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FC – VfL Wolfsburg: 80 Minuten bis Paris

Consuetudinis magna vis est. Groß ist die Macht der Gewohnheit. Der Satz wird Marcus Tullius Cicero zugesagt. Ob sein Namensvetter am Sonntag Abend Fabrice Ehret diese kleine Gedankenstütze vor seinem Tor mit auf den Weg gab, ist nicht überliefert, der Ausgang der Aktion schon. Es war wirklich wie immer. Der Effzeh ist bemüht, spielt gegen fürchterlich seelenlose Wölfe besser, hat das Ding klar unter Kontrolle um sich mit einer Unkonzentriertheit alles selbst kaputt zu machen. Mohammad köpft ‘ne Kerze, Ehret steht nicht beim Mann und greift nicht an, Mondragon ist genau ein Mal gefordert und hält den Ball nicht.

Aus Zeitmangel heute nicht viel: Der FC war gut, hat nach dem 1:0 aber zu weiche Knie bekommen, stand zu weit hinten, hatte Pech mit zwei Abseits-Fehlentscheidungen, hatte Glück dass Podolskis Cantona-Imitation nicht regelgerecht bestraft wurde, hatte eigentlich dennoch drei Punkte verdient.

Mehr zu Meiers Rauswurf, der Mannschaft und dem Spiel gibt´s hier wohl erst morgen am Mittwoch…

VfB Stuttgart – FC: Patient atmet noch

Wenn nichts mehr zu gehen scheint kommt der VfB Stuttgart mit seinen elf Kneifzangen und zieht ganz behutsam Nagel für Nagel aus dem eigentlich schon bezugsfertigen Kölner Sarg. Seit wir 1581 das letzte Mal im „Ländle“ verloren haben, ist das Spiel in Stuttgart tatsächlich immer eine Konstante. Der Effzeh gewinnt halt irgendwie. Ob glücklich oder nicht spielt in unserer Situation überhaupt keine Rolle, das Ding war mehr als wichtig!

Wenn es ein wichtiges positives Fazit außerhalb des puren Ergebnisses geben kann, dann dass der FC mit viel Einsatz eine starke, disziplinierte Leistung zeigte, die sonst so üblichen Konzentrationsschwächen auf ein Minimum beschränkte, auch nach der Pause nicht den Faden verlor und nicht, wie das Kaninchen vor der Schlange, versuchte ein 0:0 über die Runden zu krüppeln.

Von Anfang an schien sich die Mannschaft bewusst zu sein dass sie ihr Schicksal selbst in der Hand hat. Vor Wochenfrist sahen wir eine leblose, emotional verwelkte Kölner Truppe, die nichts mit dem Auftritt von Heute gemein hat. Woran liegt das? Wie kommen diese Schwankungen zustande? Letztlich will ich es wahrscheinlich gar nicht wissen. Wir müssen im Jetzt leben und die drei Punkte genießen.Selten waren sie so nötig, so wirklich überlebensnotwenig.

Trainer Schaefer hatte schon am Donnerstag angekündigt Faryd Mondragon, unseren wechselwilligen Torwart aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, wieder ins Tor zu stellen, zu unsicher trat der junge Miro Varvodic im Derby gegen Gladbach auf. Das Ziel der Maßnahme schien klar: Der Abwehr die nötige Ruhe zu geben, die er halt ausstrahlt. Ob diese Ruhe immer nur Routine oder auch manchmal Ignoranz einer gefährlichen Situation ist sei mal dahingestellt, der Plan ging auf, Mondragon zeigte eine tadellose Leistung und gab so der Innenverteidigung vielleicht den Tacken mehr Sicherheit um den Kasten komplett sauber zu halten.

Ebenfalls aus der Mannschaft flog Stephan Salger, der in den letzten Spielen leider nicht den Eindruck machte als dass er dem Team groß weiterhelfen kann. Schaefer zog für sich die Konsequenz dass Fabrice Ehret wieder zurückgezogen wird, der Trainer hat ja nun wirklich keine Alternativen auf der Bank. Was unter Soldo so grandios misslang ging diesmal auf. Ehret ist natürlich immer noch kein linker Außenverteidiger aber durch die Unterstützung von Pezzoni, der sich abwechselnd um Cacau und Ciprian Marica kümmerte und einem unermüdlichen Podolski konnte der Franzose das Spiel schadlos überstehen und sich auch das ein oder andere Mal mit nach Vorne einschalten, wo seine Flanken allerdings für keine Gefahr sorgten.

Links spielte der ewige Miso Brecko. Auch wenn es langweilig ist aber wenn der VfB etwas zustande brachte, dann über seine Seite. In der ersten Halbzeit wurde er ein, zwei Mal von Boka düpiert, er ist einfach gedanklich nicht in der ersten Bundesliga zu Hause. Eine Kopfballchance gab es noch von Cacau, da stieg er gar nicht zum Ball hoch, sondern guckte dem Stuttgarter Stürmer nur auf die Brust, seine Vorstöße sind in der Regel nicht der Rede wert aber dann bringt er die Flanke die zum Elfmeter führt. Richtig viel falsch gemacht hat er nicht aber es ist eben wie es ist, besser ist er nicht und Andere haben wir nicht. Für einen Sonntag im November belassen wir es mal dabei.

In der Innenverteidigung standen wie erwartet Geromel und Mohammad. Pedro mit einem sehr guten Spiel, er war immer zur Stelle, kläre meistens bevor irgendeine Gefahr entstehen konnte. Unser Libanese war da deutlich anfälliger auch wenn er sich ebenfalls keine wirklichen Schnitzer erlaubte. Eine Situation in der ersten Halbzeit, als er viel zu weit von seinem Gegenspieler weg stand, erinnerte stark an Hannover nur dass der Stuttgarter knapp am Tor vorbei zielte. Leider war auch sein Stellungsspiel nicht immer astrein, so war er mindestens zwei Mal schon ausgespielt, weil er einfach die Situation nicht erkannte und somit zwei Schritte zu spät dran war. Wir können uns bei der wirkliche harmlosen VfB-Mannschaft bedanken, dass diese keine Nutzen aus den freien Räumen ziehen konnte.

Vor der Abwehr kam Petit wieder zurück in das Kölner Spiel und zeigte mit einem starken Auftritt dass er für die Mannschaft immer noch enorm wichtig sein kann. Praktisch jedes Aufbauspiel lief über ihn, er versuchte immer wieder schnell in die Spitze zu spielen, ging auch mal ein paar Meter mit dem Ball und hatte zudem immer wieder den Ehrgeiz selbst abzuschließen. Eine richtiger Führungsauftritt. Hut ab, sehr starke Leistung. Neben ihm kam Kevin Pezzoni zum Einsatz. Schaefer legte damit die (auf dem Papier) defensivere Grundausrichtung fest, anstatt mit Matuschyk einen kreativen Kopf zu bringen. Pezzoni und Petit teilten sich den Raum gut untereinander auf, zeigten beide gutes Stellungsspiel und hohen körperlichen Einsatz. Beide sorgten mit ihrer Leistung dafür, dass die Stuttgarter -bis auf wenige Ausnahmen- kaum gute Angriffe durch die Mitte zustande brachten, sondern meistens schon vierzig Meter vor dem Gästetor abbrechen und auf Außen ausweichen mussten.

Etwas offensiver ausgerichtet waren Lanig und Jajalo, die das Mittelfeld komplettierten (wenn wir Podolski mal als Stürmer durchgehen lassen wollen). Lanig mit einer bissigen, fast über-motivierten Einstellung gegen seinen Ex-Club. Ich kann mir nicht helfen aber ich finde ihn immer noch etwas träge, wenn er denn den Ball mal unter Kontrolle hat. Es macht mir den Eindruck dass er weiß was er machen will, die Ansätze auch da sind aber das Spiel einfach eine Spur zu schnell für ihn ist. Über seinen Einsatz und seine Motivation kann man aber nicht meckern. Dass er in der Pause in der Kabine bleiben musste lag an seiner frühen gelben Karte. Die Auswechslung war notwendig. Im nächsten Spiel gegen Wolfsburg ist er aber dennoch gesperrt.

Wie das dann aussehen kann (oder wird?) haben wir in der zweiten Halbzeit gesehen als Clemens eingewechselt wurde und eigentlich überhaupt nicht mit Jajalo harmonierte. Beide standen sich mehr als einmal auf den Füßen, kannten die Laufwege des jeweils anderen nicht und verloren so eine Menge Bälle. In der ersten Spielhälfte war Jajalo deutlich stärker auch wenn er es manchmal mit dem Dribbeln übertreibt.

Podolski wurde vom Trainer aus dem hängenden Zentrum nach halblinks beordert. Zum Einen konnte er so Ehret die nötige Unterstützung auf der Außenbahn anbieten und außerdem häufig seine Schnelligkeit ausspielen um sich von seinem schwacher Bewacher Celozzi frei zu spielen. Er hatte zwei sehr gute Einschussmöglichkeiten, scheiterte jedoch am fehlerfreien Stuttgarter Tormann Ulreich. Poldi zeigte jedoch eine ganz starke, mannschaftsdienliche Leistung, hatte ein hohes Laufpensum und übernahm von Beginn an Verantwortung. So will man den Mann sehen und eigentlich muss man ja sagen, dass wir ihn diese Saison häufig so sehen. Er hat den Kampf auf jeden Fall angenommen und zeigt dass er mit Herz und Seele bei der Sache ist. Es gibt schlimmere Nachrichten!

Novacovic spielte wie immer, nur dass er diesmal den Abschluss nicht im Tor unter brachte. In der ersten Hälfte wird er vom schlechten Schiedsrichter Dingert aus dem Vorteil zurück gepfiffen, in der Schlussphase hat er die Riesenmöglichkeit zur Entscheidung, scheitert aber ebenso wie Podolski an Ulreich. Dazwischen schirmt er den Ball ab, geht immer wieder steil und überzeugt auch in seinem Zusammenspiel mit seinem Sturmpartner. Natürlich können die zusammen spielen!

Das Siegtor für den Effzeh fällt nach einem umstrittenen Elfmeter, den Niedermeier an Nova verursacht. Flanke von Brecko in den Strafraum, nicht mal besonders gefährlich weil sie recht unpräzise kommt, Nova ist nur mit einem Fuß dran, klammert genauso wie sein Gegenspieler, fällt und der Schiri zeigt Elfmeter. Keine Frage, das war schon sehr, sehr glücklich, denn er kann auch weiterspielen lassen, wenn nicht sogar Freistoß für den VfB geben. Wäre die Situation auf der anderen Seite passiert würde ich Zeter und Mordio schreien, so nehme ich es als gottgewollt hin und freue mich über die Kaltschnäuzigkeit von Podolski und seine ehrliche Freude.

In den letzten Minuten probiert Stuttgart natürlich alles aber wirkliche Torchancen kommen dabei nicht zustande. Der VfB scheint mit dem Druck nicht besonders gut umgehen zu können auch wenn das Publikum nicht die Geduld verlor und eigentlich über das gesamte Spiel ihre Mannschaft unterstütze. Das hat man im Süden auch schon mal anderes gesehen.

Unter dem Strich ist der Sieg zwar nicht unverdient aber doch glücklich weil beide Mannschaften sich nicht viel nahmen. Der Effzeh musste zwei äußerst brenzlige Situationen überstehen, der VfB hatte Ulreich im Tor. Wichtig war die Reaktion der Mannschaft nach der JHV, nach der Niederlage gegen Gladbach. Diese wurde gezeigt. Nicht mehr aber eben auch nicht weniger. In unserer jetzigen Situation ist das fast schon mehr als ich erwartet habe, von daher kann mir das „wie“ der Sieg zustande gekommen ist diesmal reichlich egal sein. Durch die gestrige Niederlage der Fohlen ist der FC nicht mehr Letzter, hat nun genauso viele Punkte wie Stuttgart und wenigstens sehen wir Licht am Ende des Tunnels. Natürlich ist das Spiel nur ein erster Schritt in Richtung einer Genesung des Patienten aber immerhin ist es schön, dass dieser noch nicht in ein Hospiz überwiesen wurde.

Nächste Woche kommt der VfL Wolfsburg nach Köln. Die tun sich gerade mächtig schwer gegen St. Pauli. Es kann für den FC nur eine Marschroute geben: Das Publikum von Beginn an einspannen, über Kampf und Einsatz Chancen kreieren und absoluten Willen zeigen. Es wird auf jeden Fall spannend zu sehen ob das Team wieder in den „Mr Hyde-Modus“ umschwenkt oder tatsächlich die Kurve kriegt. Zu wünschen wäre es uns!

…und wie er die Welt sieht: VfB Stuttgart – FC

Es tut halt immer noch weh, nicht wahr? Diese Niederlage letzte Woche. Diese Schmach. Doch, es nützt ja nix, es muss ja weitergehen. Nach der turbulenten aber in ihrer Aussage komplett zu vernachlässigenden JHV steht nun am Sonntag das nächste Meisterschaftsspiel der Lizenzspielermannschaft des 1.FC Köln an. Marcel vom exzellenten VfB-Blog Brustring war so nett und unterstützte die Idee vom Fremdbloggen. Ich habe mir auch meine Gedanken gemacht, Ihr findet diese wie immer im Gästeblog, nämlich hier.

Es wird ein wichtiges Spiel werden, am 13. Spieltag im Neckarstadion Gottlieb-Daimler-Stadion in der Mercedes-Benz Arena. Hier also seine Eindrücke vor dem Spiel:

Hallo! Mein Name ist Marcel. Ich bin 28 Jahre alt, geboren in Köln-Porz, aufgewachsen im Bergischen Land und wohne mittlerweile in Köln-Kalk. Ich bin Fan des VfB Stuttgart, mein Lieblingsbier ist Reissdorf Kölsch und Düsseldorf finde ich ziemlich ätzend.

Na, was passt im vorherigen Absatz nicht wirklich in die Reihe?

In der Tat, obwohl ich kaum kölscher sein könnte, schlägt mein Herz tatsächlich nicht für den Effzeh, sondern für einen Verein aus der weit entfernten schwäbischen Landeshauptstadt, in der ich in meinem Leben auch nie mehr als zwei, drei Tage am Stück verbracht habe.

Aber gerade als Effzeh-Fan müsste man ja wissen, dass man sich nicht aussuchen kann, wo die Liebe hinfällt. Deswegen spare ich mir nun weitere Erläuterungen (zugegeben, es hat was mit der Saison 91/92 zu tun, als es unserem Trainer Christoph Daum eine Herzensangelegenheit war, den Meistertitel zu holen).

Und selbstverständlich habe ich natürlich auch für den 1. FC Köln eine kleine Schwäche und ein Plätzchen in meinem Herzen (so ca. 5%) übrig, schließlich stand ich schon häufiger in S1 auf der Südtribüne als in Stuttgart in der Cannstatter Kurve. Und die drei, vier Minuten vor dem Anpfiff eines Spiels sind auch das Beste, was es in der Liga so gibt – die Vereinshymne des Effzeh ist einfach die Beste der Liga (aber was soll man auch dabei groß falsch machen, Runrig zu kopieren?).

Dass der Rest meistens Stimmungsmäßig gar nicht wirklich toller ist, als bspw. in Hoffenheim oder Mönchengladbach, darüber legen wir mal den Mantel des Schweigens… Ist ja auch nicht so, dass es Euch der Verein meist leicht machen würde, mit den Leistungen, die man so in der heimischen Energieversorgerkampfbahn abliefert.

Ansonsten ist es wirklich faszinierend, wie sehr sich beide Vereine doch ähneln. Speziell was das Herumdilettieren der Vereinsführungen angeht, so tun sich beide Klubs nicht wirklich viel. Im Gegenteil machen wir uns ja beide regelmäßig Saison für Saison zum Gespött der restlichen Fußballwelt. Gut, bei uns ist das meist auf den Spätsommer und Herbst begrenzt, während es bei Euch dann doch oft das ganze Jahr über geht. Zudem sind unsere Ausrutscher mehr nach oben gerichtet (einmal pro Jahrzehnt Meister), während Eure Ausrutscher meist die zweite Liga bedeuten.

Aber so insgesamt dienen unsere Führungsfritzen doch meist dem Aussenstehenden für Amüsement. Von daher sind die beiden Vereine schon irgendwie Brüder im Geiste – auch wenn wir unseren Vorstand beim nächsten Mal vermutlich entlasten. Naja, vielleicht.

Aber widmen wir uns mal den aktuellen Dingen (und damit meine ich die Geschehnisse aufm Platz und nicht im Staatenhaus).

Am Sonntag treffen unsere beiden Vereine also wieder einmal in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart aufeinander. Und auch wenn die Statistik deutlich gegen uns spricht (zumindest was unsere Heimspiele gegen Euch angeht), so werde ich dennoch mit Hoffnungen auf einen Sieg wieder mal dort im Stadion sein.

Hoffnung wohlgemerkt, keine Erwartungen. Schließlich ist der VfB (nicht unähnlich dem FC) eine ziemliche Wundertüte momentan. Seit dem Trainerwechsel durften wir in der Liga schon so ziemlich alles erleben, von einem leblosen Auftritt in Wolfsburg über einen kraftvollen Kantersieg gegen Bremen bis hin zu einem unfassbaren Einbrechen gegen Kaiserslautern.

Man kann also nur eines bislang eindeutig erkennen: Die Mannschaft ist in sich noch überhaupt nicht gefestigt und es kommt scheinbar erheblich auf die Tagesform an, in welche Richtung es pro Spiel geht – so dass auch im Spiel gegen Köln sicher jeder Verlauf möglich sein dürfte.

Immerhin, aufgrund diverser Verletzungen scheint die Startelf bis auf Weiteres zu stehen. Das System ist mit einem 4-4-2, inklusive Doppelsechs ohnehin in unserem vereinsinternen Grundgesetz festgeschrieben.

Im Tor wird Sven Ulreich spielen, der von vielen Fans vor der Saison kritisch gesehen wurde und von einigen auch immer noch wird, der aber eine bislang weitestgehend einwandfreie Saison spielt. Ausbaufähig ist allerdings noch seine Strafraumbeherrschung bei Standardsituationen und seine generelle Präsenz – er ist halt eher die Kategorie „Hänfling“.

Auch abgesehen von Ulreich ist übrigens das Thema Standards unser größter Schwachpunkt und dadurch für den FC sicher die leichteste Möglichkeit zu Toren zu gelangen. Unser Stellungsspiel ist hier einfach unterirdisch und garantiert jedes Mal wieder Nervenflattern bei mir.

Die Abwehr wird wohl aller Voraussicht nach wieder mit dem selben Personal auflaufen, wie gegen Kaiserslautern, was in erster Linie mit dem Mangel an Alternativen zu tun hat und weniger mit der Leistung auf dem Betzenberg. Die war nämlich nicht so richtig beeinndruckend.

Die Innenverteidigung wird unser Kapitän Delpierre gemeinsam mit Georg Niedemeier stellen, da sowohl Tasci als auch Boulahrouz momentan in der Reha-Welt aktiv sind. Sind beide in Topform dürften sich Novakovic und Podolski normalerweise ihre Zähne an ihnen ausbeissen.

Schwieriger ist da schon das Thema Aussenverteidiger. Auf Links wird Cristiano Molinaro spielen, der in dieser Saison bislang noch nicht an seine starken Leistungen aus der Rückrunde anknüpfen konnte und eigentlich schon aus dem Team von Artur Boka verdrängt war. Der wird allerdings mittlerweile durch zahlreiche Verletzungen und Formtiefs im linken Mittelfeld benötigt, so dass Molinaro wieder zurück ins Team rutschte. Gerade in der zweiten Hälfte gegen Lautern sah er einige Male mehr als unglücklich im Stellungsspiel aus und ließ sich überlaufen.

Ebenfalls einige Probleme hatte Patrick Funk auf der Rechtsverteidigerposition – der spielte dort allerdings zum ersten Mal von Beginn an in der Bundesliga und ihm darf man noch etwas Entwicklungspotential zugestehen. Er ist übrigens schon der fünfte Spieler, der sich im Laufe der Saison auf dieser Position versuchen darf – daher kann man schon sehen, dass es dort ein, zwei Probleme gab, was nicht nur (aber sicher auch) mit Verletzungen zu tun hat.

Im Mittelfeld ist die alles überragende Figur natürlich Christian Träsch. Ausserhalb von Stuttgart bekommt er zwar meist nicht die absolute Anerkennung, aber für unser Spiel ist er einfach immens wichtig. In der Defensive läuft und grätscht er fast alles ab, was notwendig ist und in der Offensive schaltet er sich immer mal wieder ein (wenn auch nicht so häufig wie er es vielleicht könnte). Neben ihm spielt momentan Christian Gentner, der lange Zeit Lückenbüßer auf der ungeliebten linken Mittelfeldposition war, wo er nicht wirklich glücklich wurde (und wir Fans auch nicht mit ihm). Aufgrund einer Verletzung von Zdravko Kuzmanovic hat er nun allerdings die Gelegenheit genutzt und zwei ordentliche Partien im zentralen Mittelfeld abgeliefert.

Auf dem linken Flügel spielt momentan Artur Boka und das erstaunlich stark. Ob das mit einer grundsätzlichen Formentwicklung zu tun hat, oder doch eher damit, dass er momentan Gina-Lisa Lohfink knallt – wer weiss das schon? Hauptsache er trifft.

Einer der wenigen positiv auffallenden Spieler im bisherigen Saisonverlauf ist sicherlich Timo Gebhart, der sich trotz der Verpflichtung von Weltmeister Mauro Camoranesi auf dem rechten Flügel etabliert hat. Er ist einer der Spieler, die man ziemlich Scheisse finden würde, wenn sie nicht im eigenen Team stehen würden, da er gerne mal etwas dreckiger agiert. Aber er ist immerhin einer der wenigen, die einzigartige Aktionen auf dem Kasten haben und seine Leidenschaft immer mal wieder ins Dribbling zu gehen, fehlt im Team weitestgehend.

Im Sturm ist Cacau, der zuletzt meist etwas zurückgezogen spielte, einigermaßen unumstritten. Auch wenn er zuletzt meist eher negativ in Körpersprache und Gesten gegenüber den Mitspielern auftrat, so hat er doch einigermaßen regelmäßig getroffen. Und das reicht bei uns schon um herauszuragen.

Sein Partner wird auch dieses Mal wieder Ciprian Marica sein, der zuletzt gegen Bremen und auch teilweise gegen Kaiserslautern recht positiv auf sich aufmerksam machen konnte, zumindest in Sachen Torvorbereitung. Denn im Grunde ist er doch oftmals ein veritabler Chancentod und kämpft nach wie vor mit der Bürde seiner immens hohen Ablösesumme.

Wie man sieht, Begeisterung über den eigenen Kader sieht anders aus. Und auf das Thema Trainer bin ich ja noch gar nicht zu sprechen gekommen. Denn Jens Keller, der ähnlich wie Schäfer bei Euch, aus dem Jugendbereich aufgerückt ist und ordentlich Stallgeruch besitzt, sehe ich bislang relativ kritisch, auch wenn ich mir noch kein endgültiges Urteil gebildet habe.

Nichtsdestotrotz glaube ich daran, dass unsere Qualität höher ist, als die in Eurem Kader und das wir das am Sonntag auch auf dem Platz so umsetzen werden. Wichtig wird es für uns vermutlich sein, relativ früh ins Spiel zu kommen und möglichst ein oder zwei Tore vorzulegen. Das bedeutet zwar nicht unbedingt was, siehe Kaiserslautern, aber ich vermute, dass der Effzeh momentan nicht die Kraft hat, um einen größeren Rückstand zu drehen oder auch nur auszugleichen.

Als Kölner hoffe ich aber, dass der Effzeh sich dann bald danach wieder aus dem Schlamassel ziehen kann. Ist doch schon ein wenig attraktiver, quasi vor der Haustüre Erstligafußball zu haben, als wieder Montagsspiele in Sport1.

FC – Borussia M’Gladbach: Ejal wat och passeet?

Als es dann zu Ende ging, wurde es ruhig. Früher sind die Fans zum Marathontor gewandert um ihrem Unmut Luft zu machen, es wurde auch mal neben der Spur gepöbelt, es gab Chants gegen den und jenen, es war trotz schlimmer Niederlagen immer noch Leben in diesem Club. Heute nicht mehr. Der Zuschauer ahnt, dass jede Anstrengung und sei es nur der Weg zur rückwärtigen Seite des RES, verschwendete Lebensenergie ist, dass jeder Gesang wirkungslos verpuffen wird und deshalb überflüssig wird, dass kein Voodoo mehr hilft. In Leverkusen reiben sie sich die dreckigen Hände: Der Erste Fußball-Klub Köln ist tot und begraben. Zeit zum nachtreten:

Borussia Mönchengladbach gewinnt in Köln mit 4:0. Eine Demütigung. Nein, eine Hinrichtung. Nach einer kämpferischen ersten Halbzeit mit einer absurden Chance von Jajalo ist es wie häufig: Die Mannschaft kommt unkonzentriert aus der Pause, ein, zwei individuelle tödliche Fehler, das Team gibt auf, sieht keinen Sinn mehr im Aufbäumen und fällt auseinander.

Fangen wir mal hinten an: Lektion Eins: Ohne Torwart kriegst Du Tore.
Der ehemalige Übungsleiter-Darsteller Soldo und die immernoch amtierende Manager-Imitation Meier beschlossen im Sommer, dass der 127jährige Mondragon für mindestens ein weiteres Jahr die unangefochtene Nr. Eins im Kölner Tor bleibt. Was soll da schon groß passieren? Der Mann ist doch topfit und charakterlich tadellos. Wir scheißen einfach auf alles und verleihen unseren Backup-Torwart an einen Abstiegskandidaten. Man hat ja noch Miro Varvodić, einen unerfahrenen Kroaten. Aber, wie das so ist, in Köln unter Meier und Soldo, kommt natürlich alles anders: Mondragon spielt nicht mehr, Varvodić ist der neue “Rückhalt” der Mannschaft. Gestern gab der junge Mann dann mal seinen Einstand in der Lizenzspielermannschaft des 1.FC Köln. Die Kollegen müssen sich bitter beschwert haben, dass er in seinen bisherigen Einsätzen einigermaßen solide gehalten hat. Er musste wohl vor der Mannschaft eine “Ehrenerklärung” abgeben, dass er sich an das Niveau seiner Vorderleute anzupassen hat. Herzlichen Glückwunsch, das ist ihm gelungen. Jede Ecke der Gladbacher brachte Gefahr für das Kölner Tor, Varvodić machte den Eindruck eines nervösen und fahrigen Amateurtorwarts der DFB-Pokal spielen darf. Mit seinem Stellungsfehler beim 0:1 leitete er die Niederlage ein, danach hielt er keinen Ball mehr fest. Eine weitere brillante Fehleinschätzung Soldos und Meiers, die den Effzeh ein Stück näher an den Abgrund bringt.

Natürlich ist es unfair Varvodić die Schuld an der Niederlage zu geben aber er hat diesmal genauso die Verantwortung zu tragen, wie der Rest der Mannschaft. Über unsere “Außenverteidiger” müssen wir hier eigentlich kein Wort mehr verlieren, oder doch? Brečko und Salger mit gewohnt schlechten Leistungen. Schon unter Daum waren die Positionen rechts und links ein Knackpunkt. Seit Jahren warten wir hier auf Alternativen, Verstärkungen, Veränderungen. Im Sommer wurde Pierre Womé abgegeben, der wenigstens auf dem Papier links spielen konnte. Dafür wurde mit Salger ein Mann aus der eigenen Jugend hochgeholt, für den die Bundesliga allerdings ein Jahr zu früh zu kommen scheint, wenn überhaupt. Wieder handelten die Verantwortlichen im Sommer nicht oder, was noch schlimmer wäre: Sie sahen einfach keinen Handlungsbedarf. Diese beiden Positionen dienen alleine schon als Paradebeispiel einer Benkrotterklärung der sportlichen Leitung. Weder für Brečko noch für links wurde sich auf dem Transfermarkt umgeschaut. Man verließ sich auf…ehm…ja, auf was eigentlich? Im gestrigen Spiel waren beide völlig überfordert, kein Zweikampfverhalten, keine Flanke wurde verhindert, kein Tackling gesetzt. Es war erbärmlich. Meier/Soldo: 3, FC: 0.

Kein Handlungsbedarf bestand in der Innenverteidigung, das seh ich ein. Geromel war gestern (in meinen Augen) der beste Kölner, zeigte wenigstens Einsatz und so etwas wie Berufsauffassung. Mohammad spielt eine miese Saison, fälschte (mal wieder) in’s eigene Tor ab, auf ihn passt der alte Andy-Brehme-Spruch: “Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh”.

Das Mittelfeld ist ein Torso, ein Genickschuss, eine Frechheit für die erste Fußball-Bundesliga. Nachdem im letzten halben Jahr Zoran Tosic für Spielkultur und ungeahnte technische Finessen in Müngersdorf sorgte, dachten sich unsere beiden Witzfiguren in der Verantwortung, dass man mit Martin Lanig, Taner Yalcin und Adam Matuschyk den (verständlichen und nicht zu verhindernden) Abgang Tosics’ kompensieren könnte. But, guess what: Falsch gedacht! Lanig ist langsam und nur mittelkreativ, Yalcin wurde von Soldo rasiert und hat anscheinend mit seinem Selbstbewusstsein zu kämpfen, Matuschyk ist ein Sechser. Und leider kein besonders guter. Er kann höchstens die Position vom alten Petit einnehmen, wenn denn der Vertrag mit dem “junggebliebenen” Portugiesen irgendwann auslaufen sollte. Wie wenig Schaefer von diesem, dem aktuellen Mittelfeld hält, wird deutlich, wenn er Pezzoni (Oh! Mein Gott!) Matuschyk vorzieht und sogar mit Vunguidica lieber einen Spieler aus der U23 einwechselt. Yalcin kam in der 76. in’s Spiel, Matuschyk in der 85. Minute.
Das Aufbauspiel sieht seit Jahren gleich aus: Lange hohe Bälle, keinerlei Kombinationen, keine Anspielstation im offensiven Mittelfeld. Das weiß man aber nicht erst seit gestern. Auch hier wurde im Sommer vollumfänglich versagt und verweigert.

Über Novacovic und Podolski müssen wir nicht reden. Wen willste da holen? Poldi mit einer engagierten, fast übermotivierten Leistung in der ersten Halbzeit, nach der Pause ohne jede weitere Wirkung. Er ging -als sei er ein guter Kapitän- mit der Mannschaft unter. Novacovic war gar nicht erst auf dem Platz. Kann sein dass er Freitag Abend saufen war, keine Ahnung.

Der Sieg der Gladbacher ist, cih denke auch in dieser Höhe, verdient, denn er spiegelt das Leistungsbild und den Klassenunterschied zwischen dem Effzeh und dem Rest der Liga wieder. Klar, wir können auch mal ein gutes Spiel machen und gegen Stellingen oder St.Pauli gewinnen. Dies sind jedoch Ausnahmesituationen, ja fast schon Pokalsensationen. Im Normalfall müssen wir mit dieser Mannschaft  jedes Spiel in der ersten Liga verlieren. Ich will das noch nicht mal vollständig an den fußballerischen Fertigkeiten festmachen sondern an ihrem Auftreten, am vielbeschworenen Charakter. Nochmal: Ich sagte es vor der Saison, ich bleibe dabei: Die Mannschaft ist schlecht, falsch zusammengestellt und ohne jede Perspektive. Ich tippte auf keine 25 Punkte am Ende der Saison. Bisher liege ich damit ganz gut im Rennen.

Jetzt sehen die Befürworter Soldos was man anrichten kann, wenn man sich blind und ohne jede Kritik der Kontinuität verschreibt. Ich habe nie ein “Konzept” bei Soldo entdeckt, die Mannschaft durchlief keine Entwicklung, die Spiele wurden immer passiver geführt, es war in jeden Spiel nur eine Frage der Zeit bis das Team die Arbeit einstellt und sich in sein Schicksal ergab. In den letzten beiden Spielen der Vorsaison war deutlich zu erkennen, dass Soldo keine Zukunft in Köln haben kann. Allein, gehandelt wurde nicht. Die Früchte dieser Untätigkeit ernten wir jetzt: Einen dicken Haufen Scheiße!

Das nächste Spiel ist in Stuttgart. Normalerweise gewinnen wir in Schwaben immer. Diesmal wohl eher nicht auch wenn der VfB gestern einen 3:0 Vorsprung gegen Lautern wegwarf und auch reichlich bescheiden drauf ist, für den FC wird’s noch reichen. Davor ist allerdings JHV in Köln. Wenn wir die Reaktion der Fans gestern als Gradmesser nehmen, wird das eine ruhige Rentnerveranstaltung mit den üblichen Verdächtigen. Wenn man die Gesamtsituation des Klubs betrachtet, sollte sich der Vorstand ein Handtuch einpacken und hoffen dass die Vogonen vorbei kommen.

Bitte, Effzeh. Bitte!

So? Oder so?

Es wird dunkel, kalt und ungemütlich. Heute zum ersten Mal wirklich mitbekommen wie früh es schon dunkel wird. Wie werden die nächsten sechs Monate? Kriegt der Effzeh die Kurve? Wird es immer dunkler oder tragen wir die Hoffnung in den Frühling?

Kann sein, dass ich heute einfach zu gut gelaunt bin aber heute denken wir mal nicht an Nürnberg und gucken das hier an:

Aber, hey, normalerweise bin ich ja nicht so suuuper-optimistisch, darum ist das hier auch eine legitime Antwort:

Wie wird´werden? Haben wir immer die Sonne dabei oder wird es dunkel und hart?

1.FC Nürnberg – FC: Kleider machen Leute

War was? Hat sich was geändert? Nö? Nadannisjagut!

Erbärmliche “Leistung” des FC, passend zur Trikotwahl. Mohammad von allen guten Geistern verlassen, das Mittelfeld existiert nicht, die Außen träge und schlecht, Podolski mit einem miesen Tag, Novacovic bekommt keinen Ball unter Kontrolle etc.pp.

Ich schrieb es vor der Saison, ich bleibe dabei: Die Mannschaft ist nicht konkurrenzfähig. Das liegt weniger an den einzelnen Spielern, sondern an der absurd schlechten und unausgewogenen Zusammenstellung. Soldo und Meier haben im Sommer vollständig und umfassend versagt, das Präsidium war untätig und jetzt haben wir den Salat. Schaefer steht vor einem Berg Arbeit. Heute ist der noch ein Stück größer als letzte Woche.

Am Samstag ist Derby-Time. Ich bekomme Besuch, ich bin nicht vor Ort, ich guck wahrscheinlich noch nicht mal das Spiel. Gegen Gladbach!

Herzlichen Glückwunsch Effzeh. Das hätte ich mir niemals vorstellen können, dass ich mal so völlig gleichgültig dem Verein gegenüber werde, dass ich ein Spiel gegen die Holländer nicht anschaue. Sieh was Du aus mir gemacht hast, Du Erster Fußball Verein Köln, Du!

I-D-I-O-T-E-N

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Kann man sich gar nicht ausdenken, sowas…

link

via fefe

Und als Statement:

FC – HSV: Die another Day


Um kurz vor halb sechs stand Milivoje Novacovic vor der Kamera, erklärte, dass er stolz auf sich sein kann aber dass das Lob alleine der Mannschaft gebührt. Das was ein Stürmer halt sagen muss, wenn er drei Tore geschossen hat. Er hielt sich dran. Auf Nachfrage des Interviewers, dass man ja hören würde, dass es nicht klappt, zwischen Poldi und Nova, dass die beiden nicht miteinander können würden, wurde Novacovic kurz redselig, verlor die Contenance und holte zur Breitseite gegen seinen Ex-Trainer aus. Natürlich klappt es zwischen Poldi und ihm, man müsse beide nur richtig aufstellen. Man würde sehen, dass auch Poldi wieder mehr Spaß am Spiel hat, wenn er grätscht, grätscht auch die Mannschaft (so ist das also), Schäfer hätte die Woche gut trainiert, die richtigen Worte gefunden, alle seien hochmotiviert mit ihm weiter zu arbeiten. Da stellten sich dann auch keine Anschlußfragen mehr. Novacovic hält den Finger in alle Wunden, fasst in dreißig Sekunden zusammen, warum der Effzeh bisher auf der Stelle getreten ist und gibt auch der Vereinsleitung zu verstehen, was Ambach ist. Wow.

Das Spiel begann zerfahren, fast American-Football-gleich mit harten Positionskämpfen, Verschiebungen nur im Mittelfeld, mit vielen Fouls und Unterbrechungen. Nach zehn Minuten schlägt Nova zum ersten Mal zu. Langer Ball von Poldi in den Strafraum, Westermann verlängert, Nova steht da, wo er stehen muss. Frühe Führung.

Leider kommt der Ausgleich sehr schnell. Nach einem schönen Pass aus dem Mittelfeld läuft Petric Mohammad davon, die Kölner Abwehr war weit aufgerückt, spielt vergebens auf Abseits aber der junge Vavrodic kann mit einer schönen Parade zum Eckball klären. Trochowski schießt die Ecke auf Mathijsen, der den Kopfball -von Lanig völlig unbedrängt- ins lange Eck plaziert, dort steht Brecko, der den Kopf nicht schnell genug runter kriegt, sondern nur von der Brust abprallen lassen kann, direkt auf den Schädel von Petric. Die Euphorie dauerte genau dreieinhalb Minuten.

Die Führung für die Hamburger fiel nach einer erneut verunglückten Abseitsfalle. Salger lässt Son passieren, macht zu spät einen Schritt nach Vorne, der Pass kommt punktgenau, Vavrodic kommt zu spät raus (oder zu früh, wie man will), Son lupft, Brecko kommt auch zu spät, Führung HSV.

Der FC zeigte jedoch eine ungebrochene Körperhaltung. Im Mittelfeld wurde weiter aggressiv angegriffen und so fiel der Ausgleich fast zwangsläufig. Podolski und Clemens nehmen im Kollektiv den Hamburgern den Ball ab, spielen einen schönen Doppelpass, Poldi mit Anlauf in den Strafraum, Nova löst sich bilderbuchmäßig von seinem Bewacher, steht frei, Podolski im richtigen Moment in die Mitte und Novacovic klug gegen die Laufrichtung von Drobny, hat sogar etwas Glück, weil er den Ball nicht richtig trifft aber, hey, was soll´s. Der FC gleicht aus.

In der Folgezeit hat der HSV große Probleme mit Kölner Standards, zwei, drei Mal kommen die, von Podolski aus allen Lagen geschossenen Freistöße, gefährlich auf das Tor. Der HSV macht insgesamt viel zu wenig, zeigt keine Aggressivität in den Zweikämpfen, sondern versucht alleine durch spielerische Mittel über die Außen zum Erfolg zu kommen. Die einzig nennenswerte Chance verballert Guerrero als er sich auf links im Strafraum durchsetzten kann, Varvodic aber noch einen Fingernagel an den Ball bekommt, dieser an die Unterlatte geht und deutlich vor der Linie wieder in´s Feld zurück springt. Mehr war eigentlich nicht zu sehen.

Der FC zeigte im Gegensatz großen Willen das Ergebnis positiv zu gestalten. Podolski schießt ein reguläres Tor, nach feinem Pass von Matuschyk, jedoch wird wegen Abseits abgepfiffen. Der eingewechselte Chihi noch mit einer Riesenchance aber er gerät zu sehr in Rücklage, der Ball geht über das Tor. Die HSV-Abwehr macht, je länger das Spiel dauerte, einen immer unsortierteren Eindruck. Die Zuständigkeiten schienen nicht klar zu sein, die Laufwege stimmten nicht. Immer wieder kam der FC auf Außen durch. Clemens verlagerte sein Spiel häufig in die Mitte, so bildeten sich Räume für Ehret (Chihi) auf links und Brecko auf rechts.

Das Siegtor war dann ein prototypisches Beispiel für die kopflose Hamburger Abwehr. Clemens schirmt den Ball in der Mitte ab, zieht die gesamte Abwehr in´s Zentrum, auf rechts ist Brecko völlig frei, der kluge Pass kommt, Brecko macht drei, vier schnelle Schritte in den Strafraum, passt in die Mitte wo sowohl Podolski als auch Novakovic völlig frei stehen, Podolski kommt (zum Glück) nicht dran, Nova steht wieder goldrichtig und schiebt komplett ungestört zum 3:2 ein.

Dem HSV fällt in den letzten Minuten rein gar nichts mehr ein, was den Kölner Sieg in ernsthafte Gefahr bringt. Klar, sie gehen alle nach Vorne, klar, es ergibt sich ein Übergewicht aber die ganze Kölner Mannschaft arbeitet gut zurück, gibt kaum Räume frei und hat eigentlich immer einen Fuß dazwischen. Dann pfeift Babak Rafati, der diesmal wohl vor dem Spiel auf sein Lüttje Lage verzichtet hat, das Spiel ab und in ganz Köln kann man die Felsbrocken sehen, hören, fühlen, die von den Menschen abfallen!

Sieg! Zu Hause! Gegen den HSV! Drei Tore Novacovic, ein Podolski, der in Nationalmannschaftsform das Spiel an sich riss, einen unglaublichen Einsatz zeigte, überall zu finden war und sich komplett in den Dienst der Mannschaft stellte. Ein Weltklasseauftritt von ihm. Die Mannschaft insgesamt mit hohem Aufwand, mit frischem Wind und dem absoluten Willen zu gewinnen.

Sollen wir jetzt noch nachtreten und weiter Soldo bashen? Nein, ich glaube nicht. Jeder Zuschauer muss gesehen haben, dass eine andere Mannschaft auf dem Platz stand und daraus dann seine eigenen Schlüsse ziehen. Machen wir eine Deckel auf die Ära Soldo, freuen uns dass Nova wieder spielen darf, dass die Mannschaft anscheinend sehr empfänglich für einen kommunikativen Trainer ist, dass eine andere Stimmung herrschte als zuletzt. Ich hoffe inständig, dass Overath und Meier nun dem “Neuen” eine angemessene Chance geben und ihm vielleicht auch mal den Rücken stärken, denn Schaefer hat bis jetzt alles richtig gemacht. Das gönne ich ihm so sehr, da fehlen mir fast die Worte. Dass der herbeigesehnte und vollkommen überfällige Trainerwechsel halt ein paar Wochen zu spät kommt, ist leider nicht mehr zu ändern.

Nächste Woche geht es gegen den Glubb. Der startete bärenstark in die Saison, hat schon 15 Punkte und siegte am Samstag in Bremen. Das wird ein ganz schweres Auswärtsspiel aber falls man dort etwas holen kann, ist ja schon fast von einer kleinen Serie zu sprechen. Ich wünsche es uns allen!

Sonntagsfrage

Liebe Blogger, Freunde, Leser:

Zeigt mal was Ihr draufhabt. Ich brauche Hilfe.

Um die Flut von SPAM-Kommentaren einigermaßen einzudämmen, benutze ich “Anti-Captcha” in der Version 20100708, weil “Askimet” gar nichts mehr durch gelassen hat, irgendwie.

Eigentlich klappt das ganz wunderbar aber zwei, drei Leser werden kontinuierlich als SPAM erkannt, trotz einwandfreien, fast poetisch schönen Kommentaren. Nein, Quatsch, sind halt “ganz normale” Kommentare, ohne Firlefanz oder sonstigen Auffälligkeiten.

Ich muss die Kommentare also von Hand freischalten. Beim nächsten Besuch wieder das gleiche Spiel. Das Ding merkt sich also augenscheinlich nicht, wen ich “genehmigt” habe, hat also keine whitelist.

Wie genau ändere ich das? Woran liegt das überhaupt? Woran könnte es liegen? Was benutzt Ihr und lohnt sich ein plugin-Wechsel?

Ich danke!