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FC – Bremen: Dem Himmel so nah

Im Auge des Orkans herrscht Stille. Absolute, vollkommene Stille. Um dich herum tobt das Inferno, doch mitten drin, im Zentrum, ist es klar und ruhig und friedlich. Kein Wind, kein Ton, keine Ablenkung. Als Wolfgang Stark gestern Abend das Spiel abpfiff, das Müngersdorfer Stadion in einer Explosion aus Jubel auseinander zu bersten drohte, stelle ich mir vor, dass die Spieler des 1.FC Köln genau dieses Gefühl gehabt haben müssen. Nach einer Ode an den Fußball, einer Liebeserklärung an das Spiel, einem Abnutzungskampf, der alle Kräfte gefordert hat, muss es ganz ruhig gewesen sein. Ich stelle mir das wie eine Art Nahtod-Erfahrung vor. Plötzlich ist aller Druck weg, der Kopf kann einen ganz kurzen Moment abschalten, alles ist gut und die Realität eine Ewigkeit entfernt. Bis dann langsam das Grollen wieder die Oberhand gewinnt, bis die Welle dich erreicht, bis du realisiert, was da gerade passiert ist. Der Fokus weitet sich wieder, die Emotionen kommen, der Jubel, die Erleichterung und die pure Freude erreichen dich, tragen dich fort und plötzlich ist die Wirklichkeit wieder da und schreit dich an.

4:3 gewinnt der 1.FC Köln am drittletzten Spieltag zu Hause gegen Werder Bremen. Es war eine dieser magischen Nächte. Normalerweise hätte die Staionregie nach Schlusspfiff sofort Un’estate Italiana spielen müssen um auch nur annähernd die Gewichtung dieses Sieges einfangen zu können. Worte sind da schwer zu finden ohne sich in boulevardesker Phrasendrescherei zu verlieren. Das Spiel war ein Fiebertraum, pure Poesie, Sex von mir aus. Vielleicht, ganz vielleicht, können wir in drei Wochen sagen, dass es ein Abbild der Saison war und dass alles gut gegangen ist. Ich würde es uns wünschen.

In der ersten halben Stunde spielt der effzeh so gut Fußball wie noch nie. Man hatte sich auf die Bremer perfekt eingestellt, ließ ihnen keinen Platz von hinten heraus das Spiel aufzubauen, stellt schon früh alles zu, ging auf den ballführenden Spieler, ließ Kruse und Bartels keine Luft zum atmen. Man eroberte die Bälle, schaltete perfekt um, erspielte(!) sich Chance auf Chance. Schon vor dem 1:0 gab es drei ganz hervorragende Gelegenheiten zur Führung, die nach einer Viertelstunde die fast schon logische Konsequenz war. Leo Bittencourt und Dominique Heintz ackerten auf links wie Ackergäule, waren immer anspielbar und voller Ideen die Bremer Abwehr auseinander zu spielen und brachten Flanke auf Flanke recht gefährlich in den Strafraum. Das war einfach so gut, so schön, so… überzeugend, ich wollte es herausstellen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht völlig begeistert von der gesamten Mannschaft bin. Lukas Klünter mit der Flanke vor dem 2:0, die mir körperliche Freude bereitet hat, Frederik Sörensen mit einer unfassbar konzentrierten Leistung, Simon Zoller mit einem wunderschönen Heber und ein bis an die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit gehender Anthony Modeste, der in der Kabine wahrscheinlich erstmal einen halben Liter Vitamine exen musste. Ach, es war schon ein Abend zum verlieben, gar keine Frage.

Am meisten aber hat mir imponiert, dass dieser 1.FC Köln der Saison 2016/17 Charakter hat. Nach einem 2:0 innerhalb von 5 Minuten das 2:2 zu kassieren, das kann schon ein Genickbruch sein. Nicht bei diesem Team. Angestachelt von der fantastischen Atmosphäre in Müngersorf versuchte der effzeh weiter Werder klein zu kriegen, was nicht einfach ist zur Zeit. Keine hängenden Schultern, keine “ist mir egal” Körpersprache. Auf den Tag genau vor fünf Jahren stieg der effzeh in die zweite Liga ab. In der Südkurve wurden die schwarzen Töpfe gezündet, der Verein war am Boden. Es sah nach dem Ende aus. Ich kann mich noch ziemlich genau an diese fassungslose Stimmung erinnern. Niemand hatte auch nur ansatzweise Hoffnung, dass wir zurück kommen können. Dass wir nicht mehr der Chaosclub, der Randelemeisterverein und die Lachnummer der Liga sein würden. Nein, wir waren verloren. Wir zuckten mit den Schultern, betranken uns und stimmten trotzdem unsere Lieder an. Ejal wat och passeet. Wir, die wir Fans dieses Clubs waren und sind, wir hatten ja eh keine Wahl. Der 1.FC Köln hat uns vor Jahrzehnten in eine Abofalle gelockt aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Wir gingen also wieder runter, wir zerstörten uns selbst. Wir hatten alle Hoffnungen und Träume lange losgelassen. Purgatorium.

Und dann, wie gesagt auf den Tag fünf Jahre später die Katharsis. Es ist unwirklich. Es ist ganz ruhig, kein Wind geht.

Natürlich heißt das nicht, dass wir jetzt Europa buchen können aber es lässt uns immerhin noch eine weitere Woche träumen. In meiner WhatsApp-Selbsthilfegruppe schrieb Freund Stefan gestern, dass es typisch effzeh wäre, wenn wir in Leverkusen gewännen und dann am letzten Spieltag zu Hause mit 0:1 gegen Mainz verlieren würden. Ja, das wäre der 1.FC Köln in a nutshell, ohne Frage. Es würde mir das Herz brechen, wenn wir uns dieses Jahr nicht belohnen würden, wo doch Europa so nah ist. Aber wahrscheinlich würde ich es dem Verein verzeihen, so wie ich ihm bisher alles verziehen habe. Das gestrige Spiel würde seinen Teil dazu beitragen, weil es mich daran erinnert hat, was der Fußball mir bedeutet. Mir schlug das Herz im Hals, ich habe gelitten wie ein Tier, ich habe geflucht und gebetet und gejubelt und geschrieen und habe wie von Sinnen die Arme hoch gerissen. Danke effzeh.

Und, ich möchte es nicht vergessen: Danke Werder Bremen. Ich verneige mich. Ebenso wie der 1.FC Köln mit großer Charakterstärke. Wir haben es gestern wieder gesehen, wenn man Werder fünf Meter zu viel Platz lässt, wenn man zu passiv wird, dann ist diese Mannschaft unfassbar schwer zu verteidigen. Im Prinzip musst du 90 Minuten gegenpressen, musst immer in der Manndeckung bleiben und jede Sekunde aufmerksam sein, denn Werder nutzt jede sich ergebene Chance mit gnadenloser Effektivität aus. Das Paradebeispiel ist das 2:2. Einwurf, Jojic ist zu weit weg, scharfe Flanke, Klünter ist überrascht, Kopfball Tor. Sie haben mit einem Einwurf und einer Flanke die gesamte Kölner Hintermannschaft matt gesetzt. Perfekter Spielzug. Dazu die absolute Verpflichtung selbst zu handeln. Werder wartet nicht ab, sie geben Vollgas, was zu teilweise bizarren Laufwegen und Formationen führt aber irgendwo in diesem Chaos steht Kruse, der das dann alles wieder ordnet, dann kommt eine Flanke aus dem Halbraum oder man geht mit unfassbarer Geschwindigkeit einfach in den Strafraum und das ist alles, alles, alles gefährlich. Das ist wunderbarer Fußball, der eben mit dem Nachteil kommt, dass man sich hinten schneller einen fängt als sagen wir mal Ingolstadt. Aber das ist egal, es ist die Philosophie das Spiel zu spielen und nicht das Spiel zu verhindern. Natürlich ist das etwas verklärend, weil es eben so ein fantastisches Spiel war aber insgesamt muss ich schon sagen, dass ich allergrößten Respekt vor der Leistung von Werder habe und es mich freut, dass man sich nicht hat beirren lassen, als es schlecht aussah. Nouri scheint ein Guter zu sein. Ich fand auch die Interviews nach dem Spiel einigermaßen bemerkenswert. Bartels, Gnarby und Nouri mit völlig entspannten, sympathischen Aussagen. Sie würdigten das Spiel, sie suchten keine Schuld bei irgendwem. Hat mir gefallen. Also nochmals: Danke Werder, es war ein Fest.

Noch zwei Spiele stehen an. Noch ist es ganz ruhig. Allerdings hätte ich nichts dagegen, wenn uns der Orkan mit voller Wucht treffen würde und uns mitnimmt. Weiß der Himmel wohin.

Come on effzeh!

Randbemerkung: Die Südkurve mit einem unmissverständlichen Statement: “Standort Müngersdorf – Unverhandelbar!” Mehr ist dazu nicht zu sagen. Lieber 1.FC Köln: Macht euch und uns nicht unglücklich.

Bockcast #083

Heute geht es mal nur sehr kurz um den eigentlichen Fussball. Natürlich ärgern wir uns über den späten Ausgleich gegen Hoffenheim aber die eigentlichen Themen liegen abseits des Platzes. Wir sprechen über die kommenden Strafen, die Haltung des 1.FC Köln dazu, die neuen Choreo-Vorschriften und halt um alles, was es im Moment so schwer macht positiv in die Zukunft zu blicken.

Viel Spaß können wir eigentlich nicht wünschen, wir hoffen aber ein wenig, dass diese Form der Berichterstattung über den 1.FC Köln einen Kontrapunkt zum medialen Einheitsbrei bieten kann.

Natürlich freuen wir uns, falls es Euch gefällt, was wir hier machen, über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Und wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Come on effzeh!


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Support your local Randsportart!

Heute mal [Offtopic]. Ich war gestern zum ersten Mal in diesem Jahr zum Baseball bei den Cardinals (was man mir nicht vorwerfen mag, da es auch die erste Gelegenheit war), die ihren Home-Opener gegen die Solingen Alligators veranstalteten. Beide Spiele gingen an den Gegner, die Cards sind leider nicht die beste Mannschaft in der Liga aber das spielt erstmal keine große Rolle.

Baseball in Köln ist noch mehr Randsportart, als Ihr Euch das vorstellen könnt. Das sieht leider nicht nach erster Liga aus. Da muss sich was tun. Da sollte sich was tun.

Es fängt damit an, dass die Stadt Köln den Zugang zum Circlewood Stadium, wie die Wiese rechts der Aachener Strasse etwas vollmundig genannt wird, einfach dicht macht. Der Zufahrtsweg ist zwar als solcher gekennzeichnet aber eben mit einer Schranke geschlossen. Das macht es für Menschen, die nicht per Fahrrad oder zu Fuß in den Wald marschieren wollen oder können erstmal schwierig. Mein Verdacht (wirklich nur ein Verdacht) ist, dass der ebenfalls dort beheimatete Reitverein bei der Stadt interveniert hat. Keine Ahnung. Oder die Stadt (sie weist extra darauf hin, dass diese Parkplätze bei Veranstaltungen gebührenpflichtig sind), hatte keine Kapazitäten da am Sonntag jemanden hinzustellen um zu kassieren. Und dann macht man halt lieber zu, ne? Es ist auf jeden Fall ein Unding, es den Menschen auch noch extra schwer zu machen, die Spiele zu besuchen, denn natürlich fährt man da erstmal rein, sieht die Schranke und muss sich dann weiteres überlegen. Also erstmal drehen, stadtauswärts fahren, wieder drehen, auf der anderen Seite einen P+R Parkplatz finden und dann marschieren. Ganz ehrlich, ich war kurz davor wieder nach Hause zu fahren. Was ein Schwachsinn. Aber, ich bin mir sicher die Stadt hat eine ganz vorzügliche Erklärung. Bestimmt.

Nun gut, sei es wie es sei, letztlich kommt man schon irgendwie hin, wenn man denn will. Leider ist der Zuschauerzuspruch beim Baseball in Köln nicht sonderlich hoch. Die Cards hatten mit Solingen noch einen Gegner, der anständig Fans mitbringt, dazu die Tatsache, dass es eben der erste Heimspiel-Sonntag der Saison war, es waren vielleicht 150 Menschen vor Ort. Das können im Lauf der Saison aber auch nochmal deutlich weniger werden, wie wir letztes Jahr feststellen mussten. 5 Euro kostet die Karte für einen Erwachsenen, das ist nicht die Welt, daran kann es nicht liegen. Es wird schon das generelle Desinteresse der Kölner sein, die die Cards da etwas darben lassen. Ich frage mich z.B. ob es nicht die Möglichkeit geben könnte, dass der effzeh, der nur eine Strassenbreite entfernt seine Spiele austrägt, da nicht unterstützend tätig werden könnte. Von mir aus gilt eine Eintrittskarte für den 1.FC Köln gleichzeitig auch für die Cardinals, dafür spendet der effzeh einfach mal 5.000 Euro. Das ist für den einen Club nicht mal ein Fliegenschiss und der andere (ohne jetzt den genauen Etat zu kennen) hat ein bisschen Luft zum atmen. Vielleicht kann man damit auch ein paar Fans gewinnen? Und wenn es nur 10 Leute annehmen, denen es gefällt, die dann davon erzählen, beim nächsten Mal wiederkommen und ihre Familie mitbringen? Das kann doch nicht so schwer sein. Ich will hier kein Abhängigkeits-Szenario installieren, das sollte schon auf Basis “Wir helfen dem Kölner Amateur-Sport” geschehen aber auch für den effzeh sehe ich da keine Nachteile. Man bekommt ein bisschen gute Presse und kann ein wenig die Tatsache, dass nach dem 1.FC Köln im Sport-Sponsoring in der Stadt ein schwarzes Loch klafft ein wenig kaschieren. Zudem ist es kein Aufwand. Natürlich weiß ich gar nicht, ob die Cardinals damit einverstanden wären aber ich kann mir heute eigentlich kein Szenario vorstellen, warum nicht.

