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 Von lostinnippes,  am 02.09.13 Letzte Woche war es nur ein Traum, ein Märchen, eine Fieberphantasie. Diese Woche frage ich mich ob ich wohl immer noch schlafe. Mit 4:1 zerlegt der 1.FC Köln Wismut Erzgebirge Aue in seine Einzelteile, Slawomir Peszko legt 60 bärenstarke Minuten hin, Helmes unterschreibt für 3 Jahre und C. Daum hat in der Türkei auch sein erstes Spiel gewonnen. What a day!
Schon nach zwei Minuten war die Sache eigentlich durch. Yannick Gerhardt trifft aus 18 Metern in den Winkel und Feierabend. Das war genau der Start, den der effzeh so bitter nötig hatte. Von da an lief es. Peszko, Risse und Halfar hatten das offensive Mittelfeld wunderbar im Griff, rissen (höhö) durch schöne Pässe immer wieder Lücken in die Auer Abwehr und ermöglichten damit einfache aber hoch effektive Ball-Stafetten.
Das sah sehr, sehr gut aus.
Das 2:0 war so ein schönes, ganz einfaches Ding. Pass im richtigen Moment, trocken und ohne zu viel zu überlegen abgezogen. Zack. Fußball kann so einfach sein und so viel Spaß machen.
Am meisten hat mir aber nicht das eigentliche Spiel, sondern die Körpersprache der Mannschaft gefallen. Es wurde sehr früh angegriffen, kein Ball wurde verloren gegeben und auch durch das Gegentor hatte ich nicht das Gefühl, dass da ein Bruch in der Mannschaft zu sehen war. Macht sich da etwa Peter Stögers Einfluss bemerkbar? Schaut mal bitte ein Jahr zurück. Die Mannschaft hat auch Spiele gewonnen aber nach jedem Gegentor hatte man das Gefühl sie bricht gleich in sich zusammen. Und heute? Heute loben wir Matze Lehmann (ja, genau!) für seinen Einsatzwillen, seine Laufbereitschaft und seine Übersicht auf der “Sechs”. Ja bist du denn narrisch?
Dass das Spiel nach dem 4:1 entschieden war und der effzeh fünf bis sechs Gänge zurück geschaltet hat, ist geschenkt. Stöger tauscht Jajalo für Peszko und (leider, leider, es tut mir so leid) ist ein Qualitätsunterschied zu erkennen. Jajalo versucht viel, rennt sich aber fest und hat natürlich auch das Problem, dass seine Mitspieler nicht mehr 100% geben, sondern man das Spiel eher austrudeln lässt. Aber gut, sehen wir das mal unter dem Schlagwort “Verletzungsprävention”.
Ich tue mich richtig schwer ein Haar in der kölschen Suppe zu finden. Ujah lahmt weiterhin, was seinen Torriecher angeht, kämpft aber, sorgt für Unruhe und ist immer anspielbar auch wenn nicht viel gelingt. Dass wir ihm mit Helmes Unterstützung zukommen lassen, wird ihm gut tun, denn die gegnerischen Abwehrketten können es sich wohl schlicht nicht mehr leisten einen von beiden in Doppeldeckung zu nehmen.
Hatte ich erwähnt, dass ich mich tierisch auf Helmes freue? Nein? Dann jetzt. Ich kann dieses alberne Geblabber der Ultras “Patrick Helmes – Nie wieder für den 1.FC Köln” nicht mehr hören, sehen, würdigen, was auch immer. Scheiss doch der Hund was drauf, dass er nach Leverkusen gegangen ist. [Liebe Kinder: Dirk Lottner hat auch mal für Leverkusen gespielt. Doch, echt, glaubt mir!] Er hilft uns jetzt sofort weiter. Punkt. Er weiß wo das Tor steht…
Mein Phrasenschwein explodierte soeben auf dem Schreibtisch, ich muss kurz Pflaster holen
…er kann als hängende Spitze die Bälle vor dem Strafraum annehmen und Ujah damit Gelegenheit geben sich seiner eigentlichen Rolle zu zu wenden, nämlich den Stoß-Stürmer zu geben und er hat auch noch das Füßchen um unsere Standards gefährlicher werden zu lassen. Also: Ruhe im Karton. Helmes zurück beim effzeh ist großartig!
UND DA GIBT ES AUCH KEINE ZWEITE MEINUNG! VERSTANDEN?
Ich schweife ab.
Wo war ich? Ach ja, Haar in der Suppe. Okay, die Ecken und Freistösse waren nicht das Gelbe vom Ei. Zugegeben. Vielleicht wollte Halfar da in manchen Situationen ein wenig zu viel. Egal.
Sonst? Bruno ist weiterhin ein Wackelkandidat. Beim Gegentor steht er erst zu weit von Sylvestr weg und lässt sich dann auch noch mit einem Popo-Schwung verschaukeln. Ich dachte immer Brasilianer können tanzen?
Ich habe keine Ahnung was mit Golobart ist aber der scheint ja erstmal keine Alternative zu sein, oder? Ansonsten stand die Abwehr ganz okay. Brecko und Maroh sind routiniert und lassen wenig zu, Hector hatte wenig zu tun.
Womit wir wieder bei den positiven Dingen ankommen. Die Abwehr hat eben schon im Mittelfeld angefangen. Das war stark. Alle fünf Mittelfeldspieler verschoben sehr gut, sorgten regelmäßig dafür, dass keine Anspielstationen in der Auer Zentrale frei wurden und eroberten so schnell die Bälle. Dazu kommt eine ungewöhnlich hohe Pass-Sicherheit. Ich habe jetzt die Statistik nicht zur Hand aber rein aus der Erinnerung würde ich einen Ballbesitz von 70% für realistisch halten.
Doch, doch. So kann das gerne weitergehen. Ist natürlich eine Schande, dass jetzt Länderspielpause ist und das nächste Spiel erst in 14 Tagen, Montagabends in Cottbus stattfindet, denn mit dem Momentum im Leib möchte ich eigentlich schon morgen das nächste Pflichtspiel haben. Auf der anderen Seite hat Stöger jetzt zwei Wochen Zeit um Helmes zu integrieren. Doppelspitze und dahinter Risse, Halfar und Peszko? Mal ehrlich? Geil!
Jetzt kommen sicher wieder die üblichen Verdächtigen aus ihren dunklen Löchern gekrochen um von Weltherrschaft, Champions League und dt. Meisterschaft zu spotten. Sollen sie ruhig. Ich freue mich über die Leistung der Mannschaft und über die Perspektive die sich bietet. Mehr nicht. Das ist aber viel, viel, viel mehr als ich mit Stanidingenskirchen zu hoffen gewagt habe. Wir spielen in der zweiten Bundesliga. Haben jetzt gegen Aue gewonnen. Mir ist das bewusst. Giuseppe Meazza ist immer noch weit weg aber das stört mich heute nicht. No one can stop us now!
Come on effzeh!
 Von lostinnippes,  am 29.08.13 Puh, das war knapp. Ich hab`doch tatsächlich niemanden aus Aue auftreiben können, der Zeit und Lust hatte mir hier aus der Patsche zu helfen. Die Rettung kam in Person von Sonja (@_sonja_r), die mir aus dem Urlaub(!) in Norwegen aushalf. An dieser Stelle beste Grüße nach Bergen und einen schönen Resturlaub!
Hallo Sonja! Vielen Dank, dass Du bei meinem kleinen Projekt mitmachst und mir ein paar Fragen zu dem kommenden Spiel
zwischen dem FCE Aue und dem effzeh beantwortest. Drei Siege aus den ersten fünf Spielen stehen das Aus im DFB-Pokal
gegen Osnabrück und zwei Niederlagen gegen Aalen und Kaiserslautern gegenüber. Sag mal, wie ist Dein Fazit zum Saisonauftakt?
Mit dem Tabellenplatz bin ich natürlich sehr zufrieden – was auch sonst, wenn man als Fast-Absteiger der letzten Saison jetzt nach fünf Spielen auf Platz 2 steht. Ingolstadt und Sandhausen waren zu Saisonbeginn allerdings auch eher dankbare Gegner, gegen die Aue gar nicht groß auftrumpfen musste, um sechs Punkte zu holen. Die Niederlage im Pokal ist natürlich ärgerlich, aber wenigstens war es kein unterklassiger Gegner und damit keine Blamage.
Du sagst es schon, im letzten Jahr ist der FCE ja nur ganz, ganz knapp der Relegation entkommen. Am Ende sorgte das bessere Torverhältnis für den sicheren 15. Tabellenplatz, genau wie in der Saison davor. Wie ist denn dieses Jahr die Zielsetzung? Ist es nur wichtig möglichst schnell 40 Punkte zu erreichen oder strebt der Verein nach höherem? Wie denken die Fans?
Ich kann da nur für mich sprechen: Mir genügt es, wenn sie den Klassenerhalt so schnell wie möglich eintüten. Das wäre nach der gruseligen letzten Saison – das Tor, das zum Klassenerhalt geführt hat, war ja auch noch irregulär – schon ein Erfolg. Andererseits hat Aue in der Vergangenheit auch schon gezeigt, dass sie sich in der oberen Tabellenhälfte der zweiten Liga bewegen können. Aber, falls deine Frage darauf zielt: Mit dem Aufstieg hat Aue sicherlich nichts zu tun.
Dann schauen wir mal. Wenn ich mir den Kader des FCE so anschauen stechen natürlich drei Namen ganz besonders heraus: Oliver Schröder, Tobias Nickenig und Kevin Pezzoni. Unsere ehemaligen Kölner. Pezzoni hat in Köln ja keinen wirklich guten Ruf. Wie ist das in Aue?
Ich denke, dass Kevin Pezzoni in Aue sehr gut aufgenommen wurde – gerade, weil man die unschöne Vorgeschichte mit ihm und einigen Fans des FC ja kannte. Sportlich macht er mir allerdings etwas Sorgen, denn er ist aktuell doch ein Stück davon entfernt, dem Team Stabilität zu verleihen.
Bevor ich jetzt mit meinem persönlichen Trauma Ronny König anfange, ein Wort noch zum restlichen Kader. Mit Jakub Sylvestr scheint dem Verein ja ein Klasse-Transfer geglückt zu sein. Schon drei Tore stehen auf seinem Haben-Konto. Kapitän ist der ewige Klingbeil, der nun schon im siebten Jahr in Aue spielt. Was gibt es denn sonst noch zu beachten? Wer ist der Held für die Fans und auf wen müssen die Zuschauer am Sonntag ein ganz besonderes Augenmerk legen?
Als Wiesbadenerin muss ich da natürlich erst mal Zlatko Janjic nennen, der in den letzten Jahren für den SV Wehen Wiesbaden in der dritten Liga am laufenden Band geknipst hat. Nachdem Falko Götz ihm zu Saisonbeginn eine Stammplatzgarantie gegeben hat, saß er neulich nach einigen schlechteren Spielen allerdings nur noch auf der Bank – so schnell kann es gehen. Der neue Liebling im Erzgebirge ist aber Arvydas Novikovas, der gegen Cottbus mit zwei Toren für den Sieg gesorgt hat – ein sehr talentierter junger Spieler und starker Freistoßschütze.
Dann lass uns jetzt mal auf das Spiel zu sprechen kommen. In Kaiserslautern ließ Falko Götz mit einem recht klassischen 4-2-3-1 spielen, nahm Idrissou in Doppeldeckung und dennoch gelangen dem Stürmer zwei Tore. Müssen sich die effzeh-Fans auch auf eine recht defensive Einstellung inkl. Extrabewachung für Tony Ujah einstellen oder denkst Du, dass nach dem Sieg gegen Cottbus das Selbstvertrauen so groß ist, dass man versucht mutiger zu spielen?
In Köln ist Aue, trotz des Tabellenstandes, klarer Außenseiter. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass Götz eher defensiv agieren wird und erst mal darauf bedacht ist, kein Tor zu kassieren. Der Selbstvertrauen des Teams dürfte nach dem Sieg aber natürlich größer geworden sein. Falls sich das nicht in der Aufstellung niederschlägt, dann doch wenigstens im Gesamtauftritt der Jungs – hoffe ich.
Okay, dann sind wir gespannt, wie sich das Sonntag entwickelt. Wie immer versuche ich einen Tipp für das Spiel aus meinem Gesprächspartner heraus zu kitzeln. Sag mal, wie geht das Spiel aus? Ich tippe ja immer noch positiv und zuversichtlich, daher sage ich mal 2:0 für den effzeh. Hältst Du dagegen?
Nicht wirklich. Ich glaube, dass sich Aue keinesfalls schlecht verkaufen wird, am Ende aber doch den Kürzeren zieht – ähnlich wie neulich in Kaiserslautern. Deshalb sage ich 2:1 für Köln, lasse mich aber natürlich gerne positiv überraschen.
Prima. Ja, Sonja, Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ich hoffe es hat Dir auch ein wenig Spaß gemacht und für den Rest der Saison wünsche ich alles Gute!
 Von lostinnippes,  am 26.08.13 Bitterkalt war es auf den Straßen. Mädchen in kurzen Röcken liefen weinend hinter ihren hastig eilenden Müttern her, die Männer betranken sich mit güldenem Bier in den Schankstuben der Stadt, während die Knaben ihnen durch die Fenster zusahen, ungeduldig in trinkfähiges Alter zu gelangen. Kein Auto ward gesehen, keine Arbeit wurde verrichtet, nur ab und an hörte man in den Kissenhäusern das zerknirschte Stöhnen der Huren, die seit drei Tagen Dauerdienst verrichteten. Die drei Tage von Köln, werden die Geschichtsschreiber später in ihre Kladden schreiben. Doch fangen wir vorne an.
Lange Jahre waren die Bewohner der Stadt glückliche und zufriedene Menschen. Rund waren die Bäuche, rot die Gesichter und laut die Lieder. Über Dekaden und Generationen begeisterten sich Jung und Alt für den Fußballverein aus dem Zauberwald der Stadt. Man freute sich an Erfolgen über andere Städte, genoß sogar Spieltage gegen Mannschaften aus anderen Ländern und mehr als einmal hörte man fremde Zungen in den Straßen der Stadt. Der Umstand dass im Gegenzug zur dauerhaften Glückseligkeit einem bizarren Götzenkult rund um eine Ziege gehuldigt werden muss, wurde von den Bewohnern als Notwendigkeit und, mit zunehmenden Erfolg, auch mit Liebe und Hingabe mit Leben gefüllt. Vielhunderfach wehten die Fahnen mit der Ziege mit Mittelpunkt durch die Gassen. Von Häusern hingen sie und auf Körper wurden sie mit dunkler Tinte gebannt. Die Kölner waren stolz auf ihre Fußballverein und das glücksbringende Hörnertier.
Aber wie das so ist mit Traditionen: Irgendwann wird es Folklore.
Der letzte Prinz hat die Stadt verlassen, dunkel sind die Gedanken und trist ist die Stimmung seit dem letzten großen Siegesfest. Die Mannschaft verliert gegen Dörfer, die Ziege starb und wurde durch eine neue ersetzt, welche ebenso einging und wieder und wieder.
Die Fahnen wehten still durch den stetigen Wind, die Lieder wurden leiser und sogar die Fackeln halfen nichts mehr, die Stadt verkümmerte. In der Seele getroffen, verhöhnt, geschlagen, gedemütigt aber immer noch stolz verweigern sich die Kölner aber bis heute der Realität. Man klammert sich an die guten Zeiten und die Legende sagt, dass es eines Tages wieder geschehen wird, dass man sich tausendfach trifft, auf dem alten Markt, vor dem Rathaus, auf dem Boulevard, dass man feiert und singt und tanzt und träumt. Dass die Welt wieder ein Zentrum hat.
Doch weit ist der Weg und fern ist das Ziel aber vor kurzer Zeit ritt ein meisterlicher Ritter aus einem sonderbaren Land aus dem Süden durch die Stadt und blieb um zu helfen. Die Menschen schöpften Hoffnung. “Alles wird gut!” hallt es durch jedes Viertel und an den Stammtischen der Schankhäuser. Vier Spiele wurden unter der Anleitung des Retters gespielt und nicht verloren. Sogar ein Sieg gegen ein kleines Dorf war dabei. Die Träume wurden bunter, die Lieder wieder lauter. Und dann kam der Tag der alles änderte.
Langsam schob sich der Nebel durch die Bäume. Schatten der Nacht huschten vorbei, silbrig glänzten die Blätter der Bäume vom Morgentau als die Mannschaft zum Gastspiel nach Fürth aufbrach. Ein merkwürdiges grünes Schimmern war am Himmel zu sehen aber nur die Hunde und die Eichhörnchen konnten die Gefahr wittern und verkrochen sich frühzeitig.
Gegen Mittag, die Sonne stand hoch am Himmel wurde das Spiel der Kölner in den Schankhäusern gezeigt und die Menschen konnten nicht fassen, was sie sahen. Ein Spielzug wurde schneller als der vorherige ausgeführt, die Ballspieler traten den Ball mit traumhafter Sicherheit, wirbelten auf allen Positionen, schossen aus allen Positionen, bildeten flexible Rauten und ließen dem Gegner keine Luft zum atmen.
Als Adam Matuschyk in der 85. Minute das 8:0 für die Mannschaft aus Köln schoss brachen schließlich alle Dämme. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen, feinste Damen rissen sich die Blusen vom Leib, edle Herren schütteten sich das Bier kubikmeterweise in den goldverzierten Rachen. Die Stadt vibrierte, schüttelte sich, explodierte. Zwei Tage und drei Nächte war an nichts zu denken. “Wir sind wieder da!”, “Ich habe es immer gewusst!”, “Europa wir kommen!”. Ein unübertreffbarer Rausch…
…hell ist der Nachmittag. Kopfschmerzen dominieren. In der rechten Wade spüre ich den Ansatz zu einem Krampf. Das Telefon hat geläutet. Oh. Kurz vor drei schon? Ich muss eingeschlafen sein.
 Von lostinnippes,  am 23.08.13 Eine Woche direkt aus der Vorhölle des kleinen Mannes liegt (fast) hinter mir und ich freue mich wirklich auf Samstag. Echt. Dass der 1.FC Köln morgen zu seinem Auswärtsspiel in Fürth antreten muss, ist da nur das Topping. Diese Woche hat sich Jakob (@tiffa) die Zeit genommen mir ein paar Fragen zum Spiel und zur Mannschaft zu beantworten und ich habe gelernt: “Greuther” sagt man nicht. Jedenfalls wenn man es sich mit den Franken nicht verspielen will. Außerdem hat mir Jakob ein paar Impressionen aus seiner Stadt zukommen lassen. Falls man noch nicht da war: So sieht es da aus.
Hallo Jakob! Vielen Dank, dass Du mir ein paar Fragen zu dem kommenden Topspiel zwischen „Deiner“ SpVgg Greuther Fürth und „meinem“ effzeh beantwortest. Nach einem perfekten Saisonstart (jedenfalls sehen 12 Punkte aus 4 Spielen aus der Ferne perfekt aus) kommt nun einfach ein weiterer Zweitligist zum Punkte-Abgeben nach Franken oder gibt es da schon eine gewisse Vorfreude auf ein Spiel gegen einen großen, alten Namen?
Hallo Axel und vielen Dank für das Interview! Das Heimspiel gegen den 1.FC Köln ist natürlich ein Highlight in der Saison, keine Frage. Es ist schon etwas Besonderes gegen einen Traditionsverein und gefühlten Bundesligisten mit einer großen Anhängerschaft zu spielen. Im Ronhof wird am Samstag bestimmt wieder richtig gute Stimmung sein. Leider verpasse ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein Heimspiel – ausgerechnet am Samstag heiratet ein Freund von mir.
Oh. Naja, das geht dann natürlich vor! Aber, sag mal: Wie bist Du denn insgesamt mit dem Saisonstart zufrieden? Viel zu meckern gibt es nicht, oder? Immerhin werden jetzt auch wieder Heimspiele gewonnen.
Du sagst es. Ehrlich gesagt bin ich schon etwas überrascht, dass wir so gut in die Saison gestartet sind. Wir haben ja eine recht neu zusammengestellte Mannschaft, die auch zu Saisonbeginn noch nicht richtig eingespielt war. Da sind 4 Siege aus 4 Ligaspielen schon extrem gut, auch wenn man sagen muss, dass der Sieg gegen den KSC recht glücklich war. Und bei den Spielen gegen die Arminia und den VfR Aalen hat uns Wolfgang Hesl mit einigen sehr starken Paraden den Sieg gesichert.
Dafür war das Spiel gegen Kaiserslautern spielerisch und kämpferisch richtig gut und überhaupt der Wahnsinn! Im Ronhof das Spiel gegen den Top-Aufstiegskandidaten gedreht! Nach dem Spiel haben wir die Mannschaft lange vor der Nordtribüne gefeiert und man hat richtig gemerkt dass Fans und Spielern eine riesige Last von den Schultern gefallen ist. Endlich sind wir wieder “dabei” und können daheim auch einen nominell stärkeren Gegner schlagen.
Und auch wenn man mal von der Tabelle absieht bin ich sehr zufrieden. Niemand verfällt nun in die totale Euphorie, vielmehr spricht die Sportliche Leitung die Fehler, die noch gemacht werden offen an und bemüht sich diese abzustellen. Man sieht bereits die ersten Grundzüge von Frank Kramers Vorstellungen wie er sich offensiven, modernen Fußball vorstellt. Da wird sicher im Laufe der Zeit immer mehr kommen.
Bei uns ist im Moment also alles super – und sogar im Pokal sind wir weiter! Das ist ja keine Selbstverständlichkeit mehr heutzutage.
Ist damit denn das Trauma aus dem letzten Jahr vergessen? Ich bin als Fan des effzeh ja einiges gewohnt aber Ihr Greuther-Fans wurdet in der ersten Liga doch auch sicher mehr als einmal schräg angeschaut?
Das Jahr Bundesliga war natürlich eine ernüchternde Erfahrung und die ständigen Vergleiche mit einem gewissen Berliner Verein gingen (und gehen!) uns schon gehörig auf die Nerven.
Allgemein tut es weh, wenn ein kleiner Verein mit geringem Etat es endlich mal in die Bundesliga schafft, und man dann von manch einem Fan oder Medienschaffenden mit einer Mischung aus Belustigung und Verachtung behandelt wird und doch möglichst schnell wieder in die 2. Liga verschwinden soll.
Ach und wo wir grad dabei sind: die Anrede “Greuther” mögen wir ganz und gar nicht (Das macht aber vor allem Fernsehen und Radio falsch)
Kommt nicht wieder vor. Versprochen.
Man muss natürlich sagen dass bei uns auch einige Fehler gemacht wurden. Irgendwie wurde die Bundesliga wohl komplett unterschätzt (lag es an der Halbfinale-Teilnahme im Pokal? An der Zweitligasaison? Oder überhaupt dem Aufstieg? Ich weiß es nicht) und wir haben einfach geglaubt mit der Aufstiegsmannschaft und der einen oder andern Ergänzung schon in der Bundesliga bestehen zu können. Bald haben wir aber dann die Erfahrung gemacht, dass – obwohl wir oft ganz gut mitspielen konnten – da oben Fehler knallhart bestraft werden. Gerade daheim kam dann öfters mal ein auch bisschen Pech dazu oder wir waren schlicht und einfach unfähig das Tor zu treffen. Da ist man dann schnell in einer Negativspirale drin, und da sind wird einfach nicht mehr rausgekommen.
Insgesamt muss ich aber mit ein bisschen Abstand sagen dass wir uns doch eigentlich ganz achtbar aus der Affäre gezogen haben. Für den Verein war das Ganze eine lehrreiche Erfahrung und viele Fehler die teilweise auch schon in der Vorbereitung gemacht wurden werden beim nächsten Mal sicher nicht wiederholt. Und nach dem Derbysieg können wir außerdem immerhin behaupten dass es wenigstens für den Club gereicht hat.
Ich kann mir schon vorstellen, dass der Abstieg verdammt weh getan hat auch wenn ja schon früh eine gewisse Planungssicherheit bestand. Wie sind denn die Erwartungen und Ziele in Fürth? Muss der direkte Wiederaufstieg her? Was sagt der Verein und – viel wichtiger – was sagt Ihr Fans, jetzt wo Ihr einmal „Blut geleckt“ habt?
Unser Präsident Helmuth Hack hat als ständiges Ziel vorgegeben zu den 25 besten Vereinen Deutschlands gehören zu wollen – ein aus meiner Sicht für die SpVgg ziemlich realistisches Ziel, dass in den letzten 10 Jahren mit einer Ausnahme auch immer erreicht wurde. Ich denke dass man von Vereinsseite auch diese Saison mit einem Platz unter den ersten Sieben voll zufrieden ist. Für uns Fans ist es, gerade nach diesem Auftakt, natürlich wichtig in der 2. Bundesliga ganz oben mitmischen zu können. Einen direkten Wiederaufstieg fordert von uns aber eigentlich keiner, und wenn es am Schluss nicht ganz reichen sollte ist das für mich kein Beinbruch. Wir sind froh endlich den Makel der “Unfausteigbaren” los zu sein und vielleicht tun uns erst mal 1-2 Jahre in gewohnter Umgebung wieder ganz gut?
Dann lass uns mal auf die Mannschaft schauen. Schmidtgal, Nöthe und ein paar weniger klangvolle Namen verließen den Verein aber so einen richtigen Transferkracher in Eure Richtung sehe ich da nicht. Gut, Brosinski kennen wir in Köln spätestens nach seinem Treffer in der Allianz Arena alle aber sonst? Am ehesten kommt wohl Goran Sukalo an das, was man einen Kracher bezeichnen könnte. Wie siehst Du das? Muss noch nachgebessert werden oder ist der Kader gut genug?
 Der Fürther Markt
Wir haben auf jeden Fall einen riesigen Umbruch in der Mannschaft hinter uns. Das war aber wohl nach der verkorksten Saison auch nötig. Wie du schon angesprochen hast hatten wir den Vorteil schon recht früh Bescheid zu wissen – im Gegensatz z.b. zur Fortuna, die ja erst am letzten Spieltag vor vollendeten Tatsachen standen.
Mit Frank Kramer haben wir passend dazu einen jungen Trainer verpflichtet der den Verein und die Region noch von früher gekannt hat und dann sofort loslegen konnte: Einerseits die Saison ordentlich zu Ende bringen, andererseits den Kader auf die 2.Liga vorzubereiten.
Im Sommer haben uns mit Edgar Prib, Johannes Geis und Felix Klaus drei junge Spieler verlassen um in der Bundesliga bleiben zu können. Alle drei sind bei uns in der Jugend ausgebildet worden und zumindest die letzten beiden waren eigentlich als Stammspieler in der 2. Liga eingeplant. Der Abgang der drei war natürlich schade, allerdings muss man sagen dass wir für jeden eine für unsere Verhältnisse sehr hohe Ablösesumme kassiert haben.
Weiter sind neben den angesprochenen Schmitgal und Nöthe auch andere Spieler aus der Aufstiegs-Mannschaft gegangen, wie z.b. Serceran Sararer, Max Grün oder Bernd Nehrig. Dann wurde einige Leihen beendet und der Kader auch so kräftig ausgemistet – insgesamt haben uns 18 Spieler verlassen.
Dafür hat unsere Sportliche Leitung wirklich für gute Verstärkung gesorgt – da sind natürlich keine wirklich “große” Namen dabei – die können wir uns aber auch gar nicht leisten. Im defensiven Mittelfeld haben wir neben Goran Sukalo den finnischen Nationalspieler Tim Sparv aus der Eredivisie geholt. Damit haben wir jetzt zwei sehr erfahrene und spielstarke 6er die schon so ein bisschen das Herz der Mannschaft bilden. Als zweiten Top-Transfer haben wir den Serben Ognjen Mudrinski als Mittelstürmer von Roter Stern Belgrad verpflichtet. Der soll in Zukunft neben seinem Landsmann Nikola Djurdjic für Tore verantwortlich sein. In der Innenverteidigung haben wir den Ungarn Zsolt Korcsmár aus Norwegen geholt, dazu ist Kevin Kraus von seiner Leihe aus Heidenheim zurückgekommen. Ansonsten haben wir eigentlich ganz typisch eine Reihe junger Spieler aus der Zweiten und Dritten Liga verpflichtet, z.b. Tom Weilandt aus Rostock, Dominick Drexler aus Erfurt und Daniel Brosinski aus Duisburg.
Tja und bis vor zwei Wochen hätte ich auch noch gesagt dass wir einen sehr ordentlichen Kader haben – bis sich Nikola Djurdjic beim Spiel gegen Kaiserslautern das Kreuzband gerissen hat und nun mindestens bis Februar ausfällt. Das ist natürlich sehr ärgerlich, da Djurdjic unser Top-Stürmer mit den meisten (Bundesliga)toren war und sich gerade auch für die neue Saison warmgeschossen hatte. Jetzt erleben wir eine Art kleines Déjà-Vu und stehen kurz vor dem Ende der Transferperiode wieder mit einem Stürmer zu wenig da. Unsere Verantwortlichen haben angekündigt nun noch einen Stürmer verpflichten zu wollen, es sollen auch schon die ersten in der engeren Auswahl sein – ich bin gespannt ob sich da nun noch was tut.
Auf wen müssen wir denn ganz besonders achten? Wer ist der Liebling der Massen? Wer schauspielert sich zum Oscar und wer wird Euer nächster Nationalspieler?
 Das Fürther Rathaus
Das mit Publikumsliebling ist bei uns zurzeit etwas schwer. Unsere Derbyhelden Prib und Geis sind ja erst mal woanders (kommen aber bestimmt wieder!) und der Rest ist ja noch relativ neu bei uns oder hat sich letzte Saison nicht gerade ins Herz der Massen gespielt. Wenn dann ist unser Torwart Wolfgang Hesl Publikumsliebling. Der besticht nicht nur als einer der besten Torhüter der Liga sondern ist auch jemand der immer gewinnen will und den Rest der Mannschaft mitzieht. Nicht umsonst ist er von Frank Kramer zum neuen Kapitän bestimmt worden.
Einer meiner Lieblingsspieler ist Tim Sparv. Der ist nicht nur ein sehr guten Balleroberer und -verteiler, sondern twittert auch recht viel und macht einen sympathischen Eindruck.
Unser größtes Talent dürfte Abdul Rahman Baba sein. Dafür das er vor kurzen erst 19 Jahre alt geworden ist hat er eine sehr starke Bundesligasaison als Linksverteidiger gespielt und ist mit Ghana bei der U-20 Weltmeisterschaft 3. geworden. Der wird sicher mal ein ganz großer. Als deutsches Talent haben wir Thomas Pledl im Kader, der mittlerweile regelmäßig in der U-19 Nationalelf zum Einsatz kommt.
Ansonsten haben wir als interessanten Spieler Zoltan Stieber in unseren Reihen. Der kam letzte Saison aus Mainz zu uns – dort hat er nur auf der Bank gesessen. Meiner Meinung nach hat der eigentlich locker das Zeug zum Bundeligaspieler wenn er mal etwas konstanter spielen würde.
Dann halten wir mal die Augen offen. Lass uns kurz noch zum Spiel selbst kommen. Der effzeh hat bisher nicht überzeugt ist aber immerhin auch noch ungeschlagen. Genau wie Fürth. Nur eben mit drei Unentschieden aus den ersten vier Spielen. Die SpVgg hatte gegen Bielefeld und Aalen machbare Auftaktgegner, spulte gegen Pfeddersheim die Pflichtaufgabe im Pokal ab und bezwang dann mit dem FCK einen direkten Konkurrenten. Können wir uns beim Spiel gegen Köln wieder auf ein sehr breites Mittelfeld „freuen“ in dem Sukalo die Schaltzentrale mimt oder müssen wir mit einer raffinierten Variante von Trainer Kramer rechnen? Gegen Lautern neutralisierten sich die Mannschaften ja teilweise. Heißt das jetzt, dass es gegen Köln (noch) ein Stückchen offensiver zur Sache geht?
Bis zur Verletzung von Nikola Djurdjic haben wir immer in einer 4-4-2 Formation gespielt, mit Azemi/Mudrinski als Stoßstürmer neben Djurdjic, der als eine Art hängende Spitze die Anbindung ans Mittelfeld gesucht hat. Gegen den KSC hat Frank Kramer dann auf 4-2-3-1 umgestellt, was allerdings eher mäßig funktioniert hat. Ich bin sehr gespannt für welche Aufstellung sich Kramer nun am Samstag entscheidet, eine Tendenz zu einer bestimmten Aufstellung oder Formation gibt es jedenfalls noch nicht. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir wieder sehr offensiv im 4-4-2 auflaufen werden, das hat gegen den FCK ja auch nach der Auswechslung von Djurdjic (17. Min, Mudrinski) gut geklappt. Das setzt allerdings voraus dass Mudrinski bis zum Samstag rechtzeitig fit wird, ansonsten gehen uns langsam die Stürmer aus.
Möglich ist auch, dass Kramer wieder das 4-2-3-1 mit kleineren Änderungen spielen lässt. Eventuell darf Dominick Drexler nach seinem Siegtor gegen den KSC von Beginn an im offensiven Mittelfeld oder als Rechtsaußen ran, andere Alternativen auf diesen Positionen sind Tom Weilandt und Florian Trinks.
Gesetzt sind auch auf jeden Fall Tim Sparv und Goran Sukalo auf der Doppelsechs, auch in der Innenverteidigung und auf dem linken Flügel dürfte sich wenig tun. Daniel Brosinski wird wohl wieder als Rechtsverteidiger agieren, das Experiment mit ihm vor Stephan Fürstner auf dem rechten Flügel hat jedenfalls nicht gut geklappt.
Denn FC kann ich wirklich schwer einschätzen, mehr als die Zusammenfassungen hab ich leider nicht gesehen. Deinem Blog hab ich entnehmen können dass es da noch jede Menge Verbesserungs Potenzial gibt? Aber das zählt bei so einem Spiel wohl alles nicht.
Verbesserungen? Ja, das hast Du schön gesagt! Wir können uns also auf einen heißen Samstag gefasst machen. Okay, dann warten wir das mal ab. Ich versuche ja jede Woche einen Tipp aus meinem Interviewpartner herauszukitzeln also gebe ich auch diese Woche nichts auf. Ich bin weiterhin optimistisch und tippe auf Euren ersten Punktverlust. Mit einem 2:2 kann ich prima leben. Wie siehst Du das?
Uff, ein Tipp ist eine ganz schwere Sache. Auf dem Papier ist der FC natürlich Favorit, wenn nach man nach dem bisherigen Saisonverlauf geht hat wohl die SpVgg die Favoritenrolle inne. Ich sag mal so: Wenn wir im Ronhof wieder so auftreten wie vor zwei Wochen gegen den FCK dann sind wir ganz schwer zu schlagen. Ganz frech geh ich davon einfach mal aus und tippe deswegen auf ein 2:1 fürs Kleeblatt. Aber mit einem gerechten Unentschieden kann ich auf jeden Fall auch leben.
 Von lostinnippes,  am 19.08.13 Keine Lust, keine Zeit, kein Interesse.
Das Spiel war zu schlecht, als dass ich mich da weiter mit befassen möchte. Drei Punkte sind drei Punkte, sind drei Punkte, soviel bleibt. Mehr nicht.
Am Samstag schauen wir mal, wie sich unser Team gegen eine gute Zweitligamannschaft macht. Vielleicht liegt es der Truppe ja, mal nicht das Spiel machen zu müssen. Ich fürchte jedoch, dass dieses Match ungleich schwerer wird als das Heimspiel gegen Düsseldorf. Um in Franken etwas zählbares mit zu nehmen wird eine deutliche Leistungssteigerung notwendig werden und da bin ich mal einigermaßen skeptisch.
Vor dem Samstag kommt aber auch noch ein Interview rein.
Ach, doch, eine Sache, die mir gut gefällt: Weder Schmadtke noch Stöger reden um den heißen Brei und flüchten sich nicht in Floskeln: Scheiße bleibt Scheiße. Das ist erfrischend. Von wegen “Sieg der Moral” oder “brutal gekämpft”…
 Von lostinnippes,  am 14.08.13 Nach dem eher…nunja…verhaltenen Start in die neue Saison steht der 1.FC Köln vor seinem ersten wirklichen “must-win”. Das Heimspiel gegen den SV Sandhausen muss aber auch erst gespielt werden und wie mein Gast diese Woche genau richtig anmerkt muss der effzeh seinen ersten Sieg gegen den SV erst noch erreichen. Diese Woche war Stefan vom Fanclub “Carpe Diem Sandhausen” so nett mir ein paar Fragen zu beantworten.
Auf der Homepage seines Fanclubs gibt es regelmäßig Berichte und Fotos von den Spielen des SV Sandhausen und gemeinsam mit einem Freund betreut er die Facebook und Twitter (@CDSandhausen) Seiten seines Fanclubs.
Hallo Stefan! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst ein paar Fragen zum Spiel gegen “Deinen” SV Sandhausen zu beantworten. In der letzten Saison sportlich abgestiegen aber durch das Duisburger Chaos dennoch in der Liga geblieben. Das muss eine Achterbahnfahrt gewesen sein, oder? Alles schon verdaut?
Eigentlich hatten wir uns mit dem Abstieg, der sportlich übrigens voll und ganz verdient war, schon abgefunden und uns auf einen Neuanfang mit einigen personellen Veränderungen (Trainer, Spieler, Teammanager, etc.) in der 3. Liga gefreut. Im Pfingsturlaub bekam ich dann von zu Hause einen Anruf, dass der MSV Duisburg keine Lizenz bekommen hat und wir in der 2. Liga bleiben. Das war natürlich eine Hammer Nachricht und für mich völlig unerwartet. Bis zur endgültigen Entscheidung hat sich das Ganze dann noch ein paar Wochen hingezogen aber letztendlich mit dem glücklicheren Ende für den SVS. In dieser Zeit war es dann wirklich so ein bissel wie eine Achterbahnfahrt. Es gab immer mal wieder positive aber auch negative Nachrichten in Bezug auf den Duisburger Einspruch zum Lizenzentzug. Und wir Sandhäuser mussten uns in dieser Zeit auch einiges Negatives von anderen Fußballfans anhören. Wir sind zwar Nutznießer der Duisburger Situation aber Verursacher waren wir nicht und können da am wenigsten für. Schade letztendlich für den MSV und vor allem die MSV Fans, aber wir nehmen diese Chance, nun noch ein weiteres Jahr 2. Liga zu spielen, natürlich gerne an. Es ist nach wie vor etwas Besonderes für unseren kleinen Verein in der 2. Liga zu spielen. Es sind in der letzten Runde einige Fehler beim SVS passiert und wir hoffen diese Saison aus den gemachten Fehlern zu lernen und einiges besser zu machen.
Sandhausen ist ja in manchen Augen so ein wenig das neue Meppen. Die Gemeinde hat knapp 15.000 Einwohner, es ist alles mindestens eine Nummer kleiner als in Köln oder Düsseldorf oder Kaiserslautern. Dennoch spielen wir eben in einer Klasse. Stell uns doch mal bitte den Verein vor. Muss ich mir das wie einen typischen Sportverein in der Kleinstadt vorstellen oder sind die Strukturen durchaus vergleichbar mit den größeren Vereinen? Wo kommt das Geld für ein “Projekt” SV Sandhausen her und wie sieht es mit der Fanszene aus?
Der SV Sandhausen war über viele Jahrzehnte eine feste Größe im Amateurfußballbereich und war immer auf den vorderen Tabellenplätzen zu finden. Wir führen z.B. nach wie vor die Ewige Tabelle der Oberliga Baden-Württemberg an. In den Neunziger Jahren spielten wir mal eine Saison in der Regionalliga, stiegen aber gleich wieder ab. Seit 2007 ging es mit dem SVS dann aber steil bergauf. Erst der Aufstieg in die damalige Regionalliga Süd, dann die direkte Qualifikation zur 3. Liga und 2012 dann Meister der 3. Liga und Aufstieg in die 2. Bundesliga. Was die Strukturen angeht, kann man den SVS natürlich nicht mit Vereinen wie Köln, Lautern oder Düsseldorf vergleichen. Wir spielen z.B. nach wie vor noch in unserem alten „Oberligastadion“, welches nach und nach erweitert und umgebaut wurde um die Auflagen für die jeweiligen Ligen zu erfüllen. Auch unsere Geschäftsstelle war bis vor kurzem noch mit hauptsächlich ehrenamtlichen Leuten besetzt. Dies hat sich nun geändert und man ist dabei die notwendigen Strukturen nachzuziehen. Trotzdem haben wir hier in Sandhausen noch vieles vom „typischen Sportverein auf dem Dorf“. So arbeiteten beim Stadionumbau z.B. nach wie vor viele Leute ehrenamtlich mit. Das müssen wir uns auch unbedingt bewahren, denn wenn wir den Dorfclubcharakter verlieren, dann geht auch viel besonderes beim SVS flöten.
Was unseren Etat angeht, so spielt hier unser Präsident Jürgen Machmeier eine ganz wichtige Rolle. Er ist Inhaber einer Firmengruppe und ohne ihn würden wir wohl nicht in der 2. Liga spielen. Jürgen lebt und liebt den SV Sandhausen wie kaum ein anderer. Er hat beim SVS selbst Fußball gespielt, wie auch schon sein Vater und mittlerweile spielt sein Sohn für die SVS Jugend. Vor allem durch die Verbindungen über Machmeiers Firmen konnten viele mittelständische Firmen als Sponsoren für den SVS gewonnen werden, was eine wichtige Grundlage für unseren Etat ist. Mittlerweile sind auch einige größere Firmen aus der Region oder überregional mit an Bord. Trotzdem haben wir es als kleiner Verein in der Region nicht leicht und jede Saison ist ein finanzieller Kraftakt, da unter anderem ein anderer, bei uns nicht ganz so beliebter, Verein aus der Umgebung viele Sponsoren und vor allem Zuschauer zieht, die dem SVS letztendlich irgendwo fehlen.
Unsere Fanszene ist noch überschaubar. Sie wächst langsam aber stetig und die Leute bleiben dann auch an Bord und kommen nicht nur zu den Highlights. Mir ist das lieber als kurzfristig viele Eventfans zu gewinnen, die bei ausbleibendem Erfolg dann auch schnell wieder zu Hause bleiben. Wir haben mittlerweile 16 Fanclubs mit über 300 Mitgliedern. Viele vom „harten Kern“ kommen noch direkt aus Sandhausen und der Zusammenhalt ist daher auch sehr gut, weil man sich untereinander kennt.
Das hört sich ja ein wenig wie Old-School-Fußball an. Gefällt mir. Aber dann lass uns jetzt mal auf das Sportliche zu sprechen kommen. In der Liga habt Ihr zwei Unentschieden gegen Aalen und Cottbus geholt und nur eine knappe Niederlage in Aue. Zudem wurde mit dem Glubb aus Nürnberg ein Erstligist aus dem DFB-Pokal geworfen. Wie fällt Deine Einschätzung des Saisonstarts aus?
Letzte Saison hatten wir nach drei Spielen fünf Punkte und sind am Ende trotzdem abgestiegen ( oder auch nicht…). Von daher ist es noch sehr früh für eine Einschätzung. Die Unentschieden gegen Aalen und Cottbus gehen in Ordnung, aber die Niederlage in Aue tut ein bissel weh, weil da mehr drin gewesen wäre. Der Pokalsieg gegen den Glubb war aber absolut verdient, da unsere Jungs den Sieg einfach mehr wollten als die Nürnberger. Von daher werfe ich fünf Euro ins Phrasenschwein und meine Einschätzung des Saisonstarts lautet: „ Es ist noch Luft nach oben“.
Ich muss ja gestehen, dass mir die meisten Spieler in Eurem Kader eher wenig sagen aber mit Lukas Kübler und Timo Achenbach habt Ihr natürlich zwei – in Kölner Kreisen – bekannte Namen auf der Gehaltsliste. Stell uns mal bitte den Kader ein wenig näher vor. Wer ist Publikumsliebling, wer fällt gerne und auf wen müssen wir beim Spiel gegen den effzeh ganz besonders achten, weil er vor einer großen Karriere steht?
Da darf ich jetzt aber nicht zu viel verraten, nicht das Peter Stöger hier mitliest 😉 (edit: pfft. – Axel). Bekanntester Spieler beim SVS ist unser Stürmer Frank Löning, der nach einer Verletzung aktuell aber noch nicht ganz fit ist und Samstag vermutlich erst mal auf der Bank sitzen wird. Weitere erfahrene Spieler im Kader sind Matthias Zimmermann ( ausgeliehen von M’gladbach), Ranisav Jovanovic und Stefan Kulovits. Letzterer ist ähnlich wie euer Trainer eine „Wiener Legende“ und spielte viele Jahre bei Rapid Wien. Ein Auge könntet ihr in der Offensive auf Marco Thiede und hinten auf Julian Schauerte werfen. Marco kam aus Augsburg und hatte seinen ersten Einsatz beim Pokalspiel gegen Nürnberg. Der Junge hat eine Pferdelunge und rennt 90 Minuten hoch und runter. Und Julian Schauerte, mittlerweile im fünften Jahr beim SVS, ist unser Juwel und wird von Spiel zu Spiel stärker.
Zu den zwei Ex-Kölnern: Lukas Kübler ist aktuell leider noch verletzt und ich habe ihn bisher selbst noch nicht spielen sehen. Bei der Mannschaftsvorstellung kam er aber sehr sympathisch rüber. Und Timo Achenbach spielt bisher eine gute Runde hinten links und wird am Samstag vermutlich 80% unserer Freistöße treten.
Gegen Nürnberg habt Ihr zu Hause mit einem massiven 4-2-3-1 gespielt und habt bis auf das Gegentor durch Ginczek wenig zugelassen. Wie sieht Deine Erwartung für das Auswärtsspiel in Köln aus, denn wir müssen wohl nicht drum rumreden, dass hier jeder einen Heimsieg erwartet. Was denkt sich Alois Schwartz aus um in der Domstadt zu punkten?
Ich vermute wir werden in Köln ähnlich auftreten wie gegen Nürnberg. Wir werden aus einer stabilen Abwehr heraus versuchen die ein oder andere gefährliche Aktion zu starten um den FC zu ärgern. Wir haben in Köln nichts zu verlieren und haben bereits letzte Saison ein gutes Spiel im Rhein-Energie-Stadion abgeliefert. Der Druck liegt eindeutig bei euch und je länger wir hinten die Null halten, desto größer ist die Chance bei euch was Zählbares mitzunehmen .
A propos Alois Schwartz. Der Trainer kam aus Erfurt und ist ganz frisch in Sandhausen, ähnlich wie Peter Stöger in Köln also. Ich bin ja mit unserer Trainerwahl (noch) sehr zufrieden. Wie sieht das bei Dir aus? Wofür steht Schwartz und was erwartest Du?
Geholt wurde Schwartz ja eigentlich für den Neuaufbau mit jungen Spielern in der 3. Liga. Und nun darf er 2. Liga trainieren. So schnell ist wohl noch nie ein Trainer aufgestiegen. Alois Schwartz ist sehr diszipliniert und lebt das der Mannschaft auch vor. Das finde ich erst mal gut, sagt aber noch nichts über die Leistung aus. Momentan kann ich die Handschrift des Trainers bei unseren Spielen noch nicht richtig erkennen, was aber auch daran liegen kann, dass es bei 16 Neuzugängen einfach noch etwas dauern kann bis die Spieler das System des Trainers verinnerlichen. Generell wollen wir aus einer stabilen Abwehr heraus spielen, denn die Abwehr war letzte Runde unser Sorgenkind. Was mir in den ersten Spielen bei Schwartz bisher aufgefallen ist, er wechselt oft erst sehr spät aus. Ich hätte bei dem ein oder anderen Spiel schon früher frischen Wind von außen gebracht.
Wie sind denn überhaupt die Erwartungen in Sandhausen? Klassenerhalt muss das vorrangig Ziel sein, oder?
Von mir aus könnte die Runde heute schon zu Ende sein, denn aktuell stehen wir auf dem 15. Tabellenplatz und das würde mir voll und ganz genügen. Es geht natürlich nur um den Klassenerhalt und den wollen wir diese Saison sportlich erreichen. Das ist unser Ziel und ich denke das werden wir diesmal auch schaffen.
Na gut, dann drücken wir Euch für die restlichen 32 Spiele die Daumen aber gegen den 1.FC Köln möchte ich natürlich schon Niederlagen Deines SV sehen, sei mir nicht böse. Alles andere als einen Heimsieg zu tippen kommt mir auch gar nicht in die Tüte also lege ich mich mal auf ein recht deutliches 3:1 fest. Ich weiß zwar nicht, wer bei uns die Tore schießen soll aber irgendwas muss ich ja tippen. Und ich entlasse Dich auch nicht, ohne einen Tipp. Also?
Gegen Köln sahen wir bisher immer ganz gut aus und sind in der 2. Liga noch ungeschlagen. Das wird auch am Samstag so bleiben, denn wir spielen 1:1. Notfalls wechseln wir in der 89. Minute unseren Teammanger Regis Dorn ein, der erzielt dann schon das Tor für uns 😉
Dann schauen wir uns das am Samstag gespannt an. Vielen Dank, dass Du mitgemacht hast, ich wünsche viel Spaß mit Deinem Verein und wenn Du oder Dein Fanclub in Köln bist, eine gute Zeit!
 Von lostinnippes,  am 11.08.13 Mann, Mann, Mann. In 90 Minuten eine (okay, mit viel Wohlwollen zwei) Torchance kreiert, keine Dynamik oder Zug zum Tor, keine Ideen aus dem Mittelfeld und lediglich ein später Ausgleich, der die Totalkatastrophe abwendet. In Paderborn! Nichts gegen Paderborn aber: Alter! In Paderborn!
Ist Panik angesagt? In Woche drei? Nein, auf DefCon 1 müssen wir noch nicht umschalten aber die Zeit für einen anständigen Rant dürfen wir uns schon nehmen. In Woche drei. Wer hätte das gedacht?
Der effzeh startet auf dem Papier mit einem 4-1-2-3, Thiel ersetzt Bröker (yeah!), Halfar soll das Spiel in die Spitze schnell machen und als erste Anspielstation für unsere Schaltzentrale aus der Hölle dienen, um die Bälle dann auf eben jenen Maxi Thiel oder auf Risse weiter zu geben, die dann situationsabhängig den Ball in den Strafraum bringen oder selbst gehen können.
Liest sich eigentlich super. Offensive Grundausrichtung, das Spiel selbst machen, Chancen erarbeiten.
Schlagwörter, die Peter Stöger schon in der Samstagsausgabe des EXPRESS bemühte, um seine Spielphilosophie nochmals vorzustellen. Für den Fall dass man unter einem Stein lebt und das noch nicht wusste. Okay, okay. Dann macht mal.
Leider ist es wieder mal nur ein Gedankenexperiment, dem wir da beiwohnen müssen. Im richtigen Leben haben wir immer noch Adam Matuschyk und Matthias Lehmann auf der Doppelsechs stehen und damit die Garantie, dass nichts aber auch gar nicht Substantielles im Spielaufbau geschehen wird. Es ist zum heulen!
Schauen wir uns den Spielaufbau doch mal genau an. Matuschyk kann keinen Ball über zwei Meter passen aber versucht beim Rückstand Hackentricks. Das allein ist für mich schon ein Kündigungsgrund. Wenn ich dann noch die mangelhafte Laufbereitschaft, das miese Stellungsspiel und die (folgerichtigen) dummen Fouls dazu zähle, dann kann ich nicht verstehen, wie der Mann Woche für Woche spielen kann. Der muss trainieren wie ein Weltmeister. Matuschyk bringt es so weit, dass ich Maierhofer vermisse. Der war wenigstens lustig und mangelnden Einsatz konnte man ihm wirklich nicht vorwerfen.
Ähm…ja. Zurück zum Spielaufbau.
Dadurch dass Lehmann fast Abwehr spielen musste, da Hector und Brecko oft sehr weit vorne zu finden waren, Matuschyk aus o.g. Gründen keine Rolle spielte, musste Halfar sich die Bälle selbst an der Mittellinie holen, um wenigstens den Versuch zu starten die Bälle bewusst Richtung Paderborner Tor zu befördern. Dadurch fehlt aber natürlich der Mann 20 Meter hinter der Mittellinie. Der SC Paderborn konnte sein Glück kaum fassen, denn so einfach werden wenige Mannschaften in der zweiten Liga zu verteidigen sein. Außen zu machen, zwei Mann auf Ujah und der Rest macht die Mitte dicht. Feierabend. Was bleibt sind halbhohe Bälle an die Strafraumgrenze, die sämtlich abgeräumt werden.
Und im Auenland hält Bilbo Baggins eine Rede. Alle gucken doof.
Das ist schlicht untauglich um eine Rolle im Aufstieg spielen zu wollen. Da muss viel, viel mehr kommen! Meine Hoffnung liegt so ein klein wenig auf Peszko (den Parma aber noch nicht freigegeben hat). Mit ihm kann man Halfar entlasten und Lehmann (oder Jajalo – aber niemals Matuschyk) als Einzelsechs auf den Platz stellen. Muss man schauen, wie schnell Peszko eingesetzt werden kann aber so kann es auf keinen Fall weitergehen.
Nochmal: Wir können keine Tore schießen, wenn keine tauglichen Bälle nach vorne kommen.
Dass wir in der Nachspielzeit den Ausgleich reingurken und fast noch gewinnen müssen, ist ja schön und gut aber so richtig lustig fand ich das gestern nicht. Ich möchte der Mannschaft auf keinen Fall den Willen absprechen. Wie schon gegen Düsseldorf zeigt das Team in der letzten halben Stunde Kampfgeist und Moral aber das ist doch auch das Mindeste, das ich als Fan verlangen darf, oder?
Die Stunde davor ist es, die mir Sorgen macht.
Peter Stöger gefällt mir immer noch gut. Er wechselt früh, versucht Signale an die Mannschaft zu senden (Pritsche für Maroh!), legt die Finger in die Wunde und versucht nicht den Driss schön zu reden. Bitte keine Trainer-Diskussion.
Und doch…
Muss jetzt im Heimspiel gegen Sandhausen dreifach gepunktet werden, da darf es keine zwei Meinungen geben. Und sollte das passieren, brauchen wir auch nicht von einem Fehlstart reden, denn sechs Punkte aus vier Spielen und keine Niederlage ist dann immerhin eine Basis aber das Spiel muss halt eben erst noch gespielt werden. Geht das nämlich schief, dann dürfte die Wutstufe in der Stadt langsam an Joffrey Baratheon heranreichen. Winter is coming…
Achja. Da war ja noch was.
Die abendliche Laune wurde durch die Auslosung zum DFB-Pokal nicht wirklich besser. In Mainz sehen wir traditionell schlecht aus und so wie die “Meenzer” heute gegen Stuttgart gespielt haben, sehe ich im Moment einen Klassenunterschied – ganz so wie es die Ligazugehörigkeit hergibt. Heimspiele im Pokal scheint es für den 1.FC Köln ja leider nicht mehr zu geben. Fußballmafia DFB. Sie wissen schon.
Aber, es nützt ja nix, deshalb wie immer (aber schon immer noch piefig): Come on FC!
 Von lostinnippes,  am 07.08.13 Ein neues Ligaspiel, ein neuer Wortwechsel. Zum ersten Mal in dieser schnuckeligen Rubrik kommt ein Mann zu Wort. Frederik heißt der gute. Sehr zu empfehlen (grad`für die Sesselzuschauer unter Euch ist sein Kommentatoren-Blog. Oh weh, “so viel Neues” sagt Ihr? Ich hoffe aber trotzdem, dass auch die Frauen und die Stadiongänger weiterhin mitlesen. Viel Spaß!
Hallo Frederik! Zwei Sieger aus dem DFB-Pokal treten am Samstag gegeneinander an. Mit dem Sieg “meiner” Kölner in Trier habe ich fest gerechnet aber dass der SCP in Duisburg gewinnt, war – trotz des Zwangsabstiegs des MSV – eine kleine Überraschung, oder?
Ja, das muss man zumindest nach dem Verlauf der 90 wohl genau so sagen, auch wenn ich es nicht so knapp erwartet hätte. Der SCP hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn aus genau diesen 90 Minuten in Duisburg am Ende 120 Minuten geworden wären, oder aber vielleicht sogar das Pokal-Aus gestanden hätte. Allerdings wäre es ja nicht das erste Mal gewesen, dass sich die Paderborner frühzeitig aus dem Pokal verabschieden. So wirklich passt das einfach nicht zusammen. Und wenn’s mal läuft, dann nur, wenn der Schiedsrichter wie 2005 Robert Hoyzer heißt. Aber ernsthaft: Ich hoffe, dass der SCP in dieser Saison vielleicht mal im Pokal überwintern kann. Das wäre auch finanziell für einen solch kleinen Verein eine nicht nur tolle, sondern auch wichtige Sache. Außerdem würde ich den SCP gerne mal hier in Mainz sehen.
In der letzten Saison wart Ihr ja ziemlich lange gut dabei, habt früh den Klassenerhalt fix gemacht. Nach den ersten beiden Spielen der neuen Saison sieht es aber noch nicht so aus, als würde dieses Jahr ebenso entspannt ablaufen. Gegen Lautern kann man 1:0 verlieren, keine Frage aber 0:4 in Cottbus ist dann schon heftig. Was war da los?
Der Rückblick auf die vergangene Saison sieht in der Tat gar nicht mal so schlecht aus. Zwar gab’s gegen Ende der Hinrunde und zu Beginn der Rückrunde in der Tabelle mal einen kleinen Durchhänger, wo man doch mal in Richtung der Abstiegsplätze schielen musste, aber so wirklich in Gefahr war der SCP nie. Trotzdem war es irgendwie ein Auf und Ab. Es wollte sich weder über die gesamte Saison noch in einzelnen Spielen eine Konstanz einstellen.
Und du sagst es: Wäre da nicht der Sieg im Pokal, dann hätten die Paderborner aber mal einen gewaltigen Fehlstart hingelgt. Aber die Leistung in Cottbus war schon erschreckend. André Breitenreiter kritisierte nach dem Spiel, dass sich kein Spieler an seine Vorgaben gehalten hätte, dass zum Beispiel viel zu hoch verteidigt wurde. Warum der SCP aber dermaßen untergeht, konnte sich wirklich niemand erklären – keiner im Team und keiner außerhalb des Teams.
Hat das auch damit zu tun, dass sich die Mannschaft erst finden muss? Es gab ja ein ziemliches Transfer Hin- und Her in der Sommerpause?
Mit Sicherheit. Das Problem sehe ich aber weniger in den Neuzugängen, sondern eher in dem, was in der Vorsaison in Paderborn passiert ist. Es macht für mich den Anschein, als wenn da unter Stephan Schmidt einiges schief gelaufen ist. Da scheint vieles kaputt gegangen zu sein. Das Verhältnis zwischen Schmidt und dem Team muss ziemlich bescheiden gewesen sein. Die Folgen hat man dann auch in Cottbus gesehen: Ein SC Paderborn kann sich bei Energie Cottbus mal ein, mal zwei, vielleicht sogar mal drei schnelle Gegentore fangen. Eine intakte Mannschaft muss sich dann aber – erst recht am zweiten Spieltag – aufbäumen und gegen die drohende Niederlage stemmen. In Cottbus sah man bei den Paderbornern dagegen hängende Köpfe.
Auch wenn so eine Situation die Integration von Neuzugängen natürlich nicht gerade einfacher macht, sollte das eigentlich kein Problem sein. Wenn so etwas nicht klappt, dann sind es ja meistens Einzelfälle. Das dürfte André Breitenreiter locker schaffen. Die größere Aufgabe dürfte es für ihn aber sein, die Moral des Teams wieder auf Vordermann zu bringen.
Wie war denn die Erwartungshaltung vor der Saison? Wie lauten die Ziele? Sturer Klassenerhalt oder soll mehr drin sein?
Die Erwartungshaltung war und ist hoch. Auch wenn die vorherige Saison ja, wie gesagt, in vielerlei Hinsicht eher mäßig verlief, so hast du auch recht, wenn du sagst, der Klassenerhalt wurde entspannt erreicht. In wirkliche Abstiegsnöte ist der SCP in seiner gesamten Zweitliga-Zeit noch nie gekommen. Da ist es ja nur logisch, dass man irgendwann höhere Ziele anpeilt. Offiziell sagen Mannschaft und Trainer, dass sie so zwischen Platz fünf und acht landen wollen. Das halte ich auch für realistisch.
Der Präsident Wilfried Finke spricht immer mal gerne von den ersten drei Plätzen, die für Paderborn das Ziel sein müssten. Davon redet er allerdings schon seit dem ersten Aufstieg in die 2. Liga. Ich bin mir aber sicher, dass er auch weiß, dass das nicht zwangsläufig realistisch ist. Trotzdem gefällt mir diese Einstellung: Wenn du schon in der 2. Liga spielst, muss es ja eigentlich – zumindest irgendwann mal – dein Ziel sein, aufzusteigen. Und diesem langfristigen Ziel war man ja 2011/2012 unter Roger Schmidt mit Platz fünf und theoretischen Aufstiegschancen bis zum Saisonende ganz schön nah.
Dann kommen wir mal auf das Spiel zu sprechen. Der effzeh hat die Vorgabe aufzusteigen, steht aber bisher sieglos da. Spielt Euch das in Karten?
Auch wenn es ja gern mal als Plattitüde benutzt wird: Der SCP konzentriert sich auch vor dem Spiel gegen euch wohl eher auf sich selbst. Man hat in Paderborn trotz des Sieges im Pokal gerade wirklich genug mit sich selbst zu tun. Dazu kommt, dass der effzeh trotz seines auch nicht gerade prickelnden Saisonstarts einfach immer noch eine Hausnummer ist – allein schon wegen seines Namens. Als der Spielplan bekannt wurde, staunte man in Paderborn natürlich nicht schlecht, als die Gegner zum Auftakt Kaiserslautern, Cottbus und Köln heißen. Gegen alle drei kannst du verlieren. Es sieht aber blöd aus, wenn du nach drei Spieltagen ohne Punkt am Tabellenende stehst – erst recht, wenn am vierten Spieltag das Derby bei Arminia Bielefeld ansteht. Gut, dass die Paderborner immerhin im Pokal weitergekommen sind.
Was können wir denn taktisch vom SCP erwarten? Lässt Trainer Breitenreiter in der Benteler-Arena eher zum Sturm blasen oder heisst es auf Fehler des Gegners warten? Bei Eurem Heimspiel gegen Lautern habt Ihr ja sehr massiv die Mitte zugemacht. Vrancic und Demme haben die Vierer- ja fast zu einer Sechserkette gemacht. Was erwartest Du gegen Köln?
Ich gehe davon aus, dass man gegen euch ähnlich spielen wird wie gegen Kaiserslautern. Es würde mich schon arg wundern, wenn der SCP in seiner derzeitigen Situation ausgerechnet gegen Köln zum Sturmlauf blasen würde – auch wenn ich natürlich nichts dagegen hätte.
Trotzdem bin ich gespannt, ob Breitenreiter wieder viel Personal austauschen wird. Gegen Duisburg passte ja immerhin die kämpferische Einstellung. Auch in der Abwehr sah man besser aus. Da habe ich sowieso nicht verstanden, warum Breitenreiter von Beginn an auf Martin Amedick in der Abwehr gesetzt hat. Der bringt zwar viel Erfahrung mit, zeigte aber mit seinen Leistungen in der Vorbereitung schon, dass er – im Gegensatz zu seinen Partner in der Innenverteidigung, Uwe Hünemeier – derzeit einfach noch nicht in Form ist. Daher dürfte auch gegen euch wieder Christian Strohdiek spielen, der sich über die vergangenen Saisons hinweg zum absoluten Stammspieler entwickelt hat. Gut gefallen hat mir auch, dass Jens Wemmer ins rechte Mittelfeld gerückt ist und der junge Michael Heinloth rechts sehr ordentlich verteidigt hat. Im defensiven Mittelfeld steht auch Kapitän Markus Krösche wieder bereit. Da sollte hinten also so langsam alles dicht sein. Vorne hoffe ich einfach mal auf Elias Kachunga und Rick ten Voorde, die irgendwie den Ball im Tor unterbringen.
Okay. Dann sag uns doch bitte noch auf wen wir ganz besonders aufpassen müssen. Wer empfiehlt sich Deiner Meinung nach für höhere Aufgaben und macht den Fans in Paderborn ganz besonders viel Spaß?
Da gibt es eine ganze Menge. Das fängt schon hinten bei Lukas Kruse im Tor an. Der ist eine absolute Bank und ein Paderborner Eigengewächs noch dazu. Was er kann, hat er ja auch am Montag in Duisburg gezeigt. Zur Innenverteidigung habe ich ja schon ein bisschen was gesagt. Aber auch die Außenverteidiger sind absolut beachtenswert. Links zeigt Thomas Bertels seit vielen, vielen Spielen immer gute Leistungen. Rechts war bisher eigentlich immer Jens Wemmer gesetzt. Da er eben auch nach vorne gefährlich ist, würde ich ihn gern mal für einige Zeit im rechten Mittelfeld sehen. Sein Pendant links wäre dann Daniel Brückner. Der steht selten im Mittelpunkt, spielt aber regelmäßig und ist ein echter Publikumsliebling. Wahnsinniges Potenzial bietet eigentlich der Sturm, auch wenn man es in dieser Saison noch nicht so gesehen hat: Elias Kachunga ist jung und sehr gefährlich, besagter Rick ten Voorde kam vor der Saison aus der holländischen Eredivisie. Der bringt unfassbar viel Potenzial mit. Bei ihm bin ich mir ziemlich sicher, dass Paderborn nur eine Zwischenstation ist. Aber das ist ja ok, und das gab es auch lange nicht in Paderborn: Erst Nick Proschwitz war der erste Spieler, dessen Stern in Paderborn so wirklich aufgegangen ist und der für viel Geld weiterverkauft werden konnte. Solche Transfererlöse sind für Paderborn unheimlich wichtig. Vom Proschwitz-Transfer hat man finanziell heute noch was. Und wie es der Zufall so will: Proschwitz war ja ein Stürmertyp wie ten Voorde. Davon abgesehen dürfte aber auch noch der eine oder andere Neuzugang nach Paderborn kommen und der eine oder andere Kicker auch noch den Klub verlassen. Das war schon nach dem Debakel in Cottbus klar und dürfte sich nun mit den Pokal-Einnahmen auch recht gut bewältigen lassen. Manager Michael Born war unter anderem in Norwegen unterwegs. Ich bin mal gespannt, wer da noch so kommt…
Dann schauen wir uns das mal an. Wie in jedem Spiel gehe ich natürlich von einem Sieg des glorreichen 1.FC Köln aus und ich möchte Dich nicht ohne einen Tipp entlassen. Na? Wie geht`s aus?
Tja, André Breitenreiter leistet gute Arbeit und mit dem Sieg und der kämpferischen Leistung aus Duisburg im Rücken wird’s langsam aufwärts gehen. Außerdem muss ja die richtige Basis für das Derby gegen Bielefeld gelegt werden. Und da hinten beim SCP ja mittlerweile alles sicher hält, und Brückner und Wemmer vorne Kachunga und ten Voorde beliefern werden, wird Paderborn wohl mit 2:0 gewinnen. Sorry…
Hmm. Das würde mir ja schon ein wenig den Tag verderben. Ich bedanke mich aber dennoch ganz herzlich für Deine Mühe und wünsche viel Spaß am Samstag!
 Von lostinnippes,  am 29.07.13 Puh. Durchpusten. Langsam in die -vom amerikanischen Spezialisten bereitgestellte- Papiertüte atmen. Nach tollwütigen 90 Minuten trennen sich die Fortuna aus Düsseldorf und der effzeh 1:1. Beide Seiten könnten schmimpfen und lamentieren doch am Ende können -nein, müssen- auch beide Seiten mit dem Punkt zufrieden sein, denn Möglichkeiten dem Spiel einen Sieger zu schenken gab es hüben wie drüben.
Über Vor- und Zwischenfälle zwischen den Fangruppen kann und will ich nichts schreiben, ich war nicht vor Ort, kann mir kein eigenes Bild machen und darum endet auch hier schon der Absatz “rund um das Derby”. Ich hoffe, dass alle Leute die ich (aus beiden Lagern) kenne heil geblieben sind. Ansonsten bleibe ich heute mal beim Spiel.
Der effzeh begann verhalten, ja nahezu ängstlich, die Fortuna war 64 Minuten die bessere Mannschaft. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Das Tempo wurde hoch gehalten, die Laufwege stimmten und auch in den Zweikämpfen hinterließ die Mannschaft von Mike Büskens den besseren Eindruck. Nach dem Spiel versuchten weder Stöger noch Schmadtke dies abzustreiten, was eine erfrischende Ehrlichkeit in die ansonsten steif-langweiligen SKY-Interviews brachte. Büskens war zwar eher im Rumpelstiezlchen-Modus unterwegs aber auch seine Aussagen zum Spiel waren fair und ehrlich. Hat mir ganz gut gefallen.
Doch, zurück zum eigentlichen Geschehen: Der effzeh haut sich die Dinger ja gerne mal selber rein und auch das Führungstor der Fortuna ist nicht aus einer übertriebenen messihaften Verkettung von Genialtäten verschiendster Art der Düsseldorfer Offensive gefallen, sondern wurde durch einen schönden Fehler von Jonas Hector eingeleitet. Wie schon Horn in Dresden muss der Ball anders geklärt werden und wenn nötig eben auf Kosten einer Ecke. Das wird Peter Stöger der Mannschaft sicher noch einmal versuchen einzuprägen. Kann ja nicht sein, dass wir jede Woche irgendwelche dämlichen Tore kassieren, weil man auf Teufel komm raus eine Ecke verhindern möchte. Naja, egal, noch glaube ich an Felix Austria!
Es war ja nicht so, dass die Fortuna unmenschliches Pressing spielen ließ, sondern man stand eher sehr kompakt im Mittelfeld, bot den Kölner “Kreativen” [bitte nicht lachen] keine Anspielmöglichkeiten und so endete jeder Ballbesitz am Schädel von Bomheuer oder Ramirez, die Tony Ujah in der Zange – und keine Probleme hatten die halbhohen und ohne Druck gechippten Bälle abzufangen. Das sah schon sehr, sehr grausam aus, wenn man denn sein Herz an den effzeh verloren hat.
Nach der Pause nahm Stöger Jajalo und Gerhardt vom Feld (wobei er auch ohne Probleme Matuschyk und Bröker vom Platz hätte nehmen können) und brachte Halfar und Lehmann. Halfar machte einen sehr guten Eindruck, sorgte für Unruhe in der Düsseldorfer Hälfte, versuchte das Spiel schnell zu machen und die Bälle zu verteilen. Das hat er deutlich besser als Gerhardt gemacht, das muss man klar sagen. Lehmann sorgte dann auch nicht für das normale Chaos, sondern beruhigte das Spiel eher. Hätten wir jetzt noch zwei, drei Alternativen, würde ich mir gar keine Gedanken mehr machen aber das Personal mit dem wir auskommen müssen hat dann doch ein paar Lücken im Kader.
Thomas Brökerwurde vom SKY-Reporter treffend beschrieben: “Der Ball ist nicht sein bester Freund”. Das kann man wohl sagen. Jetzt schon legendär sein Flankenversuch mit 30 Meter freiem Platz um ihn herum den er aus vollem Lauf in die Südkurve drischt. Was haben wir gelacht. Ganz ehrlich: Statt Maierhofer hätte auch Bröker gehen können, es würde keinen Unterschied machen.
Bei Matuschyk bin ich ja schon froh, wenn er auf dem Platz nicht einschläft. Ich werte das als Erfolg.
Ich resch misch schon widder uff. Dabei wollte ich doch den Punktgewinn feiern.
Also denkt sich die neidbesetzte Glitzerstadt: Was Köln kann können wir schon lange und fabriziert einen ebenso schönen wie unnötigen Fehler durch Bodzek (zu seiner Ehrenrettung: Er sah Matuschyk auf ihn zu kommen, da kann man schon mal die Konzentration verlieren) und Ujah köpft den Ball zum 1:1 in die Maschen. Jubel, Trubel, Heiterkeit, in Köln Müngersdorf ertönte wieder dat Trömmelche und ganz Köln lag sich in der Armen. (Stimmt auch nicht, weil auf der anderen Straßenseite die Cologne Cardinals beide Spiele ihres Doubleheaders gegen die Paderborn Untouchables verloren). Egal. Ujah, Ujah täteräää!
Der Junge hätte zum wirklichen Helden werden können, wenn er eine seiner beiden Risenchancen in der Folgezeit verwertet hätte. Scheiss auf “ungerecht”, “unverdient” und weitere politisch korrekte Attribute. Blödsinn! Macht der Mann das Tor flippen wir aus und lachen Büskens aus auch wenn die Fortuna natürlich noch einen Elfmter hätte bekommen müssen. Hätte, hätte, Polizeikette. Mir doch egal.
Jaja, ich weiß: Ergebnis geht in Ordnung, istjaschongut. Tschüss Fortuna. hat eigentlich gar nicht so viel Spaß gemacht, so oft müsst ihr gar nicht wiederkommen.
Jetzt stehen wir am zweiten Spieltag mit zwei Punkten da. Was lernen wir daraus? Genau gar nichts. Der effzeh hat gezeigt, dass er mit der Fortuna mithalten kann, was ich als gutes Zeichen werte auch wenn es mir so vorkam, dass mit zunehmender Spieldauer die Luft bei den Gästen deutlich dünner wurde. Aber für eine wirkliche Standortbestimmung ist es mMn noch zu früh. Die nächsten Spiel werden uns mehr erzählen.
Trier musst du im Pokal weghauen, da darf es keine zweite Meinung geben. In Paderborn und in Müngersdorf gegen Sandhausen sind Siege eigentlich Pflicht, denn Paderborn präsentiert sich im Moment nicht wie die Mannschaft aus dem letzten Jahr und Sandhausen zu Hause? Bitte. Leute. Kommt schon. Wir sind immer noch der effzeh! Falls wir die sechs Punkte holen, ist erstmal wieder Zeit gekauft, falls es schief geht dürfen wir uns wieder auf einen turbulenten Spätsommer gefasst machen. Irgendwas ist ja immer.
Zwei Dinge noch in eigener Sache: – Leider habe ich aus Trier niemanden zum Interview gefunden (jedenfalls bis heute), d.h. es wird wohl leider schon die erste Lücke geben. Dafür sind Paderborn und Sandhausen schon fix. – Die neue Folge von Just Baseball ist draussen. Hört mal rein!
Come on FC!
 Von lostinnippes,  am 24.07.13 Heute schon der neue Wortwechsel zum kommenden Heimspiel gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Fleißig war sie, die liebe Nicola (ja, liebe Männer: Schon wieder eine Frau! Die Zeiten ändern sich…) und hat mir dankenswerter Weise an paar Fragen zum Spiel und ihrem Verein beantwortet.
Hallo Nicola! Vielen Dank, dass Du Dich -wenn auch nur virtuell- in Feindesland begibst.
Lange Jahre haben wir auf frische Duelle zwischen Köln und Düsseldorf warten müssen. Kannst Du Dich noch an das letzte Aufeinandertreffen erinnern?
1999 war’s und die Welt war eine andere. Jetzt ist es also endlich wieder soweit. Kribbelt es schon?
Stimmt! Dieses besondere Match hat lange auf sich warten lassen. Daher ist meine Vorfreude riesengroß und ich werde im Stadion dabei sein können. Ich sehe es aber keineswegs als Besuch im Feindesland, sondern als Nachbarschaftsduell im Rahmen des Ligaspielplans.
Für “uns” ist es ja auch “nur ein Spiel gegen einen anderen Verein”. In Köln sagen wir ja eigentlich, dass das einzig wahre Derby das Spiel gegen unsere Nemesis aus Mönchengladbach ist. Wie sieht es denn in der Fortuna-Fan-Szene aus? Alles gegen “*öln”?
Das gerne als “Erzrivalen-Derby” bezeichnete kommende Spiel halte ich medial für überhypt und vornehmlich von der Presse zu Selbigem hochstilisiert. Es mag durchaus den ein oder anderen Fan geben, der gerne Öl in dieses Feuer gießt; ich gehöre jedoch nicht dazu.
Na, da sind wir dann ja mal gesapnnt wie es im Stadion sein wird. Aber jetzt müssen wir mal auf die aktuelle Situation schauen. Der effzeh spielt am ersten Spieltag nur Remis gegen Dynamo Dresden, Deine Fortuna gewinnt gegen Cottbus durch einen Foulelfmeter. Dennoch: Drei Punkte sind drei Punkte und ich nehme an, dass Du mit dem Saisonstart zufrieden bist?
Es tat gut, nach so langer Zeit endlich wieder einen Heimsieg einzufahren. Ich wusste kaum noch, wie sich das anfühlt. Die vergangene Rückrunde war eine schwere Zeit für uns, mit allseits bekanntem Ausgang. Das haben wir nun endgültig hinter uns gelassen, die Euphorie ist groß und die Stimmung absolut positiv.
Und trotzdem: Kurz vor dem Spiel gab es ja eine unschöne Eskalation mit unserem Ex-Torhüter Michael Rensing? Erzähl mal. Was ist denn da passiert und wem gibst Du bzw. geben die Fans die Schuld? Ist das der Einstand von Büskens oder muss sich Rensing das alleine in seine Vita schreiben?
Da es meines Wissens noch keine offizielle Erklärung seitens Fortuna oder Rensing gibt, kann ich nur vermuten, dass Michael enttäuscht darüber war, am Montag nicht als Nr. 1 gesetzt gewesen zu sein. Ob es Zusagen dieser Art im Zuge seines Transfers gegeben hat, damals im Hinblick darauf, dass man den Abgang Giefers für wahrscheinlich hielt, weiß ich nicht. [Update: Der Kicker hat ein paar Hintergründe.]
Der von Büskens gewählte Zeitpunkt der Bekanntgabe der “Torwartfrage” kurz vor Spielbeginn war sicher nicht glücklich gewählt, mit einer solchen Reaktion Rensings darauf hat er aber wohl nicht gerechnet.
Irgendwie tut mir Rensing trotzdem leid. Ich mochte ihn immer. Das nur mal so.
Jetzt haben wir aber genug drum rum geredet. Lass uns zum Spiel kommen. Es wird knistern am Sonntag, da bin ich sicher. 50.000 Fans, hohe Erwartungen auf beiden Seiten. Wir sind gefordert, dürfen uns eigentlich schon keine Pleite gegen Euch erlauben um nicht wieder direkt mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Spielt Euch das in die Karten?
Ich würde lügen, wenn ich sagte, wir würden nicht gerne gewinnen wollen. Natürlich gehen wir in Spiele, um Punkte zu holen. Ich verspüre zwar keinen großen Druck, sähe uns aber gerne im oberen Tabellendrittel etabliert. Der erneute Aufstieg ist für mich eher sekundär. Womöglich ist das ein Unterschied zu Euch.
Den zweiten Spieltag finde ich auch noch nicht besonders aussagekräftig. Bei uns entscheidet sich die endgültige Position gerne erst in der Rückrunde. Oder am 34. Spieltag, in der letzten, ausgetragenen Partie, am Ende der Nachspielzeit.
Ich freue mich einfach auf ein gutes, vermutlich hart umkämpftes Spiel, eine Riesenstimmung und hoffe, dass auf und um den Platz herum alles friedlich bleibt.
Wie wird denn Euer Spiel aufgebaut sein? Gegen Energie hat Büskens mit einem offensiven 4-4-2 gespielt. Wird das in Köln auch der Fall sein oder rechnest Du eher mit einer etwas defensiven Spielausrichtung? Und wie sieht es mit den Schlüsselspielern aus nachdem Ilsö und Robbie Kruse nun weg sind? Auf wen müssen wir ganz genau achten und welcher Neuzugang ist pures Gold?
Ich nehme an, Büskens wird sein System etwas umstellen müssen, da Köln, zumindest, was ich gegen Dresden gesehen habe, deutlich offensiver ausgerichtet ist, als Cottbus gestern. Ich setzte das Vertrauen in unseren Trainer, den jeweiligen Gegner im Vorfeld genau zu analysieren und unsere Mannschaft entsprechend darauf einzustellen.
Den Abgang einiger Spieler können wir, glaube ich, ganz gut mit Stammpersonal und Neuzugängen kompensieren. Insbesondere aufgefallen sind mir Benschop und der quirlige und flinke Ramirez.
Okidoki. Ich muss Dir natürlich viel Spaß beim Spiel wünschen aber selbstredend bleiben die Punkte in Köln. In tippe auf ein famoses 3:1 für meinen Verein. Was sagst Du? Wer darf beim nächsten tkss [tweet kick schäl sick = Treffen von fußballaffinen Twitterern und Bloggern in Köln] strahlen?
Es wird ein schweres Stück Arbeit mit einem hoffentlich glücklichen Ende für uns. Aber wie es auch ausgeht, mein Strahlen werde ich nicht verlieren. Beim tkss bin ich zu Gast bei Freunden!
Da drückt sie sich bei der letzten Frage um ein klares Ergebnis. Na gut. Warten wir mal ab wie freundschaftlich das nächste Treffen wird 🙂
Ich danke Dir auf jeden Fall, dass Du Dir die Zeit genommen hast!
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