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Europapokal

So langsam setzt das Verstehen ein. Es ist jetzt drei Tage her seit der 1.FC Köln 2:0 gegen Mainz gewann und zum ersten Mal seit 25 Jahren den Einzug in einen europäischen Wettbewerb festmachen konnte. Am Samstag war es unwirklich. Es war eine pure Explosion der Freude. Wie sagte es Nick Hornby damals so wunderbar:

I fell in love with football as I was later to fall in love with women: suddenly, inexplicably, uncritically, giving no thought to the pain or disruption it would bring with it.

Wir verliebten uns zuerst in den Fußball und dann in einen Verein (obwohl ich mir bei mir da nicht ganz sicher sein kann, weil der effzeh schon der Auslöser war Fußball überhaupt wahrzunehmen. Siehe hierzu den Text, den ich damals JJ geschrieben habe), wir vergaßen über die Jahre warum und weshalb wir diese Obsession, diese Besessenheit in uns tragen. Sie wurde einfach ein Teil von uns. Wir akzeptierten den Fakt, dass wir uns von allen Scheiß-Dingen, die man machen kann ein besonders desaströses Hobby ausgesucht hatten: Wir hatten unser Herz an einen Fußballverein verloren und keine Chance es zurück zu bekommen.

Auf unserem Fan-Konto gab es bisher nur Einzahlungen zu verzeichnen. Über Jahrzehnte im immer gleichen Takt: Abstieg, Aufstieg, Blamage, Abstieg, Blamage, Aufstieg, Blamage, Zypern, Abstieg. Es ging in einem fort und als vor fünf Jahren der Verein am Boden lag, als wir fassungslos vor den Ruinen unseres sozialen Lebens standen, als wir uns in den Arm nahmen und ein Bier tranken, weil es ja sonst nichts zu tun gab, da wurde uns klar, dass es fast schon egal war. Dass es eben dazugehört, dass wir uns damit abzufinden haben. Nächstes Jahr geht es dann eben wieder gegen wasweißichdennwerausderdrittenligaaufsteigt und am Ende werden wir wahrscheinlich wieder über die Ringe toben und von Europa singen und von Nie mehr zweiter Liga und so weiter und so fort. Und ein Jahr später stehen wir wieder da und verzweifeln. Es war in Stein gemeißelt und eben von einer höheren Macht so entschieden worden. Wir lachten bitter und bestellten noch ein Bier. Scheiß drauf, es nützt ja nichts.

All diese endlosen Eskapaden waren am Samstag mit einem Schlag vergessen. Als um 17:22 Uhr die Stadt zu beben begann.

Wir verstanden noch nicht genau was da passiert ist. Wir konnten es noch nicht genau fassen, nicht abschätzen, was es aus uns machen würde. Als die Cubs im letzten Herbst zum ersten Mal seit 108 Jahren die World Series gewannen, saß ich morgens um 7 vor dem TV und hatte eine Träne im Auge. Einmal weil es so ein überragender Sieg war aber zu anderen auch, weil ich daran dachte, dass ich genau so etwas auch noch einmal in meinem Leben mit dem effzeh erleben möchte. Einmal noch auf die Straße gehen, wildfremden Menschen in die Arme fallen, mich völlig hingeben in den Jubel und die Erleichterung nicht ein gutes Stück meines bisherigen Lebens einem lost cause gewidmet zu haben. Ich wollte noch einmal sagen können: Siehste, Christoph, siehste, Stefan, das war es wert. All der Mist, den wir uns angetan haben über all die Jahre, der war es wert. Wir haben es uns verdient. Heute ist unsere Nacht.

Der Samstag war praktisch der -man verzeihe mir hier den Vergleich, ich habe darüber nachgedacht, mir fällt nichts passenderes ein- Orgasmus nach einer endlosen, fünfundzwanzigjährigen Fickerei. Man möge sich diese Erleichterung bildlich vorstellen.

Jetzt, mit etwas Abstand weicht die Erleichterung schleichend dem Glück, denn wir realisieren langsam, dass es kein Traum war. Oder ist. Dass wir wirklich ab Herbst nach Europa fahren werden, dass am 25. August in Monaco wirklich einen Kugel den mit “1.FC Köln” beschrifteten Zettel in sich tragen wird. Vielleicht werden wir es erst im September, wenn wir uns dann auch wirklich aufmachen, ganz begreifen können. Ich weiß es nicht, ich kann das noch nicht genau einschätzen, ob es eine Steigerung der aktuellen Gefühlswelt geben kann.