Und, liebe Leute, es lohnt sich wirklich mal dort hinzugehen. Ihr macht Euch einen schönen Tag auf der Anlage, guckt guten Sport, esst einen leckeren Burger, der individuell belegt werden kann oder ein Hotdog, trinkt ein Bierchen oder einen Kaffee, es gibt auch Kuchen oder Schoki, das ist alles sowas von entspannt und schön. Man merkt, dass das alles nur aus Liebe zum Club und zum Spiel gemacht wird, es gibt da kein kommerzielles Interesse. Der Cheeseburger kostet 2,50 €, die Cola oder das Bier 1,50 €, das deckt halt in etwa die Kosten. Trotzdem gibt es Leute, die ihr eigenes Essen mitbringen, was ich nicht verstehen kann. Ich mein, ich kann doch nicht zu geizig sein 1 € für ein Snickers auszugeben und mir das stattdessen selbst von zu Hause mitzubringen? Das gibt es doch nicht. Ja, wenn ich zum effzeh gehe und der will 8 Euro für ein schales Bier und eine bereits zwei Mal qualvoll verendete Wurst im Labbelbrötchen haben, dann verstehe ich ja, dass man sich erstmal an den Kiosk stellt. Aber hier reden wir über puren Amateur-Sport, der darauf angewiesen ist, dass die paar Besucher die kommen auch ein paar Taler dalassen. Das geht mir echt nicht in den Schädel. Die Cardinals stellen sogar eine Pfandtonne auf, damit man die 15 Cent Pfand, die die Flasche kostet spenden kann. Fünfzehn Cent, Herrgott nochmal. Das sind die Dimensionen, in denen wir uns dort bewegen. Und dann kommen da Leute hin und packen ihr Picknick aus? Himmel…

Der Besuch ist das eine aber auch im Sponsoring-Bereich sieht es nicht sonderlich gut aus. Das Outfield sieht aus, als hätten die Cardianls bei einer Nacht und Nebel-Aktion auf einem Tennisplatz ein paar “Wilson”-Banner geklaut, damit es nicht so leer wirkt. Sogar die Sparkasse hat mittlerweile kein Werbeplakat mehr in Müngersdorf. Das ist so traurig. Auf dem Weg zur Tribüne gibt es genau eine Werbung, die für ein amerikanisches Restaurant in Frechen. Sonst ist da nichts. Es kann doch nicht sein, dass in einer Millionenstadt wie Köln niemand mit Bundesliga-Sport werben möchte, vor allen Dingen wenn man bedenkt um welche Beträge es hier geht. Kölner Bank, Ford, Toyota, ihr würdet das doch gar nicht merken? Mann, ey.

Attraktivität für Sponsoren wird größer, wenn es die Menschen interessiert, also:
Gebt Euch mal nen Ruck. Besucht mal ein Heimspiel, ich verspreche Euch, dass es sich lohnt. Und habt keine Angst, wenn Ihr die Regeln nicht kennt. Das sitzen nette Menschen, die alles erklären, wenn Ihr Fragen habt, der Stadionsprecher erklärt ebenfalls alle Aus und Punkte und außerdem ist Baseball gar nicht so kompliziert wie man sich das als Außenstehender vorstellt. Die Einstiegshürde das Spiel zu verstehen ist nicht hoch und auch wenn man nicht die Infield-Flyout-Rule kennt, ist das kein Grund das Spiel nicht verfolgen zu können. Echt jetzt, geht da mal hin, esst nen Burger und unterstützt ein bisschen den Kölner Randsport. Es lohnt sich.

Ich bin auch meistens da, vielleicht halten wir ja mal ein Schwätzchen. Die Termine für diesen Sommer:
– 07. Mai, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Untouchables Paderborn
– 21. Mai, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Dortmund Wanderes
– 25. Mai, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Bonn Capitals (DERBY!!!)
– 10. Juni, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Dohren Wild Farmers und
– 08. Juli, 13 Uhr und 16:30 Uhr gegen Hamburg Stealers

Wir sehen uns im Ballpark, ja? Versprochen? Okay. Bis dann.
Und, lieber effzeh: Mach das mal. Lass mal was springen. Danke und Grüße!

FC – Hoffenheim: Die Rückrunde in der Nußschale

Ich hab das Spiel nicht aufmerksam verfolgen können. Ich stand die letzten 10 Minuten nur noch, habe nach dem Schlusspfiff an einer Kölner Gastronomie-Wand gelehnt, hatte ein Bier in der Hand und muss gestehen, dass der Ausgleich mit so sehr getroffen hat wie wenig in den letzten Jahren, wenn es um den 1.FC Köln geht. Erst hält der Schiedsrichter den Ball im Spiel, dann tritt Osako über den Ball, ein Fehler nur, der uns verzweifeln lässt. Wie kann es nur sein? Warum, effzeh? Warum machst Du das mit mir? Mit uns? In Ingolstadt war es Horn, in Augsburg war es Sörensen, diesmal also Osako, der vorne wie hinten einen maximal unglücklichen Tag hatte. Das kann passieren, Fehler werden gemacht, es ist alles kein Problem. Aber in der Sekunde, im Augenblick, krampft sich das Herz zusammen und es stirbt wieder ein kleiner Teil in mir. Irgendwo in der Ferne lacht der Teufel zufrieden auf seinem Thron aus verlorenen Seelen und Dietmar Hopp reicht die Schnittchen. Nein, ich war gestern Abend nicht mehr gut drauf und spüre es heute immer noch.

Diese 93. Minute ist eine Blaupause der Rückrunde. Wir haben eine gute Ausgangsposition, stellen uns aber doof an, machen individuelle Fehler, verpassen selbst eine Entscheidung und müssen dann eben damit leben, dass wir den Sprung auf das nächste Level dieses Jahr nicht mehr schaffen werden. Es ist wie es ist. Jaja, ich höre es ja schon wieder: “Wenn Dir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass…”, “Vor dem Spiel hättest Du den Punkt aber doch mitgenommen…”. Alles richtig. Und deshalb darf es nicht weh tun? Deshalb muss ich einen Haken machen und still sein? Nein, verdammt. Mir bricht es das Herz.

Mensch, Osako. Hau den Ball weg.

Die 93. Minute in Müngersdorf. Wir werden sie so schnell nicht vergessen.

Von Außen betrachtet

Wer diesen Blog schon mal gelesen hat, wer vielleicht drei90 hört, der weiß, dass ich dem Fußball schon seit längerer Zeit eher mittelmäßig wohlwollend gegenüber stehe. Mir geht viel zu viel in die falsche Richtung, ich ärgere mich über UEFA-Dummheiten, über FIFA-Korruption und DFL-Schwachsinn. Ich entferne mich immer mehr. Zumeist interessiert mich alles außer dem effzeh in der Bundesliga nicht mehr wirklich, es ist das schon einmal beschriebene Grundrauschen. Die Spielen laufen zwar aber ich kann auch dabei am Rechner sitzen und arbeiten oder Staubsaugen oder kochen. Das ist das Tagesgeschäft. Das mag mit den allgemeinen Entwicklungen zu tun haben, ich glaube aber -das fiel mir gestern Abend erneut auf-, dass das Spiel an sich auch einen nicht kleinen Anteil an meinem Desinteresse hat. Ich muss mir nicht Mainz gegen Hertha Stolperfußball geben (genausowenig wie ein Mainzer oder von mir aus Berliner sich das effzeh-Gerumpel antun sollte) und nicht mal die Spieltagszusammenfassungen reizen mich noch. Das Produkt ist einfach zu schlecht. Mario Gomez sagte es vor ein paar Wochen sinngemäß: In der Bundesliga wird nur Fußball verhindert, nicht gespielt. Die völlige Fokussierung auf das Ergebnis ist die freudlose Evolution im Bundesliga-Fußball.

Ich kam zum Fußball in den 80er Jahren. Der 1.FC Köln war Grundkonsens im Freundeskreis. Jeden Nachmittag gingen wir auf den Platz bzw. auf die Wiese vor dem Haus, alle Nachbarskinder, immer. Jeder wollte Pierre Littbarski sein oder Klaus Allofs, wir liebten Vincent Mennie, diesen drolligen Schotten. weil er mal ein wunderschönes Tor geschossen hat. Wir waren Kinden, wir spielten Fußball und verschwendeten keinen Gedanken an Paul Steiner oder Dieter Prestin auch wenn wir uns der Knochenbrecher-Fraktion durchaus bewusst waren (gegrätscht wurde auf der Wiese schon. Auf der Asche eher nicht oder nur bei Regen). Nein, wir wollten den Ball und wir wollten wunderbare Sachen mit dem Ball machen. Einen Übersteiger, einen Beinschuss, eine Pass mit dem Außenrist. Und wenn es nicht geklappt hat, dann beim nächsten Mal. Ich glaube zutiefst, dass das die Faszination des Spiels ist. Die Eleganz, die Kreativität, die Fähigkeit mit simplen Mitteln einen Zaubertrick zu präsentieren. Einen hohen Ball aus der Luft tot stoppen, einen ansatzlosen Schuss in den Winkel (bis heute mein schönstes eigenes Fußballerlebnis als ich in der C-Jugend mal einen Ball aus der eigenen Hälfte durch die gegnerische Mannschaft gedribbelt habe, dann einen Doppelpass mit unserem Linksaussen Guido, ich bekomme den Ball so ca. 20 Meter vor dem Tor wieder und zirkele rechts oben ins Eck. Tor des Jahres. Mindestens. Habe ich nie vergessen….). Ihr wisst, was ich meine. Die Essenz, die uns zum Fußball gebracht hat, ist die Schönheit des Spiels, nicht die Verbissenheit.

Und plötzlich habe ich wieder Hoffnung. Hoffnung mich wieder mit dem Fußball zu versöhnen. Mich wieder zu erinnern, wie das war als wir das Spiel sahen und begriffen: Das was Lothar Matthäus da macht, das ist nicht normal. Das kann nicht jeder. Die Art und Weise wie Brian Laudrup den Ball führt, diese Leichtigkeit, diese pure Eleganz, Mann, das möchte ich auch können. Und was gibt mir die Hoffnung zurück? Der europäische Vereinsfubball. Weniger bizarr geht es gar nicht, oder? Aber, ich muss es einfach eingestehen und ich schäme mich kein bisschen: Ich habe die Spiele der letzten acht Tage genossen wie wenige Fußballspiele in den letzten Jahren.

Bei allem Respekt vor dem BVB, der nach dem Anschlag sicher nicht wettbewerbsfähig war, mir kommt in der Berichterstattung über die Spiele der AS Monaco viel zu kurz. Es wird mit keinem Wort erwähnt, dass diese Mannschaft zum niederknien Fußball spielt. Aus einer auch spielerisch guten Abwehr über ein elegantes Mittelfeld bis hin zum traumhaften Sturm sehen wir hier eine -im besten Sinne- moderne Mannschaft. Hier können wir uns verlieren. Wenn der Ball von Mendy über Bakayoko zu Lemar und dann schließlich zu Mbappé gespielt wird, dann hat das etwas von einem brillanten Gedicht. Diese Selbstverständlichkeit mit dem der Ball laufen gelassen wird, die klugen Laufwege, die klinische Präzision, das ist einfach wunderbar. Man merkt dem Team die Freude am Spiel an. Das ist -von Außen betrachtet- eine große Freude. Mit keinem Wort lese ich das in der deutschen Berichterstattung. Es geht nur um Dortmund und warum sie verloren haben. Ja, zum Teufel, warum stellt denn niemand die Frage warum Monaco das Spiel gewonnen hat? Warum können wir nicht würdigen, wenn uns und sei es nur kurz, wieder ein Blick auf den Kern des Fußballs gezeigt wird?

Genauso wie vor Monaco verneige ich mich vor Juventus, die im Hinspiel den FC Barcelona regelrecht an die Wand gespielt haben. Barcelona. Mit Messi, Neymar, Suarez etc.. Welch Mannschaft die alte Dame heute ist. Juve hat mit Paolo Dybala den vielleicht aufregendsten Spieler unserer Zeit in seinen Reihen, dazu Cuadrado und Higuain, Khedira, Mandzukic… ach, das ist einfach wunderbar anzusehen. Das so untypisch italienische Tempo, die unkonventionellen Ideen, die perfekten Ver- und Überlagerungen der Seiten, es geht einem das Herz auf. Im Rückspiel im Camp Nou eine fast orchestrale Sicherheit, perfekt harmonierende Ketten. Trauwandlerisch sicher von zwei Vierer- auf eine Fünferkette umstellend, jeden Spielzug des großen FC Barcelona beantworten könnend. Das ist dann vielleicht nicht die pure Sexyness aber es ist unfassbar guter Fußball. Ernsthaft.

Oder nehmen wir Ajax gegen Schalke. Da spielt mit Donny van de Beek ein 97er Jahrgang die zentrale Rolle im Mittelfeld. Im Sturm Bertrand Traoré (’95 geboren) und Justin Kluivert (’99er). Die brodeln vor Energie, die haben ein Spielsystem, das auf Spiel betont wird. Ajax ist im Vergleich nicht annähernd so gut wie Monaco oder Juve aber es zeigt den Willen das Spiel zu spielen nicht zu verhindern. Es zeigt, dass man mit aufregendem, attraktivem Fußball auch eine Weinzierlische Verhinderungstaktik ausheben kann. Das hat mir ebenfalls unglaublich gut gefallen. Das macht doch das Spiel aus.

In kurz: Ich habe mich ein bisschen neu verliebt in den Fußball. In das Spiel selbst. Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass mir beim 1.FC Köln ein unfassbar schlechtes 1:0 deutlich lieber ist als das beste Spiel der Geschichte mit 3:4 zu verlieren, das ist ja keine Frage aber -von Außen betrachtet- nur als Fan des Spiels, hat mir die letzte Woche ein wenig den Glauben an das Spiel zurück gegeben. Es kann alles noch so den Bach runter gehen, wenn dann 90 Minuten gespielt wird und man verzaubert mich derart wie es Monaco oder Juve getan haben, dann denke ich nicht an 50+1 oder Stimmenkauf, da bin ich ein Kind uns sitze mit offenem Mund vor dem Fernseher, will mir am liebsten selbst nen Ball schnappen und bei den Nachbarn klingeln, ob man Zeit hat auf die Wiese zu gehen.

Vielleicht ist das alles, was der Fußball sein sollte.

Ich mag das Spiel immer noch sehr.

Bockcast #082

Nach der derben Niederlage in Augsburg hängen die Schultern bei Thomas und mir schon recht tief. Man kann es drehen und wenden wie man will, in dieser Form ist der 1.FC Köln dabei seine Saison zu vermasseln auch wenn wir aktuell noch nicht vom GAU reden müssen. Die Enttäuschung über die Leistungen und natürlich auch über die Ergebnisse ist eben doch irgendwann spürbar. Wir fragen woran es liegt, was getan werden muss und wie es weitergeht.

Trotzdem wünschen wir Euch viel Spaß mit dem aktuellen Bockcast, es ist eben immer noch der 1.FC Köln. Verlinkungen und Likes sind gerne gesehen.

Ebenso freuen wir uns natürlich über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Und wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Come on effzeh!


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Augsburg – FC: Road to Nowhere

Ostermontag. 4°C, Regen in Brühl. Wäre mein Gemüt ein Wetterbericht, hätte ich die perfekte Vorhersage getroffen. So in etwa fühle ich mich, wenn ich an den aktuellen effzeh denke. Es ist kalt, es ist ungemütlich aber es ist eben kein Glatteis und auch noch kein Schneesturm. Man kann in dem Wetter überleben ohne sich allzu große Mühe geben zu müssen aber es ist noch lange keine Prophezeiung von Frühling und der Sommer am Meer liegt irgendwo in weiter Ferne. Vielleicht passt morgen noch besser, denn heute sind die Strassen menschenleer, man lässt die Türen zu, schließt die Welt aus, die nichts zu bieten hat außer Tristesse. Morgen dann, wenn eine missmutige Bevölkerung durch den Nebel zur Arbeit stapft, da kann man dann wirklich sehen, wie es um unser Seelenheil bestellt ist. Der effzeh entführt uns in eine Welt, die sich Aldous Huxley nicht trister hätte vorstellen können.

2:1 verliert die Mannschaft in Augsburg und losgelöst von dem Ergebnis, das schlimm genug ist, war das, was wir da am Samstag sehen mussten schon eine eher grenzwertige Veranstaltung. Die erste Halbzeit war wieder mal unfassbar schwach und reiht sich damit nahtlos in die -leider nicht kurze- Reihe von schwachen Halbzeiten in der Rückrunde ein. Wieder funktioniert die Raumdeckung bei Standards nicht, das erste Gegentor ist ein Musterbeispiel für eine unaufmerksame raumdeckende Abwehr. Hinteregger kommt aus dem Rückraum, niemand hat Augen für ihn, der rechte hintere Teil des Strafraums ist komplett verwaist und so hat der Mann Zeit und Platz eine Fernsehserie (die später von Damon Lindelof produziert wird, wir wollen ja nicht übertreiben) zu kreieren, sich Gedanken über das Casting zu machen und erste Verhandlungen mit einem interessierten Sender zu führen. Wenn man an der Stelle das Fernsehbild einfriert und sich mal genau anschaut, wie da die Zuteilung bei der Ecke ist, dann muss man ernsthaft konstatieren, dass da nichts aber auch gar nichts stimmt. Sörensen steht praktisch im leeren Raum, Klünter bewegt sich in die Mitte, von einer Absicherung durch Clemens ist nichts zu sehen und auch sonst gucken die effzeh-Spieler eher interessiert zu statt aktiv Teil des Geschehens zu sein.

So viel Spaß das Team uns auch in der Hinrunde gebracht hat, so frustrierend ist das Auftreten in der Rückrunde. Das zeigt sich eben nicht nur in dieser einen Szene, sondern auch in den nachfolgenden Minuten. Noch vor ein paar Monaten war ein Rückstand kein allzu großes Problem. Da wurde sich kurz geschüttelt und weiter gespielt. Heute ist die Körpersprache eine ganz andere. Das Gegentor wabert wie ein angstmachendes Virus durch die Köpfe der Spieler, es ist kein Selbstbewusstsein vorhanden, die Versagensangst (das ist jetzt hier Küchenpsychologie, ich weiß natürlich nicht wirklich was sich die Leute denken aber es kommt mir eben so vor…) kumuliert in immer größerer Unsicherheit, in sich summierenden Fehlern und schließlich in Panik, die dann dafür sorgt, dass nichts gelingen will.

Jetzt kann man natürlich sagen: Hey, stimmt doch gar nicht. Spielt Klünter den Ball von rechts nicht mit Torpedo-Geschwindigkeit und vor allen Dingen vor und nicht hinter Osako, dann steht es 1:1 und mal gucken wie Augsburg dann damit umgeht. Ja, stimmt. Die Krux ist: Hat er aber nicht. Osako hat ja schon die Reaktionsgeschwindigkeit eines hektischen Amazons-Insekts aber da kann er nichts machen. So schnell kann der Fuß sich gar nicht drehen.

Und so sehen wir dann das, was wir in den letzten Wochen immer häufigen sehen: Fehlpässe, Annahmefehler, Einzelaktionen, Ballverluste. Es ist wirklich nicht hübsch.

In der zweiten Halbzeit wurde es gefühlt etwas besser aber das lag zum einen daran, dass Augsburg nichts mehr für das Spiel tat und die Punkte sichern wollte, so dass der FC gefühlt deutlich dominanter auftreten konnte und zum anderen ganz einfach an der Tatsache, dass das Mittelfeld einen Kilometer höher stand als in der ersten Halbzeit ohne dass wir jetzt groß von spielerischer Überlegenheit sprechen müssen. Was da kam waren zum großen Teil wieder Einzelaktionen. Dabei ergaben sich ja sogar einige brauchbare Aktionen, die aber allesamt recht kläglich und resultatsneutral versandeten. Ich denke hier z.B. an Höger, der eine Flugzeugträgerbreite Platz hat, 20 Meter vor dem Tor nach innen zieht und sich dann in Rücklage begibt als würde er im Unkelbach noch ein letztes Bier bestellen wollen, bevor der Karneval endgültig vorbei ist.

Nein, es ist wirklich nicht schön.

So setzt es dann wieder eine Niederlage mit zwei Gegentoren gegen einen immens schwachen Gegner (Augsburg die letzten 60 Minuten ohne Torschuss), die komplett hausgemacht ist. Ja, wir können jetzt auch wieder, wie es gute Tradition gegen den FCA ist, über den Schiedsrichter diskutieren, denn zum einen sehe ich nicht dass Sörensen foult, weil er in der Bewegung von hinten geschubst wird und dadurch erst den Augsburger trifft und zum anderen gab es zwei (in meinen Augen) glasklare, elfmeterwürdige Vergehen der Augsburger gegen uns als jeweils im Strafraum gehalten wurde. Dazu noch der Rempler gegen Osako… achja… es nützt ja nur nix. Können wir uns den Mund fusselig reden. Nein, die Niederlage ist klar verdient, Ende. Mit einer solchen Leistung hast du gar keine Punkte verdient.

Dass wir immer noch auf Platz 7 stehen ist ein absoluter Treppenwitz. Alles spielt für den effzeh, wie eigentlich schon seit Wochen. Nur der effzeh eben nicht. Dass wir aber in der Form nicht von Europa träumen sollten, dürfte jedem klar sein. Nun gab es gestern einen Kommentar von Alexander Haubrichs im EXPRESS, der sich zu lesen lohnt, weil er schön die Frustration ausdrückt, die viele von uns aktuell fühlen.

Das Thema Frust ist etwas, was wir einmal näher betrachten sollten. Natürlich ist die Saison immer noch okay. Wir sollten gerettet sein, da müsste schon eine Menge schief laufen, dass wir noch absteigen und damit ist das Primärziel erreicht. Sogar recht komfortabel bisher und wir stehen nach dem 29. Spieltag immer noch auf Platz 7. Wie und warum spielt dabei ja erstmal keine Rolle, es zählen die Zahlen. Nur, es muss uns doch gestattet sein enttäuscht zu sein. Ich verstehe wo der 1.FC Köln herkommt. Ich war dabei, ich war immer dabei. Ich verstehe die Konsolidierung der letzten Jahre, ich begreife auch den guten bis überragenden Job, den Stöger und Schmadtke leisten, das ist doch gar keine Frage. Ich wertschätze das doch auch alles. Nur, natürlich bin ich enttäuscht. Natürlich habe ich mir Hoffnungen gemacht (immer doof, ich weiß) und natürlich frustrieren mich die Ergebnisse der letzen Monate. Sie nagen an mir. Das muss doch erlaubt sein. Wer jetzt mit heiligem Ernst darauf besteht, dass alles immer noch super ist, weil es sich gottergeben dem Verletzungspech hingibt und darauf verweist, dass wir doch von einer solchen Situation vor ein paar Jahren nur hätten träumen können, der verdrängt meiner Meinung nach die fast schon einmalige Chance, die der 1.FC Köln dieses Jahr hatte und anscheinend liegen lässt. Dass ist zwar argumentationstechnisch alles in Ordnung aber der Fußball ist eben nicht nur logisch und faktenorientiert, sondern auch emotional und irrational. Da muss man doch auch mal scheisse sagen dürfen. All diese Enttäuschung und Frustration ist doch kein Angriff auf Stöger und/oder die Mannschaft, sondern schlicht die Angst wieder mal zu scheitern.

Jetzt geht es weiter gegen Hoffenheim und Dortmund auch auch hier muss man kein Prophet sein um vorhersagen zu können dass mit den Leistungen der letzten Wochen nichts zu holen sein wird. Es muss sich etwas tun. Es reicht dann eben nicht wenn sich Lehmann wieder mal vor die Kamera stellt und sagt dass “er kotzen könnte” weil es so läuft wie es läuft. Da muss jetzt was passieren. Mir kommt es so vor als sei die Kuschelzone mittlerweile zu groß in Köln. Vielleicht ist zuviel Harmonie im Team. Das hört sich erstmal bescheuert an aber es muss auch mal krachen können. Wenn die Spieler alle Freunde sind und sieben Mal die Woche zusammen essen gehen ist das schön und gut aber sagt man sich dann auch immer noch die Meinung? Ist es vielleicht nicht eher so, dass Fehler zu leicht toleriert werden? Ich will jetzt nicht den Ausflug nach dem Augsburg-Spiel kritisieren, es sind junge Leute, die müssen auch raus, das ist doch ganz normal. Dass sie professionelle Fußballspieler sind ändert da erstmal nichts dran. Ich frage mich nur ob diese permanente gute Laune vielleicht auch Hemmungen auslösen kann. Ich weiß es nicht, dazu bin ich ja auch viel zu weit weg. Ich weiß nicht wie dominant Peter Stöger auftreten kann, ich bilde mir jedoch ein, dass er auch mal sehr deutliche Worte findet. Ich hoffe es.

Es ist schwer. Ich suche nach Auswegen, wo keine sind. Wie immer.

Come on effzeh!

Bockcast #081

Nach der Derbyniederlage sprechen Thomas und ich über die Gründe der Niederlage, über Qualitätsunterschiede und kleine Fehler und taktische Selbstaufgabe. Es war nicht alles schlecht aber halt leider auch nicht alles gut und so wird das nächste Spiel gegen Augsburg schon zum “must-win” ausgerufen.

Sportlich beschäftigen wir uns dann noch ein wenig mit dem Abstiegskampf, der durchaus spannend ist aber wohl leider nicht den von uns erhofften Ausgang nimmt (obwohl Mainz schon ganz okay wäre…) bevor wir dann noch auf den (wahrscheinlich) anstehenden Anteilsverkauf und auf die Wahrscheinlichkeit eines Stadionneubaus zu sprechen kommen. Ohne großartig zu spoilern: Wir sind beide nicht hundertprozentig überzeugt…

Dennoch wünschen wir viel Spaß und freuen uns, wenn ihr uns auch weiter empfehlt. Verlinkungen und Likes sind gerne gesehen.

Ebenso freuen wir uns natürlich über Eure Kommentare entweder hier im Blog, auf Twitter oder auf Facebook. Ganz besonders freuen wir uns über eine (hoffentlich gute) Bewertung bei itunes mit Rezension. Und wenn Ihr uns vielleicht sogar ein leckeres Kölsch spendieren wollt, dann nutzt doch den Spenden-Button im Blog, der macht ohne Urlaub durch.

Come on effzeh!


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FC – Gladbach: Abyss ascending

Irgendwie ist das gerade ein komisches Gefühl. Das gesamte Spiel über war ich schon recht emotionslos, aktuell ist es nicht die Wut wie nach Hamburg oder die furchtbare Enttäuschung wie nach Ingolstadt, nein, im Moment ist es ein recht achselzuckend hingenommenes ‘nunja, so ist das eben’. Das hat ein paar Gründe, die gar nicht originär mit dem Spiel zu tun haben, dann aber wieder doch. Wäre ich mit dem 1.FC Köln in einer romantischen Liaison verbandelt, würde ich wohl genau jetzt in diesem Moment meinen Beziehungsstatus bei Facebook auf “Es ist kompliziert” ändern.

Aber vielleicht erstmal der Reihe nach: Sportlich ist die Niederlage verdient, Gladbach war die deutlich bessere Mannschaft und mir kommt es auch so vor als sei der Wille, das Spiel für sich zu entscheiden, auch knapp stärker ausgeprägt gewesen als bei uns. Das kann aber täuschen, da die Geschwindigkeit, die Borussia im Team hat, nun mal die unsere deutlich übertrifft und daher sieht das natürlich schon mal per se nach stärkerem Einsatz aus auch wenn das vielleicht objektiv gar nicht stimmt. Denn: Ich denke nicht, dass der effzeh das Spiel heute gleichgültig angegangen ist, ich sehe auch keinen großen Grund sich darüber zu beschweren. Die Quintessenz daraus ist dann aber die Erkenntnis, dass wir einfach das fußballerisch schwächere Team waren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man darüber diskutieren muss.

Das kann man ja an vielen Kleinigkeiten festmachen: Die erneut grausame Passquote, die enormen Schwierigkeiten überhaupt mal so was wie Kontrolle über das Spielgerät zu bekommen (Rausch!) oder auch die fast schon unterwürfige Formation in der eigenen Hälfte. Gladbach konnte sich den Ball nahezu ungestört um den Strafraum herumpassen und die Lücke suchen. Wenn einmal ein Kölner Abwehrbein dazwischen kam und den Ball rausstocherte, dann wurde diese Handball-artige Kreisspiel keineswegs unterbrochen, es wurde nur zehn Meter weiter Richtung Mittellinie wieder neu angefangen. Daraus ergaben sich dann nicht zwangsweise viele gute Torchancen aber es muss dem 1.FC Köln auch klar gewesen sein, dass diese Taktik des totalen Einigelns dauerhaft nicht gut gehen kann, dafür ist in der Gladbacher Mannschaft zu viel individuelle Qualität und seit Hecking dort Trainer ist, ist auch das Momentum ein ganz anderes.

Nein, das muss uns allen klar sein, Gladbach ist einfach die bessere Mannschaft und wenn sie so auftreten wie heute, dann ist der 1.FC Köln im April 2017 nicht in der Lage da ernsthaft gegen zu halten. Das wird auch Stöger klar gewesen sein, denn die Taktik erinnerte schwer an das erste Bundesliga-Jahr. Es wurde eher Fußball verhindert, als dass gespielt wurde. Das ist, hier muss ich dann mal kurz pragmatisch und verteidigend einwirken, auch völlig in Ordnung so, denn natürlich ist das nicht schön und natürlich ärgert man sich als Anhänger der überlegenen Mannschaft über diese Art Spielgestaltung aber wir reden hier vom Wettbewerbsfußball, dessen originärer Sinn es ist Punkte zu sammeln. Es gibt nun mal keine B-Note im Fußball. Und wenn die Mittel fehlen spielerisch gegen zu halten, dann muss ich versuchen das irgendwie zu kompensieren. In unserem Fall eben mit Anti-Fußball und der Hoffnung schnelle Konter zu fahren.

Und es wäre ja auch beinahe gut gegangen, denn das 1:1 war genau ein solcher schneller Überraschungsangriff. Abschlag Horn (nicht ins Aus!), Modeste mit Weltklasse-Vorbereitung auf Clemens, genau in die Schnittstelle, trocken unten links, super. Das 2:2 nach Freistoß Jojic durch Modeste dann so wie man Tony kennt: Er darf wirklich vom Abwehrspieler nie aus den Augen gelassen werden, er macht die Dinger eben. Nein, das war schon okay, die Krux liegt natürlich, wie die ganze Rückrunde schon auf bei den Gegentoren, die alle durch individuelle Fehler vor dem eigenen Tor entstanden. Da werden Fehlpässe über Fehlpässe produziert, dadurch bekommst du nie Zugriff auf ein eigenes Spiel, die Abwehr ist für eine Sekunde unsortiert, die Abstände stimmen nicht, man ist zu weit vom Gegenspieler weg und dann rappelt es eben. Dazu wieder ein Schnitzer von Horn und das Spiel ist verloren.

Natürlich ärgert mich das. Ist doch klar. Aber vielleicht ist es auch ganz gut so, dass der effzeh nicht die spielerische Klasse hat sich wirklich und wahrhaftig für Europa zu qualifizieren. Denn, ich glaube da sind wir uns auch alle einige: Mit dem aktuellen Team hast du auf internationalen Plätzen nichts verloren. Nachdem die 40 Punkte unter der Woche erreicht wurden und die Saison zu großen Teilen ja gerettet ist, ist alles was jetzt noch kommt Bonus. Das dürfen wir bei allem Anspruchsdenken nämlich auch nicht vergessen: Wenn uns vor vier oder fünf Jahren jemand diese Entwicklung vorausgesagt hätte, dann wären wir ungläubig lachend wieder zurück in die Kneipe gelaufen und hätten an der Theke von einem wunderbaren Spinner dort draußen erzählt. Ihr kennt diese Leute, die mit einer großen Glocke durch die Fußgängerzone ziehen und entweder das Ende oder einen Neuanfang proklamieren. Nein, nein, es ist immer noch alles in Ordnung und das Pech… ach, wir können ja die Platte wirklich jede Woche neu auflegen.

Wir müssen es einfach hinnehmen: Wir sind nicht besser und das ist völlig okay so, wenn man auf unseren Etat und unsere Vergangenheit schaut. Es gibt schlimmere Schicksale.

Diese Lethargie, die ich hier an den Tag lege, zog sich schon durch den Tag, eigentlich durch die letzten Tage. Am Donnerstag veröffentlichte effzeh.com einen Artikelder als Meinung gekennzeichnet ist und damit ganz sicher nicht als Tatsachenbericht gewertet werden sollte. Aber so wie die Macher kennengelernt habe, schreiben die nicht einfach Irgendwas ohne dass es ein Fundament hat. Es geht um den Anteilsverkauf von bis zu 20% an einen Investor, der auch ohne die Zustimmung der Mitgliederversammlung vom Präsidium / von der Geschäftsführung erlaubt bzw. beschlossen werden darf. Dieser Bericht ließ mich zweifeln. Wie würde ich damit umgehen, wenn der effzeh nun nicht mehr “spürbar anders” sondern womöglich nur noch “jeden Tag ein bisschen besser” wäre? Und das am besten auf chinesisch. Wie könnte ich damit umgehen, wenn wir nur noch ein verschissener Investorenclub neben all den anderen verschissenen Investorenclubs wären? Wenn wir tatsächlich nach Europa kommen sollten und vor der neuen Saison diese “Voranhnung” bestätigen würde und wir irgendwo in der bulgarischen Pampa mit 10.000 Idioten nur einen anderen Red Bull Verein feiern würden? Könnte ich das überhaupt? Ich glaube es würde mir einfach das Herz brechen, wenn dieser Traum von Europa, diese Hoffnung noch einmal dabei zu sein, Donnerstagsabends tausende Kilometer von zu Hause entfernt ein Fußballspiel zu sehen, wenn ich dieses mit einem Verein machen würde, der gar nicht mehr der meine ist. Ich glaube ich würde heulen. Es gibt wahrscheinlich nicht mehr sehr viele Situationen, die mich zum weinen bringen aber dort zu stehen, den Traum noch einmal mitgemacht zu haben und sich dann nicht mal mehr darüber freuen können, ich glaube ich kann mir gerade abseits des echten Lebens nichts Schlimmeres vorstellen.

Für mich ist ganz klar: Verkauft der 1.FC Köln Anteile an einen Investor, dann ist es das gewesen. Ich kann mich nicht jahrelang angewidert von der Entwicklung im Fußball abwenden und dann ignorieren, wenn mein Club diese Entwicklung mitgeht. Es wäre für mich persönlich das Ende der Liebe. Vielleicht gucke ich immer noch Fußball, vielleicht kann ich mich sogar für Menschen -die das nicht so sehen- freuen, wenn sich diese Taktik als Erfolg ausweist. ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich nicht Fan eines solchen Konstruktes sein will. Vielleicht ist diese Entwicklung unvermeidlich, vielleicht habe ich im Sommer schon keinen Fußballverein mehr. Das kann sein und ich kann euch sagen, es macht mir furchtbare Angst. Der effzeh ist ein Teil meines Lebens auch wenn ich nicht mehr diesen Fanatismus an den Tag lege wie vor 15, 20 Jahren aber er ist dennoch immer noch allgegenwärtig. Und dann könnte es sein, dass das vielleicht in ein paar Wochen vorbei ist. Einfach so. Während ich diese Zeilen schreibe, schlägt mir das Herz bis zum Hals.

Das macht mir ganz schön zu schaffen.

Schon klar, dass das die Schnudelhubers nicht nachvollziehen können aber das ist mir recht egal, ich schreibe ja für mich und nur für mich.

Vor diesem Hintergrund ist die Niederlage heute vielleicht gar nicht so schlecht. Aber sie ärgert mich natürlich dennoch. Und, liebe Gladbacher Social-Media-Hooligans oder Halbangst-Verbreiter: Ich kann ja Kabbeleien ab, ich verstehe auch Hohn und Spott, es wäre andersrum nicht anders. Selbstverständlich würde ich auch “Derbysieger” posten und euch auslachen, das gehört dazu, das definiert uns ein bisschen als Fans. Aber, dieser heilige Hass, der da im Moment verbreitet wird und diese geballte Dummheit, muss das sein? Ich mein, müsst ihr selbst wissen, ich lese das, ärgere mich ein wenig und hab’s dann vergessen, doch frage ich mich wer hier was kompensieren muss? Aber wer bin ich euch Tipps zu geben? Weitermachen, kein Problem.

Tja, so sieht das aus. Zu allem Überfluss kriege ich heute Abend noch nicht mal Bier. Es ist wohl wirklich ein gebrauchtes Wochenende.

Bis auf weiteres:

Come on effzeh!

Bockcast #080

1:0 gewinnt der effzeh das “Big Point” Spiel zu Hause gegen die Eintracht. Nach knapp 25 Jahren stehen wir -so spät in der Saison- also mal wieder auf einem 5. Tabellenplatz, dürften den Klassenerhalt in der Tasche haben und alles, was wir uns vor der Spielzeit gewünscht hatten, ist eingetroffen. Dennoch war nicht alles rosarot am Dienstagabend in Müngersdorf. Thomas und ich sprechen über die grausame erste Halbzeit, die vielen kleinen und auch großen Fehler, den Unterschied, den Leonardo Bittencout ausgemacht hat und wir freuen uns mit Milos Jojic. Beide. Was außergewöhnlich genug ist.

Außerdem sprechen wir die Ultras und den Stimmungs-Boykott an, haben da unterschiedliche Meinungen aber am Ende sind wir gar nicht weit auseinander.

Wir wünschen viel Spaß und freuen uns, wenn ihr uns auch weiter empfehlt. Verlinkungen und Likes sind gerne gesehen.

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