Ich schwäre vom Spiel des effzeh, muss aber leider eingestehen, dass mir die Punkte doch lieber gewesen wären als das schöne Gekicke, ganz anders als Klaas, der hochzufrieden mit dem Ausgang des Spiels ist. In der Folge entwickelt sich ein launiges Gespräch über tausend Themen. Von 96 zur Vorteilsregel zu Bayern und Theo Zwanziger und am Ende reden wir auch noch über die EM-Vergabe und über die gute alte Zeit im Fuppes.
Ein Fest. Mehr gibt’s nicht zu sagen. Hören.
Come on effzeh
Ach, hier noch der link, den Klaas ansprach. Wer sich also mal in das Thema Fanfrust in Hannover einlesen möchte: Bitte.
Auch ohne rot-weiße Unterstützung gibt es einen neuen Bockcast. Diesmal mit Manuel, dessen Gast ich letzte Woche im Borussia-Podcast Vollraute sein durfte und der so nett war das Derby hier mit zu analysieren. Ich will nicht soweit gehen, dass er das Ergebnis feiert aber…ach nein, hört es lieber selbst.
Wir sprechen kurz über die Begleitumstände und dann länger über das Spiel wobei ich meine Zufriedenheit nur schlecht unterdrücken kann. Zum Glück kann Manuel dann am Ende nochmal darauf hinweisen, dass sein Verein ja in Europa spielt. Mission accomplished!
Natürlich gucken wir auch kurz auf den Rest der Liga, machen uns Sorgen um den VfB als wären wir Uwe Seeler und schauen gespannt auf den nächsten Trick Shot von Stoppelkamp.
Wie immer, viel Spaß und…ja, ich mache es nochmal, wenn Euch der Bockcast gefällt, PayPal ist immer offen, mein Rechner macht nämlich langsam aber sicher schlapp, das wird teuer…
Nach dem berauschenden 0:0 gegen Mönchengladbach gibt es diese Woche ein besonderes Schmankerl hier im Blog. Zusammen mit deindesign.de gibt es ein neues Gewinnspiel. Wir verlosen drei schicke Cases für Dein Mobiltelefon! Da werden selbst hässliche Samsung-Handys zum Hingucker!
Die Cases haben je einen Wert von 24,95 €, sind also hochwertig und sehen auch noch klasse aus, wie Ihr sehen könnt. Und außerdem schützen sie das Telefon ja auch noch. Der Geißbock fängt die Stöße auf!
Um zu gewinnen reicht schon ein pures: “Ja ich will”, in den Kommentaren, versehen mit einer vailden eMail-Adresse, damit ich Euch die Gutscheine nach Verlosung (wie immer transparent auf twitter) zusenden kann.
Viel Glück und viel Spaß mit Euren neuen effzeh-Hüllen!
Hui, vergessen: Das Gewinnspiel endet am Freitag, 26.09., 15 Uhr…
Foto von Christoph (@CH_Bonn auf twitter) aufgenommen aus N12
Heute muss es kürzer werden, die Zeit, die Zeit. Aber es gibt ja auch nicht richtig viel zu besprechen und was gesagt werden muss, kommt dann heute Abend im Bockcast zu Wort.
Naja, okay, also in aller Eile: Hinten gut, vorne…ja, was war vorne? Ujah stand völlig alleine auf sehr verlorenem Posten, Osako hatte körperlich nichts gegen die agressive Zweikampfführung der Gladbacher Hintermannschaft entgegen zu setzen und Marcel Risse kam mir manchmal vor, als sei er mitten in der Nacht gegen den Kühlschrank gelaufen und sich nicht darüber bewusst, wo er gerade ist. Na gut, das ist vielleicht etwas harsch aber, seid mal ehrlich, manchmal schaut er schon so ein wenig so aus als müsste er mal dringend in den Arm genommen werden.
