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 Von lostinnippes,  am 04.04.11 Es zerreißt mich. Nach Mintals Schuß in der 88. Minute, will ich nur noch, dass der Schiri abpfeift. Wenigstens den einen Punkt sichern, wenigstens wieder vor Werder in der Tabelle, am Ende zählt jeder Punkt. Mach Schluss! Wenigstens noch ein Freistoß für uns und nicht für den Gast. Ich fange an mich zu entspannen, denn es sind nur noch zehn Sekunden auf der Uhr und der Ball ist bei Podolski der mit dem Rücken zum Tor am gegnerischen Strafraum steht. Da passiert nix mehr. Noch ein Paß zu Peszko, was hat der denn vor? Zieht nach Innen….mein Nachbar schreit schon wieder, ich verstehe nichts bis auf “Aaargh”, tick, tick, tick, 1:57 in der Nachspielzeit, 1:58…ein letzter Paß in die Mitte, vorbei an sechs weißen Stutzen…1:59…die Zeit wird langsamer, Nova steht völlig frei vor dem Tor, jetzt seh’ ich’s auch…OH MEIN GOTT!
Wir müssen uns ja gar nicht darüber unterhalten, dass das Spiel an sich nichts für die Augen war. Über 90 Minuten war es ein reines Kampfspiel oder wie Trainer Schaefer es im Nachgang nannte: Ein “Abnutzungskampf”. Viele, verbissen geführte Zweikämpfe, wenige Höhepunkte und so gut wie kein flüssiges Spiel machten es den Zuschauern nicht leicht ihre gewohnte Feiertagslaune aufrecht zu halten.
Am Ende ist das natürlich völlig egal aber zwischdurch war es schon zäh. Der K(r)ampf kumulierte in einer ziemlich stupiden Aktion von Mohammad, der den Nürnberger Kapitän Wolf ohne große Not zu Fall brachte und sich dann zu einem “Befreiungstritt” hinreißen ließ. Die Aufregung war groß, Wolf hielt sich das kilometerweit entfernte Schienbein und der Rest war Rudelbildung. Zwei gelbe Karten später muss der FC-Fan von einer glücklichen Entscheidung sprechen, denn Mohammed hätte sich über Rot gar nicht so sehr beschweren müssen. Jedoch, auch die Nürnberger profitierten von der etwas kleinlichen aber gleichzeitig auch großzügigen Linie der Unparteiischen. Cohen hätte schon in der ersten Halbzeit mit gelb-rot vom Platz gehört und auch Ekici leistete sich ein, zwei fiese Tritte. An Aufregung war es das aber schon fast.
Dass der FC am Ende vielleicht doch den klitzekleinen Deut mehr Willen zum Sieg hatte, zeigte sich in den letzten zehn Minuten als Peszko und Novakovic an Schäfer scheiterten und insgesamt etwas mehr Laufbereitschaft zu erkennen war als in den 80 Minuten davor. Der Rest ist bekannt.
In einem Kölner Kader, der wieder auf die Dienste von Pedro Geromel zurückgreifen konnte, mochte sich niemand so Recht in den Vordergrund spielen. Viele Stockfehler, nur bedingt kreative Angriffe (hoch, weit, Novacovic) und eine gewissen Grundnervosität spielten den Nürnberger in die Karten, die selbst auch kein Feuerwerk abbrannten, sondern recht geschickt die Räume eng machten und das Spiel eher zerlegten, als aktiv einen schönen Fußball-Nachmittag zu gestalten.
Doch, nochmal: Mir doch egal! Drei Punkte auf’m Konto, 35 insgesamt, ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt aber noch nicht der alles-entscheidende Letzte. Nächste Woche hat der FC die Möglichkeit im Borussia-Park in Mönchengladbach ihre Anhängerschaft von der Kette zu lassen. Gelingt der Sieg gegen den Erzrivalen, dürfte die Saison 2011/12 im Oberhaus gesichert sein und zusätzlich noch das “Schmankerl” dass der Sieg über die Fohlen wohl auch deren Abstieg besiegeln würde. Ich persönlich freu mich ja immer über Derbys, von mir aus könnten die Gladbacher ruhig in der Liga bleiben, denn mal ehrlich: Wen interessiert denn Wolfsburg? Wär ja schlimm, wenn auf einmal nur noch die Leverkusener ein “Derby” hätten.
Ich bemüh mich die Tage mal ob ich ein Statement eines Gladbachers erhalte…
 Von lostinnippes,  am 23.03.11  (c) Bioware / EA
Hm. Schwierig die richtigen Worte zu finden. Nachdem ich DA Origins geliebt habe, jede einzelne Herkunftsgeschichte durchgespielt habe, meine Party so im Griff hatte, dass ich eigentlich gar nicht mehr eingreifen musste, mit alle Add-Ons und was-weiß-ich-noch-alles fertig war, konnte der 10 März gar nicht schnell genug kommen, denn da versprach Bioware die Fortsetzung des Epos. Musste ich haben.
Vorab wurde viel über die veröffentlichten Trailer und bestätigten Entscheidungen der kanadischen Entwickler diskutiert. Allerorten waren die Fans der Meinung, dass die Neuerungen dem Spiel nicht gut tun werden, dass die Gefahr der “Verwässerung” besteht und die RPG-Hardcores eigentlich nur die Chance haben würden auf “The Witcher II” zu warten. Eine mäßig kluge Entscheidung traf man mit der Veröffentlichung der schaurigen Demo, die alle Befürchtungen sogar noch toppte. Entsetzen in den Nerd-Höhlen und Trolle am Keyboard waren die Folge. Ich habe mich mit Infos über den Nachfolger nur spärlich versorgt, denn erstens bin ich kein wirklicher “Gamer” und zweitens weiß ich mittlerweile wohin Erwartungen und Hoffnungen und Paranoia führen können. Fragt mich mal nach der Matrix…
Okay, kommen wir zurück nach Ferelden (der Heimat unseres Helden und der Schauplatz der Geschehnisse in “DA Origins”). Hawke, so heißt der entweder männliche oder weibliche Held, ist ein Flüchtling. Nachdem das Dorf Lothering von der “dunklen Brut” (vergl. Orks vom LotR) überrannt wurde, ist er mit seiner Familie auf der Flucht. Nach kurzem Überlegen wohin denn nun die Reise führen soll, hat die Mama die beste Idee: Lasst uns mal nach Kirkwall wandern, da haben wir noch Familie. Gesagt, getan. Man hilft ‘ner Templerin, schlitzt ein paar Hurlocks und Genlocks auf, trifft auf ‘nen Drachen (für Norbert: Das Spiel heißt Dragon Age! Geht sich um Drachen! Weißte Bescheid…), der eigentlich gar kein Drache ist und gelangt nach Kirkwall. Soweit waren wir nach der Demo schon.
Nun muss unser Held feststellen, dass das alles nicht so super einfach ist mit fereldischen Flüchtlingen in der großen fremden Stadt. Die Familie Hawke ist nämlich nicht die Erste, die den Geistesblitz hatte umzusiedeln als die Kacke zu sehr anfing zu dampfen. So sind die Bewohner der Stadt auch eher wie italienische Grenzer, wenn es um Flüchtlingsboote aus Afrika geht: Erstmal draußen sammeln.
Um in die Stadt zu gelangen muss der Held nun Frohndienst leisten. Na gut. Wenigstens ist Bioware so gnädig uns dieses erste Jahr nur anzudeuten. Machen muss man nix. Irgendwann ist die Sequenz zu Ende, man wird in die Freiheit in der Stadt entlassen und das “echte” Spiel kann beginnen. Bis man dann wirklich “Champion von Kirkwall” wird, vergeht aber noch ein bißchen Zeit.
Dann kommen wir mal ans Eingemachte:
Was als Erstes auffällt, ist die Erzählweise. In Rückblicken erzählt der Zwerg Varric einer Templerin die Geschichte des Champions. Mal bleibt er nah an der Wahrheit aber es kann auch sein, dass der Zwerg Blödsinn erzählt und man nach einem Kampf erfahren muss, dass dieser so nie stattgefunden hat und man sich die Mühe des Siegs völlig umsonst gemacht hat. Das ist auf der einen Seite interessant, auf der anderen Seite kann es aber auch zu Frust führen.
So begeleiten wir Hawke also durch seine Jahre in Kirkwall. Schnell findet sich die Party zusammen: Eine Blutmagier-Elfe, einen Magier-hassenden Elfen, der erwähnte Zwerg, Anders – der Magier aus Awakening, eine Piratin, die im Prolog gerettete Templerin und schließlich noch die Schwester des Helden. Es gibt noch einen bogenschießenden Prinzen aber dafür braucht man ein DLC und wird deshalb erstmal nicht erwähnt. Die Charaktere sind so ziemlich 08/15. Varric ist ganz nett und Fenris, der lyriumverseuchte Elf auch aber der Rest ist ziemlich austauschbar. Es baut sich auch nicht wirklich ein Gruppengefühl auf, denn anderes als im Original muss man -um mit den einzelnen Leuten zu sprechen- in deren Behausungen einkehren. Man hat kein Lager wo alle Mann an einem Platz anzutreffen sind. Ganz schön doof.
Gut, haben wir die Party abgefrühstückt. Kommen wir zum Setting. Die gesamte Geschichte findet in und um Kirwall statt. Der Held ist heimatverbunden und geht nicht auf Reisen. Konnte man im ersten Teil noch durch ganz Ferelden wandern, Dörfer entdecken, Wälder und “tiefe Wege” erforschen, reduziert sich hier alles auf drei Höhlen und ein paar Straßen. Das ist für den Anspruch eines “Dragon Age” einfach viel, viel zu wenig.
Wirklich ärgerlich wird es, wenn man feststellt, dass sich Bioware noch nicht mal die Mühe gemacht hat die verschiedenen Innen-Areale anderes zu gestalten. Ein Haus gleicht dem anderen, die eine Höhle ist genauso aufgebaut wie die nächste. Treppen, Stege, Durchgänge: Alles gleich. Einmal designed, sieben verschiedene Texturen drüber, fertiges Spiel. Junge, Junge, das ist fast schon frech. Wenn sogar den programmierten Protagonisten langweilig wird, sollte das zu denken geben oder wie sonst soll ich Hawkes Einwurf bei einer Quest verstehen: “Gut, gehen wir in das Anwesen. Wieder mal.”…Es wird wirklich irgendwann öde.
 Kurz vor dem Ziel: Der Held und sein Zwerg im Hafen.
Damit sollten wir kurz zur Technik kommen: Die Grafik ist nicht überragend aber geht schon noch. Man kann sich ein HQ-Texture-Set runterladen, wenn man die Hardware dazu hat (achja: ich rede hier rein über PC. Keine Konsole im Haus). Ist schon okay auch wenn genug Fehler dabei sind aber, hey, eine Augenorgie war Origins auch nicht und dennoch hat es monstermäßig Spaß gemacht. Damit kann ich leben. Ganz stark sind die Zwischensequenzen, denn die Gesichtszüge wurden merklich verfeinert. Die Gespräche sind ebenfalls gut gelungen und sogar die Synchro wirkt professionell und stark. Technisch kann man den Jungs also keinen großen Vorwurf machen, wenn die Faulheit nicht so eklatant herausstechen würde.
Die Storyline ist interessant und vielschichtig auch wenn sie mit dem Vorgänger eingentlich nichts zu tun hat. Es geht weder um die Gefahr einer “Verderbnis” durch die dunkle Brut noch um einen Erzdämon. Hier werden “weltliche” Themen angesprochen. Der Konflikt zwischen Templern und Magiern steht im Mittelpunkt der Geschichte. Umso ärgerlicher, dass Bioware das Ende des regulären Spiels so verpatzt hat, dass es eigentlich nur mit einem Add-on oder einem DLC zu retten ist. Oder waren das etwa die Taktikfüchse von EA, deren Eiterpestbeulen eigentlich mittlerweile das ganze San Mateo County zu einer kontaminierten Zone machen müssten, die auf die Dummheit des Publikums setzten? Mir reicht dieser Scheiß langsam. Wenn ich ein Spiel kaufe(!), dann möchte ich auch das ganze Spiel sofort und an einem Stück haben und nicht häppchenweise neue Inhalte bezahlen müssen. Soll sich keiner beschweren, dass die Umsätze flöten gehen. Genauso bescheuert ist das unsägliche “kannst-nur-spielen-wenn-du-online-bist”-Aktivierungs-System. Kein Wunder, dass EA die Brühe um die Ohren fliegt, weil die Server reihenweise in die Knie gehen. Ich halte diese Art von Verkaufsstrategie für grundfalsch und hoffe dass die Domestizierung der Menschen durch solche Halunke noch nicht zu weit vorangeschritten ist. Doch, da können wir Bücher drüber schreiben und mir fehlt jetzt die Lust mich weiter aufzuregen. Machen wir noch einen Abstecher zu den Quests und den Kämpfen:
Wie üblich sind nem der Hauptstory noch eine Menge Nebenquests zu erledigen. Vom einfachen Auffinden von Gegenständen, bis zur Geiselbefreiung, vom Magier-töten, bis Magier-berfreien, ist viel dabei. Leider ist das schwache Setting auch hier ein erheblicher Freudenstop, denn machten mir die Erfahrungslevel 5-13 noch ziemlich viel Spaß, wird es spätestens dann reichlich lahm. Immer wieder in die Gießerei, immer wieder an die Küste, immer wieder will irgendjemand irgendwas mit mir im “gehängten Mann” besprechen. Man hat nur drei Gebiete: Kirwall Tag, Kirkwall Nacht und Kirkwall Umgebung. Den Vogel schiessen dann solche Missionen ab wie: Triff Elf XY am Tag im Gesindeviertel, sprich mit Elf, Elf sagt dir du sollst nachts wiederkommen. WAS SOLL DAS? Jetzt mal ernsthaft: Da brauch ich doch ‘nen Schnaps! Nervtötend.
Zudem sind die Kämpfe mit einem sehr dummen Trick versehen: Immer wieder tauchen aus dem Nichts neue Gegner auf. Da hat man gerade seine Armbrust und seinen Magier safe gesetzt, da fliehen auf einmal die Healthpoints wie Kakerlaken wenn das Licht angeht, weil ein doofer Gegener im Rücken der Gruppe erscheint und die ganze Taktik für’n Arsch ist. Das ist nichts anderes als künstliches Hochsetzten des Schwierigkeitsgrades. Zudem ist die Zuordnung der Erfahrungspunkt mehr als Zweifelhaft. Da besiegt man im null komma nichts eine Gruppe Seeräuber und erhält dafür 800 Punkte aber ein hoher Drache, der mir fünf mal mehr Mühe gemacht hat gibt nur 530? Keine Ahnung aber ausgewogen sieht das für mich nicht aus.
Zudem wurde die Taktik-Kamera gestrichen (was ich verstehen kann, denn richtig taktisch kann man ja eh nicht mehr vorgehen). Ich kann immer noch pausieren und meiner Party den nächsten Schritt vorgeben aber es ist schom mehr ein Hack’n’Slay als ein RPG.
Die gewonnen Punkte kann man wieder in Attribute (Stärke, Mana, Gesundheit usw) und Fähigkeiten (neue Kampftechniken, Verbesserungen) investieren. Hierbei ist mir auch einiges ein Rätsel. Ein Beispiel: Man erhält pro Level-Aufstieg 3 Punkte. Um einen Schurken so auszustatten, dass er eine “Meister”-Truhe knacken kann, braucht er 40 Punkte, bei einem Startwert von 14. Bei Spielende ist man auf Level 19, vielleicht -mit Glück- auf 20, d.h. wir haben also maximal 60 Punkte zu vergeben. Sind also schon mal 26 Punkte weg, weil wozu hab ich ‘nen Schurken, wenn der keine Schlösser knacken kann? Um aber bestimmte Gegenstände zu benutzen (Waffen und Rüstungen) braucht mein Schurke auch eine gewisse Intelligenz. Genau genommen 41 für den Dolch, denn ich bei einem Golem gefunden habe. Hmm. Nochmal 27 Punkte weg. Heißt, mir bleiben genau 4, wenn ich Schwein habe 7, Punkte für Gesundheit, Ausdauer und Stärke. Das war mit den einzelnen Fähigkeiten bei Origins viel, viel besser gelöst. Es gibt zwar auch hier Gegenstände, die gewisse Boni beinhalten aber so Sachen wie “+8 Geschicklichkeit” suche ich vergebens. Auch doof.
Ein weiterer Riesennachteil ist, dass man seine Party nicht selbst ausstatten kann. Die Burschen tragen einfach ihre eigenen Klamotten. Zwar erhalten auch die Gefährten irgendwann bessere Rüstungen aber das ist ein Auto-Upgrade und bezieht sich nur auf die Rüstung als solche. Ich kann keine Helme, Handschuhe oder Stiefel austauschen, man findet nur ab und an Upgrades, das ist alles. So kann man 90% der im Spiel erbeuteten Gegenstände in die Tonne kloppen oder verkaufen. Ich kann zwar Waffen und Ringe tauschen aber das ist dann auch alles. Das ist mehr als unbefriedigend und nimmt mir viel Motivation.
Alles in allem ist DA2 natürlich kein schlechtes Spiel, dafür ist die Story zu gut. Trotzdem ist es eine Enttäuschung, denn mit dem Vorgänger kann man nie mithalten. Ich werde es wohl irgendwann nochmal als Magier (mit einem anderen Startszenario) spielen aber das wird es dann auch gewesen sein. Hoffentlich nehemen sich Bioware und EA der Kritik der Fangemeinde an und lassen sich etwas Zeit die Franchise wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
    
 Von lostinnippes,  am 21.03.11 Der DFB mal wieder:
Da steht Michael Ballack nach einem Sieg der Pillen im Block, schnappt sich das Megaphon, der Capo sagt ihm vor und dann…oh Wunder…kommt halt auch mal ein “Scheiß FC Köln” dabei raus. Um Himmels Willen!
Und der DFB hat nichts anderes zu tun als zu “ermitteln“:
Wir haben diese Szene nach dem Spiel registriert und ein Verfahren eingeleitet. Jetzt hat der Beschuldigte die Möglichkeit, sich zu der Angelegenheit zu äußern. Danach nimmt das seinen Gang. (“Chefankläger” Anton Nachreiner)
Mann, Mann, Mann. Wir sind beim Fußball. Immernoch. Es sind halt ganz normale Emotionen und wenn die Leverkusener denken, dass sie den FC “Scheiße” finden, bitteschön. Mir doch egal.
Warum muss alles immer direkt mit “Anklage”, “Verfahren”, “Geldstrafe”, “Sperre” reglementiert sein? Lasst doch mal die Kirche im Dorf, lasst sie schreien was sie wollen, im Gegenzug wird es beim Rückspiel in Köln sicher auch verbale Attacken geben, ist doch normal.
Um die ganze Lächerlichkeit dieses Vorgangs zu dokumentieren, hier das Video:
Äh: Noch ‘ne Frage: Warum eigentlich der DFB? Ist da nicht die DFL für zuständig?
 Von lostinnippes,  am 20.03.11 Nach dem teilweise berauschenden Sieg gegen den kleinen HSV aus Hannover, nimmt der Hamburger Sportverein den Effzeh nach allen Regeln der Kunst auseinander. Köln kann seine Auswärtsschwäche nicht ablegen, tritt ohne Mumm und Innenverteidigung an und verliert völlig zu Recht mit 2:6. Ein Desaster dass auch dem Letzten gezeigt hat, dass der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist und der Blick weiter nach unten gehen sollte und wir den Blick nach Europa noch um mindestens ein Jahr verschieben müssen…obwohl…sind doch noch 21 Punkte…
Bevor sich hier jemand aufregt: Natürlich habe ich nicht nach oben gerechnet, das ist mehr so ein Witz unter Freunden. So realitätsfern bin ich dann doch noch nicht.
Gestern hat es in allen Mannschaftsteilen am Nötigsten gefehlt. Die Abwehr war als solche nicht zu erkennen, Kevin Pezzoni zeigt wieder mal sein Potential ein Spiel alleine zu entscheiden, Mohammad und Eichner war aber fairerweise auch schwach. Brecko…ach Brecko…
Im Mittelfeld zeigte Peszko seine schwächste Leistung seit er in Köln ist, Petit und Lanig ebenso unterirdisch, Jajalo bester Kölner. Podolski und Nova waren ebenfalls nicht zu sehen auch wenn das Tor des Prinzen wieder großes Kino war. Eine insgesamt enttäuschende und nicht rational zu erklärende Leistungsverweigerung.
Gut, so ein Spiel kann passieren. Es passte diesmal nichts zusammen. Mund abwischen, weitermachen. Nur eine Anmerkung: Ich will nicht wieder der Böse sein aber es muss gesagt werden: Kevin Pezzoni hat in einer Bundesliga-Mannschaft nichts aber auch gar nichts verloren. Er bewegt sich auf einer Stufe mit Marvin Matip. Es tut mir sogar ein wenig leid, denn so furchtbar unsympathisch finde ich den Jungen gar nicht aber man merkt ihm praktisch in jedem Spiel an, dass er ein Gefahrenherd ist. Wenn dann noch die anderen Spieler schlimme Fehlpässe spielen und ihn unvorbereitet erwischen, sieht man, dass es weder im Kopf noch in den Beinen hundertprozentig stimmt. Er ist mit Beiden zu langsam. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf durch den Trainer. Ich gehe davon aus, dass -wenn Geromel wieder spielt- sich das Thema sowieso erledigt hat aber Pezzoni bekommt dennoch viel zu viel Einsatzzeit und ist praktisch immer an den Gegentoren beteiligt. Da kann er 80 Minuten ein sicheres, solides Spiel machen aber in der entscheidenen Situation ist er nicht zur Stelle und bumms: Gegentor. Schade. Das haben wir diese Saison schon viel zu häufig gesehen (Lautern, Hannover, BVB usw usf)
Ein weiterer Spieler, der mir einfach nicht gefällt und dessen Zukunft ich nicht unbedingt in Köln sehe, ist Martin Lanig. Das bezieht sich ausdrücklich nicht auf das gestrige Spiel, denn auch wenn er schlecht war (die 3:1-Überzahl-Situation!), so hat er nicht herausgestochen. Nein, Lanig ist einfach einer dieser Spieler, die einem ein schlechtes Gefühl geben. So geht es mir jedenfalls. Man kann ihm eigentlich auch nichts großartiges vorwerfen. Er zeigt guten Einsatz, hat sicherlich ein gutes Füßchen, kann das Spiel auch mal beruhigen, alles okay. Aber ich sehe nicht, dass er der Mannschaft weiterhilft. Er ist für seine Position zu langsam (Petit und Lanig zusammen auf der Doppel-6, da rennen rechts und links die Hunnen vorbei) spielt mir teilweise zu pomadig und ich sehe kein “Lenker”-Potential. Wie gesagt: Ist nur ein Gefühl, an einem bestimmten Punkt festmachen kann ich das gar nicht.
Hatte jetzt nichts mit dem Spiel zu tun aber was soll ich sagen? Der Elfer war ungerechtfertigt? Nee, zu dem merkwürdigen Auftritt gestern fällt mir nicht viel ein, außer dass der Gang um die Alster im nächsten Jahr wohl wieder ein andere sein muss und SKY bei nächsten HSV-Spiel jemand anderes ans Mikrophon setzten sollte. Das war ja erbärmlich wie der Matthias Stach jeden Ballbesitz der Hambuger gefeiert hat als hätte der Heiland gerade seine Höhle verlassen.
Zeeeh! Zeeeeh! Das war ja kein Elfmeter, das war ja ein Gedicht! ZEEEEEH! Was für ein Mensch! Was für ein Spieler! ZEEEEEH!
Da fragt man sich schon ob der gute Mann vorher ein Holsten zuviel genascht hat.
Doch, zurück zum Fußball. Kann man aus dieser Niederlage auch noch etwas positives ziehen? Ich glaube schon:
Der Zeitpunkt ist in meinen Augen günstig. Eine Woche Länderspiel-Pause kann die Köpfe frei machen und Schaefer die nötige Zeit zur kompletten Fehleranalyse geben.
Die Tabellensituation ab Platz 10: So unfassbar eng geht es selten zu, in der Bundesliga. Wenn wir davon ausgehen, dass Gladbach mit der Heim-Niederlage gegen Lautern wohl endgültig weg vom Fenster ist, sehen wir, dass der FC gerade einmal vier Punkte Vorsprung vor dem Religationsplatz hat. Jedem sollte klar sein, dass das Spiel gegen den FCN in zwei Wochen unglaublich wichtig ist. Vielleicht weckt die Niederlage beim HSV bei uns die gleiche Reaktion wie deren Untergang vor Wochenfrist bei den Bayern.
Nochmal: Mund abwischen. Weitermachen. Klasse halten. Mit Schaefer verlängern. Kader ausdünnen. Come on FC!
 Von lostinnippes,  am 14.03.11 Hab den FC nicht vergessen. Werde bald wieder schreiben. Grüße aus der Vorhölle…
 Von lostinnippes,  am 06.03.11 
Junge, Junge. Lang nicht mehr so ein Scheibenschießen gesehen. Zwei Mal Pfosten, fünf Mal Rensing verhinderten eine Klatsche, über die sich niemand hätte beschweren können. Ganze zwei Torschüsse auf Kölner Seite, eine richtige Chance durch Novakovic, mehr war nicht.
In der ersten Halbzeit konnte der FC das Spiel noch recht erfolgreich verschleppen auch wenn der BVB nach etwa zwanzig Minuten schon deutlich die Schlagzahl erhöhte und den FC nach und nach vor größere Schwierigkeiten stellte.
Das Tor an sich war natürlich doof. Pezzoni ist mit dem Kopf schon bei der Halbzeit-Kippe, steht ziemlich falsch vor der Abwehr, im Niemandsland, sieht dann einen Angriff auf sich zukommen, rutscht aus, der Ball ist schnell bei Lewandowski, Pezzoni -mittlerweile wieder halbwegs auf den Beinen- läuft nur nebenher, macht die Tür nicht zu und der Dortmunder Pole schliesst zügig ins lange Eck ab, Rensing hat keine Chance.
Jetzt will ich gar nicht groß auf Pezzoni rumhacken, denn auch wenn das Tor exemplarisch für seine fehlende Qualität stehen könnte, so ist es auch für einen besseren Mann schwer zu verteidigen, denn die schiere Geschwindigkeit mit der Sahin den Pass spielt, Lewandowski den Ball annimmt und zum Abschluss kommt, das ist schon Extraklasse.
Von der zweiten Halbzeit müssen wir gar nicht mehr groß sprechen, jeder wird es gesehen haben: Das Spiel hätte auch 6:1, 7:2 ausgehen können, doch eine erneute hochklassige Leistung von Michael Rensing verhalf dem FC zu einem Ende mit nur einem blauen Auge. Wenigstens nicht groß was am Torverhältnis verloren.
Heute, am Sonntag, kommt dann auch Entwarnung von Podolski: Nix kaputt, er wird wohl Freitag gegen Hannover spielen können.
Nicht dabei sein wird Martin Lanig, der sich als erster Spieler in dieser Saison seine zweite Gelbsperre abholte. Irgendwie bin ich kein großer Fan von Lanig. Ich kann das noch nicht mal direkt an etwas festmachen, es ist mehr so ein Gefühl. Ich finde er ist immer einen Schritt zu langsam und das nicht nur physisch. Dies nur mal am Rande.
Die gesamte Mannschaft hatte gestern nicht die Klasse um gegen diesen BVB mitzuhalten. Das muss man so neidlos anerkennen. Die Dortmunden zeigten in Vollendung alle Tugenden, die sie diese Saison so unantastbar machen:
Hoher Aufwand
Extreme Pass-Sicherheit
Ständige Überzahl schaffen
Hohe Geschwindigkeit
Starke Mannschaft und völlig zurecht dort oben.
Gut, keiner hat mit Punkten in diesem Spiel gerechnet, von daher ist das alles gar nicht so schlimm. Am Freitag heißt es zu Hause gegen 96 die Serie auszubauen. Das wird schwer genug, denn Hannover ist ja im Moment auch irgendwo jenseits von gesundem Selbstbewußtsein.
 Von lostinnippes,  am 28.02.11 Junge, Junge, was ein Samstag-Abend!
Ich bin noch reichlich angeschlagen, weil das Wochenende mir noch in den Knochen hängt. Man wird nicht jünger.
Dass der erste Fußball-Club Köln gehörigen Anteil an meiner Laune hatte muss ich nicht erwähnen, allerdings schaffe ich heute beim besten Willen keinen Artikel zum Spiel. Mal schauen ob ich morgen was auf die Beine gestellt kriege…oder so…
Bis dahin: Yeah Baby!
 Von lostinnippes,  am 20.02.11 Zum dritten Mal in Folge bleibt der 1.FC Köln unbesiegt. Nach den fulminaten Siegen gegen die Bayern und Mainz reicht es zwar beim Retortenclub aus Sinsheim nur zu einer Punkteteilung aber wenn man sich vor Augen hält, wie unsagbar hoffnungslos die Lage im September war…ihr erinnert Euch?
Natürlich sind sich die Medien im Land wieder einig: Der FC hat nur Glück, der Pfosten und ein überragender Michael Rensing retten die Mannschaft von Frank Schaefer vor der verdienten Niederlage. Hoffenheim hätte selbstverständlich mindestens fünf Tore schießen müssen. Hättste, hättste, hättste.
Klar, der Pfosten war unser Freund, an diesem 23. Spieltag aber auf der anderen Seite hätte Novakovic sogar das Siegtor erzielen können, hätte Peszko der Kopf mal heben können, hätte Clemens mal auf seine Füße gucken könne, hätte Starke auch mal ‘nen schlechten Tag haben können. Tja. Hättste, hättste, hättste eben.
So war es am Ende halt ein 1:1. Durch die deutlichen Niederlagen von Bremen in Hamburg und Lautern in Hannover sind wir dem Nicht-Abstieg wieder ein Stück näher gekommen auch wenn die drei Punkte auf den Religationsplatz alles andere als ein komfortabler Vorsprung ist. Christian Eichner sagte nach dem Spiel den klugen Satz in die SKY-Mikrophone, dass
“der Punkt nur was zählt, wenn wir nächste Woche zu Hause gegen Freiburg nachlegen”.
Natürlich hat der Mann damit Recht aber falls der FC an die Leistungen der letzten Heimspielen anknüpfen kann, dürfen wir uns berechtigte Hoffnungen machen, dass dies möglich ist.
Das Spiel war -unumwunden- schlecht. Zerfahren, von vielen Ballverlusten auf beiden Seiten geprägt. Hoffenheim hatte im Mittelfeld ein kleines Übergewicht, nutzte aber die sich dadurch ergebene Überzahl nie aus, spielte völlig unkreativ durch die Mitte, hatte die Flügel so gut wie nie besetzt und brachte die FC-Abwehr in der ersten Halbzeit eigentlich nicht wirklich in Bedrängnis. Vergessen wir mal die lächerliche Entscheidung des schwachen Schiedsrichters Schmidts vor dem ersten Pfostentreffers Ibisevics. Überhaupt: Markus Schmidt – 37 Jahre, SV Sillenbuch. Klar, es waren jetzt keine spielentscheidenen Fehler dabei aber allein die Verteilung der gelben Karten sollte reichen um ihn wieder in die Oberliga zu schicken. Wie kann es sein, dass Ibisevic nach seinem Tritt gegen Mohammad keinen Karton sieht aber im Gegenzug Petit und Podolski eine Verwarnung wegen “meckerns” erhalten? Damit verteidige ich nicht das ewige Nörgeln, sondern frage nur nach der Verhältnismäßigkeit. Auch hielt ich die gelben Karten für Geromel und Brecko für übertrieben, das waren normale Fouls. Die Quittung sehen wir nächste Woche.
In der zweiten Hälfte änderte sich am Spiel kaum etwas, ausser dass 1899 nach dem Führungstor noch etwas mehr Platz hatte aber diesen auch nicht wirklich gewinnbringend einsetzten konnte. Ibisevic hatte noch zwei Chancen, doch Rensing hielt den FC im Spiel. Nach dem Ausgleich, der durch eine völlig unorganisierte Hoffenheimer Abwehr begünstigt wurde (kurzer Pfosten?), scheiterte Nova an Tom Starke und Ryan Babel an der Schwerkraft. Mehr war nicht. So unverdient wie Restdeutschland sehe ich den Punktgewinn gar nicht. Wenn drei Mal der Pfosten getroffen wird, dann ist der Abschluss halt zu unpräzise. Mir doch egal.
In der Kölner Mannschaft verdienten sich Rensing und Geromel Bestnoten. Wie wichtig die Personalie Torwart im Abstiegskampf sein kann, zeigt unsere neue “Nummer 1” seit seinem ersten Einsatz. Ich war ja zu Beginn etwas skeptisch aber ich muss sagen, dass mich der Mann komplett überzeugt. Wunderbarer Einkauf und immer mehr wundere ich mich warum er nicht vorher einen neuen Verein gefunden hat. Naja, whatever. Gut für uns.
Geromel spielte nicht ohne Risiko, machte aber keine Fehler, stand immer richtig und hielt die Abwehr gewohnt gut zusammen. Ebenfalls positiv fiel mir Eichner auf, der enormen Einsatz zeigte und immer aufmerksam war. Podolski hatte nicht seinen besten Tag, war im Spielaufbau häufig mit seinen eigenen Beinen beschäftigt, übernahm jedoch die Rolle des Kapitäns, trieb seine Mannschaft an, zeigte Einsatzfreude und Engagement. Genau die Dinge, die er als “Spaßfußballer” nicht so häufig zeigte. Er scheint sich der Verantwortung bewußt zu werden und bestätigt damit (wieder) Trainer Schaefer.
Das Mittelfeld mit Petit und Lanig hatte große Schwierigkeiten das Spiel zu beruhigen, besonders Lanig war häufig einen Schritt zu langsam und im Aufbau unpräzise. Beiden kann man aber kein mangelndes Engagement vorwerfen. Auf den vorgezogenen Positionen spielten Peszko und Clemens eine anständige Partie aber beide haben sicher noch Potential nach oben. Bei Peszko gefällt mir zudem seine Arbeit nach hinten. Mindestens zwei Mal kam er -dem diesmal wieder eher mittelmäßigen- Brecko zur Hilfe. Zudem setzt er ständig nach. Leider äußert sich das noch nicht in etwas Zählbaren aber das kann ja noch kommen.
Ganz vorne war Novakovic weitgehend auf sich alleine gestellt, was sich aber natürlich aus der Grundausrichtung automatisch ergibt. Er war wieder enorm aktiv, wechselte vom linken in die rechten Strafraum, war eigentlich immer im Rücken und wenn die Möglichkeit zum Konter da war, stand er schon richtig, hatte in der ersten Hälfte Pech, dass er einmal nicht angespielt wird, einmal nicht an den Ball kommt, weil Starke aufmerksam den Ball abfängt und dieser in der zweiten Halbzeit seinen Flugkopfball spektakulär hält.
So. Jetzt haben wir 26 Punkte und sind damit schon einen Punkt besser als ich damals (natürlich noch unter der Prämisse Soldo) für den 34. Spieltag prognostizierte. 11 Punkte aus sechs Spielen der Rückrunde sprechen deutlich für den Aufschwung. Der FC muss halt versuchen Ausrutscher wie gegen Pauli zu minimieren, und noch vier Siege in elf Spielen holen, dann sollte es reichen für den Klassenerhalt. Am besten fangen sie nächste Woche gegen den SC Freiburg damit an.
Um die 70. Minute, das Spiel war längst entschieden, die Spieler des 1.FC Köln schoben den Ball mehr oder weniger ohne nennenswerte Gegenwehr von Mann zu Mann, stimmte Müngersdorf ein Ständchen zu Ehren des Vereins an. Am 13. Februar 1948 wurde in der Gaststätte Mehring, mitten in Klettenberg, der Club gegründet. Heute, 63 Jahre später, gewinnt die erste Mannschaft des FC ein wichtiges Heimspiel gegen Mainz, verlässt damit die Abstiegsplätze und kann sich weiterhin berechtigte Hoffnung machen die Klasse zu halten. Das war dann wirklich ein “Happy Birthday” wert!
Schon in der vierten Spielminute wackelte das neue Stadion zum ersten Mal an diesem Nachmittag. Lukas Podolski schlenzt den Ball per Freistoß aus 35 Meter ins lange Eck. Lanig läuft in den Ball, sorgt somit dafür dass Müller im Mainzer Tor warten muss, bis es zu spät ist und hups, steht’s 1:0.
In der Folgezeit spielt der FC eigentlich sehr souverän, geht früh auf den Ball, hat gute Zweikampf-Statistiken und steht hinten eng. Auffällig war von Beginn an, dass der FC versucht Ballbesitz zu generieren und diesen auch zu behaupten. Mehr als einmal wurde -anstatt eine fragwürdige Flanke zu spielen- hintenrum und, wenn nötig, zurück zu Rensing gespielt. Das Ergebnis war offensichtlich: Mainz hatte große Probleme ins Spiel zu finden, versuchte mit langen Bällen Holtby und Allagui in Szene zu setzten und spielte dem FC damit in die Karten, der keine Probleme hatte diese Bälle zu verteidigen.
Leider dauerte diese dominante Phase nur bis zur 20., 25. Minute. Plötzlich wurde Mainz stärker, allerdings begünstigt durch eine Kölner Mannschaft, die das Mittelfeld immer mehr preisgab, sich zehn, fünfzehn Meter weiter zurück zog und nicht mehr den allerletzten Druck gegen den FSV ausübte. Auch hier dauerte es nicht lange, bis sich die Veränderung auf dem Feld auch auf das Ergebnis auswirkte. Nach einem Abschlag von Rensing kommt der Ball schnell zurück, wird von Matuschyk unglücklich bis fahrlässig Richtung eigenes Tor verlängert, Geromel steht durch diese Verlängerung falsch, hat zwei Schritte auf Holtby, die er nicht mehr aufholen kann, Mohammad kann auch nicht mehr entscheidend eingreifen und so kann Allagui den Ball verwerten, nachdem Rensing noch den ersten Versuch gehalten hat. Wieder ein dummes Tor…
…aber im Gegensatz zur Hinrunde, wo das Spiel mit ziemlicher Sicherheit verloren gegangen wäre, ist die Mannschaft gefestigt genug auch mal einen Nackenschlag hinzunehmen, wieder aufzustehen und animiert allein durch Körpersprache die Zuschauer dazu, sich nicht dazu sich hundertfach von der Brüstung zu stürzen. Malen wir uns mal besser nicht aus wo der FC heute stehen könnte, wenn wir von Anfang an mit einem Trainer in die Saison gestartet wären. Die Entwicklung, die der FC zur Zeit nimmt, muss fast hundertprozentig an Frank Schaefer festgemacht werden. Er hat es geschafft Podolski und Novakovic zusammen zu bringen, bringt die Mannschaft dazu mit viel höherer Disziplin zu spielen (unsere letzte rote Karte datiert vom ersten Spieltag, wenn ich transfermarkt.de glauben darf), lässt -endlich- wieder mutigen Fußball zu Hause spielen und scheint in der Mannschaft hohe Sympathien zu genießen. Wenn man sich nur mal anschaut, wie die Auswechselspieler mit ihm abklatschen, spricht das Bände. Zudem macht er auch in Interviews einen hervorragenden Eindruck, ist immer sachlich aber man merkt ihm trotzdem seine Emotionen an. Auf einmal steht auch wieder das Kölner Publikum wie ein Mann hinter dem Club. Wer hätte das unter Soldo noch für möglich gehalten? Im Moment fallen mir nicht genug lobende Worte für Schaefer ein. Hoffentlich kann ich am Ende der Saison immer noch nach weiteren Superlativen grübeln.
Zurück im Spiel kommt der erneute Wendepunkt drei Minuten vor der Halbzeit. Wieder aus einem Standard heraus köpft Novakovic aus kurzer Distanz das 2:1. Eine Minute später setzt sich Podolski auf links durch, nutzt die reichlich kopflose Mainzer Abwehr aus, flankt nach innen wo Peszko nur den Schlappen hinhalten muss aber von Fuchs entscheidend gestört wird. So geht es mit einem knappen Vorsprung in die Pause.
Der Knock-Out folgt dann aber in der 55. Minute als sich Nikolce Noveski überlegt mal einen auf Groucho Marx zu machen, über Ball und eigenen Beine stolpert, Peszko den Ball mitnimmt, nach Innen zieht, Podolski bedient, der mit zwei Hakenschlägen die Mainzer Abwehr inklusive Müller ins neue Jahr rutschen lässt und überlegt links unten einschiebt. Damit war das Spiel entschieden, denn Mainz ließ kollektiv die Köpfe hängen und im Gegensatz spielte sich der FC fast in einen Rausch.
Das 4:1 durch Nova machte dies nochmal deutlicher, denn er kann sich durch drei Mainzer Abwehrspieler durchsetzten, ein Übersteiger, ein Beinschuss, Tor. Müngersdorf darf zum ersten Mal in dieser Saison zwei Siege hintereinander bejubeln, man ist seit vier Heimspielen unbesiegt, hat nun 25 Punkte und damit eine kleine Lücke zu den direkten Abstiegsplätzen geschaffen. Immerhin sechs Punkte trennen uns von desertierenden Stuttgartern, neun Punkte sind es nun schon auf hoffnungslose Gladbacher. Es gibt schlechtere Ausgangspositionen am 22. Spieltag.
Wenn man der Mannschaft heute eins vorwerfen will, dann dass es genug Chancen gab noch etwas für das Torverhältnis zu tun. Sowohl Podolski als auch Clemens und Peszko hatten noch hochkarätige Chancen um das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Dass in der 89. Minute noch ein Tor auf der falschen Seite fällt, ist ärgerlich aber, nunja, mehr auch nicht. Es verdirbt mir nicht den Sieg.
Gibt es sonst noch Lob oder Tadel? Na gut, auf besonderen Wunsch weise ich darauf hin, dass noch nicht mal Brecko heute schlecht war. Er war zwar in der Schlussminute wieder in seinem Element und hätte fast noch das 4:3 verschuldet aber vorher war’s eigentlich ganz in Ordnung.
Der Rest der Mannschaft kommt in einen Topf und der steht noch nicht mal auf dem Herd, sondern wird mit milden Blumen übergossen. Gute, geschlossene, leidenschaftliche Mannschaftsleistung, mit Toren zu den richtigen Zeitpunkten. Fußball kann ganz einfach sein.
Nächste Woche in Hoffenheim kommt es zum ersten Auswärtsspiel nach dem 0:3 gegen Pauli. Wird schwer, aber der FC muss sich in dieser Form auch nicht vor dem Hopp-Club verstecken…sag ich jetzt mal so in meinem jugendlichen Leichtsinn…
63 Jahre 1.FC Köln! Doch lohnt es sich nicht in der Vergangenheit zu leben, denn schon Franz Kremer wusste: “Tradition hat nur dann Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“ Merk Dir das mal! Happy Birthday und Come on Effzeh!
 Von lostinnippes,  am 06.02.11 Ich hab nix mitbekommen. Ich bin völlig zerstört. Richtig übelst krank. Kopf-, Hals-, Gliederschmerzen. You name it.
Und das am Wochenende FC-FCB, Fortuna-RWE, Dackelclub, SuperBowl. Na super.
Zusätzlich macht mein PC Zicken. Ich muss die Woche über irgendetwas verwegen Schlechtes getan haben, kann mich aber nicht dran erinnern.
Naja, alles lamentieren hilft ja nix, der 1.FC Köln konnte auch ohne meine mentale Unterstützung einen Sieg gegen die Bayern landen. Hervorragend! Es besteht also weiterhin Hoffnung. Nächsten Sonntag gegen Mainz. Wieder zu Hause. Wäre tatsächlich schön, wenn der FC nachlegen könnte.
Ich verzieh mich derweil wieder unter eine warme Decke. Gute Nacht!
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