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North London Clash

Da uns Premiere gestern ja mit dem “Leckerbissen” Hull gg Chelsea “verwöhnt” hat, wird der Großteil der deutschen Zuschauer eines der spannendsten, torreichsten und verrücktesten Spiele zwischen Arsenal und Tottenham [Hey, Premiere: Dieses Spiel ist das Londoner Derby] nicht mitbekommen haben.

Da ich ein großes Herz habe, verrate ich auch nicht das Ergebnis, sondern verweise auf die großartige BBC, die natürlich genau weiß welches der Spiele das “Match of the Day” ist/war. Aber die haben warscheinlich auch ne Redaktion…

Die Höhepunkte gibt es in schnell weggeschauten 12:38 Minuten hier.

Phinally

Die Phillys gewinnen die “worst series ever” im Fünften.
Am Montag mußte Spiel 5 in der Mitte des sechsten Innings wegen Unbespielbarkeit des Feldes und zu starkem Regen unterbrochen werden. Da das Spiel zu diesem Zeitpunkt unentschieden stand, wurde es also auf Dienstag verschoben. Tja, Denkste. Wieder machte eine Unwetterfront in Pennsylvania eine Fortsetzung unmöglich. Heute Nacht dann also das große Finale. Das Spiel wurde nicht neu angesetzt sondern bei 2:2 tief im Sechsten mit den Phillys am Schlag fortgesetzt. Nach 28 Jahren ohne Baseball-Titel und nach 25 Jahren ohne überhaupt irgendwas gewonnen zu haben können die Menschen in Philadelphia also heute feiern.

Beim durchklicken der Fotos und der Videos könnte man allerdings zu dem Schluß kommen das Philadelphia ne ziemlich asoziale Gegend ist. Keine Ahnung aber das Publikum scheint sich seinen Ruf als mieses, brutales und kinderfressendes Volk verdient zu haben. Keine Spur von “brüderlicher Liebe“…
Und nur für die Leute die ihn kennen: Was macht eigentlich Jochen Engels da?

Die Serie sorgte für große Aufregung in den Staaten. Zum einen steht die MLB selbst unter starkem Beschuss da man die Saison immer weiter ausdehnt. Nächstes Jahr findet die World Series noch eine Woche später statt – man stelle sich vor die Colorado Rockies (Denver) oder die Minnesota Twins (mit neuem Outdoor-Ballpark) kommen ins Finale, dann könnts aber kalt werden.

Zum anderen ist der übertragende Sender FOX für seine Politik der späten Anfangszeit von Bloggern, Journalisten und den Spielern selber extrem kritisiert worden. FOX hat die Zeiten für den “First Pitch” stoisch auf 20:37 Uhr Ostküstenzeit gelegt. Wenn man bedenkt daß ein Spiel damit selten vor 00:00 Uhr zu Ende ist, hat man natürlich ein Problem mit dem Nachwuchs (und hundsnormalen Arbeitnehmern). Wenn dann noch eine Regenunterbrechung dazukommt und es zwei Uhr früh wird bis das Spiel entschieden ist (wie dieses Jahr geschehen), dann ist das nett für uns Europäer, weil wir zum Frühstück was zu gucken haben. Aber für die eigentliche Zielkerngruppe sind solche Zeiten natürlich ein Desaster.

Da die Paarung dieses Jahr auch noch extrem uninteressant war, sind die Ratings die schlechtesten aller Zeiten. Mit durchschnittlich 6.1 hat FOX damit tief, tief, tiiiief ins Klo gegriffen.

Nun gut. MLB 2008 ist Geschichte, weiter geht es Anfang März mit der World Baseball Classic und dann freuen wir uns alle (besonders der Malzi) auf eine spannende nächste Saison. How about that?

FC – Borussia Dortmund: Zurück auf Normal Null

Wir sahen das schwächste Heimspiel des FC in dieser (immernoch) jungen Saison. Eine hochverdiente Niederlage gegen den BvB der nicht nur spielerisch, sondern (und jetzt wirds gefährlich) auch kämpferisch dem FC den Hut aufsetzte. Das war leider gar nichts. Daß mit Kringe (natürlich) ein Ex-Kölner das Tor machte, paßte zum verkorksten Abend.

