Mit dem zweiten Sieg in Folge rettet sich der 1.FC Köln in ein weiteres Jahr 1. Bundesliga. In Frankfurt reichte eine fußballerische Nicht-Leistung, eine massive Defensivleistung und eine in allen Belangen unterirdische Frankfurter Eintracht für den benötigten Punktgewinn. Die Maßnahmen zur Rettung der kölschen Fußball-Seele haben also gegriffen. Am Samstag können wir uns auf das Heimspiel gegen Schalke freuen, doch schon am Sonntag muss der Blick auf die neue Saison gerichtet werden, denn -auch wenn das unsere beste Saison seit fast zehn Jahren war (41 Punkte, mindestens)- es ist immer noch pures Chaos, durch das sich der effzeh definiert. Doch, wie gesagt, jetzt wurde erstmal die Klasse gehalten und damit überhaupt die Voraussetzung für einen neuen Morgen geschaffen.
Dass ausgerechnet der FC, die -mit Abstand- schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga den Totengräber für die Eintracht geben wird, ist natürlich ein Stück Realsatire. Das Spiel war so abgrundtief schlecht, so ohne jeden Zauber und von erstaunlicher Leblosigkeit. Köln beschränkte sich auf das Aller-Aller-Nötigste, Frankfurt war im Gesamtauftritt schlechter als ich jemals einen Bundesligsten gesehen habe – und ich war einen jener unglückseligen Menschen, die sich am 14.02.1996 in Köln-Müngersdorf buchstäblich den Arsch abfroren, um ein unglaublich erbärmliches 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf zu bestaunen. Ich habe immer gedacht, dass dieses Spiel nie zu toppen sein wird aber der letzte Samstag bewirb sich ganz stark um Gold auf meiner persönlichen Liste. Dass 1996 noch ganz knapp die Nase vorn hat, liegt einzig am Ergebnis. Zwei Tore geschossen, keins kassiert, Klasse gehalten, Mund abwischen.
Soll zum Spiel selbst wirklich noch etwas geschrieben werden? Ich denke, dass alles gesagt wurde. Wir können nur und das meine ich ausnahmsweise wirklich ernst froh sein, dass Volker Finke nochmal Willi Sanou eingewechselt hat. Die paar Minuten reichten aus um seine Untauglichkeit bezahlten Fußball zu spielen so eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, wie es keine Trainingseindrücke im Ansatz schaffen können. Ich bin so froh, dass der Mann keine drei Nüsse gemacht hat. Stellt Euch mal vor, der hätte einen guten Tag gehabt, dann hätten wir den noch länger an der Backe. Mit diesen paar Minuten Einsatzzeit aber -und davon bin ich überzeugt-, gibt es für die Perle keine Zukunft in Köln.
Sonst fiel noch der Prinz auf, der am besten eine Kappe auf’m Kopf getragen hätte, die Finkes Konterfei eingerahmt zwischen zwei ausgestreckten Zeigefingern zeigt. So deutlich verweigerte er jeden Einsatz, jedes Laufduell und jeden Zweikampf, dass ich mich gewundert habe, dass er nicht ausgewechselt wurde. Finke hat aber damit auch alles richtig gemacht, denn er gönnt ihm damit den Moment der Rettung auf dem Platz. Nee, das war nicht schlecht.
Jetzt kommt zum Auslaufen noch der FC Schalke nach Müngersdorf, dann können wir auf diese Saison endlich einen Deckel machen. Nüchtern muss sie sogar als Erfolg gewertet werden aber die endgültigen Analysen werden sich noch folgen. Vi ser frem til sommeren! (o.s.ä.)
Es handelt sich um Opera, Version 11.10. Das kann die Seite also nicht verarbeiten. Aber der IE 5.5 ist okay. Iss klar, oder? Die haben doch echt nicht mehr alle Tassen im Schrank…
Als Milivoje Novakovic in der 83. Minute den ersten Derbysieg Sieg gegen Leverkusen seit 14 Jahren klar macht, explodiert die Nord. Die Leute flippen aus, zwei Reihen vor mir schlagen sich zwei Freunde mit "Hoodz Düren"-T-Shirt ihre gebrochenen Arme aneinander (viele, viele gebrochene Arme gab’s gestern zu bestaunen, sah schon lustig aus) und ich schrie bestimmt ‘ne Minute am Stück nur ein unartikuliertes Ja. Die Quittung hab’ ich Heute, ich hab keine Stimme mehr. Da mag dann auch der Restabend seine Schuld dran haben, aber das ist jetzt nicht so wichtig.
Als dann der Blick durch’s Stadion wanderte erschall auch schon das obligatorische "Ihr werdet nie deutscher Meister" – aber in einer Lautstärke, die ich selten gehört habe. Das ganze Stadion machte mit, es war ein Fest. Ein paar Minuten später ist Schluss und dem 1.FC Köln ist ein gewaltiger Schritt Richtung Rettung gelungen. Wie unglaublich wichtig dieser Sieg war zeigen ja die anderen Ergebnisse da unten.
Natürlich hatten wir auch ein wenig Glück und einen erneut überragenden Rensing aber das gehört nun mal auch dazu. Ansonsten fiel auf dass Petit eine anständige Leistung bracht und auch Mohammed und Geromel deutlich konzentrierter an die Sache rangingen.
Um aller Sorgen ledig zu sein, reicht nächste Woche schon ein Punkt in Frankfurt. Die Eintracht läuft mittlerweile nur noch auf den Felgen aber ein Spaziergang sieht anders aus, vor allem vor dem Hintergrund unserer eklatanten Auswärtsschwäche. Dennoch, schon nächste Woche könnten wir die Klasse halten und damit die Saison zu einem Erfolg erklären.
Lieber 1.FC Köln:
Wie wär’s? Machst Du mal was für mich? Ja? Danke, das ist nett. Ich habe mich streng an Wilhelm Busch gehalten, der immerhin wußte:
“Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, //
Kriegt augenblicklich Junge.” (“Niemals”, Gedicht erschienen in “Schein und Sein”)
Vielleicht bekommst Du ja nicht alles auf einmal hin, das wär gar nicht so schlimm aber dran arbeiten sollst Du, okay?
Damit wir Freunde bleiben!
