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Oh Captain, mein Captain

Heute hat Trainer Solbakken also die Entscheidung im “Binden-Bingo” pro Geromel und contra Podolski getroffen. Eine Maßnahme, die sicher für kontroverse Diskussionen sorgen wird. Nach dem Hickhack der letzten Wochen und der Hysterie des Boulevards sind wir weit von einer Sensationsmeldung entfernt, denn eigentlich war spätestens am Samstag klar, dass Podolski nicht der Kapitän ist, mit dem der 1.FC Köln in die Saison 2011/12 starten wird.

Per Pressemitteilung verteidigt Solbakken seine Entscheidung:

„Ich kann nachvollziehen, welche Reaktionen diese Entscheidung auslöst, und ich verstehe die Enttäuschung einiger Fans.

Gleichzeitig bitte ich alle Fans des 1. FC Köln um Verständnis, dass meine Entscheidung eine Entscheidung für die gesamte Mannschaft darstellt. Unser Ziel ist es, sportlichen Erfolg zu haben, und dafür ist es unerlässlich, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Ich habe angekündigt, mir für dieses Thema die notwendige Zeit zu nehmen und treffe diese Entscheidung nach eigenen, professionellen Überzeugungen. Pedro Geromel steht im Zentrum der Mannschaft, wird als Kapitän die neue Kultur des Teams vorleben und unser sportliches Gesamtkonzept verkörpern.

Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden muss. Auch ohne Kapitänsbinde sind die Erwartungen an Lukas Podolski bereits sehr hoch.

Er ist ein zentraler Spieler für den 1. FC Köln und übernimmt als 89-facher Nationalspieler mit seiner Persönlichkeit eine Verantwortung über den Verein hinaus. Das ist gut so, wichtig für den 1. FC Köln und seine Fans, und ich werde ihm in dieser Rolle den Rücken stärken.

In den Gesprächen, die ich mit Lukas hatte, hat er seine Enttäuschung zum Ausdruck gebracht, aber gleichzeitig die Gründe für meine Entscheidung verstanden und respektiert. Lukas Podolski hat nach unseren Gesprächen Größe bewiesen und starke Leistungen im Training und im Spiel gegen den FC Arsenal gezeigt. In meinem Spielkonzept übernimmt er als Matchwinner eine wichtige Funktion. Wir alle im Trainerteam sind überzeugt von seinen herausragenden spielerischen Qualitäten und seiner Leistungsbereitschaft. Lukas Podolski hat mein volles Vertrauen.

Die Entscheidung wurde von mir mit der Zielsetzung getroffen, die besten Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg des Teams zu schaffen. Pedro Geromel ist der akzeptierte Sprecher und Vertreter der Mannschaft. Er übernimmt die Verantwortung auf dem Platz, setzt das taktische Konzept um und ist ein wichtiger Leistungsträger im Team.“

Hört sich für mich richtig und vielleicht sogar notwenig an. Lukas Podolski ist sicher der mit Abstand populärste Spieler der Fans und der Medien, er ist -wie schon so oft wiederholt- “das Gesicht des Vereins”, doch ist er auch ein Kapitän für die Mannschaft? Ich bin mir da nicht so sicher.

Er ist eine Diva, ohne Frage. Seine Auftritte in den letzten drei Spielen der vergangenen Saison waren nichts anderes als eine Frechheit, als ein Ausdruck seines Schmollens, dass Frank Schaefer nicht mehr Trainer ist, dass es nicht nach seinem Geschmack gelaufen ist, dass man dem Lukas das Förmchen geklaut hat.

Wenn wir dann mal an all die Probleme denken, die Podolski mit verschiedenen Trainern hatte, angefangen mit Rapolder und über seine gesamte Bayern-Zeit (lassen wir die Soldo-Sache mal außen vor) kommt irgendwann die Frage auf ob die ganze Welt verrückt ist, oder es doch einen triftigen Grund für das Mißtrauen der Übungsleiter gibt.

Nehmen wir mal die Nationalmannschaft. Podolski hat fast 100 Länderspiele aber niemand kann sich vorstellen, dass er mal die Binde tragen könnte. Schweinsteiger? Klar. Aber Podolski? Nie im Leben. Er ist einfach nicht der Typ, der eine Mannschaft mitreißt.

Damit wir uns nicht (wieder) falsch verstehen: Ich bin ein Fan von Lukas Podolski! Er kann berauschen, kann faszinieren und eine ganze Stadt verzaubern aber er kann halt auch ein kleines Kind sein. Nun wird es Zeit dass aus dem Poldi ein Mann wird und er mit der Entscheidung des Trainers sauber umgeht, seinen Dienst nicht nach Vorschrift verrichtet, sondern seine Eitelkeit überwindet und uns weiter mit seinen Toren entzückt. Auch ohne Binde.

Die Kampagne des EXPRESS gegen Solbakken geht natürlich weiter. Nach Schumacher und Littbarski äußern sich nun Daum und Lattek. Morgen werden wir dann ein Foto auf der ersten Sportseite sehen können, wo Podolski in sein Auto steigt und…ach lassen wir das…

[Update] Horstmann zur K-Frage. Damit sollte dann auch wirklich alles gesagt sein (Danke Malzi).

Ein Essay zum Privilegienverlust der Wilden Horde durch den 1.FC Köln unter besonderer Berücksichtigung der Adaptionsfähigkeit der Betroffenen

Feuer frei

Es ist also wieder soweit: Der EXPRESS feuert aus allen Löchern. Eine Sommerpause ohne Panikmache ist für die Pfeifen aus der Sport“redaktion“ wohl nicht drin. Thema diesmal: Der „Streit“ zwischen Podolski und Solbakken um das Kapitänsamt. Zweieinhalb Wochen vor Saisonbeginn wäre es wohl zuviel verlagt einfach mal den Ball flach zu halten und dem Verein und vor allen Dingen dem neuen Trainer die Ruhe zu gönnen, die es braucht um konzentriert und unabgelenkt die Vorbereitung zu absolvieren und die Mannschaft optimal an das neuen Spielsystem heranzuführen. Drauf geschissen, sagt sich der EXPRESS. Ich brauch Auflage. Jetzt.

 Über Wochen schon ziehen sich die Schreiber des EXPRESS gegenseitig am Thema der Kapitänsfrage hoch. Hier stellt man sich also schon sehr früh auf einen Abschuss von Solbakken ein, denn –wo kämen wir denn hin- ein junger, moderner Trainer mit internationaler Erfahrung, anscheinend einer Idee von Fußball und nicht dem kleinsten Selbstvertrauen übernimmt, dazu noch der eh schon suspekte Volker Finke…wo kämen wir denn hin, wenn es plötzlich seriös zugehen würde, am Geißbockheim.

Dass das Journalisten-Pack des EXPRESS keine Götzen neben sich duldet, wissen wir ja schon seit einiger Zeit (vergl. Lienen) aber so früh schon so viel Unruhe in das Umfeld zu bringen ist dann doch eher neu.

Was treibt den EXPRESS dazu?
Und warum läßt sich Lukas Podolski, der ja immer wieder gebetmühlenartig wiederholt, dass er den FC so sehr liebt, für so eine unnötige und billige Kampagne vereinnahmen?

Was soll Solbakken denn machen? Er ist neu in der Stadt, versucht das Team kennenzulernen und sich selbst ein Bild über dessen Leistungsstand zu bilden. Natürlich kennt der Mann unseren Prinzen aber gearbeitet hat er mit ihm noch nicht. Jetzt kommt Podolski also nach seinem Urlaub zum Mannschaftstraining und erwartet, dass Solbakken sich vor ihm in den Staub schmeisst und ihn sofort und kritiklos zum Kapitän ernennt? Warum denn? Warum soll sich der Mann nicht seine eigenen Gedanken machen können?

Die heutige Schlagzeile im EXPRESS „Poldi: Kampflos gebe ich das Kapitänsamt nicht auf“ und der dazugehörige Text („Poldi platzt der Kragen“, „es nagt an ihm“, „Solbakken hätte sich lange ein Bild der Mannschaft machen müssen“ usw, usf) sind zwei Schläge auf die Nase des neuen Trainers. Wie soll denn da ein vertrauensverhältnis entsstehen wenn sich Podolski schon vor der Saison über so einen Fliegenschiss öffentlich beschwert?

Das Problem ist, dass Solbakken gegen Podolski in Köln nicht gewinnen kann. Sowohl der EXPRESS als auch die gemeine Öffentlichkeit werden immer Podolski unterstützen, zu sehr hat er sich mit seiner Rückkehr nach Köln in das Stadtbild und das kölsche Selbstverständnis eingegraben.

Natürlich ist Podolski enorm wichtig für den FC, natürlich freue auch ich mich über seine ansteigende Leistung im letzten Halbjahr und natürlich sehe ich Podolksi als den „natürlichen“ Kapitän der Mannschaft aber das ist doch alles kein Grund sich so aufzuplustern.

Bisher gefällt mir ausnahmslos alles, was ich in der Vorbereitung von Solbakken und seinem Team lesen konnte. Ich finde den Trainingsansatz „mit Ball“ gerade bei einer eher limitierten Truppe wie dem FC super, freue mich, dass er Nägel mit Köpfen macht und versucht das überschüssige Gewicht abzuwerfen, kann verstehen dass mit Andrézinho und Makino Alternativen austestet und mit dem Neuzugang Riether muss ich auch Volker Finke zur Versetzung gratulieren.

Auch die PK’s und Interviews von Solbakken deute ich, dass der Mann genau weiß was er will, dass er einen „Plan“ im Kopf hat, dass er versucht so etwas wie eine Spielkultur zu etablieren. Ich habe mich in den letzten 15 Jahren nicht so auf einen Trainer und sein Konzept gefreut wie diesen Sommer. Warum stellt ihr Penner jetzt schon wieder alles in Frage? Warum wird hier schon vor dem ersten Spieltag mit der Demontage angefangen? Mann, Mann, Mann…

Turnvater Jahns personal nightmare

courtesy of the Major League Baseball:

Klick für groß

Klick für groß

Eigentlich muss man das mögen. Echt jetzt…

Brumm Brumm

Die quälende Sommerpause. Uhren drehen sich rückwärts. Eigentlich kann ich mich ja ganz gut selbst beschäftigen aber dieser Frühsommer war bisher nicht meiner. Jetzt kam das Wochenende und ich ertappte mich am Sonntag dabei tatsächlich Formel1 und Tour de France geguckt zu haben. Zwei Sportarten die sich eigentlich nur ein Mal im Jahr in meinen Kalender quetschen, nämlich wenn Monaco gefahren wird oder die Radfahrer nach L’Alp d’Huez oder den Col de la Madlaine hochmüssen. Ersteres weil man ja doch auf irgendwas spektakuläres hofft (und es ist jedes Jahr unglaublich langweilig) und letzteres weil man die Strapazen, die die Menschen da überwinden müssen -ob gedopt oder nicht ist mir komplett egal- so unfassbar sind, dass ich den Drang habe Voyeur zu sein.

Diesen Sonntag verpasst Vettel den Sieg aber das eigentliche Highlight kam Abends in der BBC, wo er als Gast in der besten Motorshow des Planeten “Top Gear” zu Gast war. Knaller. Schwerst gelungener Auftritt. Er wird sich damit garantiert ein paar Freunde in England gemacht haben. In den nächsten Tagen versuche ich dann auch mal wieder was über den effzeh zu schreiben aber bis dahin guckt Ihr mal schön das Video (oder holt Euch die komplette Folge…)

Golf!

Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken “mal mit dem golfen” anzufangen. Irgendwie hat dieser Sport mir schon immer gefallen. Früher gab es Leaderboard (da möchte ich mal einen Menschen aus meiner Generation treffen, der das nicht gezockt hat), dann gewann Bernhard Langer das grüne Jacket und Tiger Woods hat aufgrund seiner Roboterhaftigkeit auch eine gewisse Anziehungskraft.

(c) fc-koeln.de

Als letztes Jahr Martin Kaymer die PGA-Championship gewann, hatte Deutschland auch einen neuen Helden, der -man möge mir verzeihen aber das ist nunmal so- auch noch effzeh-Fan ist. Der Jeck.

Durch passionierte Golfspieler in der Verwandtschaft war ich vor Wochenfrist zum ersten Mal “live” bei einem Turnier, den “Berenberg Masters”, einem Event derEuropean Senior Tour, ausgerichtet von den Langer-Brüdern. Am Sonntag lag der deutsche Vorzeigegolfer auf dem guten dritten Platz, zwei hinter der Spitze. Wir machten uns also auf diesen Flight zu begleiten. War schon cool auch wenn Langer und seine Begleiter deutlich hinter den Spitzenergebnissen des Tages zurückfielen und für ihn am Ende nur der geteilte elfte Platz herauskam.

Gewonnen hat mit Ian Woosnam ein anderer Grande des europäischen Golfs. Der Waliser hat in seiner Liste auch einen Master- und Ryder Cup-Sieg. Und klein ist der Mann. In Kölle könnte man sagen: ‘Ne Wutz.

Was noch ein bißchen beeindruckender war als das Spiel auf den Bahnen, war die Driving Range. Da stehen dann die alten Männer in lustigen Hosen und dreschen den Ball zwanzig, dreißig, vierzig Mal exakt gleich. Jeder Schwung sitzt und die Bälle fliegen genau so wie vorgesehen. Das konnte man wunderbar bei dem Wechsel von Driver auf Hybrid bzw. langes Eisen verfolgen. Mit dem Driver galt es die Kurve feinzustellen, mit dem Hybrid wurde exakt an die Fahne geschlagen. Wahnsinn!

Insgesamt eine spannende Veranstaltung auch wenn es tatsächlich eine gänzlich andere Welt ist. Da kommt die Hostess von “Emirates” und verteilt die neusten Golf-Reisen-Kataloge, da wird Champagner geschlürft, Audi stellt den ein paar Hundertausend-Euro auf eine Rampe und Bogner bedankt sich für das rege Interesse an seinem Stand mit einem 25,- € Einkaufsgutschein. Aber die Besucher waren nicht wirklich falsch. Jeder, wirklich jeder hatte ‘ne Pizza in der Hand, ich wurde von einer etwa 50jährigen Millionärsgattin (so sah sie jedenfalls aus) in eine Verschwörung ersten Ranges eingeweiht (der Mann sollte sie nicht rauchen sehen und so musste sie sich eine bei mir schnorren und kam mir auf die Driving Range nachgelaufen) und überhaupt herrschte auch an den Ständen eine äußerst lockere Atmosphäre.

Richtig unangenehm waren eigentlich nur die “freiwilligen Helfer” des ansässigen Golfclubs. Allesamt 25 – 35 Jahre, Typ Schnösel-BWLer mit Geld aus der Familie und wichtig, wichtig, wichtig. Herrlich war ein älterer Mann, der kurz vor uns zum ersten Abschlag schlürfte und von einer “Aufsichtsperson” (mit Pickelfresse aber Tuch in der Hemdtasche) angeranzt wurde er solle “den Weg mal frei machen, er muss jetzt zum Bernhard”. Da ruft der Opa dem Typen hinterher: “Junge Du bist zum Kartenabreissen hier, der Bernhard kennt höchstens Deine Mutter”. Was hab ich gelacht und mit mir der ganze Tross. Der Typ hat sich dann auch nicht “beim Bernhard” blicken lassen. Gut, muss es auch geben so Honks. Hat mir den Tag aber nicht verdorben.

Hier sind ein paar Schnappschüsse:

Aber noch viel mehr Erfurcht vor der Leistung der Senioren habe ich seit diesem Wochenende. Am Sonntag spontan zum TinCup (eine DrivingRange in der Nähe) gefahren, weil die “Tag der offenen Tür” hatten. Schnupperkurs mitgemacht und ‘nen Anfall bekommen wie schwer es ist den kleinen Scheiß-Ball überhaupt sauber zu treffen.

Es fing schon damit an, dass die Schlägerhaltung (linke Hand oben, rechte Hand darunter) für mich völlig unnatürlich war/ist. Das musste ich mir schon mal doppelt erklären lassen, weil ich es nicht gebacken bekam die linke Hand locker zu lassen. Unfassbar! Dann der Schwung. Da stehste als Anfänger da, als müssteste kacken. Der Golflehrer hat uns ein kurzes Eisen in die Hand gedrückt und dann sollten wir mal einen Eimer Bälle versemmeln. Ja jut. Sieht ja so einfach aus. Also los. Ausgeholt als gäb’s kein Morgen und mit voller Wucht in den Rasen gehauen. Mir zittern jetzt noch die Arme. Das passierte nicht einmal, sondern im Laufe des Nachmittages öfter. Nach ein paar Schwüngen hatte ich dann aber einigermaßen den Dreh raus und hab wenigstens ein paar Bälle schön getroffen aber natürlich kann da von “zielen” überhaupt nicht die Rede sein. Ein extrem schweres Spiel. Die Lernkurve scheint mir äußerst flach zu sein. Auch mit dem putten hatte ich so meine Schwierigkeiten, denn ich war viel zu schnell unterwegs. Das klappte aber deutlich besser als die Schwünge.

Ich will da auf jeden Fall dranbleiben und jetzt öfter mal auf diese DrivingRange zum trainieren. Mal schauen ob es irgendwann so weit ist, dass ich meine Platzreife angehe…aber das werdet ihr mitkriegen, dann poose ich hier um, dass es eine Wucht ist. Und dann pass auf John Daly, there’s a new Beerguy in Town….

Macht auf jeden Fall Spaß!

Rasierte Beine in weißen Stutzen

Nun ist es also fast soweit, das Sommermärchen 2011, die Frauen-Fußball-WM in Deutschland steht vor der Tür und dieser Blog erwacht langsam wieder aus seiner Lethargie. Nicht so sehr weil ich mich freue, sondern weil mir wieder was zum motzen eingefallen ist. Ihr kennt das ja mittlerweile.

Der mediale Hype wird also losgetreten. ZDF Sportreportage, ARD Sportschau, Eurosport Trailer, Playboy, EXPRESS und alles was gerade so ein Mikrophon halten kann sowieso, springen so langsam aber sicher auf den Zug auf. Dort wird ein Team vorgestellt, da zeigen sich Fußballerinnen von ihrer weiblichen Seite (huch), hier wird jeden Tag eine andere Nationalspielerin vorgestellt und überall und allerorten lugen die Wirte schon kritisch auf den Kalender, wann es denn endlich losgeht, wann das medial versteuerte Partyvolk wieder die Kneipen und Biergärten entert um mit bemalten Backen Wangen dem Wahn zu verfallen. Ich kann mir kaum etwas grausameres vorstellen.

Ich kann dem ganze nichts abgewinnen. Mich interessiert die WM nicht die Bohne. Ich würde nicht einen Euro dafür bezahlen, wenn man mich zu Hause abholt und ins Stadion karrt. Da wär mir die Zeit zu schade. Gut, ich schließe die Möglichkeit nicht aus, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich für Frauen-Fußball interessieren. Klar, kann es geben. Ich kenne zwar niemand, der derart bizarr veranlagt ist aber, hey, ich gucke Baseball und österreichischen Fuppes, da kann ich nicht sagen, dass ich normal gepolt bin. Mir geht nur dieser ganze aufgezwungene Hype auf den Keks. 

Von mir aus sollen sie Weltmeister werden, die Damen. Mir egal. Sack Reis. Aber soll ja keiner sagen, ich würde nix zu der WM schreiben…

Eine Reise

Meine ersten Erinnerungen an den 1.FC Köln, nein, an den Fußball als solchen, sind nicht visueller Natur. Meine Großeltern väterlicherseits hatten früher in Braunsfeld einen Garten, in einer Kleingarten-Anlage. So etwas gab es damals noch. Oma und Opa wohnten in Nippes, mitten auf der Niehler Straße in einem Mehrfamilienhaus, wie sie in den 60ern in dieser Stadt hochgezogen wurden und heute noch langsam vor sich hin rotten. Da gab es natürlich nicht den Raum für einen eigenen Garten im oder am Haus, sondern man behalf sich halt mit einem Mietgarten. Alle paar Wochen, im Sommer natürlich fast jedes Wochenende, luden mich meine Eltern also ins Auto (wir befinden uns Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre) um von Brühl ins nahe Köln zu fahren und den Tag im Garten der Großeltern zu verbringen. Nebenan der Garten gehörte der Schwester meines Vaters, auf der anderen Seite hatten Tante und Onkel Domizil bezogen. Die andere Schwester kam ebenfalls mit drei Kindern vorbei und so hatten wir fast die ganze Familie jedes Wochenende zusammen. Es gab Pflaumenkuchen, natürlich bestückt mit Pflaumen vom eigenen Baum und Kaffee für die Frauen, Limo für die Kinder und ein Bierchen für die Männer.

Im Hochsommer konnte ich aber etwas anderes entdecken. Alle zwei Wochen hörte man über die Anlage merkwürdige Geräusche. Durch die Bäume drang nicht alles aber ich war mir sicher, dass es seinen Ursprung nicht in den Gärten haben konnte. Es klang fast wie ein unwirkliches, weit entferntes Grollen. Kurze Phasen zwar nur aber klar zu erkennen. Ich musste wissen was das war. Wie mich meine Oma(!) aufklärte, hörte ich die Geräusche aus dem nahen Müngersdorfer Stadion, der Heimstätte des 1.FC Köln, dessen Existenz ich mir zwar bewußt war aber bisher freundlich ignoriert hatte, denn mit vier oder fünf Jahren hatte ich, ich gebe es zu, mit Fuppes noch nix am Hut. Aber es packte mich und schon bald konnte ich vor dem Radio-Kommentator das Tor in Müngersdorf vermelden, jedenfalls wenn es für den FC gefallen war. Ich war oft baff erstaunt, dass in Köln ein Tor gefallen sein sollte, von dessen Existenz ich nicht durch diesen wundersamen Roar Kenntnis hatte. Die Geheimnisse des Satdionbesuchs, mit Auswärts- und Heimfans waren mir noch verborgen.

Bis zu meinem ersten Stadionbesuch war es aber nicht mehr lange. Früh erkannte meine Familie, dass sie mit den samstäglichen Ausflügen einen schlimmen Fehler gemacht hat. Ihr Sohn war verloren. Samstags war auf einmal die Sportschau absolutes Pflichtprogramm, ich quengelte fürchterlich, wenn wir nicht früh genug zu Hause waren und war ein Ekel, wenn der FC verloren hat. Auch ein Sieg konnte mich nur kurz aufmuntern, denn ich habe es ja nur in ein paar Ausschnitten gesehen und nicht “live”. Ich wußte, dass ich bereit war ins Stadion zu gehen. Ich erklärte meiner -in London lebender- Tante (zu der wir später zurückkehren werden), dass ich ein FC Köln-Fan sei und nichts so toll ist, wie am Spieltag den Krach aus dem nahen Stadion zu hören und wie sehr ich es mir wünschte selbst dabei zu sein. Von ihr bekam ich mein erstes Trikot geschenkt. Sie war mit einem Engländer verheiratet und erkannte wohl schnell, dass da nichts mehr zu machen ist. Zusammen mit einem Wimpel von World Cup Willie (ebenfalls von ihr) waren dies meine ersten Fußball-Fan-Artikel.

Jetzt hatte ich also schon mal das  passende Rüstzeug, doch noch immer war ich nicht dabei gewesen. Ich quengelte meinen Vater immer wieder an doch mal mit mir ins Stadion zu gehen aber das war nicht so einfach. Mein Vater ist mit 18 Jahren nach Kanada ausgewandert. Er hat dort seinen Schifffahrtsingenieur gemacht und befuhr die Weltmeere. Er war nur drei Monate im Jahr zu Hause und die paar Wochenenden im Jahr, wo wir ihn besuchen konnten, in Rotterdam oder Antwerpen oder Hamburg, da war Müngersdorf weit weg. Irgendwann im Frühsommer 1983 jedoch, ich weiß es noch wie heute, stand er auf einmal in meinem Zimmer und sagte, ich solle doch mal mitkommen, er hätte da was gefunden und wüßte nicht ob das mir gehören würde. Im Wohnzimmer machte er den Schrank mit den guten Gläsern auf und zauberte zwei Karten für das Pokalfinale FC – Fortuna aus dem Hut. Ich bin komplett durchgedreht und bekam mich nicht mehr ein. Leider musste er vorher wieder seinen Dienst antreten, so dass mein Opa mit mir dorthin gegangen ist. Mein erstes Spiel im Stadion! Ich war auf 180, konnte nichts sehen, habe so gut wie keine Erinnerung mehr an das Spiel außer dass ich gejubelt und gejubelt und gejubelt und gejubelt habe, als feststand, dass der effzeh gewonnen hatte. Ich wußte nichts von einem Fußballgott. Ich war sieben Jahre alt.

1985. Ich war mittlerweile felsenfest davon überzeugt der größte FC-Fan unter der Sonne zu sein. Meine Mutter hatte es nicht leicht, denn nach der Schule gab es nichts was mich vom Fußball abbringen konnte. Die Schlachten, die ich schlug, nur um um meine Hausaufgaben herumzukommen, sind nicht zu zählen. Meine Oma (mütterlicherseits, ich wohnte in Brühl), die meistens nachgab, musste sich manchen Rüffel von meiner Mutter anhören. Wenn ich mir meine Interpunktion so ansehe, muss ich zugeben, dass meine Mutter ein faires Argument hat. Doch, zurück zum Thema: Ich spielte tagelang Fußball. Auf dem Ascheplatz in Brühl-West, der darunter liegenden Wiese, auf unserer “Hauswiese” in der Von-Heinsberg-Strasse und bei Viktoria Gruhlwerk in Heide. Immer weiter.

Wenn mein Vater in Deutschland war, kam er zu jedem meiner Spiele und oft genug ermahnte er mich nicht allzu aufbrausend zu sein, schließlich sei es nur Fußball. Hier besteht ein Kluft die nicht zu kitten war: Für ihn war Fußball nicht wirklich ein Sport, nur eine Unterhaltungsmaßnahme. Das hängt natürlich mit seiner Sozialisation in Kanada zusammen. Er war eher der Eishockeymensch, doch ab und an gab er nach und fuhr mit mir zu einem Spiel. Er war aber nie ein Fan, konnte nicht verstehen, was mich so besessen machte und hatte eigentlich auch generell kein allzu gutes Verhältnis zum FC. Obwohl in Köln, auf der Aachener Strasse geboren, schlug sein Herz immer mehr für den Underdog. So kam es, dass er mich mehr als einmal Sonntags einpackte und mit mir zur Fortuna fuhr, die damals zweitklassig waren.

Einmal, es muss  im April oder Mai ’86 gewesen sein, fahren wir auf der Brühler Strasse Richtung Südstadion als mein Vater von der Polizei angehalten wird. Ich weiß nicht mehr warum aber was ich noch ganz genau weiß, ist wie er versuchte die Polizisten mit einen Zehn-Mark-Schein und einem Augenzwinkern zu bestechen ihn weiterfahren zu lassen. Das war der größte Moment überhaupt. Der Zehner zusammen mit dem (alten) Führerschein durchs Fenster gereicht, dabei nonchalant die Sprache gewechselt und den Wachtmeister mit “Officer” angesprochen und ein fassungsloses Gesicht geerntet. Das Ende vom Lied: Wir verpassten das Spiel, weil die Polizei uns zwei Stunden auseinandernahm. Trotzdem: Eines der coolsten Fußballerlebnisse ever!

Am Ende der Saison 85/86 steht der FC im UEFA-Pokal-Finale gegen Real Madrid. Ich kann mich noch erinnern, weil ich um Neun Uhr ins Bett musste uns somit nur die erste Halbzeit sehen konnte. Eigentlich. An diesem Mittwoch aber, war meine Mutter nicht zu Hause und mein Vater hatte die letzte Woche, bevor er wieder auf See musste. So saßen wir zusammen vor dem TV (Ich meine das ZDF übertrug das Hinspiel. Kürten? Figgemeier? Klärt mich mal auf…) und ich musste meinem Vater versprechen, dass -wenn er mich das Spiel ganz sehen lässt- ich meiner Mutter nie ein Wort davon erzählen darf. Bis heute hielt ich mein Versprechen. Besonders gut erinnere ich mich an einen Einwurf für den FC, es muss ziemlich zu Beginn gewesen sein. Der Kölner Spieler (Prestin? Geils?) nimmt den Ball, titscht ihn einmal auf, geht dann drei, vier Schritte Richtung Mittellinie (aus der eigenen Hälfte) und wird vom Schiri zurück gepfiffen. Der Reporter bemerkt trocken dass “auch so Zeit von der Uhr tickt” und mein Vater lacht sich ‘nen Ast. Die zweite Szene ist das 0:1 durch Allofs. Ich drehe durch und gucke zu meinem Vater, der auf die Uhr zeigt und mich ermahnt mich nicht zu früh zu freuen. Am Ende steht es 5:1 für Real. Ich weiß nicht mal mehr ob ich das Rückspiel überhaupt geschaut habe, ich habe auf jeden Fall keine Erinnerung mehr daran.

1990 wird Deutschland Weltmeister in Rom und mein Vater hört mit der Schifffahrt auf. Wir sehen das Endspiel zusammen und trinken unser erstes gemeinsames Bier (natürlich auch unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen, ich war 14 und meine Mutter durfte nichts davon wissen).

In den nächsten Jahren ging ich dann alleine zum Fußball. Mit Freunden zuerst in die Südkurve, danach in den Oberrang. Natürlich erntete ich bittere Kommentare, wenn ich nach Hause kam, wieder mein ganzes Geld für den Fußball verbrannt habe und dann noch nicht mal für eine gute Mannschaft.

1993 fuhr ich mit meinem Vater das letzte Mal nach London um eine Woche bei der o.e. Tante zu urlauben. Wir zogen jeden Tag durch die City, gingen öfter als gesund war zu KFC (was es damals hier noch nicht gab), und letztlich hatte ich ihn soweit: In unmittelbarer Nähe lag “Loftus Road”, das Stadion der Queens Park Rangers, die just am Samstag vor unserer Abreise ein Heimspiel hatten. Ach so, ich muss noch sagen, dass ich mit “unmittelbare Nähe” wirklich “unmittelbare Nähe” meine, denn meine Tante wohnte in der “South Africa Road” und konnte von ihrem Küchenfenster die Rückseite des Stadion sehen. Auf der anderen Straßenseite! Wir also dahin, grottiges Spiel gesehen, ich glaube QPR gewann Eins oder Zwei zu Null. Das bemerkenswerte war, dass mein Vater mir einen Schal kaufte. “QPR – Milk Cup Final” stand darauf. Nicht zu vergleichen mit unseren heimischen Fanschals, der Stoff war viel dünner aber ich habe diesen Schal immer noch und hüte ihn sorgsam. Es war der letzte Stadionbesuch mit meinem Vater.

Ich war leider nie wieder mit ihm dort oder in Müngersdorf oder in Zollstock. Es ergab sich einfach nicht.

Als der FC vor ein paar Wochen gegen Bayer gewann und damit den Klassenerhalt so gut wie sicher machte, lag er bereits im Krankenhaus. Eine Stationsschwester war Bayer-Fan und als ich ihm erzählte, dass der FC gewonnen hat, rief er direkt nach der Schwester um ein meckerndes Lachen loszulassen. Er kniepte mir dabei zu.

Gestern Abend um 22:40 Uhr starb mein Vater am verfluchten Krebs. Ich habe ihm vieles zu verdanken, nicht zuletzt meinen ersten Stadionbesuch, die Initialzündung. Sein Humor und seine Weltsicht ist nicht zu ersetzten auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, hat er doch immer nur Gutes im Sinn gehabt. Ich kann noch gar nicht abschätzen wie sehr er mir fehlen wird aber unsere Reise geht weiter, da bin ich sicher. Bis dahin. Tschüß Papa!

Den veldig store løsningen

(c) de.uefa.com

Als Milivoje Novakovic das 1:0 im letzten Saisonspiel für den 1.FC Köln gegen form- und gedankenlose Schalker erzielte, konnte an anderer Stelle Finanzminister Horstmann vermelden, dass der norwegische Fußballverband die Ablösesumme des effzeh akzeptiert und Ståle Solbakken ab dem 1. Juli neuer Trainer im Grüngürtel wird. Was als ziemlich abwegiges Gerücht begann, ist nun also in trockenen Tüchern und kann getrost als Coup gewertet werden. Die ganz große Lösung eben.

Ich habe den Namen zwei, drei Mal flüstern gehört, habe ihn dann in meiner Wunschliste recht rüde als Dänen abgestempelt und mir weiter keine große Gedanken gemacht, bis der EXPRESS das Thema auf die Agenda setzte und damit den Gerüchten einen Boden gab. Denn, wir müssen es einsehen, auch wenn der EXPRESS viel schreibt, wenn der Tag lang ist, bei FC-Themen sind sie meist gut informiert und haben oft den richtigen Riecher und/oder Informanten.

Lange bevor Solbakken in Köln anfängt sind die ganzen Vorschußlorbeeren schon da. Rune Bratseth und Anders Giske gratulieren, die Presse schreibt nur gute Dinge, seine Erfolge mit dem FC Kopenhagen haben ihn sogar schon auf das Cover des UEFA-Magazins gebracht und nun stellt sich der Mann also der Herausforderung Bundesliga. Dass er dies in Köln macht, ist erstaunlich – oder das Ergebnis hervorragender Arbeit seitens Finke. Ich würde mich so sehr freuen, falls ich mal wieder falsch gelegen hätte und mit Volker Finke kein machthungriger Egomane, sondern ein professionell arbeitender, erfolgsorientierter Sportdirektor das Ruder übernommen hat und die unendliche Leidenszeit ein Ende hätte.

Natürlich kann eine Veränderung zum Guten nicht über Nacht erfolgen. Jedem muss klar sein, dass wir fünf Jahre hinter Borussia Dortmund herhinken. Es geht nun erst einmal darum den Vorsprung nicht größer werden zu lassen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Ein Trainer- ist auch immer ein Konzeptwechsel. Dieses neue Konzept muss sich erst etablieren, muss Früchte tragen, bevor wieder irgendwelche Daumschen Träumereien anfangen. Geben wir dem Mann Zeit, lassen wir ihn den Kader über zwei, drei Transferperioden nach seinen Vorstellungen umbauen und dann sehen wir mal wohin die Reise geht.

Vor dem heutigen Spiel gab es in Müngersdorf massive Ummutsäußerungen gegen den Vorstand und Volker Finke. Nach dem Spiel wurde Frank Schaefer minutenlang mit Sprechchören aus der Stehplatz Süd gefeiert, doch heute stell ich mich mal dagegen und muss eingestehen: Nicht Frank Schaefer hat den FC letztlich gerettet, es war Volker Finke. Im Rückblick hat er zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen den Abgang von Frank Schaefer zu provozieren, hat sich dann auf die Trainerbank gesetzt um die letzten Punkte, die zum Klassenerhalt nötig waren, zu holen, damit Erfolg gehabt und im Hintergrund an der Verpflichtung von Solbakken zu arbeiten. Ich muss gestehen, dass ich die Causa Schaefer wohl zu romantisch, zu einseitig gesehen habe auch wenn der Mann für diese Mannschaft genau der Herzschrittmacher war, den Solbakken jetzt in sich trägt. Natürlich ist Frank Schaefer zu danken, ist der Klassenerhalt zu großen Teilen sein Verdienst aber der letzte Schritt, den ging Finke. Gegen alle Widerstände. Dabei hilft ihm natürlich, dass er nicht in dem Klima des 1.FC Köln groß geworden ist und er den Club als eine Aufgabe versteht, nicht als Herzensangelegenheit. Vielleicht tut das dem FC mal richtig gut: Etwas weniger “Hätz” aber ein wenig mehr “Kopp”.

Ich freue mich jedenfalls über den Trainer Solbakken, auf die neue Saison und vorab auf die Meldung, dass Willi Sanou einen neuen Verein (Hessen Kassel?) gefunden hat. Yeah!

Ståle Solbakken
– geb. 27.02.1968 in Kongsvinger a.d. Glomma
– 58 Länderspiele für Norwegen, 9 Tore
– Norwegischer Mittelfeldspieler des Jahres 1995
– Dänischer Meister: 1999 und 2001
– Teilnehmer WM ’98 und EM 2000

Als Trainer:
– Norwegischer Trainer des Jahres 2004 (mit Ham-Kam, Hamar)0
– Meister der Royal League: 2006
– Dänischer Meister: 2006, 2007, 2009 und 2010
– Dänemarks Trainer des Jahres 2007
– Dänischer Pokalsieger 2009

Ein Trikot für Sozialpädagogen

(c) fc-koeln.de

Der 1.FC Köln läuft also nächstes Jahr wieder in Weiß in Müngersdorf ein. Das neue Heimtrikot des Adidas-Ablegers Reebok kommt dennoch ideen- und -har, har- recht farblos rüber. Es scheint als wurde der kleineste gemeinsame Nenner gesucht und im schlichten uni-weiß mit den häßlichen Reebok-Applikationen auf der Schulter gefunden. Das gestern in der EXPRESS vorgestellte Trikot gefiel mir bedeutend besser. Der rot abgesetzte Kragen, die Bündchen, gefiel mir alles besser als dieses Trikot mit dem viel zu hellen “REWE”-rot auf der Brust.

Jetzt kann der FC natürlich völlig zu Recht sagen, dass man machen kann, was man will, ich meckere immer an irgendwas rum. Ja, ist so. Letztes Jahr wetterte ich gegen die roten Heimtrikots, jetzt machen sie es weiß, ist es wieder nicht gut genug. Jaja…istjaschongut.

Natürlich ist das neue Trikot in einer undeutlichen Potenz besser als das alte. Allein es fehlt Pfiff.

Der EXPRESS-Entwurf vom 10.05.2011

Dass der FC auf seiner Homepage nur Bilder von der Vorderseite der Trikots veröffentlicht, hat wohl den Hintergrund, dass die Beflockung nicht geändert wurde und die Mannschaft erneut mit der Kindergarten-Schrift “Comic Sans” (oder einem seiner Klone) rumlaufen muss.

Ein Trikot soll doch Stärke, Verbundenheit, Stolz und Kraft ausdrücken, oder? Von Ehre will ich ja gar nicht anfangen aber so ein bißchen gehört das ja auch dazu. Wie genau soll das mit dieser schlimmen Clownschrift bewerkstelligt werden? Der FC verpasst wieder die große Chance etwas “gut” zu machen. Es ist besser als vorher, doch weit weg von “must-have”.

Schade.