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50 Jahre Bundesliga in einem Spielzug. Vol.3


FC – 1860: Brutalst vercoacht

Heute verspielt der 1.FC wohl seine letzte Chance den Relegationsplatz zu erreichen mit einem 1:1 zu Hause gegen 1860 München und irgendwie ist das so ziemlich der dümmste Fall, der eintreten konnte. Einerseits hat die Mannschaft nach schwachem Start eine Serie hingelegt, die alles andere als ein Angreifen auf die Relegation nicht erklärbar gemacht hätte, auf der anderen Seite kann man das Spiel heute als Nachweis für die fehlende Klasse / Qualität des Teams heranziehen. Ein Relegationssieg wäre schwer genug geworden und in der nächsten Saison hätte es Klatschen gegeben. (Stand jetzt – Beruhigt Euch, jaja, ich weiß, es kann alles anders kommen).

So wäre eigentlich die Saison für mich als einigermaßen erfolgreich einzustufen. Die Mannschaft hat Erfahrung gesammelt, man hat wieder die uneingeschränkte Liebe der Stadt und seiner Einwohner zurück gewonnen und im nächsten Jahr greifen wir dann an. Oder?

Irgendwann zu Anfang der Saison hatte ich mich -Abends, beim Bier- mit zwei Freunden in die Haare bekommen, ob denn der effzeh dieses Jahr um den Aufstieg mitspielen muss. Tenor der Beiden war: Natürlich! Der 1.FC Köln muss immer versuchen aufzusteigen. Mein Gegenargument: Ist sinnlos, Mannschaft viel zu übel. Besser man konsolidiert sich mal richtig, macht mal Nägel mit Köpfen und nicht immer nur das halbgare Rumgewurstel der letzten Jahre. Ich hatte die Hoffnung, dass man diesen Weg geht. Mein Problem damals und auch heute war und ist, dass ich für diesen Schritt Stanislawski für den komplett falschen Trainer hielt und halte. Heute sehe ich mich da bestätigt (ohne hämisch klingen zu wollen!) auch wenn ich mir soeben bei twitter wieder eine ziemlich blutige Nase geholt habe, deswegen muss ich ganz kurz was für die Diskussionsteilnehmer dort klar stellen:

Also: Mein tweet, dass die einzige Chance für den effzeh ein Rauswurf des Trainers wäre, war wohl der Auslöser der ganzen Debatte. Ich meinte damit, dass ich Stanislawski nicht zutraue eine Mannschaft aufzubauen. Ich habe schlicht keinerlei Vertrauen in ihn als Spieler-Former, als jemanden, der jungen Spieler Schliff geben kann, der Risiken eingeht, der auch mal schlechte Spiele verzeiht und einfach komplett unbeirrt versucht “den Weg zu gehen”. Der Vertrauen aufbauen kann. Dazu gehört auch die Integration des Nachwuchs. Gerade in der (ACHTUNG!) prekären finanziellen Situation, in der sich der effzeh befindet, muss ich doch schauen, dass ich auch vor der eigenen Haustüre mal schaue, was da so los ist.

Print-EXPRESS 28.04.13

Print-EXPRESS 28.04.13

Seit Stanislawski im Amt ist, hat sich in Sachen “Neuaufbau” genau gar nichts getan. Im Gegenteil: Der Neuaufbau ist durch die Siegesserie nahezu torpediert worden. Woche für Woche müssen wir uns Matthias Lehmann im Mittelfeld anschauen. Das kann doch nicht wahr sein. Okay, Jajalo war auch letztlich katastrophal aber dann ist es eben die Aufgabe des Trainers Vertrauen zu schaffen und nicht sofort wieder zu Lehmann zurück zu kehren. Soll ich noch was zu Maierhofer schreiben? Nee, ne. Ist alles gesagt, oder? McKenna? Vertragsverlängerung? Ja? Okay. Hört doch auf, dass ist doch nichts, womit ich Zukunft gestalten kann.

Also: Für alle, die es nicht verstanden haben oder es nicht verstehen wollten: ES GING IN DEM TWEET NICHT DARUM, DASS WIR HEUTE DEN AUFSTIEG VERKACKT HABEN! DAS IST MIR KOMPLETT EGAL! ES GING UM DIE NÄCHSTE SAISON UND ICH KEINERLEI VERTRAUEN HABE, DASS IRGENDWAS BESSER WERDEN KÖNNTE. Got it? Ja? Danke!

Das ist einfach meine Meinung und zum Glück sind die Gedanken ja noch frei. Kann jeder anders sehen, bitteschön. Nur würde ich dann wirklich gerne mal ausführlich wissen, worauf sich die Hoffnungen stützen. Auf Hector und Horn? Hört auf, das ist zu billig und zu wenig.

Noch was: Natürlich ist mir klar, dass es keinen Trainerwechsel geben wird. Ich bin nicht doof. Erstens kannst Du Dir den schlicht nicht leisten und es ist natürlich auch nicht glaubwürdig, weil die Ergebnisse ja ganz eindeutig für Stanislawski sprechen. Natürlich war der tweet polemisch. Aber: Er war ernst gemeint und bis mich jemand vom Gegenteil überzeugt bleibe ich auch dabei.