1. Den Klassenerhalt
Ja, den wünsche ich mir am allerdollsten. Am besten schon am Samstag mit einem berauschenden Sieg gegen dieses Gesindel aus Leverkusen. Wenn Du das nicht auf die Schnelle einrichten kannst, dann wäre ich Dir sehr verbunden, wenn es dann spätestens in Frankfurt soweit ist, denn mein Nervenkostüm ist nicht für eine Relegation geschaffen. Wirklich nicht. Also, lieber FC: Reiss Dich mal zusammen!
2. Ein Konzept
Ich weiß, ich weiß, immer dasselbe, wirst Du jetzt sagen. Die Leute wollen immer das, was nicht machbar ist aber, sei doch mal ehrlich mit Dir selbst. Du willst es doch auch, oder? Wär das nicht mal ‘ne tolle Sache, so ein langfristiges Konzept? Jetzt sag nicht, dass es das gibt, bei Dir. Ich rede nicht von einem -beim Kölsch entworfenen- “Fünf-Jahres-Plan”, der am Ende immer den Abstieg in die zweite Liga als Resultat da stehen hat, nein, ich meine mal so ein “echtes” Konzept. So mit durchgängien Spielsystemen in allen Jugendmannschaften, einer intelligenten Transferpolitik, einem soliden Haushalt und ohne irgendwelchen Populismus. Was pragmatisches halt. Hmm, was sagste? Wär das nichts? Dazu bräuchte man aber
3. Den richtigen Trainer
Schon wieder so ein doofer Punkt, nicht wahr? Wer steht denn auf Deiner Liste? Ich frage nur mal so, weil ich gehört habe, dass Franco Foda ein Kandidat sein soll. Ja, genau der Franco Foda, der gerade in Österreich beim Sturm aus Graz an der Linie sitzt. Sag mal: Stimmt das? Das würde mich kolossal überraschen, weil…also jetzt für’s Ego ist der doch nix, oder? Wer sitzt denn sonst noch in der Verlosung? Ståle Solbakken aus Kopenhagen? Das flüstert man sich so zu, im Grüngürtel. Ein Däne? Wohl weil Morten Olsen immer absagt, was? Vielleicht kommt der dann ja auch wie weiland Bjarne Goldbæk auf den Inlinern zum Training und legt sich vor versammelter Mannschaft stilgerecht auf’s Maul. Ja, das würde mir ganz gut gefallen, gebe ich zu. Aber nur weil er Däne ist.
Tja, es scheint, dass wir hier noch nicht richtig weiterkommen. Tu mir nur einen Gefallen: Warte nicht zu lange mit einer Entscheidung. Vielleicht muss der neue starke Mann an der Linie ja auch
4. Den ein oder anderen Transfer
tätigen. Ja, das denke ich doch. Ich bin sicher Du stimmst mir zu, wenn ich sage, dass -wenn wir in der Liga bleiben- ein paar Verstärkungen nicht schlecht wären. Ja? Fein. Wenn ich dann mal forsch sein darf: Ich wünsche mir:
– Einen Rechtsverteidiger (Brecko. Du weißt worum’s geht, oder?)
– Einen Innenverteidiger (Einer der keinen Anspruch auf’s Kapitänsamt hegt)
– Eine “Zehn” (nachdem Du Schelm ja beim Hajnal keinen Bedarf gesehen hast)
– Noch eine “Zehn” (weil die erste Wahl ja auch mal nicht spielen wird)
– Unterstützung für Milivoje Novakovič (groß, kopfballstark)
– Maik Franz
Kannst Du das bitte an den “Neuen” weitergeben? Ich weiß ja nicht ob der hier schon mitliest…
5. Ein schönes Trikot
Nach dem Dilemma im letzten Jahr wär es mal an der Zeit. Reebok hat ja im letzten Geißbockecho diese doppelseitige Anzeige geschaltet, ich nehme an dass weißt Du. Macht das diesmal auch wirklich so. Zuhause weiß, auswärts rot, international neon-grau.
6. Eine Arzenei für Michael Trippel
Vorzugsweise Valium. Du hast doch ganz gute Beziehungen zur MediaPark Klinik. Kann da der nicht der Dr. Schäferhoff mal ein klitzekleines Pflästerchen mitgehen lassen? Muss ja nicht gleich Morphium sein aber irgendwas um den Mann zu beruhigen. Ehrlich, lieber FC: Das hält man ja im Kopf nicht aus. Früher hat sich der Stadionton in Köln immer wohltuend von den ganzen Bums-Holter-die-Polter-Kirmes-Ansager-Stadionsprechern abgehoben. Wenn das so weiter geht, schreit die Südkurve bald auch: Köln DREIIII, MSV Duisburg: NULLLL. Also echt, das willst Du doch nicht wirklich. Vielleicht brennst Du ihm mal ‘ne CD mit den besten Durchsagen von Hans-Gerd König, der Mann wusste wie er Deine Erhabenheit rüberbringt.
7. Eine andere Tormusik
Auch so ein wunder Punkt. Poppe, kaate, danze, dat kannste, dat kannste. Aber, kannste auch mehr? Immer wird Köln auf sein -doch recht prolliges- Image reduziert. Außerdem: So richtig was zum grölen ist weder das oben genannte Machwerk, noch “Hey Kölle”, oder “Man müsste nochmal zwanzig sein”. Wenn Du einen konkreten Vorschlag wünschst: Ich wünsche mir von Zombie Nation: Kernkraft 400! Also, versteh mich richtig, nur den Chorus, nicht das ganze Lied: Ohohoho…ohohohoho…ohohoho. Was meinst Du, was Du da für eine Explosion erlebst! Du wirst es nicht bedauern!
8. Bargeldzahlungsmöglichkeiten
Das wär toll. Echt. So richtig mit Geld zu bezahlen und sich nicht irgendwie an Deinem “Serviceangebot” beteiligen zu müssen. Ich kann mir vorstellen, dass Du das nicht gerne hörst aber ich appeliere an Deine Herkunft. Stell Dir mal vor Du hättest damals in Sülz das Kölsch nicht auf’n Deckel geschrieben bekommen, sondern hättest beim Einlass erstmal ein Guthaben nachweisen müssen. Wärst Du da nochmal hingegangen? Siehste…
9. Ne leckere Stadionwurst
in einem richtigen Brötchen. Vom Grill. Kein Döner, keine Pizza, keine Pommes, keine Frikadelle. Ne Wurst! Mit Senf. Aus’m Tütchen, nicht aus diesen ekligen, verschmierten Spendern. Geh mal in den Hürth-Park und lass Dir von der Currywurst-Bude erklären wie das geht, die helfen bestimmt gerne. Von einem leckeren, frischgezapften Kölsch möchte ich ja gar nicht anfangen. Versuch es erst mal mit der Wurst.
Hast Du das? Wenn Du jetzt oben links auf Datei -> drucken drückst, kannst Du das auf Papier zaubern, in Deinen Kopierer legen und an alle Stellen weiterdeligieren, die das betrifft. Danke für Deine Zeit und bis Samstag. Wir sprechen uns bestimmt nochmal…
Mir fällt zur heutigen Entwicklung beim einst so ruhmreichen 1.FC Köln nichts Gescheihtes ein. Wirklich nicht. Immer und immer wieder betonte, der im Winter installierte, neue Sportdirektor Volker Finke, dass er für ein Traineramt nicht zur Verfügung stehe und auch mit dem klaren Auftrag “Sportdirektor” an den Rhein geholt wurde.
Seit heute Morgen sind alle Sprüche, alle Zusammenhaltsschwüre und alles andere für den Popo. Seit heute Morgen sitzt Volker Finke wieder auf der Bank eines Bundesligisten. Die ersten Reaktionen via twitter zeichnen ein Bild aus Verzweiflung, Wut, Hohn und Spott, je nachdem auf welcher Seite der Macht man steht:
Unwürdig, intolerabel und nicht zu rechtfertigen, wie die Führungskräfte im Verein alle, wirklich alle Sympathien für diesen Club vernichten. Einmal mehr lacht ganz Fußball-Deutschland über den Dilettanten-Stadl aus dem Grüngürtel. Langsam ist echt mal gut. Doch, es wird nicht gut werden, soviel sei verraten. Ich habe vor einiger Zeit in diesem Blog ziemlich gegenfc.reloaded geäzt, habe den Zeitpunkt der Aktion gegen Overath und Konsorten bemängelt und muss nun wohl den Gang nach Canossa antreten, denn, die Zeit zeigt es, der Zeitpunkt war richtig gewählt. Es ist tatsächlich allerhöchste Zeit in diesem Club aufzuräumen. Ob das nun fc.reloaded macht ist mir fast schon egal, denn wir sind an einem Punkt angekommen an dem es tatsächlich nicht mehr schlimmer kommen kann. Das heißt schon einiges. Wir haben als FC-Fans schon einige schlimme Dinge miterleben müssen aber immer schwang im Hintergrund das “et hätt noch immer jot jejange” mit. Heute höre ich den Satz nicht. Sieben meiner acht Stimmen im Kopf summen nur noch, die eine regt sich furchtbar auf. Kein Licht am Ende. Wie konnte es nur soweit kommen?
Nun, vom Jetzt aus betrachtet tragen die letzten Monate die eindeutigen Züge einer Intrige, eines abgekarteten Spiels. Im Winter schöpften wir Idioten doch tatsächlich wieder Hoffnung. Mit Frank Schaefer stand uns ein Trainer zur Verfügung, der uns ein Vorbild war. Ich reiße das jetzt nicht mehr einzeln ab, sondern verweise auf den letzt-wöchigen Eintrag “Ausgeschaefert“.
Mit Volker Finke kommt ein Meier-Ersatz, der völlig unkölsch daherkommt, jedoch das Image hat ein besonnener, vorwärtsdenkender, planvoll agierender Trainer zu sein. Er kommt -und dies wird ja nun wirklich gebetsmühlenartig von allen Beteiligten wiederholt- als reiner Sportdirektor. Nun gut, wir haben den Oberen geglaubt. Wieder ein Fehler.
Die Demontage des Trainer begann schleichend aber wirksam. Als dann Overath erkannte, dass Schaefer als Typ nicht zu verbiegen ist (s. dieses Interview), war die Sache schnell klar. Mit dem Mann kann der Vorstand nicht vernüftig arbeiten, da muss dringend eine Lösung her. Da Schaefer aber in großen Teilen des Fußvolks hohes Ansehen genießt, kann Overath ihn schlecht feuern, da ständ er ja selbst doof da. Also holt man sich DuMont ins Boot, übt über die Presse Druck aus, im vollen Bewußtsein, dass der Trainer nicht darauf eingehen wird.
Finke trägt seinen Teil dazu bei indem er die menschliche Seite Schaefers ins Rampenlicht hievt und seinen religiösen Hintergrund als “Problem” deklariert:
“Die religiöse Geschichte haben wir zu respektieren”, setzte Finke fort und gab zu verstehen, dass “diese privaten Lebensüberzeugungen” der Grund für das Zögern seien. Denn daraus entstünde “offensichtlich sein Problem”, das Profimetier mit all seinen moralischen Widrigkeiten zu akzeptieren. (Süddeutsche Zeitung vom 15.04.)
Dass Schaefer dies dementiert und seinen Glauben in seine Stärke umwandelt interessiert zu diesem Zeitpunkt niemanden mehr, denn längst wissen wir auch, dass Finke in der Kabine nicht nur unterstützend tätig ist, sondern die Trainerentscheidungen offen in Frage stellt und auch immer ein offenes Ohr für Problemspieler hat. Macht man das als Sportdirektor so? Ich hatte da eine andere, zugegeben romantische, Vorstellung von “an einem Strang ziehen”, “zum Wohl des Verein handelns” oder so. Naja.
Der Schritt, den Schaefer jetzt gegangen ist oder gegangen worden ist, ist insofern konsequent da alle Zeichen darauf deuteten, dass keine Authorität mehr vorhanden ist. Er begründet dies so:
„Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich der Mannschaft im Moment nicht mehr so weiterhelfen kann, wie ich es für nötig erachte“
Finke übt sich derweil in Demut, denn er stellt klar:
„Meine Aufgabe bezieht sich lediglich auf die restlichen Spiele dieser Saison. Danach werde ich wieder ausschließlich das Amt des Sportdirektors ausüben. „In dieser außergewöhnlichen Situation gilt es, alle Kräfte zu bündeln.“
Das glaube ich ihm sogar. Man wird nun im Sommer (oder wenn die Liga-Zugehörigkeit entschieden ist) einen Trainer installieren, der nicht zu viele Schwierigkeiten macht, nicht so volksnah ist und den man in aller Seelenruhe wieder feuern kann, wenn man einen Schuldigen braucht.
Diesem Verein ist fast nicht mehr zu helfen. Mit Overath, Finke, Horstmann, Neukirch und Glowacz haben wir ein Quintett an der Spitze, die sich einig scheinen, die den Verein vollständig in ihrer Gewalt haben und komplett beratungsresitent scheinen. Anders ist eine solche Geschichte nicht zu erklären.
