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FC – MSV Duisburg: Zweitklassig

Katastrophale "Leistung" des FC. Nie in’s Spiel gekommen, das 1:0 ist eine Frechheit von Lanig, danach hätte der MSV vier, fünf Tore machen können müssen. Ein passender Abschluss der Hinrunde und eine realistische Bestandsaufnahme des Leistungsvermögens der Truppe. Ein 16. Platz wird dieses Jahr wohl nicht reichen um die Klasse zu halten.

Wer Lust hat was zum FC zu sagen, bitte schön, die Kommentare sind offen, ich habe heute keinen Drang mehr.

Die Torwartfrage

Genau einen Tag braucht der neue Sportdirektor Volker Finke um mich zu vergrätzen. Einen Tag! Das hat auch noch niemand geschafft. Nein, Quatsch, so schlimm ist es nicht. Nur fällt der erste Wintertransfer des 1.FC Köln in die Zeit nachdem Finke vorgestellt wurde, deshalb gehe ich davon aus, dass er, wenn nicht aktiv am Transfer beteiligt, so doch wenigstens zur Kenntnisnahme von der Verpflichtung unserer neuen „Nummer Eins“ gewußt hat. Nun ja…

Ab Januar steht also Michael Rensing zwischen den Pfosten in Müngersdorf. Das ist eine mutige Wahl. Nicht meine Erste, das muß ich zugeben, denn ich war (und bin immer noch) für eine verpflichtung von Dennis Eilhoff, auf den ich große Stücke halte aber, hey, auf mich hört ja doch keiner.

Rensing ist seit einem halben Jahr ohne Verein, hielt sich aber beim VfR Garching fit. Nachdem er sowohl unter Klinsmann als auch unter van Gaal keine Chance auf Einsatzzeit mehr hatte, wurde er in die zweite Mannschaft der Bayern abgeschoben, machte dort jedoch auch schon am 30.04. sein letztes Spiel. Die Gründe für seine darauf folgende Vereinslosigkeit kenne ich nicht.

Irgendetwas ist komisch an der Sache. Ich weiß allerdings noch nicht genau was. Mich wundert dass sich ein Ex-Bundesliga-Spieler bei einem Siebligisten fithält, ganz unabhängig davon, dass er seit einem halben Jahr ohne Verein ist. Gerade für einen Tormann sollte es doch eigentlich nicht so schwer sein eine Anstellung zu finden und sei es in Österreich, der Schweiz, in der zweiten Liga oder von mir aus in Quatar. Immerhin spielte Rensing 54 mal für den FC Bayern in der Bundesliga und hat auch schon Champions League-Erfahrung. Wieso will den Mann keiner?

Nun, jetzt ist es zu spät sich darüber Gedanken zu machen. Unbestritten ist ja, dass Michael Rensing lange Zeit als das Torwart-Talent in Deutschland galt, sich nur nicht aus dem Schatten von Kahn lösen konnte. Geben wir ihm also den „Benefit of the doubt“ für seinen Start in Köln und heißen ihn Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands!

Damit beginnen die Personalplanungen für das neue Jahr. Kurz vor der Unterschrift am Geißbockheim stehen Christian Eichner, ein (dringenst benötigter) linker Außenverteidiger, der z.Z. in Hoffenheim keine Einsatzzeit mehr erhält und Slawomir Peszko, ein offensiver Mittelfeldspieler, den der FC schon im Sommer (als Ersatz für Tosic) holen wollte.   

Ich gehe aber fast davon aus, dass das noch nicht das Ende der diesjährigen Transferperiode ist, einen rechten Außenverteidiger sollten wir noch obendrauf legen. [tbc]

Neu beim FC: Allg. Hochschulreife

Volker Finke

Es war die Überraschung des Wochenendes: Volker Finke wird neuer Sportdirektor beim 1.FC Köln! Machen wir uns mal ein paar Gedanken dazu:

Ein Move, der aus der Leere des Raums kam, von niemandem vorhergesehen wurde und wohl auch beim EXPRESS nicht bekannt war. Dass der Coup gelungen ist, ist schon mal ein Indikator für die Seriosität, mit der Claus Horstmann die Suche nach einem Nachfolger des gescheiterten Michael Meier in Angriff nahm. Am Donnerstag flogen er und Vize-Präsident Glowacz nach Tokio um letzte Details zu klären, kamen mit Tinte unter dem Vertrag zurück und konnten der erstaunten Öffentlichkeit Vollzug vermelden. Das war ruhig, besonnen, ohne jede Einflußnahme der Medien, ohne das Kasperletheater, denen frühere Personalentscheidungen immer inne wohnten. Unabhängig vom Ausgang ist das doch ein schönes Zeichen.

