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Dynamo – FC: Meierbökerschyk

Es hilft ja nichts. Wirklich nicht. Man kann sich dem ja nicht entziehen. Bei aller vorgespielten Abgeklärtheit erwische ich mich dann doch dabei nach Ujahs 2:0 kurz aufzustöhnen. Jetzt bist Du also kurz vor Ostern auf einen Punkt am dritten Platz dran. Alles Gerede vom Konsolidieren, vom behutsamen Aufbau weicht dem dringenden Wunsch wieder Erstklassig zu sein, wieder nach Bayern zu reisen um die Allianz Arena zu sehen, nicht das Jahnstadion in Regensburg oder den Audi Sportpark in Ingolstadt. In der Stadt fließt das Kölsch, aus jeder Kneipe hört man dass dat Hätz für d’r FC Kölle schläät und auch in den eher gemäßigten Online-Kreisen kapituliert jede Vorsicht. This is Cologne. So war das immer schon.

65 – 70 Minuten war es ein schöner Mist, den wir da Gestern zu sehen bekamen. Der effzeh muss sich diesmal wirklich bei Torwart Horn bedanken, dass man mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Pause gehen durfte. Drei Mal parierte der Mann glänzend gegen Dresdener Stürmer. Dazu konnte Maroh den ein oder anderen Bock von Magic Miso ausbügeln und damit wenigstens die Null halten. Das ist dann doch recht wenig gegen eine spielerisch derart limitierte Mannschaft wie Dynamo. Es fehlte an Allem: Kaum Pässe kamen an, die Zweikampfwerte stimmten nicht, die Laufwege sahen wieder nach Freilandhaltung aus und von einer konsequenten Torgefahr war der effzeh so weit weg wie der neue Papst von der Anerkennung der Homo-Ehe. Eine Ewigkeit und mehr.

Lasst uns mal ehrlich sein: Gegen jede Mannschaft der ersten Liga kassierst Du in der ersten Halbzeit drei Tore. Mindestens. Und das nicht nur, weil die Stürmer vielleicht mal auf die Idee kommen könnten anstatt halbhoch aufs Tor zu bolzen auch mal flach in die Ecken zu schießen, nein, das wirkliche Problem liegt im gesamten Spielaufbau. Gegen einen Bundesligisten steht Maroh eben nicht zur Unterstützung von Brecko breit, weil er selbst einen Spieler hat um den er sich kümmern muss. Bumm, steht einer frei. Haben wir doch letztes Jahr alles mitgemacht und – Leute – die Abwehr letztes Jahr war zwar ein riesiger Haufen totes Fleisch aber so richtig viel schlechter als das, was da i.M. auf dem Platz steht waren die auch nicht. okay, jetzt kommt die Stimmung dazu, von mir aus.

Nicht falsch verstehen: Maroh hat sich sehr gesteigert und ist z.Z. sicher eine Bank in der Abwehr. Das ist schön und gut und ich kann mir auch vorstellen, dass er durchaus auch in der ersten Liga noch mitspielen kann. Leider sehe ich da in der Abwehr sonst niemanden.

Schaut Euch mal an, wie (nur als Beispiel) der SC Freiburg die Räume dicht macht. Bis wir uns überlegt haben den Eichner (oder Hector, spielt keine Rolle) auf links laufen zu lassen, stehen da drei Mann und die Augen werden groß. Da kommt kein Ball über die Mittellinie. Also wird wieder zurück gespielt und Matuschyk darf mit seinen kleinen krummen Füßchen versuchen den Ball mehr als 40 Meter nach Vorne zu dreschen wo dann Maierhofer steht um ein Kopfballduell gegen einen fliegenden Zwerg zu verlieren. Sagt mir bloß keiner ich hätte nichts gesagt. Und wehe es beschwert sich nächstes Jahr wirklich jemand wenn wir Woche für Woche abgeschlachtet werden. Wehe.

In dieser Form ist der Aufstieg natürlich auch noch ein ganzes Stück weg, denn in der Relegation sehe ich i.M. auch keine wirkliche Chancen aber da sind wir dann wieder beim Dilemma: Wenn Du dann die reale Chance hast mit nur zwei Spielen gegen eine miese Erstliga-Mannschaft hoch zu kommen, dann willst Du das natürlich auch, ist doch klar!

Fällt mir noch was zu Gestern ein? Nicht wirklich. Die Tore waren okay, Ujah scheint irgendeine nigerianische Knolle im Kühlschrank gefunden zu haben, die ihn wieder Tore schiessen lässt, das Mittelfeld war wieder nicht existent, Clemens mit sehr fahrigen Momenten, Bröker sinnlos, Matuschyk unsicher und fehlpasslastig, Maierhofer wäre besser dran, wenn er Katapulte nach Gondor schleppen dürfte und am Ende regt sich Pacult auf, dass Dynamo die bessere Mannschaft war. Ja, so war das und so ist das. Das trifft den Kölschen an sich ja nicht mal leicht, denn solange die Anlage aufgedreht wird und die Lieder gesungen werden und das Kölsch in Strömen fließt ist alles gut. Ja, so war das immer und so ist es immer noch.

Und im Mai, wenn wir dann wirklich Relegation spielen sollten, sitze ich garantiert dabei, zittere am ganzen Körper und schreie und fluche und heule und jubele und das Kölsch wird fließen und die Lieder werden gesungen werden und wir werden wieder Pläne schmieden: Für Auswärtsfahrten nach Bremen und München und Hamburg und Stuttgart und Mailand und Barcelona und Paris. Ja, so wird es kommen. Wenigstens für einen Sommer. This is Cologne. Du kannst nicht entkommen!

Championsleague Finale in London

Jeder hartgesottene Fan will dabei sein: beim Championsleague-Finale der Saison! Dass die letzte Saison in München endete war für viele deutsche Fans eine ganz großartige Gelegenheit, dieses nervenzerreissende Game vor Ort, mit der kochenden Stimmung im Stadion, mitzubekommen. Dass dann auch noch Bayern München selbst im Finale stand war die Kirsche auf dem Sahnehäubchen auf dem Bananasplit. Zwar hat Chelsea letztendlich den Titel davon tragen können – dennoch war das eine ganz besondere Erfahrung für viele, die zum ersten Mal dabei waren.

Neben München war es bisher nur Gelsenkirchen in der Arena auf Schalke, die das Finale 2003/2004 zugesprochen bekommen haben, was deutsche Städte betrifft. Nun gehen Gerüchte rum: im Jahr 2015, so soll die UEFA bereits entschieden haben, soll Berlin mit dieser Ehre beglückt werden. Während 2014 bereits für Lissabon bekannt gegeben wurde, findet das Ende dieser Saison schon wieder in London statt – erst zwei Jahre nach dem letzten Mal. Das ist kein Gemauschel, sondern praktisch ein Geschenk an London zum 150. Geburtstag des britischen Fußballverbandes.

Der Traum von Berlin könnte wahr werden, wenn bis dahin infrastrukturelle Dinge wie etwa der Großflughafen Berlin-Brandenburg geregelt sind. Die offizielle Verkündung soll noch im März statt finden. Dann lägen nur 3 Jahre zwischen zwei Deutschland-Finalen und viele heimische Fans würden sich freuen, auch wenn der Hertha BSC sich bis dahin vielleicht noch nicht aus der 2. Liga rehabilitiert hat.

Wer es nicht mehr aushält und das Championsleague Finale im Mai 2013 im Wembley-Stadion besuchen möchte, hat immer noch Chancen. Wer die Bandbreite seines Glücks etwas erweitern will, der kann es bei diversen Gewinnspielen versuchen. So findet auf PokerZeit für den Rest des Monates die Chance auf so ein Ticket mit einer Übernachtung zu gewinnen. Ebenfalls kann man Tickets auf der offiziellen UEFA-Seite zu gewinnen. Bis zum 29. März läuft die Lotterie. Jeder kann sich für Ticke15 auf der offiziellen UEFA-Seite anmelden. Ob diese tatsächlich auch “gewonnen” werden, ist dabei aber unklar. Für viele Fans ist das eine Unerhörtheit. Sie beschweren sich darüber, dass das zu knapp sei, um dann noch günstig für das Finale planen zu können (etwa Anreise und Unterkunft). Jeder Fan darf sich dabei auch nur zwei Tickets auf seinen Namen bestellen, also haben es auch große Gruppen in Zukunft schwer, zusammen reisen zu können. Immerhin: die UEFA hat sich entschieden, die Ticketpreise im Verhältnis zur letzten Saison zu verringern.

FC – SC Paderborn: Euphoria galore

Hennes packte das blanke Entsetzen. Wie ein Derwisch fegte Tony Ujah zur Seitenlinie und will dem Tier an die Hörner, doch die Goaß hat keinen Bock und flieht mit Betreuer Reipka im Schlepptau weg von dem enthemmten Doppelpack-Torschützen. In Müngersdorf kümmert das keinen Menschen. Grad’ hat der effzeh das 3:0 gegen den SC Paderborn geschossen, ist punktgleich mit Lautern und nur noch 11 Punkte von Braunschweig weg. Der Samstag kumulierte in Köln schon kurz vor drei in rot-weißer Glückseligkeit. Willkommen im Tollhaus.

Vor dem Spiel gab es für mich schon den ersten Grund einigermaßen zufrieden zu sein. Bröker wurde mit Jajalo und Strobl zwei Menschen mit geraden Füßen zur Seite gestellt. Die Hoffnung, dass mal ein Paß ankommen werden würde stieg um mehrere Potenzen. Leider nur in der Theorie, denn Jajalo machte das Spiel (leider wieder mal) komplizierter als es wirklich ist, Strobl war kaum zu sehen und Bröker rannte erneut über den Platz als würde er das Endspiel in Takeshi’s Castle bestreiten. Manchmal ist das lustig, meistens jedoch nur tragisch.

So blieb in der Abteilung Kreativspiel wieder alles an Christian Clemens hängen, der -in meinen Augen- wieder mal der stärkste Mann auf dem Platz war. Ein wenig unterstützt wurde er diesmal von Matuschyk, der sein bestes Spiel seit vielen, vielen Monden machte. Das ist immer noch weit von meiner Vorstellung von einem aktiven Sechser entfernt aber immerhin. Die Laufwege waren größtenteils okay, die Unterstützung des Mittelfeld funktionierte und auch sein Tor war gut gemacht, er ist schneller als Demme und verwandelt die scharfe Hereingabe von o.e. Clemens imt der Sohle. Ich bin ja (wie ihr wisst) mit wenig zufrieden, daher ist das schon okay.

Es war jedoch für mindestens 30 Minuten das erwartet zähe, schwere Spiel. Paderborn stellte die Räume ganz exzellent zu, ließ dem effzeh sehr wenig Raum zur Entfaltung, setzte auf schnelle Balleroberung und zog damit dem eher trägen Kölner Mittelfeld schnell den Zahn. Immer wieder musste über die Außen gegangen werden, wo dann das Feld viel schneller zu Ende war als die Kölner sich umsortierten und wieder war ein Ball verloren. Das war taktisch und auch fußballerisch ein prima Auftritt des SC. Was fehlte war aber der Druck nach Vorne. Das Tor von Timo Horn stand selten im Mittelpunkt. Wirkliche Gefahr bestand kaum. Daher war das 1:0 schon die eigentliche Entscheidung im Spiel, nur welcher effzeh-Fan mit einem gesunden Mittelmaß an Verstand würde sich darauf verlassen?