Und dann war da ja auch noch Miso Brecko. Schon gegen Paderborn war der Kapitän der Mann, dessen Binde man eher vor den Augen, als am Oberarm vermuten würde, jetzt, gegen Gladbach, setzte sich die Tendenz schlechte Entscheidungen zu treffen beim Slowenen fort. Mehr als einmal hatte er die Gelegenheit aus dem Lauf zu flanken, entschied sich jedoch jedes Mal für einen Notstop um zu schauen ob die Kastanien schon von den Bäumen prasseln. Leider brachte das gar nichts. Weder den darbenden Maronen-Verkäufern, noch dem Spiel des effzeh, was eh schon nicht sonderlich beschwingt und temporeich daherkam.
Wenn Du aus so einem Spiel was mitnehmen willst, dann musste die wenigen Chancen, die sich ergeben auch wenigstens versuchen zu nutzen. Ja, ich spreche auch mit ihnen, Herr Olkowski. Herrjeh, so einen darf man mal einnetzen und ob die Borussia dann die Mittel gefunden hätte den Stögerschen Beton weg zu stemmen, darf zumindest in Frage gestellt werden, denn die Herren Europapokal-Teilnehmer präsentierten sich auch nicht umwerfend ideenreich.
So stand dann also eine Viererkette vor einer Viererkette, alles im Bereich 20-40 Meter vor dem eigenen Tor, am Mittelkreis irrlichte Osako herum und Ujah schaut im Abseits nach dem rechten. Ich kann den neutralen Beobachter dann schon verstehen, wenn er das Spiel als solches als langweilig empfand und entweder auf der Couch einschlief oder aber nach Düsseldorfer Tankstellen mit Suppenhuhn-Ausgabestelle zu suchen. Geht schon in Ordnung.
In der zweiten Halbzeit wurde es dann schon etwas besser, Halfar brachte Leben in die Bude und es wurde sich auch mal etwas mehr zugetraut. Aber, wie schon in den Spielen davor, sieht man, dass die Prämisse immer noch heißt: Hinten sicher, nach vorne mal schauen was geht. Ob das über die Saison gut gehen kann, wird sich zeigen aber für den Beginn gibt es nichts aber auch gar nichts für das sich der effzeh schämen müsste. Vier Spiele ohne Gegentor sind überragend.
Und, wisster was, liebe Fußball-Gourmets? Es ist nicht unser verdammtes Problem, wenn eure Mannschaft es nicht gebacken bekommt ein Tor gegen einen Aufsteiger zu schiessen. Mir doch egal. Pah. Besser so als Manchester United sein. Oder Stuttgart. Ihr versteht meinen Punkt, ne?
Ich bin zufrieden mit dem 0:0. Ohne jede Frage. Nach vier Niederlagen in Folge gegen BMG mit 1:15 Toren muss das eigentlich jeder sein. Feierabend.
Ja, genau. Beim dritten Spiel in der Bundesliga bleibt der effzeh auch zum dritten Mal ohne Gegentor. Eine Auftaktstatistik, die so noch nie in der großen und ruhmreichen Geschichte des 1.FC Köln zu bewundern war. Klar, das ist schön, aber wir müssen auch in Betracht ziehen, gegen welche Mannschaften gespielt wurde. Gegen einen HSV, der weidwund am Boden liegt, gegen einen VfB Stuttgart, der grauer ist als alle Mäuse des Naherholungsgebiets Ville (Erft) zusammen und gegen eben jenen SC Paderborn, der auf dem Papier immer noch die schwächste Mannschaft in der ersten Bundesliga sein dürfte. Die nächsten Wochen werden anders werden, denn spätestens wenn Arie van Lent oder Peter Wynhoff von Lucien Favre beim nächsten Heimspiel gegen Gladbach eingewechselt werden, wird ein Gegentor fallen.
Und auch wenn es früh ist und die Mannschaft weiterhin auf einem richtig guten Weg ist, der effzeh vollkommen im Soll ist, möchte ich das erste kleine Gemecker der Saison lostreten. Jaja, ich weiß, ich weiß, der Kölner wieder. Letzte Woche noch vollkommen euphorisch aufgrund des Auftritts in Stuttgart, jetzt wird schon über einen Punktgewinn in Paderborn gemeckert?
Nein.
Mit dem Punkt auswärts kann ich leben, man hat keinen Boden auf einen direkten Abstiegskontrahenten eingebüßt, die 5 Punkte und 2:0 Tore aus den ersten drei Spielen gehen so auch in Ordnung, nur, wie oben schon gesagt, es wird ja nicht leichter werden dieses Jahr. Und meine Meckerei richtet sich auch nicht so sehr an die einzelnen Spieler als an die Mannschaft im ganzen. Vielleicht sogar ein bisschen an Peter Stöger. Der Punkt ist: Ich fand den Auftritt in Paderborn über weite Strecken sehr mutlos. Nicht selbstbewusst genug. Das ist schon alles.
Ich versuche das mal ein wenig auszuführen aber zuerst: Das Videostudium vom Sieg des SC in Hamburg scheint gefruchtet zu haben, das Umschaltspiel, die überfallartigen Mittelfeldüberbrückungen der Paderborner wurden nahezu komplett unterbunden, es taten sich keine flugfeldgroßen Lücken auf und damit wurde der so ziemlich einzige konstruktive Ansatz im Spiel unterbunden. Okay, das war gut.
Die Kehrseite der Medaille ist aber leider auch recht deutlich zu sehen. Die taktischen Vorgaben wurden so präzise umgesetzt, dass für eigene Kreativität wenig Platz war. Die Angriffsbemühungen des effzeh waren geprägt von hohen, langen Bällen, die ihr Ziel (Ujah) nicht oder nur seltenst fanden. Simon Zoller, der für Osako ins Spiel geworfen wurde, konnte keine Akzente setzen, was man ihm aber nicht wirklich übel nehmen darf, denn er ist kein Spielmacher. Zoller muss mit Anlauf kommen, muss hinter die Abwehr stechen und damit Räume in der Mitte reißen. Das geht aber nur, wenn auch ein Angriffsspiel aufgebaut wird. Lange hohe Bälle sind da nicht hilfreich.
Und da schließt sich der Kreis: In der Zentrale fehlte eine Anspielstation, die Außen waren wieder recht fahrig unterwegs, wobei mir Halfar deutlich besser gefallen hat als Risse, der mehr als einmal ohne Not den Ball zu weit springen ließ, bzw. über seine eigenen Füße fiel und von hinten kam so gut wie keine Unterstützung. Miso Brecko hatte einen fürchterlichen Tag -wie in jedem Spiel gegen Paderborn-, Wimmer versuchte seine Diagonalpässe, die aber bei der kompakten Aufstellung der Paderborner Hintermannschaft keine Erfolgsaussichten hatten und so schleppte sich das Spiel über 90 Minuten ohne wirkliche Highlight-Momente.
Gut, Horns Parade war wieder extraklasse und wenn Herr Brecko nur ein klein wenig Ballgefühl in seinen tauben Fesseln gehabt hätte, würden wir jetzt vielleicht von einem 1:0 Sieg des effzeh sprechen. Hätte, würde, wenn, es hilft ja nix.
Also, lieber effzeh. Das ist alles nicht schlecht, das ist alles sogar ganz gut aber warum spielst Du nicht ein wenig mutiger?Brust raus, Du musst Dich doch gar nicht kleiner machen als Du bist!
Diese Sätze verlieren aber mit dem Blick auf die kommenden Wochen ein wenig an Kraft, denn gegen Gladbach, in Hannover und gegen Bayern muss man natürlich nicht unbedingt den Hasardeur spielen, sondern sollte sich auf die Grundtugenden verlassen, einverstanden. Genau deshalb ist es schade, dass gegen einen der schwächeren Gegner nicht mehr versucht wurde.
Ein Feuerwerk der guten Laune. Junge, Junge, was war das ein tolles Spiel in Stuttgart von unserem effzeh. Die Begeisterung hält sich bei meinem Stuttgarter Gast Heinz Kamke (angedacht, doppel5) zwar in Grenzen aber dafür plant Mirko Born (Born staubt ab) schon für Europa. So muss das sein.
Wir reden über eben jenen Sieg, schauen uns die Situation in der Liga an, und blicken nach Paderborn, wo der SC gerade wegen seiner Preispolitik einen veritablen Shitstorm abgreift. Zurecht, findet mein zweiter Gast Stephan (Schwarz und Blau).
Wie immer wünsche ich viel Spaß und bitte zu vermerken: Der Bockcast hat nun einen eigenen Twitter-Account. Bitte folgen Sie diesem hier.
Und noch eine Ankündigung: Nächste Woche, vor dem Derby gibt es neben dem Bockcast eine Kooperation mit dem Gladbacher Podcast Vollraute. Wir werden dort zusammen auf das Spiel gegen BMG vorausschauen und nach dem Spiel hier bei mir die Nachbesprechung durchführen. Finde ich eine super Sache, es müssten viel mehr Vernetzungen her, denn nur so kann dieses Medium auch “grenz- und themenübergreifend” wahrgenommen werden. Ich freue mich jedenfalls darauf.
Also, nächste Woche gibt es hier nur einen Nachklapp zum Spiel in Paderborn, die Vorschau findet Ihr bei den Kollegen vom Niederrhein.
Als Christian Gentner um 17:17 Uhr den Ball aus drei Metern über das Tor von Timo Horn hob und damit die letzte Torchance des VfB Stuttgart recht eindrucksvoll vergab, konnte ich langsam an einen Auswärtssieg glauben. Die 92 Minuten davor? Vergiss es. Jaja, ich weiß, seit 1996 nicht mehr in Sound-City verloren, Stöger knows, die Abwehr steht, stimmt ja alles aber und das dürfen wir nie vergessen: Leute, wir reden hier über den 1.FC Köln! Immer wenn wir dachten “Alles wird gut”, nimmt er eigentlich nur Anlauf, sammelt Kraft, um uns in den Arsch zu treten. Darum war eine 2:0 Halbzeitführung für mich in etwa soviel wert wie die Zusage Frau Merkels dass sie sich um mein Wohlergehen interessiert. Nicht viel. Aber wisst Ihr was am Ende das richtig tolle an dem Spiel war? Dass der effzeh einfach mal keine Scheiße gebaut hat. Dass alles, wirklich alles, was wir uns von dem Spiel erhofft und erwartet hatten umgesetzt wurde und ich selten so zufrieden war nach einem Sieg.
Womit hatte ich gerechnet? Mit einer defensiven Grundordnung und langen Bällen.
Worauf habe ich gehofft? Auf eine stabile defensive Grundordnung und lange Bälle die ab und an ankommen und für Gefahr sorgen.
Was haben wir bekommen? Eine extrem starke Defensive, clevere Verschiebungen, schnelles Umschaltspiel, teilweise grandioses gegen-den-Ball agieren (ich will das Wort “Pressing” vermeiden, das hört sich so offensiv an, das war es nämlich nicht immer) und (halb)konsequentes Ausnutzen der Stuttgarter Fehler. Dazu schenkt uns der effzeh drei Punkte, die unserem Aufenthalt in der ersten Liga eine Überschrift geben: Angekommen.
Im Gegensatz zum HSV-Spiel stellte Stöger nur einmal um, nahm Matuschyk aus der Mannschaft um mit Vogt der Doppelsechs noch ein wenig mehr Sicherheit zu geben. Sonst blieb alles bei alten, Ujah machte den lonesome Cowboy, Brecko und Hector stießen aber bei Bedarf immer mit nach vorne, unterstützten damit Risse, Halfar und Osako und damit konnte der 1.FC Köln im Ballbesitz mit drei, vier schnellen Pässen viele Meter Raum überbrücken und damit Überzahl schaffen, die die Stuttgarter eigentlich über das gesamte Spiel nicht adäquat verteidigen konnten. Das war richtig, richtig gut, sah nach einem wohldurchdachten Matchplan aus und wurde mit fast sklavischer Disziplin der Kölner Spieler umgesetzt. Grandios.
In der Rückwärtsbewegung ließ Lehmann mehr als einmal die “Sechs” “Sechs” sein und stellte sich eher auf eine Beckenbauersche “Fünf”, engte damit die Mitte ein, versperrte den direkten Weg durch eben diese und zwang die Stuttgarter über die Außen zu gehen, bzw. den Angriff neu aufzubauen. Es hatte den Anschein, dass man den VfB in eine ganz bestimmte Ecke drängen wollte, von der man die wenigste Gefahr annahm. Maxim und Sakai rannten die linke Seite rauf, bekamen es mit Brecko zu tun, der von Maroh exzellent unterstützt wurde, standen an der Eckfahne und wussten nicht mehr weiter. Einzige Möglichkeit: Zurück, Neuaufbau, Zeit für die effzeh-Abwehr alle Räume dicht zu machen. Feierabend.
Das resultiert dann in so abartigen Statistiken wie 69% Ballbesitz für den VfB bei 701 zu 312 Pässen. Siebenhunderteins! Sieben-Hundert-Eins Pässe! Und was ist dabei rumgekommen? Nix. Ich habe gestern irgendwo in einem Forum (jaja, ich weiß…) gelesen, dass der VfB über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft war und der effzeh das Spiel nur zerstört hätte und halt zwei Mal Glück beim Abschluss hatte. Ich möchte vehement widersprechen. Der 1.FC Köln war über das gesamte Spiel die reifere, cleverere, diszipliniertere und taktisch klügere Mannschaft. Der Sieg war ganz eindeutig verdient und hätte mit mehr Kaltschnäuzigkeit auch locker zwei Tore höher ausfallen können. Der VfB hatte einen Freistoß und Timo Horn musste bis zur 90. Minuten genau zwei Bälle halten, die ihn aber vor keine Probleme stellten. Chancen waren das für die Stuttgarter eher nicht.
Und mit dem letzten Satz gibt es dann auch einen Übergang zum vielleicht einzigen Kritikpunkt, den man, wenn man denn danach suchen möchte, beim effzeh ansprechen kann: Das Spiel in die Spitze war teilweise ungenau, die Laufwege von Ujah sind immer noch… nun ja… anstrengend, die Koordination hat nicht in jeder Sekunde gestimmt und Risse und auch Halfar agierten streckenweise sehr hektisch, als wollten sie auf biegen und brechen alles sofort erreichen. Da war der Kopf dann manchmal schneller als die Beine. Außerdem waren natürlich zwei, drei Konter recht blöd ausgespielt. Osako, Ujah und Halfar hatten allesamt noch dicke Chancen auf eine frühzeitige Entscheidung, die mir und meinem Puls recht gut gefallen hätte. Naja, sei es drum, das ist jammern ohne Grund.
Als Aufsteiger war das einfach von Anfang bis Ende eine sehr erwachsene Leistung der Mannschaft. Die Raumaufteilung war wunderbar, ab der 60., 65. Minute verschob Stöger das Team zu einem sehr kompakten 4-5-1, zwang dadurch den VfB zu Quer- und Rückpässen und schon kommen wir wieder bei dem Matchplan von oben an.
Eine individuelle Leistung möchte ich noch erwähnen: Jonas Hector spielte einen derart souveränen, abgeklärten Linksverteidiger, da ging mir das Herz auf. Der Junge wird die Liga aufmischen, da bin ich sicher. Martin Harnik sah kein Land gegen ihn, verlor in der Vorwärtsbewegung mehr als einmal den Ball durch wunderbare Tacklings und überragendes Stellungsspiel. Ich sagte es vor der Saison und bleibe dabei: Hector wird der nächste Nationalspieler. Vielleicht nicht dieses Jahr aber -wenn er gesund bleibt- ist das nur noch eine Frage der Zeit, glaubt mir.
Ist das zuviel Lob? Bin ich zu euphorisch? Ja, es war erst der zweite Spieltag, ja es war ein recht schwacher VfB Stuttgart der einfallslos und uninspiriert agierte und taktisch keine Antwort auf das Spiel des effzeh hatte. Ja, es war kein Hurra-Fußball, den werden wir dieses Jahr auch nicht zu sehen bekommen (was verdammt gut so ist) und, ja, die Saison ist lang, es werden Rückschläge kommen. Aber im hier und jetzt kann ich nicht anders als einfach komplett zufrieden zu sein. 4 Punkte, 0 Gegentore, ein klar erkennbarer Plan, eine mannschaftliche Geschlossenheit und die Erkenntnis dass man mitspielen kann in der Bundesliga. Das man punkten kann, dass man siegen kann. Der 1.FC Köln ist angekommen.
Nachspiel: Gestern gab es in Düsseldorf den #tpdus und nach langer Zeit war ich auch mal wieder dabei und hatte wahnsinnig viel Spaß auch wenn die Tankstellensituation in Düsseldorf anscheinend so erschreckend karg ist, dass es nicht mal Suppenhühner zu kaufen gibt. Davon ab traf ich Stefan Kellerwieder und nötigte ihm sofort einen Text ab, weil mir die Südtribüne doch sehr fehlt. Zum Glück hatte Stefan auch schon ein oder zwei Bierchen getrunken und wehrte sich nicht mehr mit letzter Kraft. Er sagt zu und hielt Wort und deshalb gibt es jetzt hier Stefanssehr persönlichen Blick auf den neuen Effzeh und warum schweigen manchmal glücklich machen kann:
Glücklich sein…
Eigentlich möchte ich gar nicht über den 1. FC Köln schreiben. Dummerweise habe ich mich Samstagabend dazu bequatschen lassen, es doch zu tun. Und versprochen ist versprochen. Da nützt es nichts, sich damit herauszureden, dass bei dem Versprechen Alkohol im Spiel war, viel Alkohol. Ich bin ja nicht Milivoje Novakovic.
Über fünf Jahre habe ich mein Blog „Die Welt – aus Sicht der Südtribüne“ dem FC gewidmet. Von 2005 bis 2010. So ungefähr. Eine Zeit, in der man, schrieb man über den FC, beim Tippen mit dem Kopf auf die Tischplatte schlug, weil der Verein so unfasslich dämlich war und die gleichen Fehler immer und immer wieder machte. Es war die Ära Overaths, Meiers, Daums. Die dunkelsten Jahre in ohnehin finsteren Zeiten.
Eigentlich sollte es mir also ein Vergnügen sein, jetzt über den FC zu schreiben. Die Mannschaft ist gerade aufgestiegen, hat zwei sehr manierliche Auftritte in der 1. Liga hingelegt, 4 Punkte gegen direkte Konkurrenten um den Abstieg eingefahren, in drei Pflichtspielen der Saison kein Tor kassiert. Dabei war nicht einmal Glück im Spiel. Wie der Aufstieg waren auch die ersten Saisonspiele das Ergebnis guter Arbeit, abgeklärten Auftretens und solider Vorbereitung.
Überhaupt: Arbeit. Da sind Leute beim FC, die glauben, dass um erfolgreich zu sein, über Arbeit nicht nur geredet werden muss, sondern dass auch einer da sein muss, der sie macht. Und dass es hilft, wenn man bei der Arbeit einen Plan hat.
Wie im Spiel eben auch. Schon gegen den HSV war zu erkennen, dass die Mannschaft eine Idee davon hatte, was sie auf dem Platz tun wollte und dass sie – sieht man von einer gewissen Zaghaftigkeit im Angriff ab – in der Lage ist, diesen Plan auch umzusetzen. Gegen Stuttgart klappte das noch besser, weil – wir drehen uns jetzt im Kreis – in der Trainingswoche u.a. am Torabschluss gearbeitet wurde. Von Zaghaftigkeit war weder bei Osakos 1:0 noch bei Ujahs wohlüberlegten Knallerschuss irgendetwas zu spüren.
Eigentlich also müsste es toll sein, jetzt über den FC zu schreiben.
Nur möchte ich das trotzdem nicht. Ich habe mich an diesem Verein jahrelang schreibend aufgerieben.
Analysiert, getobt, geflucht, geschimpft.
Verzweifelt. Wütend. Frustriert.
Jetzt, wo ich meinen Frieden mit ihm gefunden habe, möchte ich diese Zeit nur still genießen. Auf meinen Platz im Stadion sitzen, erleben, wie die Mannschaft sich entwickelt, ein bisschen guten Fußball sehen, Freude daran haben und glücklich sein.
Vielen Dank, Stefan, es sei Dir gegönnt!
Eine letzte Sache noch. Durch die bescheuerte Länderspielpause pausiert der Bockcast. Nächste Woche geht es weiter. Bis dahin, wie immer:
Pickepacke volles Programm diese Woche. Neben Petervon der Sektion Twitter bzw. der Definitionsmacht Colonia habe ich hochqualifizierte Gäste von der Gegenseite am Start. Über das 0:0 gegen den HSV spreche ich mit Andreas, einen Ausblick auf das Spiel in Stuttgart gibt es mit Marcel.
Joa und dann reden Peter und ich halt ein wenig über diese Spiele, Ihr kennt ja den Ablauf. Zum Schluss gibt es dann noch einen kleinen Ausflug in die Zweitklassigkeit, denn der allgemeine Hype (oder sollte ich besser Empörung schreiben) zu/über RB Leipzig geht natürlich an Kölner Fankreisen nicht spurlos vorbei. Wir werfen einen -hoffentlich- recht emotionslosen Blick in den Osten.
Dazu gibt es wie immer ein paar fürchterliche Gedankensprünge, Denkpausen, Quatsch und Verzäll. Ich hoffe Ihr habt den gleichen Spaß beim hören, wie wir beim machen und wie immer…
Um kurz nach 10 klingelte das Telefon. Na gut, es gab einen dieser neumodischen Klingeltöne ab, die anzeigen dass eine internetbasierte Textnachricht eingetroffen ist. Ob ich Zeit und Lust und überhaupt hätte zum effzeh zu gehen. Karte wäre übrig. Ich hab ja jetzt schon seit vielen Jahren keine Dauerkarte mehr und die Stadionbesuche werden echt deutlich weniger, als es früher der Fall war, also ließ ich mich herab -nachdem ich ca. 3 Minuten kreischend und mit dem Hemd über dem Kopf durch’s Haus gelaufen war- die Karte abzunehmen. Man muss ja nett sein zu den Leuten…
Vor dem Spiel ein kurzes Treffen am Neumarkt (“an der Sparkasse links” – wenn Ihr den Neumarkt kennt, dann wisst Ihr wie viele Sparkassen da sind…) mit kölscher Twitter-Elite und sehr netter Hamburger Gefolgschaft und ab nach Müngersdorf. Folgen Sie dem Mann mit dem Hut, er weiß, was er tut!
Kurz nach 15 Uhr kam dann auch meine Karte angeschlendert und ab ging es in die Warteschlange. Schwer lustig: Nicht mal in den Rucksack meines Begleiters und Kartenspenders wurde geschaut. Er hätte alles darin haben können, hat keinen Menschen interessiert. Hmm. Egal. Pünktlich zum Anpfiff (ich glaube ich war noch nie so spät im Stadion) waren wir auf unseren Sitzen und freuten uns auf die Bundesliga. Lange genug hat es gedauert!
Ja, das Spiel. Ich sagte es vorher schon jedem der es nicht wissen wollte: Ich wünschte es wär schon vorbei. Ich hatte seit Mittwoch richtig Schiss, dass das nix gibt. Das konnte ich an nichts bestimmten festmachen, vielleicht ist es einfach diese jahrelange Konditionierung auf die Beschissenheit der Dinge beim effzeh, ich weiß es nicht aber irgendwie war es in mir. Lass es bloß schnell vorbei gehen und lass es uns nicht verkacken. Komm schon effzeh, ich brauche das echt nicht mehr.
Wo war ich? Achja, das Spiel. Puh. Stöger bringt Risse für Olkowski und Wimmer für Mavraj, lässt die Mannschaft aber sonst im Vergleich zum Pokalspiel unangetastet. Also wieder Lehmann und Matuschyk auf der Schaltstelle. Die Kombination die mir von allen am unsinnigsten erschien (erscheint!) ist also anscheinend eine, die dem Trainer gefällt. Jetzt kann man natürlich sagen: Komm, ist erstes Saisonspiel, da will man sicher sein, da will man nicht viel zulassen, da nehme ich mir einen gestandenen Profi (Lehmann) und einen Spieler der die “Sechs” eher defensiv interpretiert (Matuschyk) und schaue mal dass ich damit Ruhe in’s Spiel bringe. Klar, kann man machen.
Man kann aber auch sagen: Gut, wenn Du nicht gewinnen willst, willst Du nicht gewinnen.
Über 90 Minuten kam aus dem offensiven Mittelfeld viel zu wenig um ernsthaft von geplantem Angriffsspiel zu sprechen. In der ersten Halbzeit zwei Fernschüsse, nach dem Seitenwechsel eine Kopfballrückgabe von Ujah und eine ziemlich chaotische Chance von Osako, die von der Tribüne vermuten ließ, dass sich unser Neuzugang bei der Schussabgabe den Fuß mehrfach gebrochen hat. Sah zum Glück nur so aus.
Mehr Ordnung und mehr Sicherheit kam mit Kevin Vogt in das Kölner Spiel. Er hat mir echt ganz gut gefallen auch wenn auch bei ihm nicht alles geklappt hat, merkte man, dass er eine andere Abgeklärtheit an den Tag legte als Osako. Aber natürlich war das auch ein Wechsel, der einen “Play-it-safe”-Stempel mittig auf der Stirn aufgedrückt hatte.
Nach vorne ging also nicht allzu viel beim 1.FC Köln aber, das muss man schon sagen, die Abwehr stand ziemlich gut, ließ so gut wie keine Hamburger Chancen zu (eine Doppelchance kurz nach der Halbzeit) und verteidigte die vielen, vielen Freistöße aus dem Halbfeld immer wieder gut, weil auch Ujah immer im eigenen Strafraum war und dort mit wuchtigen Befreiungskopfbällen für Entlastung sorgte. Nach ungefähr 10 Minuten wusste der effzeh aber auch, was er von diesem HSV zu erwarten hatte: Lange Bälle in den Strafraum, kaum Spiel über die Außen. Das war dann doch recht eindimensional was die Slomka-Truppe da mit nach Müngersdorf brachte. Und wenn doch mal ein Ball durchkam, dann stand da immer noch Timo Horn, der sich keinen Fehler leistete…okay, einmal hätte er den Ball festhalten können, statt zur Ecke abzuwehren aber das ist nur das Haar in der Suppe suchen. Alles okay.
Gestern war ich nach dem Spiel echt enttäuscht, weil ich den effzeh in Teilen etwas feige fand. Vielleicht auch mit zuviel Respekt vor einem Gegner, der durchaus Schwächen hat. Heute sehe ich das ein wenig positiver. Auftakt nicht verloren, kein Gegentor kassiert, Ansätze waren da, die Abwehr stand gut organisiert und die Mannschaft zeigte sich geschlossen. Darauf kann der Verein aufbauen. Muss er aber auch, denn irgendwann werden Tore für den Gegner fallen und dann muss man in der Lage sein zu reagieren. Das wäre wohl gestern noch nicht möglich gewesen.
Woran sich die Mannschaft auch bitte schnell gewöhnen muss, jeder sagt es, jeder weiß es auch eigentlich: Das viel, viel höhere Tempo in der ersten Liga. Man sah gestern viele Abspielfehler bzw. unsaubere Pässe, weil die Hamburger oft ein Bein zwischen die Bälle bekamen. Ja, Du hast halt jetzt nicht mehr 2,5 Sekunden Zeit bis ein Gegenspieler kommt, es ist jetzt nur noch eine Sekunde, vielleicht eine halbe. Und gleichzeitig, wenn dann Ballverluste, meistens im Halbfeld, passieren foulst Du vielleicht, bekommst einen Standard gegen Dich und schenkst so dem HSV die Möglichkeit billig in den Strafraum zu kommen. Aber auch das wird sich mit der Zeit einspielen. Wir sind eben immer noch ein Aufsteiger.
Ein Satz zum HSV: Gut gestaffelt, reifere Spielanlage, routinierter, cleverer im Zweikampf, teilweise uninspiriert und völlig auf van der Vaart zugeschnitten, in der zweiten Halbzeit mit riesengroßen Lücken auf rechts, die vom effzeh nicht ausgenutzt werden konnten. Wird die erwartet schwere Saison…
…genauso wie für den 1.FC Köln
Aber das wussten wir ja vorher und niemand hat uns versprochen, dass es einfach werden würde.
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