Nun also Volker Finke. Mit einer Nacht Abstand kann ich mit der Entscheidung sehr gut leben. Ich freue mich dem FC hiermit meinen Segen zu dieser Verpflichtung geben zu können. Ich bin sicher, dass sowohl der Aufsichtsrat als auch die anderen Gremien des Vereins sehnsüchtig auf mein Urteil gewartet haben…

Natürlich kommen aber auch ein paar Fragen auf, die erst mit der Zeit beantwortet werden können. Finke ist mittlerweile 62 Jahre alt, wird im März 63. Ob das ein Problem ist? Ich glaube fast nicht, denn VF machte immer einen sehr „fitten“ Eindruck, körperlich als auch geistig. Jetzt kenne ich seinen aktuellen Zustand -nach zwei Jahren rohem Fisch- nicht aber ich gehe mal davon aus, dass sich da wenig dran geändert hat.

Wie sieht es mit seinen Kompetenzen aus? Finke wird „Sportdirektor“, d.h. er ist kein Mitglied des Präsidiums, sondern „nur“ leitender Angestellter. Er ist damit Horstmann unterstellt. Kann der Mann damit leben, als höchste sportliche Autorität einem reinen Finanzmann gegenüber meldepflichtig zu sein?

Was gestern Abend bei SKY90 und auch in den diversen Artikeln, die sich mit der Personalie beschäftigen immer wieder anklingt, ist die Frage ob Finke der richtige Mann für einen jungen Trainer sein kann. In wie weit kann er sich zurück halten, wenn der Erfolg sich nicht einstellen wird? Kann es sein, dass der FC zweigleisig plant und sich durchaus vorstellen kann dass sich Finke -im Extremfall- selbst auf die Bank setzten kann? In wie weit wird er Schaefer in die sportlichen Belange reinreden? Wie kommt sein Ego mit einem weiteren sportlichen Entscheidungsträger zurecht? Marcel Reif betonte gestern dass bei Finke schon ein „Alpha vor dem Tier steht“. Wenn man 16 Jahre einen Bundes- bzw. Zweitligaclub am Stück „geleitet“ und „geformt“ hat, läßt sich das wohl nicht vermeiden. „Schaun mer mal“ sagt der Kaiser.

Eine weiteres kleines Feuerchen kann in der hiesigen Journalie liegen . Finke ist nicht für sein Boulevard-Freundlichkeit bekannt. Gerade mit dem EXPRESS und DuMont generell wird er sich eventuell nur semi-fantastisch verstehen. Wann zünden hier die ersten Nebelkerzen?
Wie verträgt sich Finke mit der „kölschen Mentalität“? Wie verkraftet er den Klüngel und die Mangelei?

Eine weitere Frage, die ich nicht einschätzen kann ist die nach seiner aktuellen sportlichen Kompetenz in Sachen Bundesliga. Finke ist seit 2007 aus dem (deutschen) Geschäft raus und hat die letzten zwei Jahre in Japan verbracht. Ich gehe einfach mal davon aus, dass er sich auch dort über die aktuelle Lage der Liga ein Bild machen kann aber reicht das aus um sofort eine Hilfe zu sein?

