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 Von lostinnippes,  am 28.11.11 Ich halte es heute einfach mal wie die Spieler des 1.FC Köln. Ich verweigere. Keine Lust. Eigentlich ist so ein Debakel ja dankbares Material für eine ausgefeilte und ätzende Glosse aber selbst dazu kann ich mich nicht aufraffen. Jungs, ihr habt jetzt in drei Spielen gegen die Gladbacher 1:12 Tore kassiert. Mir fehlt die Phanatsie um diesen Fakt irgendwie auszuschmücken. Gute Nacht!
 Von lostinnippes,  am 19.11.11 Michael Trippel teilt es den Zuschauern nur Minuten nachdem es über zuerst über inoffizielle (Twitter)-Meldungen und dann über die regulären Kanäle reinkam: Das Bundesligaspiel des effzeh gegen Mainz 05 wird heute nicht stattfinden. Es gab Pfiffe im Stadion, die sogar verständlich erscheinen, denn den Fans wurde das Ausmaß des Dramas des Tages vorenthalten.
Der Zuschauer vor dem TV oder vor dem Internet war schnell informiert: Es gab einen Vorfall um den angesetzten Schiedsrichter Babak Rafati. Er ist wohl heute Morgen von seinen Assistenten im Hotelzimmer mit aufgeschnittenen Pulsadern aufgefunden worden. Daraufhin sah sich die Crew nicht in der Lage das Spiel zu pfeifen, was wohl außerhalb jeder Diskussion stehen sollte. In den Gesprächen mit der DFL und den Schiedsrichter-Vertretern ist dann schnell die Entscheidung getroffen worden, dass das Spiel nicht stattfinden kann.
Es gibt keinen Präzedenzfall für eine derartige Spielabsage in der Bundesliga, die einzige Vergleichsmöglichkeit, die mir einfällt, so fürchterlich das auch ist, ist der Tod der beiden Handball-Schiedsrichter vor ein paar Tagen. Das Spiel in der HBL wurde auch abgesagt und ich denke auch, dass dies die einzig richtige Entscheidung sein sollte, nur bin ich tatsächlich überrascht, dass das im Fußball, in der Bundesliga, ebenfalls so kommt. Ich hätte mir -bei einem konstruierten Fall- vorgestellt, dass die DFL immer eine Ausweich-Crew in der Hinterhand hat. Anscheinend ist das nicht der Fall oder, was natürlich auch sein kann, man hat aufgrund der Tragik der Geschehens gar nicht erst versucht das Spiel durch zu ziehen. Nochmal: Moralisch und menschlich die absolut richtige Entscheidung.
Babak Rafati ist 41 Jahre alt, kommt aus Hannover, ist seit 1997 DFB-Schiedsrichter und pfeifft seit 2005 auch die 1. Liga. Seit Debüt gab er bei einem 1:0 Sieg des FC am 06.08.2005. Gegner war…der FSV Mainz 05. Ich hoffe für Rafati, dass sich hier kein Kreis schliessen sollte, sondern dass es sich wirklich nur um einen unglaublich gruseligen Zufall handelt. Weiterhin hoffe ich, dass der Mann wieder auf die Beine kommt, dass er sich erklären kann und dass er Hilfe erhält. Immer unter der Voraussetzung, dass die Gerüchte stimmen und er wirklich seinem Leben ein Ende setzen wollte.
Ich kenne Rafati nicht, ich kann mir keine Spekulationen über die Gründe seines Handelns anmaßen und werde es dementsprechend seinlassen. Ich wünsche ihm schlicht alles Gute, eine vollständige Genesung und den Weg zurück zum Fußball, wie auch immer.
Während ich den Text schreibe, läuft im Hintergrund die SKY-Konferenz. Ich muss gerade an Nick Hornby denken und wie er die Tragödie von Brüssel in “Fever Pitch” beschreibt. Ich komme mir seltsam vor.
 Von lostinnippes,  am 17.11.11 Heute vor 20 Jahren starb Mucki Banach.
Bei nächsten Spiel hing in der Südkurve ein Spruchband:
"Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot. Wir werden Dich, Mucki, nie vergessen!"
hieß es dort, ich kann mich noch recht genau erinnern.
Mucki war Publikumsliebling, Goalgetter, Hoffnungsträger und auf dem Sprung ein Superstar (zumindest in Köln) zu werden, als er mit seinem Auto auf der A1 bei Remscheid tödlich verunglückt.
Mucki schoss 24 Tore in nur 49 Spielen für den 1.FC Köln.
 (c) EXPRESS
 Von lostinnippes,  am 16.11.11 So, Freunde. Wieder nüchtern? Mit klarem Kopf und unschönen Gedanken müssen wir uns an die Aufbereitung der letzten lachenden Kölnarena machen. Just zum Karnevalsauftakt schafft es der effzeh wieder einmal unnachahmlich für Schlagzeilen abseits des Rasens zu sorgen. Die Saison, die sich so gerade eben erst von den Frühbeben der Podolskischen Kapitänsentmachtung erholt hat und sportlich im voll befriedigenden Bereich liegt, wird wieder zur Nebensache.
Es wird eine neue Zeit anbrechen, beim effzeh. Soviel ist sicher. Mit einem neuen Präsidenten, der nicht aus der Riege der Altvorderen, der Fußballveteranen kommen wird (ich nehme an, dass Harald Schumacher keine ersthafte Option ist). Ich habe keinen Tipp wer es werden wird, ich habe auch keine Idee, wer sich wirklich anbietet. Schramma? Bosbach (hab ich gehört), Wernze von 0 auf 100?
Eigentlich hatte ich schon einen langen (ich meine wirklich laaaangen) Text über die Folgen der JHV gedichtet, denn kurz nach der Meldung, dass W.O. mit seinen Präsidiumsfreunden hingeschmissen hat, war ich wütend. Über die Sinnlosigkeit der medial lancierten Nebelkerzen ("Aufgeben ist nicht mein Stil", "So kämpft Overath um die Fans", "Emotionalisierung und Wir-Gefühl" usw, usf) über fc.reloaded und deren "Gesicht" Müller-Römer über die -mit dem Rücktritt einhergehende- Handlungsunfähigkeit, die uns in der Wintertransfer-Periode bevorstehen könnte. Beim FC würde man sagen ich war "hoch emotionalisiert". Nun, nach drei Tagen sehe ich die ganze Chose ein wenig gemäßigter, fast schon teilnamslos. Anstatt jetzt ein Faß aufzumachen und über 50+1, Wernze und/oder fc.reloaded zu schimpfen muss ich nur ganz kurz die "Charta" ansprechen. Leute, Leute: Diese aufgezwungene Folklore, dieses immer wiederkäuende Geseier, diese verdörrte Kölschtümelei. Ich finde das so furchtbar! Aber gut, wenn ich damit anfange bin ich morgen noch dran und dafür fehlt mir die Lust.
Eigentlich interessiert doch gar nicht mehr so sehr was bleibt. Viel wichtiger ist doch was wird. Brust oder Keule? Mal schauen. Die erste Antwort kann die Mannschaft geben. Am Wochenende gegen Mainz. Zu Hause. Vor einem garantiert gespannten Publikum.
 Von lostinnippes,  am 14.11.11 Nach dem gestrigen Riot in Deutz steht der effzeh im Rest derRepublik wieder als Karnevalsverein da. Völlig zurecht, übrigens. Die -meiner Meinung nach- an Lächerlichkeit kaum zu überbietende "Charta" erlebt den ersten Reality Check und…überlebt ihn nicht. Well done!
Bis ich wirklich schreibe, was ich im Kopf habe, wird es sicher Dienstag Abend / Mittwoch werden, bis dahin lass ich einfach mal die Kommentare offen…
 Von lostinnippes,  am 09.11.11 Ich bin nicht abschließend schlüssig was ich mir wünschen soll.
Es wird ja nun langsam heiß. Die Akte Podolski scheint zu brennen. Täglich kommen neue Meldungen von interessierten Vereinen rein. Arsenal, ZSKA, Milan und wie sie alle heißen, die auf dem Kontinent Rang und Namen haben. Alle scheinen mehr oder weniger seriös an einer schnellen Verpflichtung Podolskis interessiert zu sein. Dass sich Lukas z.Z. in recht überragender Form zeigt, macht die Position des effzeh in dieser Sache nicht einfacher.