Immer deutlicher wird das Fehlen eines offensiven Mittelfeldmanns. Als um die 65. Minute herum Sanou eingewechselt wurde, konnte man eigentlich nach Hause gehen/ den Fernseher ausschalten. Nicht daß Vucicevic, Ehret oder Brecko vorher irgendwas gerissen hätten aber die Daumsche Hoffnungslosikgeit war -mit dieser Einwechslung- mit den Händen zu greifen. Was ist eigentlich mit Broich? Spielt der überhaupt noch für uns? Ich könnte mir vorstellen daß er im Winter weg ist. Nach Duisburg oder so.

Zum Glück hat das Spiel überhaupt keine Auswirkungen auf die Tabelle, wir sind imer noch 11., jetzt mit sechs Punkten vor einem Abstiegsplatz. Dieses Spiel zeigte jedoch deutlich daß nicht der BvB oder Bayer 04 oder gar Bayern München unsere Gegner in dieser Saison sind, sondern alle die unter uns stehen. Am Samstag geht es nach Stuttgart…darauf den Freitag kommt 96. Vier Punkte aus den Spielen wären schön, drei müssen es werden. Allein schon um weiterhin in dieser völlig Köln-untypischen ruhigen, sachlichen Atmosphäre weiter arbeiten zu können.

Zu guter Letzt noch der Satz des Tages von Bundesliga.de:

“Dortmund gewinnt das Westfalenderby gegen den FC vom Niederrhein”

Wa?

Entourage verfoxt

Liebes FOX Deutschland:

Wer Entourage eindeutscht, dann die Stimme des Johnny Drama mit Sebastian Schulz besetzt (Dr. Turk in Scrubs, Skippy das Känguru, ca. 2000 Kinder-Anime Sprachrollen, geb. 1977), sich weiter erdreistet David Turba (deutsche Stimme von Shia LaBeouf) als Vince und Julius Jellinek (Casper!!!) als Turtle reden zu lassen, der hat es nicht begriffen. Der kann es nicht begriffen haben.

Die Besetzung der Sprachrollen und deren scheußliche Qualität kann natürlich auch ein klein bißchen dem Umstand zu verantworten sein, daß mit Frank Turba

  • a – der Vater des Hauptcharakters
  • b – der deutsche Produzent von Yu-Gi-Oh! und Dragonball Z/GT

der Macher ist.

Natürlich funktionieren auch die Gags kein bißchen, was man sich aber auch denken konnte, denn alleine Aris Fluch-, Haß- und Schimpftiraden werden in Deutschland warscheinlich nicht am Zensorstift vorbei kommen. Und ein Großteil der Serie lebt nunmal vom Wortspiel, wenn nicht sogar vom Dialog, nicht wahr?

Mal wieder ein perfektes Beispiel dafür daß es unsere Nachbarn in BeNeLux oder Skandinavien deutlich besser haben mit den O-Tönen und Untertiteln im TV. Übrigens macht dies die Menschen da auch nicht dümmer…

Setzen sechs.

Serientäter: Chuck

Chuck, NBC:
Ich hatte mich lange gegen die Serie gesträubt, weil mir der Plot doch allzu sehr konstruiert erschien. Dann auch noch auf NBC, die eigentlich generell ein Problem mit Serien haben (30Rock mal ausgenommen). Hab mich aber dann doch hinreissen lassen und muß sagen, daß ich es nicht bereut habe.

Die Story ist hanebüchen aber effektvoll:
Chuck Bartowski (Zachary Levi) ist ein Mittzwanziger, der im örtlichen “Buy-More” als Computerspezialist / Troublehooter angestellt ist. Die Unterabteilung des Ladens nennt sich “Nerd-Herd”…und das ist es dann auch.
An seinem Geburtstag erhält Cuck eine eMail von einem alten Freund/Feind aus Studientagen. Dieser sorgte damals für seinen Rauswurf aus Stanford, nahm sich Chucks Freundin und ist so ziemlich der Grund dafür, daß er sein Leben der freudlosen Aufgabe der Festplattenreparatur und Handykonfigurierens widmen muß.
Der Ex-Freund (Bryce Larkin) arbeitet mittlerweile für die CIA und hat, als letzte Tat in seinem Leben, die Geheimnisse der Homeland Security, der NSA und des CIA als verschlüsselte Bilderbotschaft an seinen alten Buddy Chuck geschickt. Warum bleibt erstmal offen. Nachdem Cuck die mail geöffnet hat, die Bilderflut gesehen hat und kurz ohnmächtig wurde, hat er nun alle Geheimnisse der amerikanischen Geheimdienste in seinem Kopf gespeichert. Da der gute Bryce ganze Arbeit geleistet hat und nebenbei dafür gesorgt hat daß Zentralcomputer in die Luft gesprengt wurde, ist Chuck die einzige Quelle für Staatsgeheimnisse. Zu seinem Schutz werden ihm eine NSA-Agentin und ein CIA-Agent (oder umgekehrt?) an die Seite gestellt. So werden Waffenschmuggler, Terroristen oder andere Staatsfeinde zur Strecke gebracht.
In jeder Folge geht es um einen konkreten Fall. Die eigentliche Storyline ist jedoch die Entwicklung von Chuck zum Spion wider Willen, seinen Umgang mit den Personen seines wirklichen Lebens (die natürlich nichts von seinem Geheimniss wissen dürfen) und die äußerst geschickt angelegte “Menschwerdung” der Bundesagenten.