Ich habe wirklich gedacht es würde besser werden. Pustekuchen. ES IST ALLES NOCH VIEL SCHLIMMER!
Ich habe i.M. keine Idee wie ich am Samstag im Stadion reagieren werden, wie das gesamte Umfeld reagiert. Ich kann mir vorstellen, dass Finke schon ruhigere Spiele hatte. Wenn allerdings am Samstag ein Strandkorb am Spielfeldrand steht…
[Update] Karlheinz Wagner schreibt in der Frankfurter Rundschau Interessantes, “Vertrauliches” und Rufzerstörendes über Volker Finke: “Chaos am Geissbockheim“ (Karlheinz Wagner ist Ressortleiter Sport beim Kölner Stadt- Anzeiger. Die Frankfurter Rundschau gehört zum Verlagshaus M. DuMont Schauberg (50%), genauso wie eben jener KStA. Ich glaube jedes Wort.)
Da stehen wir nun also. Pünktlich zum Saisonende fällt der effzeh auseinander, wie ich selten ein Team gesehen habe. Acht Spieltage vor Schluss dachte man eigentlich, dass die Saison in trockenen Tüchern sei. Doch es folgten 18(!) Gegentore in fünf Spielen, bei drei Punkten. Nicht nur, dass der FC es versäumte sich die Konkurrenz unten ein wenig vom Hals zu halten, nein, man vergeigte auch sein Torverhältnis komplett und allumfassend, so dass ein Punktegleichstand nichts mehr nützen wird. Wir müssen uns langsam damit abfinden, dass das Strohfeuer, dass die Mannschaft im ersten Quartal (zu Hause) entfacht hat nicht ausreichen wird um die Klasse zu halten.
Nach der gestrigen “Leistung” können wir von Glück reden, wenn wir es noch in die Relegation schaffen. Ein direkter Nicht-Abstiegsplatz scheint mir in etwa so weit ausser Reicheweite zu sein wie ein Champions-League-Sieg von Fortuna Köln innerhalb der nächsten sechs Jahre. So wie der effzeh sich präsentiert, wär es aber auch -gelinde gesagt- eine Frechheit, wenn wir drinbleiben. Es ist kein Leben in dieser Mannschaft. Schaefer hat sie tot übernommen, kurz den Defibrillator angschmissen, und gibt sie jetzt tot wieder zurück. Da war nix mehr zu machen. Sorry, wir haben getan was wir tun konnten.
Über das Spiel in Wolfsburg kann man nicht viel schreiben ausser dass es erneut eine völlig desolate Vorstellung von allen Mannschaftsteilen bot. Aus der Kritik ausgenommen müssen nur Rensing und Yabo. Resning erneut mit einigen prächtigen Paraden und einer guten Körpersprache. Er ist die ärmste Sau in Köln, denn ein ums andere Mal wird er von seiner Abwehr völlig alleingelassen, rettet was zu retten ist und muss trotzdem vier Dinger aus dem Netz fischen. Undakbar wär noch geprahlt.
Yabo machte sein erstes Spiel von Anfang an. Er wirkte zu Beginn fürchterlich nervös, fing sich aber im Laufe des Spiels, völlig ohne Unterstützung seiner erfahrenen Mitspieler und war im Mittelfeld oft die einzige freie Anspielstation. Der Rest hat sich ja nichtmal bewegt.
Nehmen wir als Beispiel mal eine Szene aus der Mitte der zweiten Halbzeit: Mohammad hat den Ball ca. 25 Meter vor dem eigenen Tor. Er schaut, hat anscheinen keinen Bock auf einen langen Ball (Novakovic wird im Abseits gestanden haben, aber ich weiß es nicht genau), spielt dann auf links, denn da steht Eichner an der Seitenlinie. Der Ball rollt gemütlich auf unseren Linksverteidiger zu, der geht aber nicht einen Schritt auf den Ball zu, sondern bleibt an der Linie kleben. Von hinten kommt Dejagah und sprintet dazwischen. Eichner guckt dumm und der Wolfsburger ist bereits zwanzig Meter weit weg. Diese Situationen gab es zu Hauf. Nicht nur bei Eichner, der leider wieder einen gebrauchten Tag hatte, sondern quer durch alle Positionen.
Die Mannschaft war eigentlich zu keinem Zeitpunkt wettbewerbsfähig. Gut, man kann spekulieren, wenn Freis in der dritten Minute den Ball unter -statt gegen- die Latte haut, wie es dann um das Nervenkostüm der Wölfe bestimmt ist, aber das ist müßig.
Es fängt bei einer völlig unorganisierten Abwehr an. Mohammad und Geromel haben keine Lust mehr. Das sieht man an Mohammad noch deutlicher als am Brasilianer, der wenigstens immer noch über ein sehr gutes Stellungsspiel verfügt und ein paar Situationen klären konnte. Beim Libanesen ist das nicht mehr der Fall. Kraft- und Ideenlos, ohne Aufbäumen, ohne Einsatz, da fängst du dir natürlich die Tore. Wenn dann auch noch die nächste brauchbare Hilfe (Eichner) ausfällt und auf rechts der Brecko wieder nur begleitet statt einzugreifen wird’s schwierig.
Vor der Abwehr war Lanig wieder komplett überfordert. Das Spiel war mindestens zwei Nummern zu schnell für den schönen Martin. Das war aber abzusehen, da hab ich nicht mit viel gerechnet.
Jajalo hatte zwei, drei Momente, Clemens ging völlig unter, Freis mit der Slapstik-Einlage des Tages (der Schuss frei vor dem Tor, den er mit dem Außenrist spielen will…ach, ich musste laut lachen), Nova ohne Szene. Der eingewechselte Chihi brachte auch keine Farbe mehr ins Spiel. Wie verzweifelt Frank Schaefer an der Außenlinie gewesen sein muss, zeigt, dass er mit Willi Sanou noch einen Einwechselspieler bringt, von dem wir alle dachten, dass wir ihn los wären. Wie wenig Alternativen der Mann hat, wie unfassbar wenig Qualität wir in der Mannschaft haben, diese Einwechslung zeigt es.
Okay, mit Podolski und Peszko fehlten zwei wichtige Leute aber gluabt jemand im Ernst, dass die beiden einen Unterschied gemacht hätten? So viele Total-Ausfälle kompensiert doch keine Mannschaft.