Dass Jogi Löw (aus der Ferne betrachtet eher ein Mann, dem Podolski vertraut) im Interview offen für einen Wechsel ins Ausland Werbung macht, ist sicher auch ein Faktor. Mehr für den Kopf des Spielers als für die Strategie von Horstmann und Finke.
Mich interessiert Eure Meinung: Was macht Poldi? Was sollte der FC machen? Wie ist Eure Prognose?
Ich tippe auf einen Wechsel nach England im Sommer 2012. Ablöse um die 15 – 20 Mio. Für dieses Geld muss der FC Podolski gehen lassen, seine Investoren ausbezahlen, Schulden abbauen und/ oder bedächtig zwei, maximal drei Spieler, die jeweils um die 3 – 5 Mio. € kosten, verpflichten.
Was denkt Ihr?
 Von lostinnippes,  am 06.11.11 Sa. 15.10, München
Liebes Tagebuch:
War das ein Spiel, heute. Die Bayern haben 4:0 gegen die Hertha gewonnen. Ich durfte einen Elfmeter pfeifen und sogar der Kicker schreibt, dass das richtig war. Bin glücklich. Gleich geht’s auf die Autobahn zurück nach Hause. Zum Glück bin ich Polizist, da kann ich mir den Stau sparen und einfach die blaue Lampe auf das Auto stellen. Muss jetzt nur schauen, wie ich Grudzinski nach Hause bekomme. Es wird immer schlimmer mit ihm. Nächstes Mal trinkt er bestimmt schon vor dem Anpfiff.
So. 16.10, Ottenstein
Liebes Tagebuch:
Musste zu Papa. Grudzinski hat mir auf der Rückfahrt wieder den ganzen Kofferraum vollgebrochen und die DFL lehnt weitere Ersatzzahlungen ab. Papa ist ja Bürgermeister in meinem Heimatort, der kann bestimmt mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zum Glück bin ich Polizist, denn wenn Papa auch nicht weiter weiß, werd ich Norbert das nächste Mal, wenn er wieder zu viel getrunken hat einfach in ein Trikot stecken und als besoffenen Fan abgeben. Das kann ich nicht mehr lange mitmachen. Papa sagt, ich soll ihm öfter vertrauen, das würde ihm bestimmt helfen. Ich verspreche das. Zur Belohnung darf ich mit nach Hause und Mama kocht Pansen. Sooooo lecker!
Mo. 17.10, Hasede
Liebes Tagebuch:
Frühdienst. Ich muss mit Meier wieder auf die Bundesstrasse 6, Raser blitzen. Meier ist unfreundlich, bringt mir von der Tanke statt Käse-Schinken, Käse-Salami mit. Meinte Schinken wär nicht mehr da gewesen. Ich glaube ihm nicht. Um halb elf kommt der Anruf von der DFL. Mein nächstes Spiel ist am 05.11. in Bremen. Endlich mal wieder Bremen! Da hab ich es nicht lang nach Hause und Grudzinski hat nicht acht Stunden Zeit sich druckzubetanken. Einziger Wermutstropfen: Werder spielt gegen die Kölner. Ich HASSE die Kölner! Immer diese gute Laune und diese Abneigung gegen Autoritäten. Zum Glück bin ich Polizist und kann mich jetzt erstmal ein wenig abreagieren. Kennzeichen mit K werden jetzt nur noch von mir ausgewertet. Meier lacht. Mir doch egal.
Mo. 24.10., Hasede
Liebes Tagebuch:
Grudzinski ruft mitten in einer Beweisaufnahme an. AUF DEM DIENSTHANDY! Die Nummer muss ich ihm unbedingt aus seinem Handy löschen, wenn ich ihn das nächste Mal in den Kofferraum lege. Er fragt, ob ich ihn am 05. mit nach Bremen nehmen kann. Was soll ich machen? Der Mann hat keinen Führerschein mehr und in der Bahn geht er nur verloren. Hätte ich doch damals nicht gegen Trautmann gewettet, dass ich mehr als drei Zäpfchen auf einmal aufnehmen kann. Verdammt, Michael. Dein Übermut. Ich sage schweren Herzens zu. Ich hoffe Trautmann nimmt bald mal eine Wette von mir an, dann muss er nämlich wieder den Babysitter spielen. Jetzt muss ich aber weitermachen. Hier warten schließlich noch Asservate, die in die Kammer müssen. Jemand hat in der Feldmark Müll abgeladen. Bestimmt Kölner. Mir wird schlecht und ich muss mein Käse-Schinken-Croissant von der Aral weglegen. Zum Glück bin ich Polizist, wenn ich gleich nochmal da vorbeifahre, werde ich gleich mal fragen ob es letzten Montag wirklich keinen Schinken mehr gab. Meier scheint Gedanken lesen zu können und geht nach Hause. Ob er wohl vorher zur Aral fährt?
Fr. 04.11., Ottenstein
Liebes Tagebuch:
Mama hat gestern Abend angerufen und gefragt ob ich die Nacht vor Bremen nicht zu Hause schlafen will. Habe mich gefreut. Dörte nicht so. Sie meint, ich soll mich endlich von meinen Eltern abnabeln. Wenn sie mal lernt anständig Pansen zu kochen, würd’s mir leichter fallen. Habe ihr gesagt, dass Grudzinski Schuld sei. Ich müsste ja früh los und dann noch zu ihm und außerdem brauche ich auch wieder mal die Wärme meines Elternhauses. Dörte ist ja doch eher ein trockener Fisch. Meier behauptet, bevor ich sie kennengelernt habe, hätte ich noch ganz normale Augen gehabt, nicht diese zugekniffenen Stecknadeln, die sich jetzt unter der grünen Mütze verstecken. Ich kann mich nicht erinnern, ich war doch erst sieben. Meier lacht. Zum Glück bin ich Polizist, da kommt es nicht auf’s Aussehen an.
Sa. 05.11., Bremen
Liebes Tagebuch:
Mama hat mir kalten Pansen eingepackt. Grudzinski liegt im Kofferraum. Er hatte gestern Scheunenfest und stinkt fürchterlich. Ich weiß, er ist mein bester Freund aber manchmal wünsche ich mir, dass ich damals in der Schule nicht immer den Lehrern gesagt hätte, wer bei wem abschreibt. Dann hätte ich vielleicht auch jemand Anderes kennengelernt als ihn. Jeden Tag stand er mit seiner gelb-roten Fahne auf dem Schulhof und hat mich zu sich gewunken. Heute denke ich manchmal er war nur scharf auf Mamas Pansen. Trautmann kommt mit Frank recht aufgeräumt in Bremen an. Beide lachen, verraten mir aber nicht um was es geht. Zum Glück bin ich Polizist, denn als die beiden in die Kabine gehen, verwanze ich das Trautmannsche Auto. Das will ich doch wissen, schließlich bin ich hier Chef und die beiden Krümel dürfen froh sein überhaupt Bundesliga-Luft zu schnuppern. Ohne mich wären sie nichts! GAR NICHTS!
