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FC – Bayer04: Deniz the Menace

Es läuft die 83. Spielminute in Müngersdorf. Marcel Risse schlägt einen langen Ball von halbrechts in den Strafraum, Tony Ujah schraubt sich hoch, überspringt Toprak um einen halben Tyrion Lannister, kann den Ball nach rechts weiterleiten wo Bård Finne (nur echt mit dem bolle über dem a) einschußbereit…

…und schon brechen alle Dämme. Trotz des tristen Betonblocks in der Mitte der Südkurve explodiert das Stadion. Der effzeh belohnt sich für einen mutigen, trotzigen Auftritt gegen eine Topmannschaft, die gar nicht so top gespielt hat. Eigentlich hast du auf dem Papier keine Chance, hoffentlich verletzt sich niemand und gut ist. Aber wir scheinen nicht (mehr) dieser Gegner zu sein. Man sieht in allen Mannschaftsteilen, dass mit jedem Spiel mehr Selbstbewusstsein aufgebaut wird, dass die Brust breiter wird, dass man sich aufeinander verlassen kann und dass das Team sich einfach weigert zu kapitulieren. Es ist wirklich ein völlig neues effzeh-Gefühl und ich liebe es.

Um ganz ehrlich zu sein: Leverkusen darf sich über den Punkt mehr freuen, als der effzeh, denn praktisch die gesamte zweite Halbzeit sind wir überlegen, gehen immer wieder aggressiv auf den Ball, generieren sogar Chancen und lassen nach hinten so gut wie nichts zu. Einzig die Szene mit Bellarabi und Brecko sorgte für kurze Schockwellen aber der starke Schiedsrichter Aytekin erkannte völlig zurecht den Regelverstoß gegen Magic Miso und pfiff die Szene ab. Herr im Himmel.

Ansonsten war es nur der effzeh, der das Spiel machte, der sich eine Führung längst hätte verdienen müssen. Aber dann kommt es, wie es immer kommt, Osako bekommt einen klaren Freistoß nicht (Aytekin), Leverkusen bekommt einen Einwurf an den Mittellinie, ein strukturierter Angriff, keine klare Zuordnung in der Innenverteidigung, Tempo, sicheres Paßspiel, Peng. 0:1. Das war gut gespielt und von einer Mannschaft, wie sie der effzeh im Moment stellt, nur schwer zu verteidigen. Da geht man halt lieber in die Rückwärtsbewegung als auf den Ball zu gehen, weil du ja keine Lücken vor dem Tor zulassen willst, konzentriert sich auf den ballführenden Spieler und dann passiert es halt. Blöd.

Aber dann wird sich kurz geschüttelt und weiter gespielt. Peszko rein. Okay, immer noch Rückstand. Nagasawa rein. Knapp aber noch reicht es nicht. Finne rein. Loss jonn Ihrefeld. Bäng Boom Bäng. Stöger macht auf, der effzeh kann im Ballbesitz (49% zu 51%) fast mithalten, und sichert halt mit allen Mannschaftsteilen ab. In der Hinrunde sind wir von cleveren Leverkusener in genau dieser Situation abgeschossen worden, heute schießen wir den Ausgleich und haben noch nicht genug. Risse aus 60 Metern wäre fast die Krönung gelungen.

Apropos Risse. Der Mann macht so viel richtig, ist enorm fleißig, schnell und ballsicher bis zum Schluss. Aber wenn es dann an den letzten Zentimter geht, macht es irgendwo Snap bei ihm. Seine Flanken und Torschüsse sind immer ambitioniert aber selten brauchbar. Da muss er ruhiger werden. Dennoch zeigt er seine Bundesliga-tauglichkeit und das ist eben das, was wir diese Saison herausfinden mussten. Wer ist wirklich ein Spieler, der dem 1.FC Köln dauerhaft weiterhelfen kann. Marcel Risse gehört meiner Meinung nach dazu, seine Entwicklung ist gut.

