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DFB-Pokal: ZFC Meuselwitz - FC

So was nennt man dann wohl einen „Pflichtsieg“, nehme ich an. Der ruhm- und glorreiche 1.FC Köln schafft es ohne totale Blamage in die Saison 2010/11 zu starten und siegt im thüringischen Meuselwitz mit 2:0. Hurra! Yalcin nach schwerem Torwartfehler, in der fünften, Nova in der 45. Minute (nach einer Brecko-Flanke, wohlgemerkt) schossen die Tore, Mondragon hielt in der zweiten Hälfte ein paar Bälle, die bei einer arbeitenden Mannschaft niemals passieren dürfen und dann war das Spiel endlich zu Ende.

Herrgott. Wiedermal eine absolute Nicht-Leistung der Mannschaft. Ohne die gesperrten Petit (Jajalo)und Podolski (Freis), mit McKenna für den verletzten Geromel, mit Brecko auf links (weil Andrézinho noch „Trainingsrückstand“ hat – da werden sie sich schon wieder ´ne Pfeife zugelegt haben) und Lanig auf rechts hatte der Effzeh natürlich erstmal mehr Ballbesitz, machte zwei, drei schnelle Bewegungen mit dem Ball und dann war klar, dass die Amateure nicht mitkommen können. Das 1:0 entstand, weil Nova einem Meuselwitzer Abwehrspieler den Ball sehr einfach vom Fuß spitzeln konnte, Yalcin völlig unbedrängt am Strafraum den Ball von links auf rechts und wieder zurück legen konnte, dann einfach mal schoss und der arme Torwart seiner regulären Arbeit Tribut zollen musste, seinen etwas…nun ja…massigen Oberkörper nicht nach unten bekam, seine Hände nicht nach dem Ball griffen und schwups, führte der Karnevalsverein.

In der Folge gab es genau eine Chance hüben (schöner Schuss, kein Problem für Mondragon) und eine drüben (Freis – auch nach einer Brecko-Flanke, mein Gott – mit Drehschuss am Tor vorbei), der Rest war Foulspiel, falscher Einwurf und viel, viel Leerlauf.

Das 0:2 resultierte aus einem schönen öffnenden Paß von Lanig auf Brecko, der Slowene mit seiner zweiten präzisen Flanke, aus dem Lauf, sehr schön, genau auf die Nuß vom anderen Slowenen und der, laut KStA „dickste Torwart in Deutschlands ersten vier Ligen“, Oliver Dix, musste erneut hinter sich greifen.

Das war dann aber auch wirklich alles. In der zweiten Hälfte folgte ein unispirierter Auftritt. Viele Fehler, schlampige Zuspiele, völlig unkonzentrierte Kölner Spieler und damit einhergehend natürlich eine Amateurmannschaft die Schwäche wittert wie eine hungrige Hyäne, die versucht ihre Chance zu nutzen, und einfach frech nach vorne spielt. In der 60. Minute musste Mondragon einen strammen Rechtsschuss parieren, zehn Minuten später stand ein Meuselwitzer-Spieler völlig alleine im Strafraum und konnte mit dem Knie den Ball Richtung Lattenkreuz bewegen, doch der 39jährige Keeper war wieder zur Stelle und parierte ordentlich.

Wir müssen uns aber keinen Illusionen hingeben. Gegen jeden Bundesligisten, wirklich jeden, kassieren wir mindestens zwei Tore und schießen eins weniger. Das Spiel taugt zwar nicht wirklich als Generalprobe aber der versprochene Kostümwechsel des Trainers ist nicht zu erkennen. Die Raute war nur in Ansätzen da, die Abwehr wirkte immer ein wenig fahrig, Jajalo kommt mir sehr langsam vor, dadurch kam er zwei, drei Mal in die Verlegenheit schlimme Rückpässe spielen zu müssen und McKenna mit deutlichen Stellungsfehlern, gefallen hat mir der Auftritt des jungen Salger, da konnte man erahnen, dass der Wille zum dominanten Spiel vorhanden ist. Im Sturm war Freis mal wieder unfassbar harmlos, ein Schuss aufs Tor, sonst nix. Novakovic wenigstens mit Tor, sonst ohne nennenswerte Aktion, Lanig völlig ohne Ideen, Brecko spielte zwei gute Flanken aber in der 37. Minute auch den Bock des Tages, als er ein langsames Zuspiel von Lanig zur Abwehr zurück spielen wollte, den Ball nicht so ganz trifft, dieser in einem furchtbar langsamen Bogen, hoch zu einem Meuselwitzer Mittelfeldspieler geht, der auf einmal nur noch Salger vor sich hat, der aber zum Glück klären konnte. Da war sie wieder die Brecko-Slapstik-Einlage.

Bester Mann des Spiels war Taner Yalcin, der bemüht wirkte, auch wenn längst nicht alles Gold war, was der Junge anpackte, so merkte man ihm doch am meisten den Willen an gewinnen zu wollen, Tore zu schießen, nach vorne zu spielen. Eigentlich war es die ganze Vorbereitung so, ich hoffe der Mann kann seine Form in die Liga rüber retten und wenn dann mal etwas Unterstützung da ist, kann das was werden.

So sind wir froh eine Runde weiter zu sein, 250.000 Euro eingenommen zu haben und keinen wirklichen Knick im Hinblick auf die erste Partie am Samstag miterleben zu müssen. Mehr war´s nicht, jedoch auch nicht weniger. Wie oben gesagt: Pflicht erfüllt.

Wo wir stehen, sehen wir in einer Woche. Dann geht es gegen den alten Angstgegner aus der Pfalz, den FCK. Hierzu noch kurz ein Hinweis in eigener Sache: Ich habe mir im Sommer überlegt mal ein wenig über den Tellerrand schauen zu wollen und hatte die Idee einen kleinen Blogger-Austausch, eine Art Gastkolumne einzurichten. Vor jedem Spieltag schreibt (hoffentlich) ein Blogger, der Fan des jeweiligen Gegners ist, eine Einschätzung der Lage aus der Sicht seines Vereins. Ich mache dann das gleiche aus der FC-Sicht für seinen/deren Blog. Ich hoffe ihr mögt die Idee genauso gern wie ich und besucht auch meine Vorberichte auf den „fremden“ Seiten. Ich denke damit kann man ganz neue Perspektiven eines Spiels ausmachen, ich hoffe jedenfalls darauf. Los geht’s diese Woche mit einem Vorbericht von Thilo vom FCK-Blog, der irgendwann Mittwoch oder Donnerstag hier erscheinen wird. Ich freu mich drauf…

1 comment to DFB-Pokal: ZFC Meuselwitz – FC

Haut rein, schreibt mir was!