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Finale – Eine Ode an die Mannschaft

“Fantastisch” – “Wahnsinn” – “Unglaublich” – “Berauschend” – “Demütigung”.

Die Superlativen kommen angeflogen wie Thomas Müller, wenn er ein nahendes Verteidigerbein ahnt. Deutschland demütigt Brasilien im eigenen Land. Historisch? Ja! Sensationell? In der Höhe ja. Ein Zusammenspiel von rauschhafter Selbstsicherheit und gnadenloser Versagensangst beim Gastgeber ebnet den Weg zu einem Triumph, den niemand, ich am allerwenigsten, für möglich gehalten hat. Seit dem Algerien-Spiel, was ja eigentlich auch ungefährdet gewonnen wurde aber am (eigenen) Anspruch medial zerschellte, scheint sich “die Mannschaft” endgültig geschworen zu haben es allen zu zeigen. Der Geist von Campo Bahia sozusagen. Spiez lässt grüßen. Ungarn auch.

Gestern dann das zweite Halbfinale mit einer fußballerischen Antithese. Argentinien und die Niederlande bekriegen sich auf dem Platz wie zwei zwölfjährige Schulmädchen. Man ruppt ein wenig, es wird gekreischt aber letztlich kommt nix dabei heraus. Im Elfmeterschießen versagen die Holländer und schon sind wir wieder in den 80er wo Argentinien gegen Deutschland das Fußballspiel war. ’86 hilet Toni den Ball nicht, ’90 schwalbte Völler und Andreas Brehme dachte nicht lange nach. Es steht 1:1 in Finalspielen. Am Sonntag dann der Tiebreaker.

Und schon kommen die Mahner. Völlig zurecht natürlich. “Das wird ein ganz anderes Spiel”…

Ja, wird es. Aber vor was soll diese deutsche Mannschaft noch Angst haben? Vor wem soll sie sich in die Hose machen? Sie können es eigentlich nur noch selbst verbocken. Das Team (mit der Aufstellung der letzten beiden Spiele) ist besser als alles andere, was wir bisher als Mannschaftsverband bei dieser WM gesehen haben. Gut, ich würde natürlich noch Podolski oder -von mir aus und unter ganz großen Schmerzen- auch Schürrle anstatt Özil bringen aber auch mit Özil als linkem Außenstürmer sehe ich wenig Gefahr für das deutsche Spiel. Wenn man sich selbst treu bleibt. Wenn man einen Plan für das eigene Spiel hat und nicht versucht panisch auf das argentinische Spiel zu reagieren. Italien und Spanien aus den Köpfen.

Gehen wir mal von den Halbfinalaufstellungen aus.

Deutschland steht in der Viererkette mittlerweile anständig, Höwedes verstehe ich zwar immer noch nicht, weil er keine Spieleröffnung hat, die linke Außenbahn damit einigermaßen unnutzbar wird aber im Stellungsspiel sieht es mittlerweile besser aus. Er wird eine tragende Rolle am Sonntag spielen, denn Messi wird ziemlich sicher über rechts versuchen in Tritt zu kommen. Hier braucht es dann Unterstüzung von Hummels, denn doppeln sollte man ihn schon, dafür ist es halt immer noch Messi. Aber genau das zeigt Hummels. Er ist enorm wichtig für die deutsche Innenverteidigung, weil er immer und auf jeder defensiven Position einspringen kann, Spielsituationen erkennt und einfach oft am richtigen Platz ist. Die Schnittstelle zwischen linkem Außenverteidiger und halblinkem Innenverteidiger wird für das Offensivspiel der Argentinier die alles entscheidende Anlaufstelle sein. Ist da dicht, wird’s sehr, sehr schwer für Sabellas Mannschaft.

Auf rechts wird Messi von Perez unterstützt, der aber jetzt nicht irgendwie großartig auffiel. Im Halbfinale ging praktisch jeder Ball quer oder zurück. Ein Zuspiel in den Raum gab es nicht. Klar, die Niederländer standen dann auch tief und auf einer Linie, Blind und Martins Indi empfingen Perez und/oder Messi recht früh, machten alle Räume zu und in der Mitte wartete dann Vlaa auf frisches Holz. Da muss ich dann aber auf Unterstützung aus dem zentralen Mittelfeld setzen. Wenn ich denn ein Tor schießen will. Und genau das war der Unterschied in den beiden Halbfinals. Deutschland wollte gewinnen. Argentinien und Holland wollten beide nicht verlieren.

Aus der argentinischen Zentrale kam genau nichts. Biglia und Mascherano waren mehr mit sich selbst und der eigenen Angst vor Fehlern beschäftigt als großartig kreativ zu wirken. Mascherano probierte es wenigstens ab und an mal mit ein paar Metern Richtung Tor, sprintete dann aber umgehend wieder auf seine taktische Position zurück. Da ist Deutschland deutlich besser aufgestellt. Schweinsteiger kann -in guten Spielen- das Team dirigieren, Khedira und Kroos als Anspielstation rechts und links können sich sowohl fallen lassen und damit die Räume eng machen oder nach vorne mitspielen und Überzahl generieren. Da ist die deutsche Mannschaft einfach deutlich flexibler. Dazu hat man mit Müller einen Angriffsspieler, der nicht positionsgebunden ist, sondern sowohl über Außen anspielbar sein wird oder, wenn z.B. Khedira wieder auf rechts durchgeht sich mittig orientieren kann und damit im Verbund mit dem Mittelstürmer die argentinische Abwehr zum reagieren zwingt. Auf rechts steht dann Rojo, der wohl veruschen wird die Durchstöße auf rechts gar nicht erst bis Höhe Strafraum zuzulassen, in der Innenverteidigung Garay und Demichelis. Soll Deutschland da in Ehrfurcht erzittern? Quark.

Dazu dann, wie gesagt, die hohe Flexibilität im zentralen Mittelfeld, die Möglichkeit schnell und effektiv umzuschalten, das Spiel zu verlagern und die Seiten zu wechseln. Das bringt die hohe Pass-Sicherheit und das enorme Selbstvertrauen (Kroos!) eben mit sich. Bei Argentinien sehe ich dieses Umschaltspiel im Moment gar nicht. Wie gesagt, im Halbfinale war sklavische Positionstreue angesagt und von der Offensivabteilung neben Messi kam auch nichts. Higuain wartet nur auf Bälle, die aber meistens nicht kommen und Lavezzi auf links war gegen Holland zwar fleißig aber nicht zwingend. Gegen Deutschland werden es die beiden mit Lahm und Boateng zu tun bekommen, was ihnen die Sache nicht einfachen machen wird. Dazu erwarte ich eben einen sehr flexiblen Khedira, der bei argentinischem Ballbesitz die Lücken zumachen wird.

Ganz ehrlich, so wie Deutschland im Moment aufgestellt ist, sehe ich keine Mannschaft der Welt, die da mithalten kann. Mein Pessimismus aus dem Viertelfinale ist mit der Rückkehr zu einer traditionellen Aufstellung gewichen. Schon gegen Frankreich hat die Mannschaft so gut wie nichts zugelassen und hätte in der zweiten Halbzeit nur etwas effektiver auftreten müssen, dann wär das Ding auch fix klar gewesen. Frankreich hat mich in diesem Spiel schwer enttäuscht aber vielleicht hätte mich Deutschland eher mehr begeistern müssen, denn wenn ich nochmal darüber nachdenke, hat es Gründe warum z.B. Pogba so gar nicht ins Spiel gekommen ist. Er hatte schlicht keinen Platz und keine Zeit, weil Deutschland die Räume so verengte, dass nur der Quer- oder Rückpass blieb. Und in den zwei Situationen, in denen Frankreich durchkam, stand da ja noch Manuel Neuer, vor dem man sich, völlig neutral, tief verbeugen muss. Die Ruhe, mit der er das deutsche Tor hütet, ist atemberaubend, seine Reflexe sind Weltklasse, dazu noch die sehr moderne Interpretation des mitspielenden Torwarts. Das ist verdammt großartig! Auch hier ist Deutschland besser besetzt als Argentinien, weil Romero deutliche Schwächen in der Strafraumbeherrschung hat und auch gerne mal einen Ball prallen lässt. Gegen Klose ein eher mittelprächtiger Plan.

Alles ist angerichtet für Sonntag. Deutschland platzt vor Selbstvertrauen, Argentinien muss Respekt vor diesem Gegner haben. Umgekehrt gilt das natürlich auch aber da mache ich mir überhaupt keine Sorgen, denn aus jedem Interview, aus jeder Nachricht liest man eine klare Nüchternheit. “Wir haben noch nichts erreicht, wir haben ein Ziel, wir wollen Weltmeister werden. Und wir werden Weltmeister!” Das mag an Arroganz grenzen aber es zeigt eben diesen Mannschaftsgeist, der mich so langsam auch gefangen nimmt. Klar, ein 7:1-Sieg gegen einen völlig in sich zusammenfallenden Gastgeber Brasilien macht Spaß aber eigentlich ist die zweite Halbzeit viel aufschlussreicher als die rauschhaften zehn Minuten in der ersten Hälfte. Deutschland behandelte den verzweifelt anlaufenden Rekordweltmeister mit Respekt, lies sie mitspielen. Das muss man sich mal vorstellen. Und als sich dann noch ein, zwei Lücken auftaten, ging man halt mal kurz nach vorne, schoss noch zwei Tore und begnügte sich damit (Okay, Özil, okay). Das war wirklich klinisch gespielt. Mit aller Macht versuchten die Brasilianer noch das Ergebnis zu schönen aber an dieser deutschen Mannschaft prallte jeder Versuch ab. Das war ganz, ganz groß. Dass sich Neuer am Ende über das Gegentor ärgerte zeigt das nur umso mehr.

