Jajaja, is ja gut. Ich weiß. Ich hatte ein paar andere Dinge zu tun, mein Rechner ist war im Arsch und außerdem hatte ich schlicht keine Lust. Okay? Okay! Ende der Diskussion. Zurück zum Fußball.
Der effzeh holt nach dem gänzlich unerwarteten Dreier in Sinsheim, den unvermeidlichen Niederlagen gegen Hertha, Leverkusen und Augsburg einen wichtigen Sensationssieg auf Schalke. 21 Jahre nach Patrick Weiser. Kann man mal machen. Selten hatte ich vor einem Spiel weniger und nach einem Spiel mehr Lust auf den effzeh. Dieser Verein bringt mich an meinen Grenzen. Immer noch. Nach all den Jahren. Und das ist es schließlich, was diese Leidenschaft ausmacht, oder? Oh Mann, effzeh, manchmal bist Du wirklich die schönste Frau der Welt aber manchmal kannst Du auch ein fieser Oger sein.
Zum Glück sahen wir in Schalke eine Leistung die eher Richtung ersteres ging und mich dennoch mit 200er Puls und den bohrenden Fragen nach hätte, wenn und aber (Hannover, Frankfurt, Hamburg, Freiburg, Hertha, Augsburg…aaaahhh) zurückließ.
Wie gesagt, vor dem Spiel habe ich fest mit einer derben Klatsche gerechnet. Schalke hat sich für das Champions League Achtelfinale qualifiziert, zeigte in der Liga einen deutlichen Aufwärtstrend, di Matteo scheint sein System und seine Mannschaft gefunden zu haben, Choupo-Moting trifft wie nix gutes und der effzeh steht monstermäßig unter Druck, weil die Liga nach unten enger ist als der Gürtel um ein Lagerfeld-Model. Wo sollen wir da Hoffnung schöpfen, fragte ich mich. In meinem effzeh-whatsapp-chat war die Stimmung ähnlich. Nicht mal ein aufmunterndes “ach, das Spiel muss auch erst gespielt werden” kam meinen Jungs über die Tastatur. Und dann gewinnt auch noch Düsseldorf in der zweiten Liga. Ich hatte Samstags schon mal bessere Laune.
Eine erste kleine Aufheiterung brachte die Aufstellung unserer kölschen Wundertüte. Peter Stöger verzichtete auf Miso Brecko, zog Olkowski nach hinten rechts zurück, stellte den -wieder spielberechtigten- Lehmann zusammen mit Vogt auf die Doppelsechs, Yannick Gerhardt etwas vorgezogen und vorne hilft der Tünn. Dazu auf den Seiten Svento und Risse.
Joa. Brecko raus und keine Dreifachsechs mit Matuschyk. Hmm. Das ist nah am derzeitigen Idealzustand, meiner Meinung nach.
Okay, einen Sturmlauf konnten wir immer noch nicht erwarten aber eine gewisse Dynamik im Spiel war theoretisch möglich, was ja schon mal ein ganz gutes Signal ist. Jetzt kann man über Svento streiten aber auch wenn er seine Chancen bisher nicht macht, sind sie doch immerhin da. Er ist anständig schnell, scheint seine Laufwege drin zu haben und macht einen lebhaften Eindruck. Halfar muss sich aufdrängen, sonst sehe ich hier erstmal keinen Grund zum tauschen. Peszko übrigens auch.
Ujah ist derzeit ununstritten aber eine Personalie, die wir vor der Saison schon mehr als kritisch sahen, macht mir im Moment die meisten Sorgen. Wenn Thomas Bröker unserem “Stareinkauf” Simon “6 Millionen Mark” Zoller vorgezogen wird, dann hat der Junge ein Problem. Also Zoller. Nicht Bröker. Das soll jetzt kein Bröker-Bashing werden, denn Gott weiß, dass er sich reinhängt, sich größte Mühe gibt und tatsächlich mit seinen Laufwegen, die an Wile E. Coyote erinnern, für kurzfristige Verwirrung in organisierten Abwehren sorgt. Aber (ja, das aber war zu erwarten, sehe ich ein) er ist nunmal echt kein Spieler auf den ich als Bundesligamannschaft dauerhaft setzen kann. Dafür ist er zu ungefährlich vor dem Tor und zu ungelenk auf dem Platz. Das schreibe ich mit der vollkommenen Erkenntnis, dass er mich nachts um drei, vollgesoffen und mit verbundenen Augen, zwei Arme hinter dem Rücken gebunden und auf einem Bein hüpfend immer noch locker ausspielen kann. Es geht nicht um die Brökerschen Qualitäten, sondern um das, was Simon Zoller augenscheinlich im Moment fehlt, um eine Alternative für Peter Stöger zu sein. Und das macht mir halt Sorge. Haben wir da wieder mal unnötig Geld in den Sand gesetzt? Noch ist es zu früh da abschließend zu lamentieren aber der Trend is not your Friend.
Ich schwafele. Entschuldigung.
Achja, das Spiel: In der ersten Halbzeit macht der effzeh das, was er am besten kann: Nix. Steht einigermaßen sicher hinten, lässt wenig zu, die paar Hereingaben, die die königsblaue Offensive durchbringt, werden allesamt von unserer Innenverteidigung weggehauen, durch die Mitte geht es nix und da Miso Brecko nicht mitspielt, müssen wir auch keine Angst haben, dass plötzlich über die linke Angriffsseite der Schalker ein Spieler völlig frei vor Timo Horn auftaucht, während an der Seitenlinie gepopelt wird. Es ist also alles in allem ein recht ereignisarmes Gekicke. Kann ich mit leben. Besser als erwartet.
Soweit so gut. Und dann macht Höwedes einen weltmeisterlichen Fehler, Gerhardt nutzt das gedankenschnell aus, in der Mitte lauert Ujah wie ein Erdmännchen auf den Sonnenaufgang und zack, der Junge trifft im Moment alles. Geil. Da führst Du in Schalke. Okay, ist noch viel zu früh, jetzt bekommen wir wieder unsere drei Tore aber wenigstens haben wir ein Tor geschossen. Ist doch auch schon super.
Aber es passiert nicht. Schalke zeigt genau null Reaktion. Vielleicht hat man in Gelsenkirchen zuviel vom Breitnerschen Arroganzwein getrunken und denkt sich dass man die doofen Kölner eh irgendwann weghaut aber da kommt nix. Ein paar Schüsse aus der Distanz, ein paar Versuche über Außen zu gehen, nichts weltbewegendes. Der effzeh muss sich nicht mal umstellen. Kann einfach weitermachen wie bisher. Mitte zu, rechts und links konzentriert arbeiten, ab und an einen Hail Mary Richtung Fährmann dreschen und darauf achten dass die Haare sitzen. Es gab schon anspruchsvollere Aufgaben für unsere Mannschaft. Jaja, stimmt, Schalke hatte ganz toll viel Ballbesitz. Super. Backt euch ein Eis.
Und mitten in diese Phase, die schwer an die Herr der Ringe-Filme erinnerte (nix passiert aber das ist irgendwie schon cool gemacht) setzt sich Olkowski auf rechts durch, Höwedes kann nur weltmeisterlich am Trikot zupfen, Olkowski fällt im Strafraum wie dieser Soldat auf dem berühmten “Why?”-Poster, Lehmann knallt die Kugel oben links in die Maschen und auf einmal wirste ganz nervös.
Das kann der effzeh nicht bringen. Echt nicht. Oh Mann. Wie geil wäre das denn? Auf Schalke?
Aber es sind ja noch 25 Minuten. In etwa. Und es ist der effzeh. Wird schon noch irgendein Blödsinn passieren. Vielleicht wird Oliver Held eingewechselt, wer weiß?
Nur, es passiert nix. Schalke ist weiterhin gnadenlos uninspiriert, versucht sein 08/15-Schema durch zu ziehen und rennt mit vollem Anlauf gegen die Wand. Vermutlich verkläre ich das jetzt etwas aber mit fällt echt nicht viel ein, was da noch passiert ist. Jedenfalls bis zur 85. Minute.
Vielleicht sollten unsere Trainer der Mannschaft mal sagen, dass das Spiel echt immer 90 Minuten lang ist. Oder solange bis dieser komische Mensch mit der Pfeife in selbige bläst um mit einem schrillen Ton zu signalisieren, dass man jetzt aufhören kann. Irgendwie bekommen wir das nicht auf die Reihe. Diese späten Tore sind meistens Unkonzentriertheiten geschuldet. Kleinen Schlampereien. Vermeidbaren Aussetzern. Und das sieht mir nicht nach einem Fitnessproblem, sondern eher nach einer Kopfsache aus. Schalten wir zu früh ab? Natürlich weiß ich nichts von der Psyche eines Profisportlers und ich gehe mal davon aus, dass Peter Stöger dieses Thema schon thematisiert hat aber auffällig ist es irgendwie schon.
Wir bekommen also den Gegentreffen und haben noch acht Minuten vor uns. Gute Nacht. Jetzt bloß nicht noch verlieren war mein erster Gedanke, denn dass das 2:2 fällt war mir sonnenklar. Natürlich muss das fallen. Wir sind immer noch der 1.FC Köln.
32 Jahre Fantum hinterlassen Spuren.
Aber wieder passiert nichts. Klar, Schalke schiebt sich den Ball 30 Meter vor dem Kölner Tor lässig zu, der effzeh geht auch nicht mehr raus, er macht einfach weiter. Die Mitte zu, nach Außen konzentriert auf den Mann, Feierabend.
Warum wechselt Stöger nicht? Warum nimmt er nicht noch Zeit von der Uhr?
Warum drei Minuten?
Ehy! Schiri! Elfmeter! (Natürlich war die Aktion von Fährmann gegen Bröker ein Elfer, nur Toni Schumacher kann das anders sehen)
Pfeif ab, Mann. Pfeif ab!
Und dann nimmt Doktor Brych die Trillerpfeife in den Mund und ich kann es nicht fassen. Wir haben echt auf Schalke gewonnen. Krasse Sache. Der whatsapp-chat ist gebührend euphorisiert und die Ergbnisse auf den anderen Plätzen sind die schlechtesten auch nicht. Dortmund verliert wieder mal (auch wenn der BVB natürlich immer noch keine Abstiegskonkurrenz ist – das sage ich solange, bis es zu spät ist), der HSV, Stuttgart und Bremen holen nur einen Punkt. Alles okay.
Hätte, wenn und aber (Hannover, Frankfurt, Hamburg, Freiburg, Hertha, Augsburg…)
Jetzt kommt am Dienstag Mainz 05 nach Köln und wie wunderbar wäre es, wenn der effzeh wenigstens diese Woche die Verwandlung von der wunderschönen Frau in einen Oger unterlassen könnte. Ist morgen Vollmond? Ich muss mal nachschauen. Es ist ja immer noch der 1.FC Köln.
Nach der Niederlage gegen den SC Freiburg, die zwar weh tat und auch in Teilen nicht wirklich nötig war, spreche in zur Aufbereitung und Selbsttherapie mit Martin und Sven, die sich nicht ganz einig sind dasselbe Spiel gesehen zu haben. Ganz zu schweigen von der Elfmeterentscheidung, die aber dann doch als gottgegeben hingenommen wird. Außerdem hören wir eine Eloge auf Christian Streich, die von Martin kritiklos anerkannt wird, während ich schon ein wenig grummele.
In der kleinen Vorschau wird es dann doch ein wenig pessimistisch, denn weder der 1.FC Köln, noch der SC Freiburg haben leichte Aufgaben vor der Brust aber –der harmonische Ton wird beibehalten- wir hoffen einfach kollektiv auf den Klassenerhalt. Es gibt keine Shownotes, wir sprechen kreuz und quer, kommt damit klar.
Jo und dann ist da noch die Qualität. Ist scheiße diesmal aber ich wünsche dennoch viel Spaß und hoffe, dass es einigermaßen hörbar geworden ist. Ich musste beide Kanäle einzeln schneiden und zusammenführen weil die Aufnahme mit Skype nicht wirklich funktioniert hat. Dazu kommt dann noch mein schrottiger Rechner, kann man nix machen. Abhängig von der Technik kann das leider der letzte Bockcast für etwas längere Zeit gewesen sein, ich hoffe zwar, dass ich noch eine Lösung finden werde aber versprechen kann ich nix.
Bloß nix mehr über die Pfiffe schreiben. Es wurde doch schon alles gesagt. Es wurde doch schon als lächerlich enttarnt. Auf die Vollidioten, die beim Spiel gegen Freiburg ihren Mund nicht halten konnten, die ab der 40. Minute ihre Abscheu über das, was denn da auf dem heiligen Rasen von Müngersdorf ihren entsetzten Augen geboten wurde, geboten wurde mit Pfiffen und Gezeter und Weltuntergang reagierten, auf eben jene Kreaturen können wir doch verzichten, oder? Wir sind besser als das. Wir sind die Gralshüter der Fankultur, die einzig wahren Schützer der Flamme.
Nein!
Herrgott nochmal! Damit darf es nicht genug sein.
Heute nicht. Eine kurze Onlinelektüre reicht aus, um die Dimension der Pfiffe für den 1.FC Köln abzusehen. Die Unruhe im Stadion produziert sich (wie nicht anders zu erwarten) auf die bekannte Kölner Nörgelpresse, die sicher schon begierig mit ihren gespaltenen Hufen scharrten, die lange Zeit erkannten, dass die Meldungen um einen neuen, ruhigen, ja teilweise erfolgreichen 1.FC Köln auch Klicks und Auflage brachten auch wenn sie es ihnen ja eigentlich auf die Nüsse geht, dass es so wenig zu beschweren gab. Der Journalist ist auch immer der bessere Trainer, Präsident und Sportdirektor, dieses Recht haben die Fans nicht exklusiv. Der Stadtanzeiger und der Express betonen natürlich, dass die „schlimmen Pfiffe“ der Mannschaft und dem Trainer wehgetan haben und dass das nicht sein muss aber letztlich schreiben sich die Artikel dann doch von alleine:
„Spielerischer Stillstand“
„kein Spiel nach vorne“
„fußballerisches Vakuum“
„keinen Matchplan“
„Chance verpasst“,
„der Abstand schrumpfte auf nur noch 4 Punkte Vorsprung“.
Es hört nicht auf. Und es kotzt mich an. Aber so richtig. Deswegen dann doch noch ein Rundumschlag.
Kommt alle mal klar. Überlegt Euch doch verdammt noch mal, wo wir herkommen, wer der 1.FC Köln im Jahr 2014 ist, was er darstellt und jetzt schaut noch mal zwei Jahre zurück. ZWEI VERDAMMTE JAHRE! Wer sich nicht erinnern kann, das Bild kennt ihr noch, oder? In dieser unfassbar kurzen Zeit schaffte es der Gesamtverein einen Spin hinzulegen, der ihm doch so niemand in seiner Gänze zugetraut hat. Ich auch nicht. Früher gab es Overathsche 5-Jahres-Pläne, die im internationalen Geschäft endeten. Ja, das internationale Geschäft war der jährliche Alpencup. Na herzlichen Glückwunsch. Wir leben doch seit 1990 in einer albernen Zwischenwelt, in der die Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit oftmals ein Fall für die Twilight Zone gewesen ist. Nichts haben wir auf die Reihe bekommen, die einzige Tabelle, die wir in den letzten Jahrzehnten angeführt haben, war die der lächerlichsten Bundesligisten. Da waren wir immer in der Champions League!
Und jetzt? Wir befinden uns mitten in einem Konsolidierungsprozess. Nach Solbakken und Stanislawski, die den Verein nochmal mehr zurückgeworfen haben, als das eigentlich rational zu erklären ist, kann man doch nicht erwarten, dass alles wieder sofort golden ist. Wir sind Zweitligameister geworden.
Mit teilweise überragenden Leistungen von Risse, Halfar und Nagasawa. Unterstützt von einem –für die Klasse viel zu starken- Helmes, konnte uns in der abgelaufenen Saison so richtig niemand das Wasser reichen. Und jetzt spielen die Jungs Bundesliga, müssen auf Helmes verzichten und ihr Pfeifenköpfe
erwartet, dass das jetzt genauso weitergeht, ne? Vor der Saison war es angenehm zu hören und zu lesen, dass Platz 15 als Ziel allgemein anerkannter Konsens war. Sowohl in Fankreisen, Foren als auch in der Presse wurde „der Ball flach gehalten“, wie man das so schön sagt. Ich hatte Hoffnung, nein, eigentlich habe ich sogar damit gerechnet, dass diese Erkenntnis die Saison über hält. Ich war wohl zu optimistisch.
Gerade mal 10 Spieltage hat das realistische Anspruchsdenken gehalten.
Natürlich kann man nach dem Freiburg-Spiel enttäuscht sein und natürlich kann man über fehlende Angriffslösungen reden und schreiben. Habe ich auch getan. Und ein herzhaftes “ach Scheisse, effzeh, war das nötig?” ist doch auch in Ordnung. Gott weiß, dass ich das Spiel fluchend und lamentierend verbracht habe. Und richtig sauer war. Auf alles. Aber ich hatte mich dann auch recht schnell wieder beruhigt. Der Blick auf die Tabelle und zurück auf die letzten neun Spiele in der Liga half da sehr. Mir jedenfalls.
Selbstverständlich kann man als Journalist die Systemfrage stellen und es ist in meinen Augen auch legitim Personalfragen zu diskutieren. Aber die angesprochene Kölner Journalistenkaste macht das schon tendenziell überpopulistisch. Da wird in einem Nebensatz mal auf die „katastrophalen Auftritte“ von Nagasawa hingewiesen, kein Wort über seine Verletzung und seinen körperlichen Zustand, seinen Trainingsrückstand, seine fehlenden Abstimmungsmöglichkeiten mit den Kollegen. Egal. Er war halt katastrophal. Der Kölner Boulevard macht mit „Offensive versagte! Sechs mal die 5!“ auf. Man beachte die Ausrufezeichen. Und dann hörst Du Monatgs dann im Büro, dass die Mannschaft eben scheiße sei. Nicht mal gegen Freiburg könnten sie gewinnen. Der Stöger kann auch nur
Zweite Bundesliga. So was halt. Mir fehlte gestern die Muße darüber zu diskutieren aber heute muss es eben doch raus. Wenn auch nur in dieser Form.
Der KStA ist sich dann auch nicht zu doof eine solche Umfrage auf seine Seite zu stellen und mal zu schauen, wie denn die kölsche Seele so tickt. Anscheinend schwer verkehrt. 57% der „User“ finden die Pfiffe also berechtigt. Hmm. Dann weiß der zuständige Redakteur ja was er zu schreiben hat. Ich tippe
mal schwer auf vermehrte „muss Schmadtke nachbessern?“ und „wie geht’s jetzt weiter Herr Stöger?“-Artikel. Und nichts aber auch wirklich gar nichts hat dieser 1.FC Köln weniger verdient. Aber eine Überschrift wie „der spielerische Stillstand ist gravierend“ lockt eben Publikum an.
12 Punkte nach 10 Spielen, nach den Top3 die einzige Mannschaft mit einer einstelligen Gegentorstatistik, Platz 11, teilweise großartige Spiele oder zumindest Ansätze, die man deutlich erkennen kann. Die auch eine Entwicklung erkennen lassen. Einen klaren Plan (dass man diesen Peter Stöger absprechen will, halte ich für eine Groteske), der auf dem Spielermaterial fußt, welches wir nun mal zur Verfügung haben. Und ein schlechtes Spiel. Ein richtig schlechtes Spiel. Ja. Da widerspricht niemand. Aber solche Dinge passieren eben. Und dem 1.FC Köln halt (aktuell noch) häufiger als den Bayern.
Jeder, der diese Niederlage zum Anlass nimmt den Mund aufzumachen, hat den Schuss nicht gehört. Und der Schuss kam mit der Pumpgun ganz nah am Ohr.
Warum schreibe ich das eigentlich? Kann ich irgendwas dazu beitragen, dass weniger gepfiffen wird oder dass in der Kölner Frische-Fische-Einwickelpapier-Industrie andere Artikel geschrieben werden? Nö, eher nicht, das ist mir klar aber wenn auch nur einer, der am Sonntag im Stadion war und seinem Ummut Luft gemacht hat das hier liest und mal drüber nachdenkt wen er da ausgepfiffen hat, dann bin ich schon zufrieden. Nachdenken. Nicht mehr.
Ein Spiel wie gemacht für Halloween. Beim Gerichtsmediziner hätten andere Fussballspiele große Mühe dieses Gegurke aus Müngersdorf als Ihresgleichen zu identifizieren. Kaum ein Pass über mehr als 10 Meter fand sein Ziel, das Aufbauspiel des 1.FC Köln konnte als Highlight einen Abwurf von Horn bieten, Zoller kann keinen Medizinball stoppen, wenn der schneller als 3 km/h kullert, Osako steht völlig auf verlorenem Posten, wenn nichts aus dem Mittelfeld kommt und dann bekommst Du wieder ein Blödsinnstor aus dem vollkommenem Nichts. Lehmann spielt den ruhenden Ball schon viel zu schnell über drei Meter zu Vogt, der den Ball zu weit vom Fuß hat und den entscheidenen Ballverlust verursacht. War es ein Elfmeter? Keine Ahnung, ich checke nicht, wann Hand gepfiffen wird und wann nicht. Mavraj grätscht halt rein und bekommt den Ball an die Hand geschossen. Keine Bewegung zum Ball hin und auch keine Zeit zu reagieren. Macht er sich “unnatürlich größer”? Keine Ahnung. Wäre es ein Elfer für den effzeh gewesen würde ich wahrscheinlich nicht motzen, darum lass ich es heute auch mal sein.
Tja und wirklich reagieren konnte die Mannschaft auf den Rückstand diesmal auch nicht. Es wurden keine Chancen kreiert, weiterhin war das Spiel nach vorne viel, viel, viel zu unpräzise und teilweise auch zu behäbig. Freiburg konnte sich bei jedem “Angriff” sortieren, die Mitte zumachen und auch der (mMn zu spät eingewechselte) Ujah hatte keinen Zugang zum Spiel. Insgesamt eine schlimme Vorstellung. Das schlechteste Saisonspiel bisher. Wenn der effzeh das Spiel gestalten soll, wenn er keine Mannschaft vor die Nase gesetzt bekommt, die das Spiel selber an sich reißen will, sieht man wie limitiert wir noch sind. Das ist keine wirklich neue Erkenntnis aber heute war es halt extrem offensichtlich.
Bisher haben wir eine gute Saison gespielt, wir hätten heute mit einem Sprung auf 15 Punkte schon einen großen Schritt weg vom Abgrund machen können und mindestens zwei Niederlagen Puffer zwischen uns und die Abstiegsplätze bringen können und den Trend der letzten Wochen richtig vergolden können. Viel “können” dabei, ne? Ist nicht passiert. Wir wussten alle, dass Rückschläge in der Bundesliga kommen würden aber die eigentliche Enttäuschung ist natürlich das Spiel, nicht die Niederlage. Verdammt. Mehr habe ich heute nicht, das tut schon ein wenig weh.
Der Bockcast heute ohne viel Vorrede. Es ist der 29.10.2014 und um 1:07 Uhr morgen früh beginnt Spiel 7 der World Series. Ich muss ins Bett. Ihr hört doch alle Just Baseball, oder? ODER? Na gut.
Zu Gast heute ist Andre von Spielfeldrand. Wir reden über Zebrastreifen und Träume von Europa. Ganz sachlich natürlich. Wo kämen wir denn hin?
Zum Sieg des effzeh in Bremen spreche ich mit einem gänzlich anderen Andre, nämlich dem Spyri. Der arme Kerl hat sein Herz an den SVW verloren und klagt nicht wenig aber nie aufgebend über die aktuelle Situation an der Weser. Außerdem (das Gespräch mit Andre -haha – fand schon am Samstag statt) erleben wir live die Trainerentlassung von Robin Dutt mit. Gut, die Zeit hat uns mittlerweile ein wenig eingeholt aber lustig ist das schon.
Eijeijei, Werder. War das schwach. Ein lebloser Haufen Trümmer. Jedenfalls nach dem Gegentor. Kann uns natürlich egal sein, wie die drei Punkte zustande gekommen sind aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser SV Werder noch schlechter ist als der HSV aus der letzten Saison. Und das ist eine Messlatte, die du erstmal erreichen musst. Katastrophal. Tut mir fast ein wenig leid auch wenn Bremen ein Verein ist, mit dem ich ganz wenige Emotionen verbinde. Gut, da gab es das Skandalspiel aus 2011 und die lange Serie von erfolglosen Spielen meines effzehs an der Weser. Aber sonst? Graue Maus bleibt graue Maus. Jedenfalls was meine ganz subjektive Wahrnehmung angeht. Aber dennoch sind sie ein Bestandteil der Bundesliga, wie ich sie mir wünsche. Nicht mehr aber eben auch nicht weniger. Und wenn man sich das Spiel gestern angeschaut hat, bin ich mir echt nicht sicher, wie lange das noch der Fall ist.
Um zu erklären, wie der glorreiche 1.FC Köln gestern die Punkte aus Bremen entführen konnte, reicht eigentlich schon die erste Viertelstunde des Spiels aus. Bremen versucht alles um das volle Stadion zu euphorisieren. Kämpfen um jeden Ball, versuchen es über Außen, haben 65% Ballbesitz, pressen früh, erzwingen Fehler der Kölner und…
…was kommt dabei raus? Genau gar nichts. Kein Torschuss, keine Gefahr für Horn. Der effzeh lässt Werder halt mal machen, bis 20 Meter vor dem Tor, macht dann zu und Feierabend. Bremen hat überhaupt keine Ideen, produziert in ihrer Drangphase immer wieder völlig unverständliche Fehlpässe und gibt das Spiel nach und nach aus der Hand. Der effzeh muss gar nicht viel machen. Sie holen die Bälle, wenn sie müssen, tastet sich ein paar Mal nach vorne um mal zu schauen, wo denn die schönste Sollbruchstelle der Bremer Hintermannschaft liegt, zieht sich dann wieder ins die neutrale Zone zurück und guckt sich das Gewerke der Heimmannschaft recht nüchtern und abgeklärt an.
Das reicht völlig aus. Klar, es ist purer Ergebnisfussball, der aber mMn nie so richt destruktiv wirkt, sondern eben planvoll und überlegt.
Überlegen fast.
Einzig Timo Horn hat keine Lust auf Langeweile und springt mal am Ball vorbei um zu gucken wie Weidenfeller sich fühlt, wenn er Samstags nach Hause kommt. Zum Glück steht da Bartels und bolzt den Ball vierundvierzig Meter rechts hoch am Tor vorbei. Das wär noch nicht mal ein Field Goal geworden. Und sonst? Nichts. Junuzovic setzt die Marinsche Tradition der tieffliegenden Schwalben in Bremen fort, kassiert dafür gelb und gehört eigentlich aus dem Stadion getreten. Das war ja schon fast Müller/Roben-Qualität. Ekelhaft. Allein für die Aktion ist der Sieg des effzeh schon verdient.
Apropos verdient: Natürlich haben wir zurecht gewonnen. Der effzeh war über 90 Minuten die reifere, bessere Mannschaft. Die Statistik macht zwar auf die höhere Fehlpassquote der Kölner aufmerksam aber das liegt daran, dass in der ersten Halbzeit die Offensivbemühungen eher schlampig ausgeführt wurden und Lehmann als Verteilstation ein wenig sich selbst überlassen war. Kein Problem. Nein, der Matchplan von Peter Stöger ging wieder auf. Bremen kommen lassen, schauen was geht, zuschlagen, Ball halten, Feierabend. Wunderbar.
Dazu kommt dann auch noch das goldene Händchen, denn Ujah brauchte nur 67 Sekunden um nach seiner Einwechslung den Siegtreffer zu erzielen. Er kommt ins Spiel und die Bremer Hintermannschaft sieht aus wie eine Horde E-Jugendliche, die erstmal sondieren müssen, was das gerade passiert ist. Wer ist dieser große Mann? Warum spielt der jetzt bei den anderen mit? Was soll das? Hmm. Wir lassen ihn wohl besser erstmal alleine. Oh.
Nochmal: Katastrophal. Aus Bremer Sicht. Der effzeh-Anhang schrie natürlich tätärä. Und ich auch.
Okay, dann kommt ein Pfostenschuss. Man denkt sich als Zuschauer: Oh, sie versuchen es wenigstens. Das könnte jetzt natürlich eine Initialzündung gewesen sein. Aufpassen, effzeh, es ist noch eine halbe Stunde. Aber das waren völlig unberechtigte Sorgen. Bremen kann gar nix. Da wird nur noch wild rumgeknallt, da kommt keine einzige saubere Aktion mehr zustande und der effzeh hat irgendwie so gar keine Mühe das Ding nach Hause zu schaukeln.
Wenn man denn ein Haar in der Suppe suchen will, dann findet man es am vorderen Tellerrand. Eigentlich kannst Du Werder abschiessen, wenn Du darauf anlegst. Aber der Mut den eigenen Stärken bedingungslos zu vertrauen und auch mal das Tempo zu verschärfen ist noch nicht hundertprozentig da. Lieber hinten dicht machen und weiter nur punktuell piesacken. Ich verstehe denn Sinn dahinter aber manchmal bricht dann doch der Fan aus und pöbelt ein wenig, wenn der Ball zwei Mal quer gespielt wird als einmal schnell in die Spitze. Aber das ist meckern auf hohem Niveau, da haben wir schon ganz andere Dinge zu beklagen gehabt.
Da gewinnt der effzeh also nach Dortmund auch in Bremen und es scheint so als müssten wir uns endgültig von dem liebgewordenen Idiotenclub verabschieden. Normalerweise verkackt der effzeh doch regelmäßig nachdem sie eine Überraschung hinbekommen haben. Und jetzt? Sie vergolden die drei Punkte aus dem letzten Heimspiel, haben nun 12 Punkte aus neun Spielen und stehen mordsmäßig gut da. Das macht so unglaublich viel Spaß. Echt. Jetzt noch gegen Freiburg nachlegen und wir können uns alle viel beruhigter auf die Weihnachtsmärkte vorbereiten als ich mir das hätte vorstellen können.
Vor Freiburg gastiert der 1.FC Köln aber am Dienstag noch in Duisburg. DFB-Pokal. Kann man auch mitnehmen. Bitte. Kohle können wir immer gebrauchen. Und der Weg nach Europa ist ja über den Pokal immer noch kürzer als…
“Ein Viertelstündchen” meinte ich zu Clemens Boisserée, als ich ihn fragte,ob er Lust hat nach dem Spiel seines BVBs hier aufzuschlagen. “Kriegen wir gut hin.” Jaja. Was ursprünglich ein Segment des Bockcast werden sollte, ist jetzt eine vollwertige Mahlzeit, denn die Viertelstundenmarke haben wir knapp gerissen. Aber, ihr kennt das ja: Die Zeit fliegt, wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist.
Clemens ist zwar reichlich frustriert, stellt aber Jürgen Klopp nicht in Frage (die journalistische Verantwortung hat mir diese Frage quasi aufgezwungen), traut dem effzeh den Klassenerhalt zu und musste dennoch ein ganz fürchterliches Spiel seiner Mannen am Samstag analysieren.
Wir reden ausführlich über den strahlenden Sieg des 1.FC Köln, schauen uns die Probleme des BVB genauer an und haben dennoch einen Haufen Spaß beim aufnehmen gehabt.
Ich hoffe Euch geht es beim hören ähnlich, beim nächsten Mal ist dann vielleicht auch wieder ein Vertreter des kölschen Gaststarklüngels vertreten, mal schauen.
Tjo. Wer hätte das gedacht? Nach den blöden und teilweise auch unverdienten Niederlagen gegen Hannover, Bayern und Frankfurt kommt der angeschlagene BVB nach Müngersdorf, präsentiert Reus, Mkhitaryan und Gündogan frisch genesen, haut uns Piszczek und Immobile in die Startformation und hat damit das 3-4fache Humankapital allein mit Rückkehrern auf dem Platz, als der effzeh als Aktiva in der Bilanz stehen hat. Und dennoch müssen auch solche Spiele erst gespielt werden. Denkt man sich so. Um Hoffnung zu haben. Um eine Ausrede zu haben, sich trotz aller Minderwertigkeitskomplexe auch solche scheinbar aussichtslosen Spiele zu geben. Und um am Ende sagen zu können: Geil! Namen sind halt doch Schall und Rauch. Ich hab’s immer gewusst!
Der erste Heimsieg in der Bundesliga seit dem 10. März 2012 kam ohne große Vorwarnung für mich. Samstag morgen wunderte ich mich von Stunde zu Stunde mehr über die aufkommende Vorfreude und den latenten Optimismus in meiner Twitter-Timeline. “Heute ist was drin”. “Das wird ein guter Tag”, “Der BVB bekommt heute auf die Mütze” usw, usf. Fand ich merkwürdig. Ich hatte irgendwie gar keine Erwartungen an das Spiel. Dortmund kommt mit einer Niederlage gegen den HSV (okay, das machen sie jedes Jahr aber dennoch…) an den Rhein, dazu die Comebacks der oben genannten Spitzenspieler, Klopp steht ein bisschen unter Druck, der Abstand nach oben, yadda, yadda, was soll der glorreiche 1.FC Köln da ausrichten können? Hinten reinstellen und möglichst auf ein 0:0 hoffen?
Vielleicht.
Vielleicht nimmt man aber auch die richtig guten Ansätze aus Hannover und Frankfurt mit, erkennt, dass der BVB große Probleme im Spielaufbau und in der Rückwärtsbewegung hat, rennt halt mal nicht wie das Kaninchen vor der Schlange kreuz und quer und wild über den Platz und versucht einfach mal sein Glück.
Vielleicht eine Mischung aus beidem.
Die erste halbe Stunde entwickelt sich zu einem furchtbaren Fussballspiel. Der effzeh, wie man ihn kennt, versucht das Spiel langsam zu halten, stand recht tief in der eigenen Hälfte und wartete auf die Angriffsbemühungen der Dortmunder, die mit ihrem Super-Duper-Über-Mittelfeld die Bälle nach vorne tanzen wollten und dabei so kreativ vorgingen wie ein Finanzbeamter an einem Migräne-Montag. Immer wieder wurden in der Mitte Lücken gesucht, die einfach nicht da waren, Piszczek und Großkreutz verschoben zwar immer wieder hoch, stolperten dann aber Olkowski und Hector vor den Füßen, und im Zentrum stand Immobile doof rum und wartete auf fallende Grundstückspreise. Das war für die Ambitionen des BVB viel, viel, viel zu wenig. Dazu kamen zum Teil katastrophale Fehlpässe, die eine Mannschaft mit Drang zum Tor (sowas soll es auch geben) sicher genutzt hätte und hanebüchene Stockfehler. In der ersten Halbzeit gab es genau einen halbwegs anständigen Angriff des BVB, der Reus links im Strafraum einen Schuss ermöglichte, der aber meterweit vorbeigeht. Sonst war da ein schwarz-gelbes Loch aus Nichts.
Leider kam aus der rot-weißen Ecke nicht viel besseres. Der effzeh konzentrierte sich auf die Verhinderung, das wussten wir vorher, lehnte aber zudem auch jede Art von Ruhe und Präzision im Vortrag nach vorne vehement ab. Die wenigen Situationen, die den Ball ein wenig Nordkurven-Luft schnuppern ließen, sahen furchtbar hibbelig und nervös aus. Olkowski und Svento machten da noch den besten Eindruck, weil sie wenigstens versuchten die Bälle irgendwie Richtung Strafraum zu bringen. Halfar war wieder ziemlich neben der Spur und Zoller vorne drin erinnerte mich an Jürgen Hingsen. Der lief schon ins Abseits als die Dortmunder noch den Ball hatten. Dazu stand er in vielen Situationen falsch, mit dem Rücken zum Tor ohne den Ball halten zu können. Und verteilen ging ja auch nicht, weil sonst war da ja niemand. Nee, Zoller hat mir wieder nicht gefallen. Ich weiß, da gibt es andere Meinungen zu, die den enormen Einsatz und die Laufbereitschaft loben aber da kommt mein altes Argument, dass Fussball eben ein Ballspiel und keine Leichtathletik ist. Dass er dann am Ende genau richtig steht und das Siegtor macht, zeigt nur wie unrecht ich damit habe. War ja klar.
Jetzt habe ich die Pointe verraten, verdammt.
Der Rest des effzeh sah ein wenig aus wie die Mäuse im Labyrinth. Immer engagiert das Stück Käse zu finden aber doch sehr Instinkt-gesteuert. Das ist sicher auch nicht einfach für eine Mannschaft, die eben auf dem Papier so dermaßen unterlegen ist, das verstehe ich schon. Da denkste halt, verdammt, da kommt der Reus oder der Gündogan und ich bin Matthias Lehmann, herrjeh, was mache ich jetzt? Klar, sehe ich ein. Aber irgendwann muss man dann auch erkennen, dass das was der BVB da macht weit entfernt von internationaler Klasse ist und einfach mal die Scheuklappen ablegen. Mitspielen.
Zum Glück kam diese Situation in der ersten Halbzeit dann doch als Vogt einen Kasatschok-artigen Zweikampf im Mittelfeld gewinnt, sich die Dortmunder Abwehr in der Mitte auftut, als würde Moses mit dem Stock über den Müngersdorfer Rasen stolzieren und ein Kopfball in diese verwaiste Stelle ausreicht um eben jenen Vogt, der sein Glück auch erst im Verzögerung fassen konnte, auf die Reise zu schicken und das 1:0 für den effzeh in das Tor von Tim Wiese Roman Weidenfeller einzunetzen. Huch. Was war denn jetzt passiert? Schnappatmung im Whatsapp-Chat und auf Twitter. Das arme Herz.
In der Pause mussten wir dann erstmal unsere Gedanken sortieren. Der effzeh führt. Gegen Dortmund. Rache für Jürgen Kohler! Unbezwingbar. Champions League. Ich hab es immer gewusst.
Das hielt dann genau drei Minuten, weil Vogt und Olkowski den Ball im Mittelfeld blöd herschenken, Lehmann noch überlegt, was wohl das Geheimnis des neuen Schlafanzugs ist und schwuppdiwupp ist Überzahl auf links, eine Lücke, ein Schuss, individuelle Klasse, Ausgleich, Tschö mit Ö.
Wir haben es ja mehr als einmal leidvoll erfahren müssen, Gegentore sind nicht so unser Ding. Gerade gegen “große” Gegner. Da knickt der effzeh dann schon mal gerne ein. Gestern war es auch manchmal knapp. Zwei, drei Situationen gab es schon, die der BVB zu Toren hätte verwerten können, wenn denn dann… ach was, hätte, wenn und aber. Ist nicht passiert. Feierabend.
Stattdessen ändert sich das Bild im Spiel nicht grundsätzlich. Dortmund immer noch recht unterdurchschnittlich und der effzeh nicht willens das Korsett aus Respekt, Disziplin und Scheu abzulegen. Nochmal: Das ist kein Vorwurf. Als Aufsteiger musst Du so spielen aber vor dem TV denkt man sich halt manchmal: Jetzt geht doch, mach mal, da ist doch Platz, UND PASS DEN SCHEISS BALL DOCH BITTE NICHT IMMER IN DEN RÜCKEN DEINER MITSPIELER! Mann.
Doch, diese Gedanken sind da. Manchmal.
Dass am Ende des Tages (ist ja gut, Herr Rummenigge, ich unterschreibe die Unterlassungserklärung ja schon) doch drei Punkte herausspringen (ha!) ist einer feinen Einzelleistung des blökenden BVB-Schlussmanns zu verdanken. Weidenfeller will immer den Olli-Kahn-Psychopathen-Level knacken aber irgendwas fehlt ihm, ich weiß nicht genau was. Kahn hätte beim herauslaufen bei der Osako-Flanke für Blut und Gemetzel unter den drei Feldspielern im Strafraum gesorgt, Weidenfeller springt halt einfach an allem vorbei was aus Fleisch und Leder ist. Das war auf der einen Seite sehr lustig weil Zoller halt da stand, wo er stehen muss und nicht genug Zeit hatte den Ball an die Latte zu dreschen, auf der anderen Seite sah der gute Roman danach schon ein wenig zerknirscht aus. Fast traurig. So wie Frodo Beutlin als Gandalf der Graue in den Spalt gefallen ist. Jemand hätte ihn in dern Arm nehmen sollen. Echt.
Naja. Und so kommen wir zum Ende der Geschichte. Der effzeh belohnt sich für einen durchaus couragierten Auftritt gegen allerdings schwache Dortmunder. Es war kein rauschendes Fest, keine Ballnacht im Venedig, eher ein Kneipenabend in Bottrop aber auch der kann ja zufriedenstellend verlaufen. Mit den richtigen Leuten. Und so kommen drei enorm wichtige Punkte auf das Konto, mit denen ich nie gerechnet hätte. Juhu.
Freitag geht es gegen Werder weiter, die sich gestern die obligatorische Schlammpackung in München abgeholt haben und sicher auch heiß darauf sind ihrem Publikum zu beweisen, dass sie gar nicht so hoffnungslos kaputt sind, wie alle glauben. Der Spielplan des effzeh ist wieder mal direkt aus der Hölle. Aber auch das Spiel muss erst gespielt werden. Denk ich mir jetzt mal so.
Nachklapp Noch ganz kurz in eigener Sache: Du bist Fan des effzeh? Du willst Deine Geschichte erzählen und zu einem schönen Querschnitts-Buch durch die Fanszene des 1.FC Köln beitragen. Du hast ne Stunde Zeit um einen kleinen Text zu schreiben? Ja? Dann schreib mir mal ne mail, ich arbeite da gerade an so einem Ding und suche noch Autoren, die eben das von sich behaupten können. Wie ist die Liebe zum effzeh entstanden? Warum ist sie immer noch da? Was macht genau Dein Fansein aus? Alles weitere per eMail, ich freue mich auf genau DEINE Geschichte!
Zurück. Guten Tag. Die Pause hat mir ganz gut getan, muss ich sagen aber mittlerweile juckt es auch schon wieder ein wenig in den Fingern.
Das Comeback des Bockcasts wird mit Thomas gefeiert, der ja fast schon zum Inventar hier gehört. Wir sprechen über die gespielten Spiele gegen Bayern und Frankfurt und ärgern uns dementsprechend über viele kleine Dinge.
Aber klar, wir gucken auch nach vorne und machen uns schon ein ganz klein wenig Sorgen um den effzeh. So unterschwellig halt. Der BVB kommt vielleicht nicht zum besten Zeitpunkt.
Aber immer noch wird alles gut, das wisst Ihr ja.
Und dann schweifen natürlich noch zur Nationalelf ab und haben kurz Spaß mit Jogis Jungs bevor wir dann auf einmal das komplette Konzept des Bockcasts über den Haufen werfen und ein paar Minuten richtig erst werden. Vom Spielabbruch in Serbien geht es über Ultrakultur zu Hooliganism und rechter Kurve zu Tim Parks und der Freiheit in Deutschland ein Spiel völlig gefahrlos sehen zu können. Das hatten wir beide wohl auf der Seele.
Ganz kurz in eigener Sache: Hier wird es die nächsten paar Tage ruhig werden, neue Bockcasts bzw. neue Blogeinträge werden vorerst nicht auftauchen, weil ich krank bin und erstmal keine Doppelbelastung vertragen kann. Ich habe ja (wie ein paar von Euch wissen) zum 01.09. erst eine neue Stelle angetreten und da wäre eine Krankmeldung…nunja…zumindest unglücklich. Probezeit und so, ihr versteht. Daher hat das natürlich Priorität und zu mehr als acht Stunden Büro bin ich momentan schlicht nicht in der Lage. Ich will erstmal wieder gesund werden und so wie ich meinen Arzt verstanden habe, ist Zusatzstress da nicht der beste Begleiter, daher muss dervierteoffizielle und auch justbaseball zurück stecken.
Das wird aber ja hoffentlich kein Dauerzustand sein.
Also, lasst mir ein wenig Zeit, dann wird das schon wieder. Danke. Bis bald.
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