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Aus die Maus?

Tja, da haben wir uns die Tage noch gefragt, wie der 1.FC Köln wohl auf die Ausschreitungen in Gladbach reagieren wird, ob und wenn ja für wen Stadionverbote ausgesprochen werden und wie die aktive Szene reagieren wird. Heute wissen wir ein wenig mehr. Als erste Maßnahme „trennt“ sich der Club von den „Boyz“. Auf der Homepage heißt es dazu:

Der 1. FC Köln entzieht den so genannten Boyz mit sofortiger Wirkung den Status eines Fanclubs und schließt die Gruppe aus der AG Fankultur aus. Für alle dem FC bekannten Mitglieder der etwa 40 Personen umfassenden Gruppe prüft der FC zudem in seinen dafür zuständigen Gremien noch in dieser Woche, also vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 am Samstag, ein lokales, unbefristetes Stadionverbot, sämtliche Dauerkarten von Boyz-Mitgliedern für Heim- und Auswärtsspiele zu kündigen und alle FC-Mitglieder, die den Boyz angehören, aus dem 1. Fußball-Club Köln 01/07 e.V. auszuschließen.

brief_effzehSo weit, so generell nachvollziehbar. Der Verein hat den Hut auf, gar keine Frage. Gestern ging dann ein Schreiben des 1.FC Köln an eine ungenannte Person durch Twitter indem offensichtlich ein Stadionverbot ausgesprochen wurde. Dabei ist die Formulierung in der Begründung der Stein des Anstoßes diese Posts. Es wird also nicht (wie man bei einem expliziten Ausschluss eines Fanclubs denken könnte) ein Stadionverbot gegen Mitglieder dieser Gruppe oder ermittelte Straftäter ausgesprochen, sondern auch gegen Personen, die der Gruppe nahe stehen. Ehemalige Mitglieder, Freunde, wer auch immer.

Hier werden also Menschen präventiv, wie es der effzeh so schön ausdrückt, vom Stadionbesuch ausgeschlossen, die nicht für die Auswüchse in Gladbach verantwortlich sind, im Zweifel noch nie auffällig waren und einfach „nach Informationen des 1.FC Köln“ der Gruppe Boyz „sehr nahe stehen“.

Müngersdorf wir haben ein Problem.

Ein paar Fragen: Woher kommen diese Informationen? Sind das Straftäter-Sport-Infos? Sind das interne Ermittlungen? Sind die Namen von szenekundigen Beamten weitergegeben worden? Hat eine kritische Prüfung der betroffenen Personen stattgefunden oder erfolgt hier wirklich eine komplett unkritische Sippenhaft? Hier würde ich mir vom Verein ein klares Statement wünschen. Die etwas schwammige und auf Emotionalität getrimmte Stellungnahme des Mitgliederrats auf der Homepage, sehe ich nicht als solche an.

Unabhängig von der rechtlichen Seite (ich gehe davon aus, dass die effzeh-Juristen wissen, was sie machen), stellt sich die moralische Frage.

Mitgehangen – Mitgefangen ist mir hier zu einfach.

Jaja, ich komme ja schon zum Punkt, ist ja gut.

Das große, wirkliche massive, Problem, was sich der 1.FC Köln mit diesen präventiven Stadionverboten einhandelt, ist, dass die erwünschte Selbstreinigung der Szene so noch viel schwieriger wird. Quasi sich selbst ausschließt. Was wir herbeiflehen ist doch gerade die kritische Auseinandersetzung der Szene mit sich selbst. Und die kann ja nicht stattfinden, wenn es keine Abgrenzungen mehr gibt. Wenn jeder betroffen sein kann, unabhängig ob auffällig oder nicht, ist das eine Argumentationshilfe für die Hardliner. Wenn Willkür wirklich stattfindet, ist halt schwer die Moralkeule zu schwingen.

Aber ist das auch wirklich so? Ich habe keine Ahnung.

Natürlich muss der Club handeln und was weiß ich denn, wer diesen Brief bekommen hat? Vielleicht was das einer der eindeutig identifizierten Personen im Maleranzug? Hierzu noch ein kurzes Statement von der o.e. Mitteilung des Mitgliederrats:

Das Argument, der Club habe seine Richtschnur verlassen, keine Kollektivstrafen zu verhängen, verfängt im Übrigen auch nicht. Die Sanktion gegen die „Boyz“ hat zwar eine kollektive Wirkung, weil der gesamte Fanclub ausgeschlossen wird. Aber sämtliche Sanktionen, vom Stadionverbot bis zum Ausschluss aus dem Verein, greifen gegen Einzelpersonen – und diese können entsprechend individuell Einspruch erheben.

