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Die falsche Fährte

Hallo fc-forum.net, der folgende Text ist nur für Euch. Richtig schön was zum aufregen, so kurz vor Karneval, von dem Typen der alles immer nur negativ sieht und Eurem FC immer nur ans Bein pissen will. Here we go:

Heute Nachmitttag kommt die Meldung über die Ticker, dass Mikael Ishak den Verein für mindestens fünf Monate verlassen wird und an den FC St. Gallen, derzeit Tabellendritter in der schweizer Super League ausgeliehen wird. Das ist nichts anderes als ein weiterer Tritt in die Weichteile der Fans, die am Anfang der Saison darauf gehofft haben, dass es endlich mal anders wird, in Köln. Das endlich mal der ganze Schmuh-Verzäll aufhört, dass den Worten auch endlich mal Taten folgen. Drauf gepfiffen.

Wo bleiben denn die Einsatzzeiten für die jungen Spieler? Warum muss Ishak in die Schweiz verliehen werden um dort Spielpraxis zu bekommen? Ist der FC St. Gallen schlechter als der große 1.FC Köln? Wohl eher nicht. Wenn ich mir durchlese, was auf der Homepage der Schweizer steht, wird mir ernsthaft schlecht:

„Mikael ist ein schneller Spieler, der auch auf die Flügel ausweicht und beidfüssig stark im Abschluss ist. Er ist jung, hungrig und ein guter Typ, der hervorragend zu uns passt. Er steht voll im Training, hat die komplette Vorbereitung mit dem 1. FC Köln mitgemacht und kann uns sofort weiterhelfen”

No Shit? Was erzählen die denn für einen Blödsinn? Wenn das so wäre, dann würden wir den doch nie weggeben. Oder?

Vielleicht ja doch. Es ist doch so: Ishak bekommt in Köln wenige bis gar keine Einsatzzeiten. Er hat bisher nicht beweisen können, dass er sich entwickeln kann, weil er kaum zwei Spiele hintereinander in der Mannschaft stand oder -wenn- nur eingewechselt wurde. (290 Minuten Einsatzzeit in sieben Spielen diese Saison. Im Vergleich: In der schwedischen U21 hat er in vier Spielen 335 Minuten Zeit gehabt sich auszuzeichen).

Er ist für mich der Prototyp des verbrannten Talents, dem man in Köln genauso Sand in die Augen gestreut hat wie uns. Wie Odise Roshi, wie Lukas Kübler, wie Bienvenue Basala-Mazana, wie Reinhold Yabo, wie Fabian Schnellhardt, wie Kacper Przybylko. Und das ist nur die fucking aktuelle Situation! Alles Spieler, die man mit dem vollmundigen Versprechen eine junge Mannschaft aufzubauen, der man auch mal Fehler verzeiht, in Köln zu etablieren. Und was passiert? Wir holen uns nen arbeitslosen Österreicher, der näher an der 40 als an der 20 ist (wenn auch knapp, zugegeben) und setzen unseren eigenen jungen Spielern einen 21jährigen Brasilianer vor die Nase. Auf deutsch: Seht zu, dass ihr Land gewinnt, mit Euch plant hier niemand! Ganz großes Kino, lieber FC!

Wie ich es vor der Saison befürchtet habe zeigt sich, dass Stanislawski der komplett falsche Trainer für den ambitionierten Plan (so er denn existiert hat und nicht nur eine fixe, auf einem Kölschdeckel zusammengestellte Ideensammlung war) des effzeh ist. Der Mann muss Ergebnisse vorweisen, denn nach seinem Hoffenheim-Desaster ist der 1.FC Köln schon so etwas wie die letzte Chance sich einen Namen zu machen und vielleicht auch mal nochmal bei einem anderen Verein, als bei seinem FC St. Pauli, unterzukommen.

Er muss, muss, muss mit dem wenigen, das er zur Verfügung hat verkaufen, dass er aufsteigen möchte, dass er Ziele hat und dass er dabei auch noch die Herzen der Menschen gewinnt. Er geht dabei den Weg des geringsten Widerstands. Er minimiert die X-Faktoren. Ishak? Bisher noch nicht überzeugend genug und für eine Entwicklung habe ich keine Zeit. Holen wir uns lieber den Maierhofer, der kann nämlich rackern. Das gefällt den Leuten in Köln! Jaaaa, wenn dat Trömmelche jeht…

Wie stolz Maierhofer ist, für uns seine Schühchen schnüren zu dürfen beweist übrigens sein aktuelles twitter-Konto. Da kann jeder hineininterpretieren, was er will, ich lege es in der “Scheiss-drauf-Schublade” ab.

Screenshot 06.02.2013, 17:38 Uhr

Mich wundert es ja kolossal, dass Bigalke noch bei uns ist, normalerweise muss der lange weg sein.

Ich hoffe sehr, dass Ishak in der Schweiz Erfolg hat. Ob wir ihn nochmal in Köln sehen werden? Der 1.FC Köln ist sich sehr sicher. Dann ist ja alles gut, denn alles was wir aus dem Verein gehört haben in den letzten Jahren ist ja genauso eingetreten.

Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung sicher nicht mehrheitskompatibel bin aber so ist es nunmal. Ich verstehe, wenn ihr sagt, dass die Leihe zum jetzigen Zeitpunkt Sinn macht, weil er ja bei uns keine Praxis sammeln kann aber ich frage dann im Gegenzug: Und warum nicht?

Sicher, ich schreibe immer noch aus der Perspektive, dass ich einen Aufstieg für kontraproduktiv halte aber auch hier: So ist es nunmal. Ich kann den 1.FC Köln nicht verstehen, ich kann nicht begreifen, wie man sich immer wieder selbst kastriert, sich die Option nimmt dem Umfeld den Vertrauensvorschuss so leichtfertig wieder weg zu nehmen. Klappt es nämlich nicht, mit dem Aufstieg, was kommt dann? Dann hat man ein halbes Jahr verschenkt eine Mannschaft zu bauen, die eingespielt in die Saison 2013/14 geht.

FC – Erzg. Aue: Fire in the hole

Da liegt er also, der Christian. Küsst den Rasen, hat längst kein Trikot mehr an und man möchte meinen der Arzt sollte schon lange auf dem Weg sein. Helft dem Jungen doch mal, er kommt ja von alleine nicht mehr hoch. Ein paar Meter daneben liegt Toni Ujah auch auf dem Boden, wird aber von unserem neuen österreichischen Stürmer liebevoll umsorgt. Das Publikum, die Mit- und Gegenspieler scheinen wie eine CGI-generierte Animation in das Bild montiert aber es ist kein Bluescreen zu sehen, keine grünen Leinwände, es ist wohl wirklich passiert.
Ich muss nochmal zurückspulen. Ujah stoppt einen hohen Ball mit der Brust, da läuft Clemens, nimmt den Ball auf der rechten Halbseite, in der Mitte läuft Maierhofer Ujah um, der Nigerianer klappt zusammen als hätte der Blitz eingeschlagen, die Augen aller Beteiligten richten sich auf diese bizarre Szenerie auch Clemens Gegenspieler Pezzoni scheint leicht abgelenkt, lässt so einen oder zwei Meter zu viel Platz, die Sekunden werden langsamer, es ist vollkommen ruhig.

Fire in the Hole! Fire in the Hole!

Drei Sekunden später liegt Köln sich wieder in den Armen, vergisst alles, schreit sich die Seele aus dem Leib, dat Trömmelche trommelt durch die, komischerweise immer knarziger werdenden, Müngersdorfer Lautsprecher und -man mögen uns retten- Aue ist besiegt!

Ein Triumph des Willens? Hör mir uff. Ein Statement-Sieg? Ja, aber das Statement ist nicht wirklich positiv. Ein Sieg der Leidenschaft? Herrjeh. Verdient? Nicht wirklich. Wichtig? Ich hoffe nicht. Eine Initialzündung? Kann ich mir nicht vorstellen. Es war ein Trottelsieg, eine Laune des Fußballgotts, eine Mischung aus Louis de Funes und David Lynch. Merkwürdig. Unvorhersehbar und albern.

Der FC geht an diesem Samstag früh in Führung. Maroh köpft nach einem Eckball Richtung lange Eckfahne aber der Auer Kapitän Klingbein hielt seinen Schädel dazwischen, so dass der Ball perfekt im Tor einschlägt. Duselige Führung, die aber in der Folgezeit verdient wurde, weil der effzeh tatsächlich sowas wie Engagement an den Tag legte. Die ersten 20 Minuten waren okayer Fußball. Für die Tristesse der zweiten Liga und dem Personal unserer Mannschaft sogar gut. Wirklich. Ujah schießt Männel an, Royer köpft an die Latte, Clemens drischt aus jeder Position drauf und Hector schafft auf Links einige angständige Flankenläufe, die Eichner wohl hoffentlich für alle Zeiten aus der Startelf genommen haben sollten. Das ist aber nur eine kleine Hoffnung. Eine Pflanze, die sich erstmal nicht zu wässern lohnt.

Mit dem Kölner Spiel ist es spätestens in der zweiten Halbzeit vorbei. Die untauglichen Versuche Matuschyks den Besenstiel, der in seinem verlängerten Rückgrat steckt, mit ins Spiel einzubinden enden regelmäßig in konfusen Abschlüssen, in erbarmungswürdigen Schüssen in den Oberrang. Spielaufbau erwarte ich von dem ja schon seit zwei Jahren nicht mehr aber ich habe das Gefühl, dass er in jedem Spiel immer schlechter wird.
Jajalo läuft auch eher neben der Musik, kann aber wenigstens noch einen Pass über drei Meter spielen.
Die Abwehr schwimmt, Brecko dribbelt sich im eigenen Strafraum in eine wahnhafte, realitätsverneinende Zwischenwelt und der Rest schaut traurig zu. Es ist keine Dynamik mehr vorhanden, es ist einfach nur noch ein trostloser Kick.

Dass Pezzoni das Gegentor macht, ist in der Retrospektive natürlich ein Treppenwitz, der in der 11 Freunde Redaktion wohl mit einer tüchtigen Ladung Aperol Spritz aufgenommen worden ist aber das interessiert auch hier nur am Rande. Mir ist Pezzoni herzlich egal und so unendlich bescheuert wie der Kretin aus O3, der dem Mann nach Abpfiff an den Kragen wollte, kann ich dann doch nicht mehr werden, in diesem Leben. Hoffe ich.

Was bleibt uns von diesem Spiel? Die Erkenntnis, dass der 1.FC Köln – heute – nichts aber auch gar nichts in der ersten Liga zu suchen hat. Ein Aufstieg mag finanziell notwendig sein (ich hab’ nix gesagt) aber für die nächsten Jahre, wäre es nicht zu verantworten. Die Mannschaft ist noch nicht so weit. Feierabend.

Klar können wir uns über den Sieg freuen, man ist ja schließlich Fan des Vereins und möchte eigentlich schon immer, dass ein Sieg rausspringt, ich hoffe nur, dass man das Ergebnis nicht losgelöst vom Spiel sieht. Das ist für Köln schon recht viel verlangt, ich weiß. Ich hoffe aber immer noch auf eine neue Nüchternheit, denn das “Trömmelche” allein bringt keine Punkte. Schlagt nach in den Statistiken der letzten 23 Jahre.

Karnevals-Samstag geht’s nach Cottbus. Da kann ich mir auch Schöneres vorstellen!

Transfer-Tuka-Land

[Update: 19:35 Uhr] Der FC bestätigt via twitter den Transfer:

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[Update: 15:55 Uhr] Neuer Name lt. EXPRESS: Bruno Andrade aus Estoril. 21 Jahre, Meter88, 11 komplette Spiele für den Aufsteiger.
Rest s.u.
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[Update: 15:13 Uhr] Schaefer dementiert im EXPRESS. Nilson sei kein Thema.

Den Namen Nilson dementiere ich. Dieser Spieler ist bei uns kein Thema.” Ein anderer hingegen schon: Noch im Verlauf des Dienstags könnte sich etwas tun.
Der Klub sucht weiter nach einer Alternative für die Abwehr und soll diese in Südamerika gefunden haben.

Dann streicht halt Nilson und ersetzt es mit […] Grundaussage bleibt gleich. Vorerst.

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Herr Nilson (rechts)

Heute sickert der nächste Transfer-Coup durch. Laut Bild leiht der effzeh den jungen Brasilianer Nilson Barbosa Nascimento Junior (schlicht: “Nilson“) vom FC Moreirense (derzeit letzter der Primeira Liga)  aus.

Gut, Einsatzzeiten hat er dort nicht bekommen (135 Minuten in der Liga und 90 im Pokal) aber sonst…

…Nee, keine Ahnung. Ich habe noch nie von dem Mann gehört, kann mir daher auch kein Bild machen.

Bild schreibt irgendwas von “brutal zweikampfstark” was sich für mich verdächtig nach vielen Elfmetern für den Gegner anhört aber was weiß ich denn?

Von den “Rahmenbedingungen” passt er ganz gut: Groß (1,90 m), jung (21 Jahre) und (hoffentlich) billig. Allein: Ob es was bringt?

Ziemlich sicher werde ich jetzt in den diversen FC-Foren wieder durchs Dorf getrieben aber  ihr wisst ja, dass mir das relativ egal ist, daher bleibe ich dabei die Arbeit von Jakobs im Moment noch als “enttäuschend” einzustufen.

Klar haben wir keine Kohle und klar, wer will denn im Moment zu uns und klar, die Spieler die was taugen müssen nicht unbedingt im Winter den Verein wechseln, alles d`accord aber die Frage stellt sich mir wieder: Warum dann überhaupt Kohle raushauen für einen 21jährigen ohne Einsatzzeit in einer mittelmäßigen (nach unten deutlich schlechter werdenden Liga) anstatt unseren eigenen jungen Spielern die Möglichkeit geben sich zu entwickeln?

Sind die U23 bzw. die älteren Jugendmannschaften wirklich so schlecht, dass sie sich nicht gegen ein solches Kaliber behaupten können? Ich kann es nicht glauben.

Wer jetzt was von Aktionismus und “Sand-in-die-Augen” schreibt, denkt sich das selber aus, ich habe nichts gesagt!

Zum 65sten

Heute feiert mit Heinz Flohe ein großer effzeh-Held seinen 65. Geburtstag doch leider, leider könnte die Umstände besser sein.

 Euskirchener Jung, deutscher Meister, Pokalsieger, Weltmeister. Flohe zerlegte in 329 Spielen für den 1.FC Köln mehr als eine Abwehrreihe bevor er 1979 von Paul Steiner in die Sportinvalidität getreten wurde.

Schon 1992 musste er sich einer Operation am offenen Herzen unterziehen und 2004 wurde eine künstliche Herzklappe einegsetzt. Dennoch war er weiterhin als Scout für seinen Heimatverein TSV Euskirchen unterwegs und unterstütze seinen Sohn Nino als Trainer.

Doch dann kam der 11. Mai 2010. "Flocke" brach nach einem Schwächeanfall zusammen und musste in die Uni-Klink eingeliefert werden. Seit diesem Tag befindet sich unser 1978er Kapitän im Wachkoma. Es scheint unwirklich.

Leider bin ich zu jung um mich wirklich an das Spiel Flohes zu erinnnern. Ich kenne ihn nur aus Texten und alten Aufzeichnungen. Er war wohl, wie es Herbert Neumann im KStA schrieb ein sehr normaler Mensch, ein Sympathieträger und natürlich ein überragender Fußballer.

Ich wünsche ihm sehr, dass er seinen jetzigen Zustand überwindet, dass er zurück ins Leben findet und noch einmal auf der Tribüne des Mügersdorferer Stadions Platz nimmt. Dass er noch einmal jubelt mit seinem Verein und noch einmal selbst den Applaus bekommt, der ihm, wie wenigen anderen aus diesem Klub zusteht!

Alles Gute zum 65. Geburtstag, Heinz Flohe!

Jeff Jas!

Kommt es auf die Größe an?

Screenshot von fc-koeln.de

Das Jahr fängt merkwürdig an. Der Transfer von Stefan Maierhofer, arbeitsloser Ex-Salzburger (wenigstens war er ablösefrei) zum effzeh passt -in meinen Augen- so gar nicht in den konzeptionellen Umbruch, den Jakobs, Schaefer und Spinner proklamieren. Den Trainer will ich dabei gar nicht nennen, denn der muss gucken wo er bleibt. Das ist sein gutes Recht und da habe ich vollstes Verständnis.

Nun gut. Jetzt ist der Transfer in trockenen Tüchern, also wollen wir uns mal anschauen wer der Mann überhaupt ist. Wenn man wie ich fanatischer Fan der “tipp3 Bundesliga powered by t-mobile” (obwohl ich die “Heute für Morgen Erste Liga” noch ein Stück schnuckeliger finde) ist, dann kennt man Maierhofer natürlich als manchmal ungelenkten Mittelstürmer, der aber in Salzburg in der letzten Saison immerhin 14 Tore machte, damit die Torschützen-Trophäe absahnte und weitere 8 Tore (meist mit dem Scheitel) vorbereitetet.

Gut, der Mann ist 2,02 m groß und damit der im Schnitt 1,52 m großen österreichischen Abwehrreihe per Natur überlegen. Die Frage ist: Was machen wir mit so einem Mann in Köln?

Unsere Flanken sind weder von rechts (Brecko) noch von links (Eichner, Hector) dauerhaft präzise und wenn mal eine schöne Flanke kommt, dann haben wir mit Ujah schon einen recht kopfballstarken Mittelstürmer vorne drin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es was bringt die beiden nebeneinander spielen zu lassen, denn dafür ist mir das zu unflexibel.

Sowohl Ujah als auch Maierhofer sind zentral orientiert. Muss man schauen, was man mit ihm vorhat. Ist er “nur” als Backup geplant oder schaut man bereits auf den Sommer, wenn Ujah sich wieder Richtung Mainz verabschiedet? Ist der Vertrag deshalb nur bis zur Ende der Saison um zu schauen, ob es passen könnte? Jakobs dazu:

„Stefan Maierhofer passt gut in das von uns erstellte Anforderungsprofil. Er ist ein robuster und torgefährlicher Stürmer. In der vergangenen Saison wurde er mit 14 Treffern Torschützenkönig in der österreichischen Bundesliga und konnte zudem acht Tore vorbereiten. Durch seine Kopfballstärke sind wir in der Offensive variabler aufgestellt.“

Wenn er das sagt. Ich sehe im Moment nicht, wo die steigende Variabilität herkommen soll. Aber gut. Deshalb sitze ich hier im Keller und nicht im Geißbockheim, nehme ich an.

Es gibt aber noch ein paar andere Fragen, die sich mir bei diesem Transfer stellen:
– Der Mann ist 30 1/2 Jahre alt. Wie passt er in diese junge Mannschaft?
– Kann er als neuer Mann, der in einer schlechten europaischen Liga keine Einsatzzeit mehr bekam, zu dem Führungsspieler werden, den sich der Trainer erhofft?
– Wie sieht es charakterlich aus? Er hat in seiner Laufbahn in zwölf Jahren (mit dem effzeh) für 13 Vereine gespielt. Das längste Gastspiel gab er bei den Amateuren der Bayern, die ihn immerhin für zwei Jahre behielten, bevor es für 14 Einsätze nach Koblenz ging -> wikipedia.

In einem aktuellen Interview mit laola1.at tritt er heftig gegen Trainer Ragnick und die sportliche Führung in Salzburg nach und zwar so sehr, dass sich RedBull genötigt fühlt auf Ihrer Homepage dem Mann mit deutlichen Worten zu widersprechen:

Wir sind verwundert und überrascht über die unkorrekten Aussagen von Stefan Maierhofer, vor allem aufgrund der guten Gespräche, die mit ihm geführt wurden. Am Montag erfolgte nun eine einvernehmliche Lösung, bei der wir dem Spieler sehr entgegengekommen sind. Voraussetzung dafür waren selbstverständlich persönliche Gespräche mit den Entscheidungsträgern.

Hört sich erstmal nicht toll an.

Was ich aber viel schlimmer finde, ist das Signal an die jungen Spieler, das von diesem Transfer ausgeht. Wir haben mit Ishak und Przybylko zwei junge Leute im Kader, die ich immer noch mit Einsatzzeiten zubomben würde und mit Bröker einen weiteren “Brecher”-Typen im Angebot.

Gerade in der momentanen (entspannten?) Situation muss es doch erste Prämisse sein, den jungen Spieler Erfahrungsmöglichkeiten zu geben, denn es wird ja gebetsmühlenartig wiederholt, dass ein Aufstieg dieses Jahr keine Pflicht sei. Hoffen wir mal, daß das wirklich so ist, denn mir kommt der Transfer irgendwie aktionistisch vor. Lass uns was machen, wir müssen gucken, dass da noch was geht. So in der Art.

Ich halte ihn für komplett überflüssig. Und um komplett unfair und unasugewogen zu erscheinen hier ein schönes Video mit einem best-of (aus einem einzelnen Spiel!) von ihm. Schlechter Tag und so….

(ist natürlich Quatsch, das Video ist über vier Jahre alt, das war vor seiner Zeit in Salzburg und was weiß ich denn, wie der heute spielt. Hat nur gut in die Agenda gepasst…)

Frohe Kressdäsch

So, liebe Leser, Freunde, Twitterer und Facebooker: 2012 ist fast rum, heute Morgen habe ich auch die letzten frischen Weihnachtseinkäufe tätigen können, ohne nennenswerten Schaden erlitten zu haben, was ich als schönen Teilerfolg verbuche.

Ich gelobe auch -wie jedes Jahr- Besserung was meinen Fließ in diesem Blog angeht, der z.Z. unter (okay, berechtigter) Kritik steht. Ja, ich hab nix zu Stuttgart geschrieben und auch nicht zur JHV, jajajajaja, isjagut. 2013 wird sicher besser. Bestimmt. Garantiert! Wahrscheinlich…

Also, liebster Leser, liebste Leserin: Ich wünsche

Frohe Weihnachten

und einen guten Rutsch in 2013

Wir lesen uns im neuen Jahr!

Sandhausen – FC: Hochsicherheitsspiel

Nachdem Horstmann unter der Woche den Auftrag aus der Mitgliederversammlung [das Sicherheitskonzept der DFL weitesgehende abzulehnen] nachgekommen ist und bei der Vollversammlung als 1.FC Köln in keinem Punkt zugestimmt hat, hat sich Stanislawski wohl gedacht, dass wenigstens er ein Zeichen setzen muss für mehr Sicherheit in deutschen Stadien. Mit vier Secherns beim SV Sandhausen anzutreten ist auf jeden Fall kein Zeichen, das ich sehe wollte. Nach dem recht grandiosen Spiel gegen Braunschweig versandet (höhö) jegliche Aufbruchstimmung. Ganz ehrlich: Was’ne Katastrophe! Ich will gar nicht groß von der vertanenen Chance sprechen sich oben festzusetzen. Da bleibt meine Meinung unverändert aber man warum wird die Chance nicht genutzt eine Spielkultur zu etablieren, die sich über eigenes Offensivspiel definiert? Ich darf doch als 1.FC Köln nicht nach Sandhausen fahren und dort versuchen die Null zu halten. Darf doch nicht wahr sein!

Mehr ist diese Woche nicht zu erzählen, ich bin ein klein wenig im Stress, weil ich einen Wasserschaden im Haus habe. Öfter mal was neues…

FC – E. Braunschweig: 3 Minuten

In der 88. Minute bebt Müngersdorf als hätte der glorreiche 1.FC Köln just in diesem Moment Atalanta Bergamo aus dem UEFA-Pokal geschossen. Toni Ujah reißt sich das Laibchen vom Astralkörper, stolpert wie ein kopfloses Huhn durch das Schnee-Regen-Gestöber und irgendwo 25 Meter weiter hinten rennt Holger Stanislawski wie ein verzweifelter russischer Flugeinweiser übers FlugSpielfeld und wirbelt wie ein Derwisch seine Mütze durch die kalte Kölner Nacht. 2:1 gegen den Spitzenreiter aus Braunschweig, ein absurdes Tor kassiert, ein noch Absurderes selbst geschossen, Horn hält einen Elfmeter und das alles unter Flutlicht. Wie rasend sind die Erinnerung an spektakuläre Spiele, an die “gute alte Zeit”. Auf einmal war wieder dieses Gefühl da: Egal wie sehr uns dieser Verein quält, es sind Momente wie diese, die alles wettmachten, die uns Auftritte gegen Sandhausen oder Aalen oder ganze Spielzeiten einfach vergessen machen. Die nicht mit Ratio beschrieben werden können, sondern einfach ein Fandasein definieren. Ein geiles Gefühl!
Leider werden wir nur drei Minuten später wieder daran erinnert, dass der FC im Herzen immer ein Filou sein wird, und auf das Gefühl der Weltherrschaft folgt ein ungläubiger, verdammt langer Moment des Realitätseinbruchs. Herrgott nochmal, effzeh. Drei Minuten! Drei verfluchte Minuten!

Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Adil Chihi stellt Trainer Stanislaswki um. Mikael Ishak bekommt die Chance neben Ujah, Bröker und Clemens teilen sich den Chihischen Bewegungsradius und Jajalo erhält wieder die Gelegenheit den Spielaufbau zu lenken. Mir hat die positive Ausrichtung sehr gefallen. Das Spiel nach vorne war immer engagiert, war immer mit Zug auch wenn die letzte Konsequenz nicht immer da war. Manchmal war noch ein Schnörkel zu viel da, ein anderes Mal fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und ein paar Male wurde einfach zu viel gewollt. Das machte sich dann in zu weite vorgelegten Bällen und dem Versuch mit dem Kopf durch die Wand zu sprinten bemerkbar. Aber insgesamt war das schon okay. Man dominierte das Spiel in allen Statistiken, der BTSV war permanent in der Defensive beschäftigt.

Die größten Sorgen mache ich mir um unsere Innenverteidigung, die leider nicht immer wettbewerbsreif auftritt. McKenna (so gern ich ihn habe) ist schlicht zu langsam, Maroh hat zwar ein anständiges Stellungsspiel aber leider ist er auch kein Usain Bolt und er scheint manchmal etwas fahrig an die Aufgaben heranzugehen. Dazu kam, dass Hector gestern nicht seinen besten Tag hatte und Brecko in der Rückwärtsbewegung fast beschäftigungslos war. Solche Tore wie das 0:1 oder der dumme Elfmeter sind dann am Ende nichts anderes als ein Missmatch im 1 gegen 1. Dazu kommt die enorme Effektivität der Braunschweiger und das hat dann leider schon gereicht.

Natürlich trifft der Braunschweiger den Ball im Leben nicht nochmal so, wie vor dem Führungstreffen aber um fair zu bleiben ist der Ausgleich durch Clemens natürlich auch eher ein Freak-Tor, das so nicht nochmal fallen wird. Sei es drum. Nach dem Führungstreffer von Ujah müssen wir die Ruhe auf den Platz bringen das Ding nach Hause fahren und glücklich Richtung Sandhausen blicken. Dass es doch nichts mit dem „Dreier“ wurde ist dann eine Blaupause der Saison: Eine Verkettung von blöden Umständen wird vom Gegner eiskalt bestraft. Anstatt den Ball wegzudreschen, versucht die Mannschaft eine spielerische Lösung mit zwei, drei Kurzpässen 25 Meter vor dem eigenen Tor. Ein kleiner Stockfehler, eine unnötige Ecke, McKenna verweigert einen klärenden Kopfball und Bröker parkt eine Schuhgröße zu weit im eigenen Strafraum, so dass ihm der Ball auf den Latschen fällt und Feierabend.

“So ist Fußball” wird Stanislawski nach dem Spiel sagen und natürlich hat er Recht damit aber: Leute, Leute. Kann der Fußball nicht auch mal aufhören Fußball zu sein und mich einfach mal in Ruhe lassen? Herrjeh.
Auf der anderen Seite spielt es immer noch keine wirkliche Rolle, denn die Mannschaft ist im Soll. Sie hat zwar den Sprung auf den siebten Platz verpasst aber immerhin ist sie in der oberen Tabellenhälfte angekommen.

Ich bleibe weiterhin dabei, dass ein Aufstieg dieses Jahr zu früh kommen würde. Eine ersthafte Auseinandersetzung mit den ersten drei Plätzen und einer langfristen Perspektive in der ersten Liga ist sicher erst 2014 realistisch. Solange die Mannschaft aus diesen kleinen Fehler lernt, das Gesamtgerüst festigt und weiterhin den Kampf annimmt ist das auch völlig in Ordnung so, denn so macht es einfach Spaß zu sehen, was werden kann. Ich will nicht in Euphorie verfallen, das ist bei mir noch nie gut gegangen aber es war wirklich ein richtig anständiges Spiel der Mannschaft.

Das Ergebnis stelle ich also mal hinten an, ich will lieber mal explizites Lob aussprechen: Ishak hat mir gut gefallen. Er belohnt sich zwar noch nicht, zeigt aber große Bereitschaft, ist sehr flexibel, versucht immer abzuschließen. Irgendwann geht einer rein, ich bin sicher. Ich habe den Mann immer noch auf der Rechnung.
Auch Clemens hat mir gestern gut gefallen. Er hat dann endlich mal das Glück, dass ein unfassbar krummer Ball den Weg ins Tor findet aber er hat es sich in diesem Spiel auch erarbeitet. Er hat den Erfolg praktisch herbeigekämpft. Sehr gut. Weitermachen!
Das positivste war aber sicher die Körpersprache der Mannschaft. Schon zu Beginn war zu spüren, dass das Team unbedingt will, dass auch ein Rückstand keinen Bruch in das Spiel bringen kann. Es scheint tatsächlich ein neuer Geist durch Müngersdorf zu wehen. Was haben wir da lange drauf gewartet.

Nun muss der FC am Freitag zeigen, dass man auch auf einem Dorfbolzplatz die Leistung bestätigen kann. Das nächste Spiel ist in Sandhausen. Ich möchte nicht von einem “Pflicht”sieg sprechen aber die vergleichenden Leistungen der letzten Wochen hieven uns dann doch in die Favoritenposition. Los, Jungs. Belohnt Euch diesmal! Come on FC!

Achja: Und heute ist JHV. Diese sollte einigermaßen harmonisch ablaufen, nehme ich an. Es besteht kein Grund sich an die Gurgel zu gehen. Ich bin nur mal gespannt in wie weit die Zustimmung der Vereinsführung zum “Sicherheitskonzept” und die Ablehnung der Fans zur Sprache kommt und ob es da laut wird.

Ist Fußball das neue Quake?

Heute Morgen -auf dem Weg zum Onkel Doktor- vermeldete WDR2 dass der Fußballverband Mittelrhein “bestürzt” auf den Tod des niederländischen Linienrichters reagiert. Ich wußte nicht, was ich erstaunlicher fand: Dass der FVM überhaupt den Mund aufmacht oder dass der WDR prominent darüber berichtet. Das erinnert an die Meldung: “Bienenzüchter gegen das Robbensterben”. Wie soll ein Verband denn auf dieses katastrophale, dumme, durch nichts zu entschuldigende Vebrechen reagieren? Mit lauten Jubelstürmen? Warum sieht sich der FVM also gezwungen das Offensichtliche per Pressemitteilung (auf der Homepage findet sich bisher nichts) mitzuteilen und natürlich im gleichen Atemzug anzukündigen, dass es in Zukunft vermehrt “Anti-Gewalt-Trainings” und “Agressionspräventionen” anbietet bzw. zur Voraussetzung macht?

Im Kontext der aktuellen 12:12-Diskussion, dem unsäglichen “Sicherheitskonzept” und dem -anscheinend- vermehrt im öffentlichen Bewußtsein verankerten Gedanken, dass es sich beim Fußballer -sowohl auf dem Platz als auch auf den Tribünen- um ausschließlich aus Hunnen und Barbaren, Kriminellen und Omas-die-Handtasche-klauenen Rohlingen handelt, ist die Meldung wohl nichts anderes als ein Schnappreflex. Der Verband sieht sich genötigt sich zu distanzieren. Das ist ja schon mal schlimm genug, denn wenn ich mich als Sportverband veranlasst sehe mich von einem Mord zu distanzieren, dann habe ich entweder einen ziemlich harten Sport zu verwalten oder ich habe ein Problem mit meinen Mitgliedern. Oder: Ich stehe unter massivem politischen und gesellschaftlichen Druck. Ich tippe mal ganz knapp auf Tor 3.

Es ist ein Jammer und eine Schande, dass der Mann in den Niederlanden von den drei Irren zu Tode geprügelt wurde. Aber: Das ist doch kein fußball-spezifisches Problem. Welche Werte haben 15-16 jährige, die nicht zögern mit Stollenschuhen gegen den Kopf eines am Boden liegenden wehrlosen Opfers zu treten? Vor den Augen des Sohnes? Es können nicht viele sein. Und keine guten. Aber hat der Fußball sie gelehrt sich zu benehmen als seinen sie Satans eigene Brut? Alles was man über den Sport, seine integrative Wirkung und sein Vermitteln von Grundsätzen des Zusammenlebens weiß, deutet nicht darauf hin. Hier wird gesamtgesellschaftliches Versagen deutlich. In welchen Zeiten leben wir?

Jugendgewalt ist ein Problem. Ein massives sogar. Der Fall Dominik Brunner ist drei Jahre alt. In Berlin wurde auch jemand totgetreten, in Köln liest man in der EXPRESS alle zwei Wochen von einem neuen Übergriff in der KVB oder in dunklen Ringgassen. Immer ist es der gleiche Typ Schläger: Junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren. Ich bin mir sicher, dass es in anderen Großstädten nicht anders aussieht. Diese Verrohung ist doch keine Kombination aus grünem Rasen und falschen Linienrichterentscheidungen. Es ist ein Wandel in der Gesellschaft, weg von der Ellbogengesellschaft hin zur Faustgesellschaft. Ich schlag Dir einfach mal in die Fresse, Arschloch! Was willste machen? Der Fußball ist da nur prominenter Blitzableiter.

Dass wir uns mit der Gewalt in den unteren Ligen und im Jugendfußball so sehr auseinandersetzen müssen, liegt eben in der überwältigenden Popularität unserer Lieblingssportart. Der Fußball hat so gut wie keine Zugangshürden. Es ist kein Elitewissen nötig um ihn zu spielen, es müssen so gut wie keine Geldmittel vorhanden sein und er ist Teil der täglichen Diskussion. Das ist sein Segen und sein Fluch. Jeder kann das Spiel spielen. Da sind dann halt auch Irre bei.

Die Ankündigung des FVM ist sicher gut gemeint aber wie immer bei solchen Projekten kann es nur den erreichen, der Willens ist überhaupt einen Grund zu finden daran teilzunehmen. Wenn ich mich sowieso außerhalb der Gesellschaft sehe, dann nehme ich auch an keinem Anti-Agressions-Irgendwas teil. Das können dann mal schön die “Weicheier” machen. Ich sehe das alles leider sehr, sehr skeptisch.

Nochmal: Das Tottreten eines Menschens ist eine Sache, die soweit außerhalb jeglichen Verständnisses steht, dass mir die Worte fehlen aber es hat nichts aber auch gar nichts mit dem Fußball zu tun. Und da müssen wir aufpassen nicht in eine Ecke gedrängt zu werden, die uns (zu sehr weiten Teilen) nicht gerecht wird.

Ich weiß nicht, wie man angemessen reagieren kann.

Fortuna Fotos

Hier noch die versprochene Foto-Love-Story vom Samstag. Klick für groß: