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Ingolstadt – FC: Thirty for Thirty

“Könnt Ihr die Aufstellung verstehen?”. Freund Stefan schrieb eine ratlose Nachricht in die WhatsApp-Selbsthilfegruppe. “Nö”, “Vogt spielt, effzeh interessiert mich nicht mehr”, waren die ersten Antworten. Mit vier gelernten Innenverteidigern und Lehmann / Vogt auf der Doppelsechs zog der 1.FC Köln in das Spiel und die Vorfreude, die sich den ganzen Tag eh in sehr engen Grenzen bewegt hat, war der Frage gewichen ob nicht der Wechsel zur Zweier-Konferenz mit dem anderen Knallerspiel 96-WOB die bessere Wahl für Nerven und Geist sein würde. Natürlich sind das nur Selbstbetrugversuche, denn wenn es dann losgeht ist es ja doch wieder das alte Spiel. Glaube. Liebe. Hoffnung. Der 1.FC Köln in Ingolstadt, meine Damen und Herren.

Es ist ja nicht so, dass der effzeh sich schicksalsergeben in eine unvermeidliche Niederlage bei einem übermächtigen Gegner gefügt hat. Es waren durchaus (zum Teil gute) Chancen da das Spiel frühzeitig in unsere Richtung kippen zu lassen aber sowohl Gerhardt als auch Modeste gelang vor dem Tor nicht die entscheidende Aktion. Ob es immer nur am Pech liegt oder ob schlicht Qualität beim Torabschluss fehlt müssen andere entscheiden, der Fakt dass wir einfach viel zu wenig Tore aus unseren Chancen machen, bleibt.

Aber Chancen, Flanken, Kombinationen, das ist eigentlich gar nicht das Thema. Was gestern erneut auffiel, ist wie viele Probleme der effzeh mittlerweile mit eigener Passivität hat. Ingolstadt hat den Ball in den ersten 65 Minuten wie in einem Trainingsspiel herumspielen dürfen, wir hatten kaum Zugriff auf das Mittelfeld, von Pressing ganz zu schweigen. Wurde das Spielgerät mal kurz abgefangen gab es einen Querpass auf Sörensen, der das Leder benutzt wie es baumlange Innenverteidiger mit Wikinger-Wurzeln nun mal benutzen: Bloss weg damit. Hoch, weit, vorne steht Modeste.

Es fand faktisch kein Aufbauspiel statt. Im Sinne von lass-mal-gucken-wie-wir-den-Ball-gezielt-nach-vorne-treiben-können. Die Sechser waren als Verteilstationen leider wieder nicht geeignet auch weil sie vom Gegner schnell unter Druck gesetzt wurden. Dass da Vogt…

…ach, egal. Lange Geschichte.

Auf jeden Fall war das nix im Mittelfeld. Gerhardt mit einem erneut schlechten Spiel. In einzelnen Situationen viel zu eigensinnig und ohne Übersicht, Bittencourt ohne jeden Akzent und Risse hat wieder Hereingaben (ich will nicht mehr von Flanken sprechen) geschlagen, die jeder Beschreibung spotten. Exemplarisch bitte ich einmal in die 88. Minute zu spulen als er auf rechts den Ball eigentlich nur chippen muss aber (anstatt wie sonst in den Boden zu treten) das Ding mit dem Vollspann ins gegenüberliegende Seitenaus drischt.

Gut, kann man mal machen. Passiert. Nur die Regelmäßigkeit mit der Risse aktuell seine Flankenläufe verkackt ist schon besorgniserregend.

Müssen wir über das Gegentor reden? Nein? Gut. Vier große Innenverteidiger sind halt relativ nutzlos, wenn der Pass punktgenau flach kommt und Manndeckung nur ein Wort aus einer lange vergessenen Zeit ist.

Die Halbzeit war zum vergessen. Nochmal: Mir ist durchaus klar was mit der Aufstellung verhindert werden sollte. Ist halt doof, wenn es nicht klappt.

Und viel besser wurde es nach der Pause auch nicht. Der effzeh stocherte munter weiter im Nebel, die Fehlpassquote glich sich den Auszählungen nordkoreanischer Wahlergebnissen an und Ingolstadt verwaltete das ganze recht unaufgeregt.

Erst in den letzten 20 Minuten kam so etwas wie Schwung auf. Verpuffte die Einwechslung von Hosiner noch wirkungslos, brachte Mladenovic das Element der Balleroberung mit anschließendem Vortrag Richtung Gegner wieder auf die effzeh-Agenda. Plötzlich wurde der Gegner schon in der eigenen Hälfte angelaufen, die Bälle wurden besser verteilt und man nutzte die Breite des Platzes endlich mal aus ohne unmotivierte Flankenwechsel in die Haupttribüne.

Und was passiert? Ingolstadt muss mehr rennen, wird müde, spielt seinerseits unpräziser und der effzeh hat mehr Platz. Dieser wird recht umgehend genutzt (auch wenn Risse beim 1:1 mehr Glück als Verstand hat) und Modeste darf sich eine neue Kerbe in den Fußballschuh kratzen. Juhu.

Sind wir jetzt zufrieden mit dem 1:1? Naja, keine Ahnung. Von den wirklichen Torchancen haben wir vielleicht sogar den Sieg liegen gelassen aber vom Spielverlauf her können wir recht glücklich auf das Unentschieden blicken. Mir fehlt weiterhin -wie gegen Stuttgart, Gladbach und Hertha- der Mut das Spiel selbst zu gestalten. In all diesen Spielen gab es für den effzeh in den letzten 20-30 Minuten Chancen zu Toren aber wenn du halt eine so katastrophale Chancenverwertung hast wie wir im Moment, dann reichen diese wohlmöglich nicht.

Ich bin immer noch weit davon entfernt diese Saison kaputt zu schreiben, weil wir viel zu souverän im Tabellenmittelfeld stehen und die erforderlichen Punkte zum Klassenerhalt werden wir schon noch irgendwie holen aber dann bin ich auch froh wenn die Saison vorbei ist und wir uns auf die Suche nach offensiver Verstärkung machen können. Von mir aus können wir heute nen Deckel auf 2015/16 machen.

Come on effzeh!

Ach, eine Sache noch: Ich habe zu Beginn des Spiels den FCI via Twitter angekackt, warum es denn bitte keine Schweigeminute für Hannes Löhr gab. Und, guess what. Die “Schanzer” haben geantwortet. So geht das. Kompliment.

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