Also. “Aufpassen” – ja. “Es wird ein anderes Spiel” – ja. Aber es gibt im Moment keinen Grund an dieser deutschen Mannschaft zu zweifeln. Messi ist überragend aber das deutsche Team ist als Gesamtkunstwerk überragend. Das wird reichen. Deutschland wird Weltmeister. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Bockcast #020 – Die WM vor den Halbfinals

Was habe ich mir für Sorgen gemacht. Kann man den Typen wirklich einladen? Was passiert wenn er mittendrin seine fünf Minuten bekommt und einfach gepflegt durchdreht? Außerdem ist er Fan von Fortuna Düsseldorf. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre. Ihr wisst es ja längst, der ColliniSue war zu Gast im Bockcast. Wer ihn, seinen Sohn und das gemeinsame Projekt noch nicht kennt: Bitte die Wochenendrebellen lesen. Lohnt sich. Zusammen mit Christoph Fetzer (u.a. laola1.tv, sport1.fm und Forecheck-Podcast) reden wir über die Viertelfinalspiele, schauen auf die Halbfinals, lästern, dissen, loben, feiern und am Ende tippen wir sogar.

Außerdem gibt es -wie versprochen- jede Menge Grüße. Aber nicht vorspulen! Okay? Versprochen? Na dann los. Ich wünsche Euch viel Spaß und beim nächsten Mal erkläre ich dem Fortuna-Fan dann auch mal, dass Skype eine Mutefunktion besitzt, so dass man eigentlich gar nicht hören muss, wie er sich im Stuhl wälzt, oder panisch letzte Informationen aus googgle rauszupressen versucht, aber diesmal müssen wir da durch. Macht es aber auch authentisch.

Ach, bevor ich es vergesse: Jay-Jay war auch kurz zu Besuch und hat seinen Weltmeistertipp abgegeben.


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Bockcast #019 – Die WM vor den Viertelfinals

Ruhetag? Pah. Nicht mit uns. Die Achtelfinals sind gespielt und müssen aufgearbeitet werden. Zum Glück habe ich echt nur Premiumgäste hier zu Gast, denn auch diese Woche passt wieder alles. Christian Löer (KStA, loeer.de) und Andreas Thies (Just Baseball und Mein Sportradio) lassen keine Frage ungeklärt, spazieren durch die Spiele wie Messi im Finale durch die deutsche Abwehr und begeistern im Abschluss wie der Kolumbianer James. Ein Traum.

Wir reden über alle Achtelfinals, nehmen uns Jogi Löw zur Brust, begeistern uns an den roten belgischen Teufeln und am Ende schauen wir auch auf die kommenden Spiele. Es sind ja nur noch acht.

 

Wie immer hoffe ich, dass Ihr genauso viel Spaß beim hören, wie wir beim aufnehmen habt!


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Kurze Umfrage

Hier ein kurze Umfrage zum Bockcast. 7 Fragen, die hat jeder in einer Minute durch. Würde mich freuen, wenn möglichst viele von Euch mitmachen würden, damit ich mal ein kleines Stimmungsbild bekommen, denn ich habe schon noch ein paar Ideen, frage mich aber ob die umsetzbar sind und sich lohnen.

Vielen Dank für Eure Teilnahme und wenn es weitere Verbesserungsvorschläge, Kritik oder Anmerkungen gibt, scheut Euch nicht die Kommentarfunktion zu nutzen.

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Bockcast #018 – Die WM nach der Vorrunde

Die Vorrunde ist gespielt, die Achtelfinalpaarungen stehen fest. Zeit für einen weiteren Bockcast. Diesmal mit zwei neuen Gästen. Hassan Talib Haji von goal.com und Klaas Reese, den Ihr von Collinas Erben kennt. Da haben wir eine sehr launig Runde zusammenbekommen, wie ich finde.

Und wie das so ist, wenn es passt, dann passt es. Wir nehmen die Vorrundengruppen auseinander, sprechen über ARD und ZDF und deren Berichterstattung, fragen uns ob “journalistische Distanz” nur etwas ist, was in unserer Twitterblase gefordert wird und ob der gemeine TV-Konsumt überhaupt Interesse an Taktiktafeln hat.

Natürlich gucken auch auf die kommenden Paarungen. Da kommt so manche Überraschung auf uns zu. Aber eigentlich sind wir doch recht konservativ in unseren Tipps. Und das alles recht ausführlich, denn immerhin ist es der längste Bockcast bisher.

Ich hoffe Ihr habt damit wieder Spaß, wenn Ihr den Bockcast unterstützen möchtet, ich freue mich über jede kleine Spende via PayPal oder flattr und genauso über jede Bewertung auf itunes. Vielen Dank!


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Spielplan 2014/15

Heyho, let’s go. Heute gab die DFL die Spielpläne für die 1. & 2. Bundesliga bekannt. Schauen wir uns mal an, wie es den effzeh getroffen hat und wie die Saison verlaufen wird.

Endlich wieder Bundesliga! Endlich wieder erstklassiger Fussball. Und was macht die DFL? Schickt uns erstmal einen gefühlten Zweitligisten nach Müngersdorf. Nach dem Auftakt zu Hause(!) gegen den HSV sollte der 1.FC Köln als erster Tabellenführer feststehen. Aber, Obacht, es gibt ja keinen Kleinen mehr und die Mannschaft von Peter Stöger wird sicher mit dem nötigen Ernst an die Sache herangehen auch um sich Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben aufzubauen.

Das erste Auswärtsspiel der Saison findet in Stuttgart statt. Traditionell sehen wir dort ja immer gut aus. Sechs Punkte aus den ersten zwei Spielen sind uns also quasi sicher.

Und direkt ein weiteres Auswärtsspiel. In Paderborn. Beim Duell der beiden Aufsteiger wird die Mannschaft Revanche für die Niederlage im Heimspiel der letzten Saison nehmen wollen. Weiterhin ungeschlagen sind wir schon 8 Punkte vor einem Nichtabstiegsplatz und zwei Punkte vor den Bayern. Die Saison geht ganz gut los.

Praktisch an den beiden Auswärtsspielen im Sommer ist, dass im Winter dann zwei Heimspiel hintereinander stattfinden und zwar in der englischen Woche Anfang Februar. Keine Reisestrapazen, keine überfrierende Glätte.

Weiter geht es mit dem Heimspiel gegen Gladbach. Natürlich an genau dem Wochenende wo ich in Regensburg bei der Baseball-EM sein werde aber das ist ein gutes Zeichen, denn wenn ich nicht gegen Gladbach im Stadion bin, gewinnt der effzeh. Meistens 4:0 und Toni Polster dreht durch. Nach vier Spielen sind wir also mit 12 Punkten ziemlich sicher ganz oben. Schön ist auch, dass die Abwehr bis jetzt noch kein Tor kassiert haben dürfte. Defense wins Championship!

Die erste englische Woche der Saison muss der effzeh nach Hannover. Beim letzten Flutlichtspiel in Hannover, an dass ich mich jetzt spontan erinnern kann, schoss Voigt aus 84 Metern in den Winkel und wir gewannen 5:3. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich 96 bisher von diesem Schock erholt hat. 15 Punkte dürften sicher sein.

Dann, am 6. Spieltag kommen also die Bayern. Die Übermannschaft. Gegen keine Mannschaft der ersten Liga sieht das Team aus München allerdings schlechter aus als gegen den 1.FC Köln. Es wird klatschen. Und zwar richtig. Pep Guardiola dürfte nach dem Spiel erstmal eine Woche Urlaub in Barcelona brauchen. Und wir? Wir feiern die Tabellenführung und 18 Punkte. Bisher läuft es ganz gut. Peter Stöger wird ins Aktuelle Sportstudio eingeladen und verpasst Frau Müller-Hohenstein mit einem verunglückten Schuss gegen die Torwand ein kleines Veilchen. Fans und Medien aus der ganzen Welt gratulieren.

Spieltag Nr. 7 findet in Frankfurt statt. Asitown-Stadion. Attila bekommt es mit den Hennesschen Hörnern zu tun und Marcel Risse schießt seine Saisontore 5 und 6. Danach geht es in die Kaiserstraße, wo Milivoje Novakovič -auf Besuch in Deutschland- einen Tisch reserviert hat um mit der Mannschaft den berauschenden Saisonstart zu feiern. 

Zurück in Köln empfangen wir am 8. Spieltag den BVB. Jürgen Klopp hat bisher eine furchtbare Saison hinter sich, mit nur zwei Siegen steht der BVB kurz vor einem Abstiegsplatz. Auch in Köln ist nichts zu holen, denn die Mannschaft von Peter Stöger lässt sich von der neuformierten Dortmunder Mannschaft auch durch schlimmste Treterei nicht aus der Ruhe bringen. 24 Punkte sind eingetütet.

Ende Oktober führt uns der Spielplan nach Bremen. Wir erinnern uns an den letzten Besuch an der Weser und das schlimme Auftreten der “Unparteiischen”. Dieses Spiel wird vor Anpfiff in der Kabine gezeigt und die Mannschaft gewinnt mit Schaum vor’m Mund. Arndt Zeigler soll leise heulen!

Der 10. Spieltag bringt ein Heimspiel gegen den SC Freiburg. Der kommende Absteiger präsentiert sich komplett leblos und wird buchstäblich auseinander genommen. Die mitgereisten 400 Freiburger Fans tragen es aber mit Fassung, niemand hat mit einer Überraschung in Köln gerechnet.

Die Punkte 31-33 holt sich der effzeh am zweiten November-Wochenende, pünktlich zu Karneval eine Schnapszahl auf dem Konto. Lieferant ist die TSG Hoffenheim, die zum ersten Mal in dieser Saison ein ausverkauftes Stadion bejubeln dürfen. Das bringt ihnen aber auch nichts.

Am 12. Spieltag ist die Hauptstadt zu Gast am Rhein. Hertha BSC und die hässlichen Trikots. Eine Beleidigung.  Natürlich wird das unser Team nicht auf sich sitzen lassen. Nach dem deutlichen Sieg gibt es aber dennoch kurze Aufregung um Peter Stöger, den Gegentor Nummer 4 sichtbar fuchst. Er staucht die Abwehr ganz schön zusammen. Spontan beschließt das Team einen Freibiertag für die Fans beim nächsten Heimspiel.

Nachdem der EXPRESS die Woche über das gefangene Gegentor zum Aufreger der Woche hochgejazzt hatte um damit das Nicht-Derby gegen Leverkusen ein bisschen befeuern, sieht man eine merkliche Reaktion in der Mannschaft. Schon nach 20 Minuten ist das Spiel entschieden und Peter Stöger kann jungen Perspektivspielern eine Chance geben, sich in der ersten Liga zu behaupten.

In Woche 14 gibt es wieder ein Heimspiel, diesmal gegen Augsburg, die ihre Vorjahressaison nicht wiederholen können. Abgeschlagen mit 6 Punkten ist der FCA nur 2 Punkte besser als der HSV und damit in akuter Abstiegsgefahr. Trainer Markus Weinzierl rechnet sich gegen die spielstarken Kölner nichts aus und tritt -kräfteschonend- nur mit einer B-Elf an. In Müngersdorf und ganz Köln schallt “dat Trömmelche” einmal mehr laut durch die Gassen.

Nach dem Auswärtssieg in Schalke kommt es zu unschönen Szenen. Winter-Neuzugang Kevin Großkreutz provoziert Gelsenkirchener Zuschauer schon vor Beginn mit seiner Anwesenheit im Fanblock des 1.FC Köln. Als er nach dem Spiel, auf dem Zaun sitzend, einen Bengalo zündet schreitet die Polizei ein und verhaftet den sichtlich aufgebrachten Großkreutz. Die Heimzuschauer begleiten die Polizeiaktion mit hämischem Applaus, doch Peter Stöger und Jörg Schmadtke können die Situation in Köln beruhigen. “Kevin sucht nun mal die Nähe zu den Fans und diese Emotionalität ist ein entscheidender Grund, warum wir ihn verpflichtet haben.”

Das letzte Heimspiel des Jahres 2014 findet gegen Mainz statt. Tuchel Der Trainer hat schnell die Nase voll und lässt ab der 30. Minute nur noch treten und foulen. Natürlich bringt das gegen wieselflinke Kölner nichts. Nagasawa und Osako spielen der grobschlächtigen Mainzer Abwehr immer wieder Knoten in die Beine. Ein Fußballfest! Nach dem Spiel bedankt sich die Mannschaft artig für die große Unterstützung der Fans. Fast schon gelangweilt geht man nach Hause, es ist kalt.

Der Abschluss der Hinrunde wird beim VfL Wolfsburg durchgeführt. Vor 8.700 Zuschauern im schwarzen Schnee der VW-Stadt können die mitgereisten 7.000 Fans des 1.FC Köln die perfekte Hinrunde gebührend feiern. Nach 17. Spieltagen steht man mit  51 Punkten und 62:6 Toren ganz oben, hat das Ziel Klassenerhalt schon erreicht und freut sich auf die Rückrunde, die in der Übergabe der Meisterschale am 32. Spieltag gegen Schalke 04 gipfeln wird.

Oder?

 

Bockcast #017 – Ein WM-Zwischenspiel

Volles Haus zu Frohnleichnam. Eigentlich wollte ich ja erst vor dem Achtelfinale wieder was machen aber nachdem die ersten Spiele der WM über die Bühne gegangen sind, kommt ein kleiner Zwischenpodcast angeflogen, es bot sich halt wirklich an.

Zusammen mit Daniel und Maik gibt es einen Blick zurück. Ohne Zorn. Und danach schaue ich mit Enzo und Marcel auf die kommenden Aufgaben der Favoriten und wer denn aus den Gruppen letztlich rauskommt. Natürlich gibt es hier und da Überschneidungen aber so ist das nunmal.

Wir reden nicht vom “Gegenpressing” und auch die Phrasendichte ist erstaunlich gering. Dafür klären wir endlich und verbindlich wer Weltmeister wird, das ist doch auch was wert.

Um die Spannung ein wenig herauszunehmen: Belgien wird es nicht.

Traurigerweise gibt es ein paar Tonschwierigkeiten, die aber jetzt halt da sind. Kann man nix dran machen. Leider reicht das Budget des Bockcast nicht für ein Guthaben bei Auphonic aus, also müssen wir damit leben.

Ich hoffe Ihr habt dennoch wieder ein wenig Spaß mit der kleinen, launigen Runde. Nach der Vorrunde geht es weiter.


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Das Shitstörmchen

11Hui, was war da los. Die Russen kommen. Oder mindestens die Hunnen. Der Untergang der Blogosphäre, wir müssen alle sterben! Um 12 Uhr mittags (diese Analogie!) stellte der Springer-Verlag, sein Blogportal 1530 online. Springer, der Belzebub, die Bild, die Kinderfresser. Und sofort kamen die guten Menschen und wollten wissen, wie man denn seine Seele verkaufen kann, an ein solches Projekt.

Wie man mit dem Teufel höchstselbst paktieren könnte. Wo denn das Rückgrat bliebe. Die AGBs wurden auseinandergepflückt, wo sind die Fallen, wo werden die Blogger enteignet?

Bitte gehen sie hier lang – Jeder nur EIN Kreuz!

