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 Von lostinnippes,  am 28.08.11 Der erste “Dreier” der neuen Bundesliga-Saison ist in trockenen Tüchern. Nach einem wilden Spiel siegt der FC mit 4:3 in Hamburg und LottoKingKarl hat die Schnauze voll. Wieder gelingt der Mannschaft und Trainer Solbakken ein Schritt nach Vorne. Wir sehen hier eine Mannschaft, die sich seit dem Auftakt in jedem Spiel gesteigert hat, die Spielverständnis und Lernbereitschaft zeigt und nun auch punkten kann. Das ist in vier Spielen eine größere Entwicklung als wir in den letzten zwanzig Jahre gesehen haben.
Okay, Okay. Lassen wir die Kirche im Dorf, denn der HSV hat natürlich die Fehler gemacht, die gemeinhin der effzeh in Petto hat. Individuelle Patzer, schlechte Außenbahnen, bizarre Wechsel und Pech mit Pfosten, Latte und Schiedsrichter. Wir können tatsächlich froh sein, dass der Linienrichter Osmers einen rabenschwarzen Tag hatte. Nicht nur flötet er Schiri Meyer zurück als dieser den Ausrutscher von Aogo als eben jenen wertete und dadurch die Fehlentscheidung zum Elfer praktisch alleine traf, nein, er winkte den HSV auch vier Mal aus einer vermeintlichen Abseitsposition zurück. Zwei waren gleiche Höhe, zwei waren meilenweilt kein Abseits. Da wären die Hamburger vier Mal durch gewesen.
Doch, genau wie die für den HSV zählte für den FC eigentlich nur das Ergebnis um einigermaßen Ruhe einkehren zu lassen. Es ist also am Ende des Tages egal wie der Sieg zustande kam, wichtig ist das er zustande kam.
Solbakken musste weiter auf den verletzten Rensing im Tor verzichten, Eichner war auch nicht fit und Podolskis Lunge teilte mit, dass sie Luft für 45 Minuten haben würde. So wurde in der Abwehr Andrezinho auf links gestellt, der Neuzugang Henrique Sereno teilte sich mit seinem alten Buddy Geromel die Innenverteidigung und Brecko durfte erneut auf rechts ran. Sereno mit einen prima Debüt in der Bundesliga. Er stand eigentlich immer sicher, genauso wie Geromel. Andrezinho mit Licht und Schatten. Er ist in der Vorwärtsbewegung durchaus zu gebrauchen, offenbart aber immer noch deutliche Schwächen bei seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich die Seite sauber zu halten. Eventuell würde ich mal versuchen mit Riether die Position zu tauschen. Dass Riether links spielen kann, hat er unter Magath oft genug gezeigt, Andrezinho hätte dann mehr Platz und könnte vielleicht den Ballverteiler spielen. Das Experiment ginge auf Kosten von Christian Eichner aber ich finde die Idee super. Trainer übernehmen sie!
Diese erste Viererkette stand ziemlich punktgenau, verschob mit der vorgeschobenen zweiten Viererkette glänzend, hielt stets den Abstand und machte insgesamt einen prima Eindruck. Auch wenn auf dem Papier ein 4-2-3-1 steht, sind es doch eher zwei Ketten, denn Chihi und Jajalo orientierten sich bei gegnerischem Ballbesitz stets zurück um die Kollegen Riether und Lanig zu unterstützen. Von Riether bin ich bis jetzt ein klein wenig enttäuscht, denn ich hatte mir ehrlich gesagt mehr erwartet. ich dachte, dass er viel aktiver in den Spielaufbau eingreift aber bis heute ist das doch alles sehr passiv. Lanig mit gewohntem Spiel. Paar Bälle kommen an, paar werden vertändelt. Das alte Lied. Hier sehe ich auch noch eine wirkliche Schwachstelle im Kölner Spiel. Eigentlich löst jeder Ballverlust von Lanig eine potentiell gefährliche Szene ein, denn meistens ist hinter ihm ein Loch, so dass der Gegner mindestens zehn Meter Platz hat und damit genug Zeit in Ruhe den Angriff zu koordinieren.
Peszko, Jajalo und Chihi spielten solide, liefen über die Außen den Hamburgern weg und spielten mit zwei, drei schnellen (Doppel)Pässen Westermann und Rajkovic schwindelig. Nicht oft und nicht permanent aber die Stiche saßen. Vorne stand Nova. Und schoss ein Tor.
Die Leistung der Mannschaft war schon in Ordnung. Wenn man sich mal die Kommentare der Hamburger anhört, müsste man meinen, dass der FC irgendwo in den Niederungen der Regionalliga rumschwirrt, so beleidigt sind die. “Wenn wir nicht mal gegen Köln gewinnen, gegen wen dann?”, “Schlechteste Mannschaft der Liga und wir verlieren trotzdem” usw. Na, wenn die sich da mal nicht täuschen. Ich sah eine extrem clever agierende Mannschaft, die (wie schon die ersten 42. Minuten in Schalke – you know what I mean) sehr diszipliniert, fast sklavisch die Positionen hielt, die Räume unglaublich eng machte und jeden Fehler ausnutzte. Natürlich ist da noch nicht alles Gold, ist ja klar aber: Die Richtung stimmt und der HSV wird nicht der letzte Verein sein, dem nichts einfällt gegen diesen FC.
 Berger? Heddergott? Solbakken!
Zwei dicke Dinger sind aber immer noch im Spiel: Zum einen das extreme Verschieben der Viererkette bis an die Mittellinie. Das stellt natürlich oftmals Abseits und machte den Spielaufbau für den Gegner schwierig, weil eigentlich nur der lange Ball bleibt aber auf der anderen Seite brauchst du im Zweifelsfall sehr schnelle Spieler um die paar Bälle die durchkommen effektiv abzuwehren. Gestern half eben ein paar Mal der falsche Abseitspfiff aber beim 3:2 von Son kommt der Ball halt durch und nur Andrezinho ist noch einigermaßen da, verliert aber die Koordination und der Koreaner hat leichtes Spiel mit Varvodic. Natürlich ist das eben ein Teil des Solbakkschen Systems aber vielleicht würde ich doch eher zehn Meter tiefer stehen. Nur für den Fall. Aber, okay, auch hier wird es eine Lernkurve geben.
Viel schwerwiegender ist das Zuordnungsproblem bei Standard-Situationen. Aus dem Spiel raus hatte der HSV genau zwei Szenen: Das Tor von Son und einen Lattentreffer von Skjelbred. Alle weiteren Gefahren gingen von Standards aus. Hier muss eine klarerer und engere Zuordnung einstudiert werden.
Ich kann mich nur wiederholen. Nach vier Spielen sehe ich eine Entwicklung, eine Ahnung wie das Spiel aussehen soll. Ich kann mich schon fast nicht mehr daran erinnern, wann das in Köln zum letzten Mal der Fall war. Ich werde zu jung gewesen sein um überhaupt an ein taktisches Konzept gedacht zu haben. Was war denn die letzten Jahre in Köln los? Lienen war wohl der Letzte, der eine Idee von einem System hatte. Nee, nee, ich finde das alles ganz schön gut. Und wenn wir das Spiel mit 2:3 verloren hätten, wäre dieser Text nicht sonderlich anderes ausgefallen. Vielleicht ein bißchen flehentlicher dem Trainer Zeit, Zeit, Zeit zu geben.
Nächste Woche ist wieder so eine Drecks-Länderspiel-Pause, dann kommt Nürnberg an den Rhein. Dann muss der FC nachlegen, Selbstvertrauen tanken und irgendwann kommt dann auch mehr Ballbesitz. Versprochen!
 Von lostinnippes,  am 22.08.11 Als Knut Kircher das Spiel abpfiff, wusste Müngersdorf nicht genau, wie mit dem Ergebnis umzugehen ist. Auf der einen Seite haben wir ein anständiges Spiel des effzeh gegen den Angstgegner aus Kaiserlautern gesehen, auf der anderen Seite hätte das Match deutlich gewonnen werden müssen. Zu viele Chancen liegen gelassen, ein dummes und unnötiges Gegentor kassiert und dennoch geben die 90 Minuten mehr Anlass zur Hoffnung als zur Sorge.
Vor dem Spiel war das bestimmende Thema die Verletzung (oder die Erkrankung) von Lukas Podolski. Verschupft sei er, Fieber hätte er, deshalb nicht spielen könne er, ließ der Prinz mitteilen. Unglücklicherweise kommen zum gleichen Zeitpunkt wieder Wechselgerüchte auf. Angeblich soll Galatasaray starkes Interesse an ihm haben. Finke dementiert, Solbakken dementiert und Podolski sagt nichts. Dass er auf der Tribüne saß ist bei 40 Fieber seltsam, denn eigentlich bleibt man dann im Bett aber ich nehm es mal als Interesse hin und wundere mich nicht weiter.
Weiter fehlten Rensing, Mohammad, Petit und Pezzoni. Mohammad ist ja nun mittlerweile ganz weg, der Neuzugang Sereno saß noch auf der Tribüne, was Rensings Knie macht, weiß kein Mensch, Petit wird auch eher erst in der Rückrunde fit werden und ob wir einen gesunden Pezzoni brauchen, muss ich zum Glück nicht entscheiden. Dann geht auch noch Eichner in der vierten Spielminute vom Feld als sei er eben in durch Tripolis gelaufen und die Alternativen werden dünn. Die Abwehr stellt sich praktisch von alleine auf, im Mittelfeld gibt es auch nur zwei, drei Möglichkeiten mit den Solbakken „spielen“ kann und Vorne ist Wüste.
Gut gefallen haben mir Jajalo und Riether. Beide ernorm fleißig und laufstark, Jajalo dazu noch mit feinem Fuß. Schiesst er das 2:1 ist die Sache gegessen. Macht er aber nicht. Lanig hatte auch eins seiner eher besseren Spiele, was sich aber eigentlich nur dadurch bemerkbar macht, dass er ein paar Mal weniger den Ball verloren hat als sonst. Ein schönes Solo hatte er auch anzubieten aber auch ihm fehlte der letzte Zug zum Tor. Chihi ist und bleibt der altbekannte Chancentod. Er hat einfach ein viel zu schlechte Quote aus Chancen/Toren. Peszko wieder mit viel Licht und ein wenig Schatten, doch man erkennt immer wieder, dass er ein guter Fußballer ist. Das wird schon noch mit ihm, da bin ich sicher. Nova mit einem unglücklichen Auftritt. Er lässt so ziemlich jeden Ball prallen, steht zwei, drei Mal unglücklich zum Tor und verstolpert eine aussichtsreiche Chance. Naja.
Eine wirkliche Analyse traue ich mir aber diese Woche nicht zu, denn ich saß im Unkelbach, der Fernseher war eher klein und das Publikum typisch kölsch, d.h. eher mit dem Anspruch dass jede Minute ein fantastischer Angriff nach dem anderen auf das gegnerische Tor zu rollen hat und sonst jede Aktion mit höhnischem Gelächter und Spott bedacht wurde. Zum verrückt werden. Ich hab mehr auf die idiotischen Kommentare gehört als alles andere.
Ich bin mal gespannt wie der FC nächste Woche gegen einen völlig desolaten HSV auftreten wird. Punktet man in Hamburg, ist alles gut, wenn nicht, dann wird’s wieder ein paar Grad heißer in und um den Grüngürtel.
Könnte hier eventuell ein kausaler Zusammenhang bestehen? Ich frag ja nur…

 Von lostinnippes,  am 14.08.11 Zwei Spiele in der Saison, 1:8 Tore, null Punkte. Ich habe mit einem holprigen Start und möglicherweise null Punkten nach zwei Spielen gerechnet auch wenn ich mir für Solbakken wenigstens einen Punkt gewünscht hätte aber so einen Abschuss hatte ich nicht auf der Rechnung. Nach sehr ordentlichen 42 Minuten dreht (mal wieder) eine unfassbare Schiedsrichterentscheidung das Spiel. Ohne den geschenkten Elfer bekommt Schalke nichts auf die Reihe, die Kölner Abwehr steht massiv, die beiden Vierer-Reihen verschieben sich ansprechend und die wenigen Konter sind gefährlich. Dann zeigt Winkmann auf den Punkt und nach einer unterirdischen zweiten Halbzeit bleibt nichts vom Tag außer Wut und Enttäuschung.
Natürlich ist es mutig und wohl auch nicht angebracht eine 1:5 Niederlage komplett auf den Schiedsrichter abzuwälzen, denn die letzten 44 Minuten der Partie offenbarten eine sehr häßliche Seite der Kölner Mannschaft aber eine Teilschuld trägt der Mann in Schwarz auf jeden Fall, denn es ist ja nicht nur die Elfer-Entscheidung. Fangen wir mal mit der gelben Karte gegen Lanig an. In meinen Augen ein “normales” Foul. Kampf um den Ball, Zehntelsekunde zu spät, Ball getroffen, Fuß des Gegner mit weggewischt. Passiert tausend Mal in der Saison, gibt nie gelb, vor allen Dingen nicht zu so einem frühen Zeitpunkt. Fünf Minuten später grätscht Holtby Lanig um, ist aber so weit vom Ball weg, dass der nicht mehr im Spiel ist. Winkmann pfeift Foul, läßt aber die Karte stecken. Kann mir das kurz jemand erklären? Ich bin weit davon entfernt Martin Lanig, dessen Spiel ich mehr als ein Mal als “zu träge, zu langsam” umschrieben habe gegen alle Widerstände zu verteidigen aber es geht auch um Relationen. Wenn ich ganz bewußt in der 20. Minute eine gelbe Karte gebe und damit einer strategisch wichtigen Position viel Spielraum nehme, dann muss ich dies auf beiden Seiten machen.
Der Elfmeter an sich ist ein Witz, da müssen wir ja kein Wort mehr drüber verlieren, oder? Dass McKenna auch gelb sieht, ist juristisch notwendig aber nichts desto weniger kompletter Bullshit. [Update]. In den Kommentaren meldet sich Tobi von blogundweiss. Das Aktuelle Sport Studio sieht es wohl als einen klaren Elfer, Tobi meint “kann nicht muss”. Ich hab mir das Ding jetzt nochmal angeguckt: Klick auf das Bild für groß.
 Der Ball ist im Flug. McKenna orientiert sich Richtung eigenes Tor, im Strafraum liegt der Schalker Spieler. Papadopoulos schaut auf den Ball, McKenna nicht. Unten links sieht man den Zeitstempel auf 3:00 Minuten stehen.
 Papadopoulos steht in Position zum Kopfball, McKenna ist noch in der Bewegung. Die Schalker Spieler in seinem Rücken laufen nach vor, die Kurve des Balles passt überhaupt nicht zum Laufweg.
 Der Moment des Handspiels. McKenna guckt Richtung Sinalco Werbung (warum auch immer) hat gerade einen Sidestep Richtung Tor gemacht und muss sich nun zu Papadopoulos orientieren. Der Ball trifft ihn aus kurzer Entfernung. Seit der Ball in der Luft ist, ist gerade mal eine Sekunde vergangen.
 Der Ball trifft auf den Boden auf. McKenna guckt immer noch woanders hin und man sieht an seiner ganzen Körperhaltung, dass er gerade im vollen Stopp ist. Wir sind immer noch innerhalb einer Sekunde.
Vielleicht bin ich betriebsblind aber für mich stellen sich zwei Fragen:
a) Müsste Winkmann nicht das Spiel unterbrechen weil Höwedes im Fünfer liegt und damit mindestens für Unruhe sorgt und deshalb Abseits steht/liegt?
b) Wenn das ein absichtliches Handspiel ist, er also seinen Körper durch den Arm unnatürlich verbreitert, warum ist er dann im vollen Lauf gegen die Flugbahn? Macht für mich keinen Sinn.
Sei es wie es sei, kann man eh nicht mehr rückgänig machen aber es wurmt mich halt immer noch. [/Update]
Weiterhin nimmt Winkmann Podolski einen klaren Vorteil weg, läßt Chihi zwei Mal an der Außenbahn von Papadopoulos weggrätschen ohne dass ein Freistoss gepfiffen wird und pfeift so ziemlich jeden Zweikampf ab. Lächerlich.
So kommt Schalke zum unverdienten Ausgleich und überrennt in der zweiten Halbzeit eine unsortierte und mich sich selbst hadernde Kölner Abwehr. Auf die Gegentore möchte ich gar nicht eingehen, es reicht, wenn wir feststellen, dass nichts aber auch gar nichts von der Disziplin der ersten Hälfte übrig blieb.
In diesen ersten 42. Minuten konnte man aber erkennen, dass die Mannschaft schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Im Gegensatz zum Auftakt gegen Wolfsburg funktionierten die beiden Ketten, die Räume wurden 40 Meter vor dem eigenen Tor dicht gemacht, die Außenbahnen stellen so zu, dass Schalke entweder blind in den Strafraum flanken musste (Fuchs) oder zwei, drei Anläufe mit Seitenwechsel, Rück- und Querpass benötigte um überhaupt Anspielstationen zu haben. Das nutzten dann die Kölner Spieler aus, sich neu zu postieren und das Spiel ging von vorne los. Schalke ohne jede Torchance. Bis zum Elfer.
Im Spiel nach Vorne konzentrierte sich der FC auf Konter, was ich als durchaus legitimes Konzept ansehe, denn mit einer 1:0 Führung in Schalke muss ich nicht das Spiel machen. Leider verpsste Peszko die Gelegenheit zum 2:0 aber dies soll kein Vorwurf sein, es ist nur Schade. Dass Solbakken den Polen vom Platz nahm, habe ich nicht verstanden, für mich wäre Chihi der logische Move gewesen aber ich denke mal, dass er sich erhofft hat mit einem schnellen Roshi und einem schnellen Chihi einen taktischen Schnitt zu machen. Roshi für Chihi wäre ja nichts anderes gewesen als ein reiner Mann-für-Mann-Wechsel ohne Neuausrichtung.
Trotz des Debakels sehe ich das Spiel immer noch positiver als jedes Soldo-Ereignis im letzten Jahr. Hier riecht nichts nach Aktionismus. Dass wir mit bösartigen Schiedsrichter gequält sind (auch die rote Karte von Novakovic gegen WOB war nicht zwingend) und in den ersten Spielen böse auf’s Maul bekommen haben ist halt nur Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Nun muss ja fast ein Sieg gegen Lautern her, die in Köln ja eigentlich immer, immer, immer gewinnen. Ich hoffe dass sich Solbakken nicht von seinem Weg abbringen läßt und weiter versucht eine Spielkultur zu etablieren auch wenn der Druck am Samstag gewaltig sein wird.
Ich habe noch keine Panik und bin weiterhin überzeugt, dass wir keinen besseren Trainer hätten verpflichten können. Ich hoffe, dass die Zeitbanditen von DuMont nicht schon in dieser Woche mit irgendwelchen “Geheimplänen” aufmachen, denn seinen wir mal ehrlich: Soll etwa Peter Neuruer wieder zurück kommen? Oder wer fällt Euch noch ein? Man muss endlich erkennen, dass das Spielermaterial nicht durchgehend Güteklasse 1 ist und eine Umsetzung von neuen Ideen in Köln viel länger dauert als in -meinetwegen- Barcelona auch wenn das ein schlechtes Beispiel ist, denn die spielen ja schon seit 1638 ihr System. Scheint nicht von Nachteil zu sein auch mal einen etwas längeren Atem zu haben.
 Von lostinnippes,  am 07.08.11 Das muss man erstmal sacken lassen. Null zu Drei gegen Wolfsburg, eine rote Karte für einen Spieler, der ohne Backup gesetzt ist, eine desaströse Mannschaftsleistung, ein Spieler, der beim besten Willen nichts in der ersten Bundesliga zu suchen hat und Baustellen auf allen Ebenen. Der Vorfreude auf die neue Saison folgt -wie jedes Jahr- der Murmeltiertag-Sonntags-Blues. Nüchtern betrachtet, kann der FC mit dem Ergebnis noch zufrieden sein, denn wir hätten uns auch nicht beschweren dürfen, wenn uns die Wölfe mit sechs oder sieben Toren nach Hause geschickt hätten.
Solbakken stellte ohne große Überraschung auf. Der (größtenteils) genesene Rensing stand wieder im Tor, vor ihm die Viererkette bestehend aus Eichner, Pezzoni, Geromel und Brecko, davor die Dreifachsechs mit Jajalo, Riether und Lanig, Chihi spielte irgendwo im Niemandsland zwischen rechter Außenbahn und Zentrale, Podolski nominell im Sturm, auf dem Platz eher wieder die “9” und vor dem Tor sollte Novakovic für Gefahr sorgen.
Felix Magath stellte nach der Pokalniederlage um, verzichtete auf die Raute, ersetzte Lakic durch Helmes (natürlich) und ließ so eine Art 4-2-3-1 spielen. Der FC hatte dieser Formation nichts aber auch gar nichts entgegen zu setzten. Das Spiel gegen den Ball fand nicht statt, die Spieler standen immer zu weit vom Gegner weg und hatte zudem deutliche Zuordnungsprobleme. In der ersten Halbzeit kam ich mir vor wie bei einem Pokalspiel. Wolfsburg hatte im Aufbau einen Haufen Zeit, denn auf den Mann gegangen wurde so gut wie gar nicht.
Nach zehn gespielten Minuten in der neuen Saison überkam mich zum ersten Mal ein ungutes Gefühl. Pezzoni stand 30 Meter vor dem Tor, es folgt ein langer Ball Richtung Mandzukic, doch anstatt Richtung Gegner zu gehen läßt sich Pezzoni zehn Meter zurück fallen und gibt dem gegnerischen Stürmer dadurch alle Zeit der Welt einen Schuß zu plazieren, der jedoch noch nicht zu etwas Zählbaren führte. Da war mir irgendwie klar, dass wir uns heute ein paar Dinger fangen werden.
Das 0:1 ist dann wieder ein klassischer Pezzoni. Schon letzte Woche gegen Wiedenbrück war er der deutlich schlechteste Spieler auf dem Platz, doch aus Mangel an Alternativen für den verletzten Mohammad musste Solbakken wieder auf ihn setzten. Hat nicht geklappt. Echt nicht. Den langen, ideenlosen Ball von Kjaer verlängert er mit dem Kopf aufs eigene Tor, Geromel wird von Mandzukic umgefegt (dafür wurde auch schon gepfiffen), Pezzoni sprintet völlig ohne Sinn und Verstand dazwischen und legt Helmes den Ball auf den Fuß, der am sichtlich überraschten Rensing einspitzelt. Ich mache Rensing keinen Vorwurf. So eine Aktion seiner Vorderleute kann man nicht auf der Rechnung haben, daher sehe ich nicht, dass er zu spät reagiert hat.
In der Folgezeit leistete sich die Abwehr einen schweren Schnitzer nach dem anderen. Christian Eichner war auf rechts völlig allein gelassen, brachte aber auch nichts Vernüftiges zustande. Geromel versuchte ein wenig Ordnung in Chaos zu bringen, wirkte am sichersten und hatte wenigstens verstanden, dass man vor dem Ball stehen muss, wenn man schon kein gegen-den-Mann annimmt oder spielt. Auf rechts spielte Brecko seinen Stiefel runter, stand auch ein paar Mal falsch aber letztlich wurde die Gefahr über seine Seite nicht größer. Die gefährlichen Dinger kamen über halblinks wo die Wölfe eine kranke Hyäne erspäht hatten. Was Pezzoni gestern gespielt hat ist so unter jeder Würde, dass es mir fast leid tut. Der Mann hatte bei jeder Ballberührung das potentille 0:2 auf dem Fuß. Mein Highlight war der Pass zu Helmes (anders kann ich das nicht ausdrücken) in der zweiten Halbzeit als der gesamte FC in der Vorwärtsbewegung war, Helmes alleine vor dem Tor steht und den Ball pfannenfertig auf den Schlappen serviert bekommt. Ich mein, komm schon, das geht doch nicht. Der Mann ist einfach nicht bundesligatauglich. Da hätte dann auch McKenna nicht mehr viel schlechter ausgesehen (unabhängig davon dass er bald 50 wird).
Mit viel Glück rettet sich der FC also mit einem halbwegs knappen Rückstand in die Pause. Solbakken stellt um, läßt Eichner draußen, bringt Peszko, stellt Brecko auf rechts und zieht Riether weiter zuück.
Leider bringt auch der Pole keine Sicherheit in das Kölner Spiel. Die Räume werden zwar etwas offener, dies ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass sich der VfL weitesgehend zurück zieht und auf Konter wartet. So bekommt der FC ein paar Chancen. Chihi mit erbärmlich schlechtem Schuss vom Strafraumeck, Peszko trifft den Pfosten, Novakovic schießt Begnalio an. C’est ça.
Auffällig sind die ausnahmslos schlechten Standards. Ecken, Freistöße, alles Mist. Nicht eine gefährliche Situation ergibt sich daraus. Jajalo, den ich letzte Woche als meinen großen Hoffnungsträger für diese Saison ausgemacht habe, spielet ebenso unterirdisch wie Lanig. Na gut, dass wussten wir ja vorher. Riether war eher mit Lauf- und Denkarbeit beschäftigt als wirklich einen aktiven Part zu spielen, Chihi rannte über den Platz wie Rory McIlroy am Sonntag in Augusta, Novakovic und vor allen Dingen Podolski waren früh in Depressionen gefangen, denn kein Ball, nichts aber auch gar nichts fand den Weg in die Spitze.
Einen raren Moment im Profifußball durften wir dann in der 83. Minute erleben als der -als Kapitän der Wolfsburger geschasste- Marcel Schäfer eine Ecke direkt verwandelte. Vier Beine gehen zum Ball, keins trifft das Ding, Rensing kann nichts machen. Tor. Lächerlich.
Das 0:3 ist dann wieder ein Pokaltor. Mandzukic düpiert Geromel, Helmes muss nur den Fuß hinhalten, Tor. Sah aus wie im Training. Bitter. Dass sich vorher Novakovic völlig ohne Not eine gelb-rote Karte abholte passte nur ins Bild. Ein unglaublicher Scheißtag in Müngersdorf geht zu Ende.
Was bleibt? Nun, zu allererst die Erkenntnis, dass die Mannschaft anscheinend noch nicht wirklich in der Lage ist, die taktischen Vorgaben des Trainers umzusetzten. Man konnte klar erkennen, dass das Abwehrverhalten hin zum Spiel gegen den Ball und dem Zumachen der Räume gehen soll. Hat noch nicht funktioniert. Weiter sehen wir, dass keine (okay, kaum) lange Bälle gespielt wurden, sondern dass versucht werden soll mit zwei, drei kurzen Pässen Räume zu schaffen, die dann zu Überzahlsituationen führen sollen. Hat auch noch nicht fuktioniert. Es ist jedoch wichtig jetzt nicht sofort alles in Frage zu stellen. Jetzt muss weiter gearbeitet werden, jetzt muss der Fokus auf Schalke liegen, die gestern auch mit 0:3 in Stuttgart unter die Räder kamen und sicher im nächsten Spiel auf Wiedergutmachung brennen. Vielleicht ist das die Chance für den FC. Auswärts ohne Erwartungshaltung.
Über die Berichterstattung des EXPRESS, die nach 45 Minuten im ersten Saisonspiel einen “Offenbarungseid” (bei der taktischen Umstellung) sahen, hüllen wir mal besser den Mantel des Schweigens, denn die beiden Pfeifen laufen ja eh schon seit ‘nem Monat mit ‘ner Fackel durch die Stadt. Dieses Spiel ist natürlich genau das, worauf die gewartet haben. Verdammt.
 Von lostinnippes,  am 06.08.11 Ich möchte nicht verpassen auf die von Mars, dem Spielbeobachter, inszenierte Vor-der-Saison-Expertenrunde aus FC-orientierten Bloggern hinzuweisen. Rede und Antwort zur kommenden Saison des 1.FC Köln standen Stefan (Südtribüne), Guido (fc-blog), Saskia (Quarkbällchen), Andre (Spielfeldrand) das fc-buch und ich sachtderjeck durfte auch dabei sein.
Klick zur Auswertung.
 Von lostinnippes,  am 05.08.11 Ah, es geht wieder los, die schlimme Zeit ist vorbei, ab Heute rollt der Ball wieder in die richtige Richtung. Ein Glück.
Morgen geht es dann auch für den 1.FC Köln los, ein Heimspiel gegen Felix Magath (z.Z. Wolfsburg) steht auf dem Programm. Was können wir diese Saison erwarten, was wird toll, was wird knapp und was wird häßlich? Ich versuche mich mal mit einem Blick in die Glaskugel:
Die Mannschaft:
Kaum Veränderungen zum Vorjahr. Auf dem Transfermarkt präsentierte sich der effzeh zurückhaltend und eher in der Verkäuferrolle auch wenn sich die Ausdünnung des Kaders nicht unbedingt in einem Regen aus Gold und neuer Perspektive niederschlägt, so war der Schritt doch der einzig richtige. Verlassen haben den Verein:
– Bienvenue Basala-Mazana (SV Ried/AUT)
– Michael Bienvenue (Vfl Osnabrück)
– Stephan Salger (Vfl Osnabrück)
– Taner Yalcin (Istanbul BB/TUR)
– Konstantinos Giannoulis (Atromitos Chalkidona/GRE)
– José Pierre Vunguidica (mittlerweile Preußen Münster)
– Fabrice Ehret (Evian Thonon Gaillard)
– Reinhold Yabo (Alemannia Aachen)
– Michael Niedrig
– Carsten Cullmann
– Simon Terodde (Union Berlin)
Jetzt müssen wir Ishiaku noch loswerden und der Kader wäre wieder auf einem gesunden Stand, denn gegen die vielen Verkäufe und Ausleihen können nur zwei wirkliche Neuzugänge gebucht werden:
– Sascha Riether (vom VfL Wolfsburg) und
– Odise Roshi (von Flamurtari Vlore)
Dazu kommen die Vertragsfixierungen von Mato Jajalo und Slawomir Peszko.
Der Königstransfer ist sicherlich Riether, der im defensiven Mittelfeld die Rolle des verletzten Petit einnehmen wird. Er gilt als fleißiger Arbeiter, unspektakulär jedoch mit sicherem Stellungsspiel und gutem Auge. Ich halte die Verpflichtung von Mato Jajalo und Slawomir Peszko jedoch für genauso wichtig, denn unser “kreatives” Mittelfeld ist ja doch eher mau bestückt und die beiden haben in meinen Augen die besten Anlagen.
Baustelle bleibt weiterhin die rechte Außenbahn, wo Brecko ohne Alternative scheint, die 10er Position und die “zweite Reihe”, denn wenn das Verletzungspech zuschlägt oder ein paar Sperren eintrudeln, sieht es düster aus. Eventuell wird ja noch ein bißchen nachgebessert, Hauptsache man übertreibt es nicht wie in der Vergangenheit mit tausenden Neuzugängen, die nicht weiterhelfen und nur Brot wegessen.
In dieser Mannschaft steckt Potential, wie ich finde. Sollten wir von bösen Flüchen einigermaßen verschont bleiben und auch “Wackelkandidaten” wie Martin Lanig oder Adil Chihi Leistung abrufen können, ist das Team in Ordnung. Ich habe auf jeden Fall die Hoffnung, dass wir mit dem Abstiegskampf diesmal gar nichts zu tun haben werden.
Der Trainer:
Zu Solbakken wurde schon in den letzten Tagen alles gesagt und gedacht. Für mich ist er eine neue Hoffnung auf das so lang ersehnte Konzept, auf schöneren Fußball, auf intelligente, unkölsche Entscheidungen und einer Tendenz hin zu einer neuen Sachlichkeit die in diesem Klub so deutlich fehlt.
Die Leitung:
Eins kann man Volker Finke, dem neuen sportlichen Leiter ganz gewiss nicht vorwerfen: Dass er bisher untätig war. Ganz im Gegenteil, es schaut so aus, als würde der Mann das Geißbockheim einmal von Innen nach Außen umkrempeln. Auf der einen Seite stehen dann so unschöne und schmerzhafte Momente wie die Demission Schaefers, die glanz- und würdelosen Abtritte von Häßler und Scherz und insgesamt das Fehlen jeglicher “Hätzlichkeijt”. Auf der anderen Seite steht ein nüchtern denkender, erfahrener Stratege, der eben nicht als Grüßkaspar eingekauft wurde, sondern zusammen mit dem Finanzvorstand Horstmann die Aufgabe hat, den effzeh weg von der Folklore hin zu einer ernstzunehmenden Fußballgesellschaft zu formen.
Für alle Sozialromantiker und “eschte Kölsche” mag das ein Schritt in die falsche Richtung sein, für ein Überleben im Oberhaus ist es unzuläßig gegen die Maßnahme zu sein.
Über das Präsidium und sein Handeln wird die JHV Aufschluss geben. ich bin gespannt ob sich weiter so massiver Widerstand gegen Overath und Co. bilden wird oder ob die Vereinsführung ruhigeren Zeiten entgegen geht.
Das Umfeld:
Tja, es ist halt Köln und durch die erste Amtshandlung Solbakkens Podolski dass Kapitänsamt…ach Ihr wißt es doch selber. Der EXPRESS macht halt gerne mal auf dicke Hose.
Der Wilden Horde wurde weitesgehend der Saft abgedreht (was mich nicht zu Tränen rührt) und ansonsten gibt es nichts groß zu berichten. Das Stadion wird voll sein, die Fans werden heiß auf Fußball sein, es kann losgehen.
Der Spielplan:
Gemäßigt, keine Beschwerden an die DFL.
Der erste Gegner:
Wolfsburg hat sich vor Wochenfrist schön den Arsch versohlen lassen, von den fliegeden roten Bullen aus Leipzig. Felix Magath hat bereits eine Systemumstellung angekündigt und gleichzeitig seinen Kapitän Marcel Schäfer medienwirksam aus seinem Amt entlassen. Motivation dürfte also genug vorhanden sein aber in einer Top-Form scheint sich die Mannschaft noch nicht zu befinden.
Fazit:
Ich freue mich auf die neue Saison! Ich glaube sie wird ein Schritt in die richtige Richtung und es scheint alles drin zu sein. ich rechne mit einem Platz zwischen 8 und 13 und damit könnte ich auch ganz gut leben, falls sich der effzeh frühzeitig aus dem Abstiegskampf verabschiedet und in Ruhe den nächsten Step gehen kann.
 Von lostinnippes,  am 04.08.11 Episode 13 des Sportradio360 ist draußen.
Gastgeber sind Markus Gaupp und Andreas Renner, Gast ist Kai Dittmann.
Themen sind natürlich der Ligastart, ein Interview mit Tennisspieler Phillip Kohlschreiber und neu im Programm ist ab dieser Woche der “Liga Globus” in dem Fans und Blogger der Bundesligavereinen ihren Senf zur Lage der jeweiligen Vereine abgeben. Mein Statement zur Frage ob Solbakken den Rückhalt der Fans in Köln hat, findet Ihr im zweiten Teil der Rubrik.
Direktlink zur ganzen Show (mp3), hier das mp3 des Liga Globus.
 Von lostinnippes,  am 02.08.11 Und die Vorfreude auf Samstag wird immer größer:
 Von lostinnippes,  am 01.08.11 Gestern also der erste Pflichtspiel-Auftritt der Mannschaft unter dem neuen Trainer Solbakken. Im Pokal gab es für den Außenseiter aus Wiedenbrück nichts zu holen, vor 12.500 Zuschauern in Gütersloh siegte der effzeh humorlos und langweilig mit 3:0.
Nachdem in den Spielen der Vortage und auch am Sonntag die Bundesligisten nicht durchgehend souverän agierten, trat der FC konzentriert und fokussiert auf, versäumte es jedoch seinen zahlreichen Fans ein paar mehr Tore zu schenken. Allein Novacovic hätte seine Torausbeute locker verdoppeln können, der Schiri hätte auch mal ‘nen Elfer pfeifen können und das klein-klein am gegnerischen Strafraum war ab und an auch unnötig.
Am Ende ist das natürlich Quatsch mit Soße, denn die Aufgabe wurde erfüllt, es gibt keine Verletzten, keine Ausfälle und keine Blamage. Haken wir das Spiel mal schnell ab:
In der Abwehr spielte Pezzoni – neben dem neuen Kapitän – den Aushilfsinnenverteidiger. Er hatte wenig zu tun, bewältigte aber jede Aufgabe. Leider fiel auf, dass er ein ums andere Mal sehr langsam im Erkennen der Situation war. In einem Bundesligaspiel wären die Einschläge nicht zu vermeiden gewesen, gegen die Amateure hatte er noch genug Zeit sich (wieder) richtig zu stellen. Auf links war Eichner in der zweiten Halbzeit deutlich stärker als Andrezinho, Riether war unauffällig, Lanig versuchte mehr als einmal den Ball schnell zu machen, war aber unpräzise. Podolski ließ sich oft tief fallen, war aber bemüht und eine Schmollreaktion war nicht zu erkennen. Chihi dribbelte sich ‘nen Wolf, blieb aber uneffektiv, der eingewechselte Clemens war nur ein Mal zu sehen als er mit zu viel Arroganz im Strafraum ablegen will und der tapfere Wiedenbrücker Tormann den Ball hält.
Auffällig war, dass der FC versuchte jede Situation spielerisch zu lösen, ich glaube ich habe nicht einen langen Ball gesehen. Das mag zu großen Teilen der Unterklassigkeit des Gegeners geschuldet sein aber dennoch fiel es auf.
Neben dem spielerischen Ansatz möchte ich mir einreden, dass das hochgekochte Thema der Kapitänsbinde in der Mannschaft keine Rolle spielt, denn Podolski machte mir nicht den Eindruck, dass er so gar keinen Spaß am Spiel hatte. Zudem machte Solbakken im Interview nach dem Spiel einen extrem entspannten Eindruck und gewann sicher den ein oder anderen Sympathiepunkt.
Ein Wort noch zur TV-Übertragung. Vor dem Spiel packte mich das kalte Grausen als angekündigt wurde, dass Ulli Potofski, RTLs Antwort auf Greg Gumbel, die Moderation übernehmen sollte aber nach Konsum muss ich konstatieren, dass er das sehr ordentlich über die Bühne gebracht hat. Ich habe seine Show "Mein Stadion" nicht wirklich aufmerksam verfolgt, von daher weiß ich nicht wann man ihm die Rübe geschoren hat aber der neue Look -so ein bißchen Richtung rumänisches Waisenhaus- hat sich nicht auf seine Laune ausgewirkt. Die Moderation machte ihm sichtlich Spaß, er hatte einen ganz besonderen Narren an dem 17jährigen Hausmann von Wiedenbrück gefressen und als dieser ausgewechselt werden sollte und niemand geklatscht hat, meinte er dass der Junge doch Applaus verdient hätte und hat einfach mal selber angefangen. Hat aber anscheinend die Tribüne nicht mitgerissen. Ich fand’s lustig. Ich weiß nicht ob ich mir ihn bei Barca gegen Manchester United vorstellen kann aber in der ersten Pokal-Runde war er genau der richtige Mann am richtigen Platz.
Alles in allem also ein harmloses Vergnügen. Am Samstag geht’s dann richtig los, zu Hause gegen den VfL Wolfsburg, die sich natürlich nach Strich und Faden in Leipzig blamierten und damit genug Motivation haben werden dem FC den Saisonstart zu versauen. Warten wir’s ab.
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