Wenn wir doch nur jemand hätten, der Ecken und Freistöße und Flanken schießen könnte…

Eine weitere Personalie, die mir Hoffnung auf eine stabile Weiterentwicklung macht, ist Yannick Gerhardt, der nach seiner langen Krankheit wieder ins Team gekommen ist. Mitte der ersten Halbzeit schrieb ich in unseren Chat, dass mir Gerhardt gar nicht gefällt, dass er zu langsam im Kopf ist und falsche Entscheidungen trifft. Das war voreilig, denn Gerhardt wurde im Laufe des Spiels immer stärker, organisierte mit Matze Lehmann das Spiel ruhig und souverän, trieb den Ball immer wieder nach vorne und sorgte für nominelle Überzahl im Mittelfeld, wenn es nötig war. Prima.

So, wo wir gerade bei prima sind: Deniz Aytekin. Was soll das? Kann ich nicht begreifen. Die Schwalbe des Nicht-Nationalspielers treibt Jürgen Klinsmann und Arjen Robben die Schamesröte ins Gesicht, Andreas Möller klatscht anerkennend aus dem Off und Steffen Simon… ach, Steffen Simon. Sind wir uns einig, ne? War kein Elfmeter. War kacke, oder Deniz? Zum Glück tritt Çalhanoğlu den Ball als sei er von Stuart Pearces Geist beseelt und Timo Horn ist halt Timo Horn. Großartig. Aber nochmal: Das ist wieder eine Entscheidung gegen den effzeh, die niemals so getroffen werden darf. Und wer immer sagt, dass sich im Laufe der Saison alles ausgleicht hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Egal. Ich muss aufhören, sonst pump mein Blutdruck wieder in den tiefroten Bereich.

Fazit: Punkt geholt, super Spiel gemacht, großartige Stimmung. Klassenerhalt fast sicher. Kann man nicht meckern. Ganz und gar nicht.

Wenn wir doch nur jemanden hätten, der Ecken und Freistöße und Flanken…

Joa, jetzt geht es am nächsten Spieltag nach Augsburg, die im Moment auch niemanden Angst einjagen dürften. Weitermachen.

Come on effzeh

Bockcast #041 – Quickcast

1Was alles passieren kann, wenn der Arbeitstag nur lange genug ist. Wäre ich nicht seelisch und moralisch so stabil, würde man wahrscheinlich ab und an in der EXPRESS von meinen Eskapaden lesen können, doch da das ja zum Glück nicht so ist, kommen mir nur ab und an bekloppte Ideen in den Kopp.

So wie heute, als ich, es muss irgendwann gegen halb fünf gewesen sein, mich an eine kleine Diskussion mit Enzo erinnerte, der einen vereins-losgelösten Podcast auf die Beine stellen wollte. Irgendwas zwischen Doppelpass, Rasenfunk und Bockcast. Also die Promille vom Doppelpass, die Kompetenz des Rasenfunks und die sympathische Ausstrahlung des Bockcasts. So was in der Art. Der Jeck.

Aber irgendwie hab ich da auch so ein klein wenig Lust drauf. Ein Aperitif zum Spieltag sozusagen. Alle kommenden Partien von uns durchgetippt. Unsachlich und befangen. Man gucken ob das was gibt.

Damit es auch richtig weh tut, haben wir uns darauf geeinigt, dass der Verlierer der Woche eine 300-Wörter-Lobrede auf den FC Bayern bei Facebook online stellen muss. Ich bete zum lieben Gott, dass dieser Kelch an mir vorüber geht. Nächstes Mal kommt dann bestimmt sowas wie “10 Thesen warum Red Bull gut für die Liga ist” oder so… Joa, mal gucken.

Tja und da die Seite entgegen der Ankündigung des Hosters noch nicht down ist, haben wir es dann einfach mal gemacht. Hier also, Damen und Herren, völlig losgelöst von jeglicher Fachkenntnis, die Ergebnisse des kommenden Spieltags. 20% aller Wettgewinne sind an uns abzuführen. Viel Spaß!

Achja, eine Sache noch: Danke Euch da draußen. Ihr wisst, wen ich meine. I heart you.


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Downtime

Das hier wird jetzt erstmal der letzte Text für mindestens zwei Wochen. Hat aber diesmal nichts mit Lust oder Unzufriedenheit zu tun, sondern hat einen ganz banalen, einfachen Grund: Am Sonntag wird mir mein Hoster die Seite sperren, weil ich die jährlichen Serverkosten, die diesen Monat fällig waren, nicht bezahlt habe. Nicht bezahlen konnte. Ist halt manchmal so. Ich verdiene okayes Geld, kann mich auf keinen Fall beschweren aber manchmal gibt es ja so Monate. Rückzahlungen wegen Altlasten, Haus frisst Geld wie Satchmo Heu (diesmal war es das Steuergerät des Heizkessels), normales Leben, normale Rechnungen und peng, isses soweit, dass ich mir den Luxus einer eigenen Homepage nicht mehr leisten konnte.

Passiert.

Ich habe sogar überlegt, ob ich diese Downtime nicht dazu nutzen sollte den Vertrag generell zu kündigen. Ich mein, natürlich muss ich am Monatsersten, wenn wieder frisches Geld da ist, die jetzige Rechnung bezahlen aber wenn man überlegt, das Ding hier kostet 120 Euro im Jahr, dazu kommen Kosten für Bockcast-Equipment (z.B. Headset 50,- Euro) und alles in allem kommste schon manchmal ins Grübeln ob es das wert ist.

Ja. Isses.

Ich werde das hier (so schnell) nicht sterben lassen, denn auch wenn ich mich manchmal übertrieben polternd über manche Dinge beschwere und ich in letzter Zeit wieder weniger Lust hatte zu bloggen, weiß ich doch, dass ich tief in mir drin zu sehr an dieser Seite hänge. Ja, sogar am Bockcast, man mag es kaum glauben.

Und wenn ich noch einen weiteren Arschtritt gebraucht hätte, dann habe ich den eben auf Twitter bekommen, als ich diese bevorstehende Downtime beiläufig ansprach und sofort aus allen möglichen Ecken Unterstützung bekam. Ich weiß nicht wie ich Euch, Chiara, Alex, Jakob, Stefan und Svenja danken soll, als demnächst wieder “guten” (jajaj, ich weiß 🙂 ) Content abzuliefern. Vielen Dank!

Tja, mehr gibt`s gerade nicht zu erzählen. Falls Ihr auch Lust habt, mich etwas zu unterstützen, dann freue ich mich (Spendenbutton oben rechts), wenn nicht, dann ist das auch okay, ich zahle auch nicht für alles was ich lese und höre in diesem Internet. No harm done.

Irgendwann rund um den 01.05. werde ich die aktuelle Rechnung bezahlen und dann geht es hier auch weiter. Bis dahin:

Come on effzeh!

Bockcast #040

Zugegeben, die Lust hielt sich eigentlich in Grenzen aber nachdem heute der HSV und der BVB die Schlagzeilen bestimmen, der effzeh eigentlich gerettet sein müsste und das doch noch ganz unterhaltsame Spieltage bis zum Saisonende werden können, gibt`s halt doch noch mal einen Bockcast. Kenntnisreich flankiert von Peter.

In erster Linie beschäftigen wir uns natürlich mit der gefühlten Rettung des effzeh, schauen nach Dortmund, haben Angst (also zumindest ich habe die Angst), dass Peter Stöger dort Trainer wird, denn Tuchel kommt bei uns nicht ganz so gut weg und bleiben dann mitten auf der Autobahn stehen um uns diesen Autounfall namens HSV anzugucken. Meine Herren. Labbadia? Das nenn ich mal ne Überraschung.

Natürlich kommen wir wieder ins Schwaaden, tippen und wünschen uns Absteiger, verscherzen es uns mit der halben Liga und fabulieren sogar über eine Wiederkehr von Darmstadt 98 in die Bundesliga. Kritische Spitzen gegen Ingolstadt sind natürlich obligatorisch.

Das war`s erstmal.

Viel Spaß.


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Bockcast #039

Letzte Woche gab es ja zum Teil heftige Kritik am Bockcast. Ich kann diese in Teilen nachvollziehen, in anderen Teilen nicht aber das ist ja auch nicht schlimm. Was bei mir angekommen ist, war der ziemlich einseitige Umgang bzw. die Sichtweise auf die Ultras. Okay, dann machen wir das ganze eben nochmal. Und besser. Und größer.

Heute gibt es einen Rundumschlag. Und zwar mit Premiumgästen. Zum einen redet Peter Klartext. Sowohl was das Innenleben der Kurve anbelangt als auch zum effzeh. Aus dem fernen Berlin hilft uns Sebastian (Textilvergehen) einen Blick auf einen Verein ohne Kollektivstrafen zu werfen. Probleme gibt es da auch aber Union geht damit anders um. Genauso wie der FC Sankt Pauli, die ja gemeinhin als Wikipedia-Eintrag des etwas anderen Vereins gelten. Maik (Der Übersteiger) ordnet die Weltlage und verteidigt ganz nebenbei den DFB. Sachen gibt`s. Und schließlich erklärt uns Florian (NedsBlog) wie man sich als Fan so sehr von seinem Verein entfremden kann, dass man die Spiele der Profimannschaft nur noch gelangweilt zur Kenntnis nimmt. Hoffen wir mal, dass uns das als effzeh-Fans nicht passieren wird. Sicher sind wir uns da aber nicht.

Diesmal ist es halt echt kein wirklicher Bockcast, alles ein bisschen ernster und zielstrebiger.
Ich hoffe aber dennoch Ihr habt auch damit mal Euren Spaß. Der nächste wird wieder lustiger. Hoffentlich.


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Bockcast #038

bockcastAnscheinend hat aktuell niemand wirklich Lust auf Bockcast, darum sind Stefan und ich alleine und kümmern uns um alle wichtigen Dinge. Der Punkt des effzeh gegen Bremen, die Spielanlage, die Stimmung, die Ultras (ich reg mich schon wieder furchtbar ungesund auf…) und dann machen wir einen großen Schnitt und gucken auf den Abstiegskampf. Weniger effzeh-Content als üblich aber die Liga geht ja auch langsam in die entscheidende Phase.

Und wenn Ihr mal wieder nix zu tun habt, gebt mir doch vielleicht eine Bewertung auf itunes ab, da stagniert es leider. Oder habt Ihr was zu meckern? Gefällt Euch das Ding nicht (mehr) oder hört Ihr es vielleicht gar nicht? Dann kommentiert doch kurz, denn nur für mich muss ich das auch nicht machen, wenn Ihr versteht, was ich meine 🙂

Tja, und dann noch eine ganz kurze Sache: Ich hatte ja mal dieses Buchprojekt, das läuft auch formal immer noch, nur macht da genau niemand mit. Vier Text hab ich bekommen in all der Zeit. Hat evtl. doch noch jemand von Euch Lust mitzumachen? Schreibt mir ne Mail, dann sehen wir weiter. Wär echt ganz nett. Ihr könnt davon auch gerne Euren Freunden und Bekannten erzählen oder den link hier teilen, denn irgendwann muss entweder was kommen oder es hat halt keinen Sinn mehr. Schade, dass es gerade in unserer sehr breiten Fanszene so wenig Antrieb gibt. Aber, kannste halt nix ändern.

Joa, Ihr merkt, heute ist mal wieder Frustabbautag (und über das Montitäre will ich gar nicht reden 🙂 ) aber dennoch wünsche ich Euch viel Spaß beim hören.

Come on effzeh!


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Statt Karten

Ja, der effzeh hat gut gespielt, ja, die taktische Disziplin hat gestimmt, mit ein wenig Glück und Abgezocktheit hätten wir sogar drei Punkte aus Dortmund entführen können, denn der BVB hat es über die gesamten 90 Minuten nicht geschafft den effzeh dauerhaft in Verlegenheit zu bringen. Natürlich kommen da ein paar Chancen raus und natürlich kann man den BVB auch -als objektiver Fußballfan- als die bessere Mannschaft benennen. Muss man aber nicht, denn wenn ich sehe wie teilweise hilflos, wie fahrig und unkonzentriert die Angriffe vorgetragen wurden, wie gut gestaffelt der 1.FC Köln stand und dann auch mal einen kurzen Blick auf das vorhandene Spielermaterial der beiden Mannschaften wirft, dann müssen sich die Spieler von Peter Stöger nicht grämen. Ich war vollauf zufrieden mit der Leistung und den Punkt nehmen wir auch gerne mit, denn jetzt sind es immerhin schon sechs Punkte und eintausend Tore, die wir Paderborn voraus sind.

Aber das ist Fußball. Unwichtig.

Jetzt wird es schwierig.

