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FCK – FC: Herr Roshi sucht das Glück

Heute spät dran, weil gestern Superbowl-Nacht. Natürlich gewinnen in Indianapolis wieder die Falschen aber dafür gab es Stunden vorher in der Bundesliga einen wichtigen Sieg des 1.FC Köln in Kaiserslautern zu bestaunen. Der erste Sieg seit 1989 in der Pfalz. Da gab’s die DDR noch.

Und wo wir dann gerade im kommunistischen Paläozoikum sind: So war dann auch das Spiel. Eine nicht-bundesliga-reife Mannschaft trifft auf eine knapp-bundesliga-taugliche Mannschaft mit unterem Selbstbewußtseinspegel, die ohne ihren Superstar versucht den Abstand auf die Abstiegsränge wenigstens zu halten. Man hat schon schönere Spiele gesehen. Das ist am Ende natürlich alles larifari hinfällig, denn ohne groß philosophisch zu werden: Scheiss der Hund was drauf! Drei Punkte sind drei Punkte, sind drei Punkte!

Über das gesamte Spiel ist der effzeh die bessere von zwei schlechten Mannschaften. Es werden zumindest einige kleine Chancen kreiert, die jedoch entweder im Slapstick (Peszko) oder am Pfosten (McKenna) enden. Lautern hat genau eine Torchance als Geromel wieder mal unter einer Flanke durchhüpft und Rensing glänzend pariert. Sonst war das gar nichts von den Pfälzern. Völlig hirnloses reinflanken aus dem Halbfeld, immer auf Sereno oder Mckenna, kein Zug zum Tor und auch keine spielerischen Mittel. Am auffälligsten war noch Rodnei, der 45 Minuten versucht hat seine Handschuhe anzuziehen, daran scheiterte aber die Moral aufbrachte die Dinger in der Hand zu behalten um es immer und immer wieder zu versuchen. Sehr schöne Einzelleistung. Der Rest war Stille.

Oh, Halt: Einen richtigen “Betze-Moment” gab es dann natürlich doch noch: Die gelb-rote Karte von Borysiuk ließ dass Teufelsblut kochen. Trainer Kurz versuchte sich als Aufpeitscher, machte die Kölner Bank für die grandiose Doofheit seines Neueinkaufs verantwortlich, anstatt sich mal auf sein Kerngschäft zu konzentrieren. Sorry, aber wenn ich vor fünf Minuten die gelbe Karte gesehen habe, dann kann ich am Mittelkreis nicht so komplett bestusst auf den Mann gehen und mich dann wundern wenn’s in der Hose klingelt. Nee, die Karte geht völlig in Ordnung. Generell hilft uns die Überzahl ja nicht wirklich, weil dann das Denken wieder anfängt aber gestern hat es auf jeden Fall nicht geschadet. Hatte der Lanig bißchen mehr Platz im Mittelfeld um sich umzugucken.

Das Tor des Tages fällt nach einem Doppelwechsel des Trainers, der auch ein kleines sportpolitisches Ausrufezeichen darstellt. Roshi und Ishak kommen für Peszko (unterirdisch) und Lanig (knapp über Grasnarbe) auf’s Feld und lassen den Neuzugang Chong Tese traurig zurück. 90 Sekunden später zeigt der Albaner, dass er nichts von Geschichte versteht und macht einfach das Tor des Tages und beendet so den “Teufelsfluch” [EXPRESS]. Ishak hätte auch noch treffen können aber sein Schuss war ein bißchen zu unplaziert, so dass Trapp seine Fäustlinge noch an den Ball brachte.

In den letzten 20 Minuten zieht sich der effzeh etwas zurück, gibt das Mittelfeld auf und lacht sich tot über die ungenügenden Bemühungen des Gegners. Und mehr war auch wirklich nicht.

Nächsten Sonntag geht’s gegen den HSV. Gelingt zu Hause ein weiterer Sieg, sollte das doch die nötige Ruhe reinbringen die Saison nach Hause zu schaukeln um sich FRÜHZEITIG mit der Planung für den Sommer zu beschäftigen.

Hoffnung im Morgentau

Die sportliche Leitung gibt bekannt:

In enger und herzlicher Zusammenarbeit haben es die geliebten Lenker des Vereins, der unermüdlich dem Wohle des Clubs lebende, heiße Luft atmende und niemals aufgebende Volker Finke und der überaus geschätzte, kontrolliert handelnde und über die Maßen eloquente Claus Horstmann geschafft ab sofort den hünenhaften Chong Tese aus dem fernen Bochum an den Rhein zu holen.

Der Dank der Anhängerschaft gilt dem besonnen Handeln kurz vor Ende der Transferperiode, die uns überaus glücklich in die Zukunft schauen läßt. Im Gegensatz zum imperialistischen Rest der großen Fußball-Liga zeigt der 1.FC Köln dass menschenfreundliches Handeln immer ein großer Gewinn ist. Die kluge Strategie der sportlichen Leitung die schreienden Affen über die westliche Presse abzulenken und mit dem großen Tiger Tese zu verhandeln ist nur vergleichbar mit dem großen Ablenkungsmanöver von 1990.


Der Fels, der aus der Brandung herausragt, das Symbol für Einigkeit und moralische Vorbildfunktion ist 1984 (westlicher Kalender) unter besorgniseregenden Zuständen bei menschenverachtenden Feind in Japan geboren, hat aber durch selbstbewußte und richtige Erziehung der Koreanische 2. Grundschule Aichi, der Mittelstufe der Koreanischen Tōshun-Grund- und Mittelschule und der Oberstufe der Koreanischen Mittel- und Oberschule Aichi die Gabe der Fußballkunst erlernt. Seine Perfektion ist unerreicht, sein Wirken wird nachhallen und in allen Völker der Welt Freude entfachen.

Eine Spezialität des Rooneys von Asien wie er in unfreundlichen Medien genannt wird ist das Kopfballspiel, welches er nach langer Meditation in den göttlichen Bergen nach Anleitung des geliebten Führers revolutionierte. Er köpft den Ball mit der Stirn statt mit dem Oberkopf wie es die ganzen anderen, nach seiner Perfektion strebenden Westnasen bisher taten.

Auch hat der mächtige Ochse Tese das Herz eines wahren Fürsten. Er…[Satelliten-Empfang bricht ab]

FC – Schalke 04: Sehenden Auges in den Untergang

60 Minuten spielt der effzeh wieder stark, konzentriert und bundesligatauglich, dann ist es wie oft, ein völlig unnötiges Gegentor zieht den Spielern buchstäblich den Boden unter den Füßen weg und am Ende liegen wir wieder auf der Schnauze, verlieren gegen langweilige und nicht absonderlich starke Schalker debakulös mit 1:4 zu Hause.

Es ist ein wenig wie letzte Woche. Podolski hat die 100%ige zum 2:0, macht ihn aber nicht rein, Schalke bekommt ‘ne Flanke geschenkt und Geromel steht wieder komplett falsch zum Kopfballspieler, zack, 1:1. Driss.

Ich weiß gar nicht groß, was geschrieben werden soll, denn die Blaupausen für Gegentore sind wahrscheinlich in der DFL-Zentrale per FAX-Abruf anzufordern. Es ist jede Woche gleich. Nachlässige Flankenverteidigung, dummes bis völlig stupides Stellungsspiel der Innenverteidigung, danach völliges Auseinanderfallen, keine Angriffe mehr zu ballführenden Spieler und leichtes Spiel für den Gegner.

Ich bin mit der Analyse überfordert. Wie kann eine Bundesliga-Mannschaft Woche für Woche die gleichen Fehler machen. Es ist ja nicht so als ob der FC komplett wettbewerbsuntauglich ist, es sind nur immer die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Das muss doch abzustellen sein.

Ich will das jetzt gar nicht ausschließlich an Geromel festmachen aber er hat gehörigen Anteil daran, dass es so einfach ist gegen diesen 1.FC Köln Tore zu schiessen. Er soll die Abwehr zusammenhalten, ist aber selbst viel zu fahrig und schlicht unkonzentriert. Bestes Beispiel ist sein “Freistoß” an der Mittellinie für den er 40 Meter über den Platz läuft um diesen dann völlig unnötig dem Gegner in die Beine zu spielen. Was sollte das? Ach, ich weiß es doch auch nicht, ich merke nur, dass mir das alles ganz gehörig auf den Keks geht, denn Schalke, jetztmalehrlich, hat doch nicht wie ein Meisterschaftskandidat gespielt, das waren doch geschenkte Tore.

Dass wir ebenfalls schon wieder einen Elfmeter kassiert haben spricht auch Bände. Die Abwehr ist völlig überfordert, wenn vom Gegner mit zwei, drei Stationen Überzahl geschaffen wird, man ist zu spät dran und kann sich nur noch mit Fouls helfen. Dass es gestern Brecko erwischt hat ist egal, da kannste jeden hinstellen.

In dieser Mannschaft sind eben noch Altlasten vorhanden, die einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess verhindern. Dazu gehört auch Brecko, kann man mir erzählen was man will. Sein Gegenüber Eichner ist auch völlig von der Rolle, seit er Konkurrenz auf seiner Position hat (Jemal), im Mittelfeld fehlt seit Jahren ein Mann, der ein Spiel lenken kann, und der Rest ist Podolski. Das ist zu wenig. Da hilft kein Peszko und kein Riether, Jajalo hat gar nichts mehr im Köcher, wie es scheint und wenn man seine Hoffnung an einem Lanig festmachen will, ja, dann kann man auch aufhören Fußball zu gucken.

Jetzt kann ja die Mannschaft mal zeigen, wieviel Eier sie in der Hose hat, denn für die nächste Wochen ist sie auf sich alleine gestellt. Podolski hat sich (natürlich) gegen Schalke verletzt, lt. Homepage des FC handelt es sich bei der Verletzung um einen Teilanriss des Haltebands im linken Fuß. Solbakken spricht von drei bis vier Wochen Pause. Das wäre dann Podolski-freie-Zeit in Kaiserslautern, gegen den HSV, in Nürnberg und im Zweifel auch zu Hause gegen Leverkusen. Na prima. Ich bin gespannt auch wenn mein “Alles wird gut” aus der Winterpause im Moment eher leise daherkommt.

Eine kurze Geschichte voller Idiotie

Gestern lag die Energieabrechnung 2011 in der Post. Nachdem ich im Dezember die Zählerstände abgelesen hatte und kurz drüber gerechnet habe, bin ich von einem kleinen Guthaben ausgegangen, kam so’n bißchen auf die Gas-Brennwerte an. Ist dann auch so gekommen. Zählerstände stimmten alle. Wasser, Abwasser, Gas und Strom ergab ein kleines plus für mich, so weit, so gut.

An dieser Stelle machen wir einen kleinen Zeitsprung in den Mai 2011. Aufgrund müllerzeugender Ereignisse im Haus bestellte ich am 05.05.2011 eine zweite Hausmülltonne. Klein, 80 Liter Fassungsvermögen. Zusätzlich zu der normalen 120 Liter-Mülltonne. Hierfür stellte mir die Stadt einen neuen monatlichen Abschlag, der 10 Euro höher war als der bis dato gezahlte, aus. Das ging recht fix. Die neue Abschlagsforderung war früher da als die Tonne selbst. Hat also jemand bei den Stadtwerken bzw. dem Betriebshof in Brühl verstanden was ich wollte. Okay.

Nach zwei Wochen haben sich die Vorzeichen wieder geändert, die zweite Mülltonne wird nicht mehr benötigt. Am 20.05. (okay, ein Freitag, hätte wissen müssen, dass das eine doofe Idee ist) telefonierte ich das erste Mal mit dem Betriebshof. Die Mülltonne wird nicht mehr benötigt, ich bitte um Abholung. Am anderen Ende der Leitung war eine Frau, die sich -freundlich aber völlig geisteskrank- nicht im Stande sah zu verstehen, dass ich nicht über meine 120 Liter Tonne, sondern über eine zweite, zusätzlich bestellte 80 Liter Tonne sprach. Ich bedankte mich irgendwann und rief am Montag nochmal an. Diesmal hatte ich einen älteren Herrn am Telefon, der recht zügig wußte, dass ich diese Tonne bestellt hatte (im Hintergrund ein sehr old-schooliges Papierrascheln) und mir versicherte, dass die besagte Tonne am Donnerstag von den Kollegen abgeholt werden würde. Jut. Vielen Dank, auf Wiederhören.
Donnerstags komme ich von der Arbeit nach Hause, glotzt mich doch die -extra am Bürgersteig plazierte- Zusatztonne an. War also keiner da. Hmm.

Am nächsten Montag (ich bin ja nicht doof und lerne, dass man Freitags nicht mehr bei der Stadt anruft) hänge ich also wieder in der städtischen Warteschleife. Nach guten fünf Minuten nimmt eine mißmutige Frauenstimme den Hörer ab und beeindruckt mich mit ihren Skills im aktiven Zuhören. "Ehm", "Uh", "Jajaja", "aha", "ehm" usw, usf. Sie verspricht mir erstens die Tonne abholen zu lassen und den Abschlag wieder um die 10 Ocken, die die Tonne kosten sollte zu reduzieren. Okay. Warten wir’s ab.

Am nächsten Donnerstag wird die Tonne auch wirklich abgeholt. Am 15.06. bucht dann die Stadt vom Konto den Abschlag für Juni 2011 ab. Statt den Abschlag um ‘nen Zehner zu reduzieren, werden nochmal zehn Euro mehr abgebucht. Zum Glück kommt dann auch recht zügig das Schreiben von der Stadt, dass der Abschlag gemäß meinen Wünschen um zehn Euro erhöht wurde. Oh Mann.

Nach einem weiteren Telefonat kommt eine Neuberechnung und siehe da, man erkennt an, dass die zweite Tonne nicht mehr in meinem Verantwortungsbereich liegt und reduziert mir die monatlichen Kosten um eben jene zehn Euro, die sie mir letzten Monat draufgeschlagen haben. Ich rufe also bei der Stadt an…
Jetzt hab ich jemanden, der recht schnell versteht um was es geht und mir innerhalb von zwei Tagen einen neuen Abschlagsplan zukommen läßt. Erneut um ‘nen Zehner reduziert. Wow. Ich hefte die Kacke ab und denke in meinem naiven Geist, dass die Sache damit ausgestanden ist. Bis gestern…

Und damit befinden wir uns wieder in der Gegenwart. Gleichzeitig mit der Energierechung kommt der Gebührenbescheid für Abfall und Oberflächenwasser (das gibt’s auch nur in Deutschland, oder?). Da fordert die Stadt für das Jahr 2011 noch nachträglich 83,irgendwas Euro von mir, weil ja ab dem 01.05.2011 eine zweite Mülltonne à 80 Liter berechnet wird. FÜR DAS GANZE JAHR!
Ich glaube das nächste Telefonat spare ich mir und fahre lieber direkt zum Betriebshof. Es ist doch alles nicht mehr zu fassen!

VfL Wolfsburg – FC: In weiter Ferne so nah

Wenn der 1.FC Köln gegen Felix Magath antreten muss, ist anscheinend jede Hoffnung verloren, jedes kleine Fünkchen Optimismus löst sich in einem verpuffenden Feuerball auf. Zum 14.(!) Mal in Folge kann die Kölner Mannschaft nicht gegen den Aschaffenburger gewinnen auch wenn der effzeh gestern eigentlich verdammt nah dran war und nur die fehlgestellten Fußsohlen von Milivoje Novakovic dem “Dreier” im Weg standen. Um 17:05 Uhr läuft das Slowenentalent allein auf Benaglio zu, schießt die Pille in den Himmel wie weiland U. Hoeness in Belgrad und um 17:07 Uhr köpft ein Mann namens Polter das entscheidene 1:0 für die Gastgeber. Mann o Mann.

Nach ungefähr zehn gespielten Minuten habe ich eigentlich schon keine Lust mehr. Auf rechts beackert Dejagah den anscheinend völlig hilflosen und maßlos überforderten Christian Eichner so penetrant, dass es nur eine Frage der Zeit scheint, wann die Wölfe das erste Tor über diese Seite vorbereiten. Ein ums andere Mal geht Dejagah an die Grundlinie, dribbelt sich in den Strafraum und sucht Koo, der jedoch jede Torgefährlichkeit vermissen lässt. Den FC hält in dieser Phase eigentlich nur Glück (Schiedsrichter Welz kann nun wirklich zwei Mal Strafstoß geben, da dürfen wir uns nicht beschweren) und eine verdammt aufmerksame Innenverteidigung im Spiel. Geromel und Pezzoni, die ihre Beine immer irgendwie dazwischen kriegen und damit Rensing eine Menge Arbeit abnehmen, treten gut sortiert auf.

Ich bin ja großzügig mit Kritik an Pezzoni, daher muss ich fair bleiben und ihm diesmal ein Lob aussprechen. Er machte ein durchaus solides Spiel, zeigte großen Kampfeswillen und blieb ohne wirklichen Fehler. Vor dem 1:0 orientiert er sich zwar vom Mann weg aber das muss nicht unbedingt falsch sein, denn wenn Geromel sich vor dem Wolfsburger positioniert, ist Pezzoni im richtigen Raum um einen Nachschuss zu verhindern. An dem Mann lag es diesmal nicht.

Nach 15, 20 Minuten fängt sich die Mannschaft von Trainer Solbakken etwas, macht die Räume hinten ein wenig enger, verhindert die Anspiele in die Spitze und drängt die Wolfsburger noch etwas weiter nach Außen, als diese schon von Natur aus stehen bzw. spielen. Die Flanken sind dadurch länger in der Luft, die Kölner Hintermannschaft hat mehr Zeit sich zu stellen und so geht kaum Gefahr von diesen Anspielen aus. Es bleiben ein paar Fernschüsse, die entweder über das Tor gehen oder von Rensing sicher pariert werden. Die wenigen Vorstöße des effzeh werden zunehmend gefährlicher. Podolski flankt in der 21. Minute so butterweich in den Raum, dass jede Margarine aus Scham schlecht wird, doch Novakovic schießt aus acht Meter Benaglio an. Paar Minuten später kommt wieder ein Ball von Podolski – diesmal ein Freistoß – so punktgenau an den Elfmeterpunkt gesegelt, dass Geromel eigentlich nur den Fuß hinhalten muss. Macht er dann auch, allerdings spitzelt er den Ball haarscharf am rechten Pfosten vorbei.

Zur Pause hat der effzeh sich das Unentschieden also verdient, es fällt jedoch auf, dass in der Vorwärtsbewegung so gut wie nie eine Überzahlsituation geschaffen werden kann. Lanig und Riether versuchen zwar die Bälle zu verteilen, müssen jedoch oft genug zurück spielen, weil entweder Peszko, Nova und Podolski einen halben Kilometer im Abseits stehen oder das Wolfsburger Mittelfeld so dicht ist, dass einfach keine vernüftige Anspielstation frei ist. Das ändert sich leider auch in der zweiten Halbzeit nicht sonderlich.

Einen deutlichen Qualitätsabfall erhält das Kölner Spiel mit der Auswechslung von Peszko gegen Jajalo. Ich habe vor der Saison Mato Jajalo als den Spieler mit dem größten Potential für mich auf der Liste gehabt, doch seit einigen Spielen enttäuscht der Kroate ungemein. Gestern hat man ihn eigentlich nur einmal gesehen, nämlich als er sich nach 40 Sekunden eine gelbe Karte abholte. Der Rest war unsauberes, schlampiges Aufbauspiel und kein Vergleich zum agilen Clemens. Okay, er musste verstärkt über links kommen aber das heißt ja nicht, dass jeder Ball automatisch verspringen muss, dass jedes Zuspiel über vier Meter beim Gegner landen muss. Das war unterirdisch. Warum ist das so? Auf der Doppel-Sechs hat Jajalo zusammen mit Riether ein paar tolle Spiele in der Hinrunde abgeliefert, doch seitdem die Abwehr Spiel für Spiel durcheinander gewürfelt wird und Jajalo mal auf der Clemens, mal auf der Peszko, mal auf der Lanig und mal auf der Riether-Position spielen muss, klappt es irgendwie nicht mehr.

So ist es dann auch nur folgerichtig, dass Jajalo der Mann ist, der Träsch völlig unbedrängt flanken läßt und damit die Niederlage des effzeh einleitet. Klar, Solbakken sagt, dass Flanken nicht immer verhindert werden können aber ich muss trotzdem nicht nur dabeistehen und dem Gegenspieler eine halbe Stunde Zeit geben, bis er sich den Ball genehm gelegt hat um dann zwei Mal den Kopf hoch nehmen zu können, wo er denn am besten hinflankt. Da war er dann wieder, der eine Fehler der den Unterschied macht. Geromel ist zu spät dran, die Flanke kommt präzise, Rensing ist machtlos, Spiel verloren, Danke schön, auf Wiedersehen.

Solbakken wechselt noch Neueinkauf Ishak ein, der direkt zwei Schüsse aufs Tor anbringt, jedoch kein Glück im Abschluss hat. Auch Roshi bekommt noch Einsatzzeit (einen deutlicheren Fingerzeig in Richtung Mark Uth wird es nicht mehr geben können), doch auch der Albaner kann das Spiel nicht mehr drehen.

Unter dem Strich war das ja gar kein schlechtes Spiel, vom effzeh. Die Mannschaft wirkte diszipliniert, spielte geduldig, wenn auch nicht besonders schön, zeigt aber durchaus gelungene Ansätze. Nicht gefallen hat mir das Spiel im Mittelfeld. Das ist eigentlich wie immer. Es fehlt das kreative Moment, es fehlen die Ideen das Spiel schnell zu machen. Clemens versuchte es ein paar Mal, verpasste aber den richtigen Zeitpunkt abzuspielen, Peszko hatte auch nicht seinen besten Tag, lief auf links zwar ständig durch, konnte aber die Abspiele in die Spitze nicht anbringen. Ich bin gespannt, was sich noch tut, bis zum 31.01. Eigentlich muss der FC noch aktiv werden, denn wenn man gestern die Bank gesehen hat, dann war da nichts mehr. Gut, Sereno kommt zurück und irgendwann ist auch dieser schreckliche AfricaCup vorbei, so dass Jamal wieder mit hinten drin stehen kann, dann muss man schauen was mit Petit wird, ob dann Jajalo wieder mit Riether vor der Abwehr zu alter Form zurück finden kann…Jajajaja, alles schon okay, ein, zwei Neueinkäufe würden dennoch nicht schaden.

Überrascht war ich von den Wolfsburgern, die ich zumindest uneingespielter erwartet hätte. Magath bot vier neue Spieler auf, die sich jedoch gut in das Team einfügten. Insbesondere Rodriguez zeigte in der Kette hohe Spielintelligenz, verschob mehrmals genau richtig und stellte damit Podolski und Co. ins Abseits.

Was bleibt unter dem Strich? Keine Punkte, ein dennoch anständiges Auswärtsspiel, und die Erkenntnis, dass Matthias Stach ein furchbar trauriges Leben führen muss, denn der SKY-Mann redete sich ab der 80. Minute ins Delirium. Wenn das also (halbvolles Stadion, ein paar Mal “Vfl – Vfl” – Wechselgesang) eine Wahnsinns-Atmosphäre ist, dann möchte ich nicht wissen, wie es an schlechten Tagen in seinem Kopf aussieht. Vielleicht schickt ihn SKY mal zum Superclásico…aber…nee…besser nicht.

Ein allzu ruhiger Winter?

Nur noch knapp 48 Stunden bis zum Rückrundenauftakt in der Autostadt und rund um den Grüngürtel ist immer noch nichts von Panikeinkäufen, Blitztransfers oder Notnagelinvestitionen zu sehen. Was ist denn hier los? Die Winterpause war auch schon mal turbulenter, beim effzeh. Gucken wir mal in die Liste:

Neuzugang des Winters (bisher):
In Ermangelung der Alternativen fällt die Wahl relativ eindeutig auf Mikael Ishak, einen 18jährigen Schweden, der aus Södertälje losgeeist (höhö) werden konnte. Der Mann ist U-19-Nationalstürmer für die TreKronas, wird von Solbakken (“Er ist beidfüßig, hat gutes Spielverständnis und einen starken Körper”) und Finke (“Trotz seines jungen Alters verfügt Mikael Ishak bereits über eine starke Physis. Er ist beidfüßig, schussstark und hat uns sowohl im Probetraining als auch mit seinen Leistungen im Verein und der schwedischen Juniorennationalmannschaft überzeugt”) schwer gelobt, soll nicht allzu teuer gewesen sein und ist natürlich als Investition in die Zukunft anzusehen.
In meinem Freundeskreis herrscht allgemeines Unverständnis über diesen Transfer, denn auf der einen Seite haben wir mit Mark Uth ein Eigengewächs, dass keine Spielzeit bekommt und den ganzen Winter als sichere Ausleihe gehandelt wurde und nun wohl den Verein verlassen wird. Auf der anderen Seite wird jetzt ein junger Ausländer geholt. Ja, klar, kann man so sehen. Man muss aber auch schauen, dass ein Talent wie Simon Terodde, den der FC als zu leicht für die erste Liga befand und nach Union Berlin ausgeliehen wurde dort auch nicht übermäßig einschlägt. Von 1.710 Minuten spielte Terodde in der zweiten Liga gerade mal 943, schoss ein Tor und brachte zwei Vorlagen zustande. Als der Mann weggeschickt wurde haben auch alle gezetert und mehr Risikobereitschaft gefordert, jetzt sieht man, dass er sich auch in der zweiten Liga nicht durchsetzt. Das ist schade aber ein Punktsieg für die sportliche Leitung in Köln. Ob nun zwangsläufig ein Vergleich mit Uth tragbar und/oder sinnvoll ist, sei mal dahingestellt, ich will nur sagen, dass ein guter Regionalliga-Spieler nicht zwangsläufig den Sprung zu den Profis schafft. Ob und in wie weit Ishak den Anfoderungen der ersten Fußball Bundesliga Deutschlands gewachsen ist, muss man erst sehen aber hier kommt dann mein Vertrauen in die Weisheit Solbakkens zum tragen. Ich denke immer noch, dass er weiß, was er macht, dass er einen Plan hat und dass er bereits im Kopf viel weiter ist. Muss sich natürlich auch erstmal als richtig herausstellen aber dran glauben darf ich ja. Für den Trainer ist übrigens Rückkehrer Milivoje Novakovic der wichtigste Neuzugang. Ich finde gerade den link nicht; aber irgendwann stand der Satz im EXPRESS.

Abgänge des Winters (bisher):
Der effzeh konnte den Kader weiter ausdünnen, spart Geld und meine Nerven. Weg sind:

– Thiemo-Jerome Kialka zu Jahn Regensburg
– Sebastian Freis zum SC Freiburg
– Adam Matuschyk zu Fortuna Düsseldorf
– Alexandru Ionita zu Rapid Bukarest und
– Tomoaki Makino zu Urawa Red Diamonds

Keiner dieser Spielerabgänge tut weh, im Gegenteil. Mehr will ich dazu gar nicht schreiben, denn Nachtreten ist was für Doofe!

The Podolski Situation:
Lukas Podolski wird wohl am Samstag gegen die Wölfe spielen können. Seine Verletzung, die er sich beim kicken in der Halle zugezogen hatte, ist wohl eher nicht so schlimm gewesen. Vielleicht war das auch nur ein schelmischer Move um den Trainingslager-Strapazen zu entgehen. Beim Prinzen weiß man es nie.
Natürlich ist das Spiel gegen Wolfsburg nicht das dominante Thema, wenn es um Podolski und den 1.FC Köln geht. Die gesamte kölsche Presse hatte jeden Tag eine neue Wasserstandsmeldung zu den Vertragsbindungen unseres Stars über den Sommer 2012 hinaus. Mal wurde die “reiche Olga” in den Ring geschmissen, mal war es Arsene Wenger und Arsenal. Herausgekommen ist genau gar nichts. Podolski sagte schon in den letzten Spielen der Rückrunde, dass er noch einen “langen Vertrag” hat, keinen Grund zur Eile sieht und sich nicht unter Druck setzen läßt. Fakt ist: Noch ist er hier, noch ist nichts entschieden und die Rückrunde oder zumindeste der Start in selbige wird sicherlich in seine Überlegungen einfließen.

Das Wernze-Horstmann-Süppchen:
Einen häßlichen Streit (nicht den in Aachen) gab es aber dann doch noch beim effzeh, in diesem Winter. Claus Horstmann gerät mit Wernze aneinander. Es geht um Investitionen, Eitelkeiten und gekränkte Gefühle. Ist mir zu doof, kann man hier nachlesen.

Der neue Ausrüster:
Wie gemeldet ist es ERIMA, die Traditionsmarke aus Pfullingen. 1908 1980 Ausstatter der Olympiamannschaft Deutschlands, 1974 Weltmeistertrikothersteller und mit dem legendären DoppelDusch-Trikot der Manufaktor des schönsten Trikots in dem der 1.FC Köln je spielen durfte. Ich muss zugeben, dass sich meine Aufregung, die ich nach der Vorabmeldung des EXPRESS verspürte, deutlich abgeklungen ist. Geben wir ihnen halt ‘ne Chance. schlimmer verkacken als Puma, Saller oder Reebook können die es auch nicht. Wenn am Ende eine Perle rauskommt umso besser.

Idiote des Winters:
Udo Lattek

Gerücht des Winters:
Lt. Print-Kicker hat der FC Interesse an einem 22jährigen Bezirkliga-Spieler! Christian Braun schoss in der Hinrunde der Bezirksliga Schwarzwald für die Spvgg 08 Schramberg 46 Tore in 15 Spielen. Guter Wert!

Ausblick:
Alles wird gut!

2012

“Ein Jahr ist schnell vorüber”…wußte schon die “Münchner Freiheit”. Viel ist passiert in 2011, in meinem privaten Umfeld, beim effzeh, “auffer Arbeit”, das letzte Jahr flog nur so vorbei.

Jetzt also das letzte Jahr des aktuellen Maya-Kalenders. Herzlich Willkommen.

Wir können uns auf eine spannende Rückrunde freuen, dann kommt die EM und Olympia steht dieses Jahr ja auch noch vor der Tür. Eigentlich genug Stoff um das Jahr sporttechnisch kurzweilig werden zu lassen.

Hier gehts es spätestens zur Rückrunde weiter, Breaking News sind aber nicht ausgeschlossen.

Also, ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr 2012! Come on FC!

FC – Mainz 05: No next level

Vor dem Spiel war ich schwer nervös, denn es konnte sich zeigen, ob der effzeh bereit ist, einen weiteren Schritt Richtung Mittelfeld, Richtung Nicht-Abstiegssorgen zu machen. Mit einem Sieg wäre dedie Mannschaft auf Platz 7 der aktuellen Bundesliga-Tabelle geklettert, hätte schon eine erhebliche Distanz zwischen sich und den prekären Plätzen gelegt und hätte sicher mit frischem Mut und besten Argumenten um neue Spieler in der Winterpause buhlen können. Nach ernüchternden 90 Minuten steht aber fest: Noch ist es nicht soweit, noch verharrt der effzeh in der Grauzone um den 10. Platz. Zwar kann man den Leuchtturm ganz gut sehen aber die Klippen sind noch nicht vollständig umschifft

Was waren das für abscheuliche 90 Minuten Fußball? Die Mainzer als Gesamtkunstwerk mit sehr nordafrikanischer Spielweise. Angeführt von Allagui wird auf alles getreten was weiße Stutzen anhat, es wird gehalten, was der Stoff hergibt, jeder Zweikampf hat ein unfaires Element, jede Balleroberung rattig bis unsauber. Darüber kann man sich beachweren oder es sein lassen, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass man den Kampf annimmt. In diesem speziellen Fall möchte ich den Spielern des FC noch den geringsten Vorwurf machen, denn das sah für mich schon bemüht und engagiert aus, doch letztlich ist es die aus dem Spielverlauf entstehende Hektik, die sich in Schlampigkeit und Unpräzision widerspiegelt und die ein sauberes und kluges Spiel zum Tor bereits in allen Ansätzen verhindert.

Das 1:0 durch (natürlich) Allagui darf so natürlich nicht fallen, weil er sich mit seinen 1,25 m nicht gegen vier Abwehrspieler des effzeh durchsetzen sollte. Wieder kommt die Flanke über die linke Abwehrseite (nachdem Allagui Sereno erfolgreich kaputt getreten hat…ach, lassen wir das). Die Flanke wird von Eichner interessiert zur Kenntnis genommen, die Innenverteidigung guckt auch nur auf den Ball (genau gegensätzlich zur Solbakkschen Arbeitsweise) und so kommt der kleine Mainzer ungehindert zum Kopfball.

In der Folge ist der effzeh unruhig, fast panisch, das Publikum wird immer unleidlicher und am Ende ist es wie in einem schlechten Film: Podolski. links. drin.

Letztlich kann ich mit dem Unentschieden sogar noch ganz gut leben. Man hält den Abstand nach unten, verweigert Mainz das Überholmanöver auf Platz 10 und kann mit 21 Punkten hochzufrieden über den bisherigen Saisonverlauf sein. Da sollte es keine Diskussionen geben.

Am Freitag spielt der FC in München, wo in den letzten vier Jahren…..yadda, yadda, yadda…

FC – SC Freiburg: Doppelpacken

Es gibt so Tage, da klappen Dinge, die eigentlich unmöglich erscheinen. Als Martin Lanig in der 87. Minute per Beinschuss ein letztes Mal nach Vorne durchläuft, dabei gleich drei Freiburger alt aussehen ließ und die letzte Chance des Spiels einleitet, wäre ich aber doch fast vom Glauben abgefallen. Zum Glück musste Miso Brecko noch seine neue Clownnase anprobieren und hatte daher nicht die Zeit das 5:0 für den effzeh zu erzielen. Ein Glück. Mein Weltbild wäre in arge Nöte gekommen, denn ein Tor von Brecko nach überragender Vorarbeit von Lanig – in der Bundesliga – passt da (noch) nicht rein. So blieb dem verzückten Publikum nichts weiter übrig als den Sieg gegen, vor allem in der zweiten Halbzeit, schwache Freiburger mit einem schön idiotischen Schmähgesang Richtung Gelsenkirchen zu feiern. O tempora o mores.

Vor dem Spiel hagelte es in den “sozialen Netzwerken” starke Kritik an Solbakkens Festhalten an Christian Clemens. Nicht wenige wollten Roshi auf der rechten Seite sehen. So völlig aus der Luft gegriffen schien das nicht zu sein, denn die letzten Spiele von Clemens waren nicht prickelnd, keine Frage. Im Stuttgart-Spiel gab es mal eine Einblendung bei SKY, dass über Rechts ganze 13% der Kölner Angriffe liefen. Das wird so ziemlich genau einer gewesen sein. Doch, der Trainer behielt die Nerven, ließ Clemens weiter in der Startformation und wurde belohnt. Hat er also wieder alles richtig gemacht.

Von Beginn an war die Mannschaft um Wiedergutmachung für das Gladbach-Debakel bemüht, man konnte sehen, dass der Wille zum Sieg vorhanden war. Es lag eine gewisse Grundagressivität in der Luft, die fast schon in der zweiten Minute zur Führung geführt hätte, wenn das Tor nur zehn Zentimeter höher wär. Ich hatte auf jeden Fall von Beginn an ein recht gutes Gefühl (wenn man mal die Magenverstimmung, der letzten Nacht geschuldet, außen vor läßt) und war mir eines Sieges recht sicher.

Die Grundausrichtung der Kölner war nicht überraschend, es wurde 4-4-1-1 verteidigt und 4-2-3-1 wenn man Clemens und Peszko von der zweiten Kette lösen möchte, gestürmt. Freiburg stand tief, trotz 4-1-4-1. Putsilla und Flum wagten ein paar Mal den Schritt nach Vorne um unsere erste Kette in Verlegenheit zu bringen aber Geromel und Jamal hatte beide keine Mühe die Spieler des SC ein ums andere Mal ins Leere laufen zu lassen. Von Cisse war -bis auf einen Kopfball in der 45. Minute- nichts zu sehen. Zwar spielte der FC nicht ausschließlich vollen Angriffsfußball aber die Kontrolle über das Spielgeschehen war eigentlich immer vorhanden.

Nach dem schönen 1:0 durch Clemens ist der FC bis zur 30., 35. Minute deutlich Herr im Haus, einzig die Chancen werden nicht genutzt. Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit ist dann ein kleines Alarmsignal, denn der SC rückt zehn, zwanzig Meter nach Vorne und der FC läßt die Breisgauer gewähren. Das war unnötig und fahrlässig, denn man hatte alle Trümpfe in der Hand. In dieser Phase kommt es auch zu einigen ziemlich schlampigen Abspielen im Mittelfeld. Zum Glück spielten die Freiburger deart unispiriert in Richtung Rensing, dass die “Null” eigentlich nie in Gefahr geriet.

Pünktlich zur zweiten Halbzeit kann der FC dann aber wieder den Schalter umlegen, geht früh in die Bälle, erobert im Mittelfeld praktisch jeden freien Ball. Martin Lanig mit starker körperlicher Präsenz und dem Zug nach Vorne, Peszko auf links mit viel Freiheiten, die er gut nutzt um Podolski ins Spiel zu bringen. Clemens auf rechts sein Spiegelblid. Das 2:0 war (wieder mal) überragend, denn diesen Schuß aus vollem Lauf haben in der Bundesliga vielleicht drei Spieler drauf. Probierts mal aus. Klappt nicht. Versprochen.

Das 3:0 ist natürlich ein Freak-Tor, ich kann mich nicht an eine direkt verwandelte Ecke erinnern (Lars Ricken, maybe?) erstrecht nicht von einem Kölner Spieler. Spätestens mit diesem Tor ist dann auch die Stimmung bei Twitter und Facebook gekippt und Clemens stand völlig zu Recht in der Startelf. Klar.

Dass die Freiburger uns auch noch das 4:0 schenken ist gut für das Torverhältnis, gut für Podolski, dessen Marktwert mittlerweile stündlich von der NASA neu berechnet wird und natürlich auch gut für die Seele, denn ein klares 4:0 gegen einen Abstiegskandidaten zeigt der Mannschaft und auch den Fans, dass dieses Jahr nicht unbedingt zu einer Zitterpartie werden muss.

Jetzt geht es am Dienstag im Nachholspiel gegen Mainz. Sollte hier nochmal dreifach gepunktet werden, stehen wir mit 23 Punkten auf Platz 7. Das heißt natürlich genau gar nichts (s. Frankfurt) aber es ist der Schritt ins Mittelfeld, den dem FC kaum jemand zugetraut hatte. Es wäre mehr als eine Momentaufnahme. Aber: Das Spiel muss natürlich erst gespielt und gewonnen werden auch wenn wir jetzt schon anständig dastehen.

Ein Wort noch zu der ganzen Causa Podolski und Schalke. Leute, Leute. Nimmt das jemand ernst? Falls Podolski den Verein wechselt, wird Schalke nicht der Club sein, der sich an seinen Diensten erfreuen kann. Was denkt sich der Fleischfabrikant? Dass Podolski drauf brennt mit Stevens einen Trainer mit frühmittelalterlichen Visionen zu bekommen? Dass er mit Schalke mehr bieten kann als der Rest von Europa? Nein, ich sehe in Deutschland keinen Wechsel. Für mich wäre der logische Schritt nach England zu gehen auch wenn Arsenal nicht meine erste Wahl wäre. Aber, ganz ehrlich: Was kann er dort werden? Klar, er kann die Champions League gewinnen, klar, er kann ein vielfaches verdienen und klar, er kann sich mit den besten Spielern der Welt messen. Die Frage ist: Will er das? Ich bin mir da nicht so sicher. Wenn ja, muss man das akzeptieren und ihn ohne Gram gehen lassen. Wenn er sich jedoch zum FC bekennt muss man mit ihm arbeiten, muss man ihm weitere Spieler an die Hand geben. Der erste Schritt wird jetzt im Winter gemacht werden müssen. Zur Zeit bin ich latent optimistisch, dass er bei uns bleibt. Sicher ist das natürlich nicht aber ganz sicher bin ich, dass Schalke nicht den Zuschlag bekommen wird.

VfB Stuttgart – FC: Lieblingsserie

1996 war ich mit zwei Freunden zum letzten Mal in Stuttgart. Der effzeh verlor in Schwaben 0:4. Danach bin ich nie wieder dort unten gewesen und ich denke mal, dass das auch so bleiben wird, denn seitdem verliert der 1.FC Köln einfach nicht mehr im "Gottlieb-Daimler". Zu Hause verlieren wir in schönster Regelmäßigkeit gegen den VfB, nur dort unten bekommen die Stuttgarter gegen uns nichts auf die Reihe. Vielleicht liegt’s am Fritzle, ich weiß es nicht. Gestern sorgte wieder mal Lukas Podolski für die Erlösung in der 88. Minute, als er den bisher besten Moment von Sebastian Freis im Kölner Trikot nutzte, um den verdienten Ausgleich für den effzeh zu erzielen. Wir saßen im Kölner Borsalino, hatten die Bäuche voll und tranken Mühlen Kölsch. Es gibt schlechtere Dinge an einem Samstag-Abend.

Nachdem der VfB in der zweiten Hälfte genau gar nichts investierte und der effezh sich sichtbar Mühe gab, zudem in der Anfangsviertelstunde auch das bessere Team war, tendiere ich dazu den Punktgewinn als leistungerecht und verdient zu verbuchen auch wenn jetzt aus der Hirngabelschen Richtung wohl der ein oder andere Stöhner zu hören sein wird.

Durch die allgemeinen Umstände des Spielgenuß (Essen in der zweiten Halbzeit, die Hälfte des Tischs bestand aus feindlich gesinnten Fortunas, Kellerin) ist mir die Analyse des Spiels diesmal nicht so richtig möglich. Was mir aufgefallen ist:
– Auf links stimmt es nicht. Auch mit Sereno statt Eichner klaffen große Lücken. Die Unterstützung der Innenverteidigung ist noch nicht so automatisiert, dass man beruhigt sein kann.
– Besagte Innenverteidigung hat noch mit Abstimmungsschwierigkeiten zu kämpfen. Das ist aufgrund der inkonstanten Aufstellung zwar verständlich aber ermöglicht dem Gegner halt immer wieder große Freiräume.
– Das 1:1 durch Gentner darf i.m.A. so nicht fallen. Entweder war Lanig zu spät oder Riether völlig falsch zugeordnet. – – Das 2:1 war wieder unglücklich "geklärt" aber wieder stand Gentner völlig frei.
– Lanig und Peszko hatten große Mühe das Spiel zu machen, aber immerhin konnte man ihnen den Willen nicht absprechen.
– Man kann es zur Regel machen: Podolski geht von links in den Strafraum rein, zieht leicht in die Mitte: Tor. Fantastisch.

Mit nun 17 Punkten hat sich der effzeh pünktlich zu den beiden wichtigen Heimspielen einen kleinen Punkt Selbstvertrauen abgeholt. Falls wirklich gegen Mainz und Freiburg gewonnen werden kann, muß die Hinrunde als voller Erfolg gewertet werden, gerade wenn wir unsere dünne Personaldecke betrachten.