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HSV – FC: Geschichte wiederholt sich

Ach, was war ich gestern wütend. Der 1.FC Köln verkackt es mal wieder, scheitert an sich selbst, an eigener Dumm- und Dämlichkeit und verpasst (natürlich) den nächsten Schritt, der uns der perfekten Saison ein Stück näher gebracht hätte. Hertha verliert, Freiburg verliert, Schalke spielt unentschieden, Frankfurt und Gladbach auch. Es war -bis auf den effzeh- das perfekte Ergebnis-Wochenende. Wir hätten es uns nicht schöner malen können. Und dann das. Nee, ich war bedient.

Heute sieht das schon wieder ein wenig entspannter aus. Ich werde einfach zu alt um mich von meinem Fußballverein dauerhaft runterziehen zu lassen. Es ist halt wie es ist aber es tut dennoch weh, es frustriert schon immer noch ungemein, weil es eben so unnötig war, so dämlich und dann am Ende vielleicht doch unvermeidbar weil die Häufung an Fehlern, die sich die Mannschaft über die kompletten 90 Minuten geleistet hat, hätte gegen einen normalen Bundesligisten für eine richtige Klatsche gesorgt. Das Spiel wäre nie spannend gewesen. Dass der HSV einen Patzer von Timo Horn benötigt, um mit einem Abseitstor zu gewinnen ist zwar ärgerlich aber letztlich nur konsequent. Der effzeh hatte nicht mal einen Punkt verdient. Die zweite Halbzeit gestern war sogar noch schlechter als das Pokalspiel. Und das will echt was heißen.

Wir konnten wieder einmal beobachten wie dünn der Kader ist, wie sehr uns alle Stammkräfte fehlen. Die Abwehr wirkte unorganisiert, Maroh mit unfassbar vielen Fehlern, Subotic auch nicht immer souverän, Olkowski langsam und lethargisch und Hector höchstens mittelmäßig, dazu im Vortrag nach vorne ungenau und halbherzig. Es gab so viele Ballverluste aus eigentlich sicherem Ballbesitz heraus. dass ich mich fragte ob die überhaupt miteinander reden. Bestimmt vier Mal konnte der HSV den lange verlorenen Ball wieder erkämpfen, weil der ballführende Kölner Spieler sich zu viel Zeit ließ und die von hinten kommende Gefahr in Person von Holtby oder Kostic nicht wahrnahm. Und auch nicht gewarnt wurde. Das war fürchterlich. These: Mit Lehmann passiert das nicht, weil er dirigieren kann. Jojic und Höger auf der Doppelsechs sind da nicht gleichwertig.

Aber nicht nur in der Abwehr wurden die Fehler gemacht. Ballannahmen versprangen zu hunderten, es gab genau null Spielaufbau, es gab keine Kreativität, kein Überraschungsmoment. Über die Außen Clemens und Rausch kam nichts, ausser der einen Flanke von Clemens (die aus dem Halbfeld kam) und das Köpfchen von Jojic fand, Modeste hing völlig in der Luft, Osako fehlte wie ein Pflaster auf einem aufgeschrammten Kinderknie und über Zoller müssen wir nicht sprechen.

Nein, der HSV hat es verstanden das Spiel wieder so anzulegen, dass wir nicht ausmachen konnten wie reagiert werden soll. Diese stumpfe, chaotische meistens völlig sinnlose Anrennen hat uns wie schon im Pokal völlig aus dem Konzept gebracht. Da werden die Bälle einfach nach vorne geschlagen, da werden Kopfball-Stafetten probiert, die in der gesamten Geschichte des Fußballs noch niemanden weitergebracht haben (auch so ein Ding, was ich nicht verstehe – nimm den Ball doch an und spiel flach, statt irgendwelche Monsterkopfbälle zu versuchen) und da die Rothosen einfach immer und egal in welcher Situation Überzahl hatten, gingen halt alle, wirklich alle Bälle verloren. Ich kann mich in der zweiten Halbzeit nicht an einen konstruktiven Vortrag nach vorne erinnern. Nicht an einen. Gab es mehr als zwei Abspiele mit brauchbarem Raumgewinn? Ich fürchte nicht.

Nein, es ist wirklich so, der HSV hat dieses Spiel trotz Glück und Nachspielzeit und Horns Brainfart völlig verdient gewonnen. Was mir gestern wirklich am meisten zu schaffen machte, war die scheinbare Gleichgültigkeit mit denen die Spieler das Geschehen auf dem Platz hinzunehmen schienen. Natürlich ist das unfair, denn ich bin sicher, dass da niemand absichtlich verlieren will und dass auch niemand von den Akteuren nach dem Schlusspfiff sagt: So, egal, lass saufen gehen. Nein, so schätze ich die Mannschaft auf keinen Fall ein, nicht falsch verstehen. Es ist nur so, dass ich da auf meiner Couch sitze und “beweg Dich!” schreie als wäre ich gerade aus einem Loriot-Sketch entflohen und mich nicht mal schlecht dabei fühle. Gestern war die Laufleistung nochmal einen Kilometer unter unserem, eh schon am unteren Rand der Skala angesiedelten, Durchschnitt (109 zu 110, der Durchschnitt aller Teams in der Bundesliga ist 113) und das konnte man einfach sehen. Wie oben schon beschrieben schaffte es der HSV immer und überall Überzahl herzustellen, damit die Ruhe aus dem Kölner Spiel zu nehmen und mehr war auch gar nicht nötig. Da ist dann jetzt die Frage: Wenn wir schon personell auf dem Zahnfleisch gehen, sollten wir dann nicht wenigstens versuchen den spielerischen Aderlass mit kämpferischen Mitteln zu kompensieren? Das fehlte mir völlig. Auf mich wirkte das lethargisch und unmotiviert (außer Sehrou Guirassy, der nach seiner Einwechslung -zwar einigermaßen geisteskrank- aber dennoch wohltuend anders richtiges Kämpferherz zeigte).

Dennoch, man kann es drehen und wenden wie man will: Der HSV hat verdient gewonnen und das hat sehr, sehr wenig mit spielerischer Klasse zu tun.

Egal, ihr wisst was ich meine. Mich hat das ganze Spiel einfach bis an die Grenze des Erträglichen aufgeregt. Und eine Nacht später ist das schon noch immer in mir drin aber nicht mehr so überbrodelnd wie gestern. Ich denke, dass der ganze Frust, der sich da (auch in den bisherigen Zeilen hier) aufgebaut hat, etwas mit der eigenen Hoffnung zu tun hat, mit den Träumen von Europa, mit dieser einen magischen Saison, die ich noch einmal brauche um dem Fußball Tschüss sagen zu können. Wir sitzen vor dem Tabellenrechner und gehen alle Eventualitäten durch, wir rechnen hin und her, gucken auf die kommenden Gegner… wenn der gegen den und wir dann und vielleicht und zu Hause und dann noch da drei Punkte und… ach, wir sind es ja selber schuld.

Oder ich auf jeden Fall, ich weiß ja nicht wie ihr das seht.

Vor der Saison hatten wir auf eine Weiterentwicklung gehofft, hatten uns eine ruhige Saison zwischen Platz 8 und 12 als Ideal vorgestellt und wären jedem Wahrsager, der nach dem 26. Spieltag Platz 6 mit 37 Punkten vorhergesagt hätte, um den Hals gefallen. Ja, es ist immer noch alles gut. Ja, wir haben so unfassbar viel Verletzungspech dieses Jahr, ja wir entwickeln uns dennoch immer weiter…

…aber es tut halt trotzdem immer noch so weh. Auch nach 27 Jahren, nach so unendlichen vielen Rückschlägen, nach Overath und Francis Kioyo, nach Roland Benschneider und Björn Schlicke nach Martin Lanig und Jong Tea-Se hätten wir es da nicht einfach mal verdient? Wär es da nicht auch im Sinne des Fußballgotts uns auch mal wenigstens ein Zückerchen hinzuschmeissen? Anscheinend nicht.

Aber, wer weiß, vielleicht schreibe ich nächsten Sonntag irgendwas von einem magischen Abend nach dem Derbysieg und einer Sechs-Punkte-Woche und alles ist rosarot. Kann passieren. Es ist der 1.FC Köln. Er ist nie vorhersehbar.

Platz 6. 37 Punkte. Immer noch alles drin.

Come on effzeh!

3 comments to HSV – FC: Geschichte wiederholt sich

  • Tom the Knowing

    Du sprichst mir aus der Seele. Was für ein Grottenkick war das denn?! Ich hatte schon lange nicht mehr derart Schaum vor dem Mund. Gegen eine lachhaft limitierte Gurkentruppe wie den HSV sogar noch schlechter auszusehen ist wirklich bedenklich. Wenn der effzeh so gegen Gladbach auftritt, können wir uns schon auf die nächste legendäre Derby-Klatsche “freuen”. Lehmann wurde schmerzlich vermisst; und hat Simon Zoller in seiner Karriere jemals einen Zweikampf gewonnen? Das war wirklich nix. Dass sich die Konkurrenz auch nicht mit Ruhm bekleckert hat, ist wirklich das einzig Positive. Ach ja…und in deinem Horrorkabinett hättest Du noch Lilian Laslandes aufführen müssen…
    Kann nur besser werden.
    Come on FC!

  • S.W.

    Alles wurde gesagt und entspricht zu 100 % auch meiner Sicht. Ich würde nur noch gerne Christian Dollberg erwähnen, den einzigen Argentinien ohne Ballgefühl.

  • Glonsch

    Es ist zu sehen wie außerordentlich wichtig Osako für das Spielerische im Spiel von Köln ist. Der Spielaufbau und die Pässe vor allem in der zweiten Halbzeit waren derart ungefährlich, das Zufall schon zu viel Konzept wäre. Dazu die kämpferische Unterlegenheit in den letzten zwanzig Minuten lassen für mich keinen anderen Schluß zu, als das der Sieg des HSV völlig verdient ist.
    Nun zu Hause gegen Frankfurt und Gladbach und danach in Augsburg werden wegweisende Spiele; an der ersten Kreuzung ist man nun zwar falsch abgebogen, aber noch hat man sich nicht vollkommen verfahren. Also einen Gang höher schalten gegen Frankfurt und die Kurve bekommen… sollte das nicht gelingen, gibts in der nächsten #Drei90 Folge sicher Schmähgesänge von Basti_Red… und das wäre ein schwacher Trost^^

Haut rein, schreibt mir was!