Ticker & Streams

Live Ticker - Rundum informiert:
Fussball

Alle Spiele, Alle Tore:
Livescore

Seiten im Ueberblick:
Bundesliga Live Stream

Live Stream immer aktuell:
Champions League

Social Media:

effzeh – Paderborn: Geheimnisvolle Phänomene

“Sag mal, ist der Rasen scheiße, oder was ist los? Was passiert denn hier? Warum kommt denn kein Paß an?”. Schon nach ca. 20 Minuten schauten wir uns recht ungläubig an und konnten nicht so richtig verstehen, was da unten auf dem Platz abging. Klar, wir waren weit davon entfernt zu schimpfen oder alle Hoffnung sterben zu lassen aber irgendwie war das Spiel des effzeh komisch. Wir diskutierten dann ein wenig darüber, dass Stöger sicher nicht zum Halali geblasen hat und dass Paderborn ja eine durchaus gute Zweitliga-Mannschaft stellt, dass der effzeh nicht in Konter laufen will und dass man Geduld haben muss (vergl. Thomas im Podcast) aber dann spielte Risse wieder einen Nemanja Vučićević-Gedächtnispaß über drei Meter genau in die Beine eines Paderborners und aus der gerade aufkommenden Diskussion wurde ein vielstimmiges “Ooooorrrgg”. Irgendwie war der sprichwörtliche Wurm drin.

Das wichtigste zuerst: War es eine unverdiente Niederlage? Falsche Fragestellung. Ich probiere es nochmal: War es ein verdienter Sieg des SC Paderborn? Schon wieder falsch. Hmmm. Beides nicht zu beantworten. Klar, die Art und Weise wie Paderborn den Sieg mitnahm ist vollkommen legitim auch wenn das Destruktive überwog. Auf der anderen Seite müssen wir uns nicht darüber unterhalten, dass der effzeh mehr Torchancen hatte und durchaus auch hätte gefinnen (höhö) können. Das ist aber natürlich unverträglich mit dem selbst gesetzten Anspruch solche Spiele zu Hause zu dominieren um möglichst schnell den Aufstieg einzutüten.

Fangen wir mal mit den Sportfreunden aus Paderborn an. Man merkte recht schnell wie der Gameplan von Breitenreiter aussah: Auf die Socken gehen, Überzahl schaffen, kompakte Defensive, schnelles Konterspiel. Gut, wenn man sich zwei, drei Spiele des SCP vorher angeschaut hat, ist das nicht sonderlich überraschend, denn so gewann man z.B. auch in Kaiserslautern. Da kann man sich drauf einstellen und mir kam es nicht so vor, dass das wirklich der Fall war. Die Zweikämpfe wurden in Serie verloren –

StatistikHier ein kurzer Einschub: Anhand dieses Beispiels kann man wunderbar die Diskrepanz zwischen “gefühlter” und “gezählter” Statistik sehen. Auf der Tribüne hatte ich das Gefühl, dass so zeimlich jeder Ball von einer der beiden Viererketten abgefangen wurde, dass spätestens beim zweiten Kölner Ballkontakt eine Paderborner Überzahl geschaffen wurde und der Ball wieder weg war. In der gezählten Statistik sieht das leicht anders aus. Genauso mit den Torschüssen. Auf dem offiziellen Statistikzettel wird von 15 11 Torschüssen, dabei 5 aufs Tor des effzeh gesprochen. Die hab`ich nicht mitbekommen. In der ersten Halbzeit habe ich genau einen Schuss wahrgenommen: Risse aus 30 Metern 10 Meter über das Tor. In der zweiten Halbzeit waren es ein paar mehr: Helmes, der Nachschuss von Finne und der Lattentreffer von Halfar. Mehr habe ich nicht gezählt. Da sieht man mal, wie subjektiv die Wahrnehmung im Stadion ist.

– viele, viele Passentscheidungen waren schlicht falsch. Es wurde der Weg durch die Mitte gesucht und da war eben kein Platz. Und wenn mal ein Pass (meistens zu Ujah, der mit dem Rücken zum Tor stand und recht unbeweglich wirkte und vor allen Dingen keinen Raum schuf) war die Paderborner Innenverteidigung schnell zu Stelle und stocherte den Ball wieder aus der Gefahrenzone.

Es herrschte große Ideenlosigkeit im kreativen Schaltzentrum. Es gab kaum Rotation, ich habe keinen Flankenwechsel gesehen, das Spiel wurde nicht entzerrt und unerklärlicherweise wurde zudem auch nicht versucht aufs Tor zu schießen. Tja, wie soll dann ein Tor fallen? Es ist schon richtig, dass der 1.FC Köln versucht das spielerisch zu lösen aber recht früh stand fest, dass das nur mit spielerischen Mitteln nicht funktioniert. Jedenfalls nicht mit den spielerischen Mitteln, die der effzeh gestern aufrief. Gerhardt war nicht zu sehen, dadurch fehlte die Entlastung für Lehmann und prompt sah man alte Muster. Er versuchte das Spiel zu lenken, machte aber viele Fehler die eben daraus entstanden, dass er kaum freie Anspielstationen hatte und relativ fix auf der “sechs” stehen musste, weil er sich eben nicht darauf verlassen konnte, dass die Position abgesichert wurde.

Stadionblick

Ganz schön gute Sicht auf ein ganz schön schlechtes Spiel.

Jo und dann passieren halt so Sachen wie in der 46. Minute: Es kommt ein Kometenball aus der Paderborner Hälfte Richtung linkes Strafraumeck, Mišo Brečko war noch in der Pause oder dachte bereits an die Abendgestaltung, er unterläuft den Ball, merkt das recht spät, der Ball geht durch, der Slowene muss foulen, Freistoß, kurzes Eck, Horn ist unvorbereitet, zack, bumm, 0:1.

Das darf natürlich niemals, niemals, nicht passieren, wenn Du den Anspruch hast die 2. Liga anzuführen.

In der Folgezeit hatten wir selbstverständlich Chancen. Helmes, Finne, Halfar, Finne, Finne, Finne, versiebten die Chancen zum Ausgleich aber so ist das eben manchmal. Um es mit Andi Brehme zu sagen: “Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß”.

Und sollen wir jetzt auf Bård Finne einschlagen, einem 18jährigen, der sein erstes Ligaspiel macht? Ach Quatsch. Er zeigte gute Anlagen und wirkte viel agiler als Ujah (was aber unfair ist, da Ujah ein völlig anderer Spielertyp ist) und hatte wenigstens Möglichkeiten das Tor zu treffen. Das ist ja immerhin auch was.

Jut, jetzt haben wir also gegen Paderborn zu Hause verloren, ähnlich wie in der Hinrunde gegen Ingolstadt hinterlässt das eine gewisse Ratlosigkeit aber ich bin weit weg von Panik. Sowas passiert, jetzt muss der Fokus auf Sandhausen (ach und weh, es ist alles so schrecklich) liegen, damit die Rückrunde in ruhiges Fahrwasser gelangt. Ich bin mir sicher, dass Peter Stöger die richtigen Worte finden wird und ebenso sicher bin ich mir, dass die Mannschaft weiß was passiert ist. Ich erwarte eine Reaktion und die wird kommen.

Come on effzeh!

5 comments to effzeh – Paderborn: Geheimnisvolle Phänomene

  • Oli

    Sehe ich genau so wie du. Eine kleine Abkühlung hoffentlich zur rechten Zeit. Jetzt konzentrieren, auf die eigenen Stärken besinnen und gegen Sandhaufen wieder anfangen “richtig” Fußball zu spielen.

  • Hilm

    Wieso stellt der nur zwei Mann in die Mauer rufe ich noch in den Fernseher und zack drin der Mist. Wo der Sprecher seit 45 Minuten auf den Freistoßspezialisten aufmerksam gemacht hatte… Und die Pässe/abgeblockten Flanken von Risse waren eklatant. Fazit: Der Rasen war tatsächlich Scheiße. Es gibt keine andere Erklärung 😉

  • […] bediene mich heute der Überschrift des Blogeintrags vom vierten Offiziellen, denn das Spiel, was man am Sonntag sehen konnte, war aus Paderborner Sicht phänomenal. Ich gebe […]

  • Max

    Et is so wie et is.
    Die Mannschaft hat sich die ganze Saison schon gegen strukturiert defensive Mannschaften schwer getan, und wenn man hinten einmal pennt und vorne die wenigen Chancen nicht nutzt, dann verliert man so ein Ding auch mal.
    Das wird aber bestimmt noch besser. Da hab ich Vertrauen in P. Stöger.

  • Björn F.

    Da haben wir uns so gefreut, dass du den Blog weiterführst, und schon spielt der FC wieder so einen Kappes zusammen. Während deiner Sendepause liefs irgendwie besser… 😉

Haut rein, schreibt mir was!