Kurz vor Ende der Halbzeit kommen die ersten Gerüchte von den Journalisten vor Ort: “Achtung! CE4 kommt gleich”. “Eichner steht bereit.” “Jetzt ganz stark bleiben, Eichner kommt für Hector”. Im Sekundentakt schlugen die tweets ein und sorgten unter den effzeh-Anhängern für blankes Entsetzen. Wäre hätte gedacht, dass die Einwechslung Eichners nur die Präliminarie für eine wirklich anständige zweite Halbzeit bot, die ich nach den ersten 45 Minuten kein bißchen erwartet habe?

Spätestens nach dem 2:0 durch Ujah war den Paderbornern der Zahn gezogen. In der Folgezeit konnte man echten Fußball im Kölner Westen sehen. Das ist ja schon mal selten genug und macht daher auch richtig Spaß. Mckenna, Maroh, der eingewechselte Chihi und Ujah himself hätten das Torverhältnis weiter zu unseren Gunsten drehen können aber ich will nicht klagen. Das 3:0 machte den Deckel dann ein für alle Mal zu und Ujah startete seinen ekstatischen Lauf Richtung Hennes VIII.

© @fckoeln

Um sich ein Bild über die Stimmung und die Erwartungshaltung in der Stadt zu machen, musste man aber gar nicht bis zum Schlußpfiff warten. Schon vor dem Spiel zeigte die Südkurve, dass sie in ihrem Selbstverständnis nie zweitklassig war oder ist. Konfettiregen, tausende Schals und Fahnen. Herrjeh, was’n Bild. Auslöser war aber eher nicht der SC Paderborn sondern der Besuch der Pariser Ultras der Virage Auteuil (PSG) bei ihren Freunden in Köln. Dennoch eine klasse Aktion! Cudos!

Nun ist also das Rennen um den dritten Platz wirklich ein Rennen. Punktgleich mit Lautern, die am Montag in Braunschweig antreten müssen, das knapp schlechtere Torverhältnis aber eben noch ein ausstehender direkter Vergleich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in den nächsten Wochen schon eine Vorentscheidung fallen wird auch weil ich dem Braten aus Braunschweig noch nicht richtig traue. Elf Punkte sind zwar ‘ne Menge aber es sind auch eben noch 27 Punkte zu vergeben. Mal schauen.

Mittlerweile ist mir dann auch klar, dass man gewisse Mechanismen und Automatismen nicht ankämpfen sollte. Es wird bis zum Ende der Saison Stimmung für den Aufstieg gemacht werden, ungeachtet der Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Okay. Muss und kann ich mit leben. Der EXPRESS hievte die Titelseite heute wieder in Richtung Wahnsinn (“YES we Köln!”), die Foren quillen über, die Leute auf der Strasse sind wieder im Voll-Effzeh-Modus und verschämt kommen auch wieder die ersten Fahnen an die Fenster. Heute hab ich gesehen wie ein Kunde vor der Bäckerei seinen Schal aus dem Kofferraum holte und auf die Hutablage drapierte. So ist das hier bei uns. Da kommste auch nicht gegen an. Alle warnenden Worte sind spätestens nach diesem Samstag nur leere Töne. Da kann man auch mit der Hundeflöte pfeifen, hört auch niemand.

Gut, ich bin ja im Grunde ein Philanthrop. Echt. Ich kann mich für andere Menschen freuen und so will ich das auch hier handhaben. Natürlich ist es mir lieber, dass mein Verein gewinnt, statt dass er verliert, ist doch keine Frage und natürlich freue ich mich genauso wie ihr über jedes Tor. Das Leben für den Moment habe ich in meinen späten teens und frühen tweens zur Kunstform erhoben, heute bin ich da ein Stück reifer geworden aber -wie das so ist- manchmal kommen die Geister eben zurück. Ich bin noch nicht so weit, dass ich mir den Aufstieg wünsche. Ich denke weiterhin, dass es grundfalsch wäre hoch zu gehen aber ich gebe mich dem einheitlichen Stimmungstenor weitgehend geschlagen. Was soll man denn jetzt auch groß machen? Sagen, dass die Mannschaft jetzt nah dran ist aber damit ist auch gut. Nee, schon klar. Jetzt hast Du gottweißwas investiert, jetzt willst Du auch die Ernte einfahren. Kann ich hunderprozentig nachvollziehen.

Also gut, effzeh: Come on! Zeig mir was!

Nächste Woche muss der 1.FC Köln auswärts in Dresden antreten. Montag, 20:15 Uhr. 580 km. Ich rechne mit 1.500 -2.000 Auswärtsfahrern. Dresden hat heute gegen Aue verloren, steht tief im Abstiegskampf und wird ganz bestimmt kein leichter Gegner. Aber: Die Serie von 13 ungeschlagenen Spielen ist sicher keine Garantie aber immerhin schon ein Ausrufezeichen nicht duckmäuserisch an die Elbe zu fahren.

Krawallo-Alarm

Der Blogspot 360 hat mich knapp auf dem falschen Fuß erwischt, denn ich konnte mich diesmal echt nicht bremsen. Erst musste ich Klopp mal seine komplette Soziopathie unter die Nase reiben und dann bekam natürlich auch der effzeh sein Fett weg. War ja klar. Hat aber dennoch Spaß gemacht. Mit gelacht haben Florian von NedsBlog und Jens von direkt-verwandelt. Souverän moderiert hat wie immer Patrick Völkner vom Kommentar der Woche.

Ein Sonderlob an Herrn Huiber, der es sich nehmen ließ meine Start-Stammelei nicht rauszuschneiden.
Toll! Danke! Großartig! 🙂

Und bevor jetzt die ganzen Hasstiraden wieder losgehen: Leute, das ist auch bloß Unterhaltung. Bleibt mal locker!

FSV Frankfurt – FC: Vercoacht

“Was ist das denn jetzt schon wieder?” Um ziemlich genau 13:00 Uhr stolperte ich zum ersten Mal über die Aufstellung des effzeh gegen den FSV. Bröker auf der 10? Vorne wieder Doppelspitze aber niemand der zwischen der Doppelsechs und dem gegnerischen Strafraum vermittelnd eingreifen kann? Verstand ich (wieder mal) nicht. Klar, Bigalke hat gegen Union wirklich kein Refernzspiel abgeliefert aber so komplett auf eine fußballerische Komponente im Mittelfeld zu verzichten ist dann ja doch eine merkwürdige Strategie, die sich Stanislawski da ausgedacht hat. Warum kastriere ich mein Spiel wieder selbst? Lehmann und Matuschyk sind nicht in der Lage ein Spiel aufzubauen, das sollte jedem klar sein. Bröker spielt kaum brauchbare Bälle und kann eigentlich nur rackern. Zudem weicht er für eine zentrale Position viel zu oft nach rechts aus, wo er dann mit dem Ball ins Aus stolpert. Dass es in 90 Minuten daher keinen wirklich durchdachten Angriff gab, ist da nur folgerichtig. Hoch – Weit – Lang. Das war das Rezept des effzeh gegen leidlich talentierte Frankfurter. Na Bravo.

Die Korrketur kam erst spät in der zweiten Halbzeit als der Trainer Jajalo für den erneut erstaunlich schwachen Ujah ins Spiel brachte. Es folgte zwar keine Offenbarung aber immerhin eine Anspielstation in der demilitarisierten Zone zwischen den beiden 20-Yard-Linien.

Natürlich darfst Du dieses Spiel nie unentschieden spielen, denn auch mit einem mittelmäßig zielsicherem Sturm musst Du drei Tore schiessen. Mindestens. Ujah trifft im Moment das Meer nicht, wenn er aus dem Boot fällt und Maierhofer hat anscheindend Dinosaurier-Blut in der Familie, denn seine Reaktionszeiten lassen auf recht langsame Impulsgeber schliessen. Die Szene nach dem Pfostenschuss muss ja jetzt schon in jeden Jahresrückblick. Ups. Doing. Boing. Naja. auch irgendwie sympathisch. Wie ein funny-frisch Gewinner, der einmal mit den Profis mitspielen darf. Sieht man ja ab und an auch ganz gerne. Der Unterhaltungswert war also durchaus da, nur eben nicht in fußballerischer Sicht.

Achso, eine Sache noch: Hört mir bloß auf auf den Schiri zu schimpfen. Natürlich kann man da Elfemeter geben, denn Matuschyk tritt ein Luftloch in den Strafraum als möchte er sich für den nächsten Karate Kid-Film bewerben und trifft eben den Frankfurter im Ausschwung an der Sohle. So dumm, so unnötig, so unfassbar überflüssig. Ein typischer Matuschyk eben. Auch wenn das schon ein bißchen nach Schauspiel aussah, kannst Du, nein, musst Du da pfeifen. Feierabend.

Wäre aber ja alles nicht so schlimm, wenn wir denn Vorne…ach, ihr wisst ja, was ich sagen möchte, oder?

Nächste Woche geht es Samstag gegen Paderborn. PA-DER-BORN, lieber effzeh. Geht es trister? Ich bin mir nicht sicher. 40 – 50.000 Menschen werden wieder zu dir pilgern, werden ihre Schals nehmen und singen. Wenn et sinn muss durch et Führ. Es muss anscheinend sein. Ein Gutes hat das Spiel jedoch jetzt schon. Matzelinho ist gesperrt, die Doppelsechs ist gesprengt. Ich bin mal gespannt wie der Trainer diesen enormen Verlust zu kompensieren versucht.

Auf der Suche nach dem Neuanfang

Wer hier aufmerksam mitliest, wird wissen, dass die Kommentatoren meiner Beiträge nicht immer (…) meine Meinung über den effzeh teilen. Das war vor vier Jahren so, das ist auch heute noch eher die Regel als die Ausnahme. Aktuell ist das alles beherrschende Thema der mögliche Spurt zurück in die erste Liga. Ich habe mich hier schon lang und breit dazu geäußert, habe gegen den effzeh und Trainer Stanislawski geätzt, habe die Position vertreten, dass ein Aufstieg kompletter Bullshit wäre, weil die Mannschaft (mit unseren finanziellen Schwierigkeiten) gar nicht so weit aufgehübscht werden kann, als dass es in der Bundesliga für einen Nicht-Abstiegsplatz reicht. Ich halte das Gerede vom “Umbruch” immer noch für eine Nebelkerze, denn ich sehe weit und breit keinerlei Risikobereitschaft in diesem Verein. Ich sehe keine Nachhaltigkeit. Ob wir aufsteigen müssen oder nicht, kann ich nicht beantworten. Ich habe eine Theorie aber die behalte ich mal schön für mich, bis der EXPRESS das Fass aufmacht. Kann nicht mehr lange dauern. Ist aber ja auch egal, das war gar nicht das Thema. Es ging ja um die unterschiedlichen Meinungen und Philosophien. Nach dem Spiel gegen St. Pauli bot ich dem Stammleser und -Kommentator Max an seine Sicht der Dinge einfach mal aufzuschreiben, denn ich bin doch diskursfähig, Liebe Leute. Echt. Glaubt es mir.

Um es kurz zu machen. Max hat sich die Mühe gemacht und seine Sicht der Dinge über die aktuelle Situation des effzeh “zu Papier” gebracht. Vielen Dank dafür! Hier sein Text:
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Aufgrund negativer Berichterstattung in den letzten Wochen über meinen geliebten Effzeh habe ich mich zu einer Gegendarstellung entschlossen. Mein Dank geht an Axel, der mir ein Forum für meine Meinung ermöglicht.

Die Stunde Null war letztes Jahr zum Saisonende. Zuvor hatte Overath hingeschmissen, der Interimsvorstand feuerte erst Finke, dann doch auch Solbakken, Heilsbringer Schäfer konnte es auch nicht mehr umbiegen, Podolski machte seinen Weggang publik, der Effzeh stieg hochverschuldet mit einem überteuerten Starensemble in die zweite Liga ab. Jahrelange Misswirtschaft kumulierten in einer mittleren Katastrophe.

Doch der Neuanfang konnte beginnen, der – gefühlt – siebzehnte in den letzten 5 Jahren.

Der neue Vorstand sammelte sich ein komplett neues Team zusammen: Frank Schäfer, Jörg Jacobs und als Trainer kam der Sympathieträger Holger Stanislawski und zusammen verkündete man sofort, dass man gewisse Söldner von der Gehaltsliste streichen wollte – was deren Marktwert vernichtete, aber das richtige Signal zum Aufbruch war: Riether, Geromel, Lanig und andere wenig überzeugende Spieler mussten gehen. Leider traf es auch den hervorragenden Rensing, der durch seine aufopferungsvolle Art und Wahnsinns-Paraden zur Identifikationsfigur geworden war. Da man aber auf den eigenen Nachwuchs setzen wollte und Kosten sparen musste, war auch diese Entscheidung nachvollziehbar.

In der Sommerpause waren einige Neuzugänge zu verzeichnen und zuvor ausgeliehene Spieler wurden zurückgeholt. Das wichtigste aber: Obwohl die Presse es immer wieder so darstellte, war der direkte Wiederaufstieg von Anfang an kein Muss. Man wollte der neuen Truppe die Chance geben, relativ entspannt zusammen zu wachsen und ohne Leistungsdruck die Saison spielen zu können.

Dann kam der Saisonauftakt. Von den Ergebnissen her eine einzige Katastrophe. Spielerisch jedoch konnte man sich eindeutig Hoffnung auf mehr machen: häufig hatte die Mannschaft ein deutliches Plus an Ballbesitz und Torschüssen, konnte sich aber für die guten Leistungen nicht belohnen. Es wurde schon vom Abstieg in die dritte Liga gesprochen. Es kamen einige weitere Transfers zum Ende des Transferfensters (u.a. Bigalke und Ujah) und irgendwann dann auch die Wende. Einige Erfolge stellten sich ein.

Seitdem liegt der Effzeh in der Formtabelle immer auf den vorderen Plätzen und holt Stück für Stück den Rückstand auf die Aufstiegsplätze auf. Dabei waren einige grandiose Spiele zu verzeichnen, wie ein 3:3 zu Hause gegen Kaiserslautern oder ein 2:2 gegen Braunschweig. Aber es gab auch katastrophale Spiele wie ein 3:2 in Regensburg, wo dem Effzeh 5 gute Minuten genügten, um 87 unterirdische Minuten wett zu machen, ein lahmes 0:0 gegen 10 Duisburger und nicht zuletzt ein blutleeres 0:2 beim VfR Aalen.

Bei der Bewertung der Spiele durch Presse und Fans fällt aber vor allem eines auf: Wenn die junge Truppe nach guter Leistung Punkte liegen lässt, ist der Tenor “dass nur Punkte zählen” und man “sich vom schön spielen nix kaufen kann”. Bei einem eher glücklichen Sieg nach schwachem Spiel gegen St. Pauli wird hingegen genau umgekehrt argumentiert: ein solcher Sieg ist “unverdient” und “mit einer solchen Leistung darf man nicht aufsteigen”. Hier erfolgt die Bewertung der Ergebnisse mit zweierlei Maß. Zumal aus solchen Bewertungen die Erwartungshaltung spricht, dass die Lizenzspielermannschaft des Effzeh gefälligst jederzeit und immer mit grandiosem Zauberfußball jeden Gegner an die Wand zu spielen hat. Dass dies überzogene Erwartungen sind, versteht sich eigentlich von selbst.

Dazu beschwert sich der Kreis der Kritiker über die Aufstellungen und Einwechslungen von Holger Stanislawski („die jungen Spieler brauchen doch Einsatzzeit“) und über die Transferpolitik. Warum werden alte Kämpen wie McKenna gehalten, eine “Pfeife” wie Brecko zum Kapitän und neue alte Spieler wie Maierhofer verpflichtet? Nun, die jungen Spieler brauchen ja irgendjemanden mit Erfahrung, von dem sie auch lernen können. Und wenn einige junge Spieler noch nicht weit genug sind (so Roshi oder Ishak) ist eine Ausleihe ein guter Weg, um ihnen Einsatzzeiten und somit eine Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Außerdem wird kritisiert, dass jetzt doch laut über den Aufstieg in die erste Liga nachgedacht wird. Auf der einen Seite kann dies berechtigterweise in Frage gestellt werden, denn das junge Team wäre wohl tatsächlich noch nicht weit genug, um in der Bundesliga die Klasse zu halten. Auf der anderen Seite aber zeigt die Tabelle nach 23 Spielen den Effzeh auf Platz 4 mit 3 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Dementsprechend kann die (relativ) junge Mannschaft so schlecht nicht sein – immerhin steht sie besser da als 14 weitere Mannschaften der zweiten Liga (und das nach dem Fehlstart von 2 Punkten aus den ersten 6 Spielen der Saison). Man kann keiner Mannschaft, die in Reichweite eines Aufstiegsplatzes steht, befehlen nicht vom Aufstieg zu träumen.

Was man der Mannschaft vorwerfen kann – und wohl auch muss – sind ihre Leistungsschwankungen. Es gab eben zu oft nach grandiosen Spielen mit Kampf und Spielwitz auch Lachnummern an Verkrampftheit und lascher Zweikampfführung. Dazu kommt eine eklatante Abschlussschwäche. Genau das wird wahrscheinlich dazu führen, dass am Ende der Saison zwar ein guter Tabellenplatz, aber kein Aufstieg erreicht werden wird. Sollte es wider Erwarten doch zum Aufstieg kommen, kann man die finanzielle Gesundung des Vereins weiter vorantreiben, indem man die finanziellen Vorteile des Oberhauses mitnimmt, aber sportlich weiter auf Konsolidierung setzt.
Egal wie es letztlich ausgeht, wird sich in der zweiten Sommerpause des Dreigestirns Schäfer – Jacobs – Stanislawski zeigen, ob die Transferpolitik und die sportliche Marschroute weiterhin verfolgt werden können.

Einige geliehene und verliehene Spieler müssen auf den Prüfstand (Ishak, Ujah, Roshi, etc.) und die Jugendarbeit sollte dazu führen, dass der Kader mit eigenen Talenten verstärkt werden kann. Die beiden Eigengewächse Horn und Hector zeigen hier was möglich ist. Wenn man solche Talente nicht halten kann, kann man sie immerhin nach ein bis zwei Jahren gewinnbringend an die Konkurrenz verkaufen.

In einem Unternehmen, in dem durch unvorhersehbare Ereignisse wie Verletzungen, rote Karten, Formkrisen und Fehlentscheidungen Unparteiischer die Zukunft erheblich schwerer planbar ist als in jeder anderen Branche, ist dies sicher keine leichte Aufgabe. Bis jetzt ist aber gute Arbeit verrichtet worden: Man hat im Sommer den Kader erheblich verschlankt und Lohnkosten eingespart. Man spielt seit dem komplett verkorksten Saisonstart eine passable Saison. Rechnet man den Punkteschnitt seitdem hoch, stünde der Effzeh auf einem Aufstiegsplatz (mit im Schnitt 2 Punkten pro Partie seit dem sechsten Spieltag). Stanislawski lässt die Mannschaft fast immer in der Favoritenrolle spielen – auch dies ein wichtiger Punkt, denn sich hinten rein zu stellen und auf Konter zu spielen ist immer einfacher als das Spiel selbst zu machen. Außerdem nutzt Stanislawski verschiedene taktische Konstellationen und erhöht so die Flexibilität der Mannschaft – ebenfalls ein wichtiger Punkt, um stets gut vorbereitet für den nächsten Gegner zu sein.

Wer das nicht glaubt, möge doch mal die Aufstellungen von Tuchels Mainzern studieren.

Auch wenn sicherlich der Umbruch noch lange nicht vorbei ist, so ist dennoch ein erstes Stück des steinigen Weges geschafft. Die gute Arbeit der letzten 9 Monate soll unbedingt fortgeführt werden. Gerne vom gleichen Personal, welches sicherlich zwar Fehler macht, aber dennoch den Effzeh auf einen deutlich besseren Weg gebracht hat als der blinde Aktionismus der vielen Jahre zuvor. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es glänzt beim Effzeh derzeit deutlich mehr als in den letzten Jahren.

Pflichtprogramm

Alle hinkommen! Keine Ausreden!

FC – Union Berlin: Beste Saisonleistung

Rund um die 70. Minute dämmerte es mir: Das wird ein schweres Stück Arbeit den Artikel zum Spiel so richtig schön unzufrieden klingen zu lassen. Verdammt. Es ist immer einfacher es besser zu wissen und auf offensichtliche Fehler oder Mißstände hinzuweisen als sich zufrieden mit etwas zu zeigen und das dann auch noch irgendwie kommunizieren zu sollen. Fragt mal bei einem Call-Center Eurer Wahl nach wie viele Kunden da wohl tagtäglich anrufen um “nur mal mitzuteilen, dass alles super ist”. Werden nicht sonderlich viele sein. Und ich soll jetzt hier ‘nen Text zu einem Spiel raushauen, das nie gefährdet war, das ein Maierhofer-Tor beinhaltet und uns in unmittelbare Schlagdistanz zum Relegationsplatz bringt? Na gut, probieren wir es mal.

Von Beginn an zeigt sich der effzeh bereit mich dumm aussehen zu lassen. Zu der Bereitschaft (die ja eigentlich über die gesamte Saison vorhanden war) kommt nun der Wille auch spielerisch das Niveau etwas anzuheben. Im Mittelfeld bekommt Sascha Bigalke eine neue Chance und verbockt diese lehrbuchmäßig. Völlig übermotiviert versucht er sich an Hochrisikopässen, wird drei Mal abgefangen und verliert danach völlig das Spiel aus den Augen. Er spielt Fehlpass über Fehlpass und trifft leider auch nicht die besten Entscheidungen bei seinen ballführenden Momenten. Mal geht er zu früh nach Außen, mal zieht er ohne Not nach Innen. Das war leider gar nichts. Aber und jetzt kommt ein großes Aber: Wir hatten wenigstens die Position im zentralen Mittelfeld besetzt, so dass Matuschyk oder Lehmann einen Anspielpartner hatten. Man musste nicht den 30, 40 Meter-Pass spielen und auf Gottes Gnade hoffen. Auch wenn der Junge ein richtig, richtig schlechtes Spiel abgeliefert hat, würde ich an des Trainers Stelle nicht umstellen, sondern ihn wieder ran lassen. Erstens kann er nur so lernen und zweitens hat er alleine durch seine Positionsbesetzung das Spiel des effzeh felxibler gemacht. Vielleicht hätte ich in der Pause Jajalo für Bigalke gebracht anstatt Strobl aber das ist Haarspalterei. Wichtig ist, dass die Zentrale immer besetzt ist und zwar nicht mit Lehmann oder Matuschyk, sondern mit einem Ballverteiler.

Bigalke war aber auch schon so ziemlich der einzige Ausfall in einer ansonsten komplett souveränen Mannschaft. Horn spielte völlig unaufgeregt und sicher, hatte aber letztlich kaum Szenen um sich auszuzeichnen. Die Abwehr nahm ihm viel Arbeit ab. McKenna und Maroh mit ungewöhnlich blitzsauberem Match. Das Stellungsspiel stimmte, die Tacklings saßen (bis auf die gelbe Karte für Maroh, als er zwar recht eindeutig nur der Ball trifft aber eben mit voller Wucht und gestrecktem Fuß angerauscht kommt. Das war unnötig) und auch der Spielaufbau funktionierte meistens. Brecko oder Hector bekommen den Ball, ein Pass in die Mitte, schnelle Weitergabe zurück an die Außen (auffällig oft auf die gleiche Seite von der der Angriff begann), ein Ball an den Strafraum wo entweder Ujah, Clemens oder Maierhofer mit dem Rücken zum Tor standen um weiter zu verteilen. Das sah eintrainiert und gut aus, keine Frage.

Die Tore sind nur die Konsequenz aus der deutlichen Überlegenheit des effzeh. Kopfball Mckenna und seidenweicher Abschluss Maierhofer, da war das Ding dann durch. Union hatte nie die Mittel wirklich gegen den Ball zu spielen. Da blieb manches Stückwerk. Man spürte das grippebedingte Fehlen des Köpenicker Kapitäns Mattuschka an allen Ecken und Enden.

Die einzigen Chancen für die Berliner ergaben sich, weil der effzeh nach dem 2:0 deutlich Tempo rausnahm, versuchte zu verwalten und die Bemühungen mit zwei, drei Pässen über die Zentrale und die Außen nach Vorne zu kommen eigentlich komplett einstellte. Es wurde der Ball gehalten, man spielte nicht mehr so schnell ab, gab dadurch Union Zeit die möglichen Anspielstationen zu zu stellen und verlor so mehr als einmal den Ball. Letztlich war der Sieg aber nie gefährdet, da auch das Spiel zurück ganz gut funktionierte und eben McKenna und Maroh in der Innenverteidigung sehr gut standen und spielten.

Ein Spiel des effzeh wäre aber nicht komplett, wenn nicht doch noch ein kleiner Slapstik-Moment zu bestaunen gewesen wäre. Diesmal sorgte Christian Clemens dafür, der in einem St-Pauli-Gedächtnis-Konter den Weg zum Tor nicht fand und deshalb in letzter Sekunde den Ball vom Fuß gespitzelt bekam. Hoffentlich ist das jetzt nicht sowas wie eine Self-fulfilling prophecy: Wir können eh keine Konter reinmachen, also was soll’s? Zum Glück hatte Clemens ansonsten auch wieder einen guten Tag. Er war stets anspielbar und versuchte als Mittler zwischen Maierhofer und Ujah die Bälle abzulegen. Hat er gut gemacht.

Ujah hatte (wieder mal) einen gebrauchten Tag. Er scheint mit dem Winterwetter nicht wirklich klar zu kommen. Sein Mojo ist irgendwo auf dem Heimatflughafen verloren gegangen. Oder ist das nur eine verdammt geschickte effzeh-interne Schauspielerei um dem Mainzern den Mann zu vergrätzen? Hmmm…

Zu Maierhofer habe ich ja schon vieles gesagt aber ich muss ihm für gestern dann tatsächlich mal ein Kompliment machen: Er hat wirklich geackert wie ein Gaul und gab keinen Ball verloren. Das Tor hatte er sich redlich verdient. Das macht ihn immer noch nicht zu meinem Lieblingsspieler und ich kann den Transfer immer noch nicht nachvollziehen aber ich muss fair sein: Gutes Spiel von ihm (auch wenn er bei machen Kopfbällen weiterhin nicht so aussieht als würde er mit Fußballspielen sein Geld verdienen – geschenkt).

Jetzt sind wir also nur noch drei Punkte von Lautern weg. Sollten die am Montag gegen die Hertha verlieren, kann der 1.FC Köln den Aufstieg Relegationsplatz sogar aus eigener Kraft schaffen. Ein merkwürdiger Zustand. Ihr kennt ja meine Meinung dazu. Die hat sich auch nicht grundlegend geändert aber jetzt ist es natürlich klar, dass sowohl Mannschaft, Trainer, Umfeld und ein Großteil der Fans Blut geleckt haben und nur schwer zu bremsen sein werden. I get it.

Am Sonntag geht es zum FSV Frankfurt. Eine unangenhme Aufgabe. Wollen wir mal schauen, was das gibt.

St. Pauli – FC: LateNight Comedy

Hände hoch, wer sowas schon mal gesehen hat.

Ich noch nicht. So ein unfassbar dummer, schlechter und fahrlässiger Auftritt einer Auswärtsmannschaft, in Überzahl, der dann noch mit drei Punkten belohnt wurde?

Nee, kann ich mich nicht dran erinnern. Unglaublich.

Jetzt mal Butter bei die Fische: Leute, Leute war das ein Krampf, war das ein Schwachsinn, den der 1.FC Köln da abgeliefert hat. Dass wir uns nicht falsch verstehen: Der Sieg an sich war komplett verdient, St. Pauli war nochmal ein ganzes Stück schwächer als der effzeh aber mit einer einigermaßen sinnvollen Aufstellung (die natürlich das entsprechende Personal voraussetzt) klingelt es mindestens vier Mal im Kasten der Hamburger. Und wir? Wir haben Maierhofer! Da kann Cindy aus Marzahn einpacken!

In der zweiten Halbzeit spielen wir komplett in Überzahl, haben Konterchancen über Konterchancen und vertendeln komplett alle. Um die Krone der Lächerlichkeit streiten sich Strobl mit einem Traumpass von links direkt in die Hölle und Lehmann mit einer 1:1 Field-Goal-Situation gegen den Torwart. Strobl gewinnt ganz knapp. Was hab’ ich gelacht.

Ganz groß war auch das Menschenexperiment Ujah und Maierhofer gemeinsam spielen zu lassen. Meistens liefen sie kreuz und quer (nicht zu verwechseln mit absichtlichem “kreuzen” bei talentierten Mannschaften), standen sich auf den Füßen und nahmen sich gegenseitig die Räume. Alles wie erwartet! Hauptsache wir sind jetzt ohne Ishak (schnell, auf die Außen ausweichend) flexibler als mit Maierhofer (hat er ein Kopfballduell gewonnen?). Junge, Junge.

Über Lehmann wollen wir nicht sprechen, oder? Wahnsinn, dass er durchspielen durfte.

Stanislawski spricht nach dem Spiel bei SKY von einem “rassigen Fußballabend”. Alles sei drin gewesen, Kampf, Leidenschaft, Torchancen, Tempo… Stimmt soweit, nur dass das alles auf Oberliga-Niveau stattfand. Die Hoffenheimer (oder Augsburger) dürfen sich die Hände reiben, falls wir wirklich noch die Relegation schaffen sollten. Das gäb’ ein Schlachtfest (und 1899 war gestern echt verdammt schwach gegen Stuttgart aber immer noch meilenweit besser als der effzeh heute).

Es gibt keinen, wirklich keinen positiven Aspekt, den ich aus diesem Spiel mitnehmen kann. Drei Punkte? Na gut. Jajajaja, schon gut. Gewonnen ist gewonnen aber Herrjeh, um welchen Preis?

Nächste Woche gehts gegen Union Berlin. Samstagsmittags um eins. Na bravo.

E. Cottbus – FC: Feierabend

“Was sollen wir machen, wenn wir heute verlieren? Den Spielbetrieb einstellen? Es geht erst im April richtig los. Wenn wir alle unsere 13 Spiele nach heute gewinnen, haben wir eine gute Chance auf den Relegationsplatz.” Holger Stanislawski vor dem Spiel in das (wahrscheinlich) baff erstaunte SKY-Mikrophon. Sprachs und verschwand. Er ist schon ein toller Verkäufer, der Stani.

So muss ein Karnevalssamstag direkt aus der Hölle aussehen. Mieses, ganz, ganz mieses Spiel beider Mannschaften. Kaum Pässe über drei Meter kamen an den Mann, Chancen ergaben sich nur durch Zufall und als der Trainer gestern Maierhofer für Jajalo ins Spiel brachte war klar, dass man sich die letzten zehn Minuten sparen kann. Selbst der SKY-Mann konnte es sich nicht mehr schöntrinken und sprach von “hoch und weit” als neue taktische Option. Was’n Drama!

Auf das Spiel einzugehen wäre vergleichbar mit der Nacherzählung des gestrigen Veedelszochs auch Vochem. Sinnlos. Es gab schlicht nichts, was erwähnenswert ist. Brökers Kopfball in der 83. Minute? Genau auf Kirschbaum geköpft. Da konnte der Cottbuser Torwart mal rein gar nichts für, sondern das achtundzwanzigjährige Talent hat wieder mal…ach, lassen wir das, weiter über Bröker zu schreiben wäre schlecht für meinen Blutdruck. Kommen wir lieber zu Matus…Nope. Auch keine gute Idee.

Gestern wurde ich auf twitter gefragt, wie man denn so nölen kann, wenn man Fan des FC sei? Der effezh ist “mein Verein”. War es immer. Wird es immer sein. Daran besteht für mich kein Zweifel. Aber muss ich deshalb zwangsläufig Fan der aktuellen Mannschaft, des Trainers und der Gesamtsituation sein? Nö. Bin ich auch nicht. Die Mannschaft ist in meinen Augen schlecht. Punkt. Sie ist keinen Deut besser als Platz 9 in der zweiten Liga. Es herrscht null Aufbruchstimmung, es gibt keine Leidenschaft im Team, es ist alles wie in den letzten Jahren auch, nur dass jetzt halt noch mehr Nieten in der ersten Elf auf dem Platz stehen.

Schon wenn ich dieses Gesülz des Trainers höre geh ich ja schon fast reflexartig ins Badezimmer aber wenn ich dann sehen muss, dass in der 71. Minute Lehmann ins Spiel kommt, dann kann ich nicht mehr zugucken. Das hat doch nichts mit einer Idee, einem Konzept oder einer mannschaftlichen Entwicklung zu tun, das ist pures Ergebnissichern. Aber: Toll, dass er sich einen Bart stehen lässt! Darüber wird dann berichtet!

Nur mal zur Verdeutlichung: So spielte der FC gestern:
Aufstellung:
Horn – Brecko, Maroh, McKenna, Hector – Matuschyk – Jajalo, Clemens – Bröker, Royer – Ujah

Einwechslungen:
46. Eichner für Hector
71. M. Lehmann für Royer
80. Maierhofer für Jajalo

Reservebank:
Kessler (Tor), Bruno Nascimento, Bigalke, Strobl

Wir wechseln also zwei 30jährige und einen 29jährigen ein. Spielpraxis und so. Umbruch. Junge, hungrige Mannschaft. Hab ich ein Schlagwort vergessen? Achja: Aufstieg natürlich! Lautern ist doch nur acht Punkte und zehn Tore weg und die haben nur 3:0 gegen Dresden gewonnen. Da geht noch was! Wir müssen jetzt nur die letzten 13 Spiele gewinnen! Dann wird das ein heißer April!