Am Freitagabend starb Klaus Ulonska, Präsident des SC Fortuna Köln völlig überraschend an einem Herzinfarkt. Unfassbar.
Jeder, der ein Herz für Fußball, nein, für Sport in dieser Stadt hat, kannte Klaus Ulonska. Ehemaliger Weltklasse-Leichtathlet, Europameister im Staffellauf 1962, Organisator des ASV-Sportfests, Vorsitzender des Kölner EK, des Stadtsportverbunds und Ratsmitglied der Stadt Köln.
Nein, Untätigkeit war seine Sache nicht und so ist es kaum verwunderlich, dass er sich von ein paar Verrücken 2005 dazu überreden ließ der Fortuna zu helfen als diese eigentlich schon tot und begraben war. Verbandsliga. Spiele in Merten und hohe Niederlagen in Brühl. Kein Geld für nichts und der Tunnel ist lang. Kein Licht.

Bis Klaus Ulonska das Erbe von Jean Löring antrat um die Südstadt zu retten. Mit seiner Macher-Attitüde, mit Energie und Mut schaffte er es dem Verein neues Leben einzuhauchen. Ohne ihn, das ist wohl nicht zu leugnen, gäbe es Fortuna Köln in seiner jetztigen Form nicht mehr. Er rettete nicht nur den Lebensinhalt von 500 durchaus behandlunsgwürdigen Fans, sondern auch einen Verein, der seit dem Schäng mehr war als nur ein reiner Leistungssportklub. In Hochzeiten gab es über 20 Kinder- und Jugendmannschaften, die das geschwungene F auf der Brust trugen. Und für die Pänz ging Klaus Ulonska bei jedem Heimspiel mit dem mittlerweile berühmten Ball spazieren. Freudig begrüßt von den Fans, bei jedem Halt für ein kurzes Schwätzchen zu haben. Immer strahlend und immer gutmütig und glücklich, wenn es wieder im Ball klimperte oder noch besser ein Schein in den Schlitz geschoben wurde. Und davon konnte man sich auch nicht entziehen. Sobald Klaus Ulonska um die Ecke kam, über die Bande stieg, wurden die Geldbeutel gezückt.

Man erkannte einfach die Leidenschaft mit der er sich diesem “Rentenprojekt” verschrieben hatte. Unvergessen seine Tränen nach dem dramatischen Aufstieg in München, als er nach dem Spiel völlig aufgelöst vor dem Gästeblock stand. Sein Verein war wieder im Profifußball angekommen.

Wer wird jetzt mit dem Ball spazieren gehen? Die Fortuna steht vor einer enormen Herausforderung. Ich wünsche dem Verein sehr, dass er einen ähnlich engagierten, positiv verrückten Menschen wie Klaus Ulonska finden kann, der die enormen Fußstapfen wenigstens ansatzweise füllen kann. Leicht wird das nicht.

Es ist immer noch ein Schock. Für die Fortuna, für unseren Sport, für unsere Stadt. Und es hätte dem effzeh vielleicht auch nicht geschadet in Dortmund mit einem Trauerflor aufzulaufen, denn Ulonksa war auch immer ein Freund des “großen” Kölner Vereins. Er hat mit Overath zusammen die Ausbildung gemacht und allein durch seine Tätigkeit im Rat der Stadt hatte er genug mit Müngersdorf zu tun. Darum, lieber effzeh: Versteh ich nicht. (Ich muss zugeben, ich hab da auch erst drüber nachgedacht, als mir das von versch. Fortuna-Fans “vorgeworfen” wurde…)

Klaus Ulonska wird am Freitag beerdigt. Gute Reise, Klaus. Es wird sich auch da oben was finden, was nicht ganz rund läuft.

ulonska

 

Und wer jetzt trotzdem noch etwas zum Fuppes hören will: Ich war nach dem Spiel bei Sport1.fm zu Gast. Sehr angenehmes Gespräch mit Oliver Fassnacht und Benni Zander.
Nachzuhören hier.

FC – SGE: 4 Tore für ein Halleluja

1Rund um die 65. Minute schrieb ich in unserem Selbsthilfe-effzeh-whatsapp-Chat, dass ich den Punkt nehme. Zu stark war mir die Eintracht nach der Pause, zu schlecht war das Aufbau- und Umschaltspiel des effzeh, als dass ich noch große Hoffnung auf den so bitter benötigten Dreier hatte. Kevin Vogt verdaddelt mal wieder ein Ball, bekommt ihn aber Sekunden später zurück, fällt fast beim Versuch seine Beine um das ungeliebte Spielgerät zu schlängeln auf das Gesicht, kann das aber in letzter Sekunde verhindern und zu Marcel Risse passen, der kurz und trocken abzieht, wie Heribert Faßbender sagen würde, und der Rest ist Jubel. Unerwarteter, grenzenloser, Ausrast-Jubel. Bis, ja bis Verena (ja, Du bist schuld 🙂 ) die Frage nach der 4. Auswechslung stellt. Mir war kurzfristig sehr, sehr schlecht.

Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag, heute will ich euphorisch sein. Zumindest größtenteils.

Aber fangen wir doch mal vorne an. Nach der unnötigen aber völlig verdienten Niederlage beim SC Freiburg unter der Woche, dem daraus resultierenden Aus aus dem DFB-Pokal, war die Stimmung merkwürdig angespannt. Vereinzelt wurden schon die schweren Kaliber ausgepackt. Schicksalsspiel, Endspiel gegen Frankfurt, Must-Win und so weiter. Ist ja nicht so, dass noch 10 Spiele zu spielen wären. Aber, zugegeben, ich war auch schon ziemlich nervös.

Das erste Indiz für einen schönen Nachmittag war die Rückkehr von Miso Brecko auf die Bank. Der Puls fuhr etwas runter. Dazu nahm Peter Stöger Halfar aus der Mannschaft und setzte auf den Neuzugang Deyverson. Völlig verständliche Maßnahme. Halfar agierte in den letzten Spielen bestenfalls unglücklich und fahrig. Falls man es nicht gut mit ihm meint, könnte man sagen, dass er den Beweis geliefert hat nicht bundesligatauglich zu sein. Egal. Ich mag Halfars Spiel und in lichten Momente kann er mich begeistern, ich hoffe sehr, dass er stärker zurückkommt.

Ja, Deyverson. Hmm. Wie fange ich das jetzt an? Am besten mit dem Tor. Hat er ganz gut gemacht, Nerven behalten, technisch fein über den Keeper, prima Ding. Dazu dann noch eine gewisse…
…nennen wir es Zeckigkeit im Zweikampfverhalten. Achja und fleißig fand ich ihn auch. Er bildete mit Ujah die erste Verteidigungslinie und ging mit unserem Sturmtank im Wechsel immer auf den ballführenden Spieler, so dass den Frankfurtern mehr als einmal nichts übrig blieb als minutenlang quer zu spielen, dann einen langen Ball zu schlagen und auf Alex Meier zu hoffen, der aber in der ersten Halbzeit blass, ich möchte fast geisterhaft schreiben, blieb. Das war okay von Deyverson. Was aber gar nicht geht ist seine Theatralik, sein robbenneskes Verhältnis zur Schwerkraft und eine Schauspielkunst nach kleinsten Rempeleien, die Thomas Müller sicher anerkennend die Augenbraue heben ließ. Was für ein Scheißdreck. Jetzt haben ja Brasilianer eh ein wenig die Angewohnheit den Fußball als Kleinkunstbühne zu sehen, im Positiven wie im Negativen, das kann man wissen aber in dieser Form und in dieser Penetranz war das schon sehr störend und wurde auch zurecht vom –ansonsten sehr schwachen- SKY-Reporter Martin Groß mehr als einmal kritisiert. So gut mir Tore für meinen Verein gefallen, auf solche Spieler verzichte ich lieber. Mit aller Konsequenz. Darum würde ich nie einen Robben oder Müller in der Mannschaft haben wollen. Ich hasse diese Schinderei wirklich. Spielt Fußball. Also, lieber Herr Deyverson: Unterlassen sie das bitte. Danke.

Ich bin mir etwas unsicher ob der Einfluss meines Blogs ausreicht um ihm das klarzumachen aber sowohl Peter Stöger als auch Jörg Schmadtke scheinen die Szenen ähnlich wie ich gesehen zu haben und werden sicher das Gespräch mit ihm suchen.

Dadurch war aber wenigstens Zambrano dauerhaft aus dem Spiel, weil er halt echt andere Dinge zu tun hatte als etwas für das Spiel zu tun. War also doch gut.