Finke beginnt seine Arbeit im Grüngürtel zum 01. Februar 2011. Jetzt versteh ich nicht ganz warum man ihn nicht per sofort oder wenigstens zum 02. Januar nach Köln holt. Am Neujahrstag findet in der J-League das Pokalfinale statt, danach ist das Fußballjahr in Japan vorbei. Durch die extrem kurze Winterpause zählt eigentlich jeder Tag, vor allem in einem völlig fremden und wesenfernen Umfeld. Warum jetzt noch ein ganzer Monat „Leerlauf“ eingeschoben wird, erschließt sich mir nicht. Naja, ich gehe mal davon aus, dass ab nun jeder Transfer auch über Finke geht und er auch aus Japan mit in den winterpäuslichen Planungen involviert sein wird.

Können wir mit der Wahl denn nun zufrieden sein? Ich sag mal: Ja! Finke ist vor allem ein „Fußballlehrer“ im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat in Freiburg bewisen, dass er ohne große finanzielle Möglichkeiten in der Lage ist Talente ausfindig zu machen, zu fördern und zu verpflichten. Dies ist umso wichtiger, da Schaefer in die gleiche Philosophie-Schule gegangen ist, da prallen nicht zwei konträre Systeme aufeinander. Nun warten wir mal die ersten Verpflichtungen des „neuen FC“ ab, dann sehen wir weiter. Ich bin aber erstmal guter Dinge, dass sich was ändert in Köln oder wie Werner Schynder es gestern in SKY90 ausdrückte: „Wurde ja auch Zeit dass da mal einer hinkommt der denken kann“. Jawoll.

PS: Lieber Herr Finke: Ich hätte gerne Dennis Eilhoff anstelle von Michael Rensing oder Markus Pröll. Würden Sie das bitte bei Ihrem Amtsantritt beherzigen? Danke.

Schalke 04 – FC: Stierkampf

Es ist wie in der Arena. Theoretisch kann auch mal der Torero mit runtergelassenen Hosen erwischt werden aber eigentlich ist der Ausgang des Spektakels vorher jedem klar. So auch gestern. Der FC war chancenlos. Da gibt es auch gar nicht viel drüber zu schreiben. Ohne Podolski und Novakovic geht nach vorne gar nichts. Freis ist in keiner Sekunde in der Lage Bundesliga-Niveau zu zeigen, der eingewechselte Ionita ebensowenig. Jajalo und Clemens machen ein bisschen Betrieb, Lanig köpft ‘nen Ball übers Tor, c`est ca. Der Rest war Schweigen.

Ich hätte ja bis gestern niemals gedacht, dass ich das mal schreiben würde aber so traurig es ist, der FC ist auf Außen ohne Brecko noch schlechter als mit ihm. Das soll uns erst mal einer nachmachen! Schorsch auf Rechts, Ehret auf Links waren beide Totalausfälle, das 1:0 für Schalke kann man eigentlich schon als Eigentor notieren. Hoffentlich hat der Raul dem Christopher wenigstens sein Trikot gegeben, er hat es sich doch so gewünscht.

Naja, was soll’s, die Niederlage war einkalkuliert. Wichtig ist jetzt der Mittwoch. Das Spiel gegen den MSV könnte ein wenig Geld in die klamme Kasse bringen, eine Perspektive für 2011 aufbauen und für einen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen. Mal schauen ob es Nova bis dahin packt.

Achja: Der FC ist auf der Suche nach einem Sportdirektor/Manager in Japan fündig geworden. Volker Finke unterschrieb für 2 1/2 Jahre am Geißbockheim. Ich bin…hm…überrascht, sagen wir’s mal so. Einerseits habe ich größten Respekt vor seiner Freiburger Zeit, vor seiner Leistung den SC praktisch im Alleingang aufzustellen. Anderseits ist Finke nie auf meinem Radar gewesen. Ich muss mir da nochmal ein paar Gedanken zu machen. Mehr zu dieser Personalie gibt’s dann morgen in einem eigenen Eintrag.

FC – Eintracht Frankfurt: Nervennahrung

Martin Lanig war kaum zu bremsen. „Eine Katastophe“ soll die erste Halbzeit gewesen sein, „so schlecht haben wir noch nie gespielt“. Frank Schaefer nannte es eine „problematische Halbzeit“. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass weder auf das Fehlen von Nova, noch auf die verletzungsbedingte Auswechslung von Lukas Podolski hingewiesen wird, dass keine Ausreden gesucht werden. Huch. Ob so etwas wie Selbstreflektion am Geißbockheim eingezogen ist?