Sa. 05.11., Bremen
Liebes Tagebuch:
Halbzeit. WAS WAR DAS DENN? Köln führt 2:0. Ich glaube ich krieg gleich ‘nen Koller (haha super Wortwitz! Ich krieg “nen Koller”. Weil ich mich über Köln(!!!) aufrege. Hahaha. Michael, manchmal bist du echt ein Fuchs). Wenigstens beim 2:0 hätte Grudzinski doch mal die Fahne heben können. Der komische Podolski stand meterweit im Abseits! Was soll das? Muss ich alles alleine machen? Ich will nicht dass dieses verlotterte Kölner Pack weiter feiert. Das ist mir alles zu fröhlich. Letztes Mal hab ich ihnen zwei Elfmeter und eine rote Karte reingewürgt, ich muss schauen, dass ich hier noch irgendwas machen kann, schließlich sitzen zu Hause in Ottenstein auch alle im Werder Trikot in der “toten Kuh”, unserem Landgasthaus. Tolle Leute. Bodenständig, ehrlich, fleißig. Einfach toll. Nicht so ein sodomistischer, wertfreier Haufen wie diese schrecklichen Kölner. Grudzinski wippt im Takt zu einem Fansong, kann nicht sagen welcher aber ich rege mich fürchterlich auf. Er geht in die Dusche. Ich weiß, was das bedeutet. Ich muss Werder fragen, ob die vielleicht eine Plastikplane für meinen Kofferraum haben. Klaus Allofs kommt zur Tür rein und gibt Trautman einen Umschlag. Wir sind anscheinend nach dem Spiel noch zu einer kleinen Siegesfeier im “Chez Monique” eingeladen. Als ob ich Zeit für so einen Quatsch hätte. Zum Glück bin ich Polizist, da werde ich Augen und Ohren offen halten. Das riecht doch meilenweit…
Sa. 05.11., Bremen
Liebes Tagebuch:
Puh, war das knapp. Zum Glück hat mich der Claudio heute mal rausgerissen. In der zweiten Halbzeit fängt alles ganz gut an aber dann wird es brenzlig. Irgendein Kölner (Clemens? – Auch kein Nachname, in meinen Ohren) schießt unbedrängt auf das Tor aber Naldo (was ein schöner Mann) hält den Ball mit der Hand. Im Strafraum. Ich entscheide auf Schutzhand. Das soll mir mal jemand nachmachen. In Sekundenbruchteilen muss ich mich entscheiden. Und: Ich entscheide richtig! Der Ball geht in das Hintertoraus und ich gebe Abstoß. Ein wohliger Schauer kriecht mir über den Rücken, als ich sehe, wie der Kölner Mob hinter dem Bremer Tor ausrastet. Ich lache in mich hinein. Das war schon clever gemacht, lobe ich mich selbst. Im Gegenzug schießt ein Bremer an die Latte und in der Mitte langt der Kölner Sereno mit seiner Hand an Rosenberg. Der hatte zwar mit der Szene nichts zu tun aber wieder entscheide ich goldrichtig: Rot für Sereno und Elfmeter wegen Notbremse! Mein fünfter Elfer in den letzten sechs Spielen gegen Köln. Und keiner für das Pack! Morgen gibt es wieder einen Freßkorb aus der Schneise, ich bin schon ganz heiß! Am Montag wird in den Zeitungen von “kniffligen Entscheidungen” die Rede sein aber auch bei SKY haben sie wohl gesagt, dass das alles schwer zu entscheiden gewesen wäre und da sitzen ja schließlich auch nur Top-Experten. Hihihihi. Trautmann schreit mir ins Ohr, dass ein Kölner im Strafraum zusammen gebrochen sei und ich jetzt unterbrechen muss. Der Kretin. Als hätte ich das Schauspiel nicht direkt gesehen! Oscar-würdig, die Vorstellung! Da geht es doch nur um Zeitspiel. Nicht mit Michael Weiner, sag ich mir. Dass sich der Kölner Spieler danach direkt vom Platz nehmen lässt, obwohl schon drei Mal gewechselt wurde, verstärkt meinen Eindruck nur. Mit allen Tricks kämpft dieser widerliche Haufen gegen das Unvermeidbare an aber schließlich gewinnt doch Werder, denn auch jeder Luftkampf oder Zweikampf wird von mir richtig mit Freistoß Bremen gewertet.
Sa. 05.11., Bremen
Liebes Tagebuch:
Grudzinski quengelt so lange bis ich nachgebe und mit ins “Chez Monique” gehe. Trautmann und Frank sind schon da, lassen sich von Wiese und Rosenberg zu einem sogeannten “Private Dance” einladen. Ich habe auch immer gerne getanzt aber vorwiegend mit Frauen von Kollegen auf Polizeibällen. Zum Glück bin ich nämlich Poilzist, da lerne ich jeden Tag Menschen kennen. Dörte tanzt nicht so gerne. Ihre Haut reißt ja auch so schnell. Ob ich allerdings hier einen anständigen Disco-Fox zu sehen bekommen, bezweifele ich doch sehr, denn der Innenarchitekt hatte offenbar keine Ahnung wie man eine anständige Tanzfläche baut. Überall stehen Stangen im Weg. Ich komme mir vor wie auf dem Feuerwehrball in Ottenstein. An der Theke will man mir keine Apfelschorle geben, doch Arnautovic gelingt es den Barkeeper zu überreden. Er schüttet einfach Apfelsaft (von Berentzen – die Marke kenn’ ich noch gar nicht, ich trinke ja immer Hohes C) mit Wasser in ein großes Glas. Klappt doch.
So. 06.11., Ottenstein
Liebes Tagebuch:
Ich wache in meinem Kofferraum auf. Grudzinski hat mich zu meinen Eltern gefahren. Ich weiß nicht mehr was gestern alles passiert ist. In meiner Jacktasche finde ich die Kreditkartenabrechnung für “Chez Monique”. Fünftausend Euro soll ich zahlen für “Bewirtung”. Ich bin verwirrt. Dann klingelt mein Handy, ich weiß sofort wer dran ist, denn den Klingelton habe ich erst gestern geschenkt bekommen: “Wir sind Werder Bremen, lebenslang grün-weiß”. Trotz meiner Kopfschmerzen hebe ich ab. Arndt meint ich soll mir keine Sorgen wegen der Rechnung machen, die wird übernommen. Ich falte die Plastikplane zusammen und klingele. Im Treppenhaus duftet es herrlich nach Pansen.
 Von admin,  am 03.11.11  - (Kommentare geschlossen) Der EXPRESS enthüllt heute schon den Ausrüster für die Post-Reebok-Ära. Das Rennen soll ERIMA gemacht haben.
Die Meldung hinterlässt bei mir erstmal sprichwörtliche Sprachlosigkeit, denn ERIMA ist -für mich gefühlt- so weit entfernt von einem renommierten Ausrüster wie Griechenland von einer gesunden Haushaltspolitik.
Angeblich sollen "bis zu" 6 Mio. Euro in drei Jahren eingefahren werden können, was bei einem stark leistungsabhängigen Vertrag ja zunächst auch von einem Milchmädchen errechnet werden kann. Klar sind das alles bisher nur EXPRESS-Gerüchte, eine offizielle Stellungnahme des 1.FC Köln hab ich noch nicht gesehen aber man kann ja – gerade im Hinblick auf die Trefferquote der Höllenschreiber aus der Amsterdamer Straße- davon ausgehen, dass das schon so kommen wird.
Meine Frage an die Verantwortlichen völlig unvereingenommen und wertfrei: Lohnt sich das? Mit ERIMA wird ein "Oh-No"-Effekt bei den Fans einsetzen, die sich nach den doch eher verkorsten Reebok Leibchen wieder Hoffnung auf ein nettes Trikot gemacht haben, sich sogar -wie ich- begeistert auf die UMBRO-Meldung gestürzt haben. Jetzt bekommen wir wieder einen Kaliber á la "SALLER" um die Ohren gehauen.
Leider kenn ich ja die genauen Zahlen nicht aber nehmen wir mal an, dass die 6 Mio. nie erreicht werden, weil, dann wären wir ja wohl kaum der effzeh, oder? Nehmen wir großzügige 5 Mio auf drei Jahre. Dafür werden halt 5.000 Trikots weniger pro Jahr verkauft, vielleicht noch mehr. Wenn wir mit 70 Ocken pro Shirt rechnen, haben wir da schon ‘ne Million rausgeholt. Jetzt sagt mir bitte keiner, dass Adidas, Nike, Puma oder Umbro weniger als die Hälfte pro Jahr geboten haben, als ein Mittelstandsunternehmen mit 210 Mitarbeitern aus Pfullingen. Ich bin geneigt dies nicht zu glauben.
Für mich sieht das alles sehr merkwürdig und undurchdacht aus. Vielleicht handelt es sich auch um eine Nebelkerze, ich weiß es nicht, ich würd’s mir nur wünschen!
 Von lostinnippes,  am 30.10.11 In der 56. Minute geschieht Rares in Müngersdorf. Der 1.FC Köln schießt ein Tor und aus den Boxen kommt nicht “dat Trömmelche” angeschissen. Slawomir Peszko gelingt sein erstes Bundesliga-Tor und nach hecktischen vier Sekunden dröhnen den Zuschauern die Ohren von irgendwas anderem. Ich hab’s schon wieder vergessen. [Update: Eben auf WDR den Bericht gesehen es war “Schenk mir dein Herz”] Mit dem 3:0 war das Spiel natürlich spätestens gegessen, der Mannschaft gelingt mit minimalstem Aufwand ein Pflichtsieg gegen biedere, harmlose, einfach sehr schwache Augsburger, die jede Bundesliga-Tauglichkeit vermissen ließen. Der Sieg war nötig und auch zu erwarten, denn wenn du zu Hause gegen Augsburg nicht gewinnst, musst du dir schwer Sorgen machen. Jetzt haben wir nach dem elften Spieltag genauso viele Punkte wie letztes Jahr nach dem 18. Spieltag. Wer hätte das gedacht?
Im Gegensatz zu Dortmund verzichtete Solbakken auf das Desaster-Experiment mit Matuschyk und Lanig auf artfremden Positionen, zog den Ex-Stuttgarter wieder vor die Abwehr und ließ Jajalo den Spielmacher geben. Sonst stellt sich die Mannschaft ja fast von selbst auf: Podolski in der Spitze, Clemens ersetzt Chihi, in der Abwehr tobt Brecko wieder auf der rechten Spur rum, der Rest wie gehabt.
Das Spiel war ja nicht wirklich so ergiebig, dass es einen nacherzählenden Aufsatz rechtfertigen würde. Das 1:0 fiel mit freundlicher Unterstützung einer schlafenden Augsburger Abwehr und den Patschehändchen von Simon Jentzsch, der übrigens meiner Meinung nach hinter Tim Wiese beste Chancen auf den Markus-Pröll-Preis für das “größte gefühlte intellektuelle Defizit im Vergleich zum Jahreseinkommen” hat (nicht zu verwechseln mit dem “Andreas-Brehme-Award für spielende Hohlhupen”, da dürfen Torhüter ja nicht mehr dran teilnehmen, nachdem Uli Stein drei Mal hintereinander gewonnen hat und so Thorsten “Toast” Legat um seinen verdienten Ruhm brachte).
Beim 2:0 entscheidet der Linienrichter auf Foul, das muss man nicht so sehen, da sind wir uns -glaube ich- alle einig. Allerdings: Bei dem Handspiel in der elften oder zwölften Minute hätte Gagelmann durchaus auf Elfer entscheiden können, denn ich sehe keinen Qualitätsunterschied zwischen der McKennaschen Handhaltung auf Schalke und dem Ding heute. Der Augsburger Abwehrspieler hatte die Arme im 90° Winkel von der Schulter hängen, ganz so, als sei sein Puppenspieler gerade ‘ne Kippe rauchen gegangen. Egal. Mein Gram ist verflogen.
In der Folgezeit beherrschte der effzeh das Spiel mit wenigen Mitteln. Ungeduldig wurde das Publikum nur nach und nach mit Martin Lanig und das obwohl er heute wenig falsch gemacht hat. Gut, ein, zwei Mal legt er sich den Ball zu weit vor und erstickte damit das Aufbauspiel im Ansatz aber sonst machte er eigentlich eine ganz anständige Partie, hatte es aber auch nicht so richtig schwer, denn weder Brinkmann noch Davids hatten irgendeine Durchschlagskraft.
Nach dem oben erwähnten 3:0 plätscherte das Spiel auf das Ende zu, Solbakken brachte mit Pezzoni noch ein wenig Thrill in das Match, doch auch die eingebaute Torgarantie konnte heute den Augsburgern nicht mehr wirklich helfen. Es ergaben sich zwei Chancen über den eigenwechselten Gogia, die einen Pfostenschuss hervorbrachten und ansonsten nur noch eine Brecko-Abseitsfallen-Falle, die aber von Mölders gnädigerweise nicht genutzt wurde.
Gegen jeden Gegener hätte wir heute ein schweres Spiel vor der Brust gehabt, denn wirklich geil war das nicht, was der FC auf den Rasen brachte aber gegen Augsburg war es dann doch genug. Das gute Pferd springt halt nur so hoch, wie es muss.
Was ich nicht verstehe: Warum Solbakken (ich mein, der Mann wechselt den Pezzoni ein, Eier muss er also in der Hose haben) nicht mal den Versuch macht, den Uth zu testen. Nach dem 3:0 hätte er doch Podolski zurück ziehen könne, Uth für Jajalo und einfach mal gucken was passiert. Stattdessen kommt wieder Roshi, der mich stark an Chihi erinnert und ich bin mir noch nicht sicher, ob das wirklich ein gutes Omen ist. Nicht dass ich an der jedihaften Weisheit des Übungsleiters zweifeln möchte aber ich find’ schon, dass man das mal ausprobieren sollte.
Nächste Woche ist der FC in Bremen und ich werde nach langer, langer Zeit mal wieder auswärts dabei sein und bestimmt einen Fotoroman mitbringen. Vielleicht kneift bis dahin Novas Schenkel nicht mehr so arg und er kann wieder mitmachen, der Rest der Mannschaft wird sich nicht großartig verändert. Wird sicher interessant zu sehen, wie der FC nun auswärts auftreten wird, denn nach Hertha und Dortmund sollte ein Lerneffekt zu erkennen sein. Ich freue mich jedenfalls auf den Tag!
[Update 2] Extra Glückwünsch an den Prinzen für seine Verweigerung dem WDR ein Interview nach dem Spiel zu geben, weil er die letztwöche Sportschau-Verarsche von Steffen Simon nicht so lustig fand. Ich übrigens auch nicht. Sehr schön, dass der WDR-Mann dann noch nachtritt und den Bericht mit dem Satz: “Und dann geht er. Lukas Podolski. Heute in der Interview-Zone nicht ganz so souverän, wie auf dem Feld”. beendet. „Für nur 59 Cent am Tag und damit weniger als zwei Frühstücksbrötchen” (WDR Intendantin Piel) scheisst der WDR auf die Grundsätze des Journalismus (so ein Bericht kann als schlecht gemachte Glosse durchgehen aber nicht in der Sportschau) und beschwert sich dann, dass Podolski, der ja schon seit Jahren als Idiot dargestellt wird (1Live), das nicht mitmacht? Ahso…
 Von lostinnippes,  am 28.10.11 Mit der gestrigen Ausgabe wird das Sportradio360 endgültig erwachsen. 25 Folgen der "Big Show", Interviews, die "Sofa-Quaterbacks" und ‘ne ganze Menge mehr haben die Gastgeber Gaupp, Krawinkel, Wanzke, Renner und Körner bisher auf die Beine gestellt. Zum Dienstjubiläum also nochmal der ausdrückliche Befehl sich die Startseite zu bookmarken und wöchtenlich reinzuhören. Nicht zuletzt auch weil der Liga-Globus eine nette Idee ist, zu der ich wöchentlich auch meine 20 – 30 Sekunden beitragen darf.
Im Archiv der Sendung findet ihr alle bereits gesendeten Folgen. Bisher zu Gast waren das Who-is-Who des gepflegten deutschen Sportjournalismus: Kai Dittmann (SKY), Raphael Honigstein (Süddeutsche Zeitung, The Guardian), Frank Buschmann (Sport 1), Tom Bayer (SKY), Kai Pahl (allesaussersport.de), Marco Hagemann (SKY), Elmar Paulke (Sport1), Oliver Fassnacht (SKY, Eurosport), Fritz von Thurn und Taxis (SKY), Basti Schwele (Sport 1), Michael Leopold (SKY), Marcel Meinert (SKY), Wolfgang Pfeiffer (Die Rheinpfalz), Thomas Wagner (SKY), Andrej Antic (tennismagazin), Tobi Drews (SKY), Manuel Wilhelm (totalrugby.de), Herbert Gogel (SKY, Sport 1), Christoffher Kleindienst (SPIEGEL Online) und Oliver Seidler (SKY)
Interviewt wurden bis dato: Patrik Kühnen (Daviscup-Kapitän), Oliver Luck (ehem. NFL-Quarterback), Markus Wasmeier (Olympiasieger), Philipp Kohlschreiber (Daviscup-Spieler), Marc Girardelli (Rekord-Weltcup-Sieger), Stefan Kuntz (Europameister 1996), Thomas Morgenstern (Olympiasieger), Dirk Bauermann (Bundestrainer) und Marcel Schäfer (Nationalspieler)
Hört mal rein, es lohnt sich!
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