Auf jeden Fall ist es Zeit ‘Danke’ zu sagen.

Danke an Peter Stöger. Für die jahrelange akribische Arbeit. Für eine spielerische Entwicklung, die mit Ruhe, Verstand und Einfühlungsvermögen durchgeführt wurde. Für taktische Disziplin, die wir in Köln sonst nur aus dem Fernsehen kannten. Für die Empathie zu seiner Mannschaft aber auch zu unserer Stadt.

Danke an Manfred Schmid, Yann-Benjamin Kugel, Marcel Abanoz und Alexander Bade. Ein Cheftrainer alleine reicht nicht.

Danke an Jörg Schmadtke. Für kluge Entscheidungen und professionelles Management. Auch so etwas, was wir vor ihm immer in den Bereich der Mythen abgetan haben.

Danke an Alexander Wehrle. Für eine finanzielle Konsolidierung, die ich nicht für möglich gehalten habe. Seien wir ehrlich, die Bücher sahen nicht gut aus.

Danke an Toni Schumacher, Markus Ritterbach und Werner Spinner. Für einen skandallosen Vorstand. Das reicht ja manchmal schon.

Danke an
Timo Horn
Thomas Kessler
Sven Müller
Neven Subotic
Dominique Heintz
Frederik Sörensen
Dominic Maroh
Jonas Hector
Pawel Olkowski
Lukas Klünter
Konstantin Rausch
Marco Höger
Marcel Risse
Milos Jojic
Christian Clemens
Salih Özcan
Leonardo Bittencourt
Marcel Hartel
Matthias Lehmann
Artjoms Rudnevs
Simon Zoller
Yuya Osako
Sehrou Guirassy und
Anthony Modeste

Jungs, was IHR diese Saison geleistet habt, das kann Euch niemand mehr nehmen. Ihr könnt Euch das ganze Ausmaß dieses Triumphes vielleicht noch gar nicht vorstellen. Ihr habt uns glücklich gemacht. Ihr habt uns etwas gegeben, was wir Euch nie zurückzahlen können. Danke! Ihr seid die Geilsten!

Danke an Frank Almstedt, Kresimir Ban, Paul Schiedges, Dr. Paul Klein, Klaus Maierstein, Dr. Peter Schäferhoff, Thorsten Klopp und Maximilian Vollmar. Nichts geht ohne Menschen im Hintergrund. Man bekommt keinen Ruhm aber ohne sie kann gar nichts entstehen.

Danke an Bayer Leverkusen und Bayern München für ein professionelles Verhalten am letzten Spieltag.

Danke an die Fans des 1.FC Köln, die Müngersdorf Woche für Woche in ein Tollhaus verwandeln, die sich nie von ihrem Weg abbringen ließen und die nun endlich auch in Europa zeigen können, warum sie den Ruf haben etwas ganz besonderes zu sein.

Europapokal. Großartig.

FC – Mainz: 25 Jahre

Plötzlich denkst du an 1998. An den ersten Abstieg. An Oliver Held und Jürgen Kohler. An dieses schäbbige 2:2 zu Hause gegen Leverkusen. Dann denkst Du an Spiele in Aue, wo es zwar den leckeren Nudeltopf gibt, der alleine aber nicht Anreiz sein sollte öfter als unbedingt nötig dorthin fahren zu müssen. Du denkst an Dietmar Artzinger-Bolten und Wolfgang Overath. An Volker Finke und Holger Stanislawski, erinnerst Dich an dieses Spiel bei Rot Weiß Essen, an 1033 Minuten ohne Tor, an die endlosen Niederlagenserien an all den irrationalen Schmerz, den dieser Scheißverein dir über die Jahre bereitet hat. Du denkst an die schwarze Wand und an die Ausschreitungen gegen Duisburg. An 25 Jahre Durst und Sehnsucht.

Und dann läuft Yuya Osako alleine auf das Tor zu.

25 Jahre.

Ich habe keine Worte.

Bockcast #086

Mit einem Schlag können heute 25 Jahre weggewischt werden. Mit einem eigenen Sieg und ein bisschen Glück auf den anderen Plätzen könnten wir es tatsächlich schaffen einen Platz im europäischen Wettbewerb oder zumindest in der Qualifikation für selbigen abzustauben. Thomas und ich sind kaum aufgeregt.