Womit wir bei der Eintracht der erste Halbzeit wären: Himmelhergott wie schlecht. Keine Ballsicherheit, völlig ideenloses Spiel nach vorne, unkonzentriert, einfach schlecht. Es war schon wieder (wie im Hinspiel) ein Witz, dass der effzeh keinen Profit aus diesem blutleeren Auftritt der Gäste ziehen konnte. Ujah will auch lupfen, scheitert aber an den Go-Go-Gadgetto-Armen des Frankfurter Schlußmanns, Peszko dribbelt ziellos durch die Gegend als würde er einen neuen BH für seine Frau im Primark suchen, Risse spielt Flummi und Vogt stand halt orientierungslos im Mittelfeld. Hodor. Hodor. HODOR!

Man merkte halt wie sehr uns ein richtiger Zehner fehlt. Und vielleicht auch noch ein Neuner. Und jemand der Freistöße schießen kann. Und Ecken. Und einen für Einwürfe. Jaja, es war nicht alles golden.

Aber man führt. Zu Hause. Krass.

Achja, einen Elfmeter hätten wir auch noch kriegen können. Ich will mal nicht von müssen reden aber dass diverse vorher schon genannte Spieler den bekommen ist doch keine Frage, oder?

Egal, wir führen ja.

Tjoa und dann beginnt die zweite Halbzeit und ich habe sofort ein ungutes Gefühl. Die Eintracht geht früher auf den Mann, setzt sich in der Kölner Hälfte fest, holt Eckbälle, versucht das Offensivspiel anzuwerfen, das gelingt ihnen zwar nicht immer aber viel zu oft, der effzeh kann sich nur sehr punktuell befreien, verstolpert die wenigen kontrollierbaren Bälle auch noch und irgendwann ist auf links ein Loch in Bodenseegröße, ein kluger Paß in den Strafraum, Meier ist nicht zu halten, zack, Ausgleich. Dieser Alex Meier ist schon eine Granate. Frankfurts Lebens- Unfall- und Haftpflichtversicherung in einer Person. Da machste nix.

Und ab da hatte ich dann Schiss, weil man teilweise sah, wie unbedarft beim effzeh die Bälle verloren gehen und wie leicht Frankfurt zumindest bis 20 Meter vor das Tor kommen kann. Vielleicht ist das viel zu harsch und viel zu übertrieben aber so ist es halt. Ich bin effzeh-Fan, was bleibt mir übrig als mich in Über- und Untertreibungen zu flüchten, wenn es rational nicht erklärbar ist, dass jeder, wirklich jeder ruhende Ball völlig ohne Not zum Gegner gepasst wird. Spielt keine Rolle ob nach vorne, nach hinten oder zur Seite. Wir spielen den Ball zum Gegner. Na gut, vielleicht ist es Arroganz, was weiß ich denn…

Und mitten in diese Phase, des „wir-sind-so-schlecht“ nimmt sich Risse eben ein Herz. Siehe oben.

Ausrasten.

Die unerwarteteste Führung seit Daniel Brosinski in München den Madjer gemacht hat.

Und der Rest in Wohlgefallen. Die Eintracht untermauert eindringlich ihren Ruf der Diva. I don`t do steps. Kein Schritt mehr zuviel, keine Zuordnung und keine Gegenwehr. Ich kann mich spontan nicht an ein Spiel der jüngeren Vergangenheit erinnern, in dem es uns so einfach gemacht wurde Tore zu schießen. In Cottbus? Ja, okay, vielleicht. Aber sonst?

Und dann macht auch noch der Ujah sein Tor, nachdem er vorher zwei verballert hat (aber beim 1:0 den „Zweikampf“ gewann…), rennt zum Hennes, dreht mal kurzfristig komplett durch und jetzt haben wir den Salat. Das arme Tier. Spiegel Online, 1Live, WDR2, KStA, EXPRESS, sogar der freaking Guardian berichtet über das Zusammenkommen der beiden Helden. Ich hab nicht nachgeschaut was im Straubinger Tagblatt oder in der Kieler Nachrichten steht aber es wird schon ein Meldung sein. In den sozialen Netzwerken kam recht schnell der Tierquäler-Beißreflex auf, die Empörung war groß. „Wie kann er nur?“ „Dass es Leute gibt die diese Art von Tierquälerei lustig finden, macht mich nur noch wütend“ „Was ein dummes Arschloch“ (ich verlinke bewusst nicht, ich hoffe ihr versteht das) und so weiter und so fort. Es war schrecklich.

Ja, Ujah ist da zu grob, ja er reißt Hennes etwas zu fest und zu schnell an den Hörner, das Tier guckt auch doof. Aber, liebe Leute, kommt doch mal klar. Habt ihr schonmal gesehen was Böcke in der freien Natur anstellen wenn es um ein Revier geht? Jaja, ich weiß, das ist die Natur und der Mensch…ach, ich bin müde, ich kann das nicht mehr. Macht ihr mal. Hennes lebt, Ujah hat sich entschuldigt und Berti Vogts schlägt sicher eine Möhre extra vor. Damit sollte es dann auch gut sein.

Dass wir dann in der Nachspielzeit noch einen Elfer kassieren ist dämlich (auch wenn ich nicht zwingend Elfmeter sehe, denn wenn es ein Foul war, war der Kontakt doch zuerst außerhalb oder nicht? Wir sprachen da im Bockcast drüber) aber fast noch zu verschmerzen, im Gegensatz zu der komplett albernen roten Karte die Deniz Kircher Wimmer gab. Horn hatte den Ball schon in der Hand, da war der Zweikampf noch gar nicht beendet. Hört doch auf. Wir bekommen den Elfer nicht, Frankfurt schon und dann noch ne rote Karte. In der 92. Minuten bei 4:1. Mann, Mann, Mann.

Kevin Wimmer wird das Spiel in Dortmund aussetzen müssen. Es gibt tatsächlich schlimmeres aber dennoch ist es doof.

Und dass wir dann doch nicht vier mal gewechselt haben, beruhigt mich kolossal. Ich meine, wir sind immer noch der effzeh ganz ausgeschlossen ist das bei uns nie auch wenn ich Stöger und Schmadtke das tendenziell eher nicht zutraue aber man sagt ja immer dass das Umfeld den Menschen formt und darum…

Und so steht der effzeh auf einmal als Gewinner des Spieltags da. 28 Punkte, Platz 11. Großartig.

Und um Fußballkunst kümmern wir uns dann nächstes Jahr.

Come on effzeh!

Bockcast #037

bockcastNach der Niederlage in München und vor der wichtigen Woche für den effzeh spreche ich diese Woche wieder mal mit Mirko Born (Born staubt ab) über gefangene Konter, zauberhafte Magic Miso Momente und über Dinge die Mut machen. Jaja, das 1:4 in München gehört da schon zu.

Insgesamt ist es schon recht… nunja… launig.

Außerdem gibt es am Ende ein kleines Special: Mit Thorsten Poppe und seinem Kumpel Antti rede ich über ein zauberhaftes kleines Projekt, eine Web-Reportage, wenn man so will über die WM und wie 3 Kölner Fußball-Verrückte sie erlebt haben. Ein Trip in die Vergangenheit. Aber ein lohnenswerter, meine ich. Schaut Euch das wirklich mal an, das lohnt sich schon.

Viel Spaß beim hören.

Come on effzeh!


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Bockcast #036

bockcastGrippewelle im Rheinland. Irgendwie ist alles krank und mich hat es dann seit Sonntag auch erwischt. Das letzte Bier mit dem Ansgar muss schlecht gewesen sein. Darum gibt es auch diese Woche “nur” den Bockcast und keinen schriftlichen Spielbericht, die Arbeit lässt das gar nicht zu und wenn ich dann zu Hause bin, leg ich mich hin. Seid nachsichtig mit mir.

Umso mehr hoffe ich, dass wir wieder eine launige Episode fabriziert haben. Wie schon in der Hinrunde sind die beiden klugen Köpfe hinter Collinas Erben zu Gast. Klaas als 96er und Alex als Bayernfan passen halt wie Faust aufs Auge.

Wir sprechen über das Spiel des effzeh gegen Hannover, erfahren warum Herr Perl keinen Elfmeter pfiff, schauen auf das Kreativ-Feuerwerk unserer Mannschaft in München voraus, beschäftigen uns aber auch nochmal mit der Fanproblematik und den ausgesprochenen Kollektivstrafen in der Kölner Szene. Wie wir dann auf den FC Homburg gekommen sind, weiß ich nicht mehr.

Es ist alles ein weniger kürzer als sonst aber ich wünsche wie immer viel Spaß und…

Come on effzeh!


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