Reflexartig gab es Stellungnahmen von nicht-teilnehmenden Bloggern und Blogs. Wir machen nicht mit, weil, wir sind integer. Wir wollen unabhängig sein. Und das wollen wir Dir auch sagen! Das ist uns nämlich wichtig!

Ich töte übrigens keine Robben. Ich finde das solltet Ihr wissen, das ist mir nämlich wichtig!

Jetzt mal ganz unabhängig davon ob die gleichen Blogs bei einer Anfrage des (von mir aus) “Kickers” die klammen Fingerchen aus der Hose hätten lassen können (ich denke nämlich eher nicht) oder ob Springer wirklich der allgegenwärtige Teufel ist, mir ist das schnuppe. Ich mache mit weil ich genauso bei fc.connect verlinkt werde oder ab und an bei Fokus Fußball. Es ist ganz nett, wenn man mehr Leser erreicht als durch simple Verlinkung über Facebook und Twitter. Da kommt dann irgendein Freiburger, Saarbrücker, Bremer, wasauchimmer auf die Seite, liest einen Artikel der Spielverlagerung oder hört Collinas Erben und darunter habe ich vielleicht meinen Platz und er schaut mal nach, was denn hier so steht. Er kennt mich gar nicht. Vielleicht habe ich dadurch einen Leser gewonnen? Und das ist böse? Ist das eventuell sogar schon heftig?

Ob ich damit meine Seele verkaufe? Nö. Wieso? Weil ich bei einer “Blogschau”, die halt von Springer inszeniert wurde, meine Inhalte einstelle, wenn ich denke, dass sie passen? Wenn das schon als “Seele verkaufen” gilt, dann möchte ich nicht wissen, wie talibanesk das Weltbild der guten Menschen ist.

1530 ist kein Feed. Ich stelle die Beiträge dort selbst zur Verfügung. Wenn ich merke, dass dort selektiert wird, wie es mir nicht zusagt, dann eben nicht mehr. Ich gebe keinen Content aus der Hand. Ich füttere nicht die Huffington Post. Das kann und sollte jeder machen, wie er will. Wenn jemand wirklich ein moralisches Problem mit Springer hat und seinen Namen nicht verknüpft sehen will, ist das ja durchaus in Ordnung und von mir aus auch integer aber dafür dann Fishing-for-Compliments-Einträge zu schreiben. Herrjeh.

Mir geht diese ganze Vor-Verteufelung der Sache auf den Keks. Twitterer, die von 100 Tweets 90 aus der SportBild abschreiben, werden plötzlich zu glühenden Verfechtern des freien Blogmarkts. Blogger, die vorher mit Feuereifer an anderer Stelle genau dieses Sache (eine Blogschau) zur geilsten Sache der Welt erhoben haben, lehnen sie nun erzürnt ab. Weil es steht ja Springer dahinter. Katastrophe.

Lese ich die Bild? Nein. (Aber -zugegeben- den EXPRESS). Lese ich die SportBild? Nein. Halte ich FJ Wagner für so ziemlich die krasseste Fehlbesetzung in einem journalistischen Umfeld seit Val Kilmer Batman gespielt hat? Ja selbstverständlich, der Mann muss ins Heim aber habe ich deswegen auch nur einen Funken schlechten Gewissens, weil man nun Texte oder Podcast-Folgen von mir auch über den “Umweg” 1530 anklicken kann? Nö. Im Leben nicht.

Hört mal bitte auf TV zu gucken, weil der Strom, der Euch das liefert von einem ekligen Quasi-Monopolisten stammt, der uns alle nur ausnimmt. Fahrt kein Auto mehr, weil das Öl aus dem nahen Osten kommt und von Sklavenarbeitern verschifft wird. Geht nicht zu McDonalds, tragt keine Kleidung von Primark oder H&M und hört um Gottes Willen auf bei fucking Amazon zu bestellen! Ihr guten Menschen, ihr.

Entscheidet selbst, ob das übertrieben ist.

Ach und wer jetzt mit der Geldkeule kommt: Vergesst es. Mit Blogs (jedenfalls mit kleinen Randblogs wie diesem hier) verdient man kein Geld. Nicht mal ansatzweise.

Bockcast #016 – Die WM Vorschau

Am Donnerstag geht sie also endlich los, die WM 2014 in Brasilien. Grund genug einen Experten zum lustigen Vorrundentippen einzuladen. Jens Huiber, Producer vom Sportradio360, nahm sich dankenswerterweise die Zeit zwischen Trainigssessions von Roger Federer ein paar gewagte Prognosen rauszuhauen. 

Wir schauen uns die Gruppen an, haben wenig Ahnung von Afrika und Asien und kommen so zu dem Ergebnis, dass sich eigentlich immer die bekannten Nationen durchsetzen. Wahrscheinlich wird es also die WM der Überraschungen. Sein Weltmeistertipp ist natürlich falsch aber wenigstens sind wir uns einig, dass Holland rausfliegt. Sorry Francois.

Wer am Sportradio360-Tippspiel teilnehmen möchte, bitte eMail bis spätestens Dienstag an steilpass@sportradio360.de. Wie Jens schon ausgeführt hat, gibt es einige schöne Preise zu gewinnen.

Der nächste Bockcast kommt nach der Vorrunde, bis dahin gibt es aber die Dailys von Jens mit abwechselnden Gästen, die garantiert launig und spannend werden. Reinhören.

Wieder ein Bockcast ohne effzeh-Element aber ich hoffe Ihr habt dennoch Euren Spaß und wenn es Euch gefallen hat, freue ich mich natürlich, wenn Ihr rechts oben den Paypal-Button findet und füttert 🙂
An dieser Stelle schon mal ein riesiges Dankeschön für Eure Unterstützung, es kamen tatsächlich schon ein paar Spenden rein, hat mich sehr gefreut!

Jetzt kommt dann sogar bei mir ein wenig Vorfreude auf. Kann losgehen…


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Aufstieg!

Am Sonntag um 15:45 war alles vorbei. Bayerns U23 hatte soeben das 2:0 im Stadion an der Grünwalder Straße geschossen und steigt auf. Ich hatte keine Kraft mehr zu zetern, twitterte einfach “2:0 Bayern. Feierabend”. In der Bayern-Timeline ging es rund. So viele “Os”, wie in den verschiedenen “Tor”-Schreibweisen vorkamen, reichen eigentlichen für einen Jahresvorrat. Freudetrunken und großkotzig feierten die Herrschaften “ihre” U23. Ich war nur noch niedergeschlagen. Ob der Ungerechtigkeit der Situation. Ob der Gedanken an die Freunde, die dort in München standen. Ob der Situation um den Verein, der zwar nicht mein Herz füllt aber immer an einem Stück Seele nagt. Ich konnte mir die Gesichter im Block vorstellen, hoffte dass wenigstens alle gesund nach Hause kommen würden und überlegte mir schon einen Tweet zum Abpfiff. Voller Bitterkeit. Ein langer Ball noch…

Alles was jetzt kommen muss, kann nicht von mir kommen. Ich war nicht vor Ort. Ich kann das Gefühl der Ekstase nur vergeleichend nachvollziehen. Als PREMIERE in der Saison 1995/96 am letzten Spieltag eine Art Abstiegskonferenz übertrug und in der 73. Minute der Schrei “Tor in Rostock. Tor in Rostock!” tönte, die Umschaltgrafik Ewigkeiten brauchte und dann die Kamera einen -auf dem Zaun jubelnden- Holger Gaissmayer einfing, war das Chaos, das Glück, die Erleichterung wohl ähnlich. Auch wenn wir nur zu fünft (inkl. meines -völliges Desinteresse vortäuschenden- Vaters, der aber alle zwei Minuten “doch mal gucken kommen wollte”) vor dem TV saßen und schlicht Angst hatten. Mehr Gefühle waren da, meine ich, nicht im Spiel. Angst.

Und genauso muss es den knapp 1.000 Fortunen in München gegangen sein. Geht die Relegation in die Hose, dann war es das wohl. Michael Schwetje würde sich zurück ziehen, weil mittelfristig in der Regionalliga kein Geld verdient werden kann. Uwe Koschinats Vertrag würde ungültig werden, mit ihm würde wohl ein Großteil der Leistungsträger das beschauliche Fortuna-Schiff verlassen. Ob der Verein überleben wird? Ob es weiter geht? Wie zahlen wir nächstes Jahr die Stadionmiete? Und, verdammt noch mal, schon wieder zur Viktoria. Es müssen den Fans tausende dieser Gedanken durch den Kopf gegangen sein. Köpfe und Schultern hängen auf halb acht, eine ganze Saison für den Arsch. Ein langer Ball noch…

Ich verweise an dieser Stelle mal auf den Kollegen Jan, der ohne Worte zu finden, doch all das schreibt, das wichtig war an diesem Tag. Ich kann nicht mehr zu dem Spiel schreiben. Auch nach dem Abpfiff blieb erstmal nichts außer: “Aus. Fortuna steigt auf.” Das könnte auch aus einem emotionslosen Ticker stammen aber mehr war wirklich nicht mehr drin. Ich stand auf, ging kurz in den Garten und benahm mich wie ein Zweijähriger, der nicht weiß, warum er eigentlich ganz gut gelaunt ist. Ich atmete eine Zigarette ein, stand dort, unter blauem Himmel und dankte dem Fußballgott. Für diese Minute. Für dieses eine Tor. Für das Geschenk 3. Liga. Nicht mal im Ansatz für mich, sondern für die Fortuna und für meine Freunde, die, ich konnte es ahnen, nicht mehr zu bändigen waren. Eine Sekunde, ein Wimpernschlag, der eine ganze Saison, möglicherweise die Zukunft eines ganzen Vereins entscheidet. Ein langer Ball noch…

Das soll es aber jetzt mit Feierlichkeiten gewesen sein. Hey, DFB, hey, DFL: Wir müssen reden.
So geht es nicht weiter. Das kann es nicht sein. DAS KANN ES NICHT SEIN! Wie unfassbar ungerecht ist diese Relegationsrunde? Von fünf Meistern aus der Regionalliga steigen nur zwei auf? Dafür bekommt mit Mainz 2, der 3.(!) der Regionalliga Südwest (Freiburg hatte keine Lizenzunterlagen für die 3. Liga eingereicht) die Möglichkeit hochzugehen? Geht es Euch noch gut? Meister müssen aufsteigen. Immer. Und solange die zweiten Mannschaften der Bundes- oder Zweitligisten mitspielen dürfen, gilt das selbstverständlich auch für diese aber dazu später mehr. Aber eine Relegation zu schaffen wo von den Meistern aus der unteren Klasse weniger als 50% den Aufstieg schaffen, das ist mal eine Leistung. Dass mit Wolfsburg und Bayern zwei Zweitvertretungen auf der Strecke geblieben sind, ist wahrscheinlich noch Rechtfertigung für euch das “System” als funktionsfähig zu deklarieren. Ich könnte mich stundenlang weiter aufregen aber es bringt ja nichts. Macht was. Gestaltet die Regionalligen so, dass jeder Meister aufsteigt. Ende.

Mein zweites Aufreger-Thema sind die Bayern. Genauer deren Fans. Nach dem Spiel wurde sofort die Abschaffung der Auswärtstorregel gefordert. Wie ungerecht das ganze sei. Warum auch immer. Erschloss sich mir nicht. Wenn man es braucht ist es gut, wenn nicht, dann ist scheiße? Ja, okay. Verstehe. Und dann ging das Gezicke los: Wir waren besser (Stimmt. Über einen Sieg der Bayern kann sich niemand beschweren und letztlich wurde das Spiel ja auch gewonnen. 2:1 ist ein Sieg), wir wurden um unser Glück gebracht (Stimmt auch), es wäre so wichtig für uns gewesen.

Und hier hake ich ein. Das ist Bullshit. Nicht umsonst hat die DFL erkannt, dass U23-Mannschaften einen so geringen Wert für die Bundesliga haben, dass sie nicht mehr zum Pflichtprogramm eines Proficlubs gehören. Lasst uns mal einen Blick in die Vergangenheit werfen: In der Saison 2010/2011 ist der FC Bayern München aus der 3. Liga runter gegangen. Also aus der Liga, in der sie jetzt wieder reinwollten, weil es so enorm wichtig ist, für die jungen Spieler sich dort über Wettkampfpraxis für die erste Mannschaft zu empfehlen. Wo der FC Bayern München ja in Deutschland eh immer schon im Ruf stand eigentlich ein reiner Ausbildungsverein zu sein. Die kaufen ja nicht großartig ein, die holen immer wieder junge Spieler hoch. Gucken wir mal auf den Kader:

– Rouven Sattelmaier
– Thomas Kraft
– Maximilian Riedmüller
– Ferdinand Oswald
– Henning Bortel
Alles Torhüter. Bis auf Kraft alle ohne Einsätze in höheren Ligen.

– Daniel van Buyten
– Maximilian Haas
– Mario Erb
– Christian Saba
– Julian Leist
– Ivan Cosic
– Florian Pflügler
– Diego Contento
– David Alaba
– Marcel Holzmann
– Dennis Chessa
– Stefan Schürf
– Antonio Pangallo
– Cüneyt Köz
– Max Dombrowka
Hier sehen wir die Verteidigung aus der Spielzeit. Van Buyten kämpft sich zurück, Alaba hatte in zwei Jahren 33 Einsätze für die U23 und Contento hat wohl den Großteil der Spiele gemacht. Der Rest? Ja, genau.

– Danny Schwarz
– Thomas Kurz
– Nicolas Jüllich
– Oscar Lewicki
– Bastian Müller
– Christoph Knasmüllner
– Fabian Hürzeler
– Dejan Janjatovic
– Taygun Kuru
– Boy Deul
– Marcos Álvarez
Mittelfeld. Kenn ich niemanden.

– Deniz Mujic
– Nicola Sansone
– Deniz Yilmaz
– Steffen Wohlfarth
– Saër Sène
– Nazif Hajdarovic
Ich bin mir sicher, dass das alles echte Sturmperlen waren. Und wie viele haben jetzt den Sprung in die erste Mannschaft geschafft? Contento. Und (mit wohlwollen Alaba auch wenn der eh als Profi eingekauft wurde). Herzlichen Glückwunsch! Und das war 3. Liga! Nicht Regionalliga!

Man unterhält sich einen 37(!)-Mann-Kader (welcher kleine Verein kann das?) und es kommt genau gar nichts dabei rum. Und jetzt wird gezetert und gejammert, dass die 3. Liga so verdammt wichtig gewesen wäre? Welches Vertrauen die eigenen Spieler in den Verein FC Bayern München legen, sieht man ja wunderschön am Beispiel Kevin Friesenbichler, der so unendliches Vertrauen hat, dass er bald mal eine Chance bei den “Profis” bekommt, dass er nach Benfica wechselt. Man, wäre das wichtig, wenn die Bayern 3. Liga spielen.

Zum Glück kann es manchmal eine Sekunde sein, die die Welt gerecht macht. Ein langer Ball noch…