Come on effzeh!
Lass uns träumen.


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Bockcast #085

Einen Punkt in Leverkusen geholt, ein Sieg fehlt noch. Wir sind mit den Nerven am Ende.

Ende.

Dennoch: Viel Spaß beim hören.

Natürlich freuen wir uns, falls es Euch gefällt, was wir hier machen, über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Und wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Come on effzeh!


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Bockcast #084

Heute muss es etwas schneller gehen aber wir hatten keine Lust den Bockcast schon wieder ausfallen zu lassen, erst recht nicht nach diesem Spektakel gegen Bremen. Wir sprechen darüber und rechnen ein bisschen. Das muss für heute reichen.

Wir wünschen viel Vergnügen.

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Come on effzeh!


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Merkzettel

Lieber 1.FC Köln, lieber Peter Stöger:

Ausdrucken, ausschneiden, in der Kabine aufhängen!

Noch zwei Siege. Lasst uns träumen.


(Foto: Gert Zander unter Creative-Commons 4.0 international)

FC – Bremen: Dem Himmel so nah

Im Auge des Orkans herrscht Stille. Absolute, vollkommene Stille. Um dich herum tobt das Inferno, doch mitten drin, im Zentrum, ist es klar und ruhig und friedlich. Kein Wind, kein Ton, keine Ablenkung. Als Wolfgang Stark gestern Abend das Spiel abpfiff, das Müngersdorfer Stadion in einer Explosion aus Jubel auseinander zu bersten drohte, stelle ich mir vor, dass die Spieler des 1.FC Köln genau dieses Gefühl gehabt haben müssen. Nach einer Ode an den Fußball, einer Liebeserklärung an das Spiel, einem Abnutzungskampf, der alle Kräfte gefordert hat, muss es ganz ruhig gewesen sein. Ich stelle mir das wie eine Art Nahtod-Erfahrung vor. Plötzlich ist aller Druck weg, der Kopf kann einen ganz kurzen Moment abschalten, alles ist gut und die Realität eine Ewigkeit entfernt. Bis dann langsam das Grollen wieder die Oberhand gewinnt, bis die Welle dich erreicht, bis du realisiert, was da gerade passiert ist. Der Fokus weitet sich wieder, die Emotionen kommen, der Jubel, die Erleichterung und die pure Freude erreichen dich, tragen dich fort und plötzlich ist die Wirklichkeit wieder da und schreit dich an.

4:3 gewinnt der 1.FC Köln am drittletzten Spieltag zu Hause gegen Werder Bremen. Es war eine dieser magischen Nächte. Normalerweise hätte die Staionregie nach Schlusspfiff sofort Un’estate Italiana spielen müssen um auch nur annähernd die Gewichtung dieses Sieges einfangen zu können. Worte sind da schwer zu finden ohne sich in boulevardesker Phrasendrescherei zu verlieren. Das Spiel war ein Fiebertraum, pure Poesie, Sex von mir aus. Vielleicht, ganz vielleicht, können wir in drei Wochen sagen, dass es ein Abbild der Saison war und dass alles gut gegangen ist. Ich würde es uns wünschen.

In der ersten halben Stunde spielt der effzeh so gut Fußball wie noch nie. Man hatte sich auf die Bremer perfekt eingestellt, ließ ihnen keinen Platz von hinten heraus das Spiel aufzubauen, stellt schon früh alles zu, ging auf den ballführenden Spieler, ließ Kruse und Bartels keine Luft zum atmen. Man eroberte die Bälle, schaltete perfekt um, erspielte(!) sich Chance auf Chance. Schon vor dem 1:0 gab es drei ganz hervorragende Gelegenheiten zur Führung, die nach einer Viertelstunde die fast schon logische Konsequenz war. Leo Bittencourt und Dominique Heintz ackerten auf links wie Ackergäule, waren immer anspielbar und voller Ideen die Bremer Abwehr auseinander zu spielen und brachten Flanke auf Flanke recht gefährlich in den Strafraum. Das war einfach so gut, so schön, so… überzeugend, ich wollte es herausstellen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht völlig begeistert von der gesamten Mannschaft bin. Lukas Klünter mit der Flanke vor dem 2:0, die mir körperliche Freude bereitet hat, Frederik Sörensen mit einer unfassbar konzentrierten Leistung, Simon Zoller mit einem wunderschönen Heber und ein bis an die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit gehender Anthony Modeste, der in der Kabine wahrscheinlich erstmal einen halben Liter Vitamine exen musste. Ach, es war schon ein Abend zum verlieben, gar keine Frage.

Am meisten aber hat mir imponiert, dass dieser 1.FC Köln der Saison 2016/17 Charakter hat. Nach einem 2:0 innerhalb von 5 Minuten das 2:2 zu kassieren, das kann schon ein Genickbruch sein. Nicht bei diesem Team. Angestachelt von der fantastischen Atmosphäre in Müngersorf versuchte der effzeh weiter Werder klein zu kriegen, was nicht einfach ist zur Zeit. Keine hängenden Schultern, keine “ist mir egal” Körpersprache. Auf den Tag genau vor fünf Jahren stieg der effzeh in die zweite Liga ab. In der Südkurve wurden die schwarzen Töpfe gezündet, der Verein war am Boden. Es sah nach dem Ende aus. Ich kann mich noch ziemlich genau an diese fassungslose Stimmung erinnern. Niemand hatte auch nur ansatzweise Hoffnung, dass wir zurück kommen können. Dass wir nicht mehr der Chaosclub, der Randelemeisterverein und die Lachnummer der Liga sein würden. Nein, wir waren verloren. Wir zuckten mit den Schultern, betranken uns und stimmten trotzdem unsere Lieder an. Ejal wat och passeet. Wir, die wir Fans dieses Clubs waren und sind, wir hatten ja eh keine Wahl. Der 1.FC Köln hat uns vor Jahrzehnten in eine Abofalle gelockt aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Wir gingen also wieder runter, wir zerstörten uns selbst. Wir hatten alle Hoffnungen und Träume lange losgelassen. Purgatorium.

Und dann, wie gesagt auf den Tag fünf Jahre später die Katharsis. Es ist unwirklich. Es ist ganz ruhig, kein Wind geht.

Natürlich heißt das nicht, dass wir jetzt Europa buchen können aber es lässt uns immerhin noch eine weitere Woche träumen. In meiner WhatsApp-Selbsthilfegruppe schrieb Freund Stefan gestern, dass es typisch effzeh wäre, wenn wir in Leverkusen gewännen und dann am letzten Spieltag zu Hause mit 0:1 gegen Mainz verlieren würden. Ja, das wäre der 1.FC Köln in a nutshell, ohne Frage. Es würde mir das Herz brechen, wenn wir uns dieses Jahr nicht belohnen würden, wo doch Europa so nah ist. Aber wahrscheinlich würde ich es dem Verein verzeihen, so wie ich ihm bisher alles verziehen habe. Das gestrige Spiel würde seinen Teil dazu beitragen, weil es mich daran erinnert hat, was der Fußball mir bedeutet. Mir schlug das Herz im Hals, ich habe gelitten wie ein Tier, ich habe geflucht und gebetet und gejubelt und geschrieen und habe wie von Sinnen die Arme hoch gerissen. Danke effzeh.

Und, ich möchte es nicht vergessen: Danke Werder Bremen. Ich verneige mich. Ebenso wie der 1.FC Köln mit großer Charakterstärke. Wir haben es gestern wieder gesehen, wenn man Werder fünf Meter zu viel Platz lässt, wenn man zu passiv wird, dann ist diese Mannschaft unfassbar schwer zu verteidigen. Im Prinzip musst du 90 Minuten gegenpressen, musst immer in der Manndeckung bleiben und jede Sekunde aufmerksam sein, denn Werder nutzt jede sich ergebene Chance mit gnadenloser Effektivität aus. Das Paradebeispiel ist das 2:2. Einwurf, Jojic ist zu weit weg, scharfe Flanke, Klünter ist überrascht, Kopfball Tor. Sie haben mit einem Einwurf und einer Flanke die gesamte Kölner Hintermannschaft matt gesetzt. Perfekter Spielzug. Dazu die absolute Verpflichtung selbst zu handeln. Werder wartet nicht ab, sie geben Vollgas, was zu teilweise bizarren Laufwegen und Formationen führt aber irgendwo in diesem Chaos steht Kruse, der das dann alles wieder ordnet, dann kommt eine Flanke aus dem Halbraum oder man geht mit unfassbarer Geschwindigkeit einfach in den Strafraum und das ist alles, alles, alles gefährlich. Das ist wunderbarer Fußball, der eben mit dem Nachteil kommt, dass man sich hinten schneller einen fängt als sagen wir mal Ingolstadt. Aber das ist egal, es ist die Philosophie das Spiel zu spielen und nicht das Spiel zu verhindern. Natürlich ist das etwas verklärend, weil es eben so ein fantastisches Spiel war aber insgesamt muss ich schon sagen, dass ich allergrößten Respekt vor der Leistung von Werder habe und es mich freut, dass man sich nicht hat beirren lassen, als es schlecht aussah. Nouri scheint ein Guter zu sein. Ich fand auch die Interviews nach dem Spiel einigermaßen bemerkenswert. Bartels, Gnarby und Nouri mit völlig entspannten, sympathischen Aussagen. Sie würdigten das Spiel, sie suchten keine Schuld bei irgendwem. Hat mir gefallen. Also nochmals: Danke Werder, es war ein Fest.

Noch zwei Spiele stehen an. Noch ist es ganz ruhig. Allerdings hätte ich nichts dagegen, wenn uns der Orkan mit voller Wucht treffen würde und uns mitnimmt. Weiß der Himmel wohin.

Come on effzeh!

Randbemerkung: Die Südkurve mit einem unmissverständlichen Statement: “Standort Müngersdorf – Unverhandelbar!” Mehr ist dazu nicht zu sagen. Lieber 1.FC Köln: Macht euch und uns nicht unglücklich.

Bockcast #083

Heute geht es mal nur sehr kurz um den eigentlichen Fussball. Natürlich ärgern wir uns über den späten Ausgleich gegen Hoffenheim aber die eigentlichen Themen liegen abseits des Platzes. Wir sprechen über die kommenden Strafen, die Haltung des 1.FC Köln dazu, die neuen Choreo-Vorschriften und halt um alles, was es im Moment so schwer macht positiv in die Zukunft zu blicken.

Viel Spaß können wir eigentlich nicht wünschen, wir hoffen aber ein wenig, dass diese Form der Berichterstattung über den 1.FC Köln einen Kontrapunkt zum medialen Einheitsbrei bieten kann.

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Heute mal [Offtopic]. Ich war gestern zum ersten Mal in diesem Jahr zum Baseball bei den Cardinals (was man mir nicht vorwerfen mag, da es auch die erste Gelegenheit war), die ihren Home-Opener gegen die Solingen Alligators veranstalteten. Beide Spiele gingen an den Gegner, die Cards sind leider nicht die beste Mannschaft in der Liga aber das spielt erstmal keine große Rolle.

Baseball in Köln ist noch mehr Randsportart, als Ihr Euch das vorstellen könnt. Das sieht leider nicht nach erster Liga aus. Da muss sich was tun. Da sollte sich was tun.

Es fängt damit an, dass die Stadt Köln den Zugang zum Circlewood Stadium, wie die Wiese rechts der Aachener Strasse etwas vollmundig genannt wird, einfach dicht macht. Der Zufahrtsweg ist zwar als solcher gekennzeichnet aber eben mit einer Schranke geschlossen. Das macht es für Menschen, die nicht per Fahrrad oder zu Fuß in den Wald marschieren wollen oder können erstmal schwierig. Mein Verdacht (wirklich nur ein Verdacht) ist, dass der ebenfalls dort beheimatete Reitverein bei der Stadt interveniert hat. Keine Ahnung. Oder die Stadt (sie weist extra darauf hin, dass diese Parkplätze bei Veranstaltungen gebührenpflichtig sind), hatte keine Kapazitäten da am Sonntag jemanden hinzustellen um zu kassieren. Und dann macht man halt lieber zu, ne? Es ist auf jeden Fall ein Unding, es den Menschen auch noch extra schwer zu machen, die Spiele zu besuchen, denn natürlich fährt man da erstmal rein, sieht die Schranke und muss sich dann weiteres überlegen. Also erstmal drehen, stadtauswärts fahren, wieder drehen, auf der anderen Seite einen P+R Parkplatz finden und dann marschieren. Ganz ehrlich, ich war kurz davor wieder nach Hause zu fahren. Was ein Schwachsinn. Aber, ich bin mir sicher die Stadt hat eine ganz vorzügliche Erklärung. Bestimmt.