Unter Soldo, mit Meier, hätten wir uns ellelange Lamenta über die Situation und das Pech anhören müssen. Jetzt werden die Dinge beim Namen genannt. Das kann nur gut sein! Durch eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit gelang dem FC ein dringend benötigter Sieg gegen die Eintracht. Ein Dreier für die Nerven und der Anschluss an das untere Mittelfeld.

Das Tor des Tages war diesmal eine prima Energieleistung des jungen Christian Clemens, der in der 55. Minute am eigenen Strafraum den Ball abgrätscht, blitzschnell umschaltet, den ganzen Platz hoch sprintet, von Jajalo schön bedient wird und mit links einnetzt. Praktisch alles in einer Bewegung. Das war schon hochklassig.

Natürlich ist der Sieg des FC nicht ausschließlich mit Klasse zu beschreiben. Die Frankfurter waren in der ersten Hälfte dem Tor deutlich näher als die Heimmannschaft, versagten jedoch vor dem Tor. Ein wenig Glück gehört halt überall dazu, was kümmert’s mich?

Bester Mann des Spiels war, in meinen Augen, der Podolski-Ersatz Jajalo, der eine umsichtige, hoch-engagierte Partie ablieferte. Natürlich ist Clemens auch zu loben, wie aber eigentlich die ganze Mannschaft – nach der Pause. Durch die Hereinnahme von Christopher Schorsch und dem damit vollzogenen Wechsel von Brecko auf links kam eine höhere Stabilität in’s Kölner Spiel. Die Innenverteidigung machte einen guten Job, Mohammad mit einer sehr konzentrierten und seiner vielleicht besten Leistung in dieser Saison.

Leider gibt es im Kölner Kader aber immer noch Baustellen, die nicht so schnell abgearbeitet werden können. Sebastian Freis ist der Inbegriff des Chancentods. Das ist ungemein schade, denn ich spreche ihm keine Minute die Bereitschaft ab alles zu geben. Es scheint aber einfach nicht zu reichen. Er verliert praktisch jeden Zweikampf, steht oft falsch oder ist, wenn er dann mal durchstarten kann, zu hektisch und zu egoistisch. Man merkt ihm an, dass er unbedingt selbst ein Tor schiessen möchte, dass er darauf brennt aktiv zu einem guten Ergebnis beizutragen. Es scheint ihm nicht vergönnt. Ich mein, wer weiß es denn? Vielleicht muss wirklich nur der berühmte Knoten platzen, damit bei ihm die Tore fallen. Ich würde es ihm gönnen, allein ich glaub nicht dran!

Nach dem Spiel dann noch eine bizarre Szenerie um Torhüter Mondragon, der sich tränenreich von der Südkurve verabschiedete, obwohl ja eigentlich noch das Pokalspiel gegen Duisburg ansteht und Schaefer „davon ausgeht dass Mondy spielt“. Der EXPRESS spekuliert schon mal über einen vorzeitigen Abgang nach Amiland um Weihnachten in Ruhe feiern zu können. Da fällt mir ein: Ich wußte ja gar nicht, dass der FC Mondragon noch bis in den März hinein bezahlen muss und erst mit dem Start in die neue MLS-Saison sein neuer Club die Gehaltszahlungen übernimmt. Wenn der Mann weiter von uns bezahlt wird, warum spielt er dann nicht diese Zeit? Hat das was mit Wechselmodalitäten zu tun? Verliert er dadurch seine amerikanische Spielberechtigung? Wie doof ist das denn?

Nächsten Samstag geht es gegen Schalke, die anscheinend langsam in die Spur zu kommen scheinen. Vor Schaefer hätte ich keinen Cent auf die Mannschaft gewettet, nun, mit dem neuen Mann an der Seitenlinie kann man ja wenigstens auf einen Punkt hoffen.

Ohne Worte

StreetView @ Ackerwinde, Köln

Serientäter: Sons of Anarchy

© FX Networks

Sons of Anarchy, FX Networks, USA, 2008

Irgendwo hatte ich es schon einmal erwähnt, nun ist mit Ende der dritten Staffel eine ausgewachsene Empfehlung fällig: “Sons of Anarchy” ist pures Drama, spannende Unterhaltung und einfach brillantes Fernsehen!