Vielleicht wird das Schreiben auch als Druckmittel eingesetzt? Ich weiß es nicht.

Was ich weiß ist, dass ich willkürliche Stadionverbote ablehne und auch für unclever halte. Ich bin auf morgen Abend gespannt, auf die Reaktion der Ultras, auf Spruchbänder und auf die allg. Stimmung im Stadion. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ganz einfach zur Tagesordnung übergegangen wird. Ich hoffe nur, wir werden kein „Statement“ erleben. Egal von welcher Seite.

Bockcast #035

bockcastDer effzeh verliert unglücklich (ich bleibe dabei!) in Gladbach und trotz der Niederlage im Derby war das tatsächlich nicht das Hauptthema des Tages. Wir müssen über die Krawalle reden. Ohne Insiderwissen, ohne wirklichen Einblick in die “Szene”, sondern als Fans und Zuschauer, die davon genauso betroffen sind.

Mir zur Seite steht Martin (@spielbeobachter) und ist genauso ratlos wie ich. Okay, ich rede mich etwas mehr in Rage.

Außerdem spreche ich die Gladbacher Sicht der Dinge mit Olaf (ArmchairQB) an, da geht es etwas mehr um Fußball.

Entschuldigt bitte meine Stimme, es war -trotz allem- Karneval.

Dennoch viel Spaß beim Hören und wie immer… …Come on effzeh!


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BMG – FC: Deniz the Menace

Mein aktueller Gemütszustand. (Abb. ähnlich)

Mein aktueller Gemütszustand. (Abb. ähnlich)

Ich muss mal kurz grob werden. Scheiße! Dicke, dampfende Scheiße!

Scheiße, Scheiße, Scheiße!

S C H E I ß E!

Haben wir so etwas verdient? Muss das sein? Na klar kannste in Gladbach verlieren, der effzeh ist Aufsteiger, Gladbach steht vor einem (erneuten) Einzug in die Champions League, die Ausgangsposition war vorher schon klar, niemand konnte mit einem Offensiv-Feuerwerk des 1.FC Köln rechnen. Aber das? DAS? Nee, das kann ich gerade nicht verkraften, sorry.

90 Minuten macht der effzeh einfach sehr viel richtig auch wenn das manche nicht verstehen wollen. Es geht für das Team allein um Punkte. Es geht um jeden Punkt, darum jedes verdammte Gegentor zu vermeiden um die Klasse zu halten. Nichts anderes zählt. Es gibt keine Schönheitspreise, es gibt keine B-Note. Reines, trockenes, manchmal zähes Ergebnisspiel. Und, soll ich Euch was sagen? Wenn man sich dessen bewusst ist, sich darauf einlässt, dann kann das auch Spaß machen! Wenn man erkennt, dass beide Ketten sehr gut organisiert sind, dass jeder Gladbacher Angriff sofort durch Einzel-Attacken auf den ballführenden Spieler im Keim erstickt werden, dass es kein Durchkommen durch die Mitte gibt, dass so ziemlich jede Absicherung funktioniert und dass die Entwicklung der Mannschaft einfach stimmt. Dass wir in der Bundesliga mithalten können!

Verdammt, was wollt Ihr denn noch?

Ich kann diesen Gerede vom “ich will mehr Tore sehen” einfach nicht mehr hören. Wir machen aus unseren Möglichkeiten einfach ziemlich viel. Natürlich müssen wir nicht über die Niederlagen gegen Freiburg oder die Hertha sprechen aber heute? In einem Spiel in Gladbach? Nee. Echt nicht.

Und was will man zu den ersten 90 Minuten noch anderes sagen? Mir fällt da nicht viel ein über das ich motzen möchte. Ja, wir können uns aufregen, dass das Spiel nach vorne weiterhin eher ungenau ist und manche Gelegenheit zum kontern ein wenig leichtfertig hergeschenkt wurde. Ja, kann man machen. Muss man aber nicht.

Über was man sich aufregen muss, ist dann die Nachspielzeit. Dafür gebührt der Pyro-Fraktion erstmal ein Dankeschön, denn ohne die Spielunterbrechung hätte es wohl kaum Nachspielzeit gegeben. Ja, vielleicht eine Minute und die hätte dann unter Umständen auch gereicht aber dennoch: Es ist nunmal so, dass es in Deutschland keine Toleranz für Pyro-Technik beim Fußball gibt. Es ist nicht gewollt und wird auch meistens vom Rest des Publikums nicht mehr wirklich goutiert. Muss es also sein? Im Selbstverständnis der Pyromanen wohl schon. Mir ist es ehrlich gesagt ziemlich egal, ich kann mit Pyro leben, muss sie aber auch nicht um jeden Preis haben. Und damit sind wir beim Punkt: Der Preis ist einfach zu hoch. Unabhängig von den Szenen, die nach dem Spiel zu sehen waren, wird schon diese Aktion wieder unnötige Strafen nach sich ziehen. Der 1.FC Köln, bzw. die Szene Köln läuft ja immer noch unter Bewährung durch die Republik. So kann man die dann auch mal in die Tonne klopfen.

Aber ich verliere mich.

In der 91. Minute bekommt Gladbach einen Freistoß durch Deniz Aytekin zugesprochen, der so unglaublich war, dass man es nicht fassen mag. Der Gladbacher stolpert über seine eigenen Füße und bekommt dafür einen freien Flankenball. Ich kann mich nicht beruhigen. Wie viel Pech müssen wir ertragen? Wie kann Aytekin (oder sein Linienrichter) so etwas nicht sehen?

Vielleicht weil er, wie Peter Stöger (slightly pissed) nach dem Spiel feststellte, 30 Meter und der Linienrichter 100 Meter entfernt stand.

Es gibt vom Kölner Spieler keine Ausholbewegung, kein aktives “auf-den-Mann-gehen”. Er steht etwa 50 cm hinter dem Gladbacher und macht einfach den direkten Flankenweg zu. Außerdem bewegt sich der Mann Richtung Außenlinie. Es gibt genau null Gründe da in die Beine zu gehen. Und das gibt Freistoß? Na wunderbar. Dass Kevin Vogt im Strafraum gelegt wird? Geschenkt. Ich hätte live wohl auch keinen Elfer gepfiffen auch wenn die Wiederholung schon einen Schubser zeigt. Aber dann so einen Freistoß? In der 91. Minute? Puh. Nee, das ist zu viel.

Dass dann das Tor durch einen Spieler, der lange nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen, passt dann schon wie Arsch auf Eimer. Ich muss mich kurz wiederholen:

Scheiße!

Jetzt könnte man argumentieren, dass das Ergebnis am Ende doch gerecht sei, weil der effzeh zu wenig für das Spiel gemacht hat und das Tor ja auch irgendwie bescheuert verteidigt war. Okay, kann man so sehen. Man kann aber auch dagegen halten, dass, wenn ein Champions League Kandidat zu Hause gegen einen Aufsteiger nicht in der Lage ist ein Tor aus dem Spiel zu schießen, dieser den Sieg auch nicht unbedingt verdient hat. Aber so zu verlieren ist dann doch nochmal eine andere Dimension.

Sch… ihr wisst schon.

Muss noch etwas zum Platzsturm der Idioten aus dem Kölner Block gesagt werden? Nee, ne? Eher nicht. Passt halt ins Gesamtbild einen furchtbar beschissenen Endes. Eine Blocksperre wird sich wohl nicht umgehen lassen und eventuell bin ich damit sogar einverstanden, denn was draußen, aufm Acker passiert interessiert mich nicht aber im Stadion? Und, jetzt mal ehrlich: Wie bescheuert sind die? Selbstdarstellung schön und gut aber die Sektion Stadionverbot wird wohl eher wachsen als schrumpfen. Das große Problem: Mit solchen Aktionen sind am Ende wir alle betroffen. Die Polizei hat wieder Argumente gegen “hartes Durchgreifen”, die Personenkontrollen und das gesamte “sichere Stadionerlebnis” wird wieder akut. Und die aktiven Fans kommen in Sippenhaft. Na herzlichen Glückwunsch.

Nee, ich bin echt angefressen aber jetzt muss der Blick nach vorne gehen. Gegen Hannover muss gepunktet werden. Mindestens 0:0. Ist ja zu Hause. Schönen Rest-Karneval.

Come on effzeh!

Bockcast #034

bockcastZwei Mal Null zu Null. In Müngersdorf. Gegen schwache Gegner. Eigentlich gibts da gar nicht so viel zu zu sagen. Oder doch? Wir probieren es auf jeden Fall. Mit Daniel spreche ich darüber warum Carlos Eduardo doch gar nicht so schlecht gewesen wäre, was uns aktuell noch fehlt und warum alle saisonumgreifende Kritik an Peter Stöger großer Schwachsinn ist.

Dazu kommen noch zwei Gäste zu den jeweiligen Gegner, ja es wird ein pickepackervoller Podcast diesmal. Zum VfB Stuttgart hat Enzo seine ganz eigene Meinung (nicht dass wir sonderlich viel über das Spiel reden würden, wir verlieren uns eher in Nebenkriegsschauplätzen) und zum SC Paderborn sprach ich mit Stephan von schwarzundblau.com über Hoffnungen und Sorgen.

Wer am Ende wohl drinbleibt? Was denkt Ihr?

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Viel Spaß beim Hören und wie immer…

Come on effzeh!


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FC – SC Paderborn: Tore sind eh überbewertet

Ernüchternd, enttäuschend, frustrierend? Ja, vielleicht. Wir schießen keine Tore zu Hause und ich weiß nicht wirklich woran das liegt aber wir lassen auch eben nicht viel für den Gegner zu. Da kommen dann so Sachen raus wie das 0:0 gegen Stuttgart oder das heutige, ebenfalls torlose, Unentschieden gegen einen schwachen SC Paderborn. Es gibt ja auch nix groß zu ändern, unser System hat sich bewährt, wir halten die Konkurrenz im Abstiegskampf bisher ganz gut auf Distanz aber dennoch ist es teilweise arg schwierig die Ruhe zu behalten. Unsere Punkteausbeute zu Hause ist nicht bundesligatauglich und die Angst, dass es auswärts in der Rückrunde nicht unbedingt so laufen muss wie in der Hinrunde ist eben da. Es ist weiter Abstiegskampf, Freunde.

Im Gegensatz zu den letzten Spielen setzte Stöger diesmal auf eine Doppelspitze Finne/Ujah, Svento ersetzte Peszko auf rechts und Risse fiel der offensiven Ausrichtung zum Opfer. In der ersten Minuten konnte man das Bestreben des effzeh, den befreienden Heimsieg zu holen, förmlich spüren. Man ging hoch auf den Gegner, setzte in der Mitte schnell zu, verlagerte bei Ballbesitz schnell auf die Außen und versuchte immer wieder die Spitzen zu finden, die jedoch mit den meist recht unkontrolliert gepassten Bällen nicht viel anfangen konnten.

Ujah hatte Hallenschuhe an und lag mehr auf dem Rasen oder versuchte seinen Lauf zu stoppen als dass er die Bälle verwalten, verteidigen und verteilen konnte. Ihr kennt die Leute, die mit Straßenschuhen über eine Eisfläche flanieren wollen, ne?

Finne war wie immer der quirlige, schwer auszurechnende Wirbelwind, der jedoch zu wenig aus den sich bietenden Chancen macht. Exemplarisch die Riesenchance als er alleine aufs Tor zugeht.

Halfar wollte es wieder mal erzwingen. Was gönne ich dem Mann ein Tor. Echt, ehy. Aber das war nicht das eigentliche Problem.

Es fällt mir schwer zu verstehen, warum einfach die kleinen Dinge nicht funktionieren. Teilweise versucht der FC einen One-Touch-Fußball zu spielen, der den motorischen Fähigkeiten mancher Protagonisten nicht gerecht wird. Es ist wie ein Spiel Stille Post. Der erste Pass kommt minimal ungenau, der nächste denn schon ein wenig ungenauer, der dritte kommt nur noch mit Müh und Not an und dann ist auch schon wieder vorbei. Diese kleinen Fehler sind es, die den Spielaufbau schwer machen und das sieht man halt deutlicher, wenn der effzeh selbst das Spiel machen muss, als dass er sich auf sein Konterspiel gegen einen vermeintlich spielstärkeren Gegner verlassen kann. Denn präsent sind diese kleinen Schlampigkeiten immer. Ob in Hamburg, gegen Stuttgart oder jetzt zu Hause gegen Paderborn. Nur als Beispiel: Kevin Vogt. Der Mann (bitte nicht als Bashing verstehen) spielt manchmal Bälle, die irgendwie nicht darauf schließen lassen, dass er sonderlich viel Ballgefühl hat. Zumindest für einen Bundesligaspieler. Das Tempo ist oft nicht richtig dosiert, die Bälle kommen in den Rücken oder er sieht Spieler an anderen Stellen, als wo sie in der Realität wirklich stehen. Da ist Luft nach oben. Sicherlich steht er auch oft richtig, zerstört das Aufbauspiel des Gegners nachhaltig und effektiv aber das Spiel in die andere Richtung ist dann doch ab und an zum Haare raufen.

Wie Ihr lesen könnt, bin ich schon ein wenig frustriert, dass es wieder mal nicht zu einem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten gereicht hat. Paderborn tat in der ersten Halbzeit gar nichts für das Spiel, hatte starke 10 Minuten nach der Halbzeit und eröffnete mit der insgesamt offensiveren Ausrichtung dem effzeh mehr Möglichkeiten selbst zu Chancen zu kommen. Der eingewechselte Risse brachte Dynamik auf das Feld aber letztlich wurden einfach zu wenige Möglichkeiten erspielt und die paar die da waren, wurden eben nicht gemacht. So ist das manchmal aber gefallen muss es mir ja trotzdem nicht.

Betrachtet man das große Ganze steht der effzeh natürlich immer noch ganz gut da. Mainz hat verloren, Paderborn auf Distanz gehalten, 10. Platz, 5 Punkte und 2 Tore auf den Religationsplatz, da kann man als Aufsteiger mit leben, keine Frage. Nur, jetzt geht es gegen Gladbach, Hannover, München und Frankfurt und so wie wir uns zu Hause präsentieren wird es sowohl gegen 96 als auch gegen die SGE nicht einfach werden Punkte zu holen. Die Hoffnung liegt beim Gegner, dass er mitspielt und dumme Trainer hat, die ins offene Messer rennen. Bei beidem bin ich mir nicht sonderlich sicher. Auswärts in Gladbach und München können wir nur gewinnen, obwohl ich in der Allianz Arena eh nur die U23 antreten lassen würde aber darum bin ich wahrscheinlich auch kein Bundesliga-Trainer. Nur, dann haben wir plötzlich den 23. Spieltag und wir haben immer noch nur 24, vielleicht 26 Punkte. Und dann sieht die Sache wieder anders aus.

Noch sehe ich den effzeh aber nicht im Kreis der Absteiger. Zu schwach ist Paderborn und auch die Hertha machte mir keinen wirklich guten Eindruck. Okay, heute ein Sieg in Mainz aber warten wir mal ab. Dazu noch der weidwunde VfB, der insgesamt kaputte HSV und Freiburg sowie Mainz sind da auch noch unten drin. Einzig den BVB nehme ich raus, das ist mir immer noch zu unreal was da passiert ist. Die werden mMn doch recht schnell gesichert sein. Also, Sorgen: Ja, Angst: Nein.

So ist das eben mit dem 1.FC Köln, wir sind gebrannte Kinder und auch wenn alles darauf hindeutet, dass es langsam wieder ruhiger wird, dass wir professionelle Strukturen entwickeln und dass auch Trainer und Mannschaft sich der Bedeutung des Clubs bewusst sind, dass ein gesunder Realismus einkehrt, irgendwo tief im Inneren haben wir einen kleinen Troll sitzen, der uns immer wieder darauf hinweist: Es ist der 1.FC Köln und eigentlich sind wir immer nur einen Kranz Kölsch vom Abgrund entfernt.

Und nach einem 0:0 zu Hause gegen Paderborn meldet sich der kleine Scheißkerl natürlich. Da machste nix.

Tjoa, jetzt ist Karneval und et hätt jo uch immer joot jejange. Dazu Derbywoche. VfL merda. Gute Nacht, ich geh jetzt Bier trinken.

Come on effzeh!

Bockcast #033

bockcastNach dem Sieg in Hamburg gibt es eine Menge zu besprechen. Zum einen muss natürlich der Sieg gewürdigt werden aber auch ein Blick zum Hamburger Katastrophen-Tourismus ist erlaubt. Außerdem blicken wir natürlich auf das morgige Spiel gegen den VfB. Keine einfache Aufgabe, denn wie wir uns die anstehende Heimniederlage schön reden ist entweder Fatalismus oder gnadenlose effzeh-Angst. Entscheidet selber.

Diesmal mit dabei sind Gerhard von rauten.tv, der eine erstaunlich gelassene Art hat über den HSV des Jahres 2015 zu reden. Mir wäre schon längst alles entglitten aber der Mann hat (noch) keine Angst. Hut ab.

Außerdem dabei ist Dominik, der dankenswerterweise eingesprungen ist, weil der Termin mit llcurly nicht geklappt hat. Der gute ist dafür beim nächsten Bockcast dabei, damit er mich anderthalb Stunden auslachen darf. Was freu ich mich.

Viel Spaß beim Hören und wie immer…

Come on effzeh!


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When in Mordor

Heidewitzka, Herr Kapitän, mit der Finkenwerder-Fähre, fahren wir so gern…
Die Winterpause ist vorbei, der 1.FC Köln siegt beim HSV, ein Wochenende in Hamburg, Bier, Kiez, Fußball, tolle Menschen. Es war zum niederknien. Doch fangen wir vorne an.

