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FC - FCK: Brychlandung

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Genau 86 Sekunden brauchte der FC diesmal um sich selbst ins Knie zu schießen. Jetzt können wir lang und breit darüber diskutieren ob die rote Karte, die Dr. Felix Brych aus seiner Popo-Tasche zog berechtigt war oder nicht. Klar, Mohammad war in dieser Situation der letzte Mann, ich tendiere nach den Fernsehbildern auch dazu zuzugeben, dass es ein Foul war, also kann man hier schon “Rot” zeigen, nur: Dann muss er seine “knallharte Linie” auch bitte das ganze Spiel über durchhalten. Podolski wird mindestens drei Mal von hinten umgetreten, dabei wird genau eine gelbe Karte verteilt. Der Jessen Amedick tritt gegen alles was weiße Stutzen anhat, Novakovic wird im Strafraum einfach weggetreten und dann gab´s noch eine Rückpaß-Situation, die unglaublich deutlich aussah. Da kann man sich dann schon mal verarscht vorkommen, doch, jetzt mal ehrlich: Das ist doch nicht alles. Letztlich ist es der FC wieder mal alles selbst schuld.

Nach acht Minuten gehen wir in Führung. Sippel läßt einen einfachen Ball fallen, Nova ist da, wo ein Torjäger stehen muß, reagiert gedankenschnell und staubt ab. Danach hat der FC das Spiel im Griff, die Gäste lassen jegliche Bundesligareife vermissen, spielen ihre Überzahl teilweise grotesk schlecht aus. Lange Bälle, lange Bälle und lange Bälle. Mondragon muß genau einen Schuß halten. Leider machen wir vorne auch keine Bude mehr. Podolski und Petit mit guten Möglichkeiten, die jedoch vom Lauterer Keeper gut beide prima entschärft werden.

Nach der Pause wird dann das Spiel komplett aus der Hand gegeben. Die Mannschaft steht unfassbar tief, teilweise ist Novakovic 30 Meter vor dem eigenen Tor der offensivste Kölner Spieler. Podolski grätscht hinten links rum, es gibt in keinerlei Entlastung mehr nach vorne, Pezzoni macht halt seinen obligatorischen Riesenfehler und bumm: Ausgleich. Danach fällt die Mannschaft förmlich in sich zusammen. Lautern muß nur an den Straufraum spielen, schon schwimmt alles. Dass die beiden Tore, die letztlich zum Sieg der Gäste führten abgefälscht waren, ist unglücklich, paßt aber ins Bild. Wie so oft.

Ich will und kann der Mannschaft als Kollektiv überhaupt keine großen Vorwürfe machen. Ich kann nur Soldo wieder nicht verstehen. Warum wird nach zehn Minuten (oder war es ´ne Viertelstunde?) Taner Yalcin ausgewechselt? Der einzige kreative Mittelfeldspieler? Warum schenkt der Trainer dem überragenden Mann der Vorbereitung nicht das Vertrauen? Warum können wir nicht mit Dreier-Abwehr-Kette spielen? Hatte Soldo Angst vor den wirbelwindartigen Kurzpaßkombinationen der Pfälzer? Und: Wenn ich auswechsle, warum bleibt dann ein Mata Jajalo im Spiel, dem man deutlich anmerkte, dass das Tempo in der Bundesliga (noch) ein wenig zu hoch für ihn ist. Ich kann die Entscheidung beim besten Willen nicht verstehen. Was dann in der zweiten Hälfte passierte, trägt noch viel deutlicher die Handschrift unseres Übungsleiters: Alle Mann hinten rein, kein Paß mehr nach vorne, verteidigen auf Teufel komm raus (Huch…Wortspielhölle here i come) und bloß keine Ansätze von Risiko eingehen.

Tut mir leid, das ist zu wenig. So kann man zu Hause, gegen einen überaus schwachen Aufsteiger, am fucking ersten Spieltag, nicht auftreten. Was haben wir vor der Saison wieder alles hören müssen: “Wir müssen wieder eine Macht zu Hause werden”, “Die Gegner müssen Angst haben, wenn Sie nach Köln kommen”. My Ass. Die lachen sich doch schon halbtot, wenn sie sehen, dass Soldo immer noch auf der Bank sitzt. Jetzt könnt ihr mir wieder mit “Kontinuität” kommen, oder dass “ich alles schlecht rede” und dass ich dem Trainer doch bitte eine “faire Chance” geben soll, yadda, yadda. Sorry, wer nicht sieht, dass mit dieser Taktik und diesem Trainer kein Blumentopf zu gewinnen ist, der ist in meinen Augen betriebsblind. Ich sehe nicht mal Ansätze von Verbesserung. Ich sehe keinerlei Entwicklung. Die Mannschaft ist genauso verunsichert wie letztes Jahr. Hier haben alle, wirklich alle Entscheidungsträger auf ganzer Linie versagt. Ich schrieb es vor Wochen und ich bleibe dabei: Falls der FC weiter mit diesem Trainer plant, wird die Saison purer Abstiegskampf mit weiteren unglaublich schlechten Spielen und falls wir in 88. Minute 1:0 zu Hause gegen Freiburg führen wird Carsten Cullmann eingewechselt. Wollt Ihr das wirklich? Ich frage mich langsam ob ich nicht einfach mal wieder unterhalten werden will, von meinem Fußballverein. Alles was der Trainer ausstrahlt, seine ganze Einstellung zum Spiel, sein Verhalten gegenüber den jungen Spielern, mit Verlaub, mich kotzt das alles an. Es ist doch in 95% der Spiele nur eine Frage der Zeit, wann der Gegner sein Tor macht. Und dann? Es gibt keine Ausweichplan, weil jegliche Spielfreude sofort dem Rückwärtsverhalten untergeordnet werden muss. Na herzlichen Glückwunsch, FC. Wei o wei.

Die Mannschaft ist bei meiner Kritik wirkich nicht im Mittelpunkt. Nehmen wir mal Petit, der gestern, für mich, der beste Mann auf dem Platz war. Wieder gerannt wie ein Pferd, immer gekämpft, versucht immer zum Abschluss zu kommen. Als Sechser! In Ermangelung weiterer Anspielstationen im Mittelfeld versucht er es dann halt selbst. Das ist auf der einen Seite löblich, andererseits sollte jedem Blinden ein Licht aufgehen, dass, wenn der Sechser die meisten Torschüsse hat, irgendetwas im Offensivspiel nicht stimmt.

Podolski wurde nach der Auswechslung (oder eigentlich schon nach der roten Karte) wieder aus dem Sturm abgezogen und nach links verfrachtet, spielte in der zweiten Halbzeit quasi einen linken Außenverteidiger. Was soll der Mann da groß reißen? Lanig mit einem guten, engagierten Spiel, ebenso wie Salger, der im EXPRESS mit einer strangen “5” bewertet wurde. Ich fand sein Debüt durchaus gelungen. Vor allem sein Spiel gegen den Ball und sein Stellungsspiel lassen mich hoffen.

Der Rest vom Schützenfest war durchaus solide, sogar Pezzoni spielte eine einigermaßen anständige Partie, macht aber dann den Fehler vor dem 1:1, der ihn wie einen Anfänger aussehen lässt. Das haben wir einfach drauf. Individuelle Fehler in den unmöglichsten Situationen, die sofort zum Gegentor führen. Lustig war auch noch Sebastian Freis, der freistehend aus sieben Metern das Tor nicht trifft sondern den einzigen Lauterer Abwehspieler. Da war er wieder der Chancentod.

Leute, Leute. Uns droht schon wieder ein Fehlstart. Nächste Woche geht es gegen Werder, die in Hoffenheim ordentlich Prügel bezogen haben und sicher auf Wiedergutmachung vor eigenem Publikum aus sind. Den Vorbericht zum Spiel gibt es diese Woche etwas später, wahrscheinlich erst am Freitag.

1 comment to FC – FCK: Brychlandung

  • Chris D

    Zusammenfassung: Und, wieder mal, hattest du Recht (wenn du schon im FCK-Blog soviel Kritik bekommst, muss man dich ja auch mal loben :o)
    Du hast aber was vergessen. Das Tor vom FC war irregulär (siehe ZDF Sportstudio “Pfiff des Tages”), weil Abseits!
    Den Ausgleich für die, überharte, Rote Karte habt ihr also vom Brych bekommen.
    Ach so, darfst Sie ruhig “Arschkarte” nennen, immerhin kommt der Ausdruck daher :o)
    So, jetzt hast du auch endlich mal nen Kommentar von mir.

Haut rein, schreibt mir was!