Wer jetzt gähnt, den kann ich erstmal verstehen. Mir ging es genauso und es hat mich auch drei Folgen Überwindung gekostet aber dann hats irgendwie klick gemacht und seitdem finde ich die Serie äußerst gelungen.

Die beiden Bundesagenten leben als Tarnung in Chucks unmittelbarer Nähe. Der grobklötzige John Casey (Adam Baldwin – er gehört nicht zur Baldwin-Sippe -) muß im Buy-More als Verkäufer arbeiten und das Eyecandy der Serie, die Agentin Sarah Walker (überaus reizend: Yvonne Strahovski) arbeitet im gegenüberliegenden HotDog laden “Wienerlicious”. dazu kommen als Sidekick Chucks Schwester Ellie samt Freund Captain Awesome (typischer All-American-Frat-Boy, der jedoch überhaupt kein “Bully” ist, sondern einfach nur “Awesome“!) und die Kollegen aus dem Buy-More / Nerd-Herd, alle einen an der Klatsche haben. Sein bester Freund Morgan (“call me Organ”) ist der größte Verlierer des Planeten, die anderen stehen in der Nahrungskette und sehr bedingt vor ihm:

Lester: “Hey Cuck, you need to get to this adress. There´s installation to be done.”
Chuck: “Ya. I see. But you know what? I don´t have the time right now. Would one of you guys please take care of it?”
Lester: “What? Are you crazy man? This is Linux! We are Mac Guys! Don´t you get it? We are IT-Artist. We don´t do that kind of stuff. Tss…Freak!”

Naja, man kann sich denken daß es eine Menge Dialoge dieser Art gibt und die meisten sind auch wirklich witzig. Dazu kommt daß die Serie gut produziert ist, die Schauspieler sehr gut agieren und es durchaus auch spannende Passagen gibt.

Kritikpunkte sind die, meiner Meinung nach, arg schnellen Auflsöungen der Fälle und Morgan. Der erinnert mich irgendwie an Jar Jar Bings. Und jeder normale Mensch haßt Jar Jar Bings, hab ich Recht?

Trotzdem für Serienfreunde eine absolute Empfehlung.
80 von 100

Chuck, 2007, NBC
1. Staffel: 13 Episoden, ca. 45 Minuten pro Folge (2007-2008)
2. Staffel: 13 Episoden, ca. 45 Minuten pro Folge (2008-2009)

Bayer 04 Leverkusen – FC: Kein tiefer Fall

65 Minuten spielte der FC äußerst diszipliniert und stark. Vor allen Dingen die Abwehr und das defensive Mittelfeld stand astrein und erlaubt kaum Chancen. Eigentlich gar keine (den Helmes- Schuss nehm ich mal raus, das war einfach nur Glück daß der durchgekommen ist).

Leider war in der Offensive so gut wie nichts von uns zu sehen. Man hatte nicht das Gefühl daß Nova alleine die Bayer-Abwehr überwinden könnte. Ehret auf links wieder sehr bemüht, allerdings etwas hektisch im Konterspiel. Zwar hatte er den Kopf immer oben aber die Päße ließen doch an Genaugigkeit sehr zu wünschen übrig. Auf rechts enttäuschte Vucicevic der mehrmals seine an-alte-Zeiten-erinnernde Dribblings versuchte und dabei jedesmal scheiterte. So wurden die leisen Angriffsbemühungen der Kölner schon oftmals an der Mittellinie eingestellt und man bewegte sich wieder zurück. Dort lenkte Petit das Spiel des Gastes, hatte mit Pezzoni aber einen sehr guten Mann an seiner Seite. Dieser Kevin Pezzoni wird auch von Spiel zu Spiel sicherer und abgeklärter. Diese Weiterentwicklung können sich die Innenverteidiger, Petit und C. Daum gemeinsam in den Lebenslauf schreiben.
Das einzige was dem FC wirklich fehlt (und das bitterlich) ist ein offensives/kreatives Mittelfeld. Daum scheint auch keine Experimente mehr zu machen (oder ist sich der Untauglichkeit der Maßnahme mittlerweile bewußt), denn was hätte es geschadet in der Halbzeit Broich für entweder Vucicevic oder Antar zu bringen? Naja, er wird wissen was er macht. Ich hoffe im Winter passiert da noch etwas.

