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Spielplan 2016/17

Die DFL hat heute den Spielplan für die kommende Saison veröffentlicht und, wie nicht anders zu erwarten, kommt uns -als Fans des 1.FC Köln- jeder einzelne Spieltag quasi wie gerufen. Ich kann wir wirklich nicht mal mit viel Phantasie vorstellen, dass der effzeh irgendwo Punkte liegen lassen sollte aber das ist ja das Schöne am Fussball: Selbst wenn wir auf dem Papier in jedem Match haushoher Favorit sein werden, die Kacke muss dennoch erstmal gespielt werden.

Wie jedes Jahr erzähle ich auch dieses Jahr wie es laufen wird, also seid gewarnt, wer sich die “Überraschung” nicht verderben lassen will hört jetzt auf zu lesen, denn der folgende Text enthält Spoiler.

Los geht es mit einem Heimspiel gegen Darmstadt 98. Auch wenn generelle Sympathie für die Mannschaft vom Böllenfalltor vorhanden ist, steht der effzeh in der Pflicht einen souveränen Start hinzulegen. Allein für Albert Streit. Der neue Trainer der Lilien, Norbert Meier, versucht in der zweiten Halbzeit den wieselflinken Risse auf der rechten Außenbahn umzugrätschen, wird aber vom herbeieilenden Toni Schumacher mit einem Battiston-Gedächtnissprung daran gehindert. Am Ende steht ein recht normales 4:0 für die Heimmannschaft. Peter Stöger sieht in der Pressekonferenz noch “eine Menge Luft nach oben” wünscht aber fairerweise seinem -mittlerweile operierten- Kollegen Meier eine schnelle und vollständige Genesung.

Das erste Auswärtsspiel der Saison findet am zweiten Spieltag in der Autostadt statt. Klaus Allofs dämpft vor der Partie die Erwartungen der vielen hundert Wolfsburg Fans. Durch die Strafzahlungen von VW in den USA und der Unsicherheit wie es in der Abgasaffäre weitergeht, standen im Sommer nicht mehr als 400 Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung, die umgehend in den Sand gesetzt wurden. Um den Gegner nicht zusätzlich zu demütigen verzichtet der effzeh in der zweiten Halbzeit auf seinen Sturm und schont Modeste für kommende Aufgaben. Sein Ersatz Artjoms Rudņevs bleibt zwar ohne Tor, setzt aber einen schönen Akzent als er in der 88. Minute mit dem Ball im Vollsprint am Tor vorbei läuft. Im Interview bekennt der Lette selbstkritisch dass er “demnächst den Kopf wieder oben haben will”. Dennoch gewinnt der effzeh souverän durch einen Dreierpack von Simon Zoller mit 3:0. Schnell weg.

Am dritten Spieltag kommt der Aufsteiger aus Freiburg an den Rhein. Bisher eine der Überrschungsmannschaften der Saison, weniger wegen der Ergebnisse, als durch die Tatsache dass Christian Streich noch nicht in der Geschlossenen sitzt. Am ersten Spieltag kam es zwar zu einem kurzen Zwischenfall mit einem Polizeihund aber das Tier verzichtete nach einer Entschuldigung Streichs dann doch auf eine Anzeige. Sportlich gibt es für die Breisgauer in Köln natürlich nichts zu holen, der effzeh schaltet nach 5 schnellen Toren in der ersten Halbzeit einen Gang zurück und lässt das Spiel austrudeln. Kräfte sparen ist angesagt.

Es folgt ein Auswärtsauftritt bei Schalke, die nach drei Spieltagen im totalen Chaos versinken. Der 19jährige Neuzugang Embolo hat Heimweh nach der Schweiz, Ex-Manager Heidels Kolumne im aktuellen Kicker sorgt für Aufregung und Ex-Trainer Weinzierl tritt gegen Clemens Tönnies im Sport1 Doppelpass nach. Er beklagt mangelnde Geduld im Umfeld. Auch der Aufsichtsrat der Schalker kann trotz besonnenem und unaufgeregtem Handeln den Platzsturm der Haupttribüne nach der Niederlage gegen den effzeh nicht verhindern. Wenigstens ein Tor hätte man sich in Gelsenkirchen gewünscht aber die Kölner Abwehr um den -wieder einmal- überragenden Maroh ließ dem Gastgeber keine Chance. Das 3:0 für die Kölner ist gerade genug um Peter Stöger nicht wütend zu machen.

Nächster Gegner in Müngersdorf ist Red Bull Leipzig, die mit 45 Helikoptern anreisen und die Jahnwiese kaputtmachen. Scheissverein. Zum Glück macht der effzeh ernst und haut mal richtig einen raus. Rangnick versucht nach der 0:7 Niederlage noch Hasenhüttl den Rücken zu stärken aber die ganz in schwarz gekleidete Red Bull-Security begleitet den Ex-Trainer sehr schnell in die Transall. Destination unknown.

Nach den fünf Auftaktsiegen kommt es am sechsten Spieltag zum Spitzenspiel bei Bayern München. Deutlich knapper als erwartet gewinnt der effzeh nur 2:0 in der mit 30.000 Zuschauern gut gefüllten Allianz Arena. Nach umkämpfter erster Hälfte schwinden den Bayern in Halbzeit zwei sichtbar die Kräfte. Das Kölner Mittelfeld um Matze Lehmann lässt den Ball gekonnt laufen so dass sich zwangsläufig Lücken auftun, die von Modeste und Zoller schlau genutzt werden. Peter Stöger kündigt aufgrund der schwachen ersten Halbzeit Konsequenzen an. Derweil hat Rudnevs in der Regionalliga seine zweite rote Karte gesehen und steht dem Verein bis auf weiteres nicht zur Verfügung.

Spieltag sieben findet nach einer Länderspielpause statt. Leider ist der Reisestress für das Team des effzeh auch spürbar so dass man sich das erste Gegentor der Saison einfängt. Gegen den FC Ingolstadt lassen in den letzten 20 Minuten Konzentration und Ausdauer stark nach, so dass der Gegner in der 88. Minute zu seinem Ehrentreffer kommt. In der Folge sieht Dominic Maroh die rote Karte, da er sich ein nicht enden wollende Schimpftirade leistet und wie von Sinnen auf Sörensen eindrischt. Nach dem Spiel ist die Aufregung aber schnell verflogen, denn der Däne erkennt seinen Stellungsfehler, der zum Gegentor führte, an und erklärt dass die Prügel verdient waren und er seine Lektion gelernt hat. Maroh wird vom DFL-Kontrollausschuss freigesprochen und erhält nur ein Spiel Sperre. Letztlich steht am Ende ein ungefährdeter 4:1 Sieg in dem Marcel Risse drei direkt verwandelte Freistösse auf sein Guthabenkonto verbuchen kann.

Ein Viertel der Saison ist gespielt und der 1.FC Köln ist wie erwartet verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Liga. Auch im nächsten Auswärtsspiel bei Hertha BSC bleibt die Weste des Real Madrids des Westens sauber. Nach einer schnellen 2:0 Führung durch Zoller und Hartel nimmt Stöger Tempo aus dem Spiel, denn die Reisestrapazen werden nicht weniger. Der Rückflug aus dem polnischen Posen gestaltet sich dann aber immerhin komplikationsloser als der Hinflug, der außerplanmäßig auf einer brandenburgischen Autobahn zu Ende ging. Gut gelaunt in Köln angekommen beschließt das Team noch einen kurzen Abstecher in das belgische Viertel zu unternehmen.

Am neunten Spieltag gastiert der bis dahin punktelose HSV in Köln. Bruno Labbadia ist nach seiner Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte faktisch noch im Amt, wurde aber vom neuen Interimsmanager und Trainer Klaus-Michael Kühne zum Bälleaufpumpen in Hamburg gelassen. Vor dem Spiel gibt es einen emotionalen Moment als Rudnevs vom Sicherheitsdienst des Stadions nicht in den Innenraum gelassen wird. Dabei wollte er nur seine alten Kollegen aus Hamburg begrüßen. Das Spiel ist natürlich nichts für Feinschmecker, der HSV verteidigt mit Mann und Maus ist aber am Ende hoffnungslos unterlegen. Das 5:0 ist nur ein schwaches Spiegelbild der Überlegenheit des effzeh.

Auswärts geht es am 10. Spieltag nach Frankfurt wo Sportvorstand Fredi Bobic nach Handgreiflichkeiten mit Mitgliedern des Eintracht Frankfurt Podcast beurlaubt wurde. Bobic gibt sich verbittert, denn sein Besuch beim Herbstfest der Volksmusik stand schon lange fest und steht in keinem Zusammenhang mit seiner Arbeit bei der Eintracht. Dass dieser “schöne Anlass” von einer “Horde Störer und Hooligans” dazu genutzt wurde “Randale zu machen” konnte er “so nicht stehen lassen”. Der effzeh lässt sich durch die Nebengeräusche natürlich nicht aus der Ruhe bringen und schaukelt das Spiel souverän nach Hause. 3:0 heißt es nach 90 Minuten. In der Regionalliga erzielt Rudnevs sein erstes Tor. Bei der 4:0 Niederlage gegen Borussia Freialdenhoven steuert der Lette ein schön herausgespieltes Eigentor bei.

Das Derby findet in der Hinrunde am 11. Spieltag statt. Der effzeh mit einem zweiten Auswärtsspiel in Folge muss zuerst nach Mönchengladbach reisen. Am Abend vor dem Spiel trifft sich die Mannschaft zum gemeinsamen Essen in der Kölner Südstadt. Etwas angetrunken verpassen Risse, Höger, Maroh und Modeste den Bus am Geißbockheim und reisen mit dem Taxi nach. Peter Stöger ist fuchsteufelswild und verzichtet auf alle vier Spieler. Die Konsequenz ist das bereits zweite Gegentor der Saison zum zwischenzeitlichen 0:1. Durch kurzes Nachjustieren gelingt dem Trainer aber die Trendwende, das Spiel wird gedreht und im Kölner Block freuen sich über 200 Supporter über ein verdientes 2:1. Im Nachgang werden interne Strafen ausgesprochen. So geht es nicht weiter.

Die Quittung für den Schlendrian der letzten Woche muss der FC Augsburg bezahlen, die am 12. Spieltag nach Müngersdorf reisen müssen. Auch wenn Manager Reuter schon vor dem Spiel ankündigte “nicht mit der ersten Mannschaft” in Köln anzutreten, ist das Ergebnis doch deutlicher als es hätte sein müssen. Im Gegensatz zu den überlegt geführten Spielen vorher lässt der effzeh über 90 Minuten nicht locker und schießt sich den Frust von der Seele. Modeste mit vier Toren und drei weiteren Vorbereitungen ist der Mann des Spiels, dass vom schwachen Schiedsrichter Aytekin nach 88 Minuten abgepfiffen wird. Das 8:0 ist der bisher höchste Sieg des 1.FC Köln in der Saison.

Am 13. Spieltag muss das Team in den Kraichgau zur TSG Hoffenheim reisen. Die Mannschaft, die “noch unnötiger ist als Fußpilz” wie Timo Horn vor dem Spiel vom EXPRESS zitiert wird ist aber natürlich ebenso chancenlos wie alle ihre Vorgänger. Nur der Gestank im Dietmar-Hopp-Stadion gepaart mit dem fürchterlichen “Musik”-Geschmack des Stadion DJs veranlassen das Team schnell abzureisen und das Auslaufen auf den nächsten Morgen zu legen. Dietmar Hopp lässt über seinen Anwalt ausrichten, dass der Pansenauflauf seiner Mutter nunmal sein Leib- und Magengericht sei und dass er die frühe Abreise der Kölner als respektlos und unangebracht empfand. Das riecht nach Ärger in der Rückrunde. Im Haben steht immerhin ein 3:0 Auswärtserfolg.

Vor dem Spiel gegen den BVB warnt Peter Stöger vor der Tuchelschen Rattentaktik. Der Dortmunder Trainerfuchs hatte, nachdem im Sommer 22 Spieler den BVB verließen, ein Jugendkonzept vorgestellt, dass ihm bis hier hin den ein oder anderen Achtungserfolg einbrachte. Die Dortmunder gehen wie die kleinen, fiesen Nager immer aus zwei Richtungen auf einen Gegner, treten diesen um und laufen dann ängstlich wieder zurück wenn der Schiedsrichter pfeift. So wird dem Gegner der Spaß am Fussball genommen und eben ab und an ein Unentschieden erkämpft. Stöger setzt dem eine neue Taktik mit vielen langen Bällen entgegen, die von Tony Modeste zwei Mal verwertet werden können. Nach 14 gelben und einer roten Karte (der eigewechselte Rudnevs) gewinnt der effzeh 2:0. Thomas Tuchel wird am Kölner Hbf im Gemüseladen verhaftet, wo er wütend versucht eine halbe Möhre zu kaufen, bis schließlich Susi Zorc die Situation beruhigt und den erbosten Naturkostefan freikauft. Darauf ein Export.

Der nächste Auswärtstrip für den 1.FC Köln nach Bremen, in das Stadion mit dem idiotischsten Gästeblock der Liga. Aber gut, für irgendwas muss Bremen ja auch gut sein, die nach dem Auftaktsieg beim FC Bayern keinen Punkt mehr erzielt und mit drei Punkten abgeschlagen 17. vor dem immer noch punktelosen HSV sind. Tony Ujah wird in der 72. Minute eingewechselt und -wie sollte es anders sein- macht sein Tor gegen uns. Fassungslos werden die restlichen Minuten heruntergespielt, denn auch wenn das Spiel schon vorher zu unseren Gunsten entschieden war, ist das Gegentor pures Gift für die Stimmung in der Mannschaft, die sich zur Weihnachtsfeier am Abend dennoch aufgeräumt zeigt und verspricht dass sich solch eine Schmach nicht mehr wiederholt. Man glaubt es ihnen.

Die Halbserie neigt sich langsam dem Ende entgegen aber noch sind zwei Spiele zu spielen. Am 16. Spieltag kommt Leverkusen die 20 km in die Stadt gefahren und beugt sich fair der Übermacht des effzeh. Manager Völler schwärmt von der grandiosen Kölner Mannschaft, von der tollen Atmosphäre im Stadion und gibt dann im Aktuellen Sportstudio zu, dass er sich manchmal still und heimlich auch ein wenig von diesem Spaß in Leverkusen wünscht. Zu einem unschönen Zwischenfall kommt es nach dem Spiel als Roger Schmidt sich in der Pressekonferenz mit einem Bild-Journalisten um das letzte halbe Käsebrötchen streitet und dem Schreiber letztlich mit seinen spitzen Zähnchen in den Hals beißt. Das Urteil des Landgerichts steht noch aus, wir drücken die Daumen. Achja, das Spiel endet 3:0.

Am letzten Spieltag der Hinrunde reist der effzeh nach Mainz. Ungelöst bleibt weiterhin der Verbleib des Mainzer Stadionsprechers, der im Vorfeld der Partie von Unbekannten bei Ankunft am Stadion aus seinem Auto verschleppt wurde. So kommt es zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit zu einem halbwegs kirmesfreien Spiel in Mainz, dass der effzeh locker und leicht mit 4:0 gewinnt. Zum Abschied aus Köln wird der -für 2,5 Millionen zurück zum HSV wechselnde- Rudnevs noch einmal eingewechselt und holt sich erneut eine rote Karte ab, als er gegen Karius eine halbe Minute zu spät kommt aber dennoch durchzieht. Hart aber vertretbar. Der effzeh wünscht dem sympathischen Letten alles Gute auf seinem weiteren Weg.

Und so endet die Halbserie des 1.FC Köln in der Saison 2016/17. Müßig zu erwähnen dass die Meisterschaft lange entschieden ist. Durch den Crash der englischen Liga werden im Winter weitere Stars an den Rhein wechseln, Peter Stöger und Jörg Schmadtke stehen vor der Herausforderung das perfekt harmonierende Mannschafsgefüge nicht zu überstrapazieren, damit auch in der Rückserie die totale Dominanz weitergeht. Aber, ehrlich gesagt, wer zweifelt daran?

Come on effzeh!

5 comments to Spielplan 2016/17

Haut rein, schreibt mir was!