Völlig zu Recht und eigentlich noch schmeichelhaft verliert der FC also mit 1:4 in Wolfsburg. Aus neun Punkten auf den Relegationsplatz sind drei geworden, sechs nach ganz unten. Nächste Woche setzt es zu Hause die obligatorische Klatsche gegen Scheiss-Leverkusen, in Frankfurt holen wir auch nix und am letzten Spieltag gegen Schalke. Gut, wenn Schalke wie gestern wieder mit einer C-Elf spielt, dann könnten wir da nen Punkt holen. Der könnte dann reichen um in die Relegation zu kommen. Könnte.
Lautern wird sich durch die Schalker Frechheit gestern gerettet haben, Bremen sowieso und Stuttgart auch. Bleiben noch Frankfurt, Wolfsburg, Gladbach, St. Pauli und der FC. Tippen wir mal das Restprogramm durch:
1.FC Köln: -20 Tore, 35 Punkte
32. Spieltag: LEV (H): 1:3
33. Spieltag: Frankfurt (A): 1:2
34. Spieltag: Schalke (H): 0:0 -> -23 Tore, 36 Punkte
Heute Mittag kommt die Eilmeldung: Frank Schaefer teilt dem Vorstand mit, ab Saisonende nicht mehr als Trainer der Lizenspielermannschaft zur Verfügung zu stehen. Der EXPRESS freut sich zum Schänzchen, die Auflage wird wieder mal für zwei Tage hochgefahren werden können.
Mensch, was für ein Typ uns da verloren geht. Bodenständig, offen, selbstbewußt, selbstreflektierend, bescheiden, intelligent, eloquent und dennoch kölsch. Ja, das muss sich nicht zwangsläufig ausschliessen!
Auch wenn sich die Tendenz in den letzten Wochen abzeichnete, der Zeitpunkt und letztlich das Ergebnis ist für mich ein Desaster. Schaefer bleibt sich aber bis zum Schluss treu, denn, dass die Entscheidung heute bekannt gegeben wurde, begründet er mit der Aussage, dass er damit Klarheit schaffen wolle, da er den Eindruck hat, dass die Mannschaft durch die unklare Situation verunsichert wirke. Nun ja. Ob eine Profimannschaft sich dadurch, dass sie nicht weiß sie im nächsten Sommer trainieren wird, zu verunsichern ist, sei mal dahingestellt. Schaefer hat jedoch den Handlungsbedarf gesehen und handelt -in seinen Augen- zum Wohl des Vereins. Das muss man erstmal sacken lassen.
Natürlich ist die Entscheidung zu akzeptieren, zu respektieren und es bleibt uns wohl nicht mehr als ihm alles Gute zu wünschen. Er scheint dem FC ja als U23-Trainer weiter erhalten zu bleiben. Doch, wir müssen auch über das Wie und Warum nachdenken. Was gab denn nun den Ausschlag für die “Kündigung”? Ich bin nicht Frank Schaefer, ich kenne seine Gedanken nicht. Ich kann nur das wiedergeben was ich gelesen, gehört oder gesehen habe und bestenfalls einen Indizienprozess führen. Zum Glück kann mich daran (vorerst) niemand hindern:
Die Hauptschuldigen sind -in meinen Augen- zu beinahe gleichen Teilen die Mannschaft, Horstmann, Overath, Finke und die DuMont-Presse. Doch, fangen wir vorne an.
Nachdem Schaefer der mehr als toten Mannschaft wieder Leben eingehaucht hatte, sogar der Vorstand nicht mehr von einer Interimslösung sprach und Volker Finke zum x-mal in der Presse verlauten ließ, dass er nicht mehr in Laune sei ein Traineramt zu übernehmen, war es unter den Fans, die ja von Anfang an Schaefer große Unterstützung zukommen ließen, eigentlich schon klare Sache: Mit dem Mann muss es weitergehen, der mistet aus, der nimmt keine Rücksicht auf Befindlichkeiten und dem Klüngel schien er auch nicht verfallen zu sein. Wie lange hatten wir uns nach einer rational handelnden, dennoch tief in dem Verein verwurzelten Persönlichkeit mit Erfolgshunger und (anscheinend) guter Grundausbildung gesehnt. Der Mann war wie gemacht für einen Neuanfang.
Erste Reibereien mit den älteren, sogenannten Führungsspielern, hätten uns aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt als Alarmsignal dienen können. Die Farce um Mohammad, die Finke auf den Plan rief, müssen wir hier nochmal näher beleuchten. Im Winter nimmt Frank Schaefer dem Libanesen -ohne ihn zu fragen, er ist der Trainer- die Kapitänsbinde weg um sie Lukas Podolski zu übergeben. Mohammad ist schwer beleidigt und verständigt schnell seinen EXPRESS-Vertrauensmann: So geht man nicht mit mir um, ich suche einen neuen Verein. Hätte er das mal besser gemacht, denn die Saison die Mohammad dieses Jahr abliefert ist, gelinde gesagt, für den Arsch. Der Mann ist Profi, verdient wohl so um die 800.000 Öcken im Jahr, da ist kein Platz für schmollen. Doch, Mohammad heizt die Stimmung so auf, dass sich Finke einschaltet, Mohammads Trainer aus Freiburger Zeiten und -nach eigener Aussage- so etwas wie ein Ziehvater für ihn. Er bleibt, spielt aber ohne jede Leidenschaft die Saison weiter. Da unsere Abwehr aber sowieso ein Torso ist, bleibt er weiter in der Startelf, es fehlen die Alternativen. Aus dieser Geschichte entwickelt sich die Opposition der alten Männer. Mohammad, Petit, Ehret. Alle unzufrieden mit dem neuen Trainer, der keine Rücksicht auf die Vergangenheit nimmt und noch weniger auf Namen. Den Höhepunkt konnten wir am Samstag bewundern als Petit -völlig zu Recht- ausgewechselt wurde und nicht den Anstand hat mit dem Trainer abzuklatschen. So macht man natürlich auf die Unruhe in der Mannschaft aufmerksam und schürt das Interesse: Was läuft da schief? Warum hat Schaefer die Mannschaft nicht im Griff und ist er der Situation überhaupt gewachsen?
Doch, der weiterer Saisonverlauf (ich springe wieder ein wenig zurück) verlief ja durchaus zufriedenstellend für den FC. Nach dem überragenden 4:0 gegen Hannover gibt Geschäftsführer Claus Horstmann dem KStA ein Interview das so bizarr ist, dass man es in die aktuelle Fragestunde des Bundestages einbetten könnte. So windelweiche Ausflüchte gibt es eigentlich nur bei Politikern die sagen dass man erstmal die UNO-Resulotion abwarten muss um festzustellen ob man Krieg führen kann obwohl die Truppen schon aufgezogen sind. So liest sich das. Ich verlinke nicht mehr auf DuMont (jedenfalls nicht mehr in diesem Artikel, meistens lässt es sich ja nicht vermeiden, wenn es um den FC geht) aber wer das Interview selbst lesen will: hier den ersten link klicken.
Jetzt ist es die ursächliche Aufgabe des Journalisten zu fragen, doch Schaefer hatte letztlich unmissverständlich klargemacht, dass eine Antwort, ob er denn nun bleibt oder nicht, erst nach dem (hoffentlichen) Klassenerhalt fallen und/oder kommuniziert wird. Dennoch wird er jede Woche aufs Neue drangsaliert. Klar, das ist Teil des Geschäfts, das ist Teil des Gehalts, dass man ja auch zu Teilen als Schmerzensgeld auffassen kann. Vielleicht ist er dafür einfach nicht gemacht, kann ja sein. Dass die Journallie aber so wenig vom “echten” Frank Schaefer hatte, muss dem EXPRESS schwer gestunken haben. Bei Daum hatte man jeden Tag was zu schreiben, bei Stevens war wenigstens noch die Frau krank, Soldo war so introvertiert, dass man sich selbst was ausdenken konnte, der hat sich ja nicht gewehrt. Dann kommt Schaefer und alles was wir wissen ist, dass er die U23 trainiert hat. Sogar sein Bibelkreis ist ja lange, lange Zeit kein Thema gewesen. Es scheint als hätten sich die Herren Gassmann und Wagner die Zähne ausgebissen. Das kann natürlich nicht sein, dass ein Trainer des FC -in Köln sicher die wichtigste Person des aktuellen Zeitgeschehens- kein Interesse an einer Homestory hat und die Mechanismen der Branche weitesgehend ablehnt. Zum Glück gibt es ja noch den Vorstand, der redet. Und redet. Und redet. Und nichts sagt. Overath ließ sich erst in den letzten Wochen dazu herab klarzustellen, dass man mit Schaefer verlängern würde, wenn der denn wolle. Ob das Kind nicht da schon in den Brunnen gefallen war?
Finke teilte letzte Woche in der EXPRESS mit, dass “die Religion” die Crux sei. Das kann man auch diplomatischer ausdrücken. Zudem kommen vermehrt Berichte, dass Finke sich in die Trainerarbeit (Analyse, Taktik) einmische und sowieso eher herrisch also teamorientiert handeln soll. Dass die Mannschaft das merkt und sich denkt: Hmm, der Trainer ist sowieso nicht Herr im Haus, warum soll ich da jetzt groß was drauf geben, wenn der mir was sagt, kann man sogar verstehen. Wenn mein Chef mir ‘ne Aufgabe gibt und sein Chef ihm -vor versammelter Mannschaft- sagt, dass sei Blödsinn, dann denk ich mir auch meinen Teil.
Verdammt, ich hatte unglaublich große Sympathien für Schaefer als Cheftrainer vom FC. Jetzt müssen wir uns wieder mit den üblichen Verdächtigen rumschlagen. Ganz vorne auf der DuMont-Liste steht Michael Skibbe. Überraschenderweise noch vor Spongebob Schwammkopf. Jetzt haben sie auf jeden Fall täglich was zu schreiben, denn die ganzen Gerüchte verbreiten sich ja nicht von selbst.
Mourinho ist wohl vertraglich noch an Real gebunden, van Gaal wird sich nicht so gut mit Finke verstehen und Arsene Wenger hat schon klargemacht dass er nur über einen Wechsel nach Köln nachdenkt, wenn Fabrice Ehret verlängert. Der Franzosen-DJ zögert aber noch. Tja, lassen wir uns mal überraschen. Was macht eigentlich Lothar Matthäus?
Nach sieben Siegen in Müngersdorf verliert der FC erstmals seit dem Heimdesaster gegen Gladbach wieder ein Spiel im heimischen Stadion. 1 zu 3 gegen den VfB Stuttgart. Es musste ja irgendwann passieren, der Zeitpunkt ist aber eher suboptimal. Mit einem Sieg wäre man wohlmöglich allen Abstiegssorgen ledig, doch schwache zehn Minuten und ein unterirdischer Sippel machten dieses Vorhaben unmöglich.
Ich werde hier nicht auf die Schaefer-Situation eingehen, das muss ich erstmal sacken lassen, doch ein Beitrag mit dem Arbeitstitel “Sikkbe raus” ist natürlich schon in Arbeit, keine Frage. Zuerst müssen wir aber nochmal einen Blick zurück werfen, denn mit S01E08 ist Schluss mit der ersten -äußerst erfolgreichen- Heimsaison unter Frank Schaefer. Der Cliffhänger könnte nicht größer sein.
Der FC präsentierte sich nicht wie erhofft mit dem Heimspiel-Gesicht der letzten Monate, sondern reagierte mehr, als dass er selbst agierte. Erschwerend kommt die Verletzung von Peszko dazu, denn mit Jajalo und Matuschyk waren zwei Alternativen Gelb-gesperrt. Der eingewechselte Clemens war zwar eifrig, konnte aber keine wirklichen Impulse für das Spiel nach Vorne geben.
Um den Bereich der “Sechs” waren (wieder) zwei Totalausfälle zu beklagen: Petit und Lanig mit völliger Verweigerung am Spiel teilzunehmen. Bei Lanig kommt noch der Nicht-Einsatz dazu. Ich sagte da bereits meine two cents, doch auch Petit muss sich fragen lassen ob einen Zweikampf-Bilanz von 0:7 seinem Anspruch und Gehalt genügen.
Adil Chihi kehrte in die Startelf zurück und hinterließ keinen guten Eindruck. Sein Katastrophen-Pass vor dem 0:1 war die Krönung einer sehr limitierten Leistung. Kein Druck über Außen, viele verlorene Zweikämpfe und kaum Pässe auf Podolski und/oder Novacovic. Die hatten auch nicht ihren besten Tag. Poldi holte sich eine lachhafte gelbe Karte ab und ist damit am Sonntag gegen Wolfsburg gesperrt, Nova zeigte immerhin seinen Stürmer-Instinkt aber er tauchte über 90 Minuten auch eher ab als auf.
Das Spiel wurde aber alleine in der Abwehr verloren, denn beim 0:1 wird Träsch freundlich von Mohammad in Schussposition begleitet, der nicht mal im Ansatz versuchte den Schuss zu verhindern. Anderhalb Minuten später läuft halb Köln rum als suchten sie ihren Kopf: Auf links wird Brecko ausgespielt, nein ausgelacht, der Heber in die Mitte läßt Rensing (der ansonsten wieder bester Kölner war) schlecht aussehen, da hätte er rauskommen können, Geromel ist baff überrascht dass da noch ein Stuttgarter in seinem Rücken heranrauscht und der für den Torschützen zuständige Chihi kommt in den Fünf-Meter-Raum gehechelt als hätte er gerade 100 m gegen Usain Bolt verloren. Das sah eher…nun ja…unwürdig aus.
Das 0:3 ist dann natürlich an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, denn für einen satten Schuss aus einem halben Meter Entfernung der Geromel an den Arm geschossen wird, kannst Du keinen Elfmeter pfeifen. Sippel tat es dennoch und damit war der Drops gelutscht. Das Spiel wurde mit diesem letzten Tor entschieden und, obwohl ich nicht weiß ob der FC bei 1:2 anders reagiert hätte, ich also den Stuttgarter Sieg nicht von diesem einen Tor abhängig mache, müssen wir das Schiedsrichter-Fass aufmachen:
Was FIFA(!)-Schiri Sippel am Samstag gepfiffen hat, war hanebüchen. In der zweiten Halbzeit wurde praktisch jede Kölner Aktion mit einer gelben Karte bestraft. Es kam mir so vor, dass er unbedingt demonstrieren wollte, dass er sich durch diesen Elfmeter-Pfiff nicht vom Publikum unter Druck setzten lässt. Nehmen wir nur mal exemplarisch die gelbe gegen Podolski. Selbst wenn er geschimpft hat und eine abwertende Handbewegung Richtung Sippel fallen ließ, muss ich mich doch an dem Maß des Spiel messen. Wenn er Podolski für diese Aktion die Karte gibt, dann muss Cacau nach fünfundzwanzig Minuten mit gelb-gelb-gelb-rot-gelb dreimal vom Platz gestellt werden. Mit diesen Entscheidungen brachte er nicht nur das Publikum sondern auch die Kölner Bank gegen sich auf, machte das Spiel immer hektischer und setzte sich selbst unter Druck. Ganz, ganz schlechte Leistung. Leider ist er ja damit nicht alleine. Wenn wir uns mal ansehen, wer in der Bundesliag die Entscheidungen trifft, dann müssen wir konstatieren, dass das Niveau nicht mit dem Spiel mithält.
Deniz Aytekin macht gegen Gladbach zwei derart grobe Fehler, dass die Borussia wohlmöglich deswegen absteigt. Babak Rafati läuft in deutschen Stadien regelmäßig Amok so neben der Spur, dass man ihn eigentlich längst aus dem Verkehr hätte ziehen müssen. Brych! Dr. Felix Brych ist so ein Korinthenkacker, der mit seinen Entscheidungen ein Spiel komplett kaputt pfeift. Ach, die Liste könnte weiter gehen aber ich sehe dringensten Handlungsbedarf bei der heimischen Schiedsrichter-Ausbildung, denn, auch das ist klar, nicht alles sind die Schiris selber schuld. Das enge Korsett, in das die Entscheidungsträger vom der DFL/vom DFB gezwängt werden, unterscheidet sich schon seit langem vom internationalen Standart. In Deutschland wird ja so ziemlich alles abgepfiffen. In dieser Umgebung gedeihen dann so Menschen wie der Marin oder der Reus, die genau wissen, dass zu ihren Gunsten gepfiffen wird. Spielen die selben Spieler dann international verhalten sie sich genauso und werden ausgelacht. Das Resultat können wir jedes Jahr im Europapokal bestaunen. Auf Länderspiel-Ebene wird es auch so kommen. Da kann der Jogi froh sein über jeden Spieler, der den Weg ins Ausland findet und mal richtigen Fußball spielen darf.
Die gestrige Niederlage will ich gar nicht daran festmachen. Es ist eher ein generelles Problem.
So, FC, was machen wir mit Dir? Zwar verliert unten alles munter weiter und Wolfsburg ist zu doof gegen Pauli zu gewinnen aber, reicht es wirklich um am Ende 14. zu werden? Mit nunmehr sechs Punkten auf den 17. und 16. Tabellenplatz und neun nach ganz unten, sieht es ja immer noch nicht schlecht aus. Nächste Woche geht es aber nach Wolfsburg und dann können aus den sechs schon nur noch drei Punkte werden, von unserem unterirdisch schlechten Torverhältniss mal ganz abgesehen. Dann Leverkusen, wo man eine Niederlage einkalkulieren muss, in Frankfurt, die auch noch lange nicht gerettet sind um am letzten Spieltag gegen Schalke. Das Restprogramm könnte einfacher sein. Doch, wollen wir den Teufel mal nicht an die Wand malen, noch ist nichts verloren! Come on FC!
Angefixt durch TWIB wollte ich mir nochmal das letzte Perfect Game (an das ich mich erinnere) anschauen:
Mark Buehrle im Juli ’09 in Chicago für die WhiteSox gegen Tampa. So ein PG kommt nicht allzu oft vor. Vor Buehrle war es 2004 zum letzten Mal soweit. Also ein ziemlich großes Ding.
Naja, was macht man? Youtube, oder? Guess what happend next:
Ich kann es nicht verstehen. Ich will es nicht begreifen. Sollen sie doch froh sein, dass sich da jemand die Mühe gemacht hat und wenigstens ein Lied IHRES KÜNSTLERS in das Video gemischt hat und nicht ein Konkurrenzprodukt. Kostenlose Werbung! Wie kann ich so doof und ignorant und idiotisch und beschissen sein?
Jetzt werden also schon nicht nur die offiziellen Clips gesperrt, sondern auch noch Sportvideos?
Ihr habt sie doch nicht alle!
Dass sich google (“Do no fucking evil” – my ass) so vor den Karren spannen lässt ist nicht zu begreifen.
Wäre ich verantwortlich, würde ich alle Content-Fuckern sofort für alle ihre Künstler bannen, keine eigenen Kanäle mehr zulassen und ihnen die Premium-links entziehen, denn, youtube: Weißt Du was? Dann gehen die Leute halt weg von euch. De Kliks ar joing daun!
Dann guckt man mal in die Bing-Video-Suche, oder schaut mal bei vimeo vorbei oder auf den unzähligen japanischen oder russischen Seiten. Wenn ich den Song hören will, dann höre ich ihn und wenn ich das Video dazu sehen will, dann seh ich das Video, ihr Spinner.
Wenn dann noch -wie hier der Fall- die Musik überhaupt nicht gesucht wurde und ihr sperrt mich trotzdem aus, weil ich nicht in einem freien Land lebe, was erwartet ihr dann? Genau. Ich bin dann mal weg.
Es läuft gerade die 68. Spielminute, es steht 5:1 gegen den effzeh und meine Leidensfähigkeit ist erschöpft. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so wenig Lust auf Fußball hatte. Muss irgendwann unter Soldo gewesen sein. Sogar das Hinspiel noch zu toppen ist ja fast schon lächerlich.
Die erste Halbzeit des FC war nichts anderes als eine Frechheit. Ich bin nicht sicher ob Frank Schaefer sich einen Gefallen damit getan hat, seine Mannschaft so defensiv einzustellen, wie sie aufgetreten ist. Man kann zwar immer das Argument in den Raum werfen, dass, immer wenn wir offensiv aufgetreten sind, auf den Sack bekommen haben aber…und jetzt kommt das große aber: Nach zehn Minuten sehe ich doch, dass das Ding wieder komplett gegen die Wand fährt. Kein Ball kommt an, kein Pass wird gespielt, man versucht nicht mal einen Spielaufbau. Die einzigen Szenen in der gegnerischen Hälfte resultieren aus langen Befreiungsschlägen von Geromel. Ganz ehrlich: Nachdem Lanig zum dritten Mal, völlig ohne Not, über drei Meter einen Pass nicht an den Mitspieler bringt, hätte ich ausgewechselt. Geht der mir auf den Keks, der Mann.
Eichner spielte heute auch wieder völlig jenseits von Gut und Böse. Das 1:0 für die Borussia fällt, weil er beim Eckstoss ca. hundertsieben Meter zu weit von seinem Mann steht, Hanke (ja, genau, der Hanke!) lockerleicht den Kopfball verlängern kann, während Mohammad damit beschäftigt ist sich den Sack zu richten und den völlig ungedeckten Arrango schiessen lässt. Damit war das Ding schon gegessen, den auswärts ist der FC nicht in der Lage irgendein Momentum zu entwickeln.
Das zweite Tor fällt wieder über die Mohammad/Eichner-Seite, als Reus in den leeren Raum geschickt wird und ins lange Eck verwandelt.
Mohammads Hattrick wird dann wieder von Reus unterstützt, der den Platz nutzt, der ihm gegeben ist und mit einem schönen Heber über Rensing abschliesst. Gut, den Ball trifft er auch nicht immer so aber es war ja fast wie im Training. Kein Einsatz, keine Deckung, keine Laufbereitschaft.
In der zweiten Hälfte kommt der FC etwas motivierter aus der Kabine, schafft den Anschluss und macht sich dann doch wieder selbst alles kaputt weil Eichner sich von Reus iritieren läßt und den Ball im Strafraum mit der Hand versucht rauszubaggern. Klarer Elfer, keine Frage.
Der nächste Treffer war eine kongeniale Co-Produktion von Lanig und Mohammad, die beide keinen Bock auf Zweikampf und/oder Ballbesitz haben und den Gladbacher Spieler (dessen Namen zu suchen ich jetzt zu faul bin) erneut völlig unbedrängt einschiessen lassen. Lächerlich!
Die Mannschaft hat heute wieder ihre hässliche Fratze gezeigt. Kein Einsatz, kein Selbstvertrauen, eine desolate Abwehr, ein komplett überfordertes Mittelfeld und unmotivierte, weil nicht am Spiel beteiligte Außen. Dazu ein Novacovic, dem jede Aktion zurück gepfiffen wird, weil er immer die Arme draussen hat. Da hat man nix zu lachen. Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte!
Gibt es weitere Dinge über den Auftritt der Mannschaft zu sagen? Nö, oder? Belassen wir das dem EXPRESS, der morgen wieder Sondernoten erfinden kann. Einzig für Frank Schaefer tut mir diese Niederlage in der Seele weh. Unser Trainer versucht alle zwei Wochen in die Köpfe der Mannschaft zu kommen, probiert alles, aber es geht nichts. Hat es wirklich nur mit dem Kopf zu tun oder sind in der Mannschaft doch noch zuviel nicht-bundesliga-taugliche Leute, Altlasten, die sich in Müngersdorf mitreissen lassen aber auswärts den Arsch nicht hochkriegen? Ich weiss es nicht. Ich wünsche unserem Trainer, dass er Spaß an seinem Job hat und auch in der nächsten Saison an der Linie steht, seine Vision vom Fußball weiterentwickeln kann und den Kader so verstärken kann, dass er auch auswärts bestehen kann, denn…
…diese Auswärtsschwäche ist mehr als bedenklich. Hier muss dringend ein Erfolgserlebnis her. Man kann nicht jedes Jahr davon ausgehen, dass der FC zehn oder mehr Heimsiege einfährt. und wenn wir mal ganz kurz auf die Statistik gucken sind 14 zu 37 Tore, bei einem Sieg nicht bundesligatauglich. Dazu dann noch die Schmach, dass wir in dieser Spielzeit unfassbare 1:9 Tore gegen Gladbach kassiert haben. Eigentlich mag ich ja diese Derby-Tage aber gerade wünsche ich mir, dass wir nächstes Jahr mal aussetzten.
Wie auch immer. Da die weiteren Abstiegskandidaten auch Federn gelassen haben ist im Tabellenbild nicht viel passiert. Wenn alles normal läuft, dürften 38 Punkte reichen, um die Klasse zu halten, denn unten spielen sie noch einige Male gegeneinander und wenn Wolfsburg am letzten Spieltag da noch unten drin ist, wird Schalke uns schon gewinnen lassen, nehm ich an. Verlassen sollte sich der FC dennoch nicht darauf und besser noch vier Punkte einsammeln.
Nächste Woche gegen den VfB Stuttgart hat die Mannschaft wieder die Möglichkeit ihr zweites Gesicht zu zeigen. In einem Heimspiel. Ohne Matuschyk (idiotische gelbe Karte) und Jajalo wird wohl wieder kein Weg an Lanig vorbei gehen. Ich freu mich drauf…
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