Nun gut, sei es wie es sei, letztlich kommt man schon irgendwie hin, wenn man denn will. Leider ist der Zuschauerzuspruch beim Baseball in Köln nicht sonderlich hoch. Die Cards hatten mit Solingen noch einen Gegner, der anständig Fans mitbringt, dazu die Tatsache, dass es eben der erste Heimspiel-Sonntag der Saison war, es waren vielleicht 150 Menschen vor Ort. Das können im Lauf der Saison aber auch nochmal deutlich weniger werden, wie wir letztes Jahr feststellen mussten. 5 Euro kostet die Karte für einen Erwachsenen, das ist nicht die Welt, daran kann es nicht liegen. Es wird schon das generelle Desinteresse der Kölner sein, die die Cards da etwas darben lassen. Ich frage mich z.B. ob es nicht die Möglichkeit geben könnte, dass der effzeh, der nur eine Strassenbreite entfernt seine Spiele austrägt, da nicht unterstützend tätig werden könnte. Von mir aus gilt eine Eintrittskarte für den 1.FC Köln gleichzeitig auch für die Cardinals, dafür spendet der effzeh einfach mal 5.000 Euro. Das ist für den einen Club nicht mal ein Fliegenschiss und der andere (ohne jetzt den genauen Etat zu kennen) hat ein bisschen Luft zum atmen. Vielleicht kann man damit auch ein paar Fans gewinnen? Und wenn es nur 10 Leute annehmen, denen es gefällt, die dann davon erzählen, beim nächsten Mal wiederkommen und ihre Familie mitbringen? Das kann doch nicht so schwer sein. Ich will hier kein Abhängigkeits-Szenario installieren, das sollte schon auf Basis “Wir helfen dem Kölner Amateur-Sport” geschehen aber auch für den effzeh sehe ich da keine Nachteile. Man bekommt ein bisschen gute Presse und kann ein wenig die Tatsache, dass nach dem 1.FC Köln im Sport-Sponsoring in der Stadt ein schwarzes Loch klafft ein wenig kaschieren. Zudem ist es kein Aufwand. Natürlich weiß ich gar nicht, ob die Cardinals damit einverstanden wären aber ich kann mir heute eigentlich kein Szenario vorstellen, warum nicht.

Und, liebe Leute, es lohnt sich wirklich mal dort hinzugehen. Ihr macht Euch einen schönen Tag auf der Anlage, guckt guten Sport, esst einen leckeren Burger, der individuell belegt werden kann oder ein Hotdog, trinkt ein Bierchen oder einen Kaffee, es gibt auch Kuchen oder Schoki, das ist alles sowas von entspannt und schön. Man merkt, dass das alles nur aus Liebe zum Club und zum Spiel gemacht wird, es gibt da kein kommerzielles Interesse. Der Cheeseburger kostet 2,50 €, die Cola oder das Bier 1,50 €, das deckt halt in etwa die Kosten. Trotzdem gibt es Leute, die ihr eigenes Essen mitbringen, was ich nicht verstehen kann. Ich mein, ich kann doch nicht zu geizig sein 1 € für ein Snickers auszugeben und mir das stattdessen selbst von zu Hause mitzubringen? Das gibt es doch nicht. Ja, wenn ich zum effzeh gehe und der will 8 Euro für ein schales Bier und eine bereits zwei Mal qualvoll verendete Wurst im Labbelbrötchen haben, dann verstehe ich ja, dass man sich erstmal an den Kiosk stellt. Aber hier reden wir über puren Amateur-Sport, der darauf angewiesen ist, dass die paar Besucher die kommen auch ein paar Taler dalassen. Das geht mir echt nicht in den Schädel. Die Cardinals stellen sogar eine Pfandtonne auf, damit man die 15 Cent Pfand, die die Flasche kostet spenden kann. Fünfzehn Cent, Herrgott nochmal. Das sind die Dimensionen, in denen wir uns dort bewegen. Und dann kommen da Leute hin und packen ihr Picknick aus? Himmel…

Der Besuch ist das eine aber auch im Sponsoring-Bereich sieht es nicht sonderlich gut aus. Das Outfield sieht aus, als hätten die Cardianls bei einer Nacht und Nebel-Aktion auf einem Tennisplatz ein paar “Wilson”-Banner geklaut, damit es nicht so leer wirkt. Sogar die Sparkasse hat mittlerweile kein Werbeplakat mehr in Müngersdorf. Das ist so traurig. Auf dem Weg zur Tribüne gibt es genau eine Werbung, die für ein amerikanisches Restaurant in Frechen. Sonst ist da nichts. Es kann doch nicht sein, dass in einer Millionenstadt wie Köln niemand mit Bundesliga-Sport werben möchte, vor allen Dingen wenn man bedenkt um welche Beträge es hier geht. Kölner Bank, Ford, Toyota, ihr würdet das doch gar nicht merken? Mann, ey.

Attraktivität für Sponsoren wird größer, wenn es die Menschen interessiert, also:
Gebt Euch mal nen Ruck. Besucht mal ein Heimspiel, ich verspreche Euch, dass es sich lohnt. Und habt keine Angst, wenn Ihr die Regeln nicht kennt. Das sitzen nette Menschen, die alles erklären, wenn Ihr Fragen habt, der Stadionsprecher erklärt ebenfalls alle Aus und Punkte und außerdem ist Baseball gar nicht so kompliziert wie man sich das als Außenstehender vorstellt. Die Einstiegshürde das Spiel zu verstehen ist nicht hoch und auch wenn man nicht die Infield-Flyout-Rule kennt, ist das kein Grund das Spiel nicht verfolgen zu können. Echt jetzt, geht da mal hin, esst nen Burger und unterstützt ein bisschen den Kölner Randsport. Es lohnt sich.

Ich bin auch meistens da, vielleicht halten wir ja mal ein Schwätzchen. Die Termine für diesen Sommer:
– 07. Mai, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Untouchables Paderborn
– 21. Mai, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Dortmund Wanderes
– 25. Mai, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Bonn Capitals (DERBY!!!)
– 10. Juni, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Dohren Wild Farmers und
– 08. Juli, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Hamburg Stealers

Wir sehen uns im Ballpark, ja? Versprochen? Okay. Bis dann.
Und, lieber effzeh: Mach das mal. Lass mal was springen. Danke und Grüße!

FC – Hoffenheim: Die Rückrunde in der Nußschale

Ich hab das Spiel nicht aufmerksam verfolgen können. Ich stand die letzten 10 Minuten nur noch, habe nach dem Schlusspfiff an einer Kölner Gastronomie-Wand gelehnt, hatte ein Bier in der Hand und muss gestehen, dass der Ausgleich mit so sehr getroffen hat wie wenig in den letzten Jahren, wenn es um den 1.FC Köln geht. Erst hält der Schiedsrichter den Ball im Spiel, dann tritt Osako über den Ball, ein Fehler nur, der uns verzweifeln lässt. Wie kann es nur sein? Warum, effzeh? Warum machst Du das mit mir? Mit uns? In Ingolstadt war es Horn, in Augsburg war es Sörensen, diesmal also Osako, der vorne wie hinten einen maximal unglücklichen Tag hatte. Das kann passieren, Fehler werden gemacht, es ist alles kein Problem. Aber in der Sekunde, im Augenblick, krampft sich das Herz zusammen und es stirbt wieder ein kleiner Teil in mir. Irgendwo in der Ferne lacht der Teufel zufrieden auf seinem Thron aus verlorenen Seelen und Dietmar Hopp reicht die Schnittchen. Nein, ich war gestern Abend nicht mehr gut drauf und spüre es heute immer noch.

Diese 93. Minute ist eine Blaupause der Rückrunde. Wir haben eine gute Ausgangsposition, stellen uns aber doof an, machen individuelle Fehler, verpassen selbst eine Entscheidung und müssen dann eben damit leben, dass wir den Sprung auf das nächste Level dieses Jahr nicht mehr schaffen werden. Es ist wie es ist. Jaja, ich höre es ja schon wieder: “Wenn Dir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass…”, “Vor dem Spiel hättest Du den Punkt aber doch mitgenommen…”. Alles richtig. Und deshalb darf es nicht weh tun? Deshalb muss ich einen Haken machen und still sein? Nein, verdammt. Mir bricht es das Herz.

Mensch, Osako. Hau den Ball weg.

Die 93. Minute in Müngersdorf. Wir werden sie so schnell nicht vergessen.