Donnerstag machte ich mich auf den Weg nach Hamburg um schon vor dem Spiel am Samstag mal die Menschen kennen zu lernen, die ich bisher nur durch soziale Medien und/oder durch Podcasts bzw. Blogs kannte. Es war tkhh (ein Treffen von fussballaffinen Twitter-User) und die Gelegenheit konnte ich ja schlecht an mir vorbei ziehen lassen. Zusammen mit Florian, Tim und Tanja machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt und, was soll ich sagen? Es war ein großes Fest! Die Fußballökumene Hamburg strahlte in gleißendem Licht. Neben HSV-Fans, saßen Paulianer (hö, hö), ein Gladbacher war dabei, hatte aber seine Quarzsandhandschuhe vergessen, so dass wir uns einvernehmlich auf einen Waffenstillstand unter dem Motto “Ein Rheinland” einigten, Rollo Fuhrmann von SKY schaute vorbei, und, und, und. Es wäre jetzt zu viel die ganzen vorzüglichen Gespräche nachzuerzählen, darum ganz simpel:
Vielen Dank an einen fantastischen Abend an Nedfuller, Nurdertim, fschmidt77, hertziworld, vollraute, deruebersteiger, sky_rollo, rebiger, astiae, elbblick, Hollywood20359, SvenGZ, Maik216 alle die ich vergessen habe (ich musste ja danach noch weiter auf den Kiez :-)) und natürlich auch an Spielfeldrand für die gesamte Organisation, obwohl er an dem Abend leider gar nicht in der Stadt war. Jungs, Mädels, nochmal: Es war toll, ich komme wieder!

Jetzt ist der Übersteiger zwar wütend aber es hilft ja nix, da muss er durch.

Zum dem Zeitpunkt war Mordor aber noch ein gutes Stück weg, wir sind noch im Auenland.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten sich dann Florian und Tim auf mir ihr Hamburg zu zeigen. Abseits von allen ausgetretenen Touristen-Routen lernte ich Altona kennen, konnte Körperklaus live in Action sehen, unscharfe Fotos mit dem iphone machen und einen verdammt leckeren Hipster-Burger verspeisen. In dem Burger-Laden stieß dann auch endlich Miri mit Sohn zu uns, die den Nachmittag noch ein Stück schöner machten. Wir gingen durch den alten Elbtunnel, fuhren Fähre (ÖPNV! Ö fucking PNV! Ich komm immer noch nicht darüber hinweg) gingen Buddelship und rosa Mädchengetränke einkaufen und hatten ziemlich viel Spaß. Der Tag verging wie im Flug und auch hier kann ich mich nur wiederholen: Es war ein Fest. Miri und dem Sohn (der das jetzt hoffentlich aug liest :-)) auch noch mal ein ganz dickes Dankeschön. War toll!

Es zieht sich, ich weiß aber ich muss das ja loswerden. Beutelsend haben wir gerade verlassen, denn Freitagabend kamen dann meine Jungs aus Köln nachgereist und wir trafen uns im tänzelnden Pony. Ganz klassisch. Über die Eskapaden der nächsten Tage und Nächte erwartet Ihr jetzt keine Zusammenfassung, ne? Nur soviel: Samstagabend hab ich dann schlapp gemacht. Das Alter…

Okay, kommen wir jetzt dann doch irgendwann mal zum sportlichen Teil des Wochenendes. Der effzeh. DER EFFZEH! Ja, ist ja schon gut, ich höre ja schon die “sachlich bleiben” Schreier. Zugegeben, es war eine ganze Menge Stückwerk, es waren viele unpräzise Aktionen dabei, die Raumaufteilung war nicht immer hundertprozentig gelungen und von der Chancenverwertung kann man auch sagen, dass da noch Platz nach oben ist aber alles in allem war es ein nüchtern vorgetragener Sieg, gestützt auf die altbekannten Stärken, gegen einen unglaublich schwachen, leblosen, toten HSV in einem Stadion, das von der Tristesse dem Schicksalsberg schon recht nahe kommt.

Ja, wir sind mittlerweile in Mordor.

Ich muss jetzt ranten. Geht nicht anders. Mensch, HSV! Was machst Du denn? Was ist denn mit Dir los? Lass mich mal kurz eins klarstellen: Ich mag Dich. Eigentlich. Bisher. Aber das ist ja kompletter Bullshit was da im Moment bei Dir passiert. Die Mannschaft (wenn man denn noch von einer Mannschaft sprechen will) ist tot und begraben, der Verein liegt in den letzten Zügen und alles was ihr macht ist auf Kohle hoffen, die irgendwann die alten Erfolge zurück bringen soll. Lernt doch von Anderen. So geht das nicht. Ich spreche da aus Erfahrung. Bisher hattet ihr immer das Glück, dass es ein paar Mannschaften gab, die noch ein Stück dämlicher waren als ihr aber ob das dieses Jahr auch so sein wird? Ich hab da meine Zweifel.

Das muss man sich mal vorstellen: Erstes Spiel nach der Winterpause, alles toll. Endlich wieder Fußball. Kühne kauft Euch den Stadionnamen zurück, Olic (merkt ihr selbst, ne?) wird zurückgeholt und zum ersten Spiel kommt auch nur ein Aufsteiger. Hamburg ist wieder in 1983, alles super.

Und dann das?

Ich meine, ich beschwere mich nicht wirklich aber das geht doch nicht. Ihr spielt ohne Einsatz, Druck, Leidenschaft, lasst Raum für drei neue Landbahnen, die Airbus ganz gut gebrauchen könnte, habt eine Abwehr die nicht mal mit ganz viel Actimel als solche zu erkennen ist und gebt dann einfach auf? Liegt hinten und es passiert genau gar nichts? Eine gelbe Karte? Um Himmels Willen.

Da steht ein vdV beim Freistoß und kommt auf die Idee den Ball in den Strafraum zu chippen? Ich war und bin immer noch fassungslos wie schlecht der HSV ist. Zinnbauer reiht sich übrigens nahtlos in die Reihe ein, denn wer sich am 18. Spieltag vom effzeh so auskontern lässt, der hat kein Gametape der bisherigen Auswärtsspiele gesehen. Es war ja nicht so, dass der 1.FC Köln barcelonaesk den Ball hat laufen lassen und es einfach keine Möglichkeit gab “uns” aufzuhalten. Nö, das war einfach Konterfußball. Wie immer. Das kann man mal wissen. Wahnsinn.

Eigentlich hätte der effzeh das Ding noch höher gewinnen müssen.

Meine Fresse, was für ein Offenbarungseid.

Über das Stadion und die katastrophalen sanitären Zustände sage ich jetzt mal lieber nix, das wäre zu ekelhaft.

Aber, am Ende des Tages, kann ich mich ja dann doch nicht beschweren. Der effzeh holt wichtige Punkte, es war ein toller Ausflug und zum Abschluss gewinnen dann auch noch die Patriots den Superbowl. Beste Grüße an den #sbkalk…

Joa, das wars dann schon, der Alltag hat mich wieder. Und dann holen wir heute den -mir unbekannten- Brasilianer Deyverson von Belenenses Lissabon. Erstmal ausgeliehen bis Saisonende, da der Transfer mit Eduardo ja geplatzt ist. Kann ich, wie gesagt, nix zu sagen. Meine Hoffnung ruht auf Schmadtke und seinem Transfergenie. Mal schauen. Auf jeden Fall herzlich Willkommen in Müngersdorf. Ist er international spielberechtigt?

So, dann noch ein kurzer Programmhinweis: Der neue Bockcast mit Elbblick zum HSV und LLCurly zum VfB kommt voraussichtlich morgen. Und wer was zum US-Sport (Superbowl) hören möchte, der darf gerne morgen das Daily Nugget beim Sportradio360 einschalten, wo ich mit Nicolas Martin und Sal Mitha die Patriots feiern werde.

Das wars. Hamburg meine Perle 🙂

Come on effzeh!

Bockcast #032

bockcastWinterpause – Schwinterpause. Es wird echt Zeit, dass der Ball wieder seriös rollt. Ob jetzt Poldi mit Inter die Serie A von hinten aufrollt, der Afrika- und/oder Asien-Cup ausgespielt wird, England seinen dreiundzwanzigsten Pokalwettbewerb feiert oder in Neu England der Luftdruck Sorgen macht, eigentlich sind das doch alles nur Ouvertüren, Amuse-Gueule, für die Bundesliga, für den effzeh. Klar, die größte Pein kann man lindern aber den richtigen Schuss brauchen wir immer noch um wirklich glücklich zu sein. Junge, Junge, die Winterpause regt mich wirklich jedes Jahr auf`s Neue auf. Hauptsache es gibt erstmal ne englische Woche…

Naja, jetzt isset ja bald vorbei. Ein Glück. Zum Auftakt in das Fußballjahr 2015 spreche ich mit Randall (American Geissbock, Bundesliga Fanatics) über den glorreichen Sieg des 1.FC Köln beim Florida Cup und was uns so alles erwartet. Naturgemäß verhaspeln wir uns in Kleinigkeiten und beantworten am Ende auch noch die Frage ob der (hypothetische) Transfer von Carlos Eduardo Sinn macht. Wir sind nicht sicher.

Im zweiten Teil rede ich dann mit Alex (Collinas Erben) über den Rückrundenstart der Liga. Was erwartet uns am Wochenende und worüber regen wir uns im Frühjahr auf? Dazu, ein wenig Drama schadet ja nicht, nutze ich die Gelegenheit um mit Alex über den Trip der Bayern in den Nahen Osten zu sprechen und habe damit nicht die schlechteste Wahl getroffen, denn Alex rantet mal so richtig schön.

Außerdem: Überlänge.

Viel Spaß beim Hören und wie immer…

Come on effzeh!


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Je suis Charlie

Ich könnte heulen. 

Das hier ist nur ein kleines unbedeutendes Fußballblog. Aber ich schreibe was ich denke. Und dass ich diese Möglichkeit habe, dass ich mich ausdrücken kann, darf, das ist mir wichtig. Es gibt kaum ein wichtigeres Gut in unserer Gesellschaft. 

Warum schreibe ich? Weil ich mich ausdrücken möchte. Weil ich meine Gedanken festhalten möchte. Und weil ich natürlich anregen möchte. Aus Eitelkeit? Vielleicht. Ich rede mir eher ein, dass es aus Neugier auf Reaktionen passiert. Denn ein Austausch mit andersdenkenden Menschen kann durchaus fruchtbar sein. Ist er eigentlich immer, wenn eine respektvolle Ebene etabliert ist.

Und das dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Weder von radikalisierten, von der Gesellschaft losgelösten, Irren, noch von einer Sicherheits-trunkenen Regierung.

Ja, ich weiß, hier geht es um den 1.FC Köln, nichts was weiter wichtig ist. Und die paar Leute, die hier mitlesen, machen den Braten nicht fett aber genau das ist der Punkt. Ich kann das machen, was ich will, weil wir in einer freien Gesellschaft leben, die Lebensentwürfe nicht vorschreibt. Die mir erlaubt zu machen, was ich mache, egal wie viel Leuten es gefällt oder eben nicht.

Was heute in Paris geschehen ist, ist tatsächlich ein Angriff auf alle von uns. Auf die Gesellschaft selbst. Auf die Souveränität der Gedanken. Und das können wir nicht stumm hinnehmen. Ich bin fassungslos.

Bockcast #031

bockcastSo, 2014 ist bald Geschichte, die Hinrunde der Liga ist gespielt und der effzeh steht eigentlich ganz gut da. Mit den bisherigen Leistungen kann man durchaus zufrieden sein. Ich bin es jedenfalls. Wir müssen ja nicht direkt  in Euphorie verfallen aber ein kleiner positiver (Aus)Blick auf 2015 darf schon sein.

Im letzten Bockcast (für 2014 auf jeden Fall) spreche ich mit Peter (Definitionsmacht Colonia, Sektion Twitter) über eben jene Hinrunde, über die Achterbahnfahrt, die die letzten Monate manchmal Spaß gemacht aber manchmal auch frustrierend war, über -rein subjektive- Sieger und Verlierer, Peter Stöger und alles und überhaupt.

Außerdem blicken wir auf die Bundesliga, lästern über ungeliebte Teams, schauen mit Sorge nach Hamburg und Dortmund und voller Vorfreude auf den Clasico 2037 zwischen Hoffen- und Heidenheim vor 7.000 meist japanischen Zuschauern in der Taco Corp. Arena Sinsheim.

Aber bei allem Spaß kommen auch ein paar ernste Themen auf den Tisch, wie das ja, wenn Peter zu Gast ist, schon liebgewonnene Tradition ist. Wir blicken entsetzt auf die DFL und stellen die Frage ob es wirklich nur noch mit Investoren geht. Und was passieren muss, dass wir uns nicht mehr für den effzeh interessieren. Wir stellen fest, dass das nicht so einfach zu beantworten ist.

Dazu kommen ein paar Gedanken zur Polizei und zur Sicherheit in den Stadien. Auch hier bleibt es spannend.

Ich hoffe auch wenn es am Ende eher ruhig und nachdenklich statt Bockcast-gewohnt läbsch zugeht, habt
Ihr dennoch ein wenig Spaß mit der Ausgabe.

Kommentare sind wie immer gerne gesehen, itunes-Bewertungen noch viel lieber und da ich in absehbarer Zeit einen neuen Rechner brauchen werde freue ich mich natürlich auch, wenn Ihr Bock (höhö) habt, mich dabei zu unterstützen.

So, Leute, frohe Weihnachten und nen guten Rutsch wünsche ich Euch!

Come on effzeh


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