Aber gut, die Niederlage heute war nicht wirklich unverdient auch wenn der FC sich tapfer gewehrt hat, konnte man erkennen daß Bayer Leverkusen uns in Sachen Spielpräsenz noch einen Schritt voraus ist. Friedrich köpft das 1:0, Antar köpft eben nicht den Ausgleich. Wir brauchen, wie in den Spielen davor auch, zuviele Chancen um ein Tor zu machen. Leider funktioniert das gegen eine Mannschaft wie Bayer04 nicht wirklich, weil wir die Chancen eben nicht bekommen.

Eine klare Weiterentwicklung zu den ersten Spielen der Saison ist, daß der FC nach dem Gegentor nicht alle Tugenden vergessen hat und kopflos in den eigenen Untergang – sprich das zweite Gegentor lief, sondern daß man versuchte die Ordnung einfach nur 15-20 Meter nach vorne zu schieben, was auch eigentlich ganz gut gelang.
Die o.e. Kopfballchance von Antar, ein Schuss aus halbrechts von Brecko und ein paar Halb- bis Viertelchancen machen auf jeden Fall klar, daß eine Weiterentwicklung stattgefunden hat.
Der Elfmeter der zum 0:2 führt war aus meiner Sicht berechtigt. So etwas kann passieren, wenn man gegen eine starke Offensive hinten mehr aufmachen muß. Plötzlich entstehen Räume und die werden halt genutzt.

Dennoch kann man mit der Vorstellung des FC zufrieden sein. Es war ein Härtetest nach drei Siegen, der aufzeigen sollte wo man wirklich steht in der Liga. Vielleicht hat dieses Spiel genau das bewirkt: Wir sind noch ein ganzes Stück entfernt vom sechsten Platz (wo ich Bayer dieses Jahr sehe) aber dennoch auf einem guten Weg nicht in akute Abstiegsgefahr zu geraten.

Mittwoch geht es weiter gegen den BVB. Zuhause. Flutlicht. Geil!

Chuck Norris Sportwetten Alarm

Die Zocker von betandwin haben mir einen fünf Euro Gutschein Code zukommen lassen.
Hah! Hier mein Tippschein:

klick für groß, die FC-Quote ist 5,55(!)

[Update]:
Toll! Die Feiglinge lassen mich die Wette nicht platzieren, weil sie über 10.000 Euro Gewinn einbrächte. Na super. Welches Spiel soll ich rausnehmen? Ich bin so unentschlossen…

Fall Classic ohne Bean Town


Nur ganz kurz, mein Interesse ist nämlich ziemlich erlahmt: Ab morgen beginnen die World Series 2008 in St. Petersburg/Florida.
In einem äußerst spannendem Spiel 7 haben sich die TampaBay Rays doch noch gegen die Boston RedSox durchgesetzt und bestreiten nun ihre erste WS gegen die Phillies aus…rischtisch… Philadelphia, die sich mit 4:1 gegen die Brewers durchsetzten konnten.

Philadelphia:
Die Phillies haben bisher einmal den Titel geholt, 1980 gegen die Kansas City Royals.


Das Pubilkum im Citizens Bank Park gilt als äußerst rau und das Maskottchen, der Phillie Phanatic ist der Glücksbringer mit dem meisten Stresspotential ->

Einmal kam es zu einem Kampf gegen Tommy Lasorda, Manager der LA Dodgers, weil das Tier auf einer Lasorda-Puppe herumtrampelte

Dann mußten die Phillies 2,5 Mio $ (!) an einen Mann bezahlen, weil der Phanatic den Mann in der “Bärenklaue” festhielt und dieser dadurch “erhebliche Rückverletzung” davon trug.

Das grüne Ding gilt im allgemeinen als “most sued mascot in sports”. Herrlich!

Ansonsten sind die Phillies das Team, daß die meisten Niederlagen, nicht nur in MLB, sondern im gesamten US-Profisport (und bei 160+ Spielen nehme ich mal ganz stark an damit weltweit) auf seinem Konto hat: Am 15.07.07 verloren sie mit 2:10 gegen die St. Louis Cardinals und mußten damit die 10.000 (!) Niederlage ihrer Geschichte hinnehmen.

Das Stadion ist wie o.e. der Citizens Bank Park mit einem Fassungsvermögen von 43,647.

Tampa Bay:
Die Rays (bis 2007 Devil Rays) gibt es erst seit 1998.
Entsprechend wenig kann man über sie erzählen.

Das Team wird angefeuert von Raymond, der sich optisch dem Klientel in Südflorida anpasst und entsprechend dröge aus der Wäsche guckt:

Sie spielen in Tropicana Field, St. Petersburg, Florida, mit einem Fassungsvermögen von 40,473.

Broadcast:
Die WS wird wieder von FOX übertragen mit Joe Buck und Tim McCarver.
In Deutschland wird NASN wohl den World Feed zeigen, der jedoch unerträglich ist. Wenn irgend möglich entweder einen FOX-Stream abgreifen, bei mlb.tv vorbeischauen oder für Menschen mit SAT: In UK überträgt FIVE. Das ist allemal besser als dieses dämliche Gelaber des World Feeds.

Meine Sympathien sind klar auf Seiten der Phillies, wird aber bestimmt ne enge Kiste.

Spiel 1:
Mittwoch auf Donnerstag, 02.07 Uhr, Tropicana Field
Starting Pitcher: Hamels gegen Kazmir (TBA)

FC – Energie Cottbus: Ça va? Muito bem, obrigado!

Kurz nach dem Spiel rannte Raymond Domenech kreischend durch die Katakomben des Müngersdorfer Stadions. Carlos Dunga erkundete sich immerhin noch ob des Trümmerbruches des Overathschen Sohnes bevor er hektisch in die Heimat telefonierte. Die Westtribüne glich der WallStreet nach Bekanntgabe der Staatshilfe. Eine ganze Armee von aalglatten Typen, die auch in der Frankfurter Rotlichszene eine gute Figur abgeben würden, stand an einer Gaffel-Theke und diskutierte lebhaft auf Englisch.
Wer waren diese Leute? Und warum konnte man hier mehr BlackBerrys klingeln, vibrieren oder aufleuchten sehen als in einem Düsseldorfer Sushi-Laden?
Einer studentischen Aushilfskraft wurde aufgetragen eine abhörsichere Leitung nach Moskau zu etablieren. Das Mädchen versuchte die 500 Euro Trinkgeld schnell unter ihrer roten FC-Schürze verschwinden zu lassen als Claus Horstmann mit hochrotem Kopf in den Bereich einmarschierte. Der Offizier wußte daß diese Menschen nur einen Ton verstehen und der hatte drastisch zu sein. Er trat an ein schnell herbeigeschafftes Mikro und verkündete der angstvollen Meute die Nachricht die sie nicht hören wollten: “Schert Euch zum Teufel mit Euren Millionen und Abermillionen! Weder Fabrice Ehret noch Pedro Geromel werden eine Freigabe für einen Wechsel erhalten! Ihre Verträge hier werden erfüllt! Die Abstellungen an die FFF und den CFB sind jedoch selbstverständlich. Danke. Wiedersehen!”.
Domenech und Dunga gaben sich HighFive, der Rest der Anwesenden flüchtete, in vielen Sprachen fluchend, schnell vom Gelände. In Junkersdorf klingelte ein deutlich angetrunkener Mann an vielen Türen, stellte sich als “Stadionsprecher 1.FC Köln” vor und schrie in entsetzte Gesichter und leere Hausflure: “Uuuuuuund, der Toooooorschütze: Mit der Nummer 11: Milivoje Novakovič..c…c…sch”. Gegen vier Uhr morgens wurde dann endlich das städtische Veterinäramt zur Hilfe gerufen gerufen.

Der Tag brach an über der heiligen Stadt am Rhein, es wird Sonntag, der 19. Oktober 2008.
Die Mannschaft des FC besiegte Energie Cottbus, die grauste aller grauen Mäuse der Bundesliga, in einem einseitigen Spiel mit einem minimalen 1:0. Daß dieses Spiel nicht Vier oder Fünf zu Null endete, lag allein an der mangelhaften Chancenverwertung des Gastgebers. Antar, Nova, Vucicevic, Ehret, Geromel, sie alle hätten ihre Tore machen können. Machen müssen.
Nunja, solange man die Spiele dennoch gewinnt kann es egal sein. Leider werden auch wieder Zeiten kommen, wo es nicht reicht ein Tor zu machen und die restlichen Chancen liegen zu lassen. Die Wochenaufgabe der Trainer dürfte feststehen (obwohl ich mir ziemlich sicher bin daß bereits in der abgelaufenen Woche Torschußtraining auf dem Programm stand, den vielen Weitschüssen nach zu urteilen).

Zur Mannschaftsleistung gibt es außer dieser Einschränkung heute kaum negatives zu berichten. Antar war (wieder mal) der Schwächste im Verbund, jedoch war der FC dem Gegner aus der Lausitz so meilenweit überlegen, daß dieser Ausfall nicht ins Gewicht fiel. Geromel war (wieder mal) der beste Mann auf dem Platz. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: Mann o Mann, der Junge ist unfassbar gut. Heute hatte er dann auch mal Zeit sich in das Spiel nach vorne einzuschalten. Ohne Fehl und Tadel!
Fast gleichwertig war auf links der junge Herr Ehret. Immer gefährlich nach vorne, großes Kämpferherz und ohne Fehler nach hinten. Man kann, nein, man muß Ehret als kompletten Neuzugang zählen, denn er hat nichts zu tun mit dem Mann den wir letzte Saison in der zweiten Liga die Äcker haben umpflügen sehen.
Der Rest war durchschnittlich, ohne Fehler. Ein gutes Pferd springt halt nur so hoch wie es muß.

Man muß natürlich ebenfalls eingestehen daß der FC Energie unsagbar schwach war. Mondragon hatte genau einen Ball zu halten und der war nicht mal stramm geschossen. Sonst war da gar nichts. In dieser Verfassung ist die Zeit der Spreewaldgurken in der Bundesliga vorbei. Gut, das soll nicht mein Problem sein.

Da stehen wir also tief im Oktober mit 13 Punkten nach acht Spielen auf Platz 8.
Daß wir weiterhin vor den Bayern stehen interessiert mich (noch) überhaupt nicht. Viel wichtiger ist daß wir schon acht Punkte (die Acht! DIE ACHT!!!) zwischen uns und die Abstiegsplätze gebracht haben.
Und das ist einfach ein gutes Gefühl!

Die Welt zu Füßen

Damals beim Bund: Felix und ich sind übers Wochenende nach Österreich zum Skifahren unterwegs, da legt er eine CD ein, die mich im ersten Augenblick erobert: “Who can you trust” von Morcheeba.
Allein “Trigger Hippie” hat mich bestimmt zehn Mal den Berg runtergetragen.
Ich hab sogar die Holländer in Ruhe gelassen, die mich, auf Skipisten, sonst -in aller Regel- schon fürchten sollten.
Seit diesem Tag habe ich die Band nicht mehr aus den Augen gelassen auch wenn ich nicht unbedingt am Release-Tag in den Laden renne.

Gestern habe ich dann bei einer Freundin die neue Maxi gehört : “Gained The World“.

Der Song ist zwar auch auch dem 2008er “Dive Deep“-Album drauf, war mir aber irgendwie nicht sonderlich aufgefallen. Das kann aber auch daran liegen daß ich “Dive Deep” insgesamt nicht so stark fand. Die vielen Gastsängerinnen haben mir irgendwie nicht richtig gefallen.
Doch heute muß ich zugeben daß der Song großartig ist! Meine -aus gutem Grund vorhandenen- Agressionen waren für einen Moment wieder verschwunden. Zwar ist auch hier nicht Skye Edwards (allein?) am Mikrophon sondern eine Sängerin namens “Manda” aber das paßt schon.
Ein sehr entspannter Auftritt, wie man ihn ja auch von Morcheeba erwartet. Natürlich hat das alles nicht mehr viel mit “Trigger Hippie” oder Trip-Hop im Allgemeinen zu tun aber das ist mir grad mal egal. Hervorragende Popmusik!

Der zweite Titel auf der Maxi nennt sich “Priceless” und fällt leider deutlich ab. Der Sprechgesang hört sich nach einem etwas “weedigen” MC Hammer an und die Sängerin hat eine zielmich aufdringliche, für Morcheeba etwas zu hohe Stimme. Nicht mein Ding.
Es folgen noch zwei Remixe (“Gained the World – Serious Music Remix” und “Enjoy the Ride – Jason Bentley Remix“), die beide hervorragend sind. Eigentlich gefällt mir der “Serious Music Remix” sogar noch besser als das Orginal.

Insgesamt also eine absolute Empfehlung:
85 von 100