Schon seit 2008 ist SoA beim US-Kabelsender FX (einer Tochter von FOX) zu sehen. Verantwortlich zeichnet Kurt Sutter, der vorher mit “The Shield” eine der spannendsten und kompromisslosesten Cop-Serien entwickelte. Sutter selbst schreibt das Script, ist ausführender Produzent und spielt eine (eher kleine aber wichtige) Rolle im Cast. Man kann schon sagen, dass es sein Baby ist. Und was er da für einen Balg produziert hat. Wahnsinn!

Im Mittelpunkt der Serie steht das Leben des Motorrad-Clubs-Chapters der “Sons of Anarchy” in Charming, einer fiktiven Kleinstadt in Kalifornien. Es gibt weitere Chapter der Sons aber Charming ist die Zentrale, der Dreh- und Angelpunkt der Serie. Der Fokus liegt auf dem jungen Vize-Präsidenten Jackson “Jax” Teller und seiner Familie, der Mutter Gemma Teller-Morrow und seinem Stiefvater Clarence “Clay” Morrow. Gemma war zu Jacksons Geburt mit dem besten Freund Clays, John Teller verheiratet. Beide waren “First 9” also Gründungsmitglieder des Clubs, nur John starb unter (bisher) ungeklärten Umständen, Gemma heiratete Clay, Jax wuchs unter beider Fittiche auf. Zusammen betreiben sie in Charming “Teller-Morrow Motors” eine Auto-Werkstatt, die auch als Hauptquartier des Clubs dient. Die meisten Club-Mitglieder sind bei Teller-Morrow angestellt. Das ist erstmal das Grundgerüst der Serie.

Die Geschichte ist nicht in abgeschlossene Episoden unterteilt, sondern ist ständig fortlaufend. Es dreht sich um Waffengschäfte, Drogen, Pornos, Menschenhandel. You name the crime. Alles was sich zu Geld machen läßt ist gerne gesehen, jedoch liegt der Fokus ganz klar auf den Waffen. Der Grund ist die Geschichte von Samcro (Sons of Anarchy Motorcylce Club Redwood Originals) der 1967 von Teller und Piermont “Piney” Winston, zwei Vietnam-Veteranen gegründet wurde und deren bis heute bestehenden Kontakte zur “Real IRA” und Belfast. Man schmuggelt die Untergrundwaffen von Nordirland in die Staaten und wäscht damit das Geld der IRA um den Kampf in Europa zu finanzieren. Im Verlauf der dritten Staffel werden hierzu einige Fragen geklärt, nur ist der Text hier spoilerfrei, das müsst ihr Euch schon selbst anschauen.

Das Leben in Charming ist für Samcro eigentlich recht sorgenfrei. Mit dem örtlichen Polizeichef Wayne Unser verbinden Clay und Gemma eine langjährige Freundschaft, die Leute in Charming sind dem Club gegenüber loyal, was zum Einen darauf beruht dass die Sons keine Geschäfte in Charming selbst machen, als auch mit der Schutzfunktion die sie einnehmen wenn es darum geht andere Gangs aus der Stadt fern zu halten. Man hat den Eindruck dass der Club einen ganz guten Job macht, es scheint keine wirklichen Verbrechen in Charming zu geben. So sauber ist das Städtchen, dass es noch nicht mal ein eigenes Sheriff-Department hat. Praktisch ist dies vor allen Dingen, wenn die eigentlichen “heißen” Gebietschaften außerhalb der Stadtgrenzen liegen, da hat das Charming PD nämlich keine Zuständigkeiten mehr. Etwas Ärger gibt es mit dem jungen Nachfolger vom krebskranken Unser, dem Deputy Chief David Hale, der moralisch komplett gegen Samcro ist, jedoch von Unser immer wieder ausgebremst wird.

Im Laufe der Staffeln lernt man dann das Leben des Clubs kenne, ihre Feinde (andere MC’s wie die “Mayans” oder die “Aryan Nation”), ihre Freunde/Verbündete inner- und außerhalb von Gefängnissen, die Versuche des ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) des Clubs habhaft zu werden und erfährt nach und nach mehr über die komplizierte Familiengeschichte von Jax, der mittlerweile selbst Vater eines kleinen Sohns geworden ist.

Das ist alles recht kompliziert und lebensnah aber man verliert nie den Überblick. “Sons of Anarchy” ist bestes Erzählkino, ja Kino, weil es so weit über dem TV steht, dass ich es eigentlich als langen Film betrachte. Nach Ablauf der letzten Staffel muss ich sogar sagen, dass SoA noch ein Stückchen stärker als Dexter ist und das will was heißen!

Wie eben schon geschrieben, das muss zum anfixen reichen, mehr erzähl ich nicht…ach doch, eine Sache noch: Die letzten Minuten der dritten Staffel waren das krasseste, wahnsinnigste, bewegenste, over-the-top-out-of-superlative Finale das ich jemals gesehen habe. Das einzige Problem ist, dass ich jetzt schlappe 10 Monate auf die Fortsetzung warten darf. So, mehr aber wirklich nicht.

Ich muss aber noch ein Wort zum Cast verlieren. Mit Ron Perlman (Hellboy) als Clay und Katey Sagal (Peggy Bundy) als Gemma hat Sutter den ganz, gaaaanz großen Wurf gelandet. Beide spielen ihre Figuren als seinen sie nie etwas anderes gewesen. Dass weder Perlman noch Sagal bisher einen großen Award abgeräumt haben ist nicht zu begreifen. Eventuell spielt da auch die Bruch mit den moralischen Vorstellungen des Publikums eine Rolle, keine Ahnung. Verdient hätten sie es allemal.

Der Rest der Schauspieler, angefangen vom immer besser werdenden Charlie Hunnam als Jax bis hin zur völlig degenerierten, psychopathischen Figur des “Tig”, gespielt von Kim Coates ist aber ebenfalls exzellent. Nochmal: Das ist kein 08/15-TV, das ist Charakterentwicklung bis ins kleinste Detail. Die Veränderungen sind den Personen anzusehen, anzumerken. Jeder ist auf seine Weise paranoid und verletzlich aber eben auch stark und voller Ecken und Kanten, die man erst nach und nach erkennt. Da wird ein Member zum liebevollsten und ängstlichsten und fürsorglichsten Vater, Ehemann und Freund von dem man es eigentlich nie in dieser Art und Weise erwartet hat aber die Geschichte klärt es auf und lässt das Publikum verstehen. Natürlich hilft ein gutes Script aber dennoch ein ganz großes Lob an das gesamte Ensemble. Auch die Nebenrollen sind gut bis fantastisch besetzt, ich sag nur Steven King in einer unglaublich spookigen Kleinstrolle als Cleaner…uh. Nein, hier gibt es nichts aber auch gar nichts zu meckern!

Die Produktion ist, wie sich das für gutes Cable gehört, auch erstklassig, das scheint mir fast schon unnötig zu erwähnen. Der OST ist natürlich an den 70er Rock angelehnt, das ist nicht mein Fall aber etwas anderes passt hier nicht.

Sutter schreibt in seinem Blog, dass er die Serie auf sieben Satffeln angelegt hat. FX hat die Vierte bestellt, hoffen wie dass es dazu kommt, denn ich bin verdammt gespannt wie es weiter geht. Die Zeichen stehen nicht schlecht, denn SoA konnte bisher in jeder Staffel an Publikum dazu gewinnen. Sahen die ersten Folgen nur (was heißt “nur”, das ist für’s Kabel schon ein ganz guter Wert)  2,21 Mio. sind es mittlerweile 4,9 Mio. Zuseher. Dazu kommen noch ausnahmslos gute Kritiken. ich bin optimistisch das Sutter “all the way” gehen kann.

In Deutschland läuft das Ding selbstverständlich nicht, in der Schweiz hat TSR die Recht, wer grenznah zu Holland wohnt kann ja mal schauen ob er RTL 7 (vormals Veronica) empfangen kann. Ansonsten verweise ich pflichtbewußt auf Amazon…ihr wisst schon wie man US-Serien sehen kann, oder? Also: Angucken. Aber sofort!

★★★★★

Aus aktuellem Anlass

Erneuter Aufruf an die Bewohner der Lutherstadt Eisleben:

Falls Ihr einen Schlüsseldienst braucht: Nicht googlen! Niemals, niemals, nie nicht machen! Die Nummer ist falsch. Die Nummer gehört MIR! Da kommt niemand vorbei um Euer Schloss zu öffnen! Echt nicht. Versprochen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Kettenkarussel

Am Montag bestätigte der Vorstand des 1.FC Köln was lange feststand und von Overath nur herausgezögert wurde um nicht unmittelbar mit in die Schusslinie zu geraten: Manager Michael Meier ist nicht mehr länger für den Club tätig. Ein Sieg der Basisdemokratie oder ein Bauernopfer des Präsidenten? Es ist wohl eine Mischung aus öffentlichem Druck und dem Kalkül Overaths mit einem blauen Auge aus der mißlichen Lage raus zu kommen.

Jetzt bin ich generell eher unverdächtig ein großer Befürworter Meiers zu sein, denn schon lange ist mir der Mann nicht nur recht unsympathisch sondern in seinen Aussagen und Taten nicht geeignet einen –dann immer noch- im Brennpunkt der Öffentlichkeit stehenden Fußballverein der ersten Bundesliga zu leiten, aufzubauen, was auch immer. Das ist natürlich völlig unfundiert, denn ich kenne nicht mal ansatzweise die innerbetrieblichen Vorgänge des Effzehs und kann mir nur aus der Ferne meine Meinung bilden. Von daher ist die Kritik an seiner Arbeit eher polemisch und auf Eindrücke gestützt, denn auf harte Fakten. Betriebswirtschaftlich ist das Ergebnis des FC –in meinen Augen- nicht so verherend wie es vom Boulevard dargestellt wird, die Schuldenlast ist zwar ein Thema aber kein Sargnagel, denn dafür ist der Verein zu wichtig, zu groß und zu wenig arm als dass ich mich mit einer Pleite beschäftigen möchte. Machen wir da mal einen Haken dran.

Viel wichtiger ist der Ertrag aus dem angehäuften Soll. Dieser ist nämlich kaum vorhanden. Außer dem viel beschworenen Pedro Geromel ist wenig Substanz zur Mannschaft dazu gekommen. Zwar ist die Einkaufspolitik vom Michael Meier auch für den Rückkauf von Lukas Podolski verantwortlich aber, das schrieb ich damals und dabei möchte ich bleiben, die Konstellation für eine Rückkehr des Prinzen war zu gut, als dass Meier den Transfer versemmeln konnte. Generell zogen bei Meier eher Namen als Qualität. Maniche, Petit, auch Daum sind eher Zukäufe für das Volk, nicht für die Entwicklung der Mannschaft. Der Mann hat es leider nie verstanden mit Ruhe und Sachverstand eine Mannschaft zu formen. So wirkt das Team des FC auch heute noch wie ein Flickenteppich. Eine Struktur, ein gewachsenes Gefüge ist nicht zu erkennen.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Kommentare aus der Mannschaft und aus dem Trainerteam. Meier scheint bei den ausführenden Organen viel Sympathie zu genießen. Im Gegensatz zur Kölner Öffentlichkeit scheint das Team den Rauswurf eher als Fehler anzusehen. Leider macht es sich die Mannschaft da etwas einfach, denn alleine sie hätte beweisen können, dass die von Meier zusammengestellte Mischung gut genug ist um in der Bundesliga zu bestehen. In den letzten Wochen lieferte sie jedoch mehr Argumente gegen Meier als für ihn. Sich jetzt hinzustellen und den Schritt zu bedauern mag ehrenhaft klingen, ist aber eher Blödsinn.

Doch, alles Nachtreten hilft nicht mehr, es geht nur nach Vorne. Claus Horstmann ist mit der Aufgabe der Nachfolger-Suche beauftragt worden. Zudem soll der Finanzexperte das Gesamtkunstwerk 1.FC Köln unter die Lupe nehmen und Alternativen zum bisherigen Status Quo aufzeigen. Keine dankbare Aufgabe aber eine längst überfällige.

Um jedoch die Ketten, die diesen Verein viel zu lange an Tradition, Klüngel und Ignoranz der Gegenwart gebunden haben zu sprengen, muss auch das oberste Gremium umstrukturiert werden. Ein eherenamtlicher Präsident, der dennoch alle Fäden in der Hand hält ist schlicht nicht mehr zeitgemäß und furchtbar uneffektiv. Die (oder der) Geschäftsführer müssen Präsidiums-unabhängig in der Lage sein schnelle Entscheidungen treffen zu können. Es kann doch nicht sein, dass in Köln Personal- und/oder Etatentscheidungen nicht getroffen werden können, weil der Wolle im Urlaub ist. Das ist ja nicht mal mehr lustig. 

Ich denke, dass Overath dem Verein (damit meine ich den Gesamtverein, nicht nur die GmbH & Co.KG aA) als Präsident erhalten bleiben kann. Als Repräsentant, als Aushängeschild, als Idol. Ohne jede Frage ist der Mann verdient um das Ansehen des Effzeh. Jedoch ist ihm dies eher als Spieler gelungen, denn als Funktionär. Vielleicht ist nun die Zeit gekommen sich wieder zurück zu ziehen, und alleine von der Strahlkraft zu profitieren.

Dazu kommt noch dass über die Installation des neuen Sportdirektors die Gesellschafterversammlung entscheidet, also drei Mitglieder des Präsidiums (Overath, Glowac, Neukirch) und zwei Mitglieder des Verwaltungsrats. Es ist in meinen Augen nicht vorstellbar, dass W.O. sich gegen ein Veto des Rats wehren kann, denn sobald die Öffentlichkeit (vulgo: Der EXPRESS) mitbekommt dass Overath weiterhin beratungsresistent auftritt, werden die Konsequenzen spürbar sein und er könnte seinen guten Ruf komplett Adieu küssen.

Weiterhin ist es so dass – nach dem Willen des Verwaltungsrates –  Claus Horstmann auch alleiniger Geschäftsführer werden soll. Der neue Sportdirektor soll damit dem Geschäftsführer unterstellt sein. Diese Konstellation macht es für die handelnden Personen nochmal schwieriger eine exzellente Lösung für den Effzeh zu finden, denn all die Namen, die i.M. durch die Medien geistern sind eher…nun ja…keine Charaktere die unbedingt den Ruf haben in untergeordneter Position arbeiten zu können, geschweige denn zu wollen.

Womit wir bei der spannenden Frage wären wer denn für den Posten in Köln überhaupt in Frage kommt. Claus Horstmann läßt sich nicht in die Karten schauen, sondern antwortet auf Nachfrage, wie es denn weitergeht:

Priorität hat die Suche nach einem Sportdirektor. Das ist der erste Auftrag der Gremien. Wir haben ein Anforderungsprofil und den möglichen Ablauf erstellt. Die klare Kernaussage dabei ist: Qualität geht vor Zeit. Klar ist die Wunschvorstellung, dass der Neue in zwei Wochen hier ist. Aber wir wollen nicht einen möglichen Topkandidaten ausschließen, nur weil nicht genug Zeit bleibt.

Nachdem Klaus Allofs (das wär’ mal `ne Sensation gewesen) abgesagt hat, ist die Liste nur noch zweihundertsiebenundfünfizig Namen lang. Didi Beiersdorfer, Oliver Kreuzer, Gerhard Poschner oder Horst Heldt stehen drauf, Calmund, Sammer und Jan Schindelmeiser ebenso. Dazu kommt das Gerücht Boris Nozon und irgendwo steht auch sicher Lothar Matthäus bereit…

Alles Spekulieren hilft aber nix, wir werden es schon früh genug mitbekommen. Außerdem gibt es da ja immer noch das RWE-Szenario…;-)

Aus der Reihe “Super Bildauswahl”

präsentiert heute der EXPRESS: