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 Von lostinnippes,  am 31.10.13 Heute bekommen wir Besuch aus der Hauptstadt und zwar in Person des Spielbeobachters, der dem geneigten effzeh-Blog-Leser ja eine bekannte Größe sein sollte. Martin nahm sich dankenswerterweise die Zeit mir vor dem Spitzenspiel gegen die “Eisernen” ein paar Fragen zu beantworten. Folgt ihm alle auf twitter unter @spielbeobachterund überdies empfehle ich jedem (nicht nur effzeh-) fußballaffinen Menschen dringend seinen Blog!
Hallo Martin! Vielen Dank für Deine Teilnahme an meiner kleiner Interview-Reihe. Du bist ja in gewisser Weise ein Sonderfall, da Du nicht nur Anhänger von Union Berlin bist, sondern Deine eigentliche Fußball-Sozialisierung mit dem effzeh durchgemacht hast, oder? Erzähl mal bitte.
In Kurzform (weil ich das im Netz schon ein paar Mal erzählt hab): eigentlich und uneigentlich bin ich seit bald 35 Jahren effzeh-Fan, wohne aber seit 1994 in Berlin und hab irgendwann das Bedürfnis nach häufigerem Live-Fußball entwickelt. Die anderen Berliner Vereine sagten mir nicht so zu und eine Gruppe von Freunden fing an, regelmäßig zu Union zu gehen, also ging ich mit. Inzwischen seit gut 12 Jahren, seit vergangener Saison sogar mit der inzwischen notwendig gewordenen Dauerkarte.
In den letzten Jahren ist Union ja eher so lala durch die 2. Liga gegangen, vor dieser Saison hörte man von vielen Experten, dass es möglicherweise diesmal zu einer ernsthaften Rolle im Aufstiegskampf reichen könnte. Es müsste halt „Konstanz“ rein. Jetzt, nach 12 gespielten Spielen teilt sich Union die Tabellenführung mit dem effzeh. Passt es diesmal wirklich?
Erstmal eine kleine Korrektur an dem „so lala“: Union ist im fünften Jahr in der 2. Liga und hat sich von Saison zu Saison kontinuierlich verbessert, ohne je wirklich richtig in Abstiegsnot zu geraten. Das war schon alles sehr ordentlich. Aber in der Tat ist diese Saison mehr Konstanz da, unter anderem weil es gelingt, Auswärts mehr als ein Punktelieferant zu sein – in der vergangenen Saison gab es da kümmerliche drei Siege. Ob es am Ende reicht? Schwer zu sagen, ich denke allerdings nach wie vor, dass Union neben den großen Namen wie dem effzeh, Kaiserslautern oder Fürth und vielleicht St. Pauli eher Außenseiter ist.
Und Dein persönliches Befinden? Du müsstest doch gar nicht mehr von den Wolken herunterkommen, oder?
Allerdings. Das ist die luxuriöseste Situation eines Aufeinandertreffens der beiden Mannschaften, die ich mir vorstellen kann. Beide auf einem Aufstiegsplatz und, sollte es einen Verlierer geben am kommenden Montag, ist der Abstand groß genug, um auf diesem Aufstiegsplatz zu bleiben. Besser kann es nicht sein. Bei einem Aufstieg beider würde das Pendel allerdings umschlagen, da sich dann beide wohl gegenseitig die Punkte für den Klassenerhalt wegnähmen. Naja. Feiern wir den Spatz in der Hand.
Und wo wir vom feiern reden: Man hört ja viel über die Fans der Eisernen, von Stadionneubau über dauerhaften Support, wenig Randale, keine Berichte über extremistische Idioten auf den Rängen. Für uns Außenstehende: Was unterscheidet Union so sehr von Hertha oder dem BFC?
Zu Hertha: in erster Linie das Stadion. Dort ein selten gut gefülltes riesiges Stadion, in dem es unendlich viele Sitzplätze gibt, hier ein kleines, aber feines Stehplatz-Stadion (von der neuen Haupttribüne mal abgesehen). Das macht einen Unterschied wie Tag und Nacht aus im Stadionbesuchserlebnis. Irgendwer nannte Union mal „Fußball pur“. Das passt und kann man von Hertha, die sich halt auch immer als „Repräsentanten der Hauptstadt“ sehen, nun wirklich nicht behaupten. Vom BFC unterscheidet Union .. hm… sagen wir: alles. Vor allem ist das Verhältnis zwischen Nazis und normalen Zuschauern ein trilliardenfach besseres, was aber auch nicht schwer ist.
Gut, gut, dann lass uns mal auf das Spiel zu sprechen kommen. Nach dem 1:0 Sieg gegen Aue und dem 1:0 Sieg des effzeh in Bielefeld treffen nun also die beiden Spitzenverein der 2. Liga in Müngersdorf aufeinander. Was erwartest Du ganz generell von dem Spiel?
Puh, so ganz generell, ohne die kommende Frage vorweg zu nehmen? Hm, ein munteres Spiel ohne viele Torchancen.
Unions Trainer Uwe Neuhaus muss ja ein wenig improvisieren, weil Thorsten Mattuschka gesperrt fehlt. Sicher ein großer Verlust. Wer aus dem aktuellen Kader kann den Kapitän ersetzten? Geht das überhaupt? Und auf wen müssen wir ganz besonders achten, wer ist Liebling der Fans und mit wem ist nicht so gut Kirschen essen? Und: Wie macht sich Terodde?
Liebling der Fans ist eigentlich jeder, der das Union-Trikot trägt. Aber wie so oft ist einer gleicher als alle anderen, das ist in dem Fall Mattuschka, dessen Fehlen in der Tat eine schwere Bürde sein dürfte. Beim letzten Auftritt der Unioner in Köln fehlte er auch und damals war Union chancenlos. Tusche ist nicht nur neben Idrissou und Saglik der beste Scorer der Liga, sondern auch Antreiber und Rückgrat der Mannschaft, in jeder Hinsicht Kapitän. Ersetzen werden ihn wohl Martin Dausch und/oder Benjamin Köhler. Insbesondere letzterer ist mit seiner Spielstärke sicher jemand auf den man achten muss. Terodde hat die Saison auf der Bank begonnen, und seine regelmäßigen Einsätze nur als später Ersatz von Adam Nemec gehabt. Seit drei Spielen scheint er wieder die Nase vorne zu haben, da er in der Startelf stand. Was mich natürlich sehr erfreut.
Wie sieht es taktisch aus? Ohne Mattuschka fehlt die Bindung zur Spitze für ein 4-4-2 oder 4-2-3-1. Denkst Du dass Neuhaus die Defensive stärker betonen wird als in den letzten Spielen? Wobei man ja sagen muss, dass Union nun schon vier Spiele ohne Gegentor blieb und damit den Vereinsrekord bereits eingestellt hat. Am Spiel nach hinten liegt es also nicht.
Nun, wie gesagt, positionsgetreuen Ersatz für Mattuschka gibt es durchaus. Gut möglich allerdings, dass Neuheus den alten Kölner Michael Parensen, der vermutlich auch die Kapitänsbinde tragen dürfte, von links hinten auf die sechs neben den überragenden Damir Kreilach stellt und dafür auf einen Stürmer oder offensiven Mittelfeldspieler verzichtet. Zu den vier Spielen ohne Gegentore muss allerdings auch gesagt werden, dass sich die Gegner nicht gerade viele Beine ausrissen, Unions Abwehr ist nicht unbezwingbar.
Ein Wort noch zum effzeh: Die Entwicklung der letzten Monate ist an mir nicht spurlos vorbei gegangen, ich bin latent euphorisiert. Wie sieht es bei Dir aus? Bist Du am Montag eigentlich in Köln?
Leider bin ich nicht da. Ich bin eigentlich auf eine merkwürdige Weise relativ entspannt. Das liegt wohl einerseits daran, dass ich eine Krise und, damit einhergehend, einen Verlust der Ruhe sowie der Tabellenposition nach wie vor für gut möglich halte und andererseits die vergangene Saison bei weitem nicht so schrecklich fand wie Du oder andere. Und ganz ehrlich: ich hab ein bisschen Angst vor der ersten Liga, diese Mannschaft jedenfalls dürfte es da schwer haben, und ich kann jetzt schon hören, wie die Messer gewetzt werden. Aber gut, das sind wirklich noch ungelegte Eier.
Okay, dann bleibt nur noch die obligatorische Frage nach dem Tipp. Ich sage, dass der 1.FC Köln ungeschlagen bleibt und auch die Gegentorlose-Serie Unions durchbrechen kann. Der effzeh gewinnt zu Hause 2:0. Was tippst Du?
Da angesichts der oben beschriebenen luxuriösen Situation ein Unentschieden niemandem weh tun würde, würd ich mir das wünschen. Unterm Strich glaube ich aber, dass der Effzeh gerade zu Hause die besseren Waffen hat und gewinnt, sagen wir mal 2:1. Oder besser noch, ein denkwürdiges 5:4.
Das war es dann auch schon. Vielen Dank für Deine Zeit und Mühe und sicherlich mache ich mir in Dir keinem Feind, wenn ich uns wünsche, dass zum 34. Spieltag die Tabellenpositionen beider Mannschaften nicht wechselten!
Ich bin vollkommen einverstanden.
 Von lostinnippes,  am 25.10.13 Mitte des fünften Innings wird es Peter Stöger zu bunt. Der Skipper nimmt seinen Starting-Pitcher Marcel Risse….oh…Sportartenmix? Das muss an meinem schlimmen Schlafmangel liegen. Es sind ja zur Zeit die World Series zwischen St. Louis und Boston. Egal. Jetzt ist ja Fußball. Okay, fangen wir nochmal an:
In der Pause wird es Peter Stöger zu bunt. Seine Systemumstellung, ohne Yannick Gerhardt, mit Matthias Lehmann als Single-Sechs, sorgte für mehr Verwirrung in den eigenen Reihen, als dass es das Spiel nach vorne ankurbeln konnte. Der Zustand wird korrigiert, der effzeh schafft in der zweiten Halbzeit deutliches Übergewicht und gewinnt ein schweres Auswärtsspiel völlig verdient. Puh. Durchatmen. Das Wochenende mit offenen Armen empfangen. Jetzt.
In der ersten Halbzeit legt der effzeh los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Halfar und Peszko mit zwei guten Chancen in Minute vier und fünf. Aber irgendwie fehlte der Zugriff auf das Spiel, Die Arminia versuchte mehr Zerstörungskräfte freizusetzen als ein mies gelaunter und eben erst aufgewachter Godzilla vor dem ersten Kaffee, spielte nicht wirklich mit, sondern versuchte die Fehler -die durch Schlampigkeit bzw. unpräzises Spiel viel öfter vorkamen als man sich das als effzeh-Fan wünscht- auftraten, auszunutzen. Nach ca. 20 Minuten kam es dann auch zu zwei brenzligen Situationen vor dem Tor von Timo Horn, der aber an diesem Abend in Ostwestfalen nicht überwunden werden sollte.
Nach dem Spiel sprach Patrick Helmes von “schlechter Staffelung”. Das kann man so sagen. Zum Teil standen vier Spieler auf Höhe 30 Meter vor dem gegnerischen Tor auf einer Linie und Tony Ujah schaut mit großen traurigen Augen zu. Das kann nicht Teil des Plans gewesen sein.
In der zweiten Hälfte dann die erwähnte Korrektur. Das Ergebnis war recht eindeutig. Im zentralen Mittelfeld wurde direkt Übergewicht geschaffen, die Außen konnten sich -ohne ständiges Rochieren- auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, Lehmann konnte sich ins Spiel nach vorne einschalten, weil Gerhardt zurück bleiben konnte und damit nahm man praktisch den kompletten Druck aus dem Bielefelder Spiel, weil sich die Mannschaft von Stefan Krämer halt permanent in der Rückwärtsbewegung befinden musste, statt stören zu können. Zwischen Minute 45 und 80 tippe ich auf 75% Ballbesitz für den 1.FC Köln.
Natürlich ergeben sich aus dieser Überlegenheit auch Chancen. Fußball ist halt immer noch ein einfaches Spiel, da hat sich nix getan. Helmes muss das Ding machen, vielleicht sogar zwei, Peszko mit Großchance, zwei, drei Schüsse aufs Tor. Irgendwann muss doch die Führung gelingen. Oder?
Ich schrieb einem Freund, der das Spiel leider nicht sehen konnte, gerade eine Nachricht, dass es verdammt knapp werden wird. Zeit läuft und irgendwie habe ich Schiss, dass da nix Zählbares rauskommt. In dem Moment wo ich auf “senden” gedrückt habe, paßt Brecko auf rechts nach Lehmann, der flankt scharf und flach in die Mitte wo Peszko einen schläfrigen Moment der Bielefelder Innenverteidigung ausnutzt und völlig alleine…
Jap. Da war sie, diese eine Szene, die aus einem normalen Fußballspiel ein euphorisierendes Erlebnis machen kann. Und der Pole nutzt seine Chance uns ein schönes Wochenende zu schenken! Das 1:0. Puh.
In der Folgezeit, es waren noch zehn, zwölf Minuten zu spielen, bin ich aber die sprichwörtlichen tausend Tode gestorben. Schaut mal im Lexikon unter “Kontrollverlust” nach, da müsste diese Zeit eigentlich als exemplarisches Muster dienen. Der effzeh vergaß schlicht das Fußballspielen, sondern verwandelte sich in eine rot-weiße Navy Seals Einheit. Nicht schön, immer knapp am Abgrund aber letztlich so gut ausgebildet, dass nix anbrennen konnte. Es wurden viel zu viele Bälle schnell verloren, es wurde zu viel gefoult anstatt mit Ballkontrolle die Uhr runter zu spielen. Bielefeld hatte letztlich gar keine wirklich gefährliche Situation aber ihr kennt das ja: als Fan sieht jeder Ball, der Richtung Strafraum geschlagen wird nochmal viel brenzliger aus, als er sein muss.
Nach 93 Minuten und 17 Sekunden pfeift Peter Sippel das Spiel ab, ein Blick auf die weiteren Spiele des Abends lässt das Grinsen breiter werden und die österreichische Kräuterlimonade schmeckt nochmal einen Ticken besser. Auch wenn wir von einem Arbeitssieg sprechen müssen, zeigt doch auch dieses Spiel eine Entwicklung: Die Mannschaft und der Trainer können auf ein Spiel reagieren! Aktiv eingreifen! Die Richtung ändern. You know what I mean. Da ist kein Aktionismus im Spiel, keine Panik, kein wildes taktisches Umstellen. Da wird justiert. Präzise, zum richtigen Zeitpunkt und mit der nötigen Empathie für das eigene Spiel. Das hatten wir in den letzten paar hundert Spielzeiten ja auch eher selten. Peter Stöger, Mann! Peter Stöger. Wer es noch nicht verstanden hat, ich oute mich mal als Fanboy. Leiwand, der Peter!
Es macht also weiter Spaß diese Saison mit dem 1.FC Köln zu verbringen und ich sehe auch nichts, was das im Moment ändern sollte. Versteht mich nicht falsch, die Mannschaft, die heute in Bielefeld gewonnen hat, hätte wohl gegen Zlatan Ibrahimovics PSG oder gegen die Bayern eher verloren aber bis dahin hat Peter Stöger ja auch noch zwei Jahre Zeit die nötigen Rädchen zu drehen…
Nächste Woche (eigentlich erst Übernächste) spielen wir zu Hause gegen Union Berlin. Als Tabellenführer, Zu Hause gegen den (wohl) Tabellenzweiten. Fast wie ein Spiel in der World Series möchte man meinen.
PS: Wer mal in unseren Baseball-Podcast reinhören möchte: Alle Folgen findet ihr auf unserer Facebookseite, der Blog ist leider z.Z. down aber auch das wird gefixt. Alles wird gut.
Come on effzeh!
 Von lostinnippes,  am 23.10.13 Kurze Woche, kurze Woche. Nach unserem Heimspiel am Montag steht am Freitag schon die nächste Bewährungsprobe für die Schützlinge von Peter Stöger an. Es geht zur Arminia aus Bielefeld. Da haben wir auch schon mal doof ausgesehen, ihr erinnert Euch? Zur Einstimmung auf das Spiel hat sich Eugen bereit erklärt hier ein kleines Interview zu geben. Eugen findet Ihr auf seinem lesenswerten Blog Scribito und auf twitter. Folgt Ihm alle!
Hallo Eugen! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst mir ein paar Fragen zum kommenden Spiel auf der Alm gegen meinen effzeh zu beantworten. Bielefeld ist für manche Kölner ja spätestens seit Uwe Fuchs ein rotes Tuch (ich spare mir die Witzchen über die Nichtexistenz an dieser Stelle ienfach mal) aber nichts desto trotz scheint Dein Verein ja die Talsohle auch hinter sich gelassen zu haben. Nach Chaos, Querelen und dem Abstieg in die dritte Liga konnte letztes Jahr hinter dem KSC der Aufstieg perfekt gemacht werden. Endlich wieder zu Hause, oder? Wie ist die Stimmung in der Stadt?
Die letzten Jahre waren mit zwei bitteren Abstiegen und einer ganzen Reihe an unschönen Nebeneffekten tatsächlich eine harte Zeit. Dort hat die Arminia einen Chaosklub vom Feinsten abgegeben. Aber als Armine muss man ohnehin leidensfähig sein, das kennst Du als Kölner ja … Mittlerweile hat sich das Umfeld wieder deutlich beruhigt, sowohl bei den Verantwortlichen als auch in der Mannschaft ist mehr Kontinuität vorhanden – das Ergebnis war der Aufstieg und ein sehr akzeptabler Saisonstart in der Zweiten Liga. Da ist die Arminia für den Moment wohl auch ganz gut aufgehoben. In der Stadt genießt die Arminia nach wie vor einen großen Rückhalt, die Akzeptanz ist während der schwierigen Jahre zwar zurückgegangen, steigt jetzt aber mit den Ergebnissen.
Der Start in die Zweitligasaison war ja -wie Du schon sagtest- auch ganz ordentlich. Ein Sieg zum Auftakt in Hamburg St. Pauli und drei weitere Siege gegen Düsseldorf, Aue und Sandhausen bringen Euch im Moment 14 Punkte ein. Da darf man als Fan zufrieden sein?
Vor der Niederlagenserie mit drei Pleiten in den letzten drei Spielen haben wir aus acht Partien 14 Punkte geholt und standen damit sogar einmal auf dem Relegationsplatz. Mit einem solchen Start kann jeder Aufsteiger hochzufrieden sein. Siege wie auf St. Pauli oder daheim gegen Düsseldorf sind sicher keine Selbstverständlichkeit, während die drei deutlichen Niederlagen gegen Cottbus, Kaiserslautern und vor allem zuletzt gegen Aalen auch nicht den wahren Leistungsstand der Mannschaft widerspiegeln. Das realistische Niveau der Arminia dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen.
Nach dem guten Beginn drohten bei einigen die Bäume schon wieder in den Himmel zu wachsen, vielleicht waren da einige Dämpfer gar nicht so verkehrt. Dass auch wieder schwächere Spiele, Durststrecken und Verletzungen kommen würden, war absehbar. Die Punkte aus dem ersten Saisondrittel könnten deshalb noch mal ganz wichtig werden. Alles andere als der reine Klassenerhalt ist aber vollkommen abwegig.
Der effzeh hat ja auch nur einen Sieg mehr aber steht an der Tabellenspitze. So aus der Ferne betrachtet: Was sagst Du zum “aktuellen” 1.FC Köln?
Ich verfolge den effzeh – bis auf einige Fans in meiner Twitter-Timeline – nicht wirklich intensiv, aber der Klub befindet sich offensichtlich auf einem guten Weg. Ihr steht ja auch nicht zufällig ungeschlagen an der Tabellenspitze. Jörg Schmadtke und der neue Trainer Peter Stöger scheinen eine gute Arbeit zu machen, da ist wirklich Kompetenz am Werk. Ich sehe den effzeh als einen der großen Aufstiegsfavoriten – mal ganz abgesehen davon, dass der Verein mit seiner Tradition und seinen Fans eigentlich immer in die Bundesliga gehört. Und weil Du auf den Witz mit der Nichtexistenz verzichtet hast, sage ich jetzt auch nichts über Elfmeter.
Vielen Dank dafür auch wenn ich ja mindestens den Elfmeter von Tony Ujah im Spiel gegen 1860 als pures Fair Play abtuen möchte. Bevor wir zum eigentlichen Spiel kommen nur kurz eine Frage: Mit Stefan Krämer habt Ihr ja seit 2011 einen Trainer, der anscheinend einen Plan hat (und zudem effzeh-Fan sein soll). Wie beurteilst Du seine Arbeit bisher?
Ja, Stefan Krämer ist nach allem was man weiß tatsächlich effzeh-Fan, ein Tattoo hat er aber nur von der Arminia 😉 In Bielefeld genießt Krämer ein unheimlich hohes Ansehen. Als er die Mannschaft im November 2011 von Markus von Ahlen übernommen hat, stand die Arminia ganz unten in der Tabelle. Krämer hat in den darauffolgenden Monaten mit viel Arbeit gemeinsam mit Sami Arabi endlich wieder Ruhe in den Verein gebracht. Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Endlich war, nach gefühlt unzähligen Trainerwechseln, wieder eine Art Plan zu erkennen, ein System, das funktioniert. Dazu darf man natürlich nicht unterschätzen, dass Krämer mit seiner bodenständigen, volksnahen, aber manchmal auch leicht verrückten Art punktet.
Okay, dann lass uns mal auf Freitag schauen. Auf dem Papier sollte der 1.FC Köln der Favorit sein aber diese Spiele sind ja nie Selbstläufer. Freitagabend, Flutlich, volles Haus auf der Alm, laute Fans, vielleicht sogar latente Abneigung. Was erwartest Du, wie sich das Spiel entwicklen wird?
Das Spiel gegen Köln gehört auf jeden Fall zu den Höhepunkten der Saison. Auf solche Gegner zu treffen, das gehört definitiv zu den schönen Seiten der Zweiten Liga. Das Stadion wird natürlich ausverkauft und die Stimmung – Achtung, Phrasenschweinalarm! – erstligareif sein. Leider geht die Arminia nicht gerade mit gesteigertem Selbstbewusstsein in das Spiel, die drei Niederlagen habe ich schon angesprochen, unser Torjäger Fabian Klos fehlt verletzt und außerdem hat Thomas Hübener die Kapitänsbinde abgegeben. Da war zuletzt auch ein Stück Verunsicherung zu spüren. Einfach wird es jedenfalls nicht.
Du sprachst ja schon die letzten Ergebnisse an, in den letzten Wochen kam die Arminia ja etwas in straucheln, zuletzt setzte es deutliche Niederlagen gegen Lautern und in Aalen (jeweils 0:3). Dabei wurde zu Hause gegen Lautern mit einem recht massiven 4-2-3-1 angefangen, in Aalen mit deutlich offensiverem 4-3-3 gab es das gleiche Ergebnis. Was denkst, Du lässt sich Krämer gegen den effzeh einfallen? Wird die Grundordnung wieder defensiv ausfallen oder gibt es mutigen Angriffsfußball zu sehen?
Schwer zu sagen. Defensiv sah die Arminia in den letzten Wochen öfter mal nicht so gut aus. Ich könnte mir vorstellen, dass der Trainer gerade gegen einen so starken Gegner wie Köln erst einmal versuchen wird, die Hintermannschaft zu stabilisieren – was nicht zwangsläufig heißt, dass man sich nur hinten reinstellt. 4-2-3-1 würde daher mich nicht überraschen. Ein Punkt wäre schon sehr schön, um den aktuellen Negativtrend zu stoppen.
Ein Wort noch zu Euren Spielern: Die Transferperiode war eher ruhig, wenn ich das hier richtig mitbekommen habe, Euer erfolgreichster Torschütze ist Fabian Klos mit 4 Treffern aber Du sprachst schon seine aktuelle Verletzung an. Auf wen müssen wir denn ganz jetzt genau achten, wer ist Euer “Juwel” und mit wem legt man sich als Gegner besser nicht an? Außerdem: Ist die Kapitänsfrage bzw. die Diskussion warum Thomas Hübener das Amt abgegeben hat mittlerweile erledigt?
Die Aufstiegsmannschaft ist größtenteils zusammengeblieben und bildet auch in der Zweiten Liga das Gerüst, allen voran natürlich Fabian Klos. Dessen Ausfall könnte zu einem echten Problem in den nächsten Wochen werden, denn ich sehe ehrlich gesagt niemanden, der Klos in der Sturmspitze wirklich ersetzen könnte. Auf der Position ist die Mannschaft derzeit leider ziemlich dünn besetzt. Über Klos hinaus gilt eher: Das Team ist der Star, es fällt schwer, dort einen einzelnen, besonders herausragenden Spieler hervorzuheben und vielleicht ist das auch ein Problem. Tim Jerat und Tom Schütz haben auf den zentralen Mittelfeldpositionen bisher aber beide eine recht überzeugende Saison gespielt.
Zur Kapitänsfrage: Ich glaube und hoffe nicht, dass das eine große Rolle spielt. Was genau vorgefallen ist, dass Hübener die Binde nicht mehr haben ist, weiß ich nicht. „Persönliche Gründe“ kann ja alles mögliche heißen. Manuel Hornig wird seine Sache als Nachfolger sicherlich auch gut machen. Insgesamt halte ich die Kapitänsfrage sportlich eher für nachrangig.
Dann schauen wir uns das gespannt an. Wie bei jedem Interview versuche ich auch bei Dir einen Tipp raus zu locken. Ich bin ja immer noch optimitisch und sehe den effzeh einfach als bessere Mannschaft in diesem Spiel, daher sage ich, dass wir mit 3:1 gewinnen werden. Was sagst Du?
Das mit der besseren Mannschaft muss man wohl neidlos anerkennen. Wie wir ja bereits diskutiert haben, kommt Köln als Tabellenführer, Arminia steckt derzeit in einer kleinen Schwächephase – gut möglich, dass der effzeh die Punkte mitnimmt. Ein Unentschieden wäre schon ein Erfolg.
Da drückt er sich vor einem klaren Ergebnistipp. Naja, Freitag sind wir schlauer. Dann nochmals Danke für Deine Teilnahme, für den Rest der Saison natürlich alles Gute und auf dass Arminia nicht in Abstiegsgefahr gerät!
 Von lostinnippes,  am 22.10.13 Ich habe ja schon lange keine Dauerkarte mehr und ins Stadion komme ich seit geraumer Zeit auch nicht mehr oft. Es scheitert an vielen Dingen: Doofe Anstoßzeiten, doofe Gegner, viel Arbeit, wenig Zeit, manchmal aus Bequemlichkeit oder weil sich niemand findet, der mit will. Eigentlich ist es mir auch zu teuer, denn stehen will ich nicht und essen und trinken will ich.
So kommt es, dass ich meine Spieltage meistens mit meinen Freunden von SKY verbringe. Die sind zwar auch teuer, dafür hab ich es warm und kann ohne die Angst vor Herpes auf Toilette gehen. Naja.
Gestern verabredete ich mich mit einem Freund zum gemeinsamen Fußball schauen. Er und ich waren schon in vielen Stadien, doch beim ihm ist es mittlerweile genauso wie bei mir. Irgendwas passt immer nicht auch wenn wir immer mal wieder planen wieder “auswärts zu fahren”, so was dauert ja auch in unserem Alter. Der dritte Stammgast weilte in Hannover und konnte nur absagen.
Also saßen wir gestern da und schauten Fußball. Der Hausherr hat jedoch kein SKY und so musste ich nach Jahren mal wieder Sport1 schauen. Hansi Küpper mit Experte Claus-Dieter “Pele” Wollitz. Ergebnis: Schon gestern Abend Kopfschmerzen, die Nacht nicht geschlafen, Fieber, krank. Na herzlichen Glückwunsch und vielen Dank Sport1!
Zum Spiel habe ich nur ein paar Dinge anzumerken:
1. Die erste Halbzeit war nicht sonderlich gut, zugegeben aber hier möchte ich den Löwen ein Kompliment machen. Sie haben die Räume im Mittelfeld sehr gut zugemacht, haben den ballführenden Kölner früh angegriffen und somit den elenden Plan B “lang und hoch” forciert. Es gab schlicht wenige Möglichkeiten das Spiel schön aufzuziehen, weil der Platz nicht da war.
2. Der Elfmeter war in meinen Augen kein Elfmeter und Ujah hat sich nur sportlich fair verhalten das Ding Richtung graue Jogginghose zu schlenzen. Das war schon okay.
3. Der erste Wechsel von Peter Stöger, den ich so nicht 100% mittrage. Aus meiner Laiensicht hätte ich Peszko zu Beginn der zweiten Halbzeit für Ujah gebracht. Klar, Helmes hatte auch kein tolles Spiel, nein, es war sogar ein ziemlich schlechtes aber bei Helmes habe ich das Gefühl, dass ein Schuss aus dem Nichts kommen kann, ein Geniestreich, der das Spiel dreht. Bei Ujah habe ich dieses Gefühl nicht. Er sieht immer etwas hölzern aus, verstoppt viele Bälle und hat seinen Körper nicht immer vollständig unter Kontrolle. Gut, er hatte dann auch noch eine Riesenchance, die der alte Mann im Tor von 1860 schön zunichte macht aber dennoch…Ich fand den Wechsel komisch…irgendwie.
4. In der letzten Viertelstunde hätten wir uns den Sieg verdienen können. Vielleicht müssen. Der Druck wurde erhöht, 1860 hatte keine wirkliche Antwort, sondern begann auf Zeit zu spielen. Der effzeh war in dieser Phase des Spiels besser und aufdringlicher. Das Timing hat an diesem Abend halt nicht ganz gestimmt.
Fazit: Alles ist immer noch gut. Wir haben nach 11 Spielen 5 Gegentore kassiert, stehen ,mit +11 Toren und 21 Punkten an der Tabellenspitze. Ich bin mir sicher, dass das vor der Saison jeder unterschrieben hätte. Es ist halt alles sehr, sehr eng da vorne und es wird kein Spaziergang durch die zweite Liga. Aber “Stand jetzt” [Wollitz, 88. Minute] müssen und dürfen wir zufrieden sein. Am Freitag geht’s nach Bielefeld…da hab ich mir ein Bier bestellt.
Fazit 2: Gestern zum ersten Mal Rivella getrunken. Die grüne Sorte. Lecker.
 Von lostinnippes,  am 16.10.13 Nach der etwas längeren Pause gibt es wieder einen frischen Wortwechsel. Nach einer Menge Jungs ist es dringend wieder an der Zeit ein Mädchen nach ihrer Meinung zu fragen. Glücklich- und Dankenswerterweise hat sich Sarah (folgt Ihr bitte alle auf twitter unter @sarahemily_11) bereit erklärt sich ein paar Minuten Zeit für den Blog hier zu nehmen. Gracias!
Hallo Sarah! Erstmal vielen Dank, dass Du die Zeit gefunden hast, mir ein paar Fragen zum kommenden Spiel “meines” effzeh gegen den TSV 1860 München zu beantworten. Sag mal, um gleich mit der Königsfrage anzufangen, kann es sein, dass 1860 versucht dem effzeh den Ruf als Chaos-Club Numero Uno in Deutschlands Profi-Landschaft strittig zu machen? Vergessen wir mal Offenbach, Hessen Kassel und den MSV aber was geht denn in München ab? Investoren, Geschäftsführer-Rücktritt, ein sehr wortstarker Präsident Mayrhofer, da kommt schon einiges zusammen, oder?
Naja, wenn man schon seit Jahren im Mittelfeld der zweiten Liga “rumdümpelt”, muss man halt andere Wege finden um auf sich aufmerksam zu machen. Spaß beiseite: die Unruhe, die seit einigen Jahren im Club herrscht ist unangenehm und sorgt sicherlich auch mit dafür, dass man den selbstgesteckten Ansprüchen nicht gerecht wird. Ich hoffe ja immer nach jeder neuen Chaos-Nachricht, dass es das jetzt war und endlich Ruhe einkehrt. Der Optimismus hält aber meist nicht lange an.
Ich las sogar, dass bei den Fans die Zeit unter dem Sonnenkönig Karl-Heinz Wildmoser mittlerweile als ruhiges Fahrwasser dargestellt wird. Was sagen denn die aktiven Fans zur Situation? Was wünscht man sich und wie passt überhaupt der doch als recht dröge wahrgenomme Friedhelm Funkel in den ganzen Fasching?
Ich bin ja nicht mehr so aktiv Fan wie noch zu Wildmosers Zeiten. Aber immerhin waren damals relativ erfolgreich. Löwenfans sind ja abgehärtet was Chaos im Verein betrifft. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sich langsam Resignation breit macht. Friedhelm Funkel ist bisher sehr blass geblieben. Aber das muss ja nicht zwangsläufig negativ sein.
Bevor wir zum sportlichen kommen, noch eine letzte Frage zur Infrastruktur: Was machen die Freunde des 60er Stadions? Gibt es die Initiative noch und wie siehst Du die Zukunft? Muss man sich nicht langsam damit abfinden in Fröttmanning zu bleiben?
Die gibt es noch immer. Das Grünwalder Stadion ist ein sehr schönes Stadion, aber wenn das Ziel Aufstieg heißt und sich wieder langfristig in Liga 1 zu etablieren, dann ist das sicherlich nicht die richtige Spielstätte für den Verein. Auch wenn die Lösung mit Fröttmanning suboptimal ist: ein eigenes Stadion liegt in der aktuellen Situation in weiter Ferne. Und ob ein Umzug ins Olympiastadion bei den Fans so gut ankommt? Eine andere Alternative fällt mir nämlich nicht ein.
Na, das hört sich ja so an als ob es wirklich nicht langweilig werden wird bei Deinem TSV. Jetzt aber mal auf den Platz: 1860 steht mit 14 Punkten im Moment auf dem achten Platz in der zweiten Liga, hat mit nur sechs Punkten Rückstand aber natürlich noch alle Möglichkeiten nach oben. Wie war und wie ist denn die Erwartungshaltung in der Stadt? Ist ein Aufstieg “Pflicht”?
1994 Aufstieg, 2004 Abstieg und 2014 wieder Aufstieg. Das wäre ein Traum. Aber ich habe das dumpfe Gefühl, dass es auch ein Traum bleibt. Auch wenn der Stadt ein weiterer Erstligist und ein echtes Derby gut tun würden.
Nach der sicherlich schrecklichen Heimniederlage gegen Sandhausen wurde ja gehandelt und Friedhelm Funkel als Nachfolger für Alexander Schmidt installiert. Was macht Funkel anders, was macht er besser?
Alexander Schmidt habe ich nie als richtigen Trainer wahrgenommen. Ich weiß, dass klingt vielleicht hart, aber mir fiel es schwer ein Konzept hinter seiner Arbeit zu erkennen. Funkel hat den Laden in den letzten Wochen sicherlich nicht gerockt, aber die Erfahrung die er mitbringt, könnte hilfreich sein, um etwas Ruhe reinzubringen.
In den letzten Wochen gab es dennoch nicht wirklich viel zu feiern für die Löwenfans. Gegen den BVB mit 0:2 aus dem Pokal ausgeschieden, gegen Kaiserslautern einigermaßen chancenlos 0:3 verloren und beim letzten Ligaspiel zu Hause gegen Cottbus gab es auch nur eine torlose Punkteteilung. Was fehlt da im Moment?
Dass wir gegen den BVB ausscheiden war klar. Wie die Mannschaft mitgespielt hat, war eher die große Überraschung. Wenn man die restliche Saison mit soviel Herz und Kampf spielt, dann könnte man zufrieden sein. Warum es im Ligaalltag nicht läuft: ich weiß es nicht. Vielleicht klaffen die Ansprüche und die Realität viel zu weit auseinander. Was ja im Fußball grundsätzlich nichts ungewöhnliches ist.
Lass uns mal zum Spiel am Montag kommen. Der 1.FC Köln ist ja auch für mich nicht wieder zu erkennen. Seit 20 Jahren dümpeln wir mehr oder weniger zwischen den Ligen hin und her und auf einmal sitzen hier Personen am Ruder, die mir die Hoffnung auf wieder bessere Zeiten geben. Wie sieht für Dich die Arbeit von Stöger, Schmadtke und Co. aus der Ferne aus?
Ich folge ja einigen Kölner auf Twitter und freue mich immer ein wenig mit, wenn es bei euch läuft. Hoffen wir mal, dass euch die Professionalisierung nicht plötzlich unsympathisch macht. 😉
Jetzt geht es also Montag Abend um drei Punkte in der Liga. Mit welcher Aufstellung rechnest Du? Auf wen müssen wir ganz besonders aufpassen und wie wird die Ausrichtung sein? Sowohl gegen Cottbus zu Hause als auch auswärts in Lautern gab es ja ein 4-4-2 (ich werde jetzt nicht von flacher Raute anfangen) mit weitgehend identischem Personal. Einzig Schindler und Hertner haben in der Außenverteidigung getauscht. Stellt sich das Team ohne Bierofka selbst auf? Fehlen die Alternativen?
Für Bierofka tut es mir persönlich sehr leid, dass er wieder verletzt ist. Ich denke, dass es nur wenig Veränderungen geben wird. Aber das mit der Aufstellung übernimmt sicher weiter der Trainer. Und hoffen wir, dass sich unser Torhüter von der Länderspielreise erholt hat.
Langfristig fände ich schön, wenn man weiter daran festhält den Nachwuchs zu fördern – auch Funkel. Finanziell haben wir ja wenig andere Möglichkeiten und dass wir ausbilden können zeigen ja einige prominente Beispiele der ersten Liga.
Was erwartest Du denn insgesamt von dem Spiel?
Ich hoffe auf ein packendes Spiel von beiden Seiten. Wäre schön, wenn sich die Mannschaften auf Augenhöhe begegnen.
Okay, dann warten wir das mal ab. Wie jeden Gast, möchte ich Dich nicht entlassen ohne nach einen Tipp zu fragen. Ich bleibe optimistisch, mir macht mein Verein im Moment einen Riesenspaß, daher sage ich, dass der effzeh 3:1 gewinnen wird. Was hältst Du dagegen?
Dann halte ich ein 2:2 dagegen. Die Mannschaften gehen offensiv aufgestellt ins Spiel und wir kommen gegen starke Kölner nicht unter die Räder.
Na, mal schauen, Montag sind wir schlauer. Vielen Dank nochmal, ich hoffe Du hattest auch ein wenig Spaß und natürlich wünsche ich für den Rest der Saison alles Gute, denn München kann durchaus einen Gegenpol zu den Roten gebrauchen!
 Von lostinnippes,  am 06.10.13 Von wegen Karlsruhe. Falls Karl-Wilhelm, ehemals Markgraf von Baden-Durlach, die lauten Leder-auf-Aluminium-Kracher bei seinem Jagdausritt vernommen hätte, es wär was gewesen mit Carols Ruhe. Klonk. Klonk. Klonk. Klonk. Zwei Wutausbrüche und drei geschossenen Fasanen später säß er zu Hause und würde schimpfen über diesen schrecklichen Ort im Hardtwald. Klonk. Klonk. Klonk. Klonk. Zum Glück für die Stadt Karlsruhe wurde damals nur sehr spärlich Fußball gespielt und Adi Dassler schnitzte die Bälle noch aus Holz. Tok. Tok. Tok. Tok.
Relativ genau 300 Jahre später, die Sportgeräteentwicklung ist ein gutes Stück weiter, macht sich der 1.FC Köln auf in besagtes Karlsruhe zu fahren, um in der zweiten Fußball Bundesliga seine bemerkenswerte Serie ungeschlagener Spiele fortzusetzen und den Sprung an die Tabellenspitze in Angriff zu nehmen. Mit 3.500 Fans und zwei aufeinanderfolgenden Auswärtserfolgen sollte das doch klappen. Klonk.
Sind wir mal ehrlich: Von der ersten Minute an war der effzeh die bessere Mannschaft. Man ließ dem KSC kaum Raum zur Entfaltung, eroberte schnell Bälle, löste so ziemlich alle Situationen spielerisch und machte mit zwei, drei schnellen, kurzen Pässen das Spiel sehr breit, verlagerte anständig und erspielte sich so früh ein unübersehbares Übergewicht. Schon in der 9. Minute kann es zum ersten Torschrei kommen aber Helmes scheitert am Pfosten. Klonk.
Kann passieren. Ist ja noch früh im Spiel. Was dann allerdings in der ersten Halbzeit weiter geschah, ist mit “emotional aufwühlend” nur sehr unzutreffend beschrieben. Der erste Elfmeter war zweifelsfrei berechtigt, Ujah wird vom Torwart gefällt, da darf es keine zweite Meinung geben. Risse legt sich den Ball zurecht und hat Glück, dass der Rückenwind nach seinem Lattenschuss zum Gegenwind wird, sonst wäre es gefährlich für Timo Horn im Kölner Tor geworden. Falls der Ball vier Zentimeter tiefer im Netz eingeschlagen hätte, wäre es wahrscheinlich zu einem Rettungseinsatz in der Heimkurve gekommen, weil ein unglücklicher Zuschauer mit Nasenbeinbruch ins Hospital geschafft hätte werden müssen. Die feinen Maschen des Tornetzes wären kein Hindernis für die 300 km/h Bombe gewesen. Kann man mal machen, war lustig aber jetzt ist auch gut, okay? Klonk.
Drei Minuten später holt Ujah wieder einen Standard raus, 22 Meter vor dem Tor. Helmes legt sich den Ball zurecht und schlenzt den Ball gekonnt an den Oberarm des KSC-Verteidigers van der Biezen. Schiedsrichter Zwayer denkt an Millionen von Wettscheinen und Kicktipp-Tabellen und entscheidet im Zweifel für den Favoriten. Klar macht sich der Mann, mit dem angelegten Arm etwas breiter aber es erfolgt in meinen Augen keine Bewegung zum Ball, sondern er springt einfach hoch. Ach, egal. Müßig. Es gibt wieder Elfmeter. Wieder zwei Minuten später lacht sich ganz Fußball-Deutschland wieder mal über den 1.FC Köln kaputt, denn auch der zweite Elfer findet nicht den Weg in die Maschen. Helmes versucht es zu genau. Außenpfosten, wieder keine Chance zum Nachschuss. Klonk.
Da steht der Mund erstmal sperrangelweit auf. Ein gut gelaunter Paparazzo hätte dumme Gesichter en masse knipsen können, wenn er sich im Gästeblock aufgehalten hätte. Die google-Bildersuche “WTF” wäre um ein paar Seiten angewachsen.
Nach der Halbzeit kommt es -natürlich- so, wie es kommen muss. Der KSC mit einem einzigen Angriff, der effzeh unaufmerksam, zack, 1:0 für den Gastgeber. Ganz ohne Pfosten. Immer noch macht sich keine Panik breit, denn der effzeh 2013 ist eben nicht mehr der effzeh 2012. Keine hängenden Schultern, kein teilnahmsloses dem-Ball-hinterher-rennen. Nein. Es wird einfach eine Schüppe drauf gelegt, Stöger wechselt Peszko für Gerhardt ein und die Chancen kommen von ganz alleine. Weil man einfach besser ist. Vor der Katharsis hat der Fußballgott aber noch eine letzte Prüfung für die effzeh-Fans auf Lager. Freistoß, Kopfball, Klonk.
Ich gebe zu, beim vierten Pfostenschuß habe ich fast den Mut verloren. Es gibt ja diese Tage, wo das Tor wie zugenagelt scheint, wo man machen kann, was man will, der Ball findet einfach den Weg ins Tor nicht. Ich habe schon ein wenig Angst gehabt, dass das wirklich einer dieser Tage sein kann. Was heißt Angst. Das ist übertrieben. Aber Sorge. Sagen wir Sorge. Ja, genau.
Aber dann macht sich Peszko auf links auf den Weg und in der Mitte zeigt uns Patrick Helmes seine individuelle Klasse. Schaut Euch mal den Laufweg von Helmes vor dem 1:1 an. Er schlägt zwei ganz kurze Haken, setzt seinen Körper ein um vor den Verteidiger zu kommen, gibt im richtigen Moment nochmal Gas und steht so perfekt um die flache Flanke ins Tor zu spitzeln. Das war bärenstark! Und was hat gefehlt? Genau: Das Klonk.
Dass der effzeh nach 93 Minuten dann doch noch als Sieger vom Platz geht ist einem Tor geschuldet, dass das Spiel ganz vortrefflich zusammenfasst. Brecko setzt sich im Strafraum durch, ein KSC-Bein blockt den Schuss, der Abpraller springt vom Misoschen Oberschenkel zurück und trudelt in Zeitlupe an Orlishausen vorbei. Da kannst Du Chancen auf Chancen herausspielen, vier Mal den Pfosten treffen und am Ende ist es ein glückliches Flipper-Tor, welches dir die drei Punkte bringt. Im Netz, in den Kneipen, im Gästeblock fallen ganze Gebirge von den Herzen der Kölner Fans. Tooooor! Spitzenreiter!
Alles ist gut! Wie oben gesagt: Es gibt so Tage und wenn wir dann doch noch das Spiel gewinnen, dann zeigt das, dass es in der Mannschaft stimmt, dass nicht aufgegeben wird, dass man sich den Erfolg immer verdienen will. Wer kann damit nicht zufrieden sein? Ich bin es auf jeden Fall. Der effzeh macht mir aktuell richtig Spaß und es ist lange her, dass ich das mit wirklicher Überzeugung sagen konnte.
Jetzt kommt wieder eine unsägliche Länderspielpause aber die letzte hat uns ja auch nicht geschadet also nehmen wir das auch gelassen. Nächstes Spiel ist mal wieder in Müngersdorf, zu Hause gegen 1860. Bis heute habe ich leider noch keine Zusage für einen Wortwechsel aber ich kümmere mich drum. Wird schon werden.
Klonk.
 Von lostinnippes,  am 20.09.13 Ich weiß ja nicht wie es Euch geht aber wenn ich nervös bin, nimmt mein Tabakkonsum rapide zu. Nicht, dass ich im Ruhezustand nicht schon genug rauche aber wenn es kribbelig wird kann ich mit jedem Raffinerie-Schlot aus dem Wesselinger Rheinboulevard mithalten. Da freut sich der Finanz- und der Gesundheitskaspar. Gegen Kaiserslautern ist es von Beginn an schlimm. Immer. Mit jeder Ballberührung der Pfälzer rechne ich mit einem Gegentor. Immer. Das war auch heute nicht anders. Dass keine frische Packung Gauloises zur Hand habe, ärgert mich mittlerweile tierisch aber ich geh eh gleich pennen, da rauche ich weniger.
Mann, Mann, Mann, es ist wirklich komisch mit den Spielen gegen den FCK. Irgendwie bekommen wir nie wirklich was auf die Reihe. Irgendeine talentierte Pfalzhexe muss eine heftige Wut gegen uns haben, anders ist das ja gar nicht zu erklären.
Der effzeh startet mit der nahezu gleichen Formation und Ausrichtung wie in Cottbus, findet aber zu Beginn kaum Zugriff zum Spiel. Kaiserslautern hat Übergewicht im Mittelfeld, doppelt und forciert so schnelle Ballverluste. Die Abwehr reagiert in Teilen (Brecko!) fahrig, es fehlen zudem Ideen das Spiel nach vorne schnell und flexibel zu gestalten. Der FCK bekommt zwar Chancen, es ist aber nicht so, dass wir gegen Übermächte kämpfen müssen. Man sieht deutliche Limitationen beim Gegner, nutzt diese aber nicht aus. Ganz komisch.
Gerhardt ist zu Beginn sehr defensiv, steht fast auf einer Linie mit Lehmann (gut, wird jetzt mancher Schlaumeier sagen, dafür ist die Doppelsechs ja auch da), hat keinen Platz zu gehen und seine Spieleröffnung war gegen Lautern leider recht unpräzise. Dadurch finden die Außen auch keinen Zugriff, ergo bleiben der Sturm ungefüttert.
Das ändert sich mit der Hereinnahme von Peszko in der 65. Minute. Der Pole ist deutlich offensiver ausgerichtet und flexibler. Ich verstehe, dass Stöger nicht mit Komplettalarm starten wollte, vielleicht wäre das aber in diesem Fall richtig gewesen, weil es natürlich auch ein Zeichen an den Gegner sendet und ob der dann so offensiv gestartet wäre?
Alles müssig, war nicht so, können wir lange drüber diskutieren.
Das 0:0 ist letztlich nicht unverdient, denn der effzeh zeigte sich in der zweiten Halbzeit deutlich verbessert, nahm die Zweikämpfe an und spätestens mit Peszko kam auch der Zug zum Tor wieder. Die letzten 20 Minuten waren ein schönes Oldschool-Flutlicht-Geifer-Kieferbruch-Spiel. Und, liebe Leute: Niemals vergessen, das war Kaiserslautern!
Wir verlieren immer gegen Kaiserslautern! Immer!
Diesmal nicht. Wenn mir vor Wochenfrist eine hinterlistige Elfe 4 Punkte aus den Spielen gegen Cottbus und Kaiserslautern angeboten hätte, ich hätte ihre linkischen Flügel geküsst und wäre zufrieden von dannen gezogen. Wir sind immer noch ungeschlagen, wir haben nichts auf Lautern verloren, wir haben schon Fürth, Düsseldorf und Lautern in der Hinrunde hinter uns gebracht, haben das beste Torverhältnis, haben die wenigsten Gegentore, stehen nach acht Spielen auf dem zweiten Tabellenplatz und damit auf einem direkten Aufstiegsplatz! Es gibt schlicht nix zu meckern.
Feierabend.
Am Dienstag gegen Mainz im Pokal sehen wir dann wo wie wir uns als Underdog präsentieren. Bin ich gespannt. Es gibt nichts zu verlieren. Nächsten Freitag dann in Aalen. Aalen. Aalen. Aalen. (Fade…)
Es gibt für beide Spiele keinen Wortwechsel und keine Nachbetrachtung, weil ich jetzt gleich in Urlaub fahre. Gehabt Euch wohl, bis im Herbst…
Ach, übrigens: Ihr könnt bei Facebook ruhig mal auf “gefällt mir” klicken. Echt, ehy!
🙂
 Von lostinnippes,  am 18.09.13 Und? Alle schon wieder erholt? Bisschen runtergekommen? Wenn nicht, dann wird’s Zeit, denn am Freitag kommt unsere Nemesis nach Müngersdorf. Ich mag die Spiele gegen Kaiserslautern so gar nicht. Wir verlieren immer, immer, immer. Eigentlich. Meine beiden Gäste diese Woche sind der Meinung, dass das auch ruhig so weitergehen darf. Mein Dank geht diesmal an Daniel und Oliver aus dem Team von der-betze-brennt.de. Daniel bloggt zudem noch unter grumbeerstambes.de, Oliver unter schorleblog.de.
Dann schauen wir mal, was das gibt…
Hallo Daniel! Hallo Oliver! Erstmal Vielen Dank, dass Ihr die Zeit findet mir hier ein paar Fragen zum kommenden Spiel
Eures FCK gegen den effzeh zu beantworten!
Vor der Saison hätte man diese Konstellation am 8. Spieltag für ein absolutes Spitzenspiel gehalten. Zwei Traditionsmannschaften mit dem eigentlichen Anspruch die zweite Liga nur als Durchgangsstation für höhere Aufgaben zu betrachten und viele alte Geschichten.
Der 1.FC Köln scheint nach dem 4:1 gegen Aue und dem 4:0 in Cottbus in der Spur zu sein, der FCK verlor recht überraschend in Sandhausen und spielte gegen Cottbus zu Hause nur 2:2. Wie sieht Ihr die Vorzeichen? Ist es dennoch ein Spitzenspiel oder eher ein Spiel wie jedes andere?
Würde man sich bei der Beurteilung des Spiels im Vorfeld auf die Tabelle beschränken, spielen der Dritte gegen den Achten gegeneinander, dann würde man das Spiel also eher nicht als Topspiel beschreiben. Sportlich jedoch trennen die Vereine weit weniger als die Tabelle zu vermitteln vermag, zumal deren Aussagekraft nach acht Spieltagen auch noch angezweifelt werden darf. Beide Mannschaften gingen – mehr oder weniger offen – mit dem Ziel in die Saison, aufsteigen zu wollen. Vom Spielermaterial her ist beiden Mannschaften der Aufstieg definitiv zuzutrauen. Und von den Fans her sind beide Vereine sowieso erstligatauglich. Von Fanpotential her spielen am Freitag definitiv zwei der in dieser Hinsicht stärksten Vereine gegeneinander.
Jetzt wurde ja Euer Trainer (oder besser Ex-Trainer) Franco Foda recht frisch entlassen und durch Kosta Runjaic, den ehemaligen Übungsleiter des MSV Duisburg ersetzt. Was hat Foda denn das Genick gebrochen? Ist das wirklich nur das Resultat aus den mittelmäßigen Ergebnissen zum Schluss oder gab es andere Unstimmigkeiten? Stefan Kunz soll ja sehr dominant sein. Was erhofft und erwartet Ihr vom neuen Trainer?
Unter Franco Foda war der FCK zwar die ersten 16 Spieltage lange ungeschlagen, aber wenn man ehrlich ist war seit Sommer 2012 in der Mannschaft keinerlei Entwicklung zu beobachten. Des Weiteren machte er es durch seine ständigen personellen und auch taktischen Änderungen der Mannschaft schwer, sich zu finden und einzuspielen. Oftmals wechselte Foda zum Beispiel zwischen einem 4-4-2 und einem 4-2-3-1. Sein „Verwaltungsfußball“ wurde auch von vielen Fans kritisiert. Höhepunkt war da wohl das peinliche 1:1 bei Erzgebirge Aue gegen Ende der letzten Saison, bei dem man trotz 1:0-Führung gegen neun Auer doch noch den Ausgleich hinnehmen musste. Wie schon von Kuntz angeklungen musste Foda nicht aufgrund des 0:4-Debakels beim VfR Aalen seinen Platz räumen, immerhin kann jede Mannschaft mal einen pechschwarzen Tag erwischen. Vielmehr war die (Nicht-)Entwicklung der Mannschaft über die letzten Monate hinweg wohl der Grund für dessen Beurlaubung. Kuntz selbst meinte nach dem katastrophalen Abschneiden am Ende der Saison 2011/12 dass er hätte einen Sportdirektor einstellen müssen. Für die zweite Liga könne sich der FCK einen Mann für diesen Posten nicht leisten. So hat Kuntz in Sachen Spielertransfers weiterhin das „letzte Wort“. Mit Kosta Runjaic kommt jetzt ein Mann, der weiß was er will und das auch durchsetzen möchte. Als im Sommer die Frage im Raum stand ob er nach dem Zwangsabstieg des MSV in Duisburg bleiben wolle entschied er sich aufgrund der mangelnden Perspektive letztendlich dazu, den Verein zu verlassen. Das zeugt von dem Mut und Selbstbewusstsein, das in Lautern momentan benötigt wird.
Beim letzten Auswärtsspiel, der Niederlage in Sandhausen war die Mannschaft ja durchaus nicht defensiv eingeteilt, jedenfalls wenn man sich die Aufstellung auf dem Papier betrachtet. Ein 4-2-2-2 mit Karl und Ring als Schaltzentrale, Gaus und Fortounis auf rechts und Zoller mit Occean im Sturm. Da kann der Kassenpatient eigentlich nicht meckern. Was lief denn da schief?
Zu Beginn des Spiels schien es nur eine Frage der Zeit, bis das (erste reguläre) Tor für Kaiserslautern fällt. Zweimal war der Ball im Netz, zweimal wurde das Tor wegen Abseits aberkannt. Doch anstatt einfach stur auf das erste reguläre Tor zu drängen, hat man sich das Spiel kaputt machen lassen. Sandhausen stand kompakt und störte früh und hart, ein richtiges Spiel kam nicht mehr zustande. Die Schaltzentrale versagte, der Sturm verlor den Anschluss, auch weil über die Seiten nichts kam. Das Spiel wurde immer schlampiger, irgendwann ging dann gar nichts mehr. Dass Sandhausen dann noch glücklich einnetzte, führte eben zu der unnötigen Niederlage.
Und können wir beim Spiel in Müngersdorf auf eine ähnliche Aufstellung setzen oder meint Ihr, dass Runjaic es etwas vorsichtiger angehen lässt?
Vorsicht können wir uns eigentlich nicht mehr erlauben. Die Spieler hatten nach Fodas Beurlaubung eine Bewährungschance so halb genutzt, aber statt diese im zweiten Spiel zu bestätigen fiel man wieder in alte Muster. Jetzt liegt es nicht nur an Runjaic, der bei einer Verpflichtung in der Sommerpause viel mehr Zeit hätte haben und dementsprechend mehr bewirken können, sondern erneut an den Spielern. Viele haben Aufstiegsambitionen. Das wollen die Fans auch auf dem Platz sehen.
Wie sieht es denn überhaupt in der Mannschaft aus? Mohamadou Idrissou ist noch gesperrt, der fehlt wohl am dringlichsten, Albert Bunjaku fällt monatelang mit Kniebeschwerden aus, jetzt ist Florian Riedel auch noch verletzt. Wer muss denn jetzt die Kohlen aus dem Feuer holen? Insgesamt: Auf wen müssen wir ganz besonders achten, wer wird der nächste Nationalspieler und wer ist Liebling der Fans?
Man sagt ja, jede Mannschaft habe einmal in der Saison eine Phase, in der das Verletzungspech zuschlägt. „Glücklicherweise“ haben wir diese Phase relativ früh in der Saison, wobei es grundsätzlich natürlich keinen geeigneten Zeitpunkt für so etwas gibt. Inklusive der beiden Rotgesperrten Florian Dick und den bereits von dir angesprochenen Idrissou fielen in Sandhausen neun Spieler aus. Dick wird nach seiner Rotsperre am Freitag wieder in die Startelf zurückkehren, möglicherweise ist auch Stöger wieder startklar. Karim Matmour hat Dick bzw. Riedel als rechten Verteidiger gut ersetzt, steht jetzt nach der Rückkehr von Flo wieder als Option im rechten Mittelfeld zur Verfügung. Torgefährlichster Spieler neben Idrissou ist Simon Zoller, der bereits in den ersten beiden Spielen für den FCK drei Mal treffen konnte. Zoller dürfte bis zur Rückkehr Bunjakus im Sturm – je nach System – als Sturmpartner von Idrissou gesetzt sein, danach werden die Karten sicher neu gemischt werden. Wie das der neue Trainer entscheidet bleibt abzuwarten. Als Publikumsliebling aufm Betze gilt vor allem Florian Dick, dem einzigen Lichtblick in der katastrophalen Abstiegssaison 2011/12. Auch wenn er zur Zeit nicht immer glücklich in seinen Aktionen ist stimmt bei ihm doch der Einsatz und auch seine Identifikation mit dem Verein. Vor allem durch seine bescheidene Art kommt er gut beim Pfälzer Publikum an. Neben Dick ist außerdem noch der Ur-Lautrer Tobias Sippel als Sympathieträger zu erwähnen.
In Köln herrscht ja nach dem Spiel in Cottbus latente Euphorie. Helmes ist zurück am Rhein, mit Peszko haben wir noch einen sehr überraschenden Zugang bekommen, dazu Halfar, Risse und Gerhardt. Wie sieht das aus der Ferne aus?
Der Effzeh hat sich im Sommer sinnvoll und punktuell verstärkt und gilt auch hier als einer der großen Mitbewerber im Kampf um die Aufstiegsplätze. Wie Helmes in Köln ankam und am Montag in Cottbus ins Spiel startete hat mich als baldiger Gegner von euch doch schon irgendwie ein wenig aufschrecken lassen (lacht). Cottbus ist sicher kein Fallobst in der zweiten Liga, da gewinnst du nicht einfach so einmal im Vorbeigehen 4:0. Ich denke dass der Effzeh sportlich zu den Top 4 der zweiten Liga gehört.
Okay, dann kommen wir mal zum Spiel. Ich tippe auf mindestens 45.000 Zuschauer, vielleicht ist es sogar ausverkauft, Freitagabend, Flutlicht, eigentlich geil, oder? Wenn da nicht die Gastmannschaft wäre. Ich habe gegen keine Mannschaft so viele schlechte Spiele des effzeh gesehen wie gegen Euch. Irgendwie verlieren wir wirklich gefühlt immer. 2007 haben wir mal ein Spiel gewonnen, davor das letzten Mal 1989! Es ist ein Trauma! Für die Fans muss es doch jedes Jahr ein Festtag sein nach Köln zu reisen, oder?
Ne, ihr habt doch unsere schöne Heimserie gegen euch am 20. Spieltag 2011/12 leider beendet. Vor diesem Spiel haben wir nochmal ein wenig lieber gegen euch gespielt. Vielleicht hast du diese Horrorsaison von uns auch mit Absicht nicht gelten lassen (lacht).
Nee, ich hab`s nicht vergessen, wie könnte ich auch aber dramaturgisch liest es sich so einfach besser! (lacht auch)
Aber nein, das Stadion in Müngersdorf ist ein WM-Stadion und atmosphärisch sowieso schon immer ein Erstligastadion gewesen. Unter Flutlicht ist das Spiel natürlich umso reizvoller, auch wenn die Terminierung für die Auswärtsfans mal wieder mehr als unglücklich ist. Dennoch erwarte ich von beiden Seiten eine erstklassige Kulisse und ein entsprechendes Spiel auf dem Platz – hoffentlich mit dem besseren Ende für uns natürlich.
Was erwartet Ihr denn am Freitag von Eurem FCK?
Ich erwarte vor allem dass die Mannschaft eine Reaktion nach dem Spiel in Sandhausen zeigt. Das 2:2 zu Hause gegen Energie Cottbus hat vom Einsatz und von Kampf her zwar gestimmt, uns jedoch leider nur einen Punkt eingebracht. Wenn wir nicht bald das Ruder rumreißen können, droht der Verlust des Anschlusses an die vorderen drei Plätze. Vielleicht gibt es nach drei Tagen unter dem neuen Trainer noch keine weltbewegenden Verbesserungen, dennoch reisen wir natürlich mit neuem Selbstvertrauen nach Köln. Und dass ihr einer unserer Lieblingsgegner seid, ist dann doch noch irgendwo ein Wenig im Hinterkopf.
Und wie bei jedem Interview bitte ich auch Euhh um einen konkreten Tipp. Ich hoffe (und denke auch wirklich), dass unsere Serie hält und wir auch am Samstag noch ungeschlagen sind. 3:2 für den effzeh. Was denkt Ihr?
Ein Dreier wäre natürlich was Feines. Mit einem Unentschieden wäre ich jedoch auch zufrieden, sollte die Art und Weise und der Einsatz der Mannschaft stimmen. Dennoch tippe ich mal ganz optimistisch auf ein 2:1 für uns.
Okay. Dann schauen wir mal. Am Wochenende sind wir schlauer. Nochmal vielen Dank für Eure Zeit, ich hoffe es hat ein wenig Spaß gemacht und viel Glück in der Saison!
 Von lostinnippes,  am 17.09.13 Keine lange Vorrede. Schönes Spiel, tolles Ergebnis, Sahne-Einstand von Helmes. Feuchte Äuglein.
Okay. Mit vielen habe ich ja gerechnet aber dass Helmes nur knappe zwei Minuten braucht, um sein erstes Pflichspieltor nach fünf Jahren für den effzeh zu schiessen, dass stand nicht bei mir auf dem Zettel. In bester Abstaubermanier drischt er den Ball humorlos unter die Latte, nachdem Almer den Schuss von Tony Ujah nur sehr österreichisch abwehren konnte. Praktisch auf dem Tablett servierte. Jedes Wiener Kaffeehaus wäre über die vorbildliche Höflichkeit des Alpen-Piplica hoch erfreut gewesen.
Es zeigte sich im Laufe der ersten Halbzeit, dass genau der Effekt eintrat, den wir alle -wenn nicht erwartet- dann wenigstens erhofft hatten: Ujah hatte ein ganzes olympisches Schwimmbecken mehr Platz als ohne Helmes, da die gegnerischen Abwehrreihen zugucken müssen wie in Roland Garros sonst nur die ersten Reihen von links nach rechts den Kopf schwenken. Man sah es beim 0:2 sehr schön. Ball auf Helmes, der Gegenspieler (Möhrle?) war gebunden, kann auch nicht im Raum stehen, weil Helmes zu schnell ist, Ujah ist frei, der Ball kommt im richtigen Moment. Zack. Bumm. Batsch.
Jetzt mal ehrlich: Das ist schon ein heftiger Qualitätsunterschied zum letzten Jahr.
Nach dem 0:3 war das Ding dann auch einigermaßen durch. Klar hatte Energie noch die ein oder andere Chance, die mehr aus Nachlässigkeit der Kölner entstandt als durch wirklich strukturiertes Spiel aber letztlich hatten die Lausitzer kein Glück vor dem Tor. Wobei, mit dem Glück ist das ja auch immer so eine Sache. Wenn man immer zu spät ist, kann man es nicht nur auf fehlendes Glück schieben.
Peszko traf in der zweiten Halbzeit noch, sehr zum Vergnügen von Lukas Podolski, der wahrscheinlich grad in der Reha sitzt und “et jitt kei Woord” vor sich her summt.
Das hat schon alles sehr viel Spaß gemacht, gestern. Man sah der Mannschaft an, dass vieles passt. Mit der Offensive müssen wir uns wirklich vor keinem Gegner in der zweiten Liga in die Hose machen. Die Achse Ujah-Helmes-Halfar-Risse-Peszko(Gerhardt) wird noch für ein paar fröhliche Momente in diesem jahr sorgen, da bin ich sicher.
Aber am meisten haben mich die kleinen Dinge gefreut. Halfars Einsatz in der Rückwärtsbewegung. Die vielen sicheren Päße. Anscheinend geübte und einstudierte Laufwege oder (z.B.) dem Gegner im Mittelfeld schon auf den Füßen stehen. Das sind jetzt alles keine extraoridären Dinge bei einem Fußballspiel aber dass ich es erwähne ich mich sogar darüber freue, sagt ja auch was aus.
Jetzt kommt am Freitag mit dem FCK der nächste Aufstiegsaspirant nach Köln. Zuletzt auch nicht wirklich stark, ohne den gesperrten Mohamadou Idrissou. Hände hoch, wer jetzt an eine hohe Niederlage des effzeh denkt? Ja, genau. Ich auch nicht. Aber…nunja, die letzten 23 Jahre sollten uns eigentlich Warnung genug sein. Ich habe aber im Moment richtig viel Vertrauen in Stöger, dass er die Mannschaft punktgenau einstellen wird. Und -jetzt mal gesponnen- sollten wir wirklich gegen Lautern gewinnen, dann dürfte die DuMontsche Textbausteinindustrie Überstunden einlegen dürfen und Schriftgröße 300 ist dann auch kein Tabu mehr! So etwas kann sehr schnell zum Selbstläufer werden. Schaut nach in Braunschweig.
 Von lostinnippes,  am 12.09.13 Zum Glück ist die dämliche Länderspielpause vorbei. Endlich wieder seriöser Fußball. Einen schöneren Gegensatz zu dem Hochglanzprodukt Nationalmannschaft in der Allianz Arena kann ich mir auch gerade nicht ausdenken. Der effzeh in Cottbus! Da sind Klatschpappen weit weg. Diese Woche konnte ich Clemens zu einem Interview gewinnen. Trotz Urlaub in Kanada. Das nenne ich Einsatz!

Da Clemens nicht zu den Sportbloggern dieses Landes zählt, sondern seine Meinung zu Sport, Musik und allem anderen nur exklusiv auf Twitter verbreitet, müsst ihr ihm dort folgen: www.twitter.com/berlinscochise
Hallo Clemens! Vielen Dank, dass Du an meiner kleinen Interviewreihe teilnimmst und auch ein Kanada-Urlaub Dich nicht davon abhält! Dieses Internetz ist schon ein tolles Dingens. Dein Herz schlägt ja nicht nur für die Chicago White Sox im Baseball, sondern auch für Energie Cottbus und nun kommt es also am Montagabend zum Aufeinandertreffen unserer Mannschaften. Der effzeh zeigte sich gegen Aue von seiner schönen Seite, macht uns Mut und Spaß, Energie spielte auswärts in Kaiserslautern immerhin unentschieden. Treffen hier zwei Spitzenmannschaften der zweiten Liga aufeinander?
Energie Cottbus hat vom spielerischen her eigentlich das Potential für eine Spitzenmannschaft schafft. Nur leider gelingt es nicht immer, dieses Potential auch abzurufen. Die Mannschaft vermittelt in dieser und der letzten Saison recht häufig den Eindruck, in Drucksituationen nichts mehr zu zusetzen zu können. Das was Energie früher legendär gemacht hat, durch Kampfeswillen Spiele für sich zu entscheiden, fehlt im Moment. Zudem findet Energie in letzter Zeit kein Mittel gegen Mannschaften, die mit dieser Einstellung gegen sie antreten, siehe das Spiel gegen Aue.
Da wir aber zu Hause spielen und Cottbus seine Heimstärke wiedergefunden hat, ist da für Cottbus alles drin. Somit würde ich sagen, es treffen am Montagabend eine Spitzenmannschaft und eine sehr gute Mannschaft aufeinander. Und spannend wird es auf jeden Fall.
In der Sommerpause scheint sich in Cottbus ja eine ganze Menge getan zu haben. 10 Neuzugänge stehen zu Buche. Euren neuen Torwart Robert Almer konnten wir letzten Freitag beim Länderspiel gegen Österreich bewundern und er machte ja durchaus einen brauchbaren Eindruck, wie auch aus Düsseldorf zu lesen war. Was denkst Du von euren restlichen Transfers?
Die Transfers dieser Saison kann man als typisch für die Einkaufspolitik des Vereins bezeichnen. Zum Einem finden sich da erfahrenen Zweitligakräfte, wie Takyi, Mosquera und Jendrisek, die sich aus welchen Gründen auch immer, bei ihren alten Vereinen nicht durchsetzen konnten. Das sich solche Spieler zu unverzichtbaren Stützen in Cottbus entwickeln können, zeigen Spieler wie Banovic, Kruska, Brenska (bis zu seiner schweren Verletzung) ganz deutlich.
Auf der anderen Seite liegt der Schwerpunkt der Cottbusser Transferpolitik auf jungen Perspektivspielern. Hier sind vor allem Linksverteidiger Michael Schulze (zwar schon seit Winter 2012 in Cottbus, damals nur auf Leihbasis, glücklicherweise seit dieser Saison mit festem Vertrag) und Sebastian Mrowca (diese Saison von den U19-Bayern zu uns gewechselt) zu erwähnen. Vor allem bei Mrowca bin ich überzeugt, dass er in der Zukunft eine wichtige Rolle bei uns spielen wird.
Noch ein Wort zu Robert Almer: Als bekannt wurde, dass Thorsten Kirschbaum den Verein verlassen wird, war ich schon ein wenig besorgt, ob der Verein dazu in der Lage sein wird, ihn Eins zu Eins zu ersetzen. Dass sie mit Robert Almer den passenden Ersatz gefunden hatten, war gleich ab dem ersten Spieltag in Düsseldorf klar, wo er allein dafür gesorgt hat, dass es nur 1:0 ausgegangen ist.
Für mich ganz klar der beste Transfer in dieser Saison.
Dann haben wir das ja schon geklärt. Aber auf wen müssen wir denn abseits von Almer ganz besonders achten? Wer ist Fanliebling in Cottbus und mit wem legen wir uns besser nicht an?
Ich würde ja jetzt sehr gerne sagen, passt auf Boubacar Sanogo auf. Leider ist der Publikumsliebling aber nach seiner roten Karte gegen Aue noch gesperrt. Glück für den Effzeh, denn ich bin überzeugt, dass der Euch mindestens einen, wenn nicht sogar zwei, eingeschenkt hätte. Daher liegen meine Hoffnungen ganz klar auf Stiepermann und Jendrisek, die, langsam, aber sicher, immer stärker Fahrt aufnehmen. Und wenn Nicolas Farina im Mittelfeld einen guten Tag erwischt, kann das für den Gegner ziemlich peinlich werden.
Bei der Frage nach den Spielern, mit denen man sich besser nicht anlegen sollte, muss ich natürlich unsere drei “alten” Haudegen Ivica Banovic, Mark-André Kruska und Kapitän Uwe Möhrle nennen, die sich für keine Drecksarbeit zu schade sind und keine Auseinandersetzung scheuen. Vor allem Banovic ist der Spieler, der das Spiel von hinten aufzieht und dirigiert. Elfmeter sollte Köln dann auch vermeiden, denn hier ist Banovic unser sicherster Schütze.
Energie ist ja nun auch schon eine Weile nicht mehr in der ersten Liga gesehen worden. 2009 war der letzte Abstieg. Seitdem spielt man in der zweiten Liga eigentlich immer nur Mittmaß. Wie sieht das denn dieses Jahr aus? Wie sind die Erwartungen? Was setzt sich der Verein für Ziele und was denken die Fans?
Eigentlich befindet sich Cottbus seit dem Abstieg aus der Bundesliga 2009 in einem stetigen Umbruch. Denn damals begann sich bei den Vereinsverantwortlichen die Erkenntnis durchzusetzen, dass man, wenn man schuldenfrei wirtschaften will, zwar ein gutes Team zusammenstellen kann, man aber für einen möglichen Aufstieg finanzielle Risiken eingehen müsste, zu denen der Verein aber glücklicherweise nicht bereit ist.
Viele Fans wünschen sich natürlich die Rückkehr ins Oberhaus. Dass das aber ein langer, schwieriger Weg ist, ist eigentlich allen seit dem Abstieg 2009 und dem geradeso vermiedenen Abstieg aus Liga 2 in der Saison 2011/12 klar.
Ich persönlich wäre schon glücklich, wenn Cottbus mal wieder eine Saison lang guten Fußball bieten würde.
Ach, schöner Fußball. Hör mir auf. Lass uns mal auf die Mannschaft und die Taktik schauen gegen Kaiserslautern gab es ein 4-2-3-1 zu sehen wobei Kruska auf der Doppelsechs eher offensiv und Banovic eher Libero gespielt hat, zu Hause gegen Aalen spielte Rudi Bommer mit einem 4-4-2. Okay, Sanogo ist gesperrt, der fällt schon mal weg aber sag mal: Eure bisherigen Heimspiele habt ihr ja recht überzeugend gewinnen können. 4:0 gegen Paderborn und 5:1 gegen Aalen. Das Stadion der Freundschaft scheint ein echter Heimvorteil zu sein, dieses Jahr. Muss sich der effzeh Angst machen überrollt zu werden?
Ich glaube nicht, dass man den Effzeh auf eine Ebene mit Mannschaften wie Paderborn oder Aalen stellen kann. Das ist ein ganz anderes spielerisches Niveau. Daher gehe ich davon aus, dass Rudi Bommer mit einer 4-2-3-1-Formation versuchen wird, den Effzeh zu knacken. Banovic ist in seiner liberoähnlichen Position der defensive Rückhalt der Mannschaft. Er leitet auch den Spielaufbau ein.
Auch wenn Sanogo nicht dabei ist, gehe ich davon aus, dass Stiepermann und Jendrisek ihn würdig vertreten werden. Beide werden bei Eurer Verteidigung für gehörigen Wirbel sorgen. Wenn diese defensive Taktik aufgehen sollte, werden wir ein sehr enges Spiel sehen. Ich bin davon überzeugt, dass weder wir Euch noch Ihr uns überrollen werdet.
Dann warten wir das mal. Mit Helmes hat der effzeh ja nun einen -für die zweite Liga- wirklichen Top-Mann verpflichten können. Muss da nicht reagiert werden? Doppeldeckung? Manndeckung? Banovic als nernvende Dauerbegleitung?
Gratulation erst einmal von mir, dass ihr endlich euren “verlorenen” Sohn wieder nach Hause geholt habt. Mit Helmes ist am Montag ein wirklicher Topstürmer am Start, den man niemals aus den Augen lassen darf. Ich vermute stark, dass Bommer Banovic die Aufgabe übertragen wird, auf Helmes aufzupassen. Und Ivica befindet sich im Moment in so guter Form, dass er die Aufgabe mit Bravour bewältigen wird. Er wird hart bei der Sache sein, aber nie unfair agieren.
Passt mir bloß auf, dass er sich nicht verletzt, sonst gibts keine netten Worte nach dem Spiel 🙂
Okay, dann schauen wir gespannt auf Montag. Ich bleibe optimistisch, dass der effzeh weiterhin ungeschlagen bleibt. Mein Tipp ist ein 0:2. Hälst Du dagegen?
0:2? Für Dich scheint das also kein Spiel zweier Spitzenmannschaften zu sein?! Ich denke, das Spiel wird viel enger ausgehen. Im Moment glaube ich an ein 1:1, aber auch 2:1 Heimsieg ist drin, da würde das Siegtor aber erst in der 87. Minute durch Kruska nach einer Ecke fallen.
Egal was kommt, ich freue mich aufs Spiel. Hoffentlich macht mir der Jetlag keinen Strich durch die Rechnung.
Dann schauen wir mal, wer das nächste Getränk ausgeben muss, wenn es Dich mal wieder ins Rheinland verschlägt! Danke, dass Du mitgemacht hast, einen schönen Resturlaub und komm gesund nach Hause!
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