Damit endet der twitter-Einschub. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sollte es nächstes Jahr in der zweiten Liga weitergehen und ich denke mit dem Gedanken können wir uns langsam anfreunden, wird es nicht leichter. (Mindestens) Clemens, Ujah und Brecko werden weg sein. Das ist schon mal ein Pfund, denn auch Magic Miso ist für die zweite Liga schwer zu ersetzen. Clemens erst recht nicht und Ujah hat halt doch ein paar Tore geschossen. Der Rest unserer “Stürmer” ja eher nicht.

Der Etat wird nochmal zusammengestutzt werden (müssen), die Attraktivität des Standorts Köln wird für Talente sicher nicht besser werden und so müssen wir schauen mit welchem Team wir nächstes Jahr angreifen wollen. Ist es dann an der Zeit nochmal komplett auf Null zu fahren, eventuell sogar eine Saison nur knapp über dem Strich zu erleben oder werden wir versuchen kurzfristig wieder Ergebnisse zu erzielen? Ich glaube nicht mehr an den Mut des Vereins, daher werden wir uns wohl mit ein paar ausgedienten Recken “verstärken”, die für die zweite Liga noch gut genug sein werden aber eben keinerlei Zukunftsperspektiven für höhere Aufgaben bieten. Das ist auf Dauer ermüdend und frustrierend aber ich sehe im Moment kein Entkommen aus diesem Kreislauf, oder wie es der Thomas ausdrückt:2

Nur ganz kurz zwei Sätze zum heutigen Spiel, das ja auch noch da war:
20, 25 Minuten sahen wir einen schönen Vortrag des 1.FC Köln, es wurde Fußball gespielt, der Ball lief, den Löwen wurde kaum Zeit gegeben irgendwas mit dem Ball anzustellen, weil die Räume schnell zugestellt wurden, unsere Außen viel Platz hatten, und insgesamt viel zu stimmen schien, im Spiel des 1.FC Köln. Nach der knappen halben Stunde Hoffnung justierte 1860 ein bisschen, stellt die Außenbahnen zu, geht früher auf den ballführenden Kölner und schafft es in der eigenen Hälfte nicht zu sehr in Unterzahl zu geraten.

So schlendert das Spiel in die zweite Hälfte in der 10 Minuten wieder ganz okayer Zweitligafuppes zu sehen ist aber dann in der 57.(!) Minute der tatsächlich recht schwache Przybylko raus-genommen und Strobl in die Partie geworfen wird. In der 57. (!) Minute! Gegen die technisch wohl beste Zweitligamannschaft hinter der Hertha versucht also der Trainer zu verwalten. Brutal verwalten statt brutal marschieren. Brutaler Schwachsinn! Natürlich geht das nach hinten los: Dem FC fehlt eine Anspielstation 25 Meter vor dem gegnerischen Tor, es folgen nur noch und ausschließlich hohe Bälle auf Ujah, der natürlich komplett aufgeschmissen ist, weil so doof sind die 60er dann doch nicht. Das fällt dann auch neun Minuten später der Kölner Bank auf und der Major wird ins Spiel gebracht. Damit die Chance mal einen hohen Ball auf einem Kölner Kopf aufspringen zu lassen sich verdoppelt. Nützt zwar nix, weil ja niemand da ist, der dann weiter spielen kann aber die Weisheit der Entscheidung dieser Wechsel verschließt sich mir wahrscheinlich nur, weil ich so ignorant bin.

Natürlich fällt der Ausgleich und genauso natürlich kann der FC nicht mehr reagieren. Chihi kommt zwar noch rein aber dem gelingt ja auch genau gar nichts zur Zeit. Feierabend, kein Trömmelche.

Nochmal: Das Ergebnis ist mir letztlich egal, es ärgert mich einfach, dass es so blöd zu Stande kam.

Und jetzt los…

London vor dem Champions League-Finale

2

Tage des Donners

Und ein Unentschieden in Duisburg:
Tja, sowas passiert. Ein spätes Tor. Diesmal auf der Gegenseite. Statt eines sicheren Sieges kommt nur ein mickriger Punkt auf die Habenseite. Wenn der Trainer es für angebracht hält 79 Minuten ohne Stürmer zu spielen, dann ist das halt die logische Konsequenz. Vorne haste sieben, acht Riesenchancen, machst nur ein Tor weil Bröker mal wieder den Ball trifft, der MSV schießt zwei Mal aufs Tor und köpft halt in der Nachspielzeit den Ausgleich. Sonst machen wir halt immer das entscheidende Tor aber diesmal fangen wir schon in den 85. Spielminute an an der Eckfahne Mätzchen zu machen. Natürlich erfolglos. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich zufrieden bin, dass der effzeh noch einen auf’n Deckel bekommen hat aber es stört mich auch nicht so richtig. Man ist halt alles, alles, alles selbst schuld. Feierabend. Sollte man noch die Relegation erreichen und wirklich aufsteigen: Wunderbar. Kämpfen und wenigstens die Kohle, die die erste Liga für ein Jahr einbringt mitnehmen. Falls man aber dann doch nicht zum Aufstieg kommt, muss mal wieder ein Neuanfang her. Dass dieser mit Stanislawski nicht durchführbar ist, sollte mittlerweile allen klar sein, ich sag da jetzt nichts mehr zu, denn es gab auch noch andere Themen am Wochenende, die ich wenigstens kurz anschneiden möchte.

Machen wir heute mal einen Kessel Buntes draus:

Uli H., ein Abgesang:
Ich war nie feindlich gegenüber Uli Hoeneß. Ich habe ihn tatsächlich immer bewundert. Habe an sein soziales Engagement geglaubt, habe mich auf die vielen, vielen Medienberichte und Interviews verlassen, die das Bild eines sehr erfolgreichen Geschäftsmanns zeichneten, der in dieser kalten Zeit immer noch Platz für Menschlichkeit fand, über den Niemand, der privat mit ihm zu tun hatte ein schlechtes Wort sprach, der alte Weggefährten nicht vergaß, der jedem Benefizspiel zusagte und der mehr als einmal kluge Statements zur Lage der Nation, zum Zustand der Gesellschaft und zu den Ungerechtigkeiten in der Welt von sich gab. Alles hörte sich plausibel an und wohldurchdacht und ehrlich. Wenn er vom “Zurückgeben” an die Gesellschaft sprach, wenn er wieder einmal ein soziales Projekt mit begleitete. Ich habe ihm das abgenommen. Immer. Für mich war er der Prototyp der ausgestorbenen Spezies des Unternehmers mit sozialer Verantwortung. Dass er dabei den FC Bayern zu dem machte, was er heute ist, nunja, das war eben auch seine unternehmerische Brillanz. Das habe ich nicht in Frage gestellt, denn für mich war immer klar, dass das Ei in diesem Fall vor dem Huhn da war. Nur durch Erfolge kam Geld. Oder Sponsoren.

Das ist vorbei.

Mit seiner Selbstanzeige zerlegt sich Uli Hoeneß selbst in alle Einzelteile. Er hat Geld zur Seite gebracht, er war (oder ist?) Steuerflüchtling. Feierabend. Es gelten keine Unschuldsvermutungen oder Phrasen wie “unschuldig solange er nicht verurteilt wurde”, nein, der Mann hat bereits Geld gezahlt und will mit möglichst wenig Aufwand und Schaden aus der Sache rauskommen, geifert schon gegen Medien, die er “rechtlich in die Schranken weisen will” und sieht auch überhaupt nicht ein von seinen Ämtern beim FCB zurück zu treten. Mir kommt das so vor wie das Kind, dass mit Spickzettel erwischt wurde: Okay, die Klausur hab’ ich jetzt in den Sand gesetzt aber ist ja nix verloren, beim nächsten Mal darf ich mich eben nicht erwischen lassen.
Hoeneß hat jahrelang den guten Menschen gegeben. Hat sich mit hochrotem Kopf vor die Mikrophone gestellt und jede Ungerechtigkeit gegen ihn oder seinen Fußballverein löste einen heiligen Krieg aus. Jetzt hält er hoffentlich mal die Klappe.

In der Sendung SportInside im WDR wurde gestern ein Fachanwalt für Steuerrecht interviewt der anmerkte, dass ab einer Größenordnung von einer Million hinterzogener Euro das Gericht automatisch eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung auszusprechen habe. Da bin ich ja mal gespannt. Vielleicht macht Hoeneß demnächst noch einen Deal mit dem Land Bayern und liefert in Zukunft die Würstchen in die Stadlheimer Straße in Giesing. Klang das jetzt zynisch? Ja? Ach, was soll’s. Von mir aus. Warum sitzt er eigentlich nicht in Untersuchungshaft? Besteht nicht die erhebliche Gefahr der Verdunklung?

Nicht das “ob” wird interessant, sondern das “wie” und “womit”. Was liegen in der Schweiz für Gelder? Wo kommen diese her? Ist es ausschließliches Privatvermögen? Und wenn ja: Wo kommt dieses her? Gehalt vom FCB und Selbstentnahme Wurstfabrik? Oder liegen da auch ein paar “Gefälligkeiten”? Von Adidas zum Beispiel? oder von der FIFA? Ob wir das je erfahren werden?

Die Bayern haben es auf jeden Fall geschafft schnell zu reagieren und das Thema des Tages weit weg von Uli Hoeneß zu platzieren. Gestern Abend, lange nach dem Zweitligaspiel, platzt die Bild mit der Exklusiv-Meldung raus, dass Götze im Sommer vom BVB zu eben jenen Bayern wechselt. 37 Millionen Euro. Wunderbar.

Wa(h)re Liebe:
Ach Bayern. habt ihr das denn wirklich so dringend nötig? Anscheinend schon, die Geschichte mit Hoeneß ist zu eklig, nicht wahr. Heute spielt ihr ChampionsLeague-halbfinale gegen den FC Barcelona und das reicht nicht als Nebenkriegsschauplatz? Da muss die Bild nachts um zwölf noch eine Sondermeldung raushauen? Na gut, na gut, ihr werdet am besten wissen, was da noch alles auf Euch zukommt. Natürlich ist der Zeitpunkt schäbig gewählt, denn der BVB spielt ja morgen auch gegen Real und wenn man sich die Reaktionen auf Mario Götzes Facebook-Seite anschaut, dann wird das kaum für eine ruhige Vorbereitung in Dortmund sprechen. Ist die Angst so groß, dass der BVB Euch, den Überbayern, die Rekordsaison versauen kann, dass jetzt mit den ganz billigen Tricks gespielt wird? Scheint fast so, ne?

Vor Wochenfrist, als noch alles wunderbar war, forderte der heilige Uli “Solidarität” ein. Die Liga würde unspannend werden. Als nicht jeder Vereinsboss sabbernd und arschleckend angerannt kam und Watze sich genötigt sah zu sagen, dass er eine andere Meinung vertritt, zog der Fabrikant seine Überlegungen ganz schnell und sehr beleidigt zurück. Kaufe ich halt den Götze. Kennt ihr das hier?

So wird das sein. Langfristig ist die Liga tot. Die Entwicklung, die in England begann und dort gerade anfängt die ersten Opfer zu produzieren wird in Deutschland weitergehen. Nur schlimmer, weil wir ein vermeintliches Kontrollinstrument haben, welches sich aber nur als zahnloser Papiertiger entpuppt: Die 50+1 Regel. Solange “Vereine” wie die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga mitspielen dürfen und nicht im geringsten kontrolliert werden (wie war das damals mit dem Gustavo-Transfer?) hat der Rest der Liga gegen die Macht der Konzerne keine Chance mehr. Sei es Leverkusen, Wolfsburg oder eben Bayern München, die ja mittlerweile mit Geld aus allen Richtungen zugepflastert werden. Telekom, Audi, Adidas. Welche Gegenleistung dieses Partner erwarten weiß ich nicht aber eins dürfte doch klar sein. Das sind alles keine “guten Menschen” die Geld zum Fenster rauswerfen. Hinter jedem Euro steckt eine Kosten-Nutzen-Analyse. Und da haben dann Vereine wie Schalke, Dortmund, Frankfurt und ja auch Köln keine Chance mehr gegen anzustinken, weil es eben zu viele Menschen betrifft. Die Anzahl der Fans ist kontraproduktiv zu den Gestaltungsmöglichkeiten der Geschäftsführung.

Ob sich “der Fußball” erholen wird? Es wird immer kleine romantische Ausreißer geben. Der SC Freiburg spielt eine super Saison. Da sich der Verein aber durch diese eine Saison quasi selbst auflöst, weil alles was wichtig war weggekauft wird, wird das im nächsten Jahr nicht zu wiederholen sein. Klar, solche einzelnen “Wunder” wird es immer geben aber dieses Salz, was die Bundesliga-Suppe erst interessant macht, wird sehr sparsam verteilt werden, da werden die Bayern schon für sorgen.

Um die Kurve zu kriegen: Ich hab’ die Bayern nie sonderlich “gehasst” wenn man einen Fußballverein hassen kann und sollte aber mit den Ereignissen der letzten Tage, hadere ich wirklich mit mir ob ich ihnen einen Sieg gegen Barcelona gönne. Ich tendiere eher zum “Nein”.

Da war doch noch was in München:
Ja, richtig. Heute Mittag hat der jordanische Investor des TSV 1860, Hasan Ismaik, durch seinen Anwalt ein Schreiben übermitteln lassen, dass alle Darlehnsverträge aufgekündigt werden und zum 25.05.2013 zurückgezahlt werden müssen, da sie sonst tituliert werden.
Die Begründung ist eine wahre Wonne: Man hätte “Herrn Ismaik” nicht wie vereinbart in die Gespräche zur Personalpolitik mit einbezogen und habe zu wenig Einsichten in die Gesamtsituation der KG.

Damit können die Türen bei den Löwen auch abgeschlossen werden. Die Bayernliga freut sich grandiose Fanscharen und die “Freunde des Grünwalder Stadions” bekommen endlich, was sie sich so lange gewünscht haben: Heimspiele in Giesing! Doch halt…

…eine Möglichkeit hat der “Retter”, wenn man den Jordanier denn heute noch so nennen will, dem TSV noch gegeben um das finanzielle Engagement weiter führen zu können: Neuer Geschäftsführer nach seinem Gusto, finanzielle Aktivitäten nur noch über sein Büro usw. Schlicht: Erpressung. Wer sich das ganze epische Ausmaß durchlesen will, der möge nach dem Ticker der AZ googlen. Links gibt’s hier nicht mehr.

Das ist sie dann also die schöne neue Fußballwelt. Ein Steuerhinterzieher, ein Verbrecher (so muss man das sagen), sitzt heute in der Allianz Arena auf der Tribüne und wedelt mit der Klatschpappe (mal schauen wie weit Markwort entfernt sitzt), ein jordanischer Investor sorgt dafür dass der andere Münchner Verein handlungsunfähig wird, in Dortmund wird überlegt mit was man alles auf Götze schmeißen kann und in Köln überlege ich mir warum ich doch lieber nach München fahren würde als nach Aalen. Und ich habe keine Antwort.

FC – VfR Aalen: Die Null steht

Okay. Fangen wir vorne an: Drei Punkte sind drei Punkte sind drei Punkte. Stimmt. Wie die zustande gekommen sind fragt niemand mehr nach, die Tabelle gibt auch keinen Aufschluss über Glück und Pech. Drei Punkte sind drei Punkte. Ob ich 7:0 in einem rauschhaften Traum von Fußballspiel gewinne oder den Ball in der 93. Minute zu einem 1:0 über die Linie krüppele spielt keine Rolle. Drei Punkte sind drei Punkte. I get that. Jetzt haben wir heute weder ein rauschhaftes Fußballspiel erlebt noch ein krüppeliges Tor, sondern ein krüppeliges Spiel mit einem wunderschönen Tor zum Sieg. Das erste Tor gegen den VfR Aalen in dieser Saison bringt den 1.FC Köln zumindest für eine Nacht wieder auf den Relegationsplatz. Die Stadt tanzt, die Sonne scheint und Stanislwaski freut sich brutal. Na dann.

Nach dem traurigen Auftritt in Kaiserslautern wird die Mannschaft geringfügig umgebaut: Hector ersetzt Eichner, Lehmann und Royer spielen für Matuschyk und Jajalo und Maierhofer darf anstelle von Bröker durch den Straraum irrlichten. Bringt zwar alles nix aber Rotation sieht immer gut aus, oder?

Der Beginn ist dann auch durchaus vielversprechend. In den ersten zehn Minuten macht der effzeh einigermaßen Druck, presst, versucht Überzahlen zu schaffen und lässt den Ball auch ganz anständig durch die eigenen Reihen laufen. Clemens fängt rechts an, spielt ein paar Mal mit Ujah einen schnellen Doppelpass, setzt sich auch ein paar Mal Richtung Eckfahne durch aber große Chancen ergaben sich daraus nicht. Die erste Torgelegenheit hat Maierhofer, der sein Timing beim Kopfball so optimierte, dass er sich tatsächlich mal gegen einen Abwehrspieler durchsetzen konnte und nur durch eine schöne Parade des Aalener Keepers Bernhardt am Torerfolg gehindert wurde. Dann schreiben wir noch einen abgefälschten Torschuss von Clemens auf unserem Chancenkonto gut aber danach wurde es düster. Aufregung ensteht nur durch eine absurde gelbe Karte für Ujah, der damit in Dusiburg gesperrt ist. Genauso wie Strobl, der drei Minuten später die grell leuchtende Kartonage sah.

Nach der Halbzeit passierte erstmal gar nichts. Der effzeh war zwar bemüht einigermaßen Ruhe ins Spiel zu bringen, hat aber schlicht nicht das Personal für einen souveränen Auftritt zu Hause gegen Aalen. Lehmann verzögert das Spiel, passt lieber drei Mal quer oder zurück, statt einen Wechsel zu probieren oder einen Ball in die Spitze (oder zumindest mal in den Lauf) zu spielen. Das macht es für Royer und Clemens nicht einfacher, denn sie wissen nie, wann sie starten können. Letztlich ist das schlicht unbrauchbar, was Lehmann da auf den Platz bringt. Er gibt dem Mittelfeld keinerlei Sicherheit und Impulse das Offensivspiel zu beleben sucht man auch vergebens.

Eklatant schlecht wird es dann, wenn wir uns dreißig Meter weiter Richtung gegnerisches Tor bewegen. Maierhofer ist alles aber kein Profifußballer. Okay, er rennt, er kämpft, er scheint auch eine gewisse Unternehmensberater-hafte Motivations-Tschakka-Einstellung zu haben aber das nützt ja nix, wenn er die einfachsten Bälle nicht stoppen kann. Major hin oder her, der Transfer Kauf ist so unfassbar traurig, spiegelt aber den Dilettantismus der letzten 23 Jahre wunderschön wieder. Hätten wir eine Transferflop-Hall of Fame in Köln käme da zum 01.07. ein neues Trikot dran.

Leider macht er nicht nur sein Spiel kaputt, sonder durch sein durchgeknalltes Laufverhalten sorgt er auch immer wieder für falsche Laufwege in der eigenen Mannschaft. Niemand weiß, wo er stehen wird oder wo er in den nächsten zehn Sekunden auftauchen wird. Wunderbar zu sehen war das in den letzten fünf Minuten als sowohl Ujah als auch Przybylko plötzlich ihren Laufweg verlassen mussten, weil am Horizont Wile E. Coyote auftauchte um den Ball ins Aus abtropfen zu lassen. Hört mir auf aber das kann man ja noch nicht mal mehr wohlwollend schönreden.

Dass Stanislawski Bröker vor Przybylko einwechselt ist für mich wieder so ein Mysterium, das nicht aufzulösen lohnt, weil es sich nicht ändern lässt. Ein Satz: Nach dem Spiel freute er sich “brutal für Pritsche” um dann zu sagen, dass es Zeiten gab “wo Kacper schlecht trainierte, nicht da war”. Jetzt wär das wieder besser. Hmm. Wenn meine Spieler schlecht trainieren, dann verkünde ich das über SKY? Nachdem eben jener Spieler das spielentscheidende Tor geschossen hat? Nee, klar, Stani, alter Kumpeltyp. Nicht dass mal jemand auf den Gedanken kommt nachzufragen warum ständige das talentfreie Danger-Duo Bröker und Maierhofer eingesetzt werden. Und: Wer ist Schuld, wenn ein Spieler schlecht trainiert? Wird schon seine Gründe haben. Perspektivlosigkeit kann ein ganz schöner Motivations-Killer sein!

Der Sieg wird also in der 80. Minute als letzte Option eingewechselt, wahrscheinlich weil kein anderer 30jährige mehr auf der Bank saß. Ein schöner Schuss in den Winkel und that’s all she wrote.

So, was zeigt das Spiel? Gar nichts. Die letzten Heimspiele waren ein 2:1 gegen Regensburg und ein 1:0 gegen Aalen mit Siegtoren jeweils kurz vor Toresschluss. Wer heute Augsburg gegen Frankfurt geschaut hat, wer Hoffenheim gegen Wolfsburg oder Bremen gegen Düsseldorf gesehen hat, wird feststellen müssen, dass der Weg in die erste Liga weit ist. Sehr, sehr weit, denn selbst wenn wir Lautern noch abfangen sollten: Junge, Junge, das könnte ein Schlachtfest werden. Die größten Chancen sehe ich momentan noch bei einer Relegation gegen Düsseldorf, die eher medioker durch die Rückrunde laufen. Aber, lassen wir das. Ungelegte Eier und so…

Nächste Woche geht es also nach Duisburg, die auch schon mal mehr Angst versprüht haben als dieses Jahr aber in den letzten Wochen den Abstand zu den Abstiegsplätzen weit vergrößert haben und sicher darauf brennen werden ihren Anhängern einen Festtag gegen den 1.FC Köln zu bereiten. Der MSV steht bei 37 Punkten, da dürfte kein Druck mehr sein und ein Sieg gegen “uns” würde zu Hause die 40 Punkte-Grenze knacken. Kann sich jeder ausmalen, dass das kein Selbstgänger wird.

Mein Sportradio

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Heute durfte ich für eine ganze Stunde mit Thomas von meinsportradio.de über den effzeh, den Blog hier und über Augusta quatschen.

 

Hat Riesenspaß gemacht! Wenn Ihr reinhören wollt, die Sendung wird an folgenden Terminen wiederholt:

Heute : 21 Uhr

Morgen: 5, 9, 11 und 16 Uhr

Und auch sonst: Hört einfach mal rein!

50 Jahre Bundesliga in einem Spielzug – Teil 2


K’Lautern – FC: Der Boden unter den Füßen

Es gibt einige Fixpunkte in einem Kalenderjahr: Am 1. Januar ist Neujahr. Immer. Jedes Jahr. Ändert sich nie. Gut, jetzt werden die Chinesen laut lachen und irgendwas von Neumond zwischen Januar und Februar erzählen aber das interessiert uns hier -in der rheinischen Tiefebene- ja nur am Rande, was der gemeine Chinese für abstruse Kalendertraditionen hat. Hier ist Neujahr am 1. Janaur. Ende. Genauso ist immer, wirklich immer, immer, immer am 1. Mai der Kampftag der Arbeiterbewegung. Finito. Maifeiertag. Ist halt so. Nikolaus ist am 6. und Heiligabend am 24. Dezember. Da kann man sich nach richten. Genauso wie diese Tage ist es in Stein gemeißelt, dass der 1.FC Köln einmal im Jahr mein Herz brechen muss. Mindestens. Ich weiß nicht ob sich mein Fußballverein nach Mondphasen richtet oder es schlicht für “an der Zeit” hält, daher kann ich den Zeitpunkt des Herzensbruchs nie ganz genau vorhersagen, ich weiß nur das er kommt. Meistens dann wenn ich gerade wieder Hoffnung genug geschöpft habe, dass wir doch nicht alle verdammt sind. Dass wir ein normales Leben unter vielen anderen Menschen leben können, die nie nachvollziehen können, was dieser Verein aus einem machen kann. Dass wir zwar verhaltensauffällig sind aber eben nicht so hoffnungslos verloren wie, sagen wir mal, ein Anhänger von Wattenscheid 09 zu sein. Der effzeh riecht das. Er muss uns dann wieder daran erinnern wer in der Beziehung die Hosen anhat und wer nur mit wehenden Schals rumläuft. Das hat er drauf, mein Verein. Heute war es wieder soweit.

Es kommt kein Rant. Versprochen! Kein allzu böses Wort, keine Schuldzuweisung, keine Wutausbrüche und nur gemäßigte Beleidigungen. Okay? Nur eine Zustandsbeschreibung. Mehr nicht. Echt! Könnt weiter lesen.

Zunächst muss der Sieg des FCK anerkannt werden. Das Ding geht vollständig in Ordnung. Auch in der Höhe. Da können sogar noch zwei Törchen mehr fallen. Lautern hat den effzeh klassisch an die Wand gespielt, war in allen Belangen überlegen, zeigte mutiges und aggressives Spiel gegen den Ball und gegen den Gegner, nutzte das gesamte Spielfeld aus, war schneller auf den Beinen und schneller im Kopf, war beweglicher und frischer, da gibt es nichts aber auch gar nichts zu diskutieren. Wenn man es leicht bösartig formulieren möchte, dann war ein Klassenunterschied zu sehen. Vielleicht der zwischen dem unteren Ende der ersten Liga und dem oberen Drittel der zweiten Liga. Wo kommt dieser Unterschied her?

Mo Idrissou machte mit der Kölner Verteidigung so ziemlich was er wollte, Baumjohann stand dauernd frei, der eingewechselte Weiser hatte keine Probleme ohne Gegenwehr das (natürlich dann schon unwichtige) 3:0 vorzubereiten und Horn konnte dann auch nix mehr retten. Es fängt halt immer hinten an also müssen wir auch da mal genauer hinschauen.

Erstmal: Heute war kein besonders schlechtes Spiel. Es war schlicht das normale Abbild minus eines starkes Marohs (dessen gelbe Karte in der 11. Minute nicht sehr zielführend war – aber das weiß ich wenn Aytekin pfeift und grätsche an der Mittellinie nicht cantonaesk am Ball vorbei). Brecko und McKenna sind völlig okay, wenn es gegen normales Zweitliga-Material geht. 15 Spiele in Folge ungeschlagen kommen nicht einfach so. Aber – und das müssen wir endlich mal offen sagen: Diese zweite Liga ist schwach. Ganz, ganz schwach. In der Breite. Paderborn, Ingolstand, FSV Frankfurt, VfR Aalen…Leute, Leute, das ist doch kein Maßstab. Da kann man dann auch mal eine Serie hinlegen, wenn man als Absteiger denn nicht vollständig doof ist. Das Spiel heute hat aber gezeigt, dass hier aber auch Schluss ist. Gegen einen einigermaßen cleveren und druckvollen Gegner können die Jungs einpacken. So leid mir das tut. Sehe ich da zu schwarz? Kommt schon Leute, seid ehrlich.

Über unser Mittelfeld große Wort zu verlieren ist ähnlich sinnlos wie der Versuch des Don Quijotes den Windmühlen Manieren beizubringen. Es bringt nichts. Unser Aufbauspiel ist quasi nicht vorhanden, Jajalo spielt eine grottige Partie nach der nächsten, Matuschyk ist per Definition kein Spielöffner, Bigalke steht nicht mal mehr im Kader und Clemens kann halt nicht überall sein. Achja: Chihi. Verletzt. Genug gesagt. Das ist dann wieder für die meisten Mannschaften in dieser Liga (so gerade) gut genug aber höhere Ansprüche dürfen wir nicht haben. Im Moment.

Sturm: Bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Außer Ujah. Und der nimmt sich dann heute auch mal eine Auszeit. Ein Spiel in die Spitze kann gar nicht stattfinden, weil sowohl Bröker als auch Meierhofer untauglich sind Bälle überhaupt unter Kontrolle zu bringen. Das sieht aus wie ein Sonderspiel beim Flipper. Dazu kommen Laufwege die du so bei einer U11 erwarten kannst aber nicht bei einer Mannschaft deren Spieler mit eben jenem Spiel ihr Leben finanzieren dürfen. Ujah ist da noch die ärmste Sau, weil er wenigstens versucht sich in Position zu bringen aber eben nur durch Zufall an den Ball kommen kann, wenn der gerade mal von einem mannschaftskameradlichen Schienbein abprallt. Meistens ist der arme Kerl so überrascht dass just in dem Moment der Ball zu ihm gehoppelt kommt, dass er dann auch nicht mehr weiß, was er damit machen soll. Und Clemens kann halt nicht überall sein…

Das Niveau der Mannschaft ist zweite Liga. Feierabend.

Natürlich ist heute nicht alles verloren. Man sagt uns ja immer noch nach, dass wir nur schwarz und weiß kennen, obwohl jeder Kölner allein durch den morgendlichen Blick an den Himmel bis zu 365 Grautöne unterscheiden kann. Natürlich kann noch einiges passieren und wer sagt denn, dass Lautern nächste Woche in Aue nicht auch auf die Ohren kriegen kann. Klar kann das passieren. Klar können wir in die Relegation kommen. Nur: Was wenn nicht? Was passiert in der nächsten Saison? Man hat sich dieses Jahr komplett gegen eine “sanfte” negative Saison entschieden, weil man diese Serie gestartet hat. Ich will jetzt nicht wieder alle Argument wiederholen aber ich sehe noch nicht, dass wir nächstes Jahr mit einer gefestigten Mannschaft den Aufstieg angreifen können, dafür wurden in diesem Jahr -meiner Meinung nach- nicht genug Grundlagen gelegt.

Nächsten Sonntag geht es zu Hause gegen Aalen weiter. Dann können wir wieder an Lautern vorbei ziehen, weil die erst Montag spielen. Die Saison ist noch lang, keine Frage. Wir müssen nur aufpassen, dass wir den Boden im Blick behalten, wissen was wir können und was nicht. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Sonderlob übrigens an den Auswärtsmob! Überragend!

Und auch wenn es mir manche hier nicht abnehmen: Immer und zu jeder Zeit: Come on effzeh!

FC – Jahn Regensburg: Almost famous

Jaja, am Freitag spielen wir gegen Lautern. Endspiel und so. Wen interessiert denn da schon ein Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Regensburg? Gut, 45.600 Menschen sind schon im Stadion aber von denen rechnet ja auch keiner mit einem knappen Spiel, oder?
Ujah hat Magen-Darm? Egal. Gegen Regensburg wird Maierhofer reichen. Oder Bröker. Im Zweifel reißt es Clemens raus. Oder? ODER? Ja, klar!
So ist es am Ende des Tages gekommen. Drei Punkte, ein Fußballspiel am unteren Niveaurand der zweiten Liga, nichts was Augsburg oder Hoffenheim oder Düsseldorf oder wem auch immer Angst machen muß. Für heute ist das dem Rheinländer egal, dat Trömmelche trommelt ja wieder! Frohe Ostern!

Jetzt ist es ja nicht so, dass das Ergebnis unverdient ist. Klar war der effzeh über 90 Minuten die bessere Mannschaft, das kann Niemand abstreiten. Jedoch war das Spiel an sich nichts für Schöngeister oder wirkliche Fußballfans, denn mit dem “schönen Spiel” hatte das Ganze nur am Rande zu tun. Viel zu unstrukturiert wirkte das Gebolze beider Mannschaften. Regensburg spielte hart aber nicht unfair, kämpfte, grätsche, versuchte jeden Spielaufbau der Kölner im Ansatz zu ersticken, was ihnen auch prächtig gelang. Es gab auf Heimseite kaum Ball-Stafetten über mehr als zwei Stationen, weil dann entweder die Räume zu eng wurden (klar, wenn ich nur Spieler auf dem Feld habe, die in die Mitte ziehen müssen) oder weil eine Grätsche rausgeholt wurde, die entweder den Ball oder den Knochen traf. In beiden Fällen war das Ergebnis gleich und erwünscht: Der Angriff war beendet.

Im Kölner Spiel fehlte wieder einmal die ordnende Hand. Jajalo versuchte es zwar, lief sich aber erneut zu oft in der Mitte fest, hatte aber auch keinen wirklichen Anspielpartner, denn sowohl Maierhofer als auch Bröker waren indisponiert.

Wenn es nicht so langweilig wäre, müsste ich mich jetzt zum zehnten, elften Mal wiederholen und gegen Bröker und sein weitestgehend talentfreies Spiel giften. Hat aber wohl jeder gesehen und was soll ich darauf rumtrampeln? Der Mann hat nichts in der Startelf verloren und Punkt. Das gilt 1:1 natürlich auf für Maierhofer, der eigentlich schon in der 23. Minuten mit Rot vom Platz gejagt hätte werden müssen aber der fahrige Schiedsrichter Petersen aus Stuttgart beließ es bei Dunkelgelb. Sei’s drum. Ob der jetzt auf’m Platz ist oder nicht, macht keinen Riesenunterschied.

Unverständlich auch die Entscheidung des Trainers den Mann in der zweiten Halbzeit wieder auf den Platz zu schicken, denn mit jedem Ballkontakt näherte sich der Restaurantfachmann dem Platzverweis. Erst zehn Minuten später erbarmte sich Stanislwaski und brachte mit Przybylko einen hochinteressanten Spieler, den wir alle schon viel früher und öfter erwartet haben. Mit dieser Einwechslung wurde das Spiel tatsächlich flexibler, denn “Pritsche” kreuzte im Strafraum deutlich agiler als Maierhofer. Auch Clemens hatte dadurch mehr Möglichkeiten sein Spiel breiter zu machen. Das Ergebnis: Lücken wurden gerissen, Eichner hatte auf links mehr Platz weil der Außenverteidiger sich nicht mehr stur darauf verlassen konnte, dass in der Mitte zwei Brocken stehen und sich nicht wegbewegen, sondern jetzt auch immer ein Auge darauf haben musste ob keine Angriffs-Überzahl über den Flügel geschaffen wird und dadurch eben Raum entstehen können.

Die logische Konsequenz war das Ausnutzen des Raums, Clemens wird gefällt, Elfmeter und damit die Chance das Spiel frühzeitig einzutüten. Der schlechteste Mann auf dem Platz schnappt sich den Ball und schiebt ihn dem Regensburger Torhüter derart aufreizend in die Arme, dass ich vor Wut ‘ne Flasche Wasser durch die Gegend gepfeffert habe. Was ein mieser, schlechter, dummer Elfmeter. Zur Belohnung wechselt der Trainer auch gleich Jajalo aus. Nee, is klar. Mach du mal.

Also wenn ich mit der Geschwindigkeit wie der Bröker den Elfer geschossen hab gegen die Wand laufe, tun ich mir nicht weh. Wenn ich die Wand überhaupt treffe und ich nicht vorher einschlafe. Das kann man ja niemandem mehr verkaufen. Zum Glück haben wir Isha… isjagutichhörjaschonauf.

Der Ausgleich folgt kurz nachdem Sandhausen gegen Lautern getroffen hat und ich denke immer nur ein Wort: I-D-I-O-T-E-N! IDIOTEN!

IDIOTEN!IDIOTEN!IDIOTEN!IDIOTEN!IDIOTEN!IDIOTEN!

Das ist dann eben das Fanherz, das durchkommt. Letztlich will man es ja doch! Dass die Gelegenheiten, die sich durch die Dummheit Anderer ergeben genutzt werden. Und dann kassierst Du mit dem ersten ernsthaften Schuss des Gegners den Ausgleich und bist plötzlich wieder selbst der Doof. The Story of our lifes.

Dass es am Ende doch wieder knallbunt wurde in Müngersdorf ist einem schönen Sololauf von (natürlich) Clemens geschuldet, der fein in die Mitte legt, damit Strobl Royer nur noch den Schlappen hinhalten muss. Eine Schrecksekunde und fünf Minuten später lag sich das Stadion wieder in den Armen. 15 Spiele ungeschlagen, Lautern überholt und Trömmelche! Wun-der-bar!

Jetzt ist also die Woche der Wahrheit. Freitag Abend nach Lautern. In den tiefen, dunklen Wald. Dort wo die Hügel Augen haben und eine falsche Ausfahrt direkt in die Hölle führt. Unsere final Destination sozusagen. Unabhängig vom Ausgang des Spiels sollte man sich immer eins vor Augen halten: In dieser Form hat weder Lautern noch der effzeh ernsthafte Chancen gegen Augsburg oder Hoffenheim oder Düsseldorf. Aber, man will es ja doch probieren, jetzt wo man so nah dran ist.

50 Jahre Bundesliga in einem Spielzug