiert, der effzeh ist weiter Siebeter. Mann, Axel, reiß Dich mal zusammen, Du schreibst schon wie ein Bayernfan, der nur mit sieben Punkten Vorsprung Tabellenführer ist.

Also doch die Flinte ins Korn werfen? ist alles umsonst?

Nein, natürlich nicht. Wie sagt man so schön: Mund abputzen, weitermachen. Es war ja nicht so als dass Freiburg uns geschlachtet hätte.

Es wird also alles gut?

Ja selbstverständlich. Aber es ist einfacher gesagt als getan. Doch, ich versuche es. Ich habe weiterhin größtes Vertrauen in Peter Stöger, ich mag die Mannschaft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) immer noch sehr, ich finde unseren Spielplan völlig okay, da ist noch alles drin. Allein heute bin ich piefig. Kann man nix machen.

Come on effzeh!

4 comments to Freiburg – FC: Ein Selbstgespräch

  • Sascha

    Bin da voll bei dir. Bin auch enttäuscht obwohl man es besser wusste freue mich aber schon wieder auf euren Bockcast und Schalke am Sonntag. Kopf hoch Axel!

  • Max

    Da war er wieder, der Effzeh den ich als Fan kenne, vor dem auch Du, Axel, immer so viel Angst hast: Platz 3? Nee, da wird es stattdessen verkackt. Ich habe die Befürchtung, dass ich genau deswegen Effzeh – Fan geworden bin. Weil ich selbst so einer bin der sich reinhängt, dem aber der Bayern-Dusel fehlt und der es deshalb nie ganz nach oben schafft. Moment mal, ich bin verheiratet, hab 2 Kinder und einen guten Job. Stimmt, der Effzeh spielt ja auch Bundesliga. Ok, dann lass ich die Kirche mal im Dorf.
    Fühlte sich blöd an, ist aber kein Weltuntergang: entscheidend ist, dass es kein Verkacker-Spiel war. Der Effzeh hätte auch gewinnen können. Die Chancen waren da.

  • Dennis

    Ich denke, dass der Text ziemlich genau das widerspiegelt, was vielen Fans des effzeh heute auf der Seele brennt.
    Hab nicht wirklich was zu sagen, außer Danke! Danke für den Text, Danke für den Bockcast. Jedes Mal ein Highlight nach den Spielen des glorreichen FC Köln.

  • Thomas

    Finde deine Gedanken auch sehr zutreffend und sie helfen mir etwas besser in diese Woche zu starten, die eigentlich Sonntagabend um 19:15 schon gelaufen ist.

    Ich bin in so vielen Punkten hin und hergerissen … auf der einen Seite kann man in Freiburg verlieren und es haben schon ganz andere Mannschaften schlecht ausgesehen, auf der anderen Seite wäre auch mindestens ein Punkt drin gewesen. Von Platz 3 möchte ich noch nicht mal reden aber hat uns vielleicht sogar Platz 7 und die komplette Tabellenkonstellation geblendet? Hat die Mannschaft in der Hinrunde einfach über ihrem Limit gespielt und wir haben die Gegner oft in einer günstigen Phase erwischt? Ist so eine entspannte Saison ohne Abstiegssorgen nicht das was wir vorher sofort unterschrieben hätten? Was wird bleiben, wenn wir es nicht nach Europa schaffen? Warum hat Peter Stöger in den letzten beiden Spielen das Glück mit seinen Aufstellungen verlassen? Wieso hat er überhaupt so viel an der Aufstellung geänder ? Muss ich ihn dafür kritisieren, obwohl er bei mir eigentlich unendlichen Kredit hat? Warum wird mir schlecht, wenn ich die nächsten 3 Spiele sehe? Warum habe ich mir eine Karte für Leipzig gekauft?

    All das und noch viel mehr hat mich die letzte Nacht vorm Einschlafen beschäftigt und auch heute tut diese Niederlage noch weh. Aber es war erste die vierte in dieser Saison und ich bin mir sicher, dass sich die Jungs da irgendwie rausziehen werden und eigentlich liegen uns ja die nächsten Gegner, die wir jetzt vor der Brust haben. Ich bin weiter optimistisch und wenn es dann am Ende nicht reicht, war halt nicht mehr drin mit der Truppe … aber sie haben uns schon so viel Spaß gemacht in dieser Saison und genau das sollten wir nicht